Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

Free counters!

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Bertarido

Prägender Forenuser

  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 530

Registrierungsdatum: 24. April 2014

841

Sonntag, 23. Juli 2017, 16:48

Gerade gesehen und gehört:



Rameaus Comédie lyrique (auch als Ballet bouffon bezeichnet) um die hässliche Wassernymphe Platée, der Jupiter zum Schein den Hof macht, um seiner eifersüchtigen Gattin eine Lehre zu erteilen, vermochte mich nicht sonderlich zu begeistern, obwohl sich das Ensemble alle Mühe gibt und Marc Minkowski und seine Les Musiciens du Louvre ausgewiesene Spezialisten für französischen Barock sind. Wahrscheinlich liegt es an der belanglosen Handlung, die auch Regisseur Laurent Pelly nicht so in Szene setzen konnte, sie mich irgendwie gepackt hätte. Und auch musikalisch habe ich schon Schöneres von Rameau gehört.

Die Live-Aufzeichnung von 2002, ursprünglich auf DVD erschienen, wurde für die Blu-ray nicht nur auf 1080i hochgerechnet, sondern auch optisch verbessert, wie man Kommentaren bei Amazon entnehmen kann. Das Bild lässt jedenfalls nichts zu wünschen übrig. Die Klangqualität (PCM Stereo, kein Surround) entspricht ordentlichen CD-Aufnahmen.

Theophilus

Administrator

  • »Theophilus« ist männlich

Beiträge: 10 822

Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

842

Montag, 24. Juli 2017, 04:00

Für eine Aufnahme von 1958, trotz s/w, müßte der von der RAI professionell hergestellte Mitschnitt von besserer Qualität sein. Unerklärlich!

Gar nicht unerklärlich. Die alten Video-Magnetaufzeichnungen befinden sich heute generell in einem sehr bedauerlichen Zustand - egal von welcher Sendeanstalt. Der Alterungsprozess ist hier viel stärker als bei Audioaufnahmen. Es gibt zwar inzwischen Software, die altes digitalisiertes Videomaterial in einem Maße auffrischen kann, dass es an Zauberei grenzt, aber das ist Rundfunkanstalten mit ihren kleinen Auflagen wohl zu kostspielig. Hollywood-Filmstudios machen so etwas bei Neuauflagen alter Klassiker. Auf DVD-Extras wird das gelegentlich dokumentiert und ich habe schon Filme aus Mitte der 60er-Jahre gesehen, wo das originale Filmmaterial dermaßen gelitten hatte, dass es eigentlich unveröffentlichbar war - und nach der digitalen Neuaufbereitung unfassbar gut aussah! In mancher Hinsicht sogar besser als das Original im Neuzustand. Denn die Software kann nicht nur Bildfehler korrigieren und Farbveränderungen sehr überzeugend rekonstruieren, es wird auch Frame für Frame so neu gerechnet, dass eine nahezu perfekte Bildstabilität erzielt wird, was bei Wiedergabe von Analogmaterial grundsätzlich nicht möglich ist.

9079wolfgang

Prägender Forenuser

  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 6 782

Registrierungsdatum: 15. April 2010

843

Montag, 24. Juli 2017, 16:20

Zitat

Gar nicht unerklärlich. Die alten Video-Magnetaufzeichnungen befinden sich heute generell in einem sehr bedauerlichen Zustand - egal von welcher Sendeanstalt. Der Alterungsprozess ist hier viel stärker als bei Audioaufnahmen.

Vielen Dank! Jetzt weiß ich wieder mehr. Aufgrund des tollen Cuvers hatte ich schon mehr erwartet. Na ja, dafür gibt es einmalige Stimmen zu hören und zu sehen.
W.S.

9079wolfgang

Prägender Forenuser

  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 6 782

Registrierungsdatum: 15. April 2010

844

Mittwoch, 26. Juli 2017, 20:57

Ich habe mir von meiner Frau zum Geburtstag zwei DVD schenken lassen. Dazu gehört folgender "Hoffmann". Endlich eine sehens- und hörenswerte Fassung, die ich zum zweiten mal im Player habe. Ich bin begeistert! Hier stimmt einfach alles!

W.S.

Bertarido

Prägender Forenuser

  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 530

Registrierungsdatum: 24. April 2014

845

Samstag, 29. Juli 2017, 23:41

Wenn es einen Preis für die beim Bayreuther Publikum unbeliebteste Produktion gäbe, dann hätte der "Biogas-Tannhäuser" von Sebastian Baumgarten wahrscheinlich beste Chancen:



Ich hatte vor einigen Jahren Gelegenheit, einer Aufführung auf der Bühne beizuwohnen, als Teil des dort platzierten Publikums. Es war ein interessantes Erlebnis, und ich konnte dieser Aufführung einiges abgewinnen. Nach Anschauen auf Blu-ray bin ich etwas kritischer. Vielleicht funktioniert dieses Inszenierung auch nur dann, wenn man die gesamte Installation im Auge hat und nicht nur die Teile, auf die die Kamera gerade fokussiert. Interessieren würde mich, wie die Stimmenexperten die Leistung von Torsten Kerl in der Titelrolle bewerten. Sicher ist, dass er an dem Tag, an dem ich ihn live gehört habe, einen schlechteren Tag als bei dieser Aufnahme hatte. Ansonsten haben mir Camilla Nylund als Elisabeth und Markus Eiche als Wolfram gut gefallen.

Bertarido

Prägender Forenuser

  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 530

Registrierungsdatum: 24. April 2014

846

Sonntag, 30. Juli 2017, 14:29

Angeregt durch unsere Diskussionen im Opernkanon habe ich mich etwas näher mit Dukas' Version des Blaubart-Stoffes beschäftigt, die sich dadurch auszeichnet, die Frauenfiguren in den Vordergrund zu stellen:



Es gibt auf Blu-ray oder DVD leider nur diese eine Aufnahme, eine Produktion aus Zürich, die später in Barcelona lief und dort aufgezeichnet wurde. Musikalisch habe ich nichts auszusetzen, aber die Inszenierung von Claus Guth hat mich nicht überzeugt. Er siedelt die Oper in einem modernen Vorstadt-Haus an, in dem Blaubart seine psychisch geschädigten Opfer im Keller eingesperrt hält. Die Anknüpfung an aktuelle Missbrauchsfälle ist offensichtlich. Das ist nicht abwegig, wird aber nicht allen Facetten des komplexen Maeterlinck-Stücks gerecht. Die optisch-atmosphärische Differenzierung der Räume und die Verschiedenheit der Frauen wird einem klinisch-weißen Einheitslook geopfert. Die Außenwelt bleibt bei Guth ganz ausgesperrt, der Chor der Bauern ist nur zu hören, nicht zu sehen. Inkonsistenzen der dargestellten Handlung tragen zusätzlich zum Verdruss bei (der überwältigte Blaubart wird nicht von den Bauern durch die Tür gebracht, sondern kommt aus dem Keller hochgefahren, nur wie ist er dahin gekommen etc.). Schade, da wurde eine Chance verschenkt, ein zu Unrecht unbekanntes Werk populärer zu machen.

Louis

Profi

  • »Louis« ist männlich

Beiträge: 547

Registrierungsdatum: 26. September 2007

847

Dienstag, 1. August 2017, 14:18

Ich habe in dieser Woche angefangen, mir den "Copenhangen-Ring" anzuhören und anzuschauen. Das "Rheingold" war ein vielversprechender Anfang, nun bin ich gespannt auf die "Walküre". Wenn ich fertig bin, schreibe ich vielleicht in einem passenden Thread ein paar Eindrücke auf.


Soeben verklangen die letzten Takte der "Götterdämmerung", wie immer ein tief bewegendes Ereignis. Der "Ring" aus Kopenhagen war eine bemerkenswerte Leistung für ein Opernhaus, das eher zu den mittelgroßen gehört. Viele der überwiegend exzellenten Sängerinnen und Sänger stammten aus dem Ensemble des Hauses. Zur Inszenierung könnte ich viel sagen, lobendes wie auch kritisches. In einem Forum, in dem Opernaufführungen lediglich anhand von Szenenfotos darauf abgeprüft werden, ob sie "dem Libretto" entsprechen, wäre das allerdings vergebliche Mühe. Also spare ich mir die Arbeit. :no:

Hallo Bertarido ! Ich gehöre auf jeden Fall zu den absoluten Fans dieses Rings aus Kopenhagen. Vor Allem die Götterdämmerung ist extrem gut gemacht, die schwangere Brünnhilde, der brutale Hagen, das "Luxusweib" Gutrune. Vor Allem Irene Theorin spielt sehr gut, vom glücklichen Eheweib bis zur trauernden Gattin hat sie alle Facetten drauf. Natürlich, hier in diesem Forum sind wir wohl die beiden einzigen Fans dieses Rings, aber ich liebe ihn :love: :love:

rodolfo39

Prägender Forenuser

  • »rodolfo39« ist männlich

Beiträge: 2 943

Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

848

Dienstag, 1. August 2017, 17:25

Ich habe mir den Copenhagener Ring von YouTube runtergeladen. Begeistert bin ich vor allem von dem Dirigat von Michael Schönwandt.

Bertarido

Prägender Forenuser

  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 530

Registrierungsdatum: 24. April 2014

849

Sonntag, 13. August 2017, 17:20

Gerade verklang der Schlussapplaus bei dieser Aufzeichnung aus dem Nationaltheater München:



"Rodelinda" ist neben "Serse" meine Lieblingsoper von Händel - eine Arie schöner als die andere. Ich habe nie verstanden, warum der zur gleichen Zeit entstandene "Giulio Cesare" so viel populärer ist. Diese Aufführung punktet mit einer durch Dorothea Röschmann hervorragend besetzten Titelrolle, und Umberto Chiummo verkörpert den Bösewicht Garibaldo auch sehr überzeugend. Nicht ganz so begeistert bin ich hier vom Counter Michael Chance als mein Namenspatron Bertarido. Barock-Spezialist Ivor Bolton am Pult leitet das Bayerische Staatsorchester voller Esprit, und auch mit der Inszenierung von David Alden war ich weitgehend zufrieden. Der Regisseur versetzt die im langobardischen Norditalien spielende Handlung in das Italien der dreißiger Jahre, der Usurpator Grimoaldo erinnert an Mussolini. Alles in allem eine sehr gelungene Produktion. Meine Referenz-Aufnahme bleibt aber die Aufzeichnung aus Glyndebourne mit Andreas Scholl und Anna Caterina Antonacci, die ich dort auch live erlebt habe.

Klang- und Bildqualität dieser DVD sind sehr gut, wie beim Label Farao nicht anders zu erwarten. Der Ton liegt in PCM-Stereo und 5.1 DTS vor.

Zurzeit sind neben Ihnen 2 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

2 Besucher