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musikwanderer

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  • »musikwanderer« ist männlich

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31

Donnerstag, 19. Juli 2012, 13:26

Meinen Dank an Joseph II. für seinen Link auf den SPIEGEL-Artikel, der ja einiges erhellt. Die darin zum Ausdruck kommende künstlerische Beurteilung von Mittelmaß, die nichts mehr als Provinzialismus darstellt, möchte ich mir nicht zu Eigen machen.

Belustigend fand ich dennoch die Vergleiche "eine intelligente Mischung aus Furtwängler, Toscanini, Bernstein und Otto von Bismarck" oder "Vetter von Martin Luther" und "Doppelgänger von Hemingway", noch besser "Johannes Brahms kurz vor der Rente".

Da weiß man doch wenigstens, was dieser Mann so alles beinhaltet! ;)

:hello:
.

MUSIKWANDERER

Reinhard

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  • »Reinhard« ist männlich

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32

Donnerstag, 19. Juli 2012, 14:58

In der Leipziger Volkszeitung war gestern ein ausführlicher Artikel von Peter Korfmacher zu lesen, der den Jubilar würdigt.
Ich fand diesen Artikel sehr interessant und treffend, so daß ich mir erlaube, hier auszugsweise zu zitieren:

Zitat

Denn Kurt Masur füllt jeden Saal. Betritt er einen Raum, ist der sofort voll von dieser Persönlichkeit, die Blicke magisch anzieht, Gespräche verstummen lässt, jede Aufmerksamkeit auf sich zieht. Dieses Charisma ist wohl das größte Geheimnis des Hünen. Dieses Charisma hat ihm Türen geöffnet, Orchester zu Füßen gelegt und das Publikum. Es hat ihn zu einem der Großen unter den Dirigenten des 20. Jahrhunderts gemacht. Und es funktioniert noch immer.

Kurt Masur war nie ein Pultstar der präzisen Zeichengebung, hat sich immer schon auf eine eher unkonventionelle Schlagtechnik verlassen. Und manchmal konnte und kann man Orchestermusiker nur bewundern, dass sie daraus einen Tempowechsel ablesen können oder einen Einsatz.
Aber genau darum geht es einem Musiker wie Kurt Masur nicht. Wo man noch diskutieren muss über Einsätze und Tempowechsel, ist der Weg zur Musik ohnehin zu weit. Worauf es wirklich ankommt, das fasst er so zusammen: "Ich spüre, wie das Orchester eine Phrase aufbaut, und führe die Musiker dahin, wo wir nach meiner Vorstellung gemeinsam landen sollen. Das ist einer der Vorgänge, wo das wirkliche Dirigieren beginnt. Wenn man jahrzehntelang Dirigent ist, hat man eine Intuition und eine Fähigkeit, das auszudrücken, was in der Partitur steht und was man haben will. Die heutigen Orchester müssen nicht zusammengehalten werden."

Steht einer wie Masur vor einem Spitzenorchester, und das waren die seinen potenziell immer, dann geht es schon beim Proben nicht um den Notentext, sondern um Kommunikation, darum, was die jeweils eine Seite der anderen geben kann, auf dass gemeinsam etwas Neues, Großes entstehe. Dirigiert Masur Tschaikowsky oder Strauss oder Dvorák oder Bruckner oder Schostakowitsch entsteht beinahe immer Großes. Dirigiert er Mendelssohn oder Schumann oder Brahms oder Beethoven, ist es unmöglich, sich dem emotionalen Sog dieses Musizierens zu entziehen. Da lässt der Bauch, der sich ausliefen will, dem Kopf keine Chance, wenn der diese oder jene stilistische Detailfrage zu klären versucht. Wenn es allerdings kompliziert wird und für beide Seiten unbekannt, auch dann, wenn Solisten zu begleiten sind, stößt diese Art der Orchesterleitung bisweilen an ihre Grenzen. Doch ein großer Dirigent muss nicht alles können. Was Masur kann, kann er, wie nur Masur es kann.
Denn das System Masur trägt in seiner Stärke auch den Kern seiner Schwäche: Patriarchale Strukturen führen beinahe automatisch zu Gegenbewegungen. Im Gewandhaus hatte er in allen Fragen das letzte Wort. Über seine Musiker hielt er schützend die Hand - und forderte dafür unbedingte Loyalität ein. Und auch nach der Wende blieben die meisten Musiker bei der Stange, retteten den einzigartigen Klang des Gewandhausorchesters in die neue Zeit.
Und doch begann mit ihrem Anbruch Masurs Götterdämmerung am Augustusplatz. Nachwachsenden Orchestermitgliedern leuchtet nicht automatisch ein, dass etwas wahr war, nur weil er es sagte. Im Rathaus begann man, die Daumenschrauben auszuprobieren, weil Masur, der auf Visionen aus war, und die neue Rathausspitze um Hinrich Lehmann-Grube, der es um Alltägliches ging, um Wirtschaftlichkeit und Pragmatismus, nicht die gleiche Sprache fanden. So führte gegenseitige Entfremdung dazu, dass Kurt Masur im September 1996 seine Demission bekanntgab. Durchaus im Zorn - und auf Seiten der Stadt wie des Orchesters mit einer gewissen Erleichterung zur Kenntnis genommen.
Mit einem wie Masur gibt es kein Mittelmaß. Eine solche Persönlichkeit reizt zur Schwarzweißmalerei. Und wie unmittelbar nach seinem Fortgang sein Wirken kleingeredet wurde, sind danach die Legenden in den Himmel gewachsen. Auch hier muss man ein wenig relativieren: Das Gewandhausorchester war bereits vor seiner Ankunft ein erstklassiges Orchester, sein Vorgänger Vaclav Neumann ein vortrefflicher Dirigent. Nach seinem Weggang musste Herbert Blomstedt hart an Präzision und Repertoire arbeiten. Masur war weder Dissident, noch hat er die Mauer zum Einsturz gebracht. Er wäre auch nicht beinahe Bundespräsident geworden. Masur taugt weder als Heiliger noch als Buhmann. Sehr wohl aber als Vorbild.
Mittlerweile hat Leipzig seinen Frieden mit ihm gemacht und er mit Leipzig.

(c) Leipziger Volkszeitung; Peter Korfmacher
Leiste guten Menschen Gesellschaft, und du wirst einer von ihnen werden. Miguel de Cervantes

Rheingold1876

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  • »Rheingold1876« ist männlich

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33

Donnerstag, 19. Juli 2012, 20:11

Den weit verbreiteten Hype um Kurt Masur kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich halte ihn für einen guten Dirigenten, dem traditionellen Bild des deutschen Kapellmeisters verpflichtet. Dieser Typ Dirigent sirbt aus, er ist einer der letzten, wenn nicht gar der letzte. Von "Dirigentengenie" zu sprechen wie es der MDR im Titel einer Sendung tat, ist nun wirklich zu hoch gegriffen. In dieser Kategorie, die ich persönlich so nie ausdrücken würde - es ist eine der Kopfgeburten der Presse, die ohne solche Steigerungen nicht auszukommen scheint - spielt er nicht. Da gehören Furtwängler, Bernstein, Karajan, Knappertsbusch oder Celibidache hinein. Ich weiß auch nicht, ob seine Aufnahmen in dem Maße überleben werden wie bei den genannten Herren. Mir ist keine CD oder Platte bekannt, die nur er, Masur, in absoluter Unverwechselbarkeit hinbekommen hat wie Karajan den Beethoven oder Bernstein den Mahler.

Masurs Ruhm hat nicht wenig mit seiner Rolle während des Zusammenbruchs der DDR zu tun. In den Jahren davor ist er nach meiner Beobachtung nicht so angebetet worden wie jetzt. Denn er war nicht nur Dirigent, er war auch ein Profiteur des sozialistischen Staates. Er hat dem DDR-Regime erst dann entschieden den Rücken gekehrt als es am Boden lag und plötzlich fast alle draufhauten. Es war nämlich nicht mehr sonderlich gefährlich wie noch zehn Jahre zuvor. Das kam an 1990, vor allem bei den Amerikanern, die ihn nach meiner festen Überzeugung vor allem deshalb nach New York gerufen hatten, weil er in Leipzig mit auf der Straße war. Plötzlich war fast vergessen, dass Masur, in der DDR hoch dekoriert, sich von Honecker ein neues Gewandhaus hatte bauen lassen. Bürgerrechtler sehen anders aus. Von Protesten Masurs gegen die Führung der DDR, als die noch fest Im Sattel saß, ist mir nichts bekannt. Sein tragischer Verkehrsunfall ist wirklich verjährt. Aber die seinerzeitige Vertuschung sagt schon etwas aus. Einen Vorwurf darf man daraus nicht mehr ableiten.

Mich hat auch irgendwie unangenehm dieses Konzert zu seinem 80. Geburtstag vor fünf Jahren in Leipzig berührt, das jetzt wiederholt wurde. Da saßen die alle in der ersten Reihe von Iris Berben bis was weiß ich wer noch alles. Und Harald Schmidt hat moderiert.

Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Reinhard

Moderator

  • »Reinhard« ist männlich

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34

Donnerstag, 19. Juli 2012, 22:45

Lieber Rheingold,
daß es einen Hype um Masur gäbe, empfinde ich eigentlich nicht so. Sicher, er rückt jetzt zum 85.ten mal wieder kurz in den Fokus, aber ansonsten ist es doch recht ruhig um ihn, auch hier im Forum.
Das mit dem "deutschen Kapellmeister" trifft es ganz gut, aber in dieser Rolle ist er wohl einer der Besten.
Ich sehe logischerweise alles etwas aus Leipziger Sicht. Und die Leipziger rechnen ihm seine Rolle in den Umbruchtagen hoch an. Es ist auch nicht so, daß sein Engagement während der Friedlichen Revolution für ihn ungefährlich gewesen wäre. Schließlich drohte an dem Abend, als er über den Leipziger Stadtfunk den "Aufruf der Sechs" verlas, die Lage zu eskalieren. Was ich nicht empfunden habe ist, daß dies nach der Wende wesentlichen Einfluß auf Wahrnehmung seiner künstlerischen Arbeit gehabt hätte. Ich denke, Peter Korfmacher hat das in seinem Artikel ganz gut dargestellt.
Die beiden Konzerte im September sind übrigens ganz normale Gewandhaus-(Anrechts-)konzerte, Masur dirigiert Werke von Prokofiev, Tschaikowsky und Gershwin. Preise sind ganz normal und gewandhausüblich, aber natürlich ist ausverkauft...


:hello:
Reinhard


PS: Was soll daran falsch sein, daß Masur sich "von Honecker ein Gewandhaus bauen ließ"? Abgesehen davon, daß das natürlch keine Sache zwischen Honecker und Masur war, müssen wir uns nun wenigstens nicht die Gewandhauskonzerte im Audimax der ehemaligen Karl-Marx-Universität anhören. Selten wurde Geld sinnvoller ausgegeben. Und wenn Masur daran Anteil hatte, so ist ihm das zu danken.
Leiste guten Menschen Gesellschaft, und du wirst einer von ihnen werden. Miguel de Cervantes

mucaxel

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  • »mucaxel« ist männlich

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35

Mittwoch, 10. Oktober 2012, 22:43

Kurt Masur

Gerade gelesen das Kurt Masur an Parkinson
erkrankt ist!
mucaxel

Reinhard

Moderator

  • »Reinhard« ist männlich

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36

Mittwoch, 10. Oktober 2012, 22:57

Gerade gelesen das Kurt Masur an Parkinson
erkrankt ist!

Ja, das ist allerdings schon sehr lange bekannt.
Ich durfte Masur ja Ende September noch einmal im Gewandhaus erleben und ich muß leider sagen, ich bin sehr traurig darüber, daß er von der Krankheit schon sehr schwer gezeichnet ist.
Seine Krankheit hat ihn aber nicht gehindert, "seinen" Leipzigern ein begeisterndes Konzert zu bieten.
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T con brio

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37

Samstag, 5. Januar 2013, 11:33

Kurt Masur, der Langweiler?

Die 'Länge' des ihm gewidmeten Threads wie auch manche Äußerung hier lassen diesen Schluß jedenfalls zu. Und auch ich gehörte zu denen (wohl durch verschiedentlich gelesenes), die hinter der Bekanntheit Masurs hauptsächlich seine Rolle zum Ende der DDR vermuteten.

Wie dem auch sei: kürzlich bekam ich eine Aufnahme der Beethoven-Sinfonien Nr. 3, 5, 6 und 9 mit ihm in die Hände und stellte sehr schnell fest, daß ich mich sehr geirrt hatte (ebensolches unterstelle ich von meinen Vorrednern insbesondere Robert Stuhr):

Ich kann mir zwar vorstellen, woher der Eindruck der 'Langweiligkeit' kommt: für jemanden, der meinetwegen hauptsächlich durch Karajans Beethoven geprägt ist (wie ich auch), stellt sich im ersten Moment schon an mancher Stelle das Gefühl ein, der letzte Schwung könnte fehlen. Dies ist allerdings mitnichten dem Phlegma des Dirigenten oder einem Mangel an interpretetorischer Kraft geschuldet. Und nach besagtem ersten Moment stellt sich sehr schnell die Erkenntnis ein, daß Masurs Ansatz lediglich in hohem Maße dem Ideal klassischer Schönheit verpflichtet und frei von wie auch immer gearteten Manierismen ist. Die Beethovenschen Ecken und Kanten werden allerdings mitnichten eliminiert, sondern für meine Begriffe mit höchster Feingeistigkeit vorgetragen.

Zeugnis dessen ist nicht zuletzt, daß sämtliche Instrumentengruppen in einem Maße fein abgestimmt sind, das ich als absolut herausragend zu bezeichnen geneigt bin. Inwieweit dieses Verdienst Masur oder dem verantwortlichen Tonmeister ans Revers zu heften ist sei dahingestellt - aber wahrscheinlich haben sie beide einen ganz erheblichen Teil beigetragen.

Das Gesagte gilt eigentlich für alle enthaltenen Sinfonien (die anderen werde ich mir wohl auch noch besorgen müssen), und unter dem Strich ist Masurs Beethoven-Interpretation sicherlich eine der wenigen, die mich in letzter Zeit haben wirklich aufmerken lassen. Von mir gibt es jedenfalls eine ganz klare Empfehlung! :)
Prima con brio || Plattenschrank

Maurice

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  • »Maurice« ist männlich

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38

Samstag, 5. Januar 2013, 15:58

Zeugnis dessen ist nicht zuletzt, daß sämtliche Instrumentengruppen in einem Maße fein abgestimmt sind, das ich als absolut herausragend zu bezeichnen geneigt bin. Inwieweit dieses Verdienst Masur oder dem verantwortlichen Tonmeister ans Revers zu heften ist sei dahingestellt - aber wahrscheinlich haben sie beide einen ganz erheblichen Teil beigetragen.

Das wage ich ebenfalls zu behaupten … jedoch zeige ich die neuere Gesamtaufnahme, die mir noch besser gefällt:

M.E. werden diese Aufnahmen zu Unrecht nach hinten gedrängt; lästern ist ja einfacher …

aber zeitaufwendiger die Mühe, einmal gründlich zu vergleichen,
dann gehen einem die Ohren und Augen auf … :jubel:
Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

T con brio

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  • »T con brio« ist männlich

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Registrierungsdatum: 15. Juli 2012

39

Sonntag, 6. Januar 2013, 09:28

Zeugnis dessen ist nicht zuletzt, daß sämtliche Instrumentengruppen in einem Maße fein abgestimmt sind, das ich als absolut herausragend zu bezeichnen geneigt bin. Inwieweit dieses Verdienst Masur oder dem verantwortlichen Tonmeister ans Revers zu heften ist sei dahingestellt - aber wahrscheinlich haben sie beide einen ganz erheblichen Teil beigetragen.


Das wage ich ebenfalls zu behaupten … jedoch zeige ich die neuere Gesamtaufnahme, die mir noch besser gefällt:

M.E. werden diese Aufnahmen zu Unrecht nach hinten gedrängt; lästern ist ja einfacher …

aber zeitaufwendiger die Mühe, einmal gründlich zu vergleichen,
dann gehen einem die Ohren und Augen auf … :jubel:

Und schon wieder was gelernt! Ich war davon ausgegangen, daß sich hinter diesem Cover Masurs 70er-Zyklus in neuer Verpackung verbirgt. Daß er die Beethoven-Sinfonien zweimal aufgenommen hat, wusste ich nicht. Mein Portemonnaie und ich danken Dir also herzlich für den Tip... :P :)
Prima con brio || Plattenschrank

Schneewittchen

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40

Sonntag, 6. Januar 2013, 11:37


Masurs Beethoven-Zyklus wurde in den 70er Jahren von Philips auch als 4-Kanal-Version (Quadro) produziert.In dieser Form kamen die Sinfonien erstmals 2005 bei Pentatone als SACDs in Stereo und Multichannel heraus.
mfG
Michael

chrissy

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41

Donnerstag, 28. Februar 2013, 14:20

Große Sorge um Kurt Masur (85)

Unter dieser Überschrift habe ich soeben diese Mitteilung in der aktuellen Tagespresse gelesen.
Ich zitiere auszugsweise:
Hüfte gebrochen - Not OP!
Schwächeanfälle, Stürze, Brüche - Prof. Masur ist immer häufiger krank.
Der frühere Gewandhauskapellmeister Prof. Kurt Masur hat sich bei einem Sturz in Tel Aviv die Hüfte gebrochen. Wie erst gestern bekannt wurde, fand die Operation bereits am 6. Februar statt. Doch der weltbekannte Dirigent liegt noch immer im Krankenhaus.
Fest steht bereits: Alle Konzerte im März sind abgesagt. Dies gilt auch für die ausverkaufte Deutschlandtournee mit der Dresdner Philharmonie. Auch zwei Konzerte mit dem französischen Nationalorchester Paris sind verschoben.
Wann der Maestro wieder ans Pult zurückkehrt, ist noch völlig offen.
Der Maestro hatte schon zuletzt ziemlich gebrechlich gewirkt, mußte sich oft von seiner Frau helfen lassen.

Mit besten Genesungswünschen
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

William B.A.

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  • »William B.A.« ist männlich

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42

Donnerstag, 28. Februar 2013, 14:46

Den besten Genesungswünschen schließe ich mich von Herzen an und hoffe, dass er doch noch einmal ans Pult zurückkehren kann.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Joseph II.

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43

Donnerstag, 28. Februar 2013, 14:50

Auch von mir die besten Wünsche zur vollständigen Genesung!

Allerdings sollte man in diesem Alter die Alarmsignale des Körpers nicht mehr ignorieren. So schwer es fällt, aber oft ist es dann klüger, den Taktstock beiseite zu legen. Auch der kürzlich verstorbene Wolfgang Sawallisch erkannte die Notwendigkeit und hörte bereits vor einigen Jahren schweren Herzens mit dem Dirigieren auf.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

chrissy

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44

Donnerstag, 18. Juli 2013, 00:01

Vor einem knappen halben Jahr wurde bekannt, daß sich der Dirigent Prof. Kurt Masur bei einem Sturz schwer verletzt hat und sich in einer Klinik operativ behandeln lassen mußte. Neue, vor allem positive Nachrichten, gab es seither nicht.
Hoffen wir also, daß die Genesung erfolgt ist, bzw. er sich den Umständen entsprechend auf dem Weg der Besserung befindet und wünschen wir ihm zu seinem Geburtstag mit herzlicher Gratulation alles Gute.



Kurt Masur (* 18. Juli 1927 in Brieg /Niederschlesien) ist ein deutscher Dirigent.

CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Schneewittchen

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45

Sonntag, 25. August 2013, 11:09

Bei Francemusique.fr gibt es eine Serie "Kurt Masur" mit 3 podcasts mit Werken von Beethoven,Bruckner,Mendelssohn,Strauss,u.a.
Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 2002-2007.
Mit Firefox incl. download-helper lassen sich die podcasts (mp3-128) auf Festplatte speichern.

http://www.francemusique.fr/emission/les…8-12-2013-00-00
http://www.francemusique.fr/emission/les…8-13-2013-00-00
http://www.francemusique.fr/emission/les…8-14-2013-00-00
mfG
Michael

Theophilus

Administrator

  • »Theophilus« ist männlich

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Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

46

Freitag, 30. August 2013, 03:34

Eine schöne Serie!

:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

chrissy

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Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

47

Sonntag, 29. September 2013, 16:06

Es gibt Neuigkeiten von Prof. Kurt Masur
Ein Interview mit dem Maestro und ein Bericht standen gestern ausführlich in der BILD. Der Bericht ist auszugsweise im I- Net zu finden. Für Interessenten zitiere, bzw kopiere ich ihn hier.
Ob man diese Nachricht positiv bewerten kann, sollte jeder für sich selbst entscheiden.

Tapferer Kurt Masur! Er kann nur noch im Sitzen dirigieren
Von J. RICHARD
Leipzig – Er leidet an Parkinson, war im Februar in Tel Aviv gestürzt, hatte sich die Hüfte gebrochen, lag im Leipziger Uni-Klinikum...doch die Musik schenkt ihm immer wieder neue Kraft!
Maestro Kurt Masur (86) ist zurück in seinem Gewandhaus: für drei anstrengende Konzerte!
Donnerstag dirigierte er Schumanns 2. Sinfonie und Beethovens Siebente, Freitag erneut – und am Sonnabend die Mendelssohn-Gala!
Allerdings: Masur steht erstmals nicht am Pult - er sitzt. In einem Spezialstuhl, den seine Frau Tomoko bauen ließ – er wurde rechtzeitig zu den Proben am Montag angeliefert.
Doch Masur ist sehr gebrechlich. Er war schon im April 2012 in Paris vom Pult gestürzt.
Darum haben Gewandhaustechniker rutschfeste Gummi-Noppen an den Stuhl geschraubt. Sprecher Dirk Steiner: „Damit wirklich nichts passieren kann.“
Der greise Gewandhauskapellmeister a.D. wird von einem starken Service-Mitarbeiter auf die Bühne begleitet – alleine gehen kann er nicht mehr.
Und hinter den Kulissen hält sich ein Arzt bereit, auch ein Krankenwagen steht zur Verfügung.
Steiner sieht trotzdem wenig Grund zur Sorge: „Wir sind alle erstaunt, wie ihn die Musik belebt. Seine Strahlkraft ist ungebrochen.“

CHRISSY

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MSchenk

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48

Donnerstag, 3. Juli 2014, 18:54

"Die klassische Musik ist noch lange nicht tot."

Kurt Masur im Interview auf Spiegel-Online (zuletzt aufgerufen am 03.07.2014):

Zitat

"Was ich an heutiger Musik dumm finde, ist ein Crossover wie "Classic meets Rock". Dass ist nichts Halbes und nichts Ganzes - nicht einmal provokativ, sondern nur saccharin-süßlich. Man braucht kein Crossover, die klassische Musik ist noch lange nicht tot."
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

William B.A.

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49

Samstag, 18. Juli 2015, 00:08

Heute hat er wieder Geburtstag. Zu seinem Ehrentage habe ich eine Box ausgesucht, die sich schon lnage in meiner Sammlung befindet:



Kurt Masur feiert heute seinen 88. Geburtstag.


Herzlichen Glückwunsch!

Willi :jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
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50

Samstag, 19. Dezember 2015, 16:41

Kurt Masur verstorben

Wie u. a. die "Süddeutsche Zeitung" vermeldet, ist Kurt Masur heute im Alter von 88 Jahren verstorben.



Prof. Dr. h. c. Kurt Masur
* 18. Juli 1927, † 19. Dezember 2015

Chefdirigent der Dresdner Philharmonie (1967—1972)
Gewandhauskapellmeister (1970—1996)
Musikdirektor des New York Philharmonic (1991—2002)
Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra (2000—2007)
Musikdirektor des Orchestre National de France (2002—2008)

Ehrendirigent der Dresdner Philharmonie, des Gewandhausorchesters Leipzig,
des New York Philharmonic sowie des Orchestre National de France

Ehrengastdirigent des Israel Philharmonic Orchestra

R. I. P.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Joseph II.

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51

Samstag, 19. Dezember 2015, 17:02

Gedenken wir Masur mit diesem großartigen Wagner-Konzert, noch aus der DDR 1988. Was er aus Orchester und Chor herausholt, ist wirklich herausragend!



Theo Adam gefällt mir hier gar besser als in der Karajan-Aufnahme.
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William B.A.

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52

Samstag, 19. Dezember 2015, 18:51

Ich bin sehr traurig über Kurt Masurs Tod.

R.I.P.
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Reinhard

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53

Samstag, 19. Dezember 2015, 18:58

Ich bin ebenfalls tieftraurig. Verdanke ich doch ihm - neben Herbert Kegel - meine ersten, schönsten und damit prägendsten Begegnungen mit der klassischen Musik. In meinen Gedanken wird er weiterleben.

Ruhe in Frieden und Danke für alles, was Du für mich, für uns und für Leipzig getan hast.



Reinhard


 
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JLang

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54

Samstag, 19. Dezember 2015, 20:03

Live erlebt habe ich ihn nur ein einziges mal. Dieses Ereignis wird mir aber schon sehr im Gedächtnis bleiben, er bleibt als eine - politisch sicher nicht unumstrittene - aber prägende Gestalt deutscher Dirigierkunst nicht nur den Freunden des Leipziger Gewandhauses im Gedächtnis, sondern hinterlässt auch eine Reihe von Aufnahmen, die ich persönlich ganz vorn sehe (Ariadne auf Naxos oder die Liszt, Sinfonische Dichtungen). Ganz persönlich bin ich auch als erst Neu-Leipziger zu großem Dank verpflichtet, weil ich in dem Haus, für dessen Erbauung er sich so eingesetzt hat, regelmäßig Musik genießen darf.

Daher verbeuge ich mich :hail:
und wünsche mir, dass er in Frieden ruhen möge

JLang
Gute Opern zu hören, versäume nie
(R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

Caruso41

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55

Sonntag, 20. Dezember 2015, 15:28

Kennen gelernt habe ich Kurt Masur in der Zeit als er an der Komischen Oper Berlin tätig war!

Wirklich schätzen gelernt habe ich ihn allerdings erst in seiner Zeit beim New York Philharmonic.
In den USA wird gerne darüber gesprochen, dass Masur das New Yorker Orchester transformiert habe.
Ich denke, dass der Big Apple und das NYP auch Masur transformiert hat.

Wie auch immer: einen sehr informativen und lesenswerten Nachruf findet Ihr hier:

http://www.nytimes.com/2015/12/20/arts/m…uctor-dies.html

Von einigen Konzerten unter der Leitung von Masur, die ich in New York und später in London beziehungsweise in Berlin gehört habe, sind mir starke Erinnerungen geblieben.
Ich werde ihn nicht so schnell vergessen.

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

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Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

56

Sonntag, 20. Dezember 2015, 17:06

Mit Kurt Masur ist wieder eine der großen, alten Dirigentenpersönlichkeiten von uns gegangen. Es gelang ihm, ohne Mätzchen und fragwürdige Modernisierungsexperimente beeindruckende Klangerlebnisse im Stil des pathetisch, opulenten Klangideals zu verwirklichen. Auch wegen seiner Rolle und seines mutigen Einsatzes vor der Wende wird er in Erinnerung bleiben.

Herzlichst
Operus

Joseph II.

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Registrierungsdatum: 29. März 2005

57

Freitag, 22. Juli 2016, 20:09

Das letzte Konzert

Zufällig entdeckt: Das letzte Konzert von Kurt Masur beim Aurora Classic Festival im August 2015. Sehr bewegend, den großen alten Mann im Rollstuhl das allerletzte Mal dirigierend zu sehen. Wagners "Tannhäuser"-Ouvertüre.

»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Stimmenliebhaber

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  • »Stimmenliebhaber« ist männlich

Beiträge: 6 921

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2012

58

Freitag, 22. Juli 2016, 20:47

Und so sah es 45 Jahre früher aus, wenn er dirigierte:

Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

  • »Johannes Schlüter« ist männlich

Beiträge: 81

Registrierungsdatum: 1. Oktober 2017

59

Freitag, 13. Oktober 2017, 14:56

wo wir gerade (10/2017) andernorts im Forum über DDR-Beethoven sprechen (Kegel, Konwitschny), kommt mir in den Sinn, einen Beethoven-Zyklus mit Masur anzuschaffen. Zwei Mitschnitte der Neunten habe ich schon und bin zufrieden damit (CD von Berlin Classics des Eröffnungskonzert des neuen Gewandhauses und eine auf Arthaus-Bluray von mutmaßlich 1991, ist leider nicht exakt vermerkt, der Tenor ist James Wagner). Hinter Pentatone verbirgt sich die frühere Philips-Aufnahme, diesmal tatsächlich quadrophon (wem es was bringt, mir nicht), soweit klar, aber die verschiedenen anderen Ausgaben, einmal als Philips, einmal als Decca umetikettiert, machen die Sache unübersichtlich. Taugt die Eloquence-Veröffentlichung? Und welche Aufnahmen verbergen sich hinter ihr? Der 70er-Jahre-Zyklus? Ich hatte verschiedentlich den Einruck, dass diese Serie, warum auch immer, auf normalem Stereo-Gerät klangtechnisch tendenziell wattig klingt. Gibt es neue Meinungen, welcher Zyklus der bessere ist? (ich würde derzeit zum neueren Zyklus tendieren).

Stimmenliebhaber

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Freitag, 13. Oktober 2017, 15:44

Der 70er-Jahre-Zyklus?
Damit sind jetzt Audio-Studio-Aufnahmen gemeint, richtig? (Darunter die "Neunte" mit Tomowa, Burmeister, Schreier und Adam)

Neben der im vorletzten Beitrag schon eingestellten Fernseh-"Neunten" wurden in den 1970ern offenbach noch mehr Fernsehaufzeichnungen von Beethoven-Sinfonien unter Masur produziert, zum Beispiel diese:



https://www.youtube.com/watch?v=esedJQMQLKo
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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