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1

Sonntag, 22. Juli 2007, 13:06

Sind Sommerfestivals nur noch als Spektakel denkbar???

Berichte aus Mörbisch und Bregenz haben mich dazugebracht, die Frage zu formulieren, ob die "großen Events" nicht immer mehr den schalen Beigeschmack des Spektakels für die Massen bekommen.

einige setzen auf geplant provokate Inszenierungen - es wäre doch an der Zeit, solche Versuche ganz gezielt zu ignorieren und beim Buffet lächelnd den gescheiterten Provokationsversuch zu kommentieren, als sich unnötig zu erregen...
diese Konzepte sind doch so leicht zu durchschauen...

und andere setzen auf opulente Bilder mit hohem technischen Aufwand, Statisten- und Chormassen, teure Kostüme, Feuerwerk etc.

geht das nicht schon lange den billigen Kommerzweg?

oder soll es so sein, daß die großen Namen immer mehr Synonyme für Massenware und banale Bedürfnisbefriedigung werden?
wobei die Differenzierung letzterer nur im finanziellen Aufwand liegt, das Ergebnis ist dasselbe...

der Ausweg wäre "klein, aber fein"... abseits der ausgetretenen Pfade findet man vielleicht noch ein paar Edelsteine, oder Alpenblumen...

Schade, daß es so weit gekommen ist!


oder irre ich mich?
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
(frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

musica

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2

Sonntag, 22. Juli 2007, 13:47

RE: Sind Sommerfestivals nur noch als Spektakel denkbar???

Hallo Tastenwolf,

ich bin ganz deiner Meinung und habe das auch schon in einem eigenen thread "Mörbisch Revue" geschrieben.

Ich emfpinde es auch als Tourispektakel, mit riesigen Aufwand, teurem Eintritt, doch für viele eben ein Erlebnis der besonderen Art. Dabei gewesen zu sein, ist alles, auch wenn man vielleicht sonst in keinem Theater sich eien Operette ansehen würde.

Eine Revue, wie ich es nannte, sehr schön anzusehen, doch ist das nicht die eigentliche Form einer Operette, die auf einer Bühne mit weniger Aufwand viel persönlicher ist?

Liebe Grüsse :hello:
musica

Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird ihn auch in der Begegnung mit anderen Menschen nicht finden.
Dalai Lama


Ines Kluwe

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3

Sonntag, 22. Juli 2007, 14:14

Ich habe mit derartigen Events keinerlei Live-Erfahrungen, kann daher nur von den Fernsehübertragungen urteilen.

Die Festivals, die ich kenne, sind Glyndebourne als Besucher - und das ist zwar eine ganz besondere Atmosphäre (samt Picknick) aber eine seriöse Arbeit auf hohem Niveau (ich hatte in 2006 Cosi fan tutte gesehen) in einem Opernhaus.

Als Chorist war ich in Montreux und beim Berlioz-Festival, das waren sehr schöne Erfahrungen, obwohl damals in La Cote St. Andre das Konzert in einer Art Markthalle stattfand - Freunde möchten Avignon, Orange oder Aix-en-Provence auf keinen Fall verpassen, weil die Atmosphäre so einzigartig ist.

Die beiden "See-Festspiele", deren Übertragungen im Fernsehen jetzt Anlass zu Diskussionen gaben, haben in meinen Augen das Problem der Seebühne - alles muss m.E. auf weit entfernte Effekte abgestimmt werden - und u.U. auch auf den besonderen Geschmack des dortigen Publikums.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob jeder klassisch ausgebildete Sänger unbedingt mit angeklebtem Mikrophon singen möchte oder kann oder bereit dazu ist, "freiluft" zu singen.

Leider mehr Fragen als Antworten - aber eine interessante Fragestellung, die zum Nachdenken anregt.

Es grüsst LaCastafiore

Maggie

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4

Sonntag, 22. Juli 2007, 14:20

Hallo Wolfgang,

ich bin ganz froh darüber, dass es bei uns in der Nähe auch solche Sommerspektakel gibt. Aus mehreren Gründen.

Zum einen, ist es tatsächlich der wirtschaftliche Faktor. Unser Bundesland hat eine Arbeitslosenquote von über 27%, da ist jedes Unternehmen, das Geld erwirtschaftet lebensnotwendig.
Da unsere Region zum großen Teil von der Landwirtschaft, und der schönen Landschaft lebt muss man sich halt was einfallen lassen.

Mecklenburg / Vorpommern ist ein Urlaubsgebiet und will sich auf diese Art und Weise natürlich profilieren. (siehe auch Mecklenburger Festspiele). Denn leider können wir für schönes Ostseewetter nie garantieren.

Zum anderen, bringen diese Spektakel die Leute mal aus ihren alltägliche Wust heraus. Selbst wenn sie sonst vielleicht nicht in die Operette gehen, ist für viele ein Besuch solch einer Veranstaltung ein Höhepunkt den sie so schnell nicht vergessen.

Nun zu dem was musika schreibt.
Wie du siehst habe ich musika nicht widersprochen, es ist ein Tourispektakel.

Auch ich mag das Theaterfeeling, den engeren Kontakt mit den Darstellern, die Akkustik in den Häusern viel lieber, als die riesigen Bühnen und der oft zu Wünschen übrig lassenden Akkustik (siehe Mörbisch-der Wind in die Mikros war schon lästig) bei den Open Air Veranstaltungen.

Und dennoch finde ich sie gut und richtig.
Es gibt so wenige Menschen die sich für die Kultur als solche überhaupt interessieren. Wenn also diese Spektakel dazu beitragen die Menschen diesbezüglich zu erreichen, ist das meiner Meinung nach nicht nur sehr gut, sondern vorallem auch durchaus mit dem Kommerz vereinbar.

LG

Maggie

PS: Am 04.08.07 werde ich in Neustrelitz die Operette "Eine Nacht in Venedig" sehen. Ebenfalls Open Air. (Schlossgartenfestspiele) Die Kritiken von der Premerie waren durchschnittlich gut. Ich bin schon sehr gespannt und werde natürlich berichten.

musica

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5

Sonntag, 22. Juli 2007, 14:49

Zitat

Original von Maggie

PS: Am 04.08.07 werde ich in Neustrelitz die Operette "Eine Nacht in Venedig" sehen. Ebenfalls Open Air. (Schlossgartenfestspiele) Die Kritiken von der Premerie waren durchschnittlich gut. Ich bin schon sehr gespannt und werde natürlich berichten.


OH Maggie, dann bin ich schon auf deinen Bericht gespannt. Ich vermute diese Schlossgartenfestspiele sind nicht so riesig wie die in Mörbisch, auf jeden Fall wünsche ich dir viel Freude.

Liebe Grüsse
musica

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Dalai Lama


Rosenkavalier

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Registrierungsdatum: 15. Juni 2007

6

Sonntag, 22. Juli 2007, 14:52

Sehen wir es doch mal von der finanziellen Seite: Festivals kosten viel Geld. Also muss der Veranstalter auch ein Publikum anlocken, dass vielleicht sonst nicht unbedingt Geld für Klassik ausgeben würde - oder zumindest nicht so viel.
Das einzige Festival, das ich einige Jahre miterlebt habe, war das Rheingau-Musik-Festival. Dort gab es zum Teil hervorragende Konzerte, ein immer interessantes Programm und wunderbare Spielstätten.
Aber auch dort gab es schon Unarten in der Art, dass z.B. das interessierte Publikum nach der Pause eine halbe Stunde warten musste, bis das Konzert weitergehen konnte, weil die Sponsoren nicht schnell genug mit ihrem Essen fertig waren. Oder dass Zuhörer das Konzert während der Vorstellung verlassen mit den Worten "Ich will ja heute abend noch was richtiges erleben" (hab ich selbst mitangehört).
Was soll man sich über diese Leute ärgern? Sie ermöglichen es vielleicht erst, dass diese Konzerte überhaupt stattfinden können und ich mit einem etwas schmaleren Geldbeutel davon profitieren kann.

Und wenn wie z.B. bei der Kammeroper Schloss Rheinsberg noch ein Wettbewerb dranhängt und man mal dem Nachwuchs eine Chance gibt, dann ist ein solches Sommerfestival allemal zu begrüßen.

Gruß
Rosenkavalier
Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man seine Stimme auf diesem Ton aufbaut, man muss zu ihm zurück kehren können, sonst ist es aus.
Agnes Baltsa

7

Sonntag, 22. Juli 2007, 15:48

danke für die Stellungnahmen...

vielleicht müßte ich mich präziser ausdrücken...

mir scheint, daß alle Events, die auf großes Medienecho stoßen, bzw. die den höchsten Bekanntsheitsgrad erreichen, derzeit gezwungen sind, Massenkultur zu veranstalten oder besser gesagt, sich nicht mehr an der kulturellen Elite orientieren.


Ganz klar ist der wirtschaftliche Faktor, z.B. das Burgenland hat durch die Spektakel in Mörbisch und St. Margarethen sicher sehr profitiert.

Zitat

Sehen wir es doch mal von der finanziellen Seite: Festivals kosten viel Geld. Also muss der Veranstalter auch ein Publikum anlocken, dass vielleicht sonst nicht unbedingt Geld für Klassik ausgeben würde - oder zumindest nicht so viel.


warum sollten wir es in einem Musikforum von der finanziellen Seite sehen?
dafür sind doch die diversen Kulturabteilungen, Ministerien etc und die Sponsoren zuständig.
Kultur ist doch nicht nur eine Melkkuh der Wirtschaft, die überall dort eingesetzt wird, wo man sich Profit erhofft.

wenn allerdings nur noch der wirtschaftliche Profit, die Übernachtungszahlen und die PR zählen, muß man damit rechnen, daß der künstlerische Wert den Bach runtergeht.

mein Freund Andreas Schüller, der die Choreinstudierung in Salzburg innehat, erzählte mir Schauderhaftes über den musikalischen Alltag, von 10 Stunden-Tagen der Chorsänger, in denen sie z.T. vormittags eine Bühnenprobe für das eine Stück, danach musikalische Probe für das nächste und danach eine Abendvorstellung haben... und das über mehrere Wochen.

da es außergewöhnlich gut bezahlt wird, versucht jeder, dran zu bleiben...krank werden ist undenkbar..
das hat IMO mit Qualität nichts mehr zu tun, das ist Fließbandarbeit...

überall wo die Gier im Vordergrund steht, wo Tribünen für 4.000 Leute und mehr gebaut werden, kann man mit musikalischer Qualität nicht rechnen...
Wer kann ernsthaft behaupten, zwischen verstärkter Live-Musik und Plyback unterscheiden zu können?

ich bin ja auch dort mißtrauisch, wo Sänger Spitzengagen bekommen - daß sie nicht so viel 'verdienen', wie sie verdienen, zeigt sich in vielen Fällen.

es ist auch nicht so, daß man behaupten könnte: ich gebe 800€ für eine Karte aus, das muß ja gut sein. Man kann es sich für den Preis erwarten, aber es gibt keine mathematische Gleichsetzung von musikalischer Qualität und dem Preis der Eintrittskarte...


meine Theorie ist, daß nur wenige Experten wissen, wo die wirklich gute Musik spielt. und meine Erfahrung zeigt immer wieder, daß das nicht die am besten beworbenen Veranstaltungen sind


vielleicht müßten wir unsere Einstellung zu den Medien neu beurteilen...bzw. jene beeinflussen...


und eine ganz andere Idee wollte ich noch mitteilen: am Beispiel des Filmfestivals am Wiener Rathausplatz

auf der einen Seite sieht es toll aus: auf einer Großbildleinwand werden Opern und Konzerte gezeigt, die von sehr vielen Menschen gleichzeitig gesehen werden können (hab keine Ahnung, wieviele)
der halbe Platz ist mit Lokalen übersät, auf denen man überteuertes, aber ganz passables Fast-Food essen kann...

auf der anderen Seite finde ich es mehr als bedenklich, daß die Menschen zwar "bereit sind, sich mit Kultur zu konfrontieren" - solange es nichts kostet, andererseits geben sie für Essen und Trinken Unmengen an Geld aus.

Wenn ich in diesem Zusammenhang von Sparmaßnahmen bei Kunst und Kultur höre, wird mir übel...
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
(frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

Maggie

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Registrierungsdatum: 14. Mai 2007

8

Sonntag, 22. Juli 2007, 16:10

Hallo Wolfgang,

Zitat

erzählte mir Schauderhaftes über den musikalischen Alltag, von 10 Stunden-Tagen


das ist doch überall gang und gebe. Meine Tochter arbeitet als Krankenschwester in Doppelschichten Stunden über Stunden mehr als normal. Und frag sie mal ob sie ihren Urlaub bekommt, oder ob sie sich erlauben kann krank zu machen. Über solche Praxen redet hierzulande niemand mehr.
Aber ich fange an mich über politische Gegebenheiten zu äußern, und das sollte ich hier lieber lassen.


Zitat

meine Theorie ist, daß nur wenige Experten wissen, wo die wirklich gute Musik spielt. und meine Erfahrung zeigt immer wieder, daß das nicht die am besten beworbenen Veranstaltungen sind



Das ist gut möglich, wird sich meiner Meinung nach aber nicht unbedingt beeinflussen lassen, da nur Menschen mit Interesse die entsprechende Werbung verfolgen. Natürlich werfen "Großereignisse" andere Schatten, aber auch diese sind leider ein Kostenfaktor.

Ich habe noch einmal nachgesehen, leider aber keine Antwort gefunden. Neustrelitz hat meiner Meinung nach ca. 2000 Zuschauerplätze. In dem Zusammenhang ist es wichtig zu erklären, daß das Theater Neustrelitz die Schlossfestspiele gestaltet.

Zitat

Wenn ich in diesem Zusammenhang von Sparmaßnahmen bei Kunst und Kultur höre, wird mir übel..

Vollkommen deiner Meinung!!!


LG

Maggie

9

Sonntag, 22. Juli 2007, 16:44

Hallo Maggie,


nein, mit den 10 Stunden Tagen ist das nicht überall so. Daß die Spitalsbetriebe oft extreme Arbeitsbedingungen, kann weder eine Erklärung noch eine Rechtfertigung für meine geschilderte Situation sein:

Versuch es so zu sehen: die Unterhaltungsindustrie - als grobe Bezeichnung für alle Kunstdarstellungen - hat die Aufgabe, die Freizeit anderer Menschen zu verschönern und zu erfüllen.

Wenn du dir vorstellst, daß ein Künstler nach stundenlangen Proben noch ein Konzert geben muß, oder auf der Bühne steht - wie wird wohl sein Befinden während dieses Auftritts sein?
IMO wird er nichts anderes zeigen können, als sein gestreßtes Leben.

Warum sollten Menschen in eine Aufführung gehen, bei der sie übermüdete, erschöpfte Künstler erleben, die bestenfalls 60% ihres eigentlichen Könnens zeigen?

viele Klischees über den abgehobenen Alltag der Stars haben damit zu tun, daß ein Auftritt vor großem Publikum eine enorme Streßsituation darstellt.

die Stars sind dann bloß diejenigen, die am besten damit zurechtkommen, die das am besten wegstecken können. Das heißt doch nicht, daß sie es nicht als Belastung empfinden.

Ich habe einmal den Vergleich gehört, daß die nervliche Belastung eines Hornisten der eines Chirurgen bei einer Operation entspricht. als Beispiel vielleicht Rheingold Beginn, oder Bruckners Vierte. Sowas macht niemandem Spaß, das ist höchste Konzentration und Anspannung.

wieder kritisiere ich die Gier, diesmal auf seiten der Musiker, die möglichst viele Aufträge annehmen, um dann mit nur durchschnittlicher Qualität zu spielen.

und hier rede ich ja nicht von musikalischen Details, wie ich sie höre, sondern vom allgemeinen Eindruck, ob ein Konzert bloß gut ist, (d.h. alle Noten werden abgeliefert)
oder ob wirklich ein Ereignis entsteht...
warum sind die "Ereignisse" so selten zu hören?


ich fände es ein bißchen unfair, wenn du alle Menschen über den Kamm scheren willst, nur weil es in Spitälern unmenschliche Bedingungen gibt...

vor allem, was macht ein interessierter Mensch nach einem 10 Stunden Tag (mal abgesehen von Bier trinken, Fernsehen, und Fußball...) richtig, er betätigt sich kulturell, weil er Entspannung in einer anderen Welt sucht...und sich von dort Lösungen erhofft...
Was passiert aber, wenn er dort nur Kulturfließbandarbeiter antrifft, die ihre Massenprodukte zur Schau stellen....
ich würde es als extreme Frustration bezeichnen, findest du nicht?


vielleicht hat es auch mit meiner derzeitigen Suche nach der optimalen Auslastung zu tun. Aber ich weiß, wie sehr meine Qualität leidet, wenn ich mich zu sehr verkaufe. Außerdem bezeichnet man das eine doch als Quantität, die bekanntlich das Gegenteil von Qualität ist. (entweder Billig oder Gut, beides geht nicht- außer bei billigen Werbespots)
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
(frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

Maggie

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10

Sonntag, 22. Juli 2007, 17:00

Hallo Wolfgang,

du hast mich missverstanden.

Ich gebe dir in allen Punkten Recht.

Ich wollte dir nur verdeutlichen, das gerade in Berufen die viel mit Verantwortung für den Menschen einhergehen, solche Arbeitspraxen bestehen und ich diese unmöglich finde und das man kaum eine Chance hat dagegen anzugehen.

Ich möchte bei weitem nicht alle über einen Kamm scheren, so etwas ist mir zuwider.

Ich kann deine Einwände in Bezug auf die Qualität gut verstehen und natürlich ist für mich nachvollziehbar, dass ein Sänger nicht Stunden lang am Stück proben und dann noch auftreten kann.

Zwar bin ich kein Musiker, aber das Gefühl ausgepowert zu sein und nur noch entschuldige Mist zu fabrizieren ist mir nicht fremd. Und natürlich gebe ich dir Recht, ein Künstler der auf der Bühne nur noch ein Schatten seiner selbst ist, würde auch bei mir nur Frustration auslösen.

LG

Maggie

Rosenkavalier

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11

Sonntag, 22. Juli 2007, 17:51

RE: danke für die Stellungnahmen...

Zitat

Original von tastenwolf

Zitat

Sehen wir es doch mal von der finanziellen Seite: Festivals kosten viel Geld. Also muss der Veranstalter auch ein Publikum anlocken, dass vielleicht sonst nicht unbedingt Geld für Klassik ausgeben würde - oder zumindest nicht so viel.


warum sollten wir es in einem Musikforum von der finanziellen Seite sehen?
dafür sind doch die diversen Kulturabteilungen, Ministerien etc und die Sponsoren zuständig.
Kultur ist doch nicht nur eine Melkkuh der Wirtschaft, die überall dort eingesetzt wird, wo man sich Profit erhofft.


Weil der finanzielle Aspekt bei solchen Veranstaltungen nun mal ein Aspekt ist und mir ist es wichtig, alle Aspekte in meine Überlegungen mit ein zu beziehen.

Es geht mir nicht darum aufzuzeigen, dass diese Festivals unter dem Gesichtspunkt der Gewinnmaximierung zu sehen sind. Ich denke, dass die Einnahmen dieser Veranstaltungen es ermöglichen, andere, kleinere, vielleicht auch musikalisch wertvollere Veranstaltungen zu finanzieren, für die sonst kein Geld dagewesen wäre.

Zitat

Original von tastenwolfwieder kritisiere ich die Gier, diesmal auf seiten der Musiker, die möglichst viele Aufträge annehmen, um dann mit nur durchschnittlicher Qualität zu spielen


Gier???? Ich denke, bei den meisten geht es wohl mehr um die Bestreitung ihres Lebensunterhaltes!!!!!

Zitat

Original von tastenwolfWenn du dir vorstellst, daß ein Künstler nach stundenlangen Proben noch ein Konzert geben muß, oder auf der Bühne steht - wie wird wohl sein Befinden während dieses Auftritts sein?


Das hört sich ja fast so an, als ob Proben mit anschließendem Konzert etwas Außergewöhnliches wäre. Meine (aktiven) Erfahrungen mit dieser Konstellation sind durchaus positiv. Nicht gerade nach 10 Stunden Probe, aber das dürfte auch tatsächlich die Ausnahme sein.
Übrigens kommen 10-Stunden-Arbeitstage - wie von Maggie erwähnt - auch in vielen anderen Berufszweigen vor. Wenn ich da nur an Ärzte oder Polizisten denke, den einen vertrauen wir unser Leben an und den anderen unsere Sicherheit. Da hab ich ehrlich gesagt lieber einen müden Geiger!

Gruß
Rosenkavalier
Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man seine Stimme auf diesem Ton aufbaut, man muss zu ihm zurück kehren können, sonst ist es aus.
Agnes Baltsa

sagitt

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12

Sonntag, 22. Juli 2007, 19:28

Unter freiem Himmel

Sagitt meint:

Voriges Jahr habe ich Traviata in Schwerin gesehen, im dritten Akt wölbte sich ein Sternenhimmel über die Scene, das bei einer milden Sommernacht.

Das ist indoor schwer zu toppen. Es kann so eine Art Gesamtkunstwerk sein. Schwerin macht nicht übermässig Spektakel. Musikalisch war das ordentlich,nicht mehr, nicht weniger.

Heute hätte ich dort il trovatore gehört, hätte nicht ein Regenband der Motorradtour im Wege gestanden ( momentan regnet es eh in Schwerin).

Meine Erwartung ist open air eine andere als im Opernhaus. Wenn die Sonne im Bodensee untergeht oder eine schwere schwarze Wolke über der Seebühne hängt, gehört dies zum Erlebnis mit dazu.

Mir gefällts.Ich finde es nicht schlimm, dass jeweils bis zu 6000 Mit-Zuhörer da sind, die sicher nicht alle Klassik-freaks sind ( wieviele davon gab es zu Händels Zeiten in seinem Opernhaus und wieviele kamen, weil es geheizt war und man dort wichtige Leute traf ?) Unter den 6000 ( Bregenz) werden sicher solche sein, für die das die erste Begegnung mit einer solchen Musik ist und die danach sagen, och, ist ja toll und angesteckt werden. Wäre doch ein tolles Ergebnis !

Ulli

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13

Sonntag, 22. Juli 2007, 20:14

RE: Unter freiem Himmel

Salü Wolfgang,

Spektakel dieser Art meide ich grundsätzlich: Was für die Masse ist, ist für mich nicht geeignet - es liegt aber nicht etwa an meiner durchaus vorhandenen Einbildung, sondern daran, daß ich prinzipiell größere Menschenaufläufe nicht vertrage und lieber Details mag. Vielleicht entgeht mir dadurch etwas, aber irgendwas is ja immer... :rolleyes:

Grüßle,
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Harald Kral

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14

Sonntag, 22. Juli 2007, 20:36

RE: Unter freiem Himmel

Das mit den 800 EURO für eine Karte ist leicht übertrieben!

In Bregenz kostet die Karte ab 26 Euro, normale Plätze mit guter Sicht liegen zwisch 46 und 66 EURO, der teuerste Premieren-Festspiel-Lounge-Platz (incl. Pausensekt und Imbiss) liegt bei 240 EURO!

Letzten Sommer war ich in Verona. Ich habe 21 EURO pro Ticket für recht gute Plätze bezahlt! (Sitzkissen haben wir selbst mitgebracht)

In Mörbisch liegen die Eintrittspreise zwischen 20 und 90 EURO, in der VIP-Lounge ab 105,--
Harald

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Theophilus

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Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

15

Sonntag, 22. Juli 2007, 21:20

Sind Sommerfestivals nur noch als Spektakel denkbar??? - Nein!!!

Die Antwort auf diese Frage ist ein ganz klares NEIN.

Dabei muss ich gestehen, dass ich diese Fragestellung nicht nachvollziehen kann. Wie kann man bloß darauf kommen, ohne die aktuelle Österreichische Festivalszene völlig zu ignorieren?

Ein Blick auf die Ö1-Homepage beweist das klare Gegenteil. Ö1 sendet im Sommer jeden Tag Konzerte von Österreichischen Festivals, über 150(!) Sendungen an der Zahl (reicht das, Salisburgensis? ;) )! Dazu senden die Landesstudios auf ihrem eigenen Kanal Übertragungen lokaler Festivals, die sendemäßig bei Ö1 beim besten Willen nicht mehr unterzubringen sind, denn ein paar Übertragungen aus dem Ausland gibt es dort ja auch noch. Auf der Homepage von Ö1 gibt es Links zu über 30 Klassik-Festivals, die bei uns im Sommer stattfinden. Darunter die beiden Mega-Festivals Wiener Festwochen und Salzburger Festspiele, dann schon recht große wie die Styriarte und der Carinthische Sommer, aber die überwiegende Anzahl fällt unter die Kategorie "klein bis mittel und fein"! Jeder, der bei uns im Sommer bei besonderem Rahmen Klassik hören will, hat mehr Auswahl als er jemals konsumieren könnte. Und das auf ganz hohem Niveau! (Während ich dies schreibe läuft die Wiedergabe eines wunderbaren Konzerts aus dem Mozarteum, am Vormittag gab es ein Top-Konzert von der Styriarte mit Pierre-Laurent Aimard!).

Und dann gibt es 3 (in Worten DREI) große "Spektakel". Bregenz, Mörbisch und Sankt Margarethen, die etwas bieten, was eben im "normalen" Kulturbetrieb unterm Jahr nicht zu erleben ist. Schon dies rechtfertigt ihre Existenz, außerdem bilden sie eine Art Brücke zum "ernsthaften" Klassikbetrieb. Denn während sie diesem kein Publikum wegnehmen, bilden sie durch ihren immensen Publikumszuspruch für viele Menschen einen höchst attraktiven Einstieg in die Klassikwelt, der so manchen dazu verleiten mag, sich auch das eine oder andere Mal in einem "normalen" Opernhaus blicken zu lassen.

Ich finde daher, dass es überhaupt keinen Grund zum Jammern gibt, sondern man froh sein sollte, welch tolles Angebot für alle Geschmäcker vorhanden ist.

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

16

Sonntag, 22. Juli 2007, 21:37

RE: danke für die Stellungnahmen...

Zitat

Ich denke, dass die Einnahmen dieser Veranstaltungen es ermöglichen, andere, kleinere, vielleicht auch musikalisch wertvollere Veranstaltungen zu finanzieren, für die sonst kein Geld dagewesen wäre.


das würde ich am Beispiel Mörbisch gerne mal bewiesen sehen??


Zitat

Gier???? Ich denke, bei den meisten geht es wohl mehr um die Bestreitung ihres Lebensunterhaltes!!!!!


ich habe von Chorsängern geredet, die eine Fixanstellung oder einen Dienstvertrag mit der Staatsoper haben und dann im Sommer weiterhin Kohle scheffeln. Außerdem gehts hier um Gagen einer höheren Kategorie. das hat wohl eher mit Bereicherung zu tun als mit Existenzerhalt.

Man könnte diesen Arbeitsaufwand also für gerechtfertigt halten... ich halte ihn für verantwortungslos.

über deine positiven Erfahrungen wüßte ich gern Näheres?
Im Musiktheater ist es zum Beispiel üblich, zwischen Generalprobe und Aufführung einen Tag (!) Pause zu geben, um sich von den Strapazen der Probenarbeit zu erholen. Die Endproben einer Produktion sind jedesmal Grenzerlebnisse für die Beteiligten. Um für die Premiere fit und ausgeruht zu sein, ist also diese Entspannung nötig.

und ich möchte deine Begeisterung erleben, wenn bei einer lang erwarteten Premiere eines teuren Festivals müde Geiger zu hören sind.

Meine Absicht war es, die Probleme aufzuzeigen und bewußtzumachen.
Den Unterschied zwischen einem müden und einem konzentrierten, wachen Musiker merkt man... Unsauberheiten bei schnellen Passagen, verspätete, verzögerte Einsätze, Intonationsschwankungen etc...
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Paul?

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17

Sonntag, 22. Juli 2007, 21:40

RE: Sind Sommerfestivals nur noch als Spektakel denkbar??? - Nein!!!

Zitat

Original von Maggie
Hallo Wolfgang,

ich bin ganz froh darüber, dass es bei uns in der Nähe auch solche Sommerspektakel gibt. Aus mehreren Gründen.

Zum einen, ist es tatsächlich der wirtschaftliche Faktor. Unser Bundesland hat eine Arbeitslosenquote von über 27%, da ist jedes Unternehmen, das Geld erwirtschaftet lebensnotwendig.
Da unsere Region zum großen Teil von der Landwirtschaft, und der schönen Landschaft lebt muss man sich halt was einfallen lassen.

....

Zum anderen, bringen diese Spektakel die Leute mal aus ihren alltägliche Wust heraus. Selbst wenn sie sonst vielleicht nicht in die Operette gehen, ist für viele ein Besuch solch einer Veranstaltung ein Höhepunkt den sie so schnell nicht vergessen.





Zitat

Original von Theophilus
Die Antwort auf diese Frage ist ein ganz klares NEIN.



Und dann gibt es 3 (in Worten DREI) große "Spektakel". Bregenz, Mörbisch und Sankt Margarethen, die etwas bieten, was eben im "normalen" Kulturbetrieb unterm Jahr nicht zu erleben ist. Schon dies rechtfertigt ihre Existenz, außerdem bilden sie eine Art Brücke zum "ernsthaften" Klassikbetrieb. Denn während sie diesem kein Publikum wegnehmen, bilden sie durch ihren immensen Publikumszuspruch für viele Menschen einen höchst attraktiven Einstieg in die Klassikwelt, der so manchen dazu verleiten mag, sich auch das eine oder andere Mal in einem "normalen" Opernhaus blicken zu lassen.

Ich finde daher, dass es überhaupt keinen Grund zum Jammern gibt, sondern man froh sein sollte, welch tolles Angebot für alle Geschmäcker vorhanden ist.


Hi All! :hello:

ich kann dem nur zustimmen.
Bei dem Gejammere entsteht für mich mehr der Eindruck den ich auch bei einer Weinkost habe, wenn "Weinkenner" glauben, dass ein guter Wein für den unkundigen Gaumen zu schade sei.

haha

Man sollte erst fragen ob das Sinn macht, wenns niemand interessieren würde - doch soo verhält es sich überhaupt nicht, denn sowohl vor Ort wie auch im Fernsehen erfreut man sich an den Zuschauerzahlen und der Erfolg gibt den Veranstaltern Recht.

LG Paul? :angel:

18

Sonntag, 22. Juli 2007, 22:12

RE: Sind Sommerfestivals nur noch als Spektakel denkbar??? - Nein!!!

Lieber Theophilus,

DEINE Antwort ist nein, um genau zu sein...

daß du Bregenz mit Mörbisch in einen Topf wirfst, dürfte ziemlich heftige Reaktionen nach sich ziehen...

in einem Gespräch mit einem Mitglied des VOlksopernchores habe ich eine Theorie bestätigt gefunden...

ursprünglich war jedes Jahr der Volksopernchor in Bregenz engagiert, bis sie durch bulgarische Sänger... ersetzt wurden...

nach neuestem Stand wurden die Bulgaren ebenfalls von anderen verdrängt, die offensichtlich ein günstigeres Angebot machen konnten.

in Bregenz spielen nach wie vor die Wiener Symphoniker - wer spielt in Mörbisch, in St.Margarethen, in Gars/Kamp....?

die Orchester aus Brünn und Preßburg werden vielleicht bald durch welche aus der Ukraine ersetzt... nur eine Frage der Zeit, bis die neuen EU Länder nicht mehr zu Schleuderpreisen im Westen arbeiten können...

keine Sorge, das wird keine nationalistische Kampagne, ich dachte lediglich, daß Festspiele dazu dienen, die Kultur eines Landes zu präsentieren und nicht billig organisierte Massenware. Naja, wer damit zufrieden ist...

Verona ist nicht verstärkt, oder?

kein Grund zum Jammern, nein, um die heimischen Musiker braucht man sich sicher keine Sorgen zu machen...
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Harald Kral

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19

Sonntag, 22. Juli 2007, 22:18

RE: Sind Sommerfestivals nur noch als Spektakel denkbar??? - Nein!!!

Hallo Wolfgang,

was die "Billig-Orchester" betrifft, muß ich Dir recht geben. Maggie schrieb von den Festspielen in Meck-Pomm, wo 27 Prozent Arbeitslosigkeit herrscht.

Beim Opernfestival in Putbus auf Rügen spielt das weißrussische Sinfonieorchester aus Minsk!!!
Harald

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Rosenkavalier

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20

Sonntag, 22. Juli 2007, 22:24

RE: danke für die Stellungnahmen...

Zitat

Original von tastenwolf

Zitat

Ich denke, dass die Einnahmen dieser Veranstaltungen es ermöglichen, andere, kleinere, vielleicht auch musikalisch wertvollere Veranstaltungen zu finanzieren, für die sonst kein Geld dagewesen wäre.


das würde ich am Beispiel Mörbisch gerne mal bewiesen sehen??


Wenn Du die Diskussion auf Mörbisch reduzieren willst, dann musst den den Titel ändern.
Ich bezog mich z.B. auf das Rheingau-Musik-Festival, dass neben den Großereignissen eine Menge kleiner feiner Konzerte zu erschwinglichen Preisen bietet.

Zitat

Original von tastenwolf

Zitat

Gier???? Ich denke, bei den meisten geht es wohl mehr um die Bestreitung ihres Lebensunterhaltes!!!!!


ich habe von Chorsängern geredet, die eine Fixanstellung oder einen Dienstvertrag mit der Staatsoper haben und dann im Sommer weiterhin Kohle scheffeln. Außerdem gehts hier um Gagen einer höheren Kategorie. das hat wohl eher mit Bereicherung zu tun als mit Existenzerhalt.

Man könnte diesen Arbeitsaufwand also für gerechtfertigt halten... ich halte ihn für verantwortungslos.


Unter diesen Vorzeichen würde ich die Entscheidung, ob sie den Aufwand treiben wollen, den von Dir so bezeichneten "Gierigen" überlassen.

Zitat

Original von tastenwolfüber deine positiven Erfahrungen wüßte ich gern Näheres?
Im Musiktheater ist es zum Beispiel üblich, zwischen Generalprobe und Aufführung einen Tag (!) Pause zu geben, um sich von den Strapazen der Probenarbeit zu erholen.


Im Konzertgeschäft ist es nicht unüblich, Generalprobe und Konzert an einem Tag zu haben. Das liegt leider meist daran, dass sich ambitionierte Chöre nicht immer mehrere Probentage mit Orchester und Solisten leisten können, oder weil man eben an einem Wochenende mehrere Konzerte bestreitet.

Zitat

Original von tastenwolfMeine Absicht war es, die Probleme aufzuzeigen und bewußtzumachen.
Den Unterschied zwischen einem müden und einem konzentrierten, wachen Musiker merkt man... Unsauberheiten bei schnellen Passagen, verspätete, verzögerte Einsätze, Intonationsschwankungen etc...


Deine Absicht in allen Ehren, aber "Sommerfestivals" sind eben nicht nur Mörbisch oder Bregenz. Und es wird ja auch schließlich keiner gezwungen, sich teure Premierenkarten zu kaufen, vor allem nicht, wenn er schon eine negative Erwartungshaltung hat.

Gruß
Rosenkavalier
Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man seine Stimme auf diesem Ton aufbaut, man muss zu ihm zurück kehren können, sonst ist es aus.
Agnes Baltsa

Maggie

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Sonntag, 22. Juli 2007, 22:49

Hallo zusammen,

Zitat

original Harald was die "Billig-Orchester" betrifft, muß ich Dir recht geben. Maggie schrieb von den Festspielen in Meck-Pomm, wo 27 Prozent Arbeitslosigkeit herrscht.

Beim Opernfestival in Putbus auf Rügen spielt das weißrussische Sinfonieorchester aus Minsk!!!



Dazu möchte ich mich kurz äußern. Ich weiß nicht, wieviel Orchester es genau in Meck./Pomm. gibt, aber ich weiß das gerade jetzt zur Festspielzeit sehr viele on tour sind. Das in Putbus ein Orchester aus Weißrussland spielt, ist daher nicht ungewöhnlich. Es sind immer viele Gastorchester während der Festspiele zu hören. z.B. auch dieses

Sa. 28.07., 17:00 Uhr

Ulrichshusen, Festspielscheune
Australian Youth Orchestra
Jean-Yves Thibaudet, Klavier
Larry Foster, Leitung

Den Zusammenhang mit den Arbeitslosenzahlen kann ich nicht wirklich herstellen. Natürlich weiß ich nicht wieviel Musiker arbeitslos sind, aber ich weiß welche Alter´s und Berufsgruppen den Hauptanteil ausmachen. Doch wie schon geschrieben, gehört das hier nicht her.


LG

Maggie

Harald Kral

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22

Sonntag, 22. Juli 2007, 23:05

Putbus Opernfestspiele

@Maggie
In diesem Fall sind es wohl ausschließlich finanzielle Gründe.
Der Gründer der Rügener Opernspiele, Wilhelm Keiitel, ein Schwabe (!) hat sich von Anfang an damit gebrüstet, dass sein Orchester das billigste ist. Zugegeben, die spielen nicht schlecht.

Ich bin auch nicht gegen Gastspiele ausländischer Musiker, aber hier geht es ja nur um Preisdumping zu Lasten unserer eigenen Musiker!
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Maggie

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Sonntag, 22. Juli 2007, 23:09

Hallo Harald,

das ist dann allerdings nicht so toll. Aber wie schon geschrieben, währe ich in dem Zusammenhang nicht auf Preisdumping gekommen, da eben viele Veranstaltungen mit unterschiedlichen Orchestern angeboten werden.

LG

Maggie

lohengrins

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Sonntag, 22. Juli 2007, 23:43

RE: danke für die Stellungnahmen...

Hallo Wolfgang.

Zitat

Original von tastenwolf
...
mir scheint, daß alle Events, die auf großes Medienecho stoßen, bzw. die den höchsten Bekanntsheitsgrad erreichen, derzeit gezwungen sind, Massenkultur zu veranstalten oder besser gesagt, sich nicht mehr an der kulturellen Elite orientieren.
...


Ich habe nur einmal dies herausgegriffen, weil es mir besonders aufgestoßen ist. Ist es in Deinen Augen ein Vorteil, dass - ich verwende mal den Oberbegriff - klassische Musik keine Massenkultur ist? Wäre es nicht wünschenswert, wenn sie es wäre? Und was ist denn bitteschön die "kulturelle Elite" (mal abgesehen von der stillschweigenden Aussage, dass Du ihr offenbar anzugehören scheinst)?

Aus Deinen Beiträgen werde ich insgesamt nicht ganz schlau. Ich weiß nicht, worauf Du hinauswillst. Nach dem, was ich bislang erlebt habe, denke ich jedenfalls, dass die sommerlichen Festivals ein Gewinn sind, zumal für die Kulturlandschaft und für die allgemeine Akzeptanz von und dem Interesse an (Hoch-) Kultur. Ich habe das damals mit dem Schleswig-Holstein-Musik-Festival hautnah miterlebt. Das hat einigen Leuten klassische Musik auf jeden Fall näher gebracht - ohne ein Spektakel zu sein (ohne den Auftritten beispielsweise eines Leonard Bernstein das Spektakuläre abesprechen zu wollen). Aber vermutlich hat dies für Dich schon den Hautgout des Populären.

Gruß, l.

Theophilus

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Montag, 23. Juli 2007, 01:01

RE: Sind Sommerfestivals nur noch als Spektakel denkbar??? - Nein!!!

Zitat

Original von tastenwolf
Lieber Theophilus,

DEINE Antwort ist nein, um genau zu sein...

daß du Bregenz mit Mörbisch in einen Topf wirfst, dürfte ziemlich heftige Reaktionen nach sich ziehen...

in einem Gespräch mit einem Mitglied des VOlksopernchores habe ich eine Theorie bestätigt gefunden...

ursprünglich war jedes Jahr der Volksopernchor in Bregenz engagiert, bis sie durch bulgarische Sänger... ersetzt wurden...

nach neuestem Stand wurden die Bulgaren ebenfalls von anderen verdrängt, die offensichtlich ein günstigeres Angebot machen konnten.

in Bregenz spielen nach wie vor die Wiener Symphoniker - wer spielt in Mörbisch, in St.Margarethen, in Gars/Kamp....?

die Orchester aus Brünn und Preßburg werden vielleicht bald durch welche aus der Ukraine ersetzt... nur eine Frage der Zeit, bis die neuen EU Länder nicht mehr zu Schleuderpreisen im Westen arbeiten können...

keine Sorge, das wird keine nationalistische Kampagne, ich dachte lediglich, daß Festspiele dazu dienen, die Kultur eines Landes zu präsentieren und nicht billig organisierte Massenware. Naja, wer damit zufrieden ist...

Verona ist nicht verstärkt, oder?

kein Grund zum Jammern, nein, um die heimischen Musiker braucht man sich sicher keine Sorgen zu machen...


Hallo Tastenwolf

Jetzt musst du mir aber erklären, was diese Gedankenfolge mit deiner ursprünglichen Frage zu tun hat. Ich sehe nämlich keinen Zusammenhang. Da bist für meine Begriffe auf einer völlig anderen Baustelle gelandet, die auch separat diskutiert werden sollte.


Zitat

Daß du Bregenz mit Mörbisch in einen Topf wirfst, dürfte ziemlich heftige Reaktionen nach sich ziehen...

Ja? Die Seebühnen von Bregenz und Mörbisch sowie der Steinbruch von Sankt Maragrethen sind einzigartige Aufführungsstätten für große Besuchermassen, wo ein gewisses Maß an Spektakel inhärenter Bestandteil der Aufführungen ist. Mehr an Gemeinsamkeit war nicht gemeint, denn ich bezog mich auf deine Frage.


Zitat

Ich dachte lediglich, daß Festspiele dazu dienen, die Kultur eines Landes zu präsentieren und nicht billig organisierte Massenware.

Nun, ich denke, dass es wesentlich heftigere Reaktionen nach sich ziehen müsste, wenn du behauptest, dass in den drei Orten billig organisierte Massenware angeboten wird. ;)


Zitat

Verona ist nicht verstärkt, oder?

Wieder verstehe ich den Zusammenhang nicht. Aber was soll der Vergleich zwischen einem Amphietheater und offenen Seebühnen? Im ersten kann man ohne Verstärkung durchkommen, bei letzteren nicht, wenn man so große Tribünen hat. Das ist nun einmal so.

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Hildebrandt

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Montag, 23. Juli 2007, 01:19

Für Verona bin ich auch verstärkt, aber ich sitze lieber gegenüber der Arena und nehme kühle Getränke zu mir. :D
Ehrlich: In der Stadt brauche ich doch nicht noch Oper.

Dass die Opernfestspiele ihren Erfolg nach Anzahl der Busse messen, ist doch nichts Neues.
Aber geht es denn nur um Opern?
Es gibt doch noch anderes: In Ossiach geben sie sich Mühe, im Rheingau auch, verlangen aber heftige Eintrittspreise.

Mein Lieblingsfestival findet in Brügge statt, vor allem seit man da nicht mehr Birkenstock tragen muss.
Und es gibt sogar in Herne was, auch wenn das nun nicht im Sommer stattfindet.
Opern lieber auf festen Bühnen, die nicht um jeden Touristen buhlen.

Schöne Grüße
Hildebrandt

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Montag, 23. Juli 2007, 01:35

RE: Sind Sommerfestivals nur noch als Spektakel denkbar???

Hallo,

bin soeben aus meinem Urlaub im burgenländischen Seewinkel zurück,der mich nicht nur ornithologisch begeistert, sondern auch kulturell fasziniert hat:

Klein, aber fein: Das waren die beiden Konzerte am 7. und 14. Juli in Schloss Halbturn allemal - wenige Kilometer entfernt von St. Margarethen und Mörbisch, die mit Nabocco und Wiener Blut "glänzten".
Ich habe sie mir erspart (vermutlich auch keine Karten mehr bekommen), weil ich die Verdi-Oper mehrfach in passablen Inszenierungen erlebt habe und mich die Strauß-Operette kaum interessiert.

Das Eröffnungskonzert am 7.7. (von Ö1 aufgezeichnet) bot schon Besonderes: Ildiko Raimondi sang neben Gängigem auch Lieder von Emilian Gottfried von Jacquin, Jacob Freystädtler und Franz Xaver Süßmayr; Herbert Zeman rezitierte Texte aus Mozart- und Schubert-Briefen, dazu Beethovens Heiligenstädter Testament. Pianist Robert Lehrbaumer rundete als 'spiritus rector' am Klavier das in sich sich stimmige Programm souverän ab.

Der 14.4. hatte "Homor und Billanz" zum Thema:
Neben Hindemiths 'Musikalischem Blumengärtlein' für Klarinette und Kontrabass , Faurés Fantasie op. 79 für Flöte und Klavier, Haydns 'Zigeuner-Trio' (dargeboten vom exzellenten Lin-Trio!) reichte das Programm über Dvoraks Sonatine G-dur op. 100 bis zum 'Karneval der Tiere' von Saint-Saens mit dem Text von Loriot und in der Bearbeitung für 9 Kammermusiker von R. Lehrbaumer, dessen pianistische Kompetenz mich mehr als überraschte.

Fazit: Beglückende und auch preislich erschwingliche "Festivalerlebnisse" , dazu in einem ansprechenden, intimen Ambiente gibt es durchaus jenseits ausgetretener Pfade. Wer suchet, der findet...

Klaus

Theophilus

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28

Montag, 23. Juli 2007, 02:08

RE: Sind Sommerfestivals nur noch als Spektakel denkbar???

Zitat

Original von Klaus Schreiber
Hallo,

bin soeben aus meinem Urlaub im burgenländischen Seewinkel zurück,der mich nicht nur ornithologisch begeistert, sondern auch kulturell fasziniert hat:

...

Fazit: Beglückende und auch preislich erschwingliche "Festivalerlebnisse" , dazu in einem ansprechenden, intimen Ambiente gibt es durchaus jenseits ausgetretener Pfade. Wer suchet, der findet...

Klaus

Freut mich, dass es dir gefallen hat. Dabei hättest du noch auf Schloss Kittsee Anatevka mit illustrer Besetzung erleben können, zu Gidon Kremer and Friends nach Lockenhaus fahren können, oder dich bei den Schloss-Spielen Kobersdorf mit dem Floh im Ohr unterhalten können (wo alljährlich unglaublich gutes Sommertheater mit Größen der heimischen Schauspielzunft geboten wird). Zu den Haydn-Tagen auf Schloss Eszterhazy müsstest du allerdings im September wieder anreisen. ;)

St. Margarethen soll übrigens zum 10-Jahres-Jubiläum unglaublich spektakulär sein!

Und das war das laufende Angebot im Burgenland. Nebenan in der Steiermark lief die Styriarte auf vollen Touren (Harnoncourt, Savall, Figueras, Aimard, Quatuor mosaiques, Duftschmid uva) und noch näher in Niederösterreich wäre sicherlich auch einiges möglich gewesen. Soviel zu Tastenwolfs Befürchtungen...

:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Michael Schlechtriem

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Montag, 23. Juli 2007, 04:21

Ich möchte einmal anmerken, daß Tastenwolf in ALLEM, was er beschreibt und behauptet, Recht hat.
:jubel:
@Rosenkavalier:
Leztes Jahr habe ich bei der von Dir angesprochenen Kammeroper Schloß Rheinsberg mitgewirkt, es war ein schönes Erlebnis in einer sehr schönen Umgebung.
Leider hat dieses Open- Air meinem Cello überhaupt nicht gut getan.
Niemand denkt darüber nach, wie ein Temperatursturz von 30 Grad bis runter auf 17 Grad sich auf ein empfindliches Instrument auswirken kann.
Aber sei es drum, und auf Deine Bemerkung betreffend müder Geiger gehe ich zu dieser vorgerückten Stunde und sowieso nicht ein, da ich diese unmöglich finde.

LG,
Michael
"I should never have switched from Scotch to Martinis.“
Humphrey Bogarts letzte Worte.

Rosenkavalier

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Montag, 23. Juli 2007, 08:41

Zitat

Original von Michael Schlechtriem

Aber sei es drum, und auf Deine Bemerkung betreffend müder Geiger gehe ich zu dieser vorgerückten Stunde und sowieso nicht ein, da ich diese unmöglich finde.

LG,
Michael


Wäre nett, wenn man die Bemerkung mit dem müden Geiger im Zusammenhang lassen würde...dann wird sie nämlich weniger "unmöglich" :angry:

Zitat

Übrigens kommen 10-Stunden-Arbeitstage - wie von Maggie erwähnt - auch in vielen anderen Berufszweigen vor. Wenn ich da nur an Ärzte oder Polizisten denke, den einen vertrauen wir unser Leben an und den anderen unsere Sicherheit. Da hab ich ehrlich gesagt lieber einen müden Geiger!


Gruß
Rosenkavalier
Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man seine Stimme auf diesem Ton aufbaut, man muss zu ihm zurück kehren können, sonst ist es aus.
Agnes Baltsa