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Walter Krause

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31

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 18:54

Zitat

Original von Maggie

Wie wäre es denn mit dem Paar Alfred und Rosalinde? Eisenstein schicken wir wegen Beamtenbeleidigung für längere Zeit hinter Gittern, so dass die gute Rosalinde einen Scheidungsgrund hat und schon ist die Sache perfekt. Wenn doch ihr Geliebter Tenor so Tenor ist, muss man ihnen ein Happy End einfach gönnen.



Liebe Maggie,

Rosalinde, die offenbar eine Bühnenlaufbahn hinter sich hat, hat während dieser nicht nur mit Alfred ein Pantscherl gehabt. Sie erliegt dem tenoralen Reiz nur zeitweise, aber auf die Dauer hält sie es weder mit Alfred natürlich nicht aus und schon gar nicht er mit ihr, denn er ist ein Flattergeist und an höherer Liebe desinteressiert. Er denkt nur an Sex und Frühstück.
Eisenstein hat zwar auch eine vollsaftige Vergangenheit, aber jetzt höchstens noch Kraft für eine bürgerliche Ehe, die die nicht mehr ganz frische Rosalinde ja auch will (deswegen hat sie den im Grund nicht unlieben Kerl auch geheiratet - fad wird ihr mit dem nicht!). Adele kommt zu kurz; nur wegen des Gezwicktwerdens zu quietschen, wäre ihr auf die Dauer zu wenig, daher geht sie zum Theater, hat ihre Affären und wird nach etlichen Jahren eine zweite Rosalinde sein.

LG

Waldi
Homo sum, ergo inscius.

Maggie

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32

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 19:00

Lieber Rideamus,

so ganz gehe ich da nicht mit. Rosalinde sagt doch: "Sicher hält er mich für treulos, glaubt ich liebe einen anderen und ich habe doch blos geheiratet..." Also war es keine Heirat aus Liebe, sondern eine aus welchen Gründen auch immer. Das heißt also auch, dass sie unter anderen Umständen Alfred ganz gern geheiratet hätte. Was mir dabei noch auffällt, von Alfred seiner finanziellen Situation wird m.E. gar nichts gesagt, demzufolge kann er sehr wohl ein gutbetuchter Gönner sein.


Wie ist das eigentlich im Wildschütz? Baculus und Gretchen sind ja nun auch nicht gerade das Traumpaar. Findet sich da eigentlich noch ein Besserer für sie?

LG

Maggie

Walter Krause

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33

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 19:15

Zitat

Original von Maggie
Lieber Rideamus,

so ganz gehe ich da nicht mit. Rosalinde sagt doch: "Sicher hält er mich für treulos, glaubt ich liebe einen anderen und ich habe doch blos geheiratet..." Also war es keine Heirat aus Liebe, sondern eine aus welchen Gründen auch immer. Das heißt also auch, dass sie unter anderen Umständen Alfred ganz gern geheiratet hätte. Was mir dabei noch auffällt, von Alfred seiner finanziellen Situation wird m.E. gar nichts gesagt, demzufolge kann er sehr wohl ein gutbetuchter Gönner sein.



Liebe Maggie,

Vermutlich meinst Du nicht Rideamus, sondern mich, daher antworte ich auch gleich:
Alfred ist Sänger, hat keine gesicherte Existenz. Das paßt nicht für Rosalinde
Geheiratet wurde in solchen Fällen zur Versorgung, denn eine alternde Diva mußte befürchten, eines Tages allein, vergessen und verarmt dazustehen. Da ist der reiche Eisenstein die richtige Partie. Nicht die große Liebe natürlich, aber Sympathie und die nötige Wärme füreinander sind schon gegeben. Alfred ist nur gut für ein Abenteuer. Rosalinde l i e b t ihn nicht im eigentlichen Sinn des Worts, sie schätzt ihn aber als sehr befriedigenden Liebhaber - neben der Ehe.

LG

Waldi
Homo sum, ergo inscius.

Maggie

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34

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 19:25

Lieber Waldi,

ich hatte Rideamus gemeint. :D

Macht aber nichts. Vielen Dank für Deine Antwort.

Tja dann fallen mir aus der Operette keine unglücklichen Paare mehr ein, denen wir durch neue Schlußszenen zum Glück verhelfen könnten.

LG

Maggie

Rosenkavalier

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35

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 19:57

Zitat

Original von Walter Krause

Unkonventionelle Seminararbeiten können durchaus belebend wirken. Dazu ein Geschichtchen. Ein Bekannter absolvierte seine Abschlußprüfung. Der Professor breitete ein kompliziertes Problem vor ihm aus. Der Geprüfte sprach lang und engagiert, er deduzierte und analysierte. Als er erschöpft schwieg, bemerkte der Professor: Das Ergebnis ist total falsch, denn sie haben gleich zu Beginn zwei Namen miteinander verwechselt. Pause. Dann setzte der Professor fort: Aber ihre Ableitung war trotzdem großartig. Wollen Sie mein Assistent werden? (Heute ist der solcherart Belobte selber Professor!)

LG

Waldi


Das erinnert mich an eine Kursarbeit über Emilia Galotti. Da meinte mein Lehrer auch, dass er völlig anderer Meinung sei, ich meine Position aber super begründet hätte :D. Und dabei hatte ich von dem Stück nur den Anfang und den Schluss gelesen :O

Zu Rosalinde/Alfred/Eisenstein:
Rosalinde sucht sich ihren Vorteil, sowohl mit Eisenstein als auch mit Alfred. Welche Beweggründe dahinter stehen - auf der einen Seite Geld, auf der anderen der "Tenor". Hier an der KOB wird Rosalinde auch sehr sehr schwach, sobald Alfred singt. Um nicht ganz die Kontrolle zu verlieren, hält sie im ab und zu einfach den Mund zu :).
Verwunderlich ist nur, welche Energie sie in die Aufdeckung der "Schandtaten" Eisensteins steckt. Eigentlich könnte sie ihn doch seine Eroberungen gönnen, wenn sie eh kein großes Interesse an ihm hat. Vielleicht hätte die ganze Posse tatsächlich den Effekt, dass beide ihre Gefühle füreinander erkennen.
Und Alfred? Der singt fröhlich weiter, ihm ist es sicher völlig egal, wer seinem Tenor "zum Opfer fällt".

LG
Rosenkavalier
Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man seine Stimme auf diesem Ton aufbaut, man muss zu ihm zurück kehren können, sonst ist es aus.
Agnes Baltsa

Paul?

Schüler

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36

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 20:07

Das gefällt mir - hi all! :hello:

La Boheme II

Overture: Wie eiskalt ist dieses Händchen (wahnsinns bombastische Orchesterversion)

1. Akt : Begräbnis – alle sind da – Rudolfo, Marcello, Musetta und auch Schaunard – eine unbekannte Frau ebenfalls – es stellt sich heraus dass sie eine Bekannte von Mimi war und durch Briefe über die Beziehung zu Rudolfo wusste – als ihr Rudolfo vorgestellt wird kommt eine Super Arie – „Bist Du Rudolfo?“ – Rudolfo erzählt dass er nun einen Liebesroman schreiben will um seinen Kummer zu verarbeiten- er wird mit seinen Freunden aufs Land eingeladen um sich von seinem Kummer abzulenken und zu erholen

2. Akt: Frühling, idyllische Szene am Land – Rudolfo erzählt der Freundin wie weit er mit seinem Roman ist (fast fertig) – er singt „Nie mehr wird jemand dieses Herz besitzen“ – allein mit seinem Freund Marcello will dieser ihn überreden „weiterzuleben“ und meint dass die Freundin sehr nett sei, was Rudolfo bestätigt, zu schwer ist ihm allerdings noch ums Herz um überhaupt an so was zu denken

3. Akt: Jahrmarkt – heitere Stimmung – Chor – die Freundin bittet Rudolfo zum Tanz – nach einiger Überredung willigt er ein – es knistert (wer hätte das gedacht) – irgendwie kommt jetzt dann ein Verleger ins Spiel der den Roman von Rudolfo drucken wird – Rudolfo und Co gehen zurück nach Paris und Rudolfo verspricht der Freundin ihr Briefe zu schreiben

4. Akt: ein halbes Jahr später in Paris – schöne nette Wohnung, der Roman verkauft sich gut – Marcello und Rudolfo reden darüber wie es war als sie nichts zu essen hatten – Rudolfo denkt an die Freundin und Marcello fargt ob er ihr schrieb, was Rudolfo zerknirscht verneint (er denkt noch an Mimi) – da läutet es and er Tür, die Haushälterin meldet Besuch „Ein Dame will dich sprechen“, es ist die Freundin – Rudolfo ist erfreut und sie umarmen sich (normal) – dann kommt auch noch Musetta, die mit Marcello einen Abgang macht - die beiden sind nun allein und werden sich nach hin und her küssen weil sie immer nur an den anderen dachte seit dem Tanz auf dem Jahrmarkt – die Freundin beschließt nach Paris zu ziehen, beide weinen und versprechen Mimi in ihren Herzen zu bewahren

PS: die Freundin heißt vielleicht Rosalie - Sprache natürlich Italienisch

LG Paul? :angel:

Maggie

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37

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 20:16

Lieber Paul,

wie süss!!!

Wird das wirklich eine Oper oder eher eine Operette? :untertauch:

Wie Du bestimmt weißt liebe ich Operetten.:yes:

LG

Maggie

Jacques Rideamus

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38

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 20:16

Zitat

Original von Rosenkavalier

Verwunderlich ist nur, welche Energie sie in die Aufdeckung der "Schandtaten" Eisensteins steckt. Eigentlich könnte sie ihn doch seine Eroberungen gönnen, wenn sie eh kein großes Interesse an ihm hat.


Du willst damit doch nicht sagen, dass jede Frau ihren Mann liebt, nur weil sie eifersüchtig ist? Das ist nicht weniger absurd als umgekehrt. Rosalinde kennt die Gebräuche viel zu gut um nicht zu wissen, dass aus einem Techtelmechtel auch mal eine echte Gefahr werden kann. Außerdem geht es ihr natürlich auch ums Prinzip - ganz wie ihrem vermutlich bereits schon früher (mit Recht) gehörnten Mann.

@ Maggie

Gretchen wird es sicher zu verhindern wissen, dass sie ihren Vormund Baculus heiraten muss. Vermutlich wird sie sich dem nächsten besten Adeligen an den Hals werfen und nach einer Weile einen Beamten, vielleicht sogar einen Lehrer ihres Alters heiraten, Kinder kriegen und zeitlebens davon träumen, dass sie einmal einen echten Grafen hätte haben können, wenn ihr Vormund nicht so stur gewesen wäre. Dabei war das seine einzige intelligente Handlung, denn er wusste sehr wohl, warum er sagte: "und mirt blieb von dem Bocke nichts als das Zubehör".

Interessant ist es dagegen, wie es mit dem adeligen Paar weitergehen könnte. Die sind einander ja durchaus gewachsen. Werden sie Béatrice und Bénedict oder Conte und Contessa?

:hello: Rideamus
Ein Problem ist eine Chance in Arbeitskleidung

Paul?

Schüler

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39

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 20:23

Zitat

Original von Maggie
Lieber Paul,

wie süss!!!

Wird das wirklich eine Oper oder eher eine Operette? :untertauch:

Wie Du bestimmt weißt liebe ich Operetten.:yes:

LG

Maggie


Hello Maggie :hello:

dachte natürlich an die zweitbeste Oper ;), aber Operette wär auch OK - wenns nur wer machen würde :(

LG Paul? :angel:

Rosenkavalier

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Registrierungsdatum: 15. Juni 2007

40

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 20:31

Zitat

Original von Rideamus

Zitat

Original von Rosenkavalier

Verwunderlich ist nur, welche Energie sie in die Aufdeckung der "Schandtaten" Eisensteins steckt. Eigentlich könnte sie ihn doch seine Eroberungen gönnen, wenn sie eh kein großes Interesse an ihm hat.


Du willst damit doch nicht sagen, dass jede Frau ihren Mann liebt, nur weil sie eifersüchtig ist? Das ist nicht weniger absurd als umgekehrt.



Um Himmels willen NEIN! Eifersucht hat nichts mit Liebe zu tun sondern mit Besitzdenken und Vertrauensmangel.

Aber - wäre nicht allen Beteiligten besser gedient, wenn sie die Sache auf sich beruhen lassen würde?
Obwohl - bei genauerer Betrachtung deckt sie die Posse was ihre Person angeht ja erst auf, als Eisenstein sie in aller Öffentlichkeit bloßstellt. Vermutlich wollte sie nur Munition gegen ihn sammeln, als sie sich auf das Spiel einließ....

@paul?: Ne, keine Operette, dafür ist da ganze zu melancholisch. Wobei - für eine Oper kommen zu wenig Tote vor ;)...

LG
Rosenkavalier
Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man seine Stimme auf diesem Ton aufbaut, man muss zu ihm zurück kehren können, sonst ist es aus.
Agnes Baltsa

Philhellene

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41

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 20:31

Liebe Freundinnen und Freunde der contrafaktischen Gedankengänge,

in der Oper scheint es mir ziemlich unwahrscheinlich, dass Charlotte und Albert jemals wieder ihren Ehealltag wiederherstellen können. Ich glaube, mehr als ein Zusammenleben pro forma ist da nicht mehr drin, obwohl Werther meiner Meinung nach keineswegs der optimale Lebenspartner für die gute Charlotte gewesen wäre. Aber Alberts Gehässigkeit am Ende des dritten Aktes - naja, also ich wäre da unter den gegebenen Umständen ein bisschen nachtragend.
Schade finde ich allerdings, dass Werther Sophie nicht erhört hat - das arme Mädchen! Und was wurde aus Brühlmann und Käthchen?

Golaud wird vermutlich jene Prinzessin heiraten, die er aus politischen Gründen schon längst ehelichen hätte sollen. Besser zu ihm würde allerdings Elsa von Brabant passen. Gemeinsam könnten sie im ORF eine Quizshow moderieren.

Ich weiß nicht, wie sehr Carmela (aus "La vida breve") ihren Paco noch schätzt. Immerhin ist die Hochzeit mit dem Todesfall eher suboptimal verlaufen. ("Wenn ich die Braut wäre, ich könnte weinen!" heißt es zwar in einer anderen Oper, das passt aber hier auch ganz gut.) Wenn sie auch nur ein bisschen Solidarität mit Salud - so unter Frauen - zeigt, wird sie ihren sauberen Bräutigam wohl vor die Tür setzen. Oder auch nicht aus Solidarität, sondern weil sie es nicht angemessen findet, dass er bis zum Tag vor der Hochzeit gewissermaßen zweigleisig unterwegs war.

Marcello und Musetta machen, wenn ich sie richtig einschätze, genauso weiter wie bisher.
Giorgetta findet Michele wieder ziemlich sexy, nachdem er Luigi erwürgt hat. (vgl. Zemlinskys "Florentinische Tragödie" nach Wilde! Auch Puccini soll überlegt haben, diesen Stoff zu vertonen!) Gemeinsam schaffen sie die Leiche beiseite und machen sich aufs Neue daran, ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Amneris heiratet, wie es im Alten Ägypten Sitte war, nicht Radames, sondern ihren Bruder und wirtschaftet das Reich in mehreren Kriegen gegen Äthiopien herunter.

Liebe Grüße,
Martin

Maggie

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42

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 20:33

Lieber Paul,

wollen wir mal Edwin fragen, ob er nicht gern eine Operette komponieren möchte?

:hahahaha: :hahahaha: :hahahaha:

Sorry, konnte ich mir nicht verkneifen.

:hahahaha:


Um noch etwas mehr Gehalt in diesen Beitrag zu bekommen.

Lieber Rideamus - ich denke Baron Kornthal und Baroness Freimann haben ganz gute Chancen glücklich zu werden. Zumal die Geschwisterliebe und die damit verbundene engere Verbundenheit der beiden Paare für Zusammenhalt sorgen könnte.

LG

Maggie

Philhellene

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43

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 20:39

Zitat

Original von Rosenkavalier

Zitat

Original von Walter Krause

Unkonventionelle Seminararbeiten können durchaus belebend wirken. Dazu ein Geschichtchen. Ein Bekannter absolvierte seine Abschlußprüfung. Der Professor breitete ein kompliziertes Problem vor ihm aus. Der Geprüfte sprach lang und engagiert, er deduzierte und analysierte. Als er erschöpft schwieg, bemerkte der Professor: Das Ergebnis ist total falsch, denn sie haben gleich zu Beginn zwei Namen miteinander verwechselt. Pause. Dann setzte der Professor fort: Aber ihre Ableitung war trotzdem großartig. Wollen Sie mein Assistent werden? (Heute ist der solcherart Belobte selber Professor!)

LG

Waldi


Das erinnert mich an eine Kursarbeit über Emilia Galotti. Da meinte mein Lehrer auch, dass er völlig anderer Meinung sei, ich meine Position aber super begründet hätte :D. Und dabei hatte ich von dem Stück nur den Anfang und den Schluss gelesen :O


Ist zwar ein bisschen offtopic, aber ich habe es mir bei Literaturschularbeiten selten verkneifen können, in meiner Interpretation eine sehr unkonventionelle Meinung zu vertreten, die ich aber trotzdem aus dem Text belegen konnte. :D (dadurch mutierte bei mir Sittah zur Zentralgestalt des Nathan und Virginia zur Bösewichtin im Leben des Galilei) Ich glaube fast, das habe ich bei Operninterpretationen ein bisschen beibehalten... ;)

Für diese Bohème II bin ich auch! :jubel: (zum Verhältnis Marcello-Musetta siehe mein obiges Posting!)

Liebe Grüße,
Martin

Rosenkavalier

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44

Mittwoch, 3. Oktober 2007, 22:53

Zitat

Original von Philhellene
Liebe Freundinnen und Freunde der contrafaktischen Gedankengänge,

in der Oper scheint es mir ziemlich unwahrscheinlich, dass Charlotte und Albert jemals wieder ihren Ehealltag wiederherstellen können. Ich glaube, mehr als ein Zusammenleben pro forma ist da nicht mehr drin, obwohl Werther meiner Meinung nach keineswegs der optimale Lebenspartner für die gute Charlotte gewesen wäre. Aber Alberts Gehässigkeit am Ende des dritten Aktes - naja, also ich wäre da unter den gegebenen Umständen ein bisschen nachtragend.


Nachdem ich mir gerade mal wieder die DVD mit Hampson und Graham angeschaut habe ( :jubel: ) komme ich zu dem Schluss, dass zwischen Charlotte und Albert nie etwas mehr als Zusammenleben pro forma drin war. Die Ehe ergibt sich aus einem Versprechen Charlottes ggü ihrer sterbenden Mutter, Charlotte heiratet aus Pflichtgefühl (und um evtl. die zahlreichen Geschwister besser zu stellen). Albert ahnt zumindest schon vor der Ehe, dass Charlotte Werther liebt, später ist er sich dessen sicher. Was erhofft er sich? Zumindest zu Anfang will er sie glücklich machen, wobei die Forumulierung, dass er nach drei Monaten Ehe das Gefühl hat, schon immer mit ihr verheiratet gewesen zu sein, irgendwie nicht gerade prickelnd klingt :( .
Charlotte liebt einen anderen und daran wird sich nach Werthers Tod auch nichts ändern. Hinzu kommt lediglich noch ein enormes Schuldgefühl, dass sich evtl. auch auf Albert überträgt. Er hätte sie ja auch freigeben können.
Fazit: Gaaaanz schlechte Basis für Albert und Charlotte.....

LG
Rosenkavalier
Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man seine Stimme auf diesem Ton aufbaut, man muss zu ihm zurück kehren können, sonst ist es aus.
Agnes Baltsa

pbrixius

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45

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 00:06

Zitat

Original von Fairy Queen
Lieber Rideamus, schön, dass dieses amüsante Thema nun einen Extra-Thread hat!
Sobald ich mehr Zeit habe, werde ich mich dem ausgiebigst hingeben.


Liebe Fairy Queen,

dass Du mehr Zeit für den Thread hast, kann ich mir nur wünschen, so sprudeln bei Dir wieder die Einfälle. Ich habe mir überlegt, wer die Fortsetzung des Librettos schreibt, denn da könnte es durchaus andere Verläufe geben. Bei da Ponte würde auf jeden Fall ein erotisches Wechselspiel weitergehen, bei dem uns wahrscheinlich auch noch Donna Elvira, nachdem sie es sich anders überlegt hat, fleißig mitmischen würde. Neue Personen könnte man auch einführen, wie etwa einen Neffen von Don Giovanni, der seine Güter übernimmt, aber auch sonst einiges von ihm übernehmen will. Und vielleicht erwärmt sich ja Don Ottavio für die reizende Zerlina. Und dann kann ein heiterer Reigen beginnen.

Wenn E.T.A. Hoffmann die Fortsetzung schriebe, sähe es wieder ganz anders aus: wenig mehr mit erotischen Reigen, aber mehr mit Geistern & Wiedergängern etwa ...

Liebe Grüße Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

Fairy Queen

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46

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 00:07

Das geht ja hier superspannend weiter!
Charlotte und Albert: volle Zustimmung! Das wird die deutsche Biedermeierversion von Donna Anna und Don Ottavio, nur dass Albert nciht so edel ist und Charlotte nicht so hysterisch. Der Schatten eines Toten wird immer zwischen ihnen stehen , so wie Don Giovanii und der Komtur zwischen Anna und Ottavio.
Pflchterfüllung wenns hoch kommt, evtl auch Flucht in Krankheit und frühen Tod seitens Charlotte. Dann kann Albert Sophie heiraten und die Kinder sind wenigstens versorgt........ :(

Die Bohème zwei ist wirklich niedlich, aber ich befasse mich nun mit Masetto und Zerlina .

Sie küssten und sie schlugen sich. :lips: :motz: :lips: :motz:
Erst Batti batti und dann der certo balsamo-damit haben Mozart und da Ponte das Programm für diese Ehe bereits vorgegeben. Schlag mich und ich geb dir meinen gewissen Balsam. Mon dieu- das ist moderner als Oswald Kolle plus Bolero! :faint:

Masetto bekommt seine Zerlina, weil er mutig ist und das Herz auf dem rechten Fleck hat. Zerlina ist ja alles andere als dumm und heiratet keinen Trottel! :no: So hübsch und sinnlcih wie sie ist,bekommt sie den besten Bauern des ganzen Dorfes zum Mann und dass er sich sogar mit dem grossen Herrn anlegen wollte: Wow! Das ist ein echter Kerl, den kann man getrost heiraten. :jubel:
Allerdings ist er etwas jähzornig und ziemlich eifersüchtig und sie lässt sich auch nciht das Flirten mit durchreisenden Granden verbieten! Aber gottseidank wird er ja immer ganz zahm bei einem Gläschen certo balsamo und sie bringt ihn am Ende mit ihrer weiblcihen Bäuerinnennraffinesse noch ganz gross raus-er wird Grossbauer. Und als eines Tages ein abgerissener umherirrender arbeitsloser Lakai bei den Beiden auftaucht, wird er umgehend eingestellt: Voilà Leporello! :hello:
Er kümmert sich fortan um das Vieh und die Kinderlein, deren Erstgeborenes natürlich auf den Namen Giovanni getauft wird!
Happty End! :angel:
Leben zeugt Leben, Energie erschafft Energie. Man wird reich , indem man sich verschwendet. (Sarah Bernardt)

pbrixius

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47

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 00:18

Zitat

Original von Rideamus
Schön geschrieben und auch sehr einleuchtend. Vielleicht hätte Don Ottavio mit diesen (in Spanien sowieso) unzeitgemäßen Qualitäten auch einen Posten im mittleren diplomatischen Dienst und von seiner Anna nur noch wenig zu sehen bekommen - zu beider Glück.

Wie aber geht es mit Zerline und Masetto weiter? Und wie mit Donna Elvira? Bei Leoprello ist es ja klar, denn er sagt ja schon, dass er sich bei einem besseren Herrn verdingen wird - und dann wohl nostalgisch den aufregenden Zeiten bei Don Giovanni nachtrauern wird, in denen wohl auch für ihn die eine oder andere Zofe abfiel.


Ich weiß, lieber Rideamus, dass Dir das politsche Lied nicht so passt, aber wenn wir das Ganze in eine vorrevolutionäre Situation fortschrieben à la Beaumarchais, sähe einiges anders aus. Ich verstehe ja, dass ihr die Gleise, die im Libretto gelegt worden sind, einfach verlängern wollt, aber die Zeitumstände ändern sich in der Zwischenzeit ja auch. Don Ottavio ist etwa ein ausgesprochen guter Vertreter des aufgeklärten Absolutismus, Massetto und seine Freunde sind offensichtlich absolutistischer Willkür schon überdrüssig. Da wäre doch nun ein anderes Garn zum Spinnen ...

LG Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

Jacques Rideamus

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48

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 00:43

Lieber Peter,

ich weiß nicht woher Du Deine Vermutung beziehst, dass ich politisch Lied ein garstig Lied finde, gebe aber zu, dass ich eine Handlung aus dem LIbretto heraus linear weiter führe. Wollte ich mich jedesmal um die politischen Realitäten um das Handlungsumfeld herum bemühen und von dort aus noch in die uns bekannte Zukunft schauen, wann sollte ich dann noch hier posten?

That said: Du hast natürlich Recht. Wenn man sich ernsthaft um die Fortschreibung einer Handlung Gedanken macht, darf man das nicht außer Acht lassen. Dann könnte es sein, dass nach einer genaueren Verortung der Handlungszeit des ROSENKAVALIER (ungefähr zur Zeit Maria Theresias) der ungestüme Octavian bei einem Reiterangriff während des siebenjährigen Krieges fällt und eine trauernde frischgebackene Ehefrau nebst einer noch melancholischer werdenden Feldmarschallin Werdenfels hinterlässt. Vielleicht fällt aber auch der Feldmarschall (obwohl die das eher selten taten, ungerecht, wie die Welt ist), und das ergäbe dann ganz neue Möglichkeiten für seine Witwe.

Möglichkeiten über Möglichkeiten, die hier gerade mal an der Oberfläche angekratzt wurden. Dennoch gefällt mir der Thread schon jetzt immer besser. Also hoffe ich sehr, dass sich noch mögichst viele Paminas und Taminos entsprechende Gedanken machen und auch bedenken, dass es noch sehr viele Opern gibt, darunter auch einige der populärsten, die hier noch gar nicht angegangen wurden. Lediglich die TOSCA wird da wenig hergeben. Aber schon der RIGOLETTO bietet phänomenale Möglichkeiten, auch im politischen Sinne, da wir ja heute über die höfische Zensur hinweg gehen können. Immerhin gibt es da immer noch einen leichtlebigen Herzog, einen nun erst recht rachsüchtigen Hofnarren und viele Jungfern, die der Giovanni in spe noch nicht gekostet hat. Nur für eine Revolution dürfte es noch etwas früh sein.

Und auf der anderen Seite: nicht auszudenken, was Nanetta und Fenton von ihren gewitzten Eltern alles gelernt haben und weiterführen könnten. Und auch Falstaff hat ja kein Problem damit, dass die ganze Welt ein Durcheinander ist. Ebensowenig Alice und Meg, bei denen ich immer den Vwrdacht habe, dass sie gar nicht so ungern umworben werden - halt nur nicht von einem einzigen gleichzeitig, auch wenn dessen Leibesumfang für zwei reicht. Oder deswegen.

Wenn ich aber einen Vorschlag wiederholen darf: wenn jemand ein Werk etwas ausführlicher weiter führt, bitte einen Beitrag pro Werk, das dann in der Überchrift stehen sollte. Sonst wird es langsam zu unübersichtlich hier.

:hello: Rideamus
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pbrixius

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49

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 01:01

Zitat

Original von Rideamus
ich weiß nicht woher Du Deine Vermutung beziehst, dass ich politisch Lied ein garstig Lied finde, gebe aber zu, dass ich eine Handlung aus dem LIbretto heraus linear weiter führe. Wollte ich mich jedesmal um die politischen Realitäten um das Handlungsumfeld herum bemühen und von dort aus noch in die uns bekannte Zukunft schauen, wann sollte ich dann noch hier posten?


Es war vor allem eine Überlegung, dass man auch den Autor in Betracht zieht, der die Fortsetzung schreiben soll. Bei einem Zacharias Werner erstickt am Ende alles in einem düsteren Fatum, bei einem Stifter mäandert es nach einem sanften Gesetz, bei Wagner sterben die Damen todes- und liebessüchtig, bei Brecht darf ich munter V-Effekte setzen. Im Optimismus des Sozialistischen Realismus geht alles gut aus, packe ich aber meinen Existenzialismus aus, wird es wieder düster - kurz: anything goes, ich kann auch das eine kunstvoll in das andere verstricken, unterschiedliche Zitatebenen aufscheinen lassen - oder schlicht die Gesellschaft des Don Giovanni zu einem Ausflug an den Hof den Don Filippo schicken, wo dem Großinquisitor gerade ein fetter Braten mit den Don Juan entgangen ist.


Zitat

Möglichkeiten über Möglichkeiten, die hier gerade mal an der Oberfläche angekratzt wurden. Dennoch gefällt mir der Thread schon jetzt immer besser. Also hoffe ich sehr, dass sich noch mögichst viele Paminas und Taminos entsprechende Gedanken machen und auch bedenken, dass es noch sehr viele Opern gibt, darunter auch einige der populärsten, die hier noch gar nicht angegangen wurden. [...]

Wenn ich aber einen Vorschlag wiederholen darf: wenn jemand ein Werk etwas ausführlicher weiter führt, bitte einen Beitrag pro Werk, das dann in der Überchrift stehen sollte. Sonst wird es langsam zu unübersichtlich hier.


Soweit war ich wohl bei meiner Lektüre noch nicht gekommen, ich hoffe, dass Du es mir nachsiehst.

Liebe Grüße

Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

Theophilus

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Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

50

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 02:39

Zitat

Original von Fairy Queen
Mir gefällt Waldis Deutung des Figaros ganz besonders gut! :jubel:
Almaviva von der frz. Revolution bekehrt-welch Freudenduett für Beaumarchais und Mozart! Und dass Susanna und Figaro am Ende noch als grossbürgerlcihe Parvenues bei Grafens fnanziell aushelfen müssen ist doch der Gipfel der Pikanterie... :hahahaha:
Evtl kann der Herr Contino dann doch nochmal ein Tänzchen mit der nun "standesgemässen" Susanna wagen und die Contessa lässt sich von Figarofigarofigaro gelegentlch neu "frisieren"...... :D
Cherubino und Barbarina wohnen übrigens nicht allzuweit entfernt und haben soeben ein Zwillingspäarchen im Schlosse den potentiellen Taufpaten vorgestellt. Kurioserweise sieht das Mädelchen aus wie der Conte und das Knäblein wie die Contessa. Nachdem der Geheimrat W. von G. von dieser Geschcihte erfahren hat, setzt er sich flugs an den Schreibtischund schreibt einen Roman mit dem Titel: Die Wahlverwandtschaften.


Sagt mal, wie wärs , wir schrieben hier zusammen einen "Roman" mit dem Threadtitel?
Diese geballte Ladung Phantasie, Eloquenz und Humor hier kann man wohl kaum einfachso verpuffen lassen.

F.Q.



Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Fairy Queen

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51

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 08:26

Lieber Theophilus, es ist mir eine besondere Freude zu deinem nächtlichen Amüsement beigetragen zu haben! :angel: :D :angel:

Lieber Peter, ich dachte bisher, dass WIR höchstselbt heir Geschichten wieterspinnen sollen und nciht Herr Brecht, Herr Stifter, Herr Werner. ?(
Oder soll das eine Aufforderung sein, nun im Stil von Brecht etc hier sich zu äussern?
Ichselbst bleibe lieber bei meinen eigenen Leisten, denn das Parodieren so grosser Autoren setzt schon eine richtige literarische Meoisterschaft voraus. Was aber die Zeitumstände angeht , bin ich einverstanden, die sollen bei Bedarf ruhig einfliessen und Würze geben. So der Autor dazu Lust hat, versteht sich.

Lieber Rideamus, eine Oper pro Beitrag fidne ich auch besser , sonst verliert man den Faden .
Und dass dieser Thread einfach klasse ist und noch ganz viel Potential drinsteckt,keine Frage! :jubel:
Vorschläge der zu behandelnden Werke können ja auch gepostet werden.
Ich weiss z.B. im Moment noch nciht so recht, auf was ich mich als Nächstes stürzen soll. Hat jemand eine passende Idee für mich?
Evtl versuche ich es mal bei Bellini.Oder den Perlenfischern von Bizet ?(

Für Rosenkavalier wüsste ich was: alle ungeahndeten Morde der Operngeschichte in eine Krimireihe "Commisario Cavaliera ermittelt" umschreiben! :yes: :hello:


Fairy Queen
Leben zeugt Leben, Energie erschafft Energie. Man wird reich , indem man sich verschwendet. (Sarah Bernardt)

Jacques Rideamus

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52

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 08:56

Zitat

Original von pbrixius

Zitat

Original von Rideamus
iWenn ich aber einen Vorschlag wiederholen darf: wenn jemand ein Werk etwas ausführlicher weiter führt, bitte einen Beitrag pro Werk, das dann in der Überchrift stehen sollte. Sonst wird es langsam zu unübersichtlich hier.


Soweit war ich wohl bei meiner Lektüre noch nicht gekommen, ich hoffe, dass Du es mir nachsiehst.


Natürlich sehe ich das nach, zumal alle bisher, mich eingeschlossen, sich auch noch nicht daran gehalten haben.

Ansonsten: Solange man abesehen kann, wie es den Hauptpersonen weiterhin geht, muss es ja nicht immer gleich eine vollsändige Synopsis sein wie bei der BOHEME 2 von Paul?, die mir auch ausnehmend gut gefällt, also lasst Euch nicht enttmutigen.

@ Fairy

ein paar Vorschläge wurden ja in meiner letzten Post genannt (RIGOLETTO, FALSTAFF), aber auch Deine eigenen Ideen klingen vielversprechend.

Wenn ich richtig sehe hatten wir etwas ausführlicher bisher:
DIE ZAUBERFLÖTE (überwiegend noch im "Liebe"-Thread)
TURANDOT
DON GIOVANNI
DER ROSENKAVALIER
LE NOZZE DI FIGARO
DIE FLEDERMAUS
LA BOHEME
LA VIDA BREVE
WERTHER
PAGANINI
DER ZAREWITSCH

PELLEAS ET MELISANDE
AIDA
LOHENGRIN
DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG

Vor allem die zweite Gruppe wurde bislang nur angerissen, aber natürlich dürfen auch zu den Opern der ersten Gruppe noch weiter gesponnen werden.

Es lebe das Sequel! Prequels dürfen natürlich auch sein.

Ist doch genau das Richtige für die grauer werdenden Herbsttage und -abende

:hello: Rideamus
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Rosenkavalier

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53

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 09:41

Zitat

Original von Fairy Queen

Für Rosenkavalier wüsste ich was: alle ungeahndeten Morde der Operngeschichte in eine Krimireihe "Commisario Cavaliera ermittelt" umschreiben! :yes: :hello:


Da hätte ich ja zu tun........ :wacky:

Zitat

Original von Fairy Queen
Das geht ja hier superspannend weiter!
Charlotte und Albert: volle Zustimmung! Das wird die deutsche Biedermeierversion von Donna Anna und Don Ottavio, nur dass Albert nciht so edel ist und Charlotte nicht so hysterisch. Der Schatten eines Toten wird immer zwischen ihnen stehen , so wie Don Giovanii und der Komtur zwischen Anna und Ottavio.
Pflchterfüllung wenns hoch kommt, evtl auch Flucht in Krankheit und frühen Tod seitens Charlotte. Dann kann Albert Sophie heiraten und die Kinder sind wenigstens versorgt........


Albert ist alles andere als edel, sonst hätte er gleich auf Charlotte verzichtet. Und Charlotte als hysterisch zu bezeichnen, greift auch nicht ganz... Ich bin allerdings völlig d'accord, dass Albert bei Sophie besser aufgehoben wäre, die himmelt ihn eh die ganze Zeit an. Allerdings ist mir nicht klar, wie alt Sophie in dem Stück eigentlich ist ?(.

Zitat

Original von Rideamus
Also hoffe ich sehr, dass sich noch mögichst viele Paminas und Taminos entsprechende Gedanken machen und auch bedenken, dass es noch sehr viele Opern gibt, darunter auch einige der populärsten, die hier noch gar nicht angegangen wurden. Lediglich die TOSCA wird da wenig hergeben.


Ich schmeiß mich weg..... :hahahaha: - Aber, was wäre, wenn Tosca nur auf der nächsten Etage der Engelsburg gelandet, also nicht tot wäre? Und Scarpia durch einen geschickten Chirurgen gerettet würde?

LG
Rosenkavalier
Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man seine Stimme auf diesem Ton aufbaut, man muss zu ihm zurück kehren können, sonst ist es aus.
Agnes Baltsa

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54

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 09:53

Fortsetzung der Perlenfischer:

Leila und Nadir verlassen die unwirtliche Insel und entkommen mit Zurgas Hilfe der Hinrichtung-soweit das Libretto.

Einmal endlich allein und auf offenem Meer werden sie zunächst mal von ihren aufgestauten Gefühlen überrollt . Leider hält das Fischerboot diesem ersten Ansturm nciht stand, und Leila geht über Bord. Nadir springt natürlich sofort hinterher, um sie retten. Ein Sturm bricht los, sie erreichen das Boot nciht mehr, verlieren ihr gesamtes Hab und Gut und werden ans Ufer einer unbewohnt scheinenden Insel gespült. Zu Tode erschöpft schlafen sie auf der Stelle ein. Aber schon nach kurzer Zeit wird der Urwald lebendig. Die besagte Insel ist nämlich Wohnsitz eines Kannibalenstamms, deren Kundschafter bereits frisches Menschenfleisch gemeldet haben. Leila und Nadir werden zum zweiten Mal gefangengenommen und nichtsahnend auf ihre "Hinrcihtung" vorbereitet. Sie erhalten ein hervorragendes und überrecihlcihes Frühstück, das allerdings ncihts mit der Gastfreundlichkeit des Stammes zu tun, sondern damit, dass der Häuptling am liebsten Fleisch mit dem zarten Beigescmack von Kokosmilch isst..
Fortsetzung folgt, aber ich verrate schonmal: es geht nciht so weiter wie bei Humperdinck.

Fairy Queen, in Zusammenarbeit mit Peter
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55

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 09:58

Zitat

Original von Rosenkavalier

Zitat

Original von Rideamus
Also hoffe ich sehr, dass sich noch mögichst viele Paminas und Taminos entsprechende Gedanken machen und auch bedenken, dass es noch sehr viele Opern gibt, darunter auch einige der populärsten, die hier noch gar nicht angegangen wurden. Lediglich die TOSCA wird da wenig hergeben.


Ich schmeiß mich weg..... :hahahaha: - Aber, was wäre, wenn Tosca nur auf der nächsten Etage der Engelsburg gelandet, also nicht tot wäre? Und Scarpia durch einen geschickten Chirurgen gerettet würde?

LG
Rosenkavalier


Und wenn Cavaradossi doch nicht tot, sondern nur einem besonders guten Maskenbildner zum Opfer gefallen wäre?

Das wäre doch eher die Hollywoodlösung (B-Movie - Abteilung) für ein Sequel. Wenn wir nicht die in der Oper gegebenen Fakten akzeptieren, kommen wir rasch in den Wald, und bei den vielen Opern, die noch des Zugriffs durch Eure Fantasie harren, gibt es doch genug Material.

So wäre eine spannende Frage: was wird aus HÄNSEL UND GRETEL?

Auch Stoltzing und Eva aus den MEISTERSINGERN sind noch längst nicht ausgereizt.

:hello: Rideamus
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Donnerstag, 4. Oktober 2007, 10:20

Rosenkavalier

Zitat

Original von Walter Krause
Im Kaffeesatz die Zukunft der Liebenden lesen, ist eine verdächtige Profession. Ich merke, daß unter Euch eher pessimistische Prognosen überwiegen, da möchte ich doch eine Prise Optimismus hineinstreuen. ;)

Etwa zum Oktavian: Das herrliche Nichtstun und Tändeln der Rokokojugend wird bei ihm dann - auch getrieben von wirtschaftlichen Zwängen - einer eher josephinischen Pflicht- und Aufklärungsgesinnung weichen. Mag schon sein, daß er seiner Sophie bis dahin ein paar Mal nicht ganz treu war (eher mit den Kammerkätzchen als mit einer anderen Marschallin), und Sittenkommissionär wird er sicher nie, aber unter dem Einfluß seiner im Herzen ziemlich bürgerlich geprägten Frau (und nach dem Tod des etwas parvenuhaft erscheinenden aber im Grund doch biederen Schwiegervaters Faninal) wird er letztlich zum braven Familienmenschen, der sich zwar ab und zu gern an seine tollen Jahre erinnert, aber darüber höchstens mit den vertrautesten Freunden spricht.

[...]

Positiv denken, meine Lieben! :D

i


Lieber Waldi,

eben da macht bei Opern schon ein wenig Mühe. In einer kurzen Zeitspanne auf der Bühne (die einem hin und wieder auch zu lang werden kann) flammen die Charaktere zu einem Zeitpunkt auf, wo alles Wagnis erscheint, sich Emotionen äußern, denen man später vielleicht gar nicht mehr trauen wird, sich ein (wie im Finale des Rosenkavalier) überirdischer Glanz über ein Paar ausgießt. Was geschieht nun, wenn dieser Scheinwerfer abgestellt ist, Entscheidungen weitreichende Bedeutung bekommen, man in den Ebenen des Lebens ist, wo der Begriff des (Opern-) Helden eine andere Bedeutung erhält. Fortsetzungen (das zeigt etwa Goethes Fortsetzung der Zauberflöte) sind oft nur variierte Wiederholungen (die unterschiedlichen Versuche, im Film einen Erfolg fortzusetzen, bestätigen mich in meiner Meinung), ängstlich darauf bedacht, das Element des Gelungenen ins Neu-Alte zu retten.

Ist nun Oktavian als biederer Familienvater tatsächlich ein Happy End, heißt positiv denken den Helden vor weiterem Unbill zu schützen und damit im Grauen des grauen Alltags verschwinden lassen? Am Ende dann ein Ministerialdirektor, der erzählt, was die anderen schon nicht mehr hören mögen?

LG Peter
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

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57

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 10:33

Perlenfischer

Natürlich wird das Erwachen in einem Zelt, umgeben von köstlichen Speisen, gleich Anlass zu einem zärtlichen Duett, wonach man sich nun dem Frühstück widmet, ein wenig erstaunt über die scharfen Gewürze (sorgfältig ausgewählt vom Oberkoch des Stammes in Hinsicht auf Geschmack & Verträglichkeit der zuzubereitenden Speise). Das Getränk, das sie bei ihrem Durstgefühl in sich hineinstürzen ist hochprozentiger Rum, wonach ihr Duett auch den Vierteltonbereich mit einbezieht.

Zurga ist mit der größten, wie ein Heiligtum bewahrten Perle inzwischen auch auf die See entkommen, in größerem Abstand verfolgt von seinem wütendem Volke (Arie mit Fernchor). Da erhebt sich (es ist ein wahres Sturmloch) schon wieder der nächste Orkan (Sturmmusik). Auch die inzwischen näher gekommenen Verfolger werden vom Sturm hin und her geworfen (Nah- und Fernchöre).

Wie es sich für eine Oper gebührt, werden alle auf die nämliche Insel verschlagen, die zerbrochenen Boote dümpeln am Horizont (Nach-Sturmmusik), Zurga ist es gelungen, sich Urwald zu verstecken, die immer noch aufgebrachten Verfolger suchen ihn und finden - ein idyllisches Dorf mitten im Urwald. Der melodische Gesang des Oberkochs lockt sie heran ...

Fortsetzung folgt

Peter in Zusammenarbeit mit Fairy Queen
Sie hätten's wenigstens nur sehen sollen. Das ganze mich in das Tanzen versunken.
(Goethe)

Walter Krause

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58

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 10:59

RE: Rosenkavalier

Lieber Peter,

Mit dem Zweifel am Positiven kannst Du Dich natürlich auf die Statistik stützen. In der Oper gibt es viel mehr Tote als glücklich Weiterliebende. Ob das tragische Ende leichter zu komponieren ist als musikalische Gefühlsekstase, müßte jemand beantworten, der eine Mixtur aus Edwin und Puccini darstellt (der Objektivität wegen). Nun, bei Sujets aus grauer Vorzeit oder romantisierendem Idealmittelalter, von mir aus auch noch typisierter Renaissance, ist lineares Weiterspinnen eher leichter als bei Themen, die uns zeitlich näher stehen. Beim "Rosenkavalier" ist es ganz besonders kompliziert, weil der ja selbst schon mit Historischem spielt und dabei moderne Gefühle umkleidet.
Rein menschlich wäre mir ein ministerial- besser: hofrätlicher Octavian lieber als eine polierte Zweitausgabe des Ochs, aber natürlich wäre er langweilig. Denkt man aber die Geschichte an Hand der Zeitumstände weiter (und ich lasse jetzt Hofmannsthal beiseite, was eigentlich völlig unzulässig ist), so müssen wir davon ausgehen, daß Quinquin in einer Umbruchzeit lebt. Er gehört zu ersten Gesellschaft, aber mit Faninal bricht bereits das aufstrebende Bürgertum machtvoll in die abbröckelnde Dominanz des alten Adels. Indem sich Octavian mit Sophie verbindet, begeht er einen schweren Verstoß gegen die Standesregeln (der höchstens durch den Umstand gemildert werden könnte, daß die Rofranos wirtschaftlich bereits total ruiniert sind und Sophie den einzigen Rettungsanker darstellt). Er riskiert also, zukünftig als Außenseiter behandelt zu werden. Für jüngere Söhne gab es zwar mehr Nachsicht, aber das Prinzip der standesgemäßen Ehe wurde von etlichen Adelsfamilien bis weit ins 20.Jahrhundert festgehalten (manche haben's wahrscheinlich bis heute nicht gelernt, mit der Zeit zu gehen).
Das gäbe für die junge Ehe eine eher düstere Zukunftsprognose. Octavian könnte z.B. seinen durch Leidenschaft veranlaßten Schritt bereuen, seine Frau vernachlässigen, in die alten Gleise des hochadeligen Lebens zurückfinden und dort versauern, während sie sich auf einem kleinen Landsitz abhärmt.

Andererseits kann man es aber auch so sehen, daß Octavians Entscheidung einen mutigen Schritt der Loslösung von überholten Idealen darstellt, der den jungen Leuten eine neue Sphäre öffnet (auf die alte können sie nicht mehr rechnen). Er verwandelt sich dann aus dem nur fremde Erträgnisse konsumierenden, drohnenhaften Adeligen in einen tätigen Nobelbürger. Das muß nicht in einer Beamtenstellung enden, er kann auch Fabriksherr werden oder dergleichen und dabei entdecken, daß es außer Parvenus, Baronen und Grafen auch noch andere Menschen gibt. Die Spannungen und Schwierigkeiten, die sich daraus für Octavian ergeben, der für ein solches Leben nicht erzogen wurde, wären gewiß groß - sie könnten aber durch eine gereifte Beziehung zu Sophie kompensiert werden. Eventuell sogar unter weisheitsvoller Unterstützung aus Distanz durch die Feldmarschallin, die sich vielleicht vor ihrem grauslichen Ehegatten nicht immer nur in Affären oder soziale Routinetätigkeit flüchten muß, sondern - mit einem bisserl zerrissenen Herzen - die Attacken erboster Altväter abwehrt und durch ihre Verbindungen den wirtschaftlichen Weg des jungen Paars ein klein wenig erleichtert. Mit Joseph II. wäre es für Octavian und Sophie dann schon etwas leichter. Mit seinen romantischen Anlagen könnte der Graf Rofrano aber als alter Mann sogar noch Anschluß an aufstrebende Jungideen finden, die Natur preisen und für Empfindsamkeit schwärmen.
Auch das wäre aber kein leichtes Happy-End, sondern ein bewußtes Aufnehmen der sozialen, wirtschaftlichen, politischen etc. Krisen und ein Versuch, das spirituelle Ideal der heilen Welt mit einer zunehmend konfusen und chaotischen Realität zu verbinden (Französische Revolution, Dampfmaschine, Landflucht...).
Auch wenn man die Wirklichkeit stärker berücksichtigt, ein bisserl Glanz darf schon auch darüber liegen, nicht wahr? Was wäre unser Leben ohne unsere Illusionen?

LG

Waldi
Homo sum, ergo inscius.

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59

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 11:02

Bevor ich mich später an die Fortsetzung der 1001 folgenschweren Abenteuer-Oper "Die Tamino-Perlenfischer" begebe, noch schnell ein Satz zu Hänsel und Gretel:

Die beiden werden, sobald sie erwachsen geworden sind, von Richard Wagner adoptiert und heissen fortan Siegmund und Sieglinde. Risiken und Nebenwirkungen eines kulinarischen Aufenthalts bei der Knusxperhexe, sowie das mentale Schicksal der aus solchen Verbindungen hervorgehenden Nachkommen erläutert dann Herr Oberhoff.

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60

Donnerstag, 4. Oktober 2007, 13:22

Gute Nachrichten für alle Königskinder-Fans:

Gänsemagd und Königssohn werden wieder aufgetaut! This Year: The Goosegirl and the King's Son are back to begin the journey of their lives! In a changing world, they become the rulers of Planetopia. But there is also mean Inkeeper's daughter longing for power! Will they live happily ever after without any geese??? Frei nach dem tollen Titanic2-Trailer bei Youtube!

Wie geht's denn weiter bei Cosi fan tutte? Hmm, Hmm, Hmmm ?(
Regietheater? Nein, danke!