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Alfred_Schmidt

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1

Sonntag, 20. Februar 2005, 14:03

Die Ensembles für alte Musik und ihre spezifischen Eigenarten

Liebe Freunde der "Alten Musik"

Oft stehen interessierte Neueinsteiger vor der Frage: Welchem Interpreten schenke ich denn nun mein Vertrauen ?

Das scheint dann ganz einfach zu sein, da gibt es ein paar "Große Namen", da kann dann ja gar nichts schief gehen.

Ähnlich funktionierte das ja seinerzeit in den sechziger bis achziger Jahren mit "Klassik-Mainstream"
"Nimm einfach Karajan" sagte der informierte Klassikfreund dem Neuling.
"Nimm einfach Karajan" schien die Mehrheit der Kritiker zu sagen
"Nimm einfach Karajan" sagten natürlich auf etliche Verkäufer.

Das mochte ja in vielen Fällen ein guter Rat gewesen sein, aber auf spezielle Vorlieben wurde dabei natürlich nicht eingegangen.

Besonders heikel wird es meiner Meinung nach dann, wenn man vor einer Aufnahme von Naxos steht und einem das Ensemble nicht, oder nur oberflächlich bekannt ist. (erschwert durch den Umstand, daß die restlichen Alternativen entweder schwierig zu beschaffen sind, oder gar gestrichen)
So er hebt sich die Frage: Welchen Stellenwert hat beispielsweise Hervé und sein "Le Concert Spirituel" (Der vertraute Name des Ensembles ist eine Illusion, es benannte sich nach einem aus dem 17. Jahrhundert) verglichen mit bekannteren. Aber auch dort kennt kaum jemand die spezielle "Prägung".
So wäre es als Langzeitthread vielleicht nicht uninteressant, gelegentlich die Vorzüge, Eigenarten und Nachteile diverer Formatione hier aufzuzeigen, wobei natürlich sicher (hoffentlich!!) nicht immer Übereinstimmung herrschen wird, somit wären Diskussionen schon vorprogrammiert.
Besonders interessant wären natürlich "Nischen-Ensembles"

"Spezialisten leisten besonderes" sagt ein alter "Werbeslogan"
Mal sehen ob das stimmt.

Freundliche Grüße aus Wien

Alfred

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Ulli

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2

Sonntag, 20. Februar 2005, 16:10

Salut, Alfred und alle anderen,

das ist natürlich überhaupt gar nicht mein Thema... aber ich gebe ehrlicher Weise zu, dass ich Labels dann besonders gerne zielsicher erwebe, wenn ich irgendeine Aufnahme im Radio gehört habe und mir in dem bestmmten Werk ein Takt oder eine spezielle Betonung besonders gut gefällt. Ich gebe zu, das ist keine ganz alltägliche Kauforientierung und schon gar kein Tip für "Einsteiger"...

Deswegen kaufe ich aber noch lange nicht immer von den gleichen Interpreten alle Aufnahmen. Und Karajan... naja... er war schon ein großer Meister, hat viel geleistet, Frau Mutter "bemuttert" usw... ohne ihn würde uns ganz bestimmt einiges (auch an Repertoire) fehlen!

Viele Grüße, Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

der Lullist

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3

Sonntag, 20. Februar 2005, 18:05

Bei diesen Ensembles gibt es schon ein paar "Originale" die man sofort erkennt, genannt sei z.B. Hesperion XX / XXI & Le Concert des Nations unter Jordi Savall.
Jedes (gute) Ensemble hat auch seinen ganz inividuellen Klang und Interpretierweise. Ich liebe besonders die Arbeit von Jordi Savall und seinen Orchestern, da bleiben eigentlich keine Wünsche offen.
Überhaupt nicht mag ich "London Baroque" irgendwie empfinde ich ihre Interpretation als Kalt.
Die Musica Antiqua Köln und Il Giardino armonico werde zusehens ähnlicher, wenn man's wild will dann ist man hier an der richtigen Adresse.
La Simphonie du Marais spielen sehr gekonnt, leider für meinen Geschmack in zu kleiner Besetzung (gerade bei Lully).
Aber für die Lully Edition bin ich ja so dankbar :jubel:

Les Arts Florissants / Christie und Les Talens Lyriques / Rousset sind mittlerweile absolut ebenbürtig und die beste Adresse wenn man frz. Barockmusik hören will.

Rene Jacobs drückt seinen Stempel jedem Orchester auf mit dem er zusammenarbeitet, meiner Ansicht nach eher Positiv zu bewerten, denn der Mann weiß was er macht! :yes: für italienische Barockopern ist er die No.1 !!

Tafelmusik unter Lamon ist eher für guten Standart zuständig, keine Hässlichkeiten, keine Extravaganz, keine Überraschungen.

Dann gibt es natürlich noch ein Orchester das ich immer noch sehr schätze, obwohl es absolut nicht mehr zeitgemäß ist.
Das Orchestre de Chambre unter Jean Francois Paillard. Irgendwie haben diese alten Aufnahmen was, zwar wir da noch tüchtig mit der Bachtrompete hantiert (schauder) aber was Rhythmus anbelangt wusste auch Paillard (lebt der überhaupt noch?) was zu tun ist.

Für spanische Barockmusik ist vor allem Al Ayre Espanol / Lopez-Banzo zu nennen, naja auch so ziemlich die einzigen die sich ernsthaft damit befassen. Der Orchestersound ist vielleicht am Besten mit "transparent" und "kernig" zu beschreiben.
Es gibt für jegliche Stilrichtung der alten Musik auch das entsprechende Ensemble, dass sich dieser Musik verschrieben hat.

Bei Renaissance und Mittelalter würde ich jedenfalls Savall wieder vorziehen, er hat für mich die meiste Lebendigkeit den Werken eingehaucht.

Also um zu einem Schluss zu kommen: Savall ist für mich der Karajan der Alten Musik (was für ein Vergleich...)

Ich denke letztendlich man muss hier wirklich irgendwann seinem persönlichen Geschmack folgen.

reklov29

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4

Freitag, 4. März 2005, 22:28

Die Ensembles für alte Musik und ihre spezifischen Eigenarten

Hallo,

das Ensembles für alte Musik ist unangefochten aus meiner Sicht J.E.Gardiner mit seinem Monteverdi-Choir und den The Englisch Baroque Soloists zu benennen.
Desweiteren mit seinem Orchestre Révolutionnaire et Romantique.
Was für herrliche Einspielungen ob "Geistliche Musik oder weltliche Musik" Sinfonien, ... etc.

Des weiteren seit einigen Jahren international zur Spitze dazugehörend:
Rene Jacobs mit seiner Academie für alte Musik, Berlin.

Ebenso erwähnenswert die Berliner Barocksolisten unter der Leitung von Rainer Kussmaul.

Nova Stravaganza unter der Leitung von Siegbert Rampe. Seine Einspielungen von Christoph Grauper,
als wiederentdeckter Komponist,als wunderschöne Einspielung alter Orchestraler Werke...

Freiburger Barocksolisten, eines der führenden Orchester für Barockmusik.....

Weiterhin zu benenne das Dresdner Barockorchester unter der Leitung von Guido Titze.

Im WDR immer wieder gerne zu hören
Cappella Coloniensis aus Köln, ein tolles Ensemble für Alte Musik...


Grüsse
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

Gerrit_Stolte

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5

Freitag, 4. März 2005, 22:37

RE: Die Ensembles für alte Musik und ihre spezifischen Eigenarten

Zitat

Original von reklov29
Im WDR immer wieder gerne zu hören
Cappella Coloniensis aus Köln, ein tolles Ensemble für Alte Musik...


Grüsse
reklov29


In der Tat. Mehr aber nicht. Bei Haydn hoffnungslos überfordert. Auch der Freischütz mit Weil ist technisch nicht gerade überzeugend.

Savall hat noch niemand genannt (Capella Reyal, Concert des Nations, Hesperion XX)
Quatsch, hat schon jemand genannt. Lohnt aber zwei Mal genannt zu werden.

Brüggen (Orchester des 18. Jahrhunderts).
Gruß,
Gerrit

salisburgensis

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6

Freitag, 4. März 2005, 22:40

Zitat

Rene Jacobs mit seiner Academie für alte Musik, Berlin.


Sorry reklov29, aber das ist Blödsinn! Die Akamus wurde noch zu DDR-Zeiten Anfang der 80er Jahre in Ost-Berlin gegründet. Jacobs macht gerne Projekte mit denen, wie übrigens auch mit anderen Ensemble, zB. dem Freiburger Barockorchester oder Concerto Köln. Aber SEIN Ensemble ist die Akamus beim besten Willen NICHT.

Thomas
Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -

Alfred_Schmidt

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7

Freitag, 4. März 2005, 22:54

Zitat

Savall hat noch niemand genannt


Oh doch, der Lullist hat Savall genannt.

Was ich jedoch gern gehabt hätte, wären ein paar persönliche Einschätzungen von Euch.

So bin ich persönlich beispielsweise nicht der Meinung vom "Lulolisten", wenn er hier schreibt:

Zitat

Die Musica Antiqua Köln und Il Giardino armonico werde zusehens ähnlicher, wenn man's wild will dann ist man hier an der richtigen Adresse.


Aus meiner subjektiven Sicht sind die beiden wie Himmel und Hölle,, wobei "Il giadino armoniko" für mich den Himmel verkörpert.

Gemeinsam ist den beiden Ensembles aus meiner Sicht lediglich, daß sie unter dem Deckmantel der "Historischen Spielwiese" einen forschen Ton anschlagen, der zumindest eines NICHT ist: Historisch korrekt. Was hier geschieht ist lediglich die Anpassung von Barockmusik an unser Popzeitalter, nicht mehr und nicht weniger.
Den Anspruch: "Historeisch überzeugend" werden BEIDE Formationen nicht gerecht.

Der Unterschied, wie ich ihn sehe ist lediglich, daß "Il giardino armonico", bei aller Rauheit, Schroffheit und Aggressivität noch ein musikalisch überzeugendes Ergebnis zustandebringen, und mitreissen, etwas das ich aus meiner Sicht dem Kölner Ensemble nicht zugestehen kann, hier habe ich den Eindruck, ein Agressor müsse abgewehrt werden oder eine Formatione von Schnelläufern würde in der Pasue ein wenig musizieren. Das Ergebnis stösst mich durchwegs ab.

Da mag aber auch an der Aufnahmetechnik liegen, die bei Teldek einfach perfekt und überzeugend war.

Freundliche Grüße aus Wien

Alfred

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reklov29

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8

Samstag, 5. März 2005, 17:09

Hallo Thomas,

Dein Zitat:
Jacobs macht gerne Projekte mit denen, wie übrigens auch mit anderen Ensemble.
Die Akamus wurde noch zu DDR-Zeiten Anfang der 80er Jahre in Ost-Berlin gegründet.
-----------------------------------------------------------------------
Das stimmt, gerne umgibt er sich mit anderen Emsemble und spielt alte Werke mit ihnen ein!!!
Akmus wurde nach dem Fall der Mauer Anfang der 90er Jahre neu konzipiert und begründet...

Grüsse
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

Gerrit_Stolte

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9

Samstag, 5. März 2005, 17:33

Zitat

Original von reklov29
Akmus wurde nach dem Fall der Mauer Anfang der 90er Jahre neu konzipiert und begründet...

Grüsse
reklov29


Dazu von der Homepage der Akamus:

Zitat

Nach bis zur letzten Minute nervenraubenden Ausreiseformalitäten konzertierte die Akademie am 6. Dezember 1986 erstmals im Westen Deutschlands, bei dem vom WDR ausgerichteten Festival Alter Musik in Herne. Bis zur „Wende“ 1989 folgten u.a. Konzerte in Innsbruck und Bremen, bei den Regensburger Tagen der Alten Musik, beim Utrecht Festival und in „Westberlin“. Kurz vor dem Ende der DDR, Anfang Juli 1989, dann die erste Zusammenarbeit mit René Jacobs: Angeregt durch die sommerlichen Innsbrucker Begegnungen, folgte Jacobs der Einladung der Akademie zu einer CD-Aufnahme nach Berlin Ost. Aufgenommen wurden Kantaten und Oden für Alt von Georg Philipp Telemann. Aufnahmeleiter war übrigens schon damals Eberhard Geiger, der später ab 1994 bis heute fast alle in Berlin produzier ten CDs der Akademie und René Jacobs betreut hat.

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde vieles möglich. Unter dem umsichtigen Management des damaligen Flötisten Ernst-Burghard Hilse wuchsen die Aufgaben der Akademie ständig: 1992 entstand die bis heute fruchtbare Zusammenarbeit mit dem RIAS-Kammerchor unter Marcus Creed, 1994 wurde ein Exklusivvertrag mit dem französischen Label harmonia mundi france abgeschlossen. Als Folge dieser Entwicklung wagten viele „Akamusen“ den Sprung in die Selbständigkeit und gaben ihre Festanstellung in den verschiedenen Berliner Sinfonieorchestern zugunsten der Akademie auf.


Von NeuBEgründung ist da nicht die Rede, aber vielleicht sind Deine Quellen oder Interpretationen derselben stichhaltiger.
Gruß,
Gerrit

reklov29

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10

Samstag, 5. März 2005, 19:25

Hallo Thorsten,

in einem Interview kurz vor der Wende mit dem Geiger Stephan Mai und dem Flötisten Ernst-Burghard
Hilse über die Entwicklung der Akademie für Alte Musik in Berlin:

Besteht die Möglichkeit, daß die Mitglieder der „Akademie“ einmal voll professionell arbeiten, d. h. ihre Orchestertätigkeit aufgeben und nur noch als „Akademie“ existieren?

AK: Nein, das ist undenkbar. Es gibt in unserem Land seit eh und je keine Kammermusikvereinigungen, kein Streichquartett, kein Trio, kein Kammerorchester, das professionell arbeiten kann. Das hat der Staat bisher nicht zugelassen und ich kann die Motive auch ein bißchen verstehen. Wenn solche Ensembles staatlich subventioniert würden, hat der Staat natürlich Angst, daß die Mitglieder solcher Truppen, wenn sie einmal nicht mehr ihr Niveau halten können, alt werden, dem Staat erheblich auf der Tasche liegen.

AMA: Ich dachte dabei nicht an ein „Staatsorchester“, sondern mehr an „Freiberufler“, wie es ja im Westen die meisten Gruppen und Ensembles der alten Musik sind.

AK: Die Konsequenz wäre dann, daß wir in den Orchestern kündigen, aussteigen und sagen, wir ziehen das mit der alte Musik durch. Das würde aber auch bedeuten, daß wir den ganzen Westmarkt erschließen müssen. Wir können von dem Bedarf an Alter Musik im eigenen Land nicht leben, das kann man nicht durchhalten. Man muß sich öffnen und das hat wiederum zur Folge, daß man sehr viel reisen muß. Das ist die eine Seite. Nun gibt es aber auch noch einen Punkt, der mir sehr wesentlich erscheint. Diese Zweigleisigkeit (Orchesterdienst – Akademie) hat für uns auch Vorteile: Die Akademie: das ist unser Hobby, das macht uns unheimlich Spaß. Was die Ensembles im Westen betrifft, so ist das deren Beruf, die müssen davon leben. Da herrscht ein gewisser Druck und Zwang , der vielleicht auch negative Auswirkungen hat. Alte Musik kann dann zum „Dienst“ werden. Ich würde annehmen, wenn unser Ensemble professionell werden würde, würden wir sehr viel von unserem Eigenen verlieren. Vieles von unserer Musik lebt von diesem Problem und von dem, was es für uns Besonderes ist.

Als Hinweis zu diesem Interview ist das Wort " Neuausrichtung" angebrachter.....


Gruss
reklov29
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Ulli

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11

Freitag, 29. Juli 2005, 23:39

Zitat

Original von Alfred_Schmidt

Was ich jedoch gern gehabt hätte, wären ein paar persönliche Einschätzungen von Euch.


Salut,

ich breche mal von meinem Lorbeerkranz einen Ast ab:

Ganz hoch im Kurs steht bei mir Concerto Köln, welches ich per Zufall durch den Erwerb eines Tonträgers mit Musik von Leopold Kozeluch kennen lernte.

Das CK ist spezialisiert auf die Musik des 18. und frühen 19. Jahrhunderts und spielt neben Werken von Mozart auch unbekanntere Zeitgenossen ein, was ich sehr rühmlich finde. Darunter finden sich Werke von Gossec, Wilms, Bach-Söhne, Vranicky, Kraus, Dittersdorf ...

Aus dem Selbstportrait des CK stammt folgender Ausschnitt:

Zitat

In diesem Ensemble von hochkarätigen jungen Musikern gibt es bewusst keine Stars und allgewaltigen Dirigenten. Jeder Einzelne bringt seine Ideen und sein Engagement ein. Das oft originelle Ergebnis lässt „alte“, manchmal „vergessene“ Stücke auf jahrhundertealten Instrumenten so hinreißend spontan klingen, als wären sie gestern komponiert.


Das ist absolut faszinierend. Ich bemerke bei den Einspielungen eine absolute Spielfreude, "trotzdem" notwendigen Ernst an der Sache und ein sehr schönes, ausgewogenes Klangverhältnis der Instrumente. Auf Neudeutsch würde ich sagen: Der Sound ist einfach geil!

Mit dem Grammy-Award 2005 ausgezeichnet wurde:



Der Figaro wird vom 12.10. bis 22.10.05 in Paris, Theâtre des Champs Elysées, gegeben.

Addio
Ulli
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salisburgensis

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Montag, 1. August 2005, 10:48

Hallo Ulli,

ich geb dir absolut Recht in deiner Einschätzung! Ich mag das Concerto Köln auch sehr gerne.

Was mich allerdings wundert, ist die offenbar demokratische Struktur dieses Ensembles. Generell halte ich nicht viel davon, weil das meisten nicht funktioniert. Wenn viele Meinungen bzw. Werkauffassungen aufeinander treffen und jeder anfängt seinen Senf zur Interpretation zu geben, kommt meistens etwas sehr heterogenes, nicht in sich schlüssiges heraus. Oder nur der Durchschnitt dieser vielen Einzelmeinungen. Bei Concerto Köln ist das, wie man in den Konzerten und Aufnahmen hört, anders. Alle Achtung!

Thomas
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Ulli

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13

Montag, 1. August 2005, 23:11

Salut,

jetzt kontere ich mit Verwunderung: ?( [könntest Du "kurz" erläutern, welche Aufnahmen Du von CK besitzt, nur Anrissweise...]

Ich stimme Dir zwar voll zu, was die Problematik der "Homogenität" betrifft, ich frage mich auch, wie das bei CK Köln geht... entweder sind es GENIES [das wäre ja kein Fehler!] oder es ist gelogen und ein Werbegag [davon gehe ich NICHT aus]. Ich werde das ergründen und davon berichten :D

Addio, mon trés chér...

Ulli
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Alfred_Schmidt

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14

Montag, 1. August 2005, 23:54

Zitat

Was mich allerdings wundert, ist die offenbar demokratische Struktur dieses Ensembles. Generell halte ich nicht viel davon, weil das meisten nicht funktioniert
.

Wie ich sehe, habt ihr kein Fono- Forum zur Hand.

Sonst hättet Ihr gewusst, daß es bei Concerto Köln heuer große Spannungen gegeben hat (Quelle: Fono-Forum), die damit endeten, daß man sich von Werner Ehrhardt getrennt hat und sich wieder "frei " fühlt - Zurück zu Basisdemokratie.

Ich war nie ein großer Freund dieses IMO schrill aggressiv und ungehobelt klingenden Orchesters.Aber als ich das Bild im Fono-Forum sah musste ich eingestehen, daß Klang und Outfit ein harmonisches Ganzes bilden: Ich fühlte mich (rein subjektiv natürlich) in eine Gründungversammlung einer Grün-Partei versetzt. :P

Das ist natürlich eine sehr subjektive Aussage. Mir liegt jedenfalls der Klang der "Akademie für Alte Musik" wesentlich mehr, wenngleich ich zugebe, daß "Cosi Fan Tutte" und "Le nozze di Figaro" erstklassig waren.
Jedoch- speziell bei diesen beiden Aufnahmen hat man sich wieder unter das Joch eines Dirigenten begeben, in diesem Falle René Jacobs.

Freundliche Grüße aus Wien

Alfred

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salisburgensis

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Dienstag, 2. August 2005, 10:04

@ Ulli
Ich habe Händels Gulio Cesare, Streichersinfonien von Mendelsohn, auch einige der Aufnahmen mit Sinfonien von Brunetti, Eberl, Kraus, Dall´Abaco, Gossec und Kozeluh.

Thomas
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16

Dienstag, 2. August 2005, 10:40

Salut,

dachte ich mir... ;)

Wie definierst Du nun den Unterschied dieser Werke [Händel und Mendelssohn einmal ausgenommen] zu den Werken Mozarts, die wir beide "etwas ins Abseits" stellen...?

bien cordialement
Ulli
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17

Dienstag, 2. August 2005, 17:09

Lieber Ulli,

...womit wir wieder beim Mythos wären. Ich hatte gehofft, um diese Frage herum zu kommen, ich hab´s schon bei deiner Nachfrage zu den Aufnahmen trapsen hören. :wacky:

Ich muß zugeben, dass ich dir darauf keine Antwort geben kann. Vielleicht liegt es an der Spielweise von CK, ich weiß es nicht. Eine Bitte: gib mir etwas Zeit, ich werde mich damit beschäftigen und dann antworten.

Thomas
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18

Dienstag, 2. August 2005, 18:18

Salut Thomas,

null Problemo... ich weiß nämlich zur Zeit auch keine Antwort.

:P

Addio
Ulli
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Blackadder

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19

Montag, 25. September 2006, 21:54

Liebe Boxsportfreunde, ich möchte diesen Thread nach einem Jahr Dauerschlaf gerne wieder hervorkramen und bei dieser Gelegenheit den beiden Letztpostern die Frage stellen, ob sie zu einer Antwort gelangt sind :untertauch:
Als nächstes nur noch einige Anmerkungen, weil ich hier noch die Hinweise auf The English Concertund auf die Academy of Ancient Music vermisse, die zu meinen Lieblingsensembles gehören; und das hauptsächlich aus dem musikwissenschaftlichen Grund der britischen Herkunft :baeh01:

Viele Kostverächter kritisieren das doch "laue, langweilige Spiel", was ich aber im Getöse vieler anderer HIP-Orchester gerne genieße. Vor allem die Bachschen Cembalokonzerte unter Pinnock und dem English Concert (gerade günstig im Dreierpack zu kriegen) gehören meiner Meinung nach zu den Sternstunden der Aufnahmegeschichte. Mittlerweile hat Trevor Pinnock den Großmeisterposten an Andrew Manze abgegeben, die AAM wird nun von Richard Egarr geleitet, nachdem Christopher Hogwood dort nunmehr nur als Ehrenpräsident fungieren wird...
[COLOR=darkred]Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig[/COLOR]

Ulli

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20

Montag, 25. September 2006, 22:15

Salut,

der Dauerschlaf hat ggfs. diese beiden Gründe:

1. HIPS
2. Concerto Köln

Aber Du hast schon Recht: wir sollten hier weitermachen! :yes:

:hello:

Ulli
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21

Dienstag, 26. September 2006, 23:37

Salut,

welches HIP-Ensemble spielt denn Mozarts Pariser Sinfonie so, wie er es am 11. April 1781 aus Wien beschreibt?

[...]- dort haben wir meine Sinfonie zum 2:ten male Probiert. - das habe ich ihnen auch neulich vergessen zu schreiben, daß die Sinfonie Magnifique gegangen ist, und allen Succés gehabt hat - 40 Violin haben gespiellt - die blaß=Instrumente alle doppelt - 10 Bratschen - 10 Contre Bassi, 8 Violoncello, und 6 fagotti [...]

Die 40 Geigen und 8 Celli in Ehren - aber 10 Kotrabässe und 6 Fagotte... mein lieber Gustav...

:pfeif:

Ulli
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22

Mittwoch, 27. September 2006, 11:51

Ich kenne "The English Concert" nur unter Pinnock - schließlich waren es die ersten CDs mit Originalinstrumenten - neben "The Academy of Ancient Music" unter Hogwood für L´Oiseau Lyre , einem ehemaligen SubLabel der DECCA .

Während ich Hogwoods Formation seines IMO "sirrenden" weinerlichen Klanges wegen nicht mochte, war ich von "The English Concert" auf Anhieb angetan.

Vivaldis Vier Jahreszeiten mögen heute im Vergleich mit anderen HIP-Aufnahmen eher ausgewogen klingen, als ich sie zum ersten Male hörte empfand ich sie jedoch als Sensation. Durchsichtigkeit, präsente Höhen, eine Interpretation jenseits von allen Extremen - und dennoch eigenständig - Das alles zeichnete damals "The English Concert aus.

Die neueren Aufnahmen unter Manze kenne ich jedoch nicht.

mfg

aus Wien

Alfred

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miguel54

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23

Mittwoch, 23. Juli 2008, 19:20

The Pipe List

The Pipe List ist kein neues HIP-Ensemble, sondern eine mit akribischem Fleiß im Internet zusammen getragene Liste möglichst aller Ensembles, die sich der HIP verbunden fühlen - sehr gut als erste Information.

Der Interpretationsstil ist natürlich auch Geschmackssache, jeder hat in vorangegangenen Posts seine Vorlieben und Abneigungen geäußert. Mir gefallen viele verschiedene, gerade wegen der Unterschiede.

Ensemble, von denen ich ungehört jede Aufnahme kaufe bzw. gekauft habe (weil sie nicht mehr exixtieren), sind:

Hausmusik
Musica Antiqua Köln
Anima Eterna

Aber eine vollständige Liste wäre sehr lang ...

der Lullist

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24

Mittwoch, 23. Juli 2008, 20:00

Obwohl es die Academy of Ancient Music ja schon Ewigkeiten gibt, bin ich eigentlich erst letztes Jahr so richtig auf Hogwoods Einspielungen aufmerksam geworden.

Die Mozart Sinfonien sind einfach nur göttlich, ebenso der Haydn.

Was dieses Ensemble wirklich herausragend werden lässt, ist die Tatsache, dass selbst so uralte Aufnahmen aus den 70er Jahren noch genauso frisch klingen - und teilweise sogar besser sind als manch moderne Einspielung.

Und sie schaffen das in jedem Gengre - selbst französische Barockmusik, die sie ja nicht einspielen "durften" wegen den schlechten verkaufsaussichten, sind wirklich sehr gut gelungen.

Dieses Ensemble hat wirklich bei mir einen führenden Platz bei meinen Lieblings Ensembles gewonnen.
Mitlerweile kaufe ich da auch blind, denn die Einspielungen sind alle bisher atemberaubend schön.


leider sind auch so viele schöne Aufnahmen wieder von der Bildfläche verschwunden:

"Music from the Time of Elizabeth I."

oder mit französischer Kammermusik für Versailles:

"Musique pour la Chambre du Roy"

Bernhard

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25

Donnerstag, 24. Juli 2008, 08:37

RE: The Pipe List

Guten Tag

Zitat

Original von miguel54

Ensemble, von denen ich ungehört jede Aufnahme kaufe bzw. gekauft habe (weil sie nicht mehr exixtieren), sind:

Musica Antiqua Köln

Aber eine vollständige Liste wäre sehr lang ...


Die Liste kann wirklich lang werden :yes:

Neben der musica antiqua Köln liebe noch immer noch wegen seinem typischen Klang seit Jahrzehnten den concentus musicus Wien.
Auch "ungehört" lag ich auch noch nie bei Einspielungen mit Jordi Savall und seinen diversen Formationen, dem Freiburgen Barockorchester und der Akademie für alte Musik Berlin verkehrt.
Bei "neueren" Ensembles die Aufhorchen lassen möchte ich Le Concert d´Astrée, Harmonie universelle und den Bach concentus erwähnen.

Gruß :hello:

aus der Kurpfalz

Bernhard

Anima Eterna

miguel54

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26

Donnerstag, 24. Juli 2008, 12:09

Monica Huggett

Auf die Ensembles der Violinistin Monica Huggett möchte ich an dieser Stelle noch einmal hinweisen - so viel Konsistenz bei so hoher Qualität ist selten. Ich wurde noch nie enttäuscht.

Mit dem ursprünglich als Trio mit Sarah Cunningham und Mitzi Meyerson gegründeten Ensemble Sonnerie spielt sie Musik aus dem gesamten Barock mit zwei Ausflügen in die frühe Klassik (Aufnahmen bei Virgin Veritas und ASV Gaudeamus, für dass sie in den letzten Jahren wieder aufnehmen, zuletzt eine sehr schöne CD mit Bachs Violinkonzerten).



Musik der Klassik und Romantik nimmt sie mit Hausmusik auf, die nach einer Reihe exzellenter CDs für EMI Reflexe und Virgin Veritas jetzt mit dem kleinen englischen Label Signum verbunden sind. Die Aufnahme der Cherubini-Streichquartette bei CPO wurde zu Recht nur gelobt.

Eine Box mit 5 CDs der älteren Aufnahmen gibt es inzwischen zum Spottpreis:


Seicento

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27

Sonntag, 27. Dezember 2009, 22:31

RE: Die Ensembles für alte Musik und ihre spezifischen Eigenarten

Original von Alfred

Zitat

So wäre es als Langzeitthread vielleicht nicht uninteressant, gelegentlich die Vorzüge, Eigenarten und Nachteile diverer Formatione hier aufzuzeigen

Liebe HIP-Experten,

Nach so langer Zeit, in der der Thread geruht hat, würde mich Eure Meinung zu zwei jüngeren Ensembles interessieren, die meines Erachtens einen ganz besonderen Sound haben.

Les Plaisirs du Parnasse brachten ihre erste CD 2005 raus. Der Lullist hat die CD bei Tamino schon mal vorgestellt. Es handelte sich damals um Sonaten von Johann Paul von Westhoff.
Für die neueste CD




mit den Fidicinium-sonaten von HIF Biber wurde das Ensemble auf 8 Musiker erweitert.
Wie kriegen die diesen satten, vollen, weichen Klang hin?
Hat das was mit der Tatsache zu tun, dass die Musiker aus der Schola Cantorum Basiliensis kommen ? Oder liegt das an den Toningeneuren des Labels Zig-Zag Territoires ? Liegt es an den Instrumenten ? Der Klang von Chiara Banchinis Album
Tomaso Albinoni: Sinfonie a Cinque (auch aus Basel auch bei Zig-Zag) ist ähnlich ... fast zu weich und sauber. Man hört überhaupt keine Geräuche, kein Aufsetzen des Bogens.

Das zweite Ensemble mit einem ganz besonders saftigen Klang ist das Elbipolis Barockorchester. Deren erste CD kam ebenfalls 2005 raus. Man hat mir zu Weihnachten die neue CD von 2008 geschenkt :]
.
Der Klang war bei dem ersten Album

fast noch voller und stärker bassbetont. Die beiden CDs hat schon mal jemand bei Tamino erwähnt, der damals Karten für ein Konzert des Orchesters hatte.
Wie empfindet ihr den Klang ? Ist das eine neue Aufnahmestechnik?

Ich hoffe, Ihr hattet auch schöne Geschenke !

Bernhard

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28

Montag, 28. Dezember 2009, 14:56

RE: Die Ensembles für alte Musik und ihre spezifischen Eigenarten

Guten Tag

Zitat

Original von Seicento

Das zweite Ensemble mit einem ganz besonders saftigen Klang ist das Elbipolis Barockorchester. Deren erste CD kam ebenfalls 2005 raus. Man hat mir zu Weihnachten die neue CD von 2008 geschenkt :] Ich hoffe, Ihr hattet auch schöne Geschenke !


Mittlerweile hat und das Ensemble Elbipolis uns ebenfalls ein Weihnachsgeschenk gemacht
und eine CD mit Pastoralen und Kantaten unter dem Titel



" Per Il Santissimo Natale "

mit weihnachtlicher Musik, auch weniger bekannter Komponisten wie
z.B. Christian August Jacobi oder Melchior Hoffmann, herausgebracht die mir ganz gut gefällt.

Gruß :hello:

aus der Kurpfalz

Bernhard

Seicento

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29

Dienstag, 29. Dezember 2009, 21:05

RE: Die Ensembles für alte Musik und ihre spezifischen Eigenarten

Hallo Bernhard,

Zitat

Mittlerweile hat und das Ensemble Elbipolis uns ebenfalls ein Weihnachsgeschenk gemacht und eine CD mit Pastoralen und Kantaten ..... herausgebracht

danke für den Hinweis !!
Dann steckt hinter dem Elbipolis Barockorchester wohl der Versuch, Ignoranten wie mich an Vokalmusik heranzuführen !? ;)
Mein :jubel: Weihnachtsgeschenk enthält auch bereits zwei Arien von Telemann, eine "Chaconnne en Rondeau" sowie ein Rezitativ als Sätze einer Suite von Reinhard Keiser.
Insgesamt ist in den letzten vier Jahren eine starke Tendenz zugunsten von Vokalmusik bei Alben dieses Orchesters festzustellen. ;)
Da die neue CD jetzt bei einem andern Label (Berlin Classics) rauskam, kann man jetzt vielleicht feststellen, inwieweit der von mir als sehr "wonnevoll" empfundene Klang des Orchesters von der Aufnahmetechnik abhängt (?)
Immerhin haben mindestens drei Taminoianer das vorige Label Raumklang schon mal irgendwann als eines von drei der beliebtesten Independent-Labels nominiert und einer begründete das mit der guten Aufnahmetechnik.

Bernhard

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30

Samstag, 2. Januar 2010, 20:46

Bach Concentus

Guten Abend

ein junges Ensemble für Barockmusik, das ich gerne höre,
ist das 2006 gegründete holländische Spezialistenensemble Bach Concentus unter der Leitung des Cembalisten Ewald Demeyre.
Beide bisherigen Einspielungen überzeugten mich durch den homogenen Ensembleklang.

Die Debüt-CD beinhaltet Overtürensuiten von Gg. Ph. Telemann und seines Zeitgenossen Johann Bernhard Bach



auf ihrer zweiten CD wurden neben drei Overtürensuiten Telemanns zusammen mit der versierten Sopranistin Dorothee Mields
auch Telemanns vergnügt-unterhaltsame Kantaten "Der Weiber-Orden"
und "Trauer-Musik eines kunsterfahrenen Canarien-Vogels "




eingespielt.

Gruß :hello:

aus der Kurpfalz

Bernhard