Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

Free counters!

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Parmenides

Anfänger

  • »Parmenides« ist männlich

Beiträge: 5

Registrierungsdatum: 21. November 2007

31

Dienstag, 4. Dezember 2007, 13:35

Für mich war das Musikalische Opfer der Einstieg in die Musik Bachs, wenn nicht überhaupt in die klassische Musik. Das klingt seltsam, verlief aber so:
Ich habe natürlich vor vielen vielen Jahren Gödel, Escher, Bach – Ein endlos geflochtenes Band von Douglas R. Hofstadter gelesen. Darin beschreibt es in einigen Teilen das Musikalische Opfer, die Entstehungsgeschichte, die einzelnen Kanons usw. Natürlich habe ich mir die LP damals gekauft (ja das war zu Zeiten der Vinylplatten).

Es war die Einspielung mit dem Concentus Musicus Wien. Irgendwann musste ich mir auch die Noten kaufen und das 3-stimmige Ricercare und den einen oder anderen Kanon am Klavier spielen. (für mehr hat es nicht gereicht…)

Schließlich konnte ich jede Note auswendig. Die Aufnahme habe ich jetzt als CD (übrigens heißt es bei meiner „Opfer“ und nicht „Opfep“

Als Vergleich habe ich aus der von Philips herausgegebenen „The Complete Orchestral Work“ (http://www.amazon.de/Das-Orchesterwerk-K…96770499&sr=1-4)
Die Aufnahme darin ist ident mit http://www.amazon.de/Duo-Bach-Neville-Ma…96770979&sr=1-2

Ich finde die Aufnahme des Concentus Musicus wesentlich besser, aber das hat vielleicht auch mit der den dargestellten Geschichte zu tun. Es ist eine Aufnahme, die sich dem doch eher schwierigen Werk mit einer klanglichen und spielerischen Leichtigkeit nähert. Die Aufnahme von Marriner und der Academy of St. Martin in the Fields ist hier doch etwas schwerfällig.

Wobei ich jedoch bei der Triosonate den 2. und 3. Satz bei Marriner vielleicht doch besser finde als beim Concentus Musicus. Es ist hier gefühlvoller, ohne romantisch zu wirken.

Pius

Prägender Forenuser

  • »Pius« ist männlich
  • »Pius« wurde gesperrt

Beiträge: 3 644

Registrierungsdatum: 11. Mai 2005

32

Sonntag, 9. November 2008, 20:57

Hallo!

Zitat

Original von Pius



Und als besondere Überraschung ist auf der CD noch die Kantate "Ich habe genug" BWV 82 und die (chronische) d-moll-Toccata drauf - weder auf der CD noch im Booklet noch bei JPC erwähnt. Daher kenne ich auch die Interpreten der Kantate nicht (bei BWV 565 wird wohl Leonhardt an der Orgel sein).


Hat noch jemand die CD?
Mich würde interessieren, ob die hidden tracks mit BWV 565 und BWV 82 auch bei anderen Exemplaren vorhanden sind oder ob ich eine seltene Fehlfertigung habe.
Außerdem wüßte ich gerne die Besetzung der "Ich habe genug"-Aufnahme, die drauf ist. Ich gehe mal davon aus, daß Leonhardt dirigiert, und die Aufnahme ebenfalls von Sony ist.

Viele Grüße,
Pius.

laurentius

Anfänger

  • »laurentius« ist männlich

Beiträge: 22

Registrierungsdatum: 4. März 2009

33

Donnerstag, 5. März 2009, 15:08

Hallo miteinander,

ich durfte heute zu diesem wunderbaren Forum dazustoßen. Dieser Thread hier ist mir als Bachverehrer besonders wichtig, auch wenn er schon ein wenig älter ist.
Ich hätte einen CD-Tipp für das Ricercar: Und zwar auf ECM-NewSeries erschien unter der Leitung von Christoph Poppen mit dem Münchener Kammerorchester eine grandiose Einspielung der von Webern orchestrierten sechsstimmigen Fuge Ricercata. Diese ist das emotionell anrührendste, was ich vom musikalischen Opfer jemals vernehmen durfte. Schade, dass es auf dieser CD nicht das ganze Opfer gibt, doch das Konzept ist hier ebenfalls sehr interessant: Hier werden Bach und Webern gegenübergestellt, und wie einst Webern mit Bach, so ist Poppen mit Webern umgegangen und hat sein frühes Streichquartett von 1905 orchestriert: grandios. Außerdem liegt hier eine absolut göttliche Einspielung der Cantata no.4 vor "Christ lag in Todesbanden". Umwerfend!
Es gibt einen Vorläufer zu diesem Tonträger mit dem Namen Morimur, doch dazu später. Für mich sind die Produktionen von Manfred Eicher das wunderbarste, was in den letzten zehn Jahren mit Bach geschehen ist.
Ansonsten liebe ich aber auch die Arbeit von Harnoncourt; ganz anders, trockener, doch auch genial!

laurentius

p.s.: kann mir noch jemand helfen und sagen, wie ich ein Bild der CD hier in den Beitrag einarbeiten kann? tausend dank!
Laurentius


Man benutze seine Ohren wie Augen.

Reinhard

Moderator

  • »Reinhard« ist männlich

Beiträge: 2 149

Registrierungsdatum: 11. August 2004

34

Donnerstag, 5. März 2009, 15:31

Hallo Laurentius,

zunächst herzlich willkommen bei Tamino.

Schau mal in dieser Linksammlung , dort solltest Du Antwort auf Deine Fragen finden.

:hello:

Reinhard
Leiste guten Menschen Gesellschaft, und du wirst einer von ihnen werden. Miguel de Cervantes

zatopek

Profi

  • »zatopek« ist männlich

Beiträge: 422

Registrierungsdatum: 13. Dezember 2008

35

Freitag, 3. Juli 2009, 17:44

Gaines "Das musikalische Opfer"

Tach,

gerade erst habe ich den Thread gefunden und möchte die Gelegenheit nutzen auf das wundervolle Buch von James R Gaines "Das musikalische Opfer" hinweisen.



Ich zitiere einfach mal eine Rezension von amazon:

Zitat

James R. Gaines Das musikalische Opfer
Eichborn ISBN 3821862084

Bach und Friedrich der Große, die beiden in diesem Buch als Gegenspieler dargestellten Genies des 18. Jahrhunderts, begegneten sich 1747 zum ersten Mal.
Bach war damals 62 Jahre alt, Friedrich der Große stand in seinem 35. Lebensjahr und war seit 1740 König in Preußen.
Beide sind Vertreter unterschiedlicher Geistesrichtungen: Geist und Mythos stehen gegen Aufklärung und Vernunft. Bach verkörperte die überzeugte Religiosität in der Tradition Luthers, die Friedrich der Große überwunden hatte zugunsten einer aufgeklärten und von der Vernunft bestimmten Geisteshaltung. Der Kampf der beiden Prototypen dieser unterschiedlichen Gesinnungen kulminierte in der Aufgabe, die Friedrich der Große Bach übertrug: zu einem vorgegebenen kontrapunktischen Thema eine dreistimmige, später sogar eine sechsstimmige Fuge zu komponieren. Man konnte darin eine fast unerfüllbare Aufgabe sehen, mit der Friedrich der Große den Meister der Komposition in die Knie zwingen wollte. Bach gelang es jedoch mit seiner Komposition, die später als < Musikalisches Opfer > in die Musikgeschichte eingegangen ist, Friedrich den Großen noch zu übertrumpfen.

Mit dieser Eingangsthese beginnt Gaines seine Doppelbiographie über Bach und Friedrich den Großen. Letzterer war Zeit seines jungen Lebens Zielscheibe eines zornigen, aufbrausenden und grausamen Vaters, der als launischer und wütender Monarch seine gesamte Umwelt tyrannisierte und schikanierte. Friedrich war als leidenschaftlicher Musikliebhaber und Komponist nicht unbeschadet aus dem demütigenden Verhältnis zu seinem Vater herausgekommen. An dem sehr viel älteren Bach versuchte er in dieser Episode sein gebrochenes Vaterverhältnis zu wiederholen. Bach war der fleißige, biedere, gläubige und bestimmende Patriarch einer großen Familie und ließ sich von dem Monarchen nicht bezwingen.

In den folgenden Kapiteln wird noch einmal in einem Abriss auf die preußische Geschichte mit ihrem Vielvölkerstaat und der Kleinstaaterei eingegangen. Luther und die Folgen der Reformation, der Dreißigjährige Krieg, die höfische Lebensart und wechselnde Monarchen, die mehr oder weniger gebildet den Künsten und Geisteswissenschaften entsprechend aufgeschlossen oder ablehnend gegenüber standen, gewähren tiefe Einblicke in die deutsche Vergangenheit.
Es bleibt nicht bei den Beschreibungen über das Leben bei Hofe: in ausgedehnten Darlegungen werden musiktheoretische und philosophische Überlegungen zur Kompositionslehre abgehandelt. Parallel dazu wird die Ahnengeschichte der Familie Bach aufgeführt.
Die Trauerkantate < Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit, BWV 668 >, die Bach im Alter von 22 Jahren zur Aufführung brachte, zeigt nach Gaines ein Genie, das mit der h-Moll- Messe, der Matthäus- Passion und vielen anderen seiner berühmten Werke seine Krönung erfährt.
Mit der Gegenüberstellung des frommen musikalischen Genies von Bach und des ebenfalls begabten aber störrischen, aufgeklärten und klugen König Friedrich des Großen umfasst die Doppelbiographie beider Männer ein umfangreiches Kapitel deutscher Geistes - und Herrschaftsgeschichte.
Neben den theoretischen Details aus Geschichte und Musik sind es wissenswerte Erkenntnisse über die Charakterentwicklung von Friedrich dem Großen, die man mit Faszination und Staunen zur Kenntnis nimmt.

Gaines schreibt in einem wunderbar lockeren, leichten und eingängigen Stil, so dass man sofort mitten im Leben der damaligen Zeit ist. Die Fülle des Materials auf nur 350 Seiten mit einem ausführlichen Anhang und Quellennachweis ist überwältigend.
Geistesleben und politisches Leben bedingen einander. Macht, Moral, Herrschaft, Kunst, Philosophie und Forschung sind hier in ihrem Zusammenspiel überzeugend dargelegt.

Die äußere Aufmachung des Titels ist stilgerecht und kostbar. Das Buch ist in der Reihe Die Andere Bibliothek bei Eichborn erschienen und bietet neben dem komplexen Inhalt eine Rarität für Liebhaber bibliophiler Ausgaben.


Dem kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen.

Nachtrag: Bernahrd hatte das Buch schon einmal im Thread Komponistenbiographien vorgestellt und auf einen sehr kritischen Artikel in der Zeit hingewiesen. Ihr findet ihn >hier.

VG, Bernd