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Rheingold1876

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91

Montag, 16. April 2012, 12:54

Johannespassion mit neuem Text:

Ihr habt alle so Recht!

Ich bin auch gegen jede Art von neuer Textfassung, wollte die interessierten Kreise aber nicht in Unkenntnis lassen über ein höchst zweifelhaftes Ansinnen. Das ist so wohl auch nur in Berlin möglich. Fängt man erst einmal an, müsste sehr vieles umgeschrieben werden - und Luther gehörte in den Giftschrank.

Es grüßt Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

sagitt

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92

Montag, 25. Februar 2013, 17:10

Sagitt meint:

Ich dachte, ich hätte, aber nein, ich habe nicht.

http://www.amazon.de/Johannes-Passion-La…61808272&sr=8-1

Benoit Haller mit seiner chapelle rhenane ist für DER Interpret der letzten Jahre. Wunderbar, wie er Emotionalität realisierte. Nicht, dass er die besten Solisten hätte, aber seine Interpretation ist von einer Eindringlichkeit, die ihresgleichen sucht. Oftmals schnell, aber es fühlt sich nicht gehetzt an, sondern im Dienst der emotionalen Gestaltung dieser emotionalen Musik.

Welche Fassung Haller verwendet, ist mir nicht klar, weil der Eingangschor von der Fassung 1724 stammt, Herr, unser Herrscher, aber sonst die Veränderung von 1725 realisiert.

Wir probieren gerade für Karfreitag die Fassung von 1725. Mir gefällt diese Version. Auch wenn der versöhnliche Schlußchor fehlt und für uns Bässe die Gelegenheit, das tiefe E zu singen ( auch wenn es keiner hört).

Die Aufnahme von Haller, die sicher Kontroversen hervorrufen wird, möchte ich jedenfalls in die Diskussion einbringen. Ich ziehe zB deutlich der Version von Herreweghe vor.

sagitt

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93

Samstag, 30. März 2013, 06:17

Sagitt meint:

Gestern haben wir die Fassung 1725 aufgeführt. Baß und Tenor sind mit ausgesprochenen virtuosen Arien gefordert. Aber auch dem Orchester wird ziemliche Virtuosität abgefordert. Beim Duett "Himmel reisse" wurde die Jugendkantorei eingesetzt. Sich zwischenzeitlich vom I-phone losreißen zu müssen, ist der Sauberkeit des Intonierens etwas abträglich. Die Solisten haben die Anforderungen ganz gut bewältigt, die Altistin Susanne Krumbiegel war sehr anhörenswert.
Ich finde die so virtuosen Arien interessant, kommen sie den dramatischen Aspekten dieser Passion sehr entgegen.
Dass den Leipzigern ein solches Spektakel zu Karfreitag nicht gefallen konnte, ist zu berichten. Sie wollten Karfreitag keine "Oper" in der Kirche hören.

Der Schlußchor der 1725er Fassung ist gegenüber der Fassung 1724 nicht überzeugend. Hat "Ach, Herr" transcendente Qualität, möchte man bei der Fassung 1725 eigentlich nach " Ruhet wohl" Schluß machen.

Ich finde, es sollte bei der meist gespielten Fassung von 1724 bleiben. "Herr, unser Herrscher" passt zu einem Passionsgeschehen aus der Sicht des Johannes.

Schneewittchen

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94

Samstag, 21. März 2015, 16:05

Bachs Johannespassion o.l.v. Jan Willem de Vriend

Johann Sebastian Bach
Johannespassion BWV.245


Thomas Bauer (christus ; bas)
Florian Boesch (bas)
Henriette Bonde-Hansen (sopraan)
Bernarda Fink (alt)
James Gilchrist (Evangelist; tenor)
Werner Güra (tenor)
Orkest: Koninklijk Concertgebouworkest
Dirigent: Jan Willem de Vriend
Locatie: Concertgebouw, grote zaal Amsterdam
Opnamedatum: 17 april 2011

Audio on demand:
http://www.radio4.nl/luister-concerten/c…illem-de-vriend
mfG
Michael

Schneewittchen

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Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

95

Samstag, 21. März 2015, 16:10

Bachs Johannespassion o.l.v. Frans Brüggen

Johann Sebastian Bach
Johannespassion BWV.245


Jon Etxabe Arzuaga (Servus; tenor)
Marcel Beekman (tenor)
Erks Jan Dekker (Pilatus; bas)
Steven van Gils (Servus; tenor)
Patrick van Goethem (alt)
Nele Gramms (sopraan)
Valeria Mignaco (sopraan)
Bart Oenema (bas)
Thomas Oliemans (Christus; bas)
Markus Scháfer (evangalist; tenor)
Geert Smits (bas)
Cappella Amsterdam
Orkest: Orkest van de achttiende eeuw
Dirigent: Frans Brüggen
Locatie: Muziekcentrum Vredenburg Utrecht
Opnamedatum: 28 maart 2007

Audio on demand:
http://www.radio4.nl/luister-concerten/c…v-frans-bruggen
mfG
Michael

Schneewittchen

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Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

96

Freitag, 3. April 2015, 13:00

Bachs Johannespassion o.l.v. Sigiswald Kuijken

Johann Sebastian Bach
Johannespassion
BWV.245
Nicolas Achten (bas + theorbe)
Patrizia Hardt (alt)
Marie Kuijken (sopraan)
Luca Napoli (alt)
Minna Nyberg (sopraan)
Stephan Scherpe (Evangelist; tenor)
Stephan Vock (Christus; bas)
Baltazar Zuniga (tenor)
La petite bande
Sigiswald Kuijken

Koninklijk Concertgebouw Amsterdam
26 maart 2015
Audio on demand bei radio4.nl :
http://www.radio4.nl/luister-concerten/c…giswald-kuijken
mfG
Michael

zweiterbass

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97

Freitag, 10. April 2015, 21:33

Hallo,

einige Bemerkungen zu den von Schneewittchen vorgestellten Aufnahmen der Johannispassion von Bach:


De Vries: Eingangschor beinahe zu langsam – „Petrus der nicht denkt zurück“, wenig auf den Text eingehende Phrasierung – Christus der uns selig macht „verlacht, verhöhnt und verspeit“, sehr wenig Ausdruck – „Wir dürfen niemand töten“, für die Gewichtigkeit der Aussage zu schnell - „Sei gegrüßet lieber Judenkönig“ , kein Dynamikunterschied ab ca. 19:50 – „Wir haben ein Gesetz“, viel zu schnell, da wird mit Recht, also mit Gewicht, mit Bedeutung argumentiert, aber unterdrückter Emotion – Durch dein Gefängnis Gottes Sohn „müsst uns die Freiheit kommen…Freitstatt aller Frommen“, da fehlt die emotionale, freiheitliche Dynamiksteigerung – „Lässet du diesen los“, ab ca. 26:30 müsste weniger Tempo kommen, die Wiederholung ist keine emotionale Steigerung, sondern soll das Pflichtbewusstsein Pilatus‘ schärfen, also eindringlicher sein, aber nicht durch Tempo – „Lasset und den nicht zerteilen“, etwas weniger Tempo, dafür mehr Lautstärke, dann käme auch die andere Rhythmusbetonung in den letzten 7 Takten besser zur Geltung.

Ich habe nun nur die Stellen genannt, die mir nicht so ganz gelungen schienen; die Aufnahme insgesamt finde ich sehr gut, besonders gut ist die große Transparenz zwischen Orchester und Chor, sowie die gute Textverständlichkeit auch beim Chor.


Frans Brüggen: Eingangschor nun tatsächlich zu langsam – es ist mir zu zeitaufwändig, diese Aufnahme wie die vorhergehende zu beschreiben; im Großen und Ganzen habe ich aber die ähnlich kleinen Einwendungen.
Die Aufnahme hat jedoch leichte Schwächen bei den Solisten (Jesus, Tenor), worunter auch die Textverständlichkeit etwas leidet; die Transparenz und der Klang insgesamt erreicht nicht die Qualität (was mehr am Chor als am Orchester liegt) der 1. Aufnahme.


Sigiswald Kuijken: Für mich die beste Aufnahme – Transparenz, Klang von Chor, Solisten Chor, Textverständlichkeit aus einem Guss; den Evangelist muss ich extra hervorheben, sehr gute Akzentuierung; der Pilatus hat die Ausdrucksmöglichkeiten nicht voll ausgeschöpft.
Die Phrasierung im Eingangschor finde ich sehr gelungen. Über manche sehr rasche Tempi kann man geteilter Meinung sein, z. B. „Wir dürfen niemand töten – Kreuzige, kreuzige – Wir haben ein Gesetz – Weg, weg mit dem – Wir haben keinen König“ Bei „Lasset und den nicht zerteilen“ passt das hohe Tempo zum ¾-Takt, aber die Mächtigkeit des Streits leidet etwas drunter. Den Schlusschor finde ich bis „Als dann von Tod“ etwas zu schnell.


Der Konzertchor Nürnberg-Fürth (ca. 40 Sänger/innen), bei dem ich mitsinge, hat dieses Werk am Karfreitag in der Dreieinigkeitskirche, Nürnberg aufgeführt; das Orchester bestand aus Teilen des Orchesters „Klangkonzepte“ (Continuo Cembalo!), die Solisten nicht „von Namen“, aber sehr gut; das behende Tempo des Evangelisten bei guter Textverständlichkeit fand ich passend.
Als Bezugspunkt wähle ich die Aufnahme mit Kuijken. Bei den Chorälen besteht weitgehend Übereinstimmung (womit ich nicht die Qualität meine). Die Chorus‘ dirigierte unser Chorleiter (Dr. Christian Gabriel) z. T. etwas langsamer (nur bei „Kreuzige, Kreuzige“ und „Weg, weg mit dem“ dem Chor geschuldet). „Lasset uns den nicht zerteilen“ nahm er viel zu langsam, er musste den Chor bremsen, seine Begründung leuchtete mir nicht ein. Einige Fermaten nahm er ganz kurz oder ließ uns nur ein sehr kleines rit. singen. Den Schlußchor ab „Als dann vom Tod erwecke mich“ gestaltete er jedoch ganz anders, was ich äußert treffend fand: „dass meine Augen sehen dich, in aller Freud“ – großes Stringendo und ff bei „Freud“ was sich bei „Gottes Sohn“ (ohne Fermate) zum fff steigerte und dann über ff zu f fallend bis „erhöre mich“; Ritardando ab „ich will dich preisen“ in ff und „ewiglich“ ganz breit in fff.









Bei dieser hervorragenden Aufnahme aus 2001/02 hat das Tamino-Mitglied Gombert im Chor noch als "Trebles" mitgesungen.






Leider gibt es bei YouTube keine Gesamteinspielung dieser Aufnahme; der nun eingestellte YouTube-Link hat aber wesentliche Teile des Werks; der Link wird im nächsten Beitrag nachgeliefert (ist mein Fehler), dort können Teile der Passion gehört werden.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

zweiterbass

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98

Freitag, 10. April 2015, 21:39

Hallo,
der fehlende YouTube-Link aus dem letzten Beitrag

https://www.youtube.com/playlist?list=PL…Is-p913noWChGFJ

zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Christian B.

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99

Mittwoch, 30. März 2016, 16:42

Über Ostern habe ich die Johannes-Passion entdeckt, die - zu Unrecht - bei mir immer im Schatten der Matthäus-Passion stand. Was für ein großartiges, packendes Werk. Es ist ja auch gerade eine Neuaufnahme von René Jacobs erschienen. Seine Aufnahme der Matthäus-Passion mit der ungewöhnlichen Aufstellung hinterließ aber doch viele Fragen. Mich würde interessieren, ob es zu dieser Neuaufnahme schon eine Meinung gibt? Toll finde ich jedenfalls, dass er in dieser Aufnahme zusätzlich auch die anderen Sätze aus der Fassung von 1725 berücksichtigt hat. Mit Erwerb der CD kann man sich die frühe Fassung mit einem persönlichen Code komplett im Netz runterladen.

Viele Grüße,
Christian


Joseph II.

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100

Mittwoch, 30. März 2016, 16:50

Also mir stand die Johannes-Passion immer näher als die Matthäus-Passion. Ich führe es auf die größere Dramatik und die "opernartigeren" Chöre zurück.

Referenzaufnahme ist und bleibt für mich folgende (und ich zitiere mich selbst von vor vier Jahren):

Zitat



Augér, Schreier, Ude, Adam, Lorenz, Rieß
Thomanerchor Leipzig
Gewandhausorchester Leipzig
Hans-Joachim Rotzsch
1975/76

Allein, wie das "Kreuzige, kreu-zi-ge ihn!" hier vom Chor gesungen wird, das verursacht Gänsehaut. Eben, weil die Tempi da so langsam sind. In den meisten Aufnahmen ist die Stelle viel zu schnell.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

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