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Uwe

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  • »Uwe« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 912

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1

Donnerstag, 19. August 2004, 14:15

Henry Purcell: King Arthur

Hallo Forianer,

ich bin auf der Suche nach einer guten Aufnahme des King Arthur. Ich habe die Einspielungen von Gardiner und Deller - beide reissen mich nicht vom Hocker. Kürzlich gab es hier in Hamburg in der St.Johannis-Kirche eine wunderbare konzertante Aufführung mit Claus Bantzer, die aber leider nicht
mitgeschnitten wurde.
In Salzburg läuft zur Zeit der Arthur mit Harnoncourt; einige Szenen, die ich im TV verfolgen konnte, klangen recht vielversprechend (musikalisch, nicht unbedingt szenisch). Dienstag, 3.8. 20:05 gibt es davon eine Radioübertragung auf Bayern4 KingArthur, die ich mir wohl anhören werde.


Aber zurück zu meiner Suche: kann jemand von euch Alternativen empfehlen?

Gruß
Uwe

BigBerlinBear

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2

Donnerstag, 19. August 2004, 14:17

Eine sehr lebendige Einspielung des "King Arthur" ist die unter William Christie bei Erato 1995 erschienen. Die Aufnahme unter Pinnock (1991, DGG) kann sich ebenfalls hören lassen.
Entscheidend wird letztendlich sein, was du von der Einspielung erwartest: Mir ist eine deutlich erkennbare "Live"-Atmosphäre bei diesem Werk, das ich auch schon mehrfach auf der Bühne sah, wichtig.
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

salisburgensis

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3

Mittwoch, 23. Februar 2005, 09:24

Hallo,

mein Maßstab für die Güte einer Aufnahme von Purcells King Arthur ist die Frostszene. Wenn mir die nicht gefällt, mag ich die ganze Aufnahme nicht. In der schon empfohlenen Aufnahme mit Christie ist sie außerordentlich gut gelungen. Ein großartiger Petteri Salomaa gibt hier den Cold Genius. Man spürt hautnah, wie alles zu Eis erstarrt. Da kann Harnoncourts Version mMn nicht mithalten.

Thomas
Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -

ThomasBernhard

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4

Mittwoch, 23. Februar 2005, 11:27

Hallo Uwe

Auch ich habe mir die Christie-Aufnahme vor wenigen wochen bei zweitausendeins für preiswertes Geld gakauft und finde sie ganz optimal. Vielleicht hast du in einer 2001-Filiale glück und die haben noch was aus dem letzten Katalog. Oder veilleicht über zweitausendeins im Internet?

Gruß, Markus
Frauen und Kinder zuerst

good night and good luck

thomasbernhards-1[ätttttt]yahoo[punkt]de

Uwe

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  • »Uwe« ist der Autor dieses Themas

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5

Mittwoch, 23. Februar 2005, 16:51

Hallo Markus,

danke, habe ich mittlerweile (angesichts des rapiden Preisverfalls) ebenfalls bei 2**1 erstanden und bin sehr zufrieden. Um Längen besser als die alte Gardiner-Einspielung. Mittlerweile habe ich mir auch die Harnoncourt-Übertragung der Salzburger Festspiele so zurechtgeschnitten :stumm:, dass man sie problemlos hören kann. Aber trotz des Live-Charakters wirkt Christie noch frischer/überzeugender auf mich. Auch die Aufnahme von 2003 von Herve Niquet überzeugt da nicht..

Gruß aus Hamburg

observator

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6

Montag, 2. Mai 2005, 14:13

cold genius

lieber bi(e)ber(freund)
kannst du noch ein paar gänsehauterzeugende frostsongs in deinem sinne empfehlen? die meiste verbreitung hat ja die version des klaus sperber gefunden... :rolleyes:

:beatnik:
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

der Lullist

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7

Samstag, 7. Mai 2005, 10:30

Die Frostszene (die auf der Frost Szene aus Lullys Isis 1677 basiert :D )
hat mich auch gleich angesprochen, die Version die man für den 2 Teiler "Molière" aufgenommen hat (Deller Consort / Deller) gefällt mir recht gut, zwar eine Bearbeitung aber egal.

Meine persönliche Lieblingstelle ist die Passacaglia am Anfang des 4. Aktes, auch hier die Ähnlichkeit zu gewissen frz. Vorbildern nicht zu überhören. :] :] :]

observator

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8

Freitag, 27. Mai 2005, 11:37

frost song

ich habe mir folgende aufnahmen angehört:

stephen varcoe/english baroque soloists/gardiner

maurice bevan/the king's musick/deller

petteri salomaa/les arts florissants/christie

brian bannatyne-scott/the english concert/pinnock

(der countertenor klaus sperber vulgo nomi lief ausser konkurrenz mit)

im gegensatz zu den übrigen meinungen der geschätzten kollegenschaft hier, finde ich die darbietung von varcoe am schlüssigsten (und das, obwohl man bei ihm den text am schlechtesten versteht!). auch die instrumentale begleitung weist die schneidende schärfe auf, die auch bei guten aufnahmen des vivaldischen winters zum tragen kommt (purcell soll ja da nicht ganz entschlüsselbare wellenlinien in die partitur gezeichnet haben). und die eigentlich grauenhaft perverse bitte um den tod wird von varcoe am ergreifendsten dargestellt, die anderen wirken eher wie aus dem winterschlaf geweckte bären um es übertrieben respektlos zu formulieren.

:beatnik:
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

observator

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9

Montag, 31. Oktober 2005, 13:17

Zitat

Original von der Lullist
Die Frostszene (die auf der Frost Szene aus Lullys Isis 1677 basiert :D )
...


lieber l
kannst du mir genauer sagen, wo/wann in isis die basisszene vorkommt. ich habe mir kürzlich die oper vom radio aufgenommen.

:hello:
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

der Lullist

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Registrierungsdatum: 13. Januar 2005

10

Dienstag, 1. November 2005, 07:15

Die Szenen ist im IV Akt zu finden, als "Choeur des Trembleurs" (Chor der Zitternden) beschrieben.
hier der Text:

"L'Hiver qui nous tourmente
S'obstine à nous geler.
Nous ne saurions parler
Qu'avec une voix tremblante.
Le neige et les glacons
Nous donnent de mortels..."

in deutsch:

"Der Winter der uns plagt,
lässt uns unerbittlich frieren.
Wir können nur
mit zitternder Stimme sprechen.
Schnee und Eis
lassen uns tödlich frösteln..."

musikalisch unverkennbar :D

die Oper kommt übrigens bald auf den Plattenmarkt, interpretiert von Hugo Reyne und der Simphonie du Marais (allerdings auch schon wieder überfällig, angegeben war der 24. Oktober.... :motz: )

Infos zur Aufnahme

Pius

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Beiträge: 3 644

Registrierungsdatum: 11. Mai 2005

11

Samstag, 23. Dezember 2006, 22:47

Hallo!

Hat außer mir noch jemand neulich in 3sat die Salzburger Aufführung von "King Arthur" gesehen?
Ich nehme an, die Slapstick-Einlagen waren im Original so nicht vorgesehen?
(Harnoncourt mit Mützchen war dennoch nett anzusehen)
King Arthur war da ja eher eine Witzfigur...
Warum hat er eigentlich keine Arie? Wurde bei Semi-Operas strikt zwischen Schauspielern und Sängern getrennt?
Mir kam es vor, als habe die Sendung vor dem Ende der Oper abgebrochen. Stimmt das?
Irgendwo habe ich gelesen, daß "King Arthur" ein ca. vierstündiges Stück ist. Die Salzburger Aufführung war also eine gekürzte?

So viele Fragen... aber ich habe auch eine Antwort - auf die Frage nach einer tollen Aufnahme:



Die hatte ich mir vor Jahr und Tag am Tag des Frankfurter Tamino-Treffens gekauft, und sie gehört seitdem zu meinen liebsten Opern-CDs (und von denen gibts nicht viele).

Viele Grüße,
Pius.

  • »pieter.grimes« ist männlich
  • »pieter.grimes« wurde gesperrt

Beiträge: 540

Registrierungsdatum: 6. August 2007

12

Mittwoch, 28. November 2007, 21:29

SPÄT - vielleicht nicht zu spät !

KING ARTHUR
Inszenierung: Colin Blumenau
musikalische Leitung: Wolfgang Katschner

"Die Lautten Compagney spielt Purcells Musik auf deliziöseste Weise ..."
Nordbayerischer Kurier

"Mit den Vokalsolisten der Capella Angelica ist die Welt der Nymphen, Geister und Priesterinnen wunderbar besetzt"
Frankenpost

"Rhythmisches Klatschen ... nach der Aufführung konnte man sich auf einem Popkonzert wähnen"
Neue Presse Hannover

"Keine seelische Regung ... die nicht ihre Entsprechung im Accompagnato fände, keine ... Handlung ohne Tongirlanden aus dem Orchestergraben. Herrlich"
Leipziger Volkszeitung

Premiere dieser Produktion war am 02.06. d.J. in Bad Lauchstädt - derzeit sind noch 3 Aufführungen angekündigt:
Am 26.12. im Kurtheater in Bad Kissingen
Am 14./15.06.08 wieder in Bad Lauchstädt

...wollt ich doch gesagt haben :yes: :yes:

:hello:
Micha
Bleiben wir fragwürdig !

a.d.Grußwort d.Intendanten d."MainfrankenTheaters" zur akt.Spielzeit

Harald Kral

Erleuchteter

  • »Harald Kral« ist männlich

Beiträge: 14 983

Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

13

Dienstag, 4. November 2008, 21:19

Salzburger "King Arthur" im Dezember im ZDF-Theaterkanal

Als "Oper des Monats Dezember" gibt es im ZDF-Theaterkanal:

König Arthur
Dramatic Opera von Henry Purcell
Salzburger Festspiele, 2004

Besetzung:
König Arthur Michael Maertens
Oswald Dietmar König
Conon Peter Maertens
Merlin Christoph Bantzer
Osmond Roland Renner
Aurelius Christoph Kail
Emmeline Sylvie Rohrer
Matilda Ulli Maier
Philidel Alexandra Henkel
Grimbald Werner Wölbern
Sopran Barbara Bonney
Isabel Rey
Alt Birgit Remmert
Tenor Michael Schade
Bariton Oliver Widmer
Wiener Staatsopernchor
Concentus Musicus Wien
Musikal. Leitung: Nikolaus Harnoncourt

Bühnenbild: Klaus Kretschmer
Kostüme: Birgit Hutter
Choreographie: Rupert Huber
Inszenierung: Jürgen Flimm
Fernsehregie: Hannes Rossacher
(Salzburger Festspiele, 2004)


Zitat

Wie sieht das ideale Musiktheater aus? "Ein englischer Gentleman wünscht, wenn sein Ohr befriedigt ist, seinen Geist beschäftigt, folglich Musik und Tanz fleißig vermischt mit gesprochener Komödie oder Tragödie", forderte 1692 das Londoner "Gentlemen's Journal". Tatsächlich hatte sich im ausklingenden 17. Jahrhundert eine ganz eigene Theaterkunst auf der britischen Insel etabliert, eine multimediale Mixtur aus Schauspiel und Musik, gewürzt mit Tanzeinlagen, allegorischem Spiel und prallem Bühnenzauber, abwechslungsreich und vielfältig.

Henry Purcells und John Drydens "King Arthur", 1691 im Londoner Dorset Garden uraufgeführt, gründet in dieser Tradition. "Musik und Dichtung können auch für sich bestehen, aber die eindrücklichste Wirkung werden sie hervorbringen, wenn sie vereinigt sind, Geist und Schönheit in einer Person", forderte John Dryden.

Der britische Komponist Henry Purcell und der Dramatiker John Dryden, seit 1668 Poet Laureate am Hofe der Stuarts, lagen im Trend der Zeit, als sie mit "King Arthur" die Genres verknüpften: Schauspiel paart sich hier mit Oper, höfische Tanzrhythmen mit possenhaftem Schäferspiel, nationaler Mythos mit bissiger Satire zu einem schillernden Gesamtkunstwerk oder, wie Peter Ruzicka es nennt, "dem ersten Musical in der Geschichte".

Durch neblige Sümpfe, verwunschene Wälder und eiserstarrte Landschaften irren die Helden und ihre Heerscharen, kämpfen mit Kunst gegen Kunst und Zauber gegen Zauberei. Die Mittel, die dabei zum Einsatz gelangen, reichen von der monumentalen Schlacht mit drastischen Schauereffekten (der wirkungsbewusste Theatermann Dryden rüstete seine Statisten in den Kampfszenen zum Beispiel mit blutgetränkten Schwämmen aus) bis zum Tête-à-tête der widerstreitenden Geister, das wie eine Slapstick-Parodie anmutet. Obwohl sich Purcell und Dryden mit "King Arthur" auf der Höhe des Zeitgeists bewegten, sollte das Werk nach nur wenigen Jahrzehnten schon in Vergessenheit geraten - verdrängt vom Siegeszug der italienischen Oper. Es mussten Jahrhunderte vergehen, bis sich die Nachwelt des Werkes erinnerte. Eine Aufführung war aber nicht mehr so einfach: Es gab keine komplette Partitur mehr, stattdessen sind mehr als 60 verschiedene Quellen überliefert, die sich mitunter widersprechen.

Regisseur Jürgen Flimm und Dirigent Nicolaus Harnoncourt haben in Henry Purcells Singspiel "King Arthur" die Geburtsstunde des Musicals entdeckt. In einer unterhaltsamen Aufführung, mit der die Salzburger Festspiele 2004 eröffnet wurden, zeigen die beiden Altmeister am Pult und in der Regie mit dem Concentus Musicus, mit erstklassigen Solisten und Schauspielern eine ausgesprochen amüsante Neudeutung des eher selten gespielten Werkes und beweisen, dass Klassik durchaus Show-Elemente benutzen kann, ohne ins Triviale abzugleiten.


Die genauen Sendetermine im Monat Dezember 2008 werden noch bekanntgegeben.

LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

Harald Kral

Erleuchteter

  • »Harald Kral« ist männlich

Beiträge: 14 983

Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

14

Freitag, 5. Dezember 2008, 16:36

RE: Salzburger "King Arthur" im Dezember im ZDF-Theaterkanal

Zitat

Original von Harald Kral
Als "Oper des Monats Dezember" gibt es im ZDF-Theaterkanal:

König Arthur
Dramatic Opera von Henry Purcell
Salzburger Festspiele, 2004

Besetzung:
König Arthur Michael Maertens
Oswald Dietmar König
Conon Peter Maertens
Merlin Christoph Bantzer
Osmond Roland Renner
Aurelius Christoph Kail
Emmeline Sylvie Rohrer
Matilda Ulli Maier
Philidel Alexandra Henkel
Grimbald Werner Wölbern
Sopran Barbara Bonney
Isabel Rey
Alt Birgit Remmert
Tenor Michael Schade
Bariton Oliver Widmer
Wiener Staatsopernchor
Concentus Musicus Wien
Musikal. Leitung: Nikolaus Harnoncourt

Bühnenbild: Klaus Kretschmer
Kostüme: Birgit Hutter
Choreographie: Rupert Huber
Inszenierung: Jürgen Flimm
Fernsehregie: Hannes Rossacher
(Salzburger Festspiele, 2004)


Zitat

Wie sieht das ideale Musiktheater aus? "Ein englischer Gentleman wünscht, wenn sein Ohr befriedigt ist, seinen Geist beschäftigt, folglich Musik und Tanz fleißig vermischt mit gesprochener Komödie oder Tragödie", forderte 1692 das Londoner "Gentlemen's Journal". Tatsächlich hatte sich im ausklingenden 17. Jahrhundert eine ganz eigene Theaterkunst auf der britischen Insel etabliert, eine multimediale Mixtur aus Schauspiel und Musik, gewürzt mit Tanzeinlagen, allegorischem Spiel und prallem Bühnenzauber, abwechslungsreich und vielfältig.

Henry Purcells und John Drydens "King Arthur", 1691 im Londoner Dorset Garden uraufgeführt, gründet in dieser Tradition. "Musik und Dichtung können auch für sich bestehen, aber die eindrücklichste Wirkung werden sie hervorbringen, wenn sie vereinigt sind, Geist und Schönheit in einer Person", forderte John Dryden.

Der britische Komponist Henry Purcell und der Dramatiker John Dryden, seit 1668 Poet Laureate am Hofe der Stuarts, lagen im Trend der Zeit, als sie mit "King Arthur" die Genres verknüpften: Schauspiel paart sich hier mit Oper, höfische Tanzrhythmen mit possenhaftem Schäferspiel, nationaler Mythos mit bissiger Satire zu einem schillernden Gesamtkunstwerk oder, wie Peter Ruzicka es nennt, "dem ersten Musical in der Geschichte".

Durch neblige Sümpfe, verwunschene Wälder und eiserstarrte Landschaften irren die Helden und ihre Heerscharen, kämpfen mit Kunst gegen Kunst und Zauber gegen Zauberei. Die Mittel, die dabei zum Einsatz gelangen, reichen von der monumentalen Schlacht mit drastischen Schauereffekten (der wirkungsbewusste Theatermann Dryden rüstete seine Statisten in den Kampfszenen zum Beispiel mit blutgetränkten Schwämmen aus) bis zum Tête-à-tête der widerstreitenden Geister, das wie eine Slapstick-Parodie anmutet. Obwohl sich Purcell und Dryden mit "King Arthur" auf der Höhe des Zeitgeists bewegten, sollte das Werk nach nur wenigen Jahrzehnten schon in Vergessenheit geraten - verdrängt vom Siegeszug der italienischen Oper. Es mussten Jahrhunderte vergehen, bis sich die Nachwelt des Werkes erinnerte. Eine Aufführung war aber nicht mehr so einfach: Es gab keine komplette Partitur mehr, stattdessen sind mehr als 60 verschiedene Quellen überliefert, die sich mitunter widersprechen.

Regisseur Jürgen Flimm und Dirigent Nicolaus Harnoncourt haben in Henry Purcells Singspiel "King Arthur" die Geburtsstunde des Musicals entdeckt. In einer unterhaltsamen Aufführung, mit der die Salzburger Festspiele 2004 eröffnet wurden, zeigen die beiden Altmeister am Pult und in der Regie mit dem Concentus Musicus, mit erstklassigen Solisten und Schauspielern eine ausgesprochen amüsante Neudeutung des eher selten gespielten Werkes und beweisen, dass Klassik durchaus Show-Elemente benutzen kann, ohne ins Triviale abzugleiten.


Hier sind die Sendetermine für die Oper:

Sa, 06.12.2008 19:40 Uhr
So, 07.12.2008 23:45 Uhr
Fr, 12.12.2008 19:40 Uhr
Sa, 13.12.2008 23:45 Uhr
Do, 18.12.2008 19:40 Uhr
Fr, 19.12.2008 23:45 Uhr
Di, 23.12.2008 19:40 Uhr
Do, 25.12.2008 23:45 Uhr
Mo, 29.12.2008 19:40 Uhr
Di, 30.12.2008 23:45 Uhr(142 min.)

LG
:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)