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der Lullist

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61

Mittwoch, 4. März 2009, 19:32

diese Aufnahme wurde allerdings von Fono Forum ziemlich verissen... nun die Interpretationen von Haselböck sind auch ..äh ... Geschmackssache :D


ich würde ja zu dieser Einspielung greifen:





wurde auch schon von Salisburgensis in den höchsten Tönen gelobt.
Ich denka da hat man auch etwas profiliertere Sänger und ein Spitzenensemble :yes:

Ups ich sehe gerade, es ging ja um die zweite, englische Fassung :O
Na ja, aber diese Einspielung sollte man trotzdem nochmal erwähnen :D

  • »Prometeo« ist männlich

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62

Mittwoch, 4. März 2009, 20:02

Zitat

Original von Ulli

Wobei ich 13 $ bei .com und 18,95 € bzw. 13,05 € bei .de nicht als kriminell bezeichnen würde...

:hello:


hat sich schon aufgeklärt:
ich hatte das neue coverbild (mit dem herzl) nicht als die gardiner-aufnahme wahrgenommen (eine ungespielte mit dem alten cover kostet dort tatsächlich krasse 150 euronen !!!)
"Der moderne Komponist darf seine Werke einzig und allein auf der Grundlage der Wahrheit schreiben."
Claudio Monteverdi

"Der Komponist komponiert erstens für sich selbst und zweitens für das Publikum; aber für ein ideales Publikum und nicht für das...welches real existiert"
Nikolai Rimski-Korsakow

"Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche."
Gustav Mahler

gruppetto

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63

Mittwoch, 4. März 2009, 20:07

Wer mit einer Barockoper "verzopft" und "langweilig" assoziiert, kann sich von dieser DVD eines Besseren belehren lassen. William Christie und seine Arts florissants stehen für künstlerische Qualität. Die Inszenierung ist zwar nicht historisch, aber trotz einer deutlichen erotischen Komponente - Frau de Niese ist als Cleopatra eine überzeugende Verführerin - wohl auch für empfindlichere Gemüter tragbar. De Niese singt übrigens gut, besser als auf ihrem ersten Solo-Recital.




Gulio Cesare - Sarah Connolly
Cleopatra - Danielle de Niese
Cornelia - Patricia Bardon
Sesto - Angelika Kirchschlager
Tolomeo - Christophe Dumaux
Achilla - Christopher Maltman
Nireno - Rachid Ben Abdeslam
Curio - Alexander Ashworth


Eines der bekannteren Duette aus Giulio Cesare, "Son nata a lagrimar", weist übrigens äußerst große Ähnlichkeit mit der Arie "É barbaro quel cor" aus der drei Jahre früher erstaufgeführten Oper " La Silvia", RV 734 von Antonio Vivaldi auf. Ob da wohl jemand abgekupfert hat?
Einfach mal bei Amazon nach dieser Aufnahme suchen und vergleichen:





Arie d'Opera Dal Fondo Foa 28

Vielleicht entdeckt diese oder jener bei der Gelegenheit gleich die Liebe zu Vivaldi-Opern. Von der opus-111-typischen, sinnfreien Covergestaltung sollte man sich dabei nicht irritieren lassen.


Gruss, PW
Follie! Follie!

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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64

Mittwoch, 4. März 2009, 22:25

Zitat

Original von der Lullist
diese Aufnahme wurde allerdings von Fono Forum ziemlich verissen... nun die Interpretationen von Haselböck sind auch ..äh ... Geschmackssache :D

ich würde ja zu dieser Einspielung greifen:



wurde auch schon von Salisburgensis in den höchsten Tönen gelobt.
Ich denka da hat man auch etwas profiliertere Sänger und ein Spitzenensemble :yes:

Ups ich sehe gerade, es ging ja um die zweite, englische Fassung :O
Na ja, aber diese Einspielung sollte man trotzdem nochmal erwähnen :D


Zum wiederholten Male (denn was Irreführendes häufig genug wiederholt wird, glaubt es irgendwann jemand): das ist keine "zweite Fassung", sondern es handelt sich um zwei völlig verschiedene (allerdings beide sehr hörenswert, da stimme ich zu!) Stücke, die sich musikalisch in keiner einzigen Nummer überschneiden, wenn ich recht erinnere. Das ist aber alles in dem oben verlinkten thread zu den Oratorien schon gesagt worden!

Also bitte wieder zurück zu den Opern!

:hello:

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
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Ulli

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65

Mittwoch, 4. März 2009, 22:41

Zitat

Original von Johannes Roehl
Also bitte wieder zurück zu den Opern!


Kann man das in den beiden Aci-Fällen so eindeutig sagen? Bei Naumann ist Acis & Galatea eine Oper (eine komische obendrein), bei Händel zählt HWV 49a/b zu den Masques/Odes und Polifemo zu den Serenaden (und die Serenata teatrale wie z.B. Mozarts Ascanio in Alba gehört auch zu den Bühnenmusiken) ... ich hätte die beiden Acis jetzt spontan (ohne Anspruch auf Richtigkeit) auch eher zu den Opern gerechnet...

?(

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

  • »Prometeo« ist männlich

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66

Mittwoch, 4. März 2009, 22:57

ob oper oder oratorium - da kann man sich ja gerade bei händel sicher schier endlos streiten !
für mich ist bei der kategorisierung hauptsächlich entscheident ob das werk eben problemlos auf einer theaterbühne aufgeführt werden kann, d. h. sind die gesangspartien klar als handelnde personen ausgearbeitet und benannt - damit ist es ein musikdramatisches werk - für mich = oper.
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Ulli

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67

Donnerstag, 5. März 2009, 09:32

Das Thema „Szenisch dargebotene Oratorien / Biblische Opern“ hatten wir m. W. schon mal (zumindest in verschiedenen Threads angerissen, vielleicht im Thread über konzertante Opernaufführungen?). Notfalls können ja diesbezügliche Beiträge hier extrahiert und an entsprechender Stelle untergebracht werden.

Nun war es ja so, daß Opern zu gewissen Zeiten vom Klerus (ganz im Gegensatz zu den Endverbrauchern) nicht gern gesehen waren – also behalf man sich, indem man Oratorien in der Manier von Opern komponierte und diese dann auch ggfs. in Szene setzte. Das betrifft aber längst nicht alle Oratorien Händels – die vom Kollegen Bach schon gar nicht. Viel eher solche der Früh- und Vorklassik sowie der Klassik selbst: Dittersdorf z.B. berichtet ziemlich ausführlich in seiner ‚Lebensbeschreybung’ über eine bombastische Inszenierung seines Oratoriums (Esther?). In Sachen Händel habe ich beispielsweise ‚La Resurrezione’ selbst vor einiger Zeit live in einer recht gelungenen Inszenierung erlebt: Das war dann sicher mehr Oper als Oratorium, wenn man den Inhalt des Stückes mal ausblendet. Beim ‚Messias’ aber wäre eine Inszenierung m. E. nicht besonders glücklich.

Viele Grüße

Ulli
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68

Donnerstag, 5. März 2009, 12:10

Zitat

Original von Ulli

Zitat

Original von Johannes Roehl
Also bitte wieder zurück zu den Opern!


Kann man das in den beiden Aci-Fällen so eindeutig sagen? Bei Naumann ist Acis & Galatea eine Oper (eine komische obendrein), bei Händel zählt HWV 49a/b zu den Masques/Odes und Polifemo zu den Serenaden (und die Serenata teatrale wie z.B. Mozarts Ascanio in Alba gehört auch zu den Bühnenmusiken) ... ich hätte die beiden Acis jetzt spontan (ohne Anspruch auf Richtigkeit) auch eher zu den Opern gerechnet...


Gewiß ist eine Masque oder eine Serenata a tre näher an einer Oper als an einem geistlichen Oratorium, das sehe ich ebenso. Nun wurden die Werke nun aber schon mehr oder minder ausführlich in o.g. thread angesprochen, allein deswegen schiene mir es sinnvoll, dort weiterzumachen.
(Solange in den Köpfen ankommt, daß es sich um zwei ganz verschiedene Werke mit demselben Sujet handelt, ist mir aber im Grunde auch egal, in welchem thread darüber gesprochen wird. Man könnte gar je einen eigenen aufmachen)

viele Grüße

JR
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Ulli

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69

Donnerstag, 5. März 2009, 16:01

RE: Arien-Doubletten bei Händel

Zitat

Original von Prometeo
Nun habe ich drei frühe Händel-Opern gehört:

Agrippina
Rinaldo
Il pastor fido

In allen dreien bekomme ich die Arie

Ho un non so nel cor

zu hören

Nun bin ich mal gewappnet in welchen folgenden Opern sie noch auftauchen wird :wacky: ??

Wer weiss prinzipiell etwas über dieses Verfahren speziell bei Händel ?

Am besten wäre ja so eine Art Tabelle die diese Doubletten irgendwie auflistet :stumm:

:hello:


Mich würde eine solche "Doubletten"-Liste auch interessieren. Vermutlich werde ich sie in 10 Jahren selbst erstellen (müssen), wenn ich alle Händelopern in vernünftigen Einspielungen besitze.

Prinzipiell ist zum Copyandpasteverfahren (nicht nur bei Händel) zu sagen, daß viele Opern nach ihrer Uraufführung und vielleicht ein paar Zugaben bis zum Beginn des 20. Jahrhuderts (mit Ausnahmen) nie wieder gespielt wurden. Da ist es doch genau richtig, wenn Händel im Bewusstsein dieser unmöglichen Möglichkeit seine "Bestofs" möglichst häufig recyclet hat. So wunderbare Musik darf doch nicht ungenutzt jahrhundertelang herumliegen...

:hello:

Ulli
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Ulli

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70

Donnerstag, 5. März 2009, 19:33

Zitat

Original von gruppetto
Eines der bekannteren Duette aus Giulio Cesare, "Son nata a lagrimar", weist übrigens äußerst große Ähnlichkeit mit der Arie "É barbaro quel cor" aus der drei Jahre früher erstaufgeführten Oper " La Silvia", RV 734 von Antonio Vivaldi auf. Ob da wohl jemand abgekupfert hat?


Siegbert Rampe widmet einen Abschnitt in seinem Buch Georg Friedrich Händel und seine Zeit [Laaber-Verlag ISBN 978-3-921518-93-9] unter dem Titel Italienische Vorbilder: Corelli, Staffani, Albinoni, Vivaldi auf den S. 252ff. genau diesem Thema. Unter anderem schreibt er

Zitat


[...] Erst in den 1735/1736 entstandenen Orgelkonzerten HWV 289-294 [...] sowie im Concerto in 'Alexander's Feast C-Dur HWV 318 (1736) adaptierte Händel - wohl bedingt durch den von der Opera of the Nobility hervorgerufenen Konkurrenzdruck - erneut wesentliche Merkmale von Vivaldis Personalstil [...]


[Hervorhhebungen durch mich]

Außerdem:

Zitat


[...] Welchen Einfluss die Modelle Vivaldis - der seinerseits ja erst spät, nämlich im Alter von 35 Jahren, als Opernkomponist hervortrat - auf Händels Bühnenwerke nahmen, wäre noch zu untersuchen.


Was Du ja getan hast...

:hello:

Ulli
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71

Freitag, 13. März 2009, 16:47

nun muss ich doch versuchen meine "rinaldo" - bestellung zu stornieren !



rinaldo - flavio - giulio cesare.....mit rene jacobs

9 cds für knappe 50 euro bei unseren beiden sponsoren !
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Caesar73

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72

Freitag, 20. März 2009, 10:30

Gerade erschienen- und heute bei mir eingetrudelt ist eine Neuaufnahme von Alcina mit Joyce DiDonato in der Titelrolle. Da Alcina außer im TM-Thread noch keinen eigenen Thread hat (oder ich bin einfach zu unfähig ihn zu finden :D ) stelle ich den Beitrag mal hier herein:



Hören können habe ich die CD noch nicht- und ich habe sie blind gekauft. Bei Joyce DiDonato mache ich so etwas durchaus. Bisher war meine Referenz für Alcina William Christies Aufnahme mit Renee Fleming und Susan Graham.

Mal schauen.


Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

Bernhard

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73

Mittwoch, 24. Juni 2009, 23:06

Guten Abend

Zitat

Original von der Lullist

leider ist die Aufnahme des "Ottone" ( Nicolas Mc Geegan) gestrichen, eine recht gute Aufnahme....,



Vielleicht weil " Ottone " so ganz nicht von Händel ist :D
Anfang November 1719 hielt sich Händel anläßlich der Vermählung
des sächsischen Kurprinzen Friedrich August mit der Erzherzogin Maria Josepha in Dresden auf;
auch Telemann war dort mit anwesend.
Als Festoper wurde Lottis " Teotanu " gegeben, Händel bediente sich davon mit vollen Händen.
Lottis " Teofanu " wurde 1722 mit revidierten Text von Händel als " Ottone " in London auf die Bühne gebracht;
die Sänger Senesino, Durastanti und Broschi sangen viele gleichen Partien als vormals in Dresden.

Gruß :hello:

aus der Kurpfalz

Bernhard

Hammel

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74

Donnerstag, 25. Juni 2009, 09:48

RE: Georg Friedrich Händel - Die Opern

Die beste Händel-Oper:

RINALDO!!!
:jubel: :jubel: :jubel:

Zitat

von Alfred: denn ob ein "normaler" Opernfreund Beziehung zu Händles Opernschaffen hat, das bezweigle ich doch sehr.


Also ich bin ein "normaler" Opernfreund und habe große Beziehung zu Händels Opernschaffen... ;)

Gruß :hello:
Komponiert ist schon alles - aber geschrieben noch nicht. (W.A. Mozart)

der Lullist

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75

Dienstag, 17. November 2009, 15:37

ich digitalisiere gerade meine Händel Sammlung und gehe dadurch zwangsläufig alle seine Bühnenwerke durch.

Eine Frage die sich mir allerdings immer häufiger beschäftigt: was ist denn jetzt noch Oper und was Oratorium ?

Teilweise wusste es das damalige Publikum auch nicht so recht.
So weigerte sich der Prince of Wales die Semele zu besuchen, aus Angst es könnte eine Oper sein... :hahahaha:


Semele ein Oratorium ? Nie im Leben.
Herkules ein Oratorium ? kann ich nicht glauben.
L'Allegro e il Penseroso zumindest eine pastorale Ode.... usw.

Händel bezeichnet Herkules als musikalisches Drama und Semele als weltliches Oratorium - was im Grunde nichts anderes sein kann als eine Oper - der Mann hat das Publikum mit der Bezeichnung einfach ver******

Am französischen und am Wiener Hof sind Oratorien mit Kostümen und Kulissen aufgeführt worden, ebenso bei den privaten Veranstaltungen der Kardinäle in Rom.
Im Grunde fehlte nur die Bühnenmaschine.

Und mittlerweile werden ja auch Oratorien von Händel (wieder?)inszeniert, denn manche Werke eignen sich einfach unbedingt dafür.


Für mich sind Oratorien mittlerweile wieder das, was sie mal ursprünglich gewesen sind, Opern auf geistliche Themen.
Und wenn man es genau nimmt, so sind auch Opern mit mythologischen Stoffen im Grunde ebenfalls religiöse Werke :pfeif:

Melisma

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76

Dienstag, 17. November 2009, 17:21

http://www.muenchen-tv.de/gesellschaft/G…endel-3984.html

Da sprichst du etwas Interessantes an, Lullist!
Gerade am vergangenen Wochenende haben wir den "Joshua" in Szene gesetzt.- Es war brillant! - Nicht enden wollender Applaus! - Ein Erlebnis, auch für uns Chorsänger!

Mit Händel'schen Grüßen,

Melisma :hello:
"Wer immer die Wahrheit sagt, kann sich auch ein schlechtes Gedächtnis leisten."

(Zitat)

Wolfram

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77

Montag, 28. Dezember 2009, 23:06

Hallo zusammen,

möchte an dieser Stelle mal anmerken, dass ich mir im Jahre 2007 auf Empfehlung des Lullisten in diesem Thread sowohl den Teseo als auch den Amadigi in den Enspielungen mit Minkowski zugelegt habe. Ferner den Rinaldo, abweichend von des Lullisten Empfehlung allerdings in der Enispielung mit Hogwood. Habe alle drei neulich wieder gehört und bin sehr zufrieden mit der getätigten Kapitalanlage!

Auch der Flavio in der Einspielung mit Jacobs hat mir sehr gut gefallen.
Viele Grüße, Wolfram

Engelbert

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78

Sonntag, 28. Februar 2010, 07:24

TAMERLANO - Einstieg zu Händel

Liebe Forianer,

wenn jemand einen Einstieg zur Barock-Oper sucht, dem kann ich nachstehende Schmuckausgabe der Produktion zu den Händel-Festspielen in Halle zum Jubiläums-Jahr 2001 ans Herz legen. Sie erfüllt alle Erwartungen, die der Neueinsteiger haben könnte in höchstem Maße - in Bezug auf historischer Werktreue und edlen Kostümen. Keine elende Verfremdung, sondern ein Resultat, so wie Händel es sich wünschen würde.



Ein wahres Stimmfest, inklusive Counter-Tenor und Koloraturmezzo bieten: Monica Bacelli als Tamerlano, Thomas Randle als Bajazet, Graham Pushee als Andronico, mit Elisabeth Norberg-Schulz als Asteria und Anna Bonitatibus als Irene. Hinzu kommt noch Antonio Abere als Leone.

Das Ensemble ist perfekt aufeinander eingestimmt und es wäre ungerecht, wollte man Gesang und Darstellung eines Einzelnen herausheben. Barock-Koloraturen in Vollendung. Gestik und Darstellung - mit der Kamera hervorragend eingefangen - könnten nicht besser sein. Ein kluges Regiekonzept besticht durch seine Geschlossenheit und wird durch Trevor Pinnock zusammengehalten. Die goldglänzenden Dekorationen sind dem intimen Charakter der kleinen Bühne angepasst. Es ist unmöglich, von den edlen Kostümen, die sich an die byzantische Kleiderordnung anlehnt, nicht angetan zu sein.

Es gibt nichts, was man noch besser machen könnte. Das Spiel der Bacelli nimmt eine imaginäre Gestaltung durch Vivica Genaux vorweg, erinnert aber auch ein bisschen an Lieselotte Pulver. Das Schnäuzerchen der Bacelli passt zum tadellos geformten Oberkiefer. Auf dem Kopf thront eine Pickelhaube.

Fünf Sternchen für die Musik Händels und fünf Sternchen für die Leistung des Ensembles halte ich für selbstverständlich. Eine Beschreibung der Oper im Tamino-Opernführer wird vorgezogen.

:angel:
Engelbert

Harald Kral

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79

Donnerstag, 24. Februar 2011, 17:58

Vor 300 Jahren uraufgeführt: Händels "Rinaldo"

(Rinaldo (HWV 7a/7b) ist eine Oper in drei Akten von Georg Friedrich Händel.)
Der Westdeutsche Rundfunk erinnert heute an die Uraufführung der Oper heute vor 300 Jahren:
WDR 3, Donnerstag, 24.02.11 um 17:45 Uhr "Zeitzeichen"

24. Februar 1711 - Uraufführung von Händels Oper „Rinaldo“

Von Holger Noltze

Zitat

Am Abend des 24. Februars 1711 wurde das Publikum des Queen’s Theatre am Londoner Haymarket auf eine Zeit- und Weltreise mitgenommen, wie sie so nur die Oper schafft. Georg Friedrich Händel versetzte italienisch singende Menschen in den nahen Osten des Jahres 1099, in einer Handlung, die auf Torquato Tassos 1575 vollendetes Kreuzzugsepos „Gerusalemme liberata“ zurückging.

Im aufstrebenden British Empire sah man solche Geschichten gern, trotz der bürgerlichen Bedenken am Kastratenwesen. Denn natürlich siegen die christlichen Eroberer Jerusalems über die Heiden. Auch wenn diese mit allerhand Zauberei und Höllenkunst im Bunde stehen. Krachend erscheint zwar die Zauberin Armida, in einem Flugapparat, gezogen von feuerspeienden Drachen. Doch die gegen alle Verführungskünste bewährte Standhaftigkeit des Ritters Rinaldo sichert den Triumph der Christen, Jerusalem wird befreit, die Bösen werden bekehrt.

Vor allem aber triumphierte Händels betörende Musik über die Sieger-Ideologie dieser verspäteten Kreuzzugs-Propaganda.

Quelle: WDR Zeitzeichen





LG

:hello:
Harald

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moderato

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80

Donnerstag, 17. März 2011, 20:48

Von 39 Händel-Opern sind 6 in dieser preislich günstigen Box mit 15 CD von Virgin enthalten:

Rodrigo
Radamisto
Admeto, Re di Tessaglia
Fernando, Re di Castiglia
Arminio
Deidamia

Il Complesso Barocco, Alan Curtis

Einziger Wermutstropfen: Die Libretti fehlen, leider.


.
Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

.

musikwanderer

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81

Freitag, 18. März 2011, 11:05

Lieber moderato,

das habe ich auch an anderer Stelle hier im Forum beklagt - aber den Musikfreunden, die an den Erwerb der von Dir geposteten Box denken, sollte man sagen, daß immerhin eine CD-Rom mit den Libretti, darunter auch in deutscher Übersetzung, beiliegt. Allerdings, auch das ein weiterer Wermutstropfen, die Texte sind nicht kopierbar! Wer, wie ich zum Beispiel, die Opernlibretti auf der Festplatte Original-Deutsch abspeichern möchte, ist gekniffen.

Liebe Grüße vom
.

MUSIKWANDERER

Marnie

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82

Freitag, 18. März 2011, 13:06

Lieber Musiwanderer,

danke für den Hinweis auf die CD-ROM. Ich denke, dann werde ich mir diese Box doch bestellen.
Ein Textheft wäre mir zwar auch lieber, aber mit einer CD werde ich auch klarkommen.
Viele Grüße,

Marnie

musikwanderer

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83

Freitag, 18. März 2011, 14:38

Liebe Marnie,

für den Fall, daß Du an einer weiteren Box mit Händel-Opern Interesse hast, hier ist noch eine, die ich mit seinerzeit zugelegt habe und die bei beiden Tamino-Wernepartnern erhältlich ist:


Diese Box enthält allerdings keine CD-Rom mit den Libretti, nur ein schmales Heft mit den Inhaltsangaben. Für Libretti gibt es aber eine Website aus der Schweiz:

http://opera-guide.ch/opern_komponisten.…&first-letter=H

da ist einiges drin. Speziell in diesem Fall habe ich es nicht genau überprüft, ob und welche Händel-Opern Original-Deutsch vorhanden sind.

Liebe Grüße vom
.

MUSIKWANDERER

Marnie

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84

Freitag, 18. März 2011, 16:13

Lieber Musikwanderer,

nochmals danke für den Hinweis. Ich werde mich mal mit den beiden Boxen auseinander setzen und sehen, welche ich mir zulegen werde.
Viele Grüße,

Marnie

moderato

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85

Samstag, 19. März 2011, 10:43

Lieber musikwanderer

Da hab ich unter den 16 CDs doch glatt übersehen, dass die Libretti in CD-ROM-Format beiliegen. So kann man den Text am PC bzw. Laptop mitlesen. Die Interpretationen dieser BOX sind wirklich erste Klasse.

.
Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

.

musikwanderer

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86

Samstag, 19. März 2011, 17:07

Lieber moderato,

Zitat

Da hab ich unter den 16 CDs doch glatt übersehen, dass die Libretti in CD-ROM-Format beiliegen. So kann man den Text am PC bzw. Laptop mitlesen.

Fällt ja auch nicht sofort auf, ich habe sie auch nicht sofort wahrgenommen. Aber das Mitlesen am PC oder Laptop ist etwas, daß ich hasse...

Liebe Grüße vom
.

MUSIKWANDERER

Theophilus

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Dienstag, 22. März 2011, 18:48

Aber das Mitlesen am PC oder Laptop ist etwas, daß ich hasse...

Wie wäre es dann mit einem Netbook oder gar Tablet? Schlagen die Mini-CD-Textbücher bei weitem. Diese sind doch nur etwas für Minimal-Fetischisten...

;)

m-mueller

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88

Samstag, 14. Januar 2012, 00:40

Ich kenne vielleicht 10 Händel-Opern näher, die meisten sind dann doch eher langweilig.

Was mir bisher am besten - und zwar mit weitem Abstand, den Messiah nicht zu den Opern zählend - gefallen hat, ist Semele mit Cäcilia Bartoli.




Die Oper ist musikalisch sehr gut komponiert (neben Rezitativen und Arien auch Choreinlagen, NUR Rezitative und Arien können einem auch schon mal auf den Keks gehen), die Inszenierung ist modern und trotzdem geschmackvoll, das Orchester ist feinfühlig und ausdrucksstark, die Interpreten gut bis sehr gut.

Die Bartoli ist allerdings einfach unglaublich, ein Energiebündel sondergleichen, starke Mimik, umfassende Gestik und eine atemberaubende Stimme.

Insgesamt: die von mir bestbewertete Oper insgesamt (einschließlich Zauberflöte), etwas, das ich mir immer wieder ansehen kann.

Musik: 8, Interpretation: 9, Klang 10 (Bluray DVD)