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Elisabeth

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Beiträge: 3 393

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2010

31

Montag, 6. Oktober 2008, 14:59

Zitat

Original von Walter Krause


Deutsche Grammophon Gesamtaufnahme 1977 (ich höre allerdings nicht die abgebildete CD-Ausgabe, sondern die LP-Lizenzedition von Hungaroton)

Carlos Kleiber, Bayerische Staatsoper München: 5 (wird mit Recht oft als Referenz gepriesen, jedenfalls mit zur absoluten Traviata-Spitze gehörend; scheut nicht vor etwas manieristischen Effekten zurück, bringt die aber mit einmaliger Verve, viel Rubato, sehr um historische Authentizität bemüht bzw. so wirkend)

Ileana Cotrubas (Violetta): 5 (besitzt nicht eine voce d'angelo wie die Tebaldi oder Victoria de los Angeles <was nicht heißt, daß C. nicht auch engelsgleiche Töne beherrscht - am Ende des 2.Akts beim "Alfredo. Alfredo, di questo core" beweist sie es beispielsweise>, aber das Zerbrechliche drückt sie aus wie keine andere; im Gegensatz zu den Italienerinnen kein bloßer Typus, eine individuelle Persönlichkeit mit Charakter und unendlichen Nuancen)

Placido Domingo (Alfredo): 5 (vom Timbre her eigentlich kein idealer Alfredo, aber macht das mit Charakterisierungskunst und Intelligenz mehr als wett - paßt dadurch wunderbar zur Cotrubas; interpretiert vielschichtiger als die klassischen Tenöre aus der Mitte des 20.Jh.)

Sherrill Milnes (Giorgio Germont): 4,5 (eine eher helle Stimmfärbung, also kein zu alter Vater; sein Pech ist eigentlich, daß es noch bessere Germont-Väter gibt; auch er erfolgreich bemüht, keine bloß sängerisch gute Leistung abzuliefern)

Rest: 4

Gesamturteil: 24:5 = 4,8

Tonqualität: 4,5


Der Vorzug dieser Aufnahme ist nicht zuletzt, daß das Ergebnis wie aus einem Guß wirkt. Ensemble pur, sozusagen. Sternstundencharakter.

LG

Waldi




Lieber Waldi,


mit herzlichem Dank für Deine wunderbar-treffende Charakterisierung meiner Lieblingsaufnahme verdopple ich sehr gerne Deine Wertung!


LG, Elisabeth

Walter Krause

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Registrierungsdatum: 24. April 2007

32

Montag, 6. Oktober 2008, 16:03

Na, dann setze ich noch eins drauf, weil ich mir am Wochenende auch diese "Traviata" gegönnt habe:

Zitat

Franco Zeffirelli Film 1982





James Levine, MET Orchester: 4,5 (sicher eine von Levines besten Leistungen; etwas schwierig zu beurteilen, weil Zeffirelli ja meisterhaft auf die Musik abstimmt)


Teresas Stratas (Violetta): 5 (und da hat natürlich ihr wunderbares Spiel einen gehörigen Anteil, rein musikalisch wären es vielleicht nur 4,5, obwohl sie die hohen Töne sehr schön bringt)

Placido Domingo (Alfredo): 5 (kein jugendlicher Alfred, aber überzeugend in jeder Nuance, ist noch besser als bei Kleiber)

Cornell McNeil (Giorgio Germont): 4,5 (an sich mein Lieblingsvertreter in dieser Rolle, aber hier schon über seinen Zenit hinaus; die goldene Wärme seines Organs ist nicht mehr hundertprozentig da, dafür ist er grandios wie nie, wenn er seinen Sohn nach dessen Eifersuchtsexzeß zur Rede stellt)

Rest: 4,5


Zeffirelli: 5 Punkte (und die wirken armselig gegen seine Leistung; ich begreife es, wenn seine Art nicht jedem gefällt, aber in dieser Art ist es eben phantastisch)

Gesamturteil: 24,5 : 5 = 4,9

Diese Realisation ist so sehr Gesamtkunstwerk, daß man die musikalische Komponente unmöglich losgelöst von der optischen beurteilen kann. Deswegen kann man auch die Stratas nicht direkt mit der Cotrubas vergleichen (die stößt zwar ein È tardi heraus, das mich wirklich ins Herz trifft, aber die Stratas ist kaum weniger berührend).

LG

Waldi
Homo sum, ergo inscius.

Walter Krause

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Registrierungsdatum: 24. April 2007

33

Mittwoch, 4. Februar 2009, 17:18



Live-Mitschnitt New York 1949

Cantus Classics 2007


Giuseppe ANTONICELLI, Orchester der Metropolitan Opera: 4 (Sehr ordentliche Leistung; die Tempi oft - für uns heute eher ungewohnt - getragen, aber daran gewöhnt man sich bald)

Eleanor STEBER (Violetta): 4,5 (der Gegenpol zu Cotrubas: mehr erfahrene Weltdame, stimmlich in Hochform; man spürt die Ausstrahlung dieses Stars)

Giuseppe di STEFANO (Alfredo): 4 (wirkt anfangs fast schüchtern und braucht lange, bis er seine gewohnte Strahlkraft entwickelt, bis dahin nur gut, aber nicht so auffallend)

Robert MERRILL (Giorgio Germont): 4 (tolle Stimme, packt die Partie hochdramatisch an; dabei gehen aber doch manche Feinheiten ein bißchen verloren)

Rest: 4

Gesamturteil: 20,5 : 5 = 4,1

Tonqualität: Wechselt zwischen mäßig und gut, ergo: 3,5

Oper nach altem Stil: Recht pathetisch, die eindrucksvolle Formgestaltung meist über den empfindsamen Ausdruck stellend, aber in dieser Beziehung sehr konsequent und hervorragend interpretiert.
Homo sum, ergo inscius.

MosesKR1

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Beiträge: 824

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

34

Montag, 11. Mai 2009, 16:26





Carlos Kleiber, Bayerische Staatsoper München: 5

Ileana Cotrubas (Violetta): 5
Placido Domingo (Alfredo): 4
Sherrill Milnes (Giorgio Germont): 4
Rest: 4

Gesamturteil: 22:5 = 4,4

Tonqualität: 3 (hier wurde in der Technik rumgepfuscht)

siebenkaes

Anfänger

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Beiträge: 10

Registrierungsdatum: 9. Mai 2009

35

Samstag, 30. Mai 2009, 18:18



Bayerisches Staatsorchester, Zubin Mehta: 5
Anja Harteros: 5
Piotr Beczala: 5
Paolo Gavanelli: 3
Rest: 3

Gesamt: 21/5 = 4,2

Tonqualität (SACD): 5, Liveaufnahme

Bisher war die Kleiber Einspielung (DG) mein Favorit, die obige ist jetzt auf dem gleichen Platz wegen Mehta, Harteros und Beczala.
Verwirrt mich bitte nicht mit Fakten.

Joseph II.

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Beiträge: 11 637

Registrierungsdatum: 29. März 2005

36

Samstag, 17. Februar 2018, 17:36

RCA 1960



Orchester der Oper Rom/Fernando Previtali: 4,5

Anna Moffo (Violetta): 4,5
Richard Tucker (Alfredo): 4,5
Robert Merrill (Giorgio Germont): 4,5

Rest: 4

Gesamtwertung: 22 / 5 = 4,4

Tonqualität: 4

Sehr gute Alternativeinspielung, die heute offenbar nicht mehr ganz den Bekanntheitsgrad anderer Aufnahmen genießt.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

La Roche

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Beiträge: 2 615

Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

37

Sonntag, 18. Februar 2018, 10:40

Zum Beitrag 32 (Zeffirelli)

Ihr werdet es mir nicht glaube, ich finde diese Traviata zu kitschig!!! Das ist keine Wertung des musikalischen Teils!!

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer