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Wolfram

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31

Freitag, 6. April 2012, 16:17

An Ausdruck war die Varnay wohl kaum zu überbieten.

Helen Traubel hast Du gehört? Etwa den Mitschnitt des Bühnendebuts der Varnay aus Dezember 1941 (Met)? Oder den Tristan von Februar 1943 an der Seite von Melchior, ebenfalls mit Leinsdorf am Pult?

:hello:
Viele Grüße, Wolfram

Joseph II.

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32

Freitag, 6. April 2012, 16:21

Zugegebenermaßen nein. Muß ich wohl noch nachholen, auch wenn ich tontechnisch nicht viel erwarte.

:hello:
"Auflehnung ist das heiligste aller Rechte und die notwendigste aller Pflichten." – Gilbert du Motier, Marquis de La Fayette

Wolfram

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33

Freitag, 6. April 2012, 16:25

Also, zumindest die Walküre vom 6. Dezember 1941 aus der Met ist ein Muss ... Varnay, Traubel, Thorborg, Melchior, Schorr, Kipnis, alle zusammen befeuert von Leinsdorf ...

Viele Grüße, Wolfram

Theophilus

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34

Freitag, 6. April 2012, 16:49

oh, darüber kann man sicher trefflich streiten.

Nein kann man nicht! ;)
Schau dir noch einmal die Liste ihrer frühen Rollen an. Das singt KEIN Mezzo - auch kein verkappter. Und du willst mir doch nicht weismachen, dass du sonst noch nie eine Sopranistin mit Problemen bei Spitzentönen gehört hast, oder? Ihre reiche Mittellage war ein zusätzlicher Bonus für ein gewisses Repertoire, das sie dann auch für geraume Zeit mit dominierte. Und sie erleichterte zweifellos die Fortführung ihrer Karriere im Mezzofach, als die Spitzentöne auch schon mit viel Anstrengung problematisch wurden. Und mit Rollen wie Fricka, Ortrud oder Waltraute wäre Astrid Varnay auch nie DIE Varnay geworden...

Die einzige Konzession, die ich in diesem Zusammenhang machen kann, ist die Tatsache, dass es Stimmen gibt, die merklich über den zentralen Bereich hinausreichen, was eine Klassifizierung etwas erschwert, den Einsatzbereich aber erfreulich erweitert.
Man hört auch immer wieder von Sängern, dass sie im Anfangsstadium eigentlich nicht wussten, welches Fach am geeignetsten sei und selbst fähige Gesangslehrer sich darüber lange Zeit nicht einigen konnten. Und es gibt den nicht ganz unbekannten Fall, dass eine von ihrer Statur her prädestinierte Altistin beim Studium von Rossinis Koloratur-Alt-Partien eine derartige Agilità entwickelte, dass ihre Gesangslehrerin sie flugs ins Koloratursopranfach wechseln ließ und sie dort zum Superstar ihrer Zeit wurde.


Egal, was Frau Varnay nun war, sie war großartig. Übrigens finde ich, daß sie die Höhe müheloser erreicht als Frau Mödl

Selbstverständlich, denn Frau Mödl war nun ein echter Mezzo, der einige Rollen des Sopranfaches sang (wie auf anderem Gebiet z.B. auch Christa Ludwig). Frau Mödl gab dieses Wildern auf fremden Gefilden selbst auch ganz offen zu, rechtfertigte dies aber mit der Tatsache, dass dies für sie einfach die schönsten und erstrebenswertesten Gesangsrollen überhaupt waren und sie dafür jedes Risiko bewusst und gerne in Kauf nahm.

Ich kann mich noch an ein Künstlergespräch einer prominenten Kollegin erinnern, die in den 50ern mit Frau Mödl alternierend in Bayreuth sang und leicht süffisant bemerkte, dass an den Abenden mit Frau Mödl die Kollegenschaft zitternd und Daumen haltend in den Kulissen stand und mitfieberte, ob denn die nötigen Spitzentöne kamen (oder auch nicht...).

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Wolfram

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35

Freitag, 6. April 2012, 19:32

Nein kann man nicht!

Und? Warum tust Du es dann, o Du Geist, der stets verneint?

Oder wolltest Du sagen: Keiner darf darüber streiten - nur der große Theophilus darf?
Viele Grüße, Wolfram

Theophilus

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36

Freitag, 6. April 2012, 21:11

Keiner darf darüber streiten - nur der große Theophilus darf?

Gott, hast du ein kurzes Gedächtnis! Lies einmal dein eigenes Posting - du bist der einzige, der hier streiten will!

:D

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Wolfram

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37

Sonntag, 10. Juni 2012, 23:04

R. Wagner: Siegfried – CD EMI (Rom live November 1953)



Wilhelm Furtwängler, Orchestra Sinfonica della Radio Italiana – 4,5
Eigentlich bleibt nichts zu sagen, was nicht auch schon zu Rheingold und Walküre gesagt worden wäre: Furtwängler geht die Musik mit viel Ruhe, aber alles andere als statisch an. Wiederum überzeugt der stimmige und unaufdringliche Fluss der Musik, nichts wird um des Effektes willen aufgedonnert oder gesäuselt. Höhepunkte entstehen völlig organisch aus dem Ganzen heraus. Wie hat Fu nur dieses Gefühl von „Richtigkeit“ erzeugt? Unglaublich. – Das Orchester dieser Aufnahme wurde oft gescholten, aber in den Bayreuther Mitschnitten der 1950er Jahre habe ich mehr Patzer gehört Sogar das gefürchtete Hornsolo wird fast makellos gespielt. - Dirigent 5, Orchester 4.

Siegfried – Ludwig Suthaus – 4,5
Was würde dieser Ausnahmesänger heute für eine Karriere im schweren Fach machen können! Völlig unangestrengt singt er diese Partie, bei der er ja fast ununterbrochen auf der Bühne steht, und hat im dritten Aufzug noch Reserven, um sich gegen die frische Martha Mödl zu behaupten. Dennoch: es fehlt ein Quäntchen Höhenglanz.

Mime – Julius Patzak – 4
Patzak singt den Mime, anstatt ihn zu keifen! Trotzdem hebt sich seine Stimme mit dem notwendigen Kontrast von Siegfried ab – das ist ja das Problem des ersten Aufzugs, dass überwiegend zwei Tenöre auf der Bühne stehen. Bezüglich der Durchzeichnung des Charakters bleibt er aber hinter den Möglichkeiten der Rolle ein wenig zurück, ist vielleicht nicht ganz so stark wie im Rhengold. Da habe ich Gerhard Stolze in der Solti-Einspielung im Ohr.

Wanderer – Ferdinand Frantz – 4
Der resignierte Wanderer liegt Frantz eher als der jugendlich-aktive Rheingold-Wotan. Seine Gestaltung wirkt auf mich glaubhafter als in Rheingold und Walküre. Wiederum punktet er mit seinem mächtigen Stimmorgan.

Alberich – Alois Pernerstorfer – 4
Eine dunkle, mächtige Stimme mit Tendenz zum Knorrigen, wie es bei slawischen Sängern manchmal zu hören ist. Klingt manchmal geradezu prächtig! Vielleicht etwas zu viel Vibrato. Den abgrundtiefen Hass des Alben höre ich nicht so recht heraus. Da fehlt mir eine wichtige Grundfarbe der Darstellung. Doch en detail ist die Rolle gut durchgezeichnet. – Das ist eine der Stimmen, bei denen ich sofort glaube, dass sie live nochmal ganz anders wirkten als vom Medium.

Fafner – Josef Greindl – 4
Durch das Sprachrohr immer schwierig zu beurteilen. Greindl singt einen gelassenen Fafner. Mehr als hinreichend suggestiv.

Brünnhilde – Martha Mödl – 4,5
Ihre dunkle Stimmfarbe finde ich hochattraktiv für die Brünnhilde. Die manchmal beschriebenen Höhenprobleme (sie war ein echter Mezzo) sind in dieser Aufnahme nicht hörbar. Es liegt viel berührende menschliche Wärme in diesem Singen.

Erda – Margarete Klose – 5
Voilà! Ein echter Alt! Fast degradiert Frau Klose alle anderen zu Mezzos (Entschuldigung). Dennoch völlig mühelos in der Höhe. Ihre Würde erzielt sie nicht durch veräußerlichte Gestaltung, sondern durch schiere Stimme. Bezwingend.

(Nicht in der Wertung: Waldvogel – Rita Streich – 5+).

Gesamt 34,5/8 = 4,31

TQ: 2,5
(Siehe auch Rheingold und Walküre 1953) Meist gute Verständlichkeit der Stimmen. Das Orchester klingt leider nicht sehr transparent. Aber ich finde die Klangqualität sehr akzeptabel. Für Erst-Hörer sicher weniger geeignet.

Fazit:
Auf demselben hohen Niveau wie in „Rheingold“ und „Walküre“ geht es weiter. Durchgängig hohes Niveau der Sänger, sehr organische Anlage der Wiedergabe der Musik!
Viele Grüße, Wolfram

SchallundWahn

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38

Sonntag, 1. Juli 2012, 09:57

Bayreuth 1953



Festspielorchester Bayreuth, Clemens Krauss : 4 (wie in den anderen teilen sehr klar nicht zu wuchtig)

Siegfried (Wolfgang Windgassen): 4
Mime (Paul Kuën): 4
Wanderer (Hans Hotter): 5 (hier passt er am besten)
Alberich (Gustav Neidlinger): 5
Fafner (Arnold van Mill): 5
Brünnhilde (Astrid Varnay): 4,5 (bisher meine liebste Brünhilde)
Erda (Jean Madeira): 4

Wertung : 35,5 / 8 = 4,44

Bayreuth 1966/67



Festspielorchester Bayreuth, Karl Böhm : 5 (teils feurig, prächtig, mit Drive)

Siegfried (Wolfgang Windgassen) : 5 (gefällt mir hier bei von allen jungen Siegfrieds am besten...sowieso DER Siegfried für mich)
Mime (Erwin Wohlfahrt) : 5 (ich finde ihn genial...allein in der die Nothung-Schmiede-Szene und dann dieses Gelächter, herrlich)
Wanderer (Theo Adam) : 2,5 (fleckiger Gesang, arge Probleme)
Alberich (Gustav Neidlinger) : 4 (in früheren anderen Jahren noch besser)
Fafner (Kurt Böhme) : 4
Brünhilde (Birgit Nilsson) : 4 (gesanglich wie immer Spitze, aber zu kühl und oberflächlich)
Erda (Vera Soukupova) : 3

Wertung : 32,5 / 8 = 4,06

Für mich lohnt sich diese Aufnahme vor allem wegen der Szenen zwischen Siegfried und Mime.

Bayreuth 1960



Festspielorchester Bayreuth, Rudolf Kempe : 4,5 (sonst sehr fein, aber manchmal fehlt etwas Schmackes)

Siegfried (Hans Hopf) : 3,5 (jemand schrieb im Forum lustig, aber treffend Hopf klingt wie sein eigener Vater...kein junger Siegfried)
Mime (Herold Kraus) : 3,5 (etwas mehr Darestellung wäre drin gewesen)
Wanderer (Hermann Uhde) : 4 (gefällt mir besser als junger Wotan)
Alberich (Otokar Kraus) : 4
Fafner (Peter Roth-Ehrang) : 4
Erda (Marga Höffgen) : 4
Brünhilde (Birgit Nilsson) : 4 (siehe oben)

Wertung : 31,5 / 8 = 3,94
"Die Glücklichen sind neugierig."
(Friedrich Nietzsche)