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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

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Schneewittchen

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Freitag, 8. März 2013, 22:49


Helmut Kohl: Eine politische Biographie
von Hans-Peter Schwarz

Auf meinem Kindle lese ich gerade eine Biographie über den Kanzler der Einheit.
Das erste Viertel des Buches habe ich durchgelesen. Es handelt von der Zeit Helmut Kohls auf den Weg nach Bonn.
Interessant für mich die Nachkriegssituation des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, zuvor französiche Besatzungszone, das Bundesland, wo ich eingeschult wurde, nahe der Grenze zu Frankreich, als das Saarland noch französisch war.
Man erfährt, wie Helmut Kohl es schaffte, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz zu werden und wie er dann nach Bonn ging, um dort Bundeskanzler zu werden. Seine Freunde und seine Feinde werden im Buch aufgeführt, an deren Namen man sich erinnert, wenn man die Zeiten selbst erlebt hat.
Nun komme ich an die Stelle der Biographie, wo Kohl Bundeskanzler wird.
mfG
Michael

moderato

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Donnerstag, 14. März 2013, 13:11

Es gibt Bücher, die schlagen in die Magengrube. Unvermittelt, heftig.

Dieser Bildband enthält Photografien Charles Frégers. Darin sind wilde Gestalten der Maskenbräuche Europas abgebildet.
Einigen dieser Bilder bin ich vor einigen Monaten in einer Reportage das erste Mal begegnet; sie sind in meinem Gedächtnis haften geblieben. Beim Schlendern durch eine Buchhandlung stiess ich auf diesem Bildband. Beim Durchblättern wieder die gleichen Gefühle. Archaisches, beunruhigend Bilder. Mein Unterbewusstsein hat sich bemerkbar gemacht.

Das Essay "Mit wildem Herzen" von Robert McLiam Wilson ist den Bildern vorangestellt.

http://lejournaldelaphotographie.com/arc…ger-wilder-mann
Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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Accuphan

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Freitag, 5. April 2013, 23:57

Dinner with Lenny


Endlich da nach gut drei Monaten Wartezeit. Ich bin gespannt! :)

VG, Accuphan
(gut stimmen!!)

T con brio

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Sonntag, 7. April 2013, 09:46


Martin Gregor-Dellin
Richard Wagner: Sein Leben - Sein Werk - Sein Jahrhundert

Wo doch Wagner-Jahr ist...

Ungeheuer kenntnisreich, frei von falscher Verehrung wie Verurteilung, mit Blick für die großen Zusammenhänge, schön eingebettet in die historischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge und nicht zuletzt mit der Fähigkeit gesegnet, das Ganze verständlich wie spannend für den Leser aufzubereiten, wage ich zu behaupten, ist Gregor-Dellin hier ein großer Wurf gelungen. Ich habe im Buch zwar gerade erst Wagners Pariser Zeit hinter mir, möchte für das Buch jedoch eine ausgesprochene Empfehlung aussprechen.
Prima con brio || Plattenschrank

T con brio

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Sonntag, 21. April 2013, 12:14

Durch das Wagner-Heft auf den Geschmack gekommen habe ich mir gleich auch noch folgende noch erhältliche Ausgabe der ZEIT-Geschichte bestellt:


Weit bin ich noch nicht, aber das Heft zeichnen offenbar ähnliche Qualitäten aus wie die Wagner-Ausgabe, sprich: kein Jubiläums-Lobgesang, sondern differenzierte Darstellung von vielen Autoren und vielen Aspekten. Auch wenn das nicht-loben manchmal auch bis zu pseudo-intellektuellem, überheblichem Gefasel reicht...
Prima con brio || Plattenschrank

Alfred_Schmidt

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Sonntag, 21. April 2013, 15:24

Geoffrey Chaucer : Die Canterbury Erzählungen

Der englische Dichter Geoffrey Chaucer (ca 1343-1400) schrieb seine Canterbury Tales in mittelenglischer Sprache in Versen. Die deutsche Übersetzung ist keine wirkliche "Übersetzung - sondern eine "Nachdichtung" - ähnlich der Übersetzung von Operntexten, wo ja der Reim wieder passen musste, damit man den Test auch singen kann. Eine Einschränkung - gewiss. Aber wer kann schon "mittelenglisch? - Er gibt allerdings auch Ausgaben wo beide Sprachen simultan nebeneinander stehen (linke und rechte Buchseite)

Die Canterbury Talses sind eine Sammlung von Erzählungen die - ähnlich wie Boccaccios "Decamerone" in eine Rahmenhandlung eingebettet sind. Vermutlich diente das Decamerone als Vorbild. Geschrieben wurden die Geschichte ca ab 1388 - also gegen Ende seines Lebens. Die Rahmenhandlung handelt von einer bunt gemischten Pilgerschar von 29 Leuten aus allen Gesellschaftsschichten. Sie wollen zum Grab des heiligen Thomas Becket in Canterbury. Chaucer schliesst sich ihnen an und beschreibt jede der unterschiedlichen Figuren ironisch und treffsicher.
Dabei kommt mir seine Betrachtungsweise oft modern und zynisch vor.

Über den Bettelmönch:

Zitat

Von seinem Orden war er Licentiat
Gemütlich war bei ihm die Konfession
Und angenehm gab er Absolution
Leicht war die Buße, die er zudiktierte,
vorausgesetzt, daß man ihn reichlich schmierte....


Über einen anderen Mönch:

Zitat

Die Regeln von St. Maur und Benedikt
hielt dieser Mönch für reichlich alt und strikt;
Weshalb er sich mit ihnen nicht befasste
Und seinen Schritt der neuen Welt anpasste

Das war nur ein winziger Auszug. Jede Person wird relativ genau beschrieben - und mehrere Bosheiten sind da schon dabei - ein Buch nach meinem Geschmack. Ein Wirt regte aus nicht ganz uneigennützigen Gründen an, jeder der Reisenden möge VIER Geschichten erzählen, die dann von den anderen Reisenden bewertet würden. Dem Autor der besten Geschichte sollte die Pilgergemeinschaft dann ein üppiges Nachtmal spendieren, welches er, der Wirt zusammenstellen würde.
Leider kam es nie zu den angestrebten 120 Erzählungen - es wurden lediglich 22 fertiggestellt....
Sie stellen jedoch einen wunderbaren Zeitspiegel dar....

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Louis

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Samstag, 11. Mai 2013, 11:51

Nach einigen erfolglosen Anläufen habe ich endlich in dieses riesige Werk von Tolstoi hineingefunden. Ich habe mich für die komplette Lesung mit Ulrich Noethen, als Hörbuch auf 54 CDs, entschieden.
Am 01.05. habe ich damit begonnen, immer in Kapitel-Portionen eingeteilt und möchte mich in ca 2-3 Monaten durchgehört haben.
Mir gefällt Tolstois detaillierter und "blumiger" Erzählstil sehr und dieser Roman kommt meinen beiden Interessen "Geschichte" und "Adel" sehr entgegen.

Lew Tolstoi - Krieg und Frieden.


farinelli

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Samstag, 11. Mai 2013, 14:22

detailliert und blumig - um Gottes Willen, an welche Übersetzung bist du da geraten!

Tolstois Stil ist im Gegenteil von einer unglaublichen erzählerischen Ökonomie getragen, gedrängt und nüchtern, ohne überflüssige Details. Vieles wird weniger beschrieben als evoziert. Und es fehlt vollkommen der altbackene Ton deutscher Erzählprosa im 19. Jh.

:hello:
Zerging in Dunst das heilge römsche Reich

- uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

hami1799

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Samstag, 11. Mai 2013, 16:35

Tolstois Stil ist im Gegenteil von einer unglaublichen erzählerischen Ökonomie getragen, gedrängt und nüchtern, ohne überflüssige Details. Vieles wird weniger beschrieben als evoziert.

Lieber farinelli,

vielleicht vermittelt eben dies den Eindruck des Detailreichtums? Blumig ist Tolstois Stil sicher nicht, dafür ist es oft zu weit zwischen den Adjektiven, aber das Detail ist für mich doch gegenwärtig, vor allem in der genauen und treffsicheren Schilderung der psychologischen Situation.
Doch wie Du sagst, "ohne überflüssige Details".

"Das Gebackene vom Leichenschmaus gab kalte Hochzeitsschüsseln". Diese shakespearsche Prägnanz findet man auch bei Tolstoi, wie etwa wenn Posdnyschew in der "Kreuzersonate" seine eigene Doppelmoral beschreibt: "Ich besudelte mich selbst mit dem Schmutz der Ausschweifung und schaute gleichzeitig nach jungen Mädchen aus, die im Punkte der Keuschheit meiner würdig wären!"
Mit einem Satz ist Alles gesagt, gedrängt und nüchtern, wie Du sagst.

Diese Nüchternheit ist gepaart mit einer genialen Begabung, seine Beobachtung der menschlichen Psyche exakt und gleichzeitig evokativ zu beschreiben:
"Eines Abends, nachdem wir zusammen eine Kahnfahrt gemacht hatten und beim Mondschein heimgekehrt waren, saß ich neben ihr und war ganz entzückt von ihren schlanken, in eine knappe englische robe gepressten Figürchen und ihren Locken; plötzlich kam ich zu dem Entschluss: sie und keine andere ist es!
Es schien mir an jenem Abend, dass sie alles, alles verstehe, was ich fühlte und dachte.
In Wirklichkeit lag nichts weiter vor, als dass die englische Robe und die Locken ihr ausnahmsweise gut zu Gesicht standen, und dass ich nach dem in ihrer traulichen Nähe verbrachten Tag den Wunsch nach noch intimerer Traulichkeit hegte".

Das ist schon beinahe seelische Grausamkeit: Mondschein, Kahnfahrt, Locken, Figürchen, Nähe, verstehen und Traulichkeit und was kommt dabei raus? Fast möchte man bitterlich weinen.

Louis

Profi

  • »Louis« ist männlich

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Samstag, 11. Mai 2013, 22:16

Lieber farinelli und hami1799, danke für Eure Antworten. Ich bin in Stilfragen der Literatur nicht sattelfest :stumm: Bei mir entsteht bei Tolstois Sprache (habe Anna Karenina gelesen) immer das Bild eines weit duftenden, riesigen Blumengartens, übersät mit rosa Duftwolken und so richtig wohlig einlullend :P Auf jeden Fall mag ich seine Erzählweise sehr.

hami1799

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Samstag, 11. Mai 2013, 22:33

Auf jeden Fall mag ich seine Erzählweise sehr.

Das verstehe ich, Tolstoi war ein überragendes Genie. Nur "einlullend" will nicht so recht zu ihm passen. Er schreibt oft sehr bitter, in heiligem Zorn gegen die brutale zaristische Gesellschaft, vor allem gegen die Leibeigenschaft, die barbarische Behandlung der Soldaten durch ihre Offiziere und die allgemeine Doppelmoral.
Die Ehe und ihre Folgen beschäftigten ihn in gleichem Maße wie Strindberg, er sieht es nur nüchterner, weniger neurotisch.

Für eine eingehendere Stilanalyse kann Dir allerdings unser farinelli weitaus besser weiterhelfen als ich.

Viele Grüße
hamsi1799

m-mueller

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Sonntag, 12. Mai 2013, 01:04

seit langem mal wieder:

Perry Rhodan, Andromeda-Zyklus

Andrew

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Sonntag, 12. Mai 2013, 07:22

Ich lese zurzeit noch (bin schon im November 1913 angekommen ...):


Florian Illies
1913. Der Sommer des Jahrhunderts


Zitat von »Klappentext«

Ein Buch so farbig, so schillernd, so vielgestaltig wie der Sommer des Jahrhunderts. "Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen - Illies' Geschichten sind einfach großartig." Ferdinand von Schirach Die Geschichte eines ungeheuren Jahres, das ein ganzes Jahrhundert prägte: Florian Illies entfaltet virtuos ein historisches Panorama. 1913: Es ist das eine Jahr, in dem unsere Gegenwart begann. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Man kokst, trinkt, ätzt, hasst, schreibt, malt, zieht sich gegenseitig an und stößt sich ab, liebt und verflucht sich. Es ist ein Jahr, in dem alles möglich scheint. Und doch wohnt dem gleißenden Anfang das Ahnen des Verfalles inne. Literatur, Kunst und Musik wussten schon 1913, dass die Menschheit ihre Unschuld verloren hatte. Der Erste Weltkrieg führte die Schrecken alles vorher schon Erkannten und Gedachten nur noch aus. Florian Illies lässt dieses eine Jahr, einen Moment höchster Blüte und zugleich ein Hochamt des Unterganges, in einem grandiosen Panorama lebendig werden. Malewitsch malt ein Quadrat, Proust begibt sich auf die Suche nach der verlorenen Zeit, Benn liebt Lasker-Schüler, Rilke trinkt mit Freud, Strawinsky feiert das Frühlingsopfer, Kirchner gibt der modernen Metropole ein Gesicht, Kafka, Joyce und Musil trinken am selben Tag in Triest einen Cappuccino - und in München verkauft ein österreichischer Postkartenmaler namens Adolf Hitler seine biederen Stadtansichten. "Die Konstruktion des Buches ist fabelhaft, Florian Illies' anekdotischen Gaben sind es nicht minder, die Charakterisierung von Personen und Situationen ist beeindruckend. Auch was ich zu kennen meinte, habe ich hier ganz neu gelesen." Henning Ritter

Ein im übertragenden Sinne sehr vielseitiges Buch, manchmal ein bisschen zu plauderhaft, aber doch äußerst interessant geschrieben. Erinnert ein bisschen an Kempowskis Patchwork-Literatur und eröffnet ungeahnte Perspektiven ("Was wäre, wenn ...?").



Auf dem Nachttisch liegt eine ganz andere Lektüre:

John Flanagan
Die Chroniken von Araluen 02. Die brennende Brücke


Mein Sohn ist jetzt 11, und er liebt diese Bücher. Er ist der festen Überzeugung, dass ich die alle lesen muss. Das mache ich auch.

Mit freundlichen Grüßen von der Nordseeküste, Andrew
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

moderato

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Donnerstag, 23. Mai 2013, 10:40


Als ich dieses Buch in der Auslage mit Büchern zum "200. Geburtstag Richard Wagners" sah, musste ich es kaufen.

Kerstin Decker: Richard Wagner - Mit den Augen seiner Hunde betrachtet

Robber, Peps, Leo, Pohl und Russ waren die Hunde, die mit Richard Wagner ihr Leben teilten. Ein vergnüglich zu lesendes Buch, das den Komponisten einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

Wuff! Ich verleih 5 Knochen von 5 für dieses Wagner-Buch!
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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
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Sonntag, 26. Mai 2013, 14:55


Gidon Kremer

Briefe an eine junge Pianistin


Der Leser erfährt in diesen Briefen viel über den Musikbetrieb, wie schonungslos vermarktet wird, in welchem Spannungsverhältnis sich ein Künstler befindet, was es zu bewahren gilt.
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mucaxel

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Sonntag, 26. Mai 2013, 15:20

Krimi Preis 2013

mucaxel

hami1799

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Montag, 27. Mai 2013, 12:09



Nach einer Empfehlung von Johannes. Und wahrlich, Haas ist ein Genie!

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Montag, 27. Mai 2013, 14:46

Gedichte von Hölty.

Andrew

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Montag, 27. Mai 2013, 19:05

Ich lese zurzeit:

Edward Rutherfurd:

Im Rausch der Freiheit
Originaltitel: New York



Zitat

Rutherfurd erzählt die Schicksale von vier Familien - einer holländischen, deutschen, britischen und einer italienischen -, in denen sich die ganze Geschichte der aufregendsten Metropole der Welt widerspiegelt: von den Anfängen im 17. Jahrhundert, als in »Neu- Amsterdam« Pelz und Branntwein gehandelt wurde, über die Freiheitsbestrebungen und den Bürgerkrieg bis zu den großen Finanzcrashs des 20. Jahrhunderts. Ein großes Epos voller Liebe und Abenteuer und aufregender Porträts historischer Persönlichkeiten.

Rutherfurds farbenprächtiges Familienepos zeichnet die Geschichte New Yorks von seiner Gründung bis in unsere Zeit nach. Zahlreiche historische Persönlichkeiten wie George Washington, Abraham Lincoln, Theodore Roosevelt oder der legendäre Bankier und Großunternehmer J. P. Morgan werden dem Leser in Nahaufnahme porträtiert. Und immer wieder wird deutlich, wie sehr auch deutsche Einwanderer - der aufsässige Gouverneur Johann Jakob Leisler, der unbeugsame Drucker J. P. Zengen oder der Multimillionär Johann Jakob Astor - die Geschichte dieser faszinierenden Stadt prägten.


Dieses Buch kann ich sehr empfehlen. Es eignet sich für alle, die gern dickleibige, unterhaltsam und interessant geschriebene Bücher mit historischem Hintergrund lesen. Das Buch hat gewisse Längen, gewiss ... Dann muss man halt etwas blättern. Bei über elfhundert Seiten kann man gern mal ein paar Seiten überschlagen.
Ich habe auch "Sarum" und "London" sehr gern gelesen, besonders "Sarum" scheint mir das beste Buch des Autors zu sein. "Russka" hat mir nicht gefallen, vielleicht nehme ich es mir noch einmal vor. Die Übrigen Bücher von Rutherford kenne ich nicht, die Begeisterung der Rezensionen hält sich bei diesen Romanen in Grenzen.

Freundlich grüßt von der Nordseeküste: Andrew :hello:
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Montag, 27. Mai 2013, 19:55


Zu Beitrag 2299:
Der Zufall will es, dass ich zwei Bücher lese, welche die Vereinigten Staaten von Amerika beschreiben. Diese beiden Reiseberichte liegen nebeneinander auf meinem Lesepult: John Steinbeck: Die Reise mit Charley & Geert Mak: Amerika!
50 Jahre trennen die Reiseschilderungen. Was ist gleich, was ist verschieden? Wie stellt sich der Zustand der Vereinigten Staaten heute dar? Wie ergeht es den Menschen?

Mak folgte der Route, die Steinbeck 1960 nahm, als er über den Zustand des Landes schrieb. (Charley war der Pudel von Steinbecks Frau). Spannend zu lesen, wie sich die Orte verändert haben, wie die Stimmung im Jahre 2010 sich darstellt. Der Optimismus der Amerikaner anfangs der 60er Jahre ist inzwischen der Skepsis gewichen.
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Klaus 2

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Freitag, 7. Juni 2013, 12:36

Henscheid hat dazumal mit seiner "Trilogie" einen wirklich großen Wurf geschaffen. Stilistisch hat er sich damit zu einem der ganz Großen der deutschen Literatur aufgeschwungen. Als Mitbegründer und Aktiver der "Neuen Frankfurter Schule" hat er die literarische, humoristische Landschaft in Deutschland stark mitgestaltet. Nach der Trilogie folgten viele kleine und große Werke, die kaum genug zu loben sind.

Mit den Jahren entwickelte er dann leider eine Art literarischen Autismus, der sich in Kettensätzen ausdrückte, deren Sinngehalt großen detektivischen Ehrgeiz erforderte, diesen jedoch oft nicht lohnte.

Nun eine Rückschau auf sein Leben. Es war auf jeden Fall ein Erlebnis, plötzlich ein Foto von Hans Duschke und dem Kerzenhändler Lattern zu sehen! Aber der Inhalt. Was ein Geweine und Geheule, dass er selbst nie genug oder falsch oder wie auch immer gewürdigt werde. Dass sich die von ihm Geschmähten gewehrt haben, welch Sakrileg. Er erinnert hier sehr stark an den späten Arno Schmidt, der auch mit seinen Lesern so furchtbar unzufrieden war.

Dass er dieses Eigenlob immer wieder in ironische Form gießt, funktioniert irgendwann in dieser peinlichen Häufung überhaupt nicht mehr. Da lamentiert ein alter Mann, dass man ihn nicht ausreichend ehre.
Selbst Freunde und Weggenossen wie Robert Gernhardt sind da auf einmal nicht mehr wirklich gut genug als Weggefährten für den selbsternannten Titanen. Der Neid auf andere, die Preise (NObe!) errungen haben, scheint immer wieder durch.

Ich werde die Vollidioten und die Mätresse des Bischofs immer wieder lesen, aber dieses Buch verschwindet wohl auf Nimmerwiedersehen im Regal!

Tschö
Klaus
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Dienstag, 25. Juni 2013, 15:50

Gerade zu Ende gelesen



Gerade fertig gelesen war sehr spannend das Leben von Liszt besser kennen zu lernen!
Sehr gut geschrieben, spannend und sehr informativ.
Fazit EMPFEHLENSWERT ****

:) :rolleyes:
mucaxel

moderato

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Dienstag, 25. Juni 2013, 19:00

Robert Gernhardt

Sämtliche Gedichte 1954-2006

1168 Seiten


Ich kann nicht behaupten vorne zu beginnen und mich lesend durchzuarbeiten. Ich schlage das Buch auf und ergötze mich am Humor, am Tiefsinn und der Sprachkunst dieses Dichters.
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Klaus 2

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Dienstag, 25. Juni 2013, 19:09

Gernhardt war der Goethe unserer Generation!
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

Don_Gaiferos

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Dienstag, 25. Juni 2013, 23:10

Ich empfehle alles von Chesterton, der so viel mehr als "nur" die Father Brown - Geschichten" geschrieben hat. Kaum ein Denker war so profund und witzig zugleich. Ein Meister des Paradox und des Wortspiels.
Ich empfehle diesen Prachtband der Anderen Bibliothek, ein Fest der Buchkunst, sowohl was die Austattung als auch den Inhalt angeht:



Aus der Verlagswerbung:


"Cape und zerdrückter Hut, Stockdegen und Zigarre. Er war ein Mann mit Stil. Und natürlich exzentrisch. Anderes ist von seinen Geschichten nicht zu erwarten – darunter seine erst posthum veröffentlichten Kriminalnovellen, dem deutschen Leser bisher unbekannt. In den letzten Monaten seines Lebens veröffentlichte Gilbert Keith Chesterton monatlich eine Kriminalnovelle im »Storyteller« – ihr Held ist ein seltsamer Regierungsbeamter namens Mr. Pond. Die Sammlung dieser acht scharfsinnigen und von Geistesblitzen erhellten Geschichten – Die Paradoxe des Mr. Pond erschien erst ein Jahr nach Chestertons Tod. Es ist Chestertons letzter literarischer Coup und wir wissen: nur in schlechten Detektivgeschichten ist die Lösung materieller Natur. Ein Jahrzehnt zuvor erschien eine andere Sammlung von Kurzgeschichten, die Geschichten vom überspannten Bogen. Die Helden dieser Erzählungen geraten in bizarre Abenteuer, denn jede der Geschichten, geschrieben mit diebischer Freude am Paradoxen, Märchenhaften und Surrealen, handelt vom Umsetzen eines englischen Sprichworts in die Wirklichkeit – und Unmögliches wird möglich. Nun also sind diese »unmöglichen« Geschichten endlich nach bald 90 Jahren ins Deutsche übertragen worden dank Boris Greff und Matthias Marx: Studienrat für Englisch der eine (Jahrgang 1973) und katholischer Priester (Jahrgang 1954) der andere, sind beide seit Jahren mit der Chesterton-Übersetzung befasst, zuletzt erschien von ihnen Die Unschuld des Kriminellen (2010). Für unseren neuen Band haben beide auch ein essayistisches Nachwort beigegeben."

moderato

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Dienstag, 9. Juli 2013, 21:11


George Orwell
1984


Den Grund, weshalb ich dieses Buch wieder lese, muss ich nicht erläutern. ;)

Lorin Maazel hat übrigens eine Oper mit gleichem Titel komponiert. Ich habe sie mir bestellt.
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dr.pingel

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Mittwoch, 10. Juli 2013, 12:46

Gernhardt war der Goethe unserer Generation!

Ich kenne fast alles von ihm, aber ich würde eher sagen, dass er der Wilhelm Busch war. Wilhelm Busch war deshalb schon bedeutend, weil viele seiner Gedichte und Aussprüche in den Sprachschatz des Volkes eingegangen sind.
Der Wolf frisst gezählte Schafe auch (Martin Luther)

Klaus 2

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Mittwoch, 10. Juli 2013, 12:59

Was ja bei Gernhardt auch der Fall war. Aber ich denke, dass Gernhardt sehr viel tiefer in das Bewusstsein der Deutschen gedrungen ist, als man gemeinhin meint, einfach weil man vieles von ihm gar nicht mit ihm assoziiert. Wie zum Beispiel Otto-Show oder -Filme. Die (Mit-)Gründung der Titanic ist nicht gering zu achten oder seine prägende Mitarbeit bei Pardon, - Ich sage nur WimS!
Klar, die Parallelität von Wort und Bild verweist schon stark auf Busch, wobei bei Gernhardt ja mindestens noch Theater dazukommt. (Toskana-Therapie)
Aber ich meine, dass er wie Goethe einfach das in Worte gefasst hat, was zu einer bestimmten Zeit einfach gesagt werden musste.
Auf jeden FAll ein Titan!

TSchö
Klaus
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sagitt

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Mittwoch, 10. Juli 2013, 13:37

Lese gerade verfügbares Material zu Hoffmanns Erzählungen. Die beiden zentralen Bücher von Pahlen und Csampai Holland sind leider veraltet, was in diesem Fall besonders schlimm ist.

Weiß jemand aktuelle Literatur zu diesem Thema (ausser den threads in den Klassikforen)?

Lynkeus

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Mittwoch, 31. Juli 2013, 16:09

Vor einiger Zeit gelesen:
Franz Willnauer [Hg.]
Gustav Mahler - Verehrter Herr College!
Briefe an Komponisten, Dirigenten, Intendanten


In dieser Briefsammlung wird vornehmlich die geschäftliche Korrespondenz Mahlers (in Auswahl) abgedruckt und ggf. kommentiert. Die Abfolge ist dabei weitgehend eine chronologische und zeigt insbesondere in den Briefen aus Mahlers "Wanderjahren" (1880-1896) die Rastlosigkeit und das Getriebensein des Komponisten. Aber auch die späteren Briefe liefern spannende Einblicke ins Wesen Mahlers, wenn er etwa hart und unnachgiebig Forderungen bezüglich der Aufführung seiner Sinfonien stellt oder zur Erreichung seiner Ziele taktiert und auch lügt.
Die Auswahl und Anordnung der Briefe lässt bei der Lektüre keinerlei Langeweile aufkommen.
"Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)