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  • »Johannes Roehl« ist männlich

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2 371

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 17:51

Ich habe, angeregt durch diesen Thread, wieder begonnen den "Idioten" von Dosto weiterzulesen (leider habe ich das Buch nur auf Englisch...ächz), und bin jetzt auf einmal eigentlich ganz angetan. Wenn man sich durch das Chaos der ersten 50 Seiten durchgearbeitet hat, erkennt man Licht am Ende des Tunnels.

Leichter als auf russisch, nehme ich an...
Ganz am Anfang ist doch die Argumentation von Myschkin, warum die Todesstrafe selbst für Mörder zu hart sei, das hält zwar essayistisch die Handlung auf, finde ich aber auch eine faszinierende Passage.

Felix Meritis

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  • »Felix Meritis« ist männlich
  • »Felix Meritis« wurde gesperrt

Beiträge: 2 208

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2 372

Donnerstag, 19. Dezember 2013, 22:51

Leichter als auf russisch, nehme ich an...

Nu, moschet byt'...Im Grunde ist das Buch sprachlich ohnehin nicht schwer zu verstehen, allerdings sind die vielen Dialoge mit ihren oft verkürzten Sätzen und Ausrufen auf Englisch dann doch etwas schwieriger zu verfolgen als auf Deutsch. Gott sei Dank verzichtet Dostojewski aber fast vollständig auf ausführliche Szenen- und Naturschilderungen. Dann muss man nämlich schon mal wissen, was Grasmücke, Löwenmäulchen oder Karabinerhaken auf Englisch heißt. Sehr ergiebig in dieser Hinsicht ist Thomas Hardy.....

Die Betrachtungen Dostojewskis sind meistens sehr interessant und wohl auch teilweise autobiographisch. Er selbst wurde ja nach dem Dekabristenaufstand zu Tode veruerteilt und im letzten Moment zu Lagerhaft begnadigt. Das kommt auch so ähnlich im Buch vor. Ähnliches gilt für die sehr genau geschilderten Zustände vor einem epileptischen Anfall. Durch seine Vita hat Dostojewski da Tolstoi also einiges voraus. Andererseits war Tolstoi tatsächlich so etwas wie ein Bojarin und seine Schilderungen der hohen Gesellschaft einerseits und der Bauern andererseits beruhen viel mehr auf authentischen Erfahrungen.

moderato

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  • »moderato« ist männlich

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2 373

Freitag, 20. Dezember 2013, 22:13

Andrew Solomon: Weit vom Stamm

"Dieses Buch schiesst Pfeil um Pfeil ins Herz." Ich kann diesen Satz, der in der Produktinformation steht voll und ganz unterschreiben. Es geht im Buch darum, wie Eltern damit umgehen, wenn ihr Kind gänzlich anders ist, als sie es sich erhofft hatten und wie sie ihr Leben gestalten. Die Kapitelüberschriften lauten: Sohn, Gehörlos, Kleinwüchsige, Down-Syndrom, Autismus, Schizophrenie, Behinderung, Wunderkinder, Vergewaltigung, Kriminalität, Transgender, Vater

Die beiden einrahmenden Kapitel handeln von Sohn- und Vatersein. Zitat: "Ich habe dieses Buch begonnen, um meinen Eltern zu vergeben, und ich habe es beendet, als ich Vater wurde." Mehr will ich hier nicht verraten.

Hunderte Interviews hat der Autor geführt und menschliche Schicksale erfahren. Sauber recherchiert, von den 1104 Seiten sind 264 Seiten den Anmerkungen und der Bibliographie gewidmet.
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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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moderato

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  • »moderato« ist männlich

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2 374

Freitag, 20. Dezember 2013, 22:23

Zu Dostojekwskys "Der Idiot"

Für des Russischen nicht mächtige empfehle ich die Neu-Übersetzung von Swetlana Geier. Sie hat höchstes Lob eingeheimst. Wer den Dokumentarfilm über Swetlana Geier "die Frau mit den fünf Elefanten" gesehen hat, weiss mit welcher Akribie sie die Romane ihres Landsmannes übersetzt hat.


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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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JLang

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  • »JLang« ist männlich

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2 375

Mittwoch, 25. Dezember 2013, 19:07


Ich habe angefangen eines meiner Weihnachtsgeschenke zu lesen. Für die Opernkenner hier im Forum steht sicher viel Bekanntes drin, aber mir als schlichtem, interessierten Laien gefällt nach ca. 100 Seiten Lektüre die gute Mischung aus sachlicher Information, persönlichem Urteil und scharfsinnig-ausgewogener Reflexion über viele Bereiche der Oper (v. a. auch solche, die hier bisweilen etwas emotionaler diskutiert werden).

Mit herzlichem Gruß
JLang
Gute Opern zu hören, versäume nie
(R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

Lynkeus

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  • »Lynkeus« ist männlich

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2 376

Montag, 30. Dezember 2013, 20:31

Als letztes las ich auch "Harte Zeiten", das sich mit keinerlei Sentimentalität abgibt, sondern knallhart die - manchen Auswüchsen der Industriellen Revolution zugrundeliegende - egoistische Version des Utilitarismus geißelt. Dickens ist hier zwar in einigem schwächer als in vielen anderen Romanen, was die Charakterzeichnung und den Humor angeht, aber dafür sehr scharf und poinitert. Lohnt sich schon!

Kurz vor Weihnachten habe ich, wie erhofft, doch noch die Ruhe und Muße gefunden, um Harte Zeiten zu lesen. Es stimmt schon, dass es sich bei dem Roman nicht um Dickens bestes Werk handelt, aber, wenn es etwas wie Jammern auf hohem Niveau gibt, dann ist diese meine Aussage ein treffliches Beispiel dafür. Denn es gibt auch in diesem Buch wieder Passagen, die ich nicht gegen die (heutige) Top-100 Belletristik bei amazon tauschen würde. Wie Dickens im letzten Kapitel durch rhetorische Fragen für seine Figuren erst Zukunftsentwürfe entstehen lässt, um diese dann lakonisch zu besätigen oder zu zertrümmern, ist ergreifend. Bewundernswert auch wieder sein Händchen für Namensgebung: Bounderby, Blackpool, Sparsit, Gradgrind, allesamt Namen, die einem im Hirn haften bleiben.

Gestern beendet habe ich Ted Chiang - Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes.
In seiner Sendung druckfrisch hat Moderator Denis Scheck, den ich im November persönlich zu sprechen das Vergnügen hatte, diesen Kurzgeschichtenband vollmundig gelobt. Daraufhin war er vergriffen und seit Kurzem erst wieder erhältlich. Nun, nach abgeschlossener Lektüre, bleibe ich etwas ratlos zurück, da mich die Geschichten nicht hundertprozentig überzeugen konnten. Sie sind erstklassig geschrieben, aber einerseits vermisste ich fast immer eine gute Pointe (a la Philip K. Dick) und andererseits wälze ich die Inhalte gedanklich auf der Suche nach übersehenen Hintersinnigkeiten hin und her, wie schon lange nicht mehr. Insgesamt aber lesenswert.
"Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)

  • »Joachim Schneider« ist männlich

Beiträge: 531

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2 377

Mittwoch, 8. Januar 2014, 17:12

Hallo,

ich lese gerade die Tagebücher von Thomas Mann, z.Zt. den Band 1940-1943.
Alleine für diese Tagebücher hätte er schon den Nobelpreis verdient gehabt, auch wenn er sonst nichts geschrieben hätte. Man nimmt an der Entstehung seiner wichtigsten Werke teil (Joseph u.s. Brüder, Lotte in Weimar, Doktor Faustus), bewundert seine oft sehr hellsichtigen Kommentare der politischen Lage, ist amüsiert über seinen Kampf mit den Widrigkeiten des profanen Lebens, wenn er z.B. über seinen ungehorsamen Pudel schimpft (am 6.1.1940:"Zerwürfnis mit dem Pudel wegen seiner Unfolgsamkeit nach Auffindung abstoßender Dinge"), man leidet mit ihm, wenn er wieder einmal "unwohl" ist etc. etc. Gerne hätte ich ihm einige medizinische Ratschläge gegeben, wenn er immer wieder Dinge isst, von denen ihm regelmäßig schlecht wird oder sich von seinen Hausärzten abstruse Tropfen verschreiben läßt, die er wiederum nicht verträgt, aber brav einnimmt.
Gerade die Mischung von treffenden politischen und ästhetischen Wertungen mit völlig banalen Notaten ("8.00 Uhr auf, gebadet, zum Frühstück Tee mit Ei") macht den unwiderstehlichen Reiz dieser Tagebücher aus.

Viele Grüße

J. Schneider
"Die Musik steht hinter den Noten" (Gustav Mahler)

William B.A.

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  • »William B.A.« ist männlich

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2 378

Mittwoch, 8. Januar 2014, 18:14

Zum wiederholten Male lese ich in Günter Wands Erinnerungen, allerdings in der Erstausgabe, nicht in der hier abgebildeten. Ich hatte kurz daraus zitiert im neuen RT-Thread (La Forza...).

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

moderato

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2 379

Sonntag, 9. Februar 2014, 21:47

Karl O. Knausgård

Spielen


Ein siebenjähriges Kind erzählt, von einem Jahr, das sich in der Erinnerung tief eingeprägt hat.

Beim Lesen an die beschriebenen 70er Jahre gedacht, die ich als Teenager erlebt habe und wie mein Leben irgendwie auch mit dem der Erwachsenen nichts zu tun hatte.

(Im norwegischen Originaltitel trägt das Buch den Titel "Min Kamp III". Aus verständlichen Gründen konnte dieser Titel in der deutschen Übersetzung nicht übernommen werden.)
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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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Andrew

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Montag, 10. Februar 2014, 07:30

Michael Gielen:
»Unbedingt Musik«




Zitat

Klappentext:
Michael Gielen hat Musikgeschichte geschrieben. Er arbeitete an Konzert- und Opernhäusern in der ganzen Welt und dirigierte die berühmtesten Orchester. Unter seiner Leitung wurde die Oper Frankfurt zu einem der wichtigsten Opernhäuser Europas. Musik war für ihn nie »Beruhigungsmittel«: Er gilt als Unbeugsamer, als Provokateur, als Herausforderer. Damit wurde Michael Gielen zum gefeierten Stardirigenten. Direkt und uneingeschränkt wie er selbst sind auch seine Erinnerungen - Erinnerungen an ein erfolgreiches Musikerleben und eine scharfsinnige Lebensbilanz eines Mannes, der die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat.

Ein sehr interessant, aber nicht gerade spannend geschriebenes Buch, das lesenswerte Einblicke in Gielens Lebensgeschichte und Laufbahn vermittelt. Ich bin jetzt etwa in der Mitte.

Freundliche Grüße von der Nordseeküste sendet Andrew
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

MSchenk

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  • »MSchenk« ist männlich

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2 381

Montag, 10. Februar 2014, 08:16

Michael Gielen:
»Unbedingt Musik«




Zitat

Klappentext:
Michael Gielen hat Musikgeschichte geschrieben. Er arbeitete an Konzert- und Opernhäusern in der ganzen Welt und dirigierte die berühmtesten Orchester. Unter seiner Leitung wurde die Oper Frankfurt zu einem der wichtigsten Opernhäuser Europas. Musik war für ihn nie »Beruhigungsmittel«: Er gilt als Unbeugsamer, als Provokateur, als Herausforderer. Damit wurde Michael Gielen zum gefeierten Stardirigenten. Direkt und uneingeschränkt wie er selbst sind auch seine Erinnerungen - Erinnerungen an ein erfolgreiches Musikerleben und eine scharfsinnige Lebensbilanz eines Mannes, der die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat.

Anzumerken wäre, dass Gielen trotz seiner nunmehr 86 Lebensjahre immer noch aktiv ist: So z.B. am vergangenen Freitag zusammen mit der Geigerin Isabelle Faust und dem NDR-Sinfonieorchester in der Hamburger Musikhalle. Auf dem Programm standen Bartók Konzert für Violine Nr.2, sowie die Symphonie Nr.3 d-moll [2.Fassung 1877] von Anton Bruckner. Ich war da und am Ende sehr zufrieden :thumbsup: Und wer die Gelegenheit noch nutzen will, diesen Altmeister live zu erleben: Im April dirigiert Gielen am selben Ort Gustav Mahlers 7te.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

michael74

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  • »michael74« ist männlich

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2 382

Dienstag, 25. Februar 2014, 10:48


William B.A.

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  • »William B.A.« ist männlich

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2 383

Dienstag, 25. Februar 2014, 15:48

Ich lese im Moment in dem letzten Krimi, in dem "Inspektor Barbarotti" im Mittelpunkt steht, von einem meiner Lieblingsautoren, Hakan Nesser.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
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2 384

Dienstag, 25. Februar 2014, 20:10

So langsam komme ich dazu, die Weihnachtsbücher zu lesen. Zur Zeit bin ich mit Robert Langdon in Florenz unterwegs. Ich kann ihm wirklich folgen, denn ich kenne Florenz wie meine Westentasche. Es ist eine der schönsten Kulturstädte Europas. Thematik: Dantes "Inferno" und die Geheimnisse....




Einfach gute, spannende Unterhaltung

Gruß

Bernard
Keine Kunst wirkt auf den Menschen so unmittelbar, so tief wie die MUSIK,
eben weil keine uns das wahre Wesen der Welt so tief und unmittelbar erkennen lässt



Arthur Schopenhauer

Klaus 2

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  • »Klaus 2« ist männlich

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Mittwoch, 26. Februar 2014, 08:56

Ich fand Inferno gegen die vorherigen Bücher von ihm ziemlich flau, hat mir nicht gefallen.
Ich aber lese zum wiederholten Male
allerdings in der alten Übersetzung, aber diese werde ich mir wohl auch noch zulegen.
Gewaltig!

TSchö
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

moderato

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Donnerstag, 6. März 2014, 04:05

Peter Härtling: Schumanns Schatten

Weil grad Schumann mein Interesse gilt, habe ich mir dieses Buch aus dem Regal meiner Bibliothek geholt.

Von bestimmte Autoren besorge ich mir aus Verehrung jedes Buch. Zu ihnen zählt Peter Härtling.
In diesem Zusammenhang ein kleines Erlebnis. Als ich den Booklet-Text zur Schubert-Gesamtaufnahme Harnoncourts las, ist mir ein Text sofort aufgefallen. Gebannt las ich. Am Schluss stand der Name des Verfassers: Peter Härtling.

Heute kam eine Lieferung mit vier seiner letzten Veröffentlichungen an, die den Lesestoff für die nächsten Tage bilden werden: Tage mit Echo, Winkelspiel, Dorther und 80


Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
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William B.A.

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Donnerstag, 6. März 2014, 04:49

Wie Amadeus45 bin ich nun auch auf den Spuren von Robert Langdon in die Geheimnisse des Danteschen Infernos eingetaucht, und zwar auf dem Weg zum Beethoven-Abend und auf dem Weg zurück. Die Seiten gehen ja weg wie geschnittenes Brot.

Liebe Grüße

Willi :)
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michael74

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Donnerstag, 6. März 2014, 18:14


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Donnerstag, 6. März 2014, 18:49

Hallo,

noch eine kleine Leseempfehlung für die "Akademikerfraktion": das Gastmahl des Trimalchio von Petronius Arbiter (Tusculum-Studienausgabe Lateinisch/Deutsch), ISBN 3-7608-1371-2.
Es ist tröstlich zu sehen, daß es angeberische Parvenüs auch schon im "alten Rom" gegeben hat. Ich habe mich jedenfalls nach vielen Jahren, wo ich das Büchlein schon einmal gelesen hatte, wieder köstlich amüsiert; man wundert sich vor allem, daß die Lateinkenntnisse, sofern man das zweifelhafte Vergnügen hatte, das große Latinum zu erwerben, aus den Tiefen des Unterbewusstseins wieder auftauchen, wenn man dieses mit der deutschen Übersetzung etwas kitzelt.

Viele Grüße

J.Schneider
"Die Musik steht hinter den Noten" (Gustav Mahler)

michael74

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  • »michael74« ist männlich

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2 390

Montag, 24. März 2014, 20:55



Gabs als Neuanschaffung in unserer Stadtbibliothek.

Gruß
Michael

dr.pingel

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Montag, 24. März 2014, 21:59

Ein Klassiker, der mich seit 50 Jahren begleitet: die stories von Damon Runyon. Eine Auswahl der besten Geschichten gibt es hier für kein Geld:
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auch bei Amazon, da sind sie noch billiger.
Wer das gelesen hat, will alles andere auch lesen. Und am Schluss wird er wohl "Runyonese" drauf haben. Alle Übersetzungen und Filme und Hörspiele, in "any matter, shape or form", sind hier vergeblich. Furthermore, nur die Originallektüre zählt. Bis auf einige Eigenheiten ist es aber leichtes Englisch. An die dolls oder broads oder pancakes hat man sich schnell gewöhnt, die dann rasch zu everloving wives werden. Die Männer tragen den Equalizer, auch betsy genannt, und benutzen ihn auch, und wenn, damit einem Gegner einen auf den kisser oder den noggin zu hauen. Da landet man dann schon mal mit hot pants auf dem elektrischen Stuhl.
Der Wolf frisst gezählte Schafe auch (Martin Luther)

moderato

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2 392

Freitag, 28. März 2014, 16:55

Gestern vor einer längeren Zugreise ging ich in die Buchhandlung, um mich mit Lesestoff zu versehen. Die Buchhändlerin sagte, als ich mich bei den Büchern umsah: "Lesen sie das!" und streckte mir lachend ein Buch entgegen. "Worum geht es in diesem Buch?", fragte ich. "Das werde ich Ihnen nicht verraten. Sie werden es nicht bereuen."

Gavin Extence
Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat


Hier werde ich den Inhalt gleich wie die Buchhändlerin nicht verraten. Bei der Lektüre musste ich oft schallend im Zugabteil lachen. Dass es sich um einen Bestseller handelt, wie ich nachträglich erfahren habe, muss wie in diesem Fall nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein. ;)
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Misha

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Samstag, 12. April 2014, 12:45



Empfehlenswert:
Enstehungsgeschichte und Analyse der Werke, Aufführungs- und Rezeptionsgeschichte. Die Sängerkritik ist im historischen Teil interessant, im aktuellen Teil etwas kurz (und wie immer Geschmacksfrage).
Der Autor ist kein Freund des "Regietheaters". Ein Zitat: "....Puccinis Opern setzten ihrer Neuerfindung durch Regisseure Widerstände entgegen. Die vom Komponisten so sorgfältig gestaltete couleur locale lässt sich auf der Bühne nicht ohne Schäden für die soziale Wahrheit der Oper völlig eliminieren." Dem kann ich nur beipflichten.




In der Sache oft zutreffend; leider abstoßend vulgär geschrieben.
res severa verum gaudium

Herzliche Grüße aus Sachsen
Misha

Accuphan

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Sonntag, 13. April 2014, 13:36

Stolen Moments

Gestern geschenkt bekommen, sicherlich eine 'Lebenslektüre'. Ich bin gespannt und freue mich darauf. :)
(gut stimmen!!)

JLang

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Montag, 21. April 2014, 00:02

Vielleicht keine wirklich literarische Empfehlung, aber kluge Gedanken zu außergewöhnlichen Musikstücken:



Ein interessanter Genuss
Mit bestem Gruß
JLang
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Siegfried

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Mittwoch, 9. Juli 2014, 17:22

CREDO - ein etwas anderes Bekenntnis

Liebe Literaturfreunde,

vor wenigen Tagen erhielt ich das druckfrische Exemplar eines Lyrikbandes mit dem Titel CREDO.



Es stammt aus der Feder des jungen Schriftstellers Frederik Hartmann, der zurzeit in Tübingen Germanistik studiert.

Den Abiturienten habe ich vor einem Jahr bei einer Lesung an seiner Schule in Rutesheim kennen gelernt und ich war von der außerordentlichen Reife des damals Achtzehnjährigen fasziniert. Er sinniert über das Leben, schmiedet Verse über Ruhelosigkeit, Getriebensein und doch mit der hoffnungsvollen Zuversicht, dass alles im Leben irgendwie Sinn ergibt. Der Dichter wagt einen Brückenschlag zwischen klassischer Liebeslyrik und modernen Songtexten, wobei er die pulsierende Rhythmik des Rap mit Stilelementen der deutschen und englischsprachigen Literatur verbindet. Credo ist das vibrierende Glaubensbekenntnis der jungen Generation.

Ich kann die Lektüre wärmstens empfehlen.
Freundliche Grüße Siegfried

moderato

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Freitag, 18. Juli 2014, 21:15

Gestern geschenkt bekommen, sicherlich eine 'Lebenslektüre'. Ich bin gespannt und freue mich darauf. :)

Ich hatte das Wochenmagazin Weltwoche, in der seine Kolumne erschien, mir jahrelang besorgt und die Artikel Peter Rüedis sorgsam ausgeschnitten und gesammelt. Ich kann nur jedem, der sich für Jazz interessiert, dieses Buch empfehlen.
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JLang

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Sonntag, 20. Juli 2014, 18:05

Liebste Fenchel

Auf dem Balkon liegend verbrachte ich den nachmittag mit Musik (Liszt) und im Wechsel mit der Lektüre eines Werkes von Peter Härtling, dem wir einfühlsame Lektüre über Musiker der Romantik verdanken.
In Liebste Fenchel. Das Leben der Fanny Hensel-Mendelssohn in Etüden und Intermezzi hat Härtling einmal mehr ein Werk vorgelegt, das sich sehr zu lesen lohnt. In vielen kleinen Miniaturen/ Episoden wird Fannys Lebens erzählt, Härtling versucht insbesondere die Beziehung zum Bruder Felix einzufangen und zeichnet ein einfühlsames Bild dieses außerordentlich begabten Geschwisterpaares, bei dem mehr als zu erahnen ist, was Felix Mendelssohn seiner Schwester verdankte.

Ich möchte dieses Werk uneingeschränkt empfehlen und genieße jetzt die letzten Seiten

Mit besten Sonntagsgüßen
JLang

PS Ich vermute, daß moderato, der ich nicht große Kenner aller Werke der Malerei, sondern auch Bewunderer von Härtling ist, hat das Werk bereits einmal vorgestellt. Dann hält eben doppelt besser :)
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Traubi

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Registrierungsdatum: 21. Mai 2014

2 399

Samstag, 26. Juli 2014, 18:19


Das lese ich zur Zeit gerade.

Ich kann Donna Leon, wenn ihr sie nicht schon gelesen habt, nur weiter empfehlen. Man könnte ihren Roman als eine Art kriminologischen Reiseführer betrachten, Eine spannende Handlung die in einer der schönsten Städte der Welt spielt, in Venedig!
Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst; sie liegt in unserem Herzen eingeschlossen
.

michael74

Fortgeschrittener

  • »michael74« ist männlich

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Registrierungsdatum: 22. Februar 2014

2 400

Samstag, 26. Juli 2014, 22:24


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