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Cosima

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Beiträge: 1 110

Registrierungsdatum: 11. März 2005

1

Mittwoch, 30. März 2005, 22:26

Klavierwerke von Anton Bruckner

Hallo liebe Klassikfreunde,

als großer Bruckner-Fan kaufte ich mir vor einigen Wochen seine Klavierwerke ( entstanden ca. 1850-1868 ). Mir war Anton Bruckner bis dahin vor allem als Komponist eben jener zutiefst berührenden, großangelegten, fast unerträglich schönen Sinfonien bekannt, die einen Menschen beim Hören beinahe aus dieser Welt tragen können.

Umso größer war mein Schreck, als die ersten Takte seiner „Lancer-Quadrille“ erklangen. Mein erster Gedanke war: Das soll Bruckner komponiert haben? Unmöglich.

Was mir da an die Ohren drang war heiter, ausgelassen, verspielt, fast ein wenig verschmitzt.
Einige Stücke sind zwar schon eher melancholischer Natur, die Titel sprechen für sich: z.b: „Stille Betrachtung an einem Herbstabend“; „Erinnerung“; andere Stücke wiederum klingen m.E. recht belanglos. Ich bringe diese Klavierwerke insgesamt einfach nicht mit dem „Schwergewicht“ Bruckner zusammen.

Sind hier Brucknerianer anwesend, die etwas Licht in meine Verwirrung bringen können?

Gruß, Cosima



(Bruckner / Klavierwerke: Wolfgang Brunner & Michael Schopper)

BigBerlinBear

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Beiträge: 1 660

Registrierungsdatum: 11. August 2004

2

Donnerstag, 31. März 2005, 07:23

Cosima meint:

Zitat

Umso größer war mein Schreck, als die ersten Takte seiner „Lancer-Quadrille“ erklangen.


Hallo Cosima,

das kann ich mir lebhaft vorstellen, wenn man vorher vielleicht den Finalsatz der 5. Sinfonie gehört hat, dann "passt das alles irgendwie nicht zusammen "! :D

Bruckners Klaviermusik ist wirklich nicht mehr als ein Nebenprodukt seines
Schaffens und will auch an keiner Stelle den Anspruch erwecken, mit den bedeutenden Klavier-Komponisten seiner Epoche (Brahms, Lizst)
zu konkurrieren. Das wiederum macht mir die Sachen schon wieder sympathisch. Ebenfalls in diesen Bereich der "Neben-Produktion" sind seine wenigen, schriftlich fixierten Orgelwerke einzuordnen, die auch allesamt über einen Studien-Charakter nicht hinaus kommen. In diesem Fall ist es bedauerlich, galt doch Bruckner als der bedeutendste Orgelvirtuose seiner Generation. Ein "Echo" seiner Orgelkunst haben wir jedoch in Aufbau und Faktur seiner Sinfonien, die vielfach registerarirtig
konzipiert wurden.
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

3

Donnerstag, 31. März 2005, 13:53

Bruckner ein Symphoniker...

Hallo Cosima,

inhaltlich habe ich BBB nichts hinzuzufügen...

es ist wirklich erstaunlich, bei Bruckner Werke zu entdecken, die mit den großen Symphonien so gar nichts gemeinsam haben...

vielleicht gehört zum Bruckner Kult die besondere Aufführungspraxis...
ich möchte das Beispiel der Windhaager Messe schildern - ein Kirchenmusikalisches Werk, das außer dem berühmten Autor wohl nichts bemerkenswertes aufweist.
Jedoch durch das Bewußtsein, Bruckner habe es geschrieben, geht man als Interpret, (Dirigent, Sänger..) anders an das Werk heran...
wenn wir wüßten, daß das 'Locus iste' z.B: von Robert Führer geschrieben worden wäre, würde es noch immer die Verehrung genießen?
vielleicht ein schlechtes Beispiel...

es ist ja auch schade, daß er für Orgel nichts (größeres) komponiert hat...

Ciao,
Wolfgang

Bruckner war eher Improvisator als Virtuose, das Einstudieren von Literatur war nicht seine Sache. (Dazu gibts den komischen Spruch (Anekdote...): "das sollen die machen, die keine Fantasie haben.... )
Im übrigen bin ich der Ansicht, dass gepostete Bilder Namen des Fotografen, der dargestellten Personen sowie eine genaue Angabe des Orts enthalten sollten.
(frei nach Marcus Porcius Cato Censorius)

BigBerlinBear

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  • »BigBerlinBear« ist männlich

Beiträge: 1 660

Registrierungsdatum: 11. August 2004

4

Donnerstag, 31. März 2005, 14:40

Tastenwolf schrieb:

Zitat

wenn wir wüßten, daß das 'Locus iste' z.B: von Robert Führer geschrieben worden wäre, würde es noch immer die Verehrung genießen?


Also in Anbetracht der sehr interessanten, ungewöhnlichen Biografie, die Robert Führer hatte (ein Karl-May-Ähnlicher Hang zur Kriminalität), hätte der Gedanke was...

Anders jedoch: Bruckners Chormusik a cappella und auch die sogenannten "Goßen Messen" sind seinem sinfonischen Schaffen absolut ebenbürtig und das "Te Deum" nannte er selbst mit Stolz und garnicht zu Unrecht, dei "Krone meines Schaffens" !
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

Thomas Pape

Moderator

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Registrierungsdatum: 30. August 2006

5

Dienstag, 24. Juli 2007, 00:12

Kehren wir zum Ausgangspunkt des Threads zurück: Genau diese Bruckner-CD war der Grund, weshalb ich anderer Stelle beklagte, daß cpo arg schnell einmal eingespielte Platten verschwinden lässt. Auch diese Bruckner CD ist nicht mehr im Programm.

Das ist schade. Es ist bekannt, daß Bruckner seinen Lebensunterhalt durchaus mit dem Spielen von Tänzen in dörflichen Wirtschaften aufgefüllt hat.

Und was solte schlecht daran sein, neben Sinfonien auch Quadrillen, Steimärker u.ä. abzufassen?

Das Verdienst der cpo-CD besteht darin, daß die einzelnen Stücke auf Klavieren gespielt werden, die für Bruckner greifbar waren. Bei der Petitesse "Erinnerung" stößt dieses grundsätzlich lohneswerte Prinzip jedoch an seine Grenzen. Das verwendete Klavier verfügt nicht über den geforderten Oktavumfang, für die Aufnahme wird tranponiert; wer dieses charmante Stimmngsbild im Sinne seines Schöpfers hören möchte, greife zu einer Einspielung von Jörg Demus, hinterlegt auf irgendeinem Sampler.

Im übrigen werte ich ein Werk nicht nach dem Namen seine Komponisten. Bruckner ist die Gesamtheit seiner Kompositionen. Es ist Quatsch, hier einzelne Werke herauszunehmen, um letztlich einen angreifbahren, als hehr empundenen Kanon zu definieren. Da es nun die xte GA seiner Sinfonien gibt, die uns auch nichts Neues mehr sagt, seine Sinfonien sogar umgeschrieben und reloaded, ja sogar um nicht vorhandene Sätze ergänzt werden müssen, um für die einzelne Aufnahme noch ein Kaufargument zu bieten (mehr sage ich jetzt nicht), empfehle ich wirklich, die Klavier-CD anzuhören. Und cpo zu nerven, diesen Titel wieder verfügbar zu machen.

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

Alfred_Schmidt

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Registrierungsdatum: 9. August 2004

6

Dienstag, 24. Juli 2007, 00:42

Zitat

Genau diese Bruckner-CD war der Grund, weshalb ich anderer Stelle beklagte, daß cpo arg schnell einmal eingespielte Platten verschwinden lässt. Auch diese Bruckner CD ist nicht mehr im Programm.


Sooo ?

Das halte ich für ein Gerücht .

Ich hab sie vergangene Woche noch gekauft. Und sie ist noch immer im Katalog. Zum Superpreis UND LAGERND.

Nur klicken und Du kannst direkt über den Tamino Partnerlink bestellen



Wie der Zufall so spielt - ich höre die Aufnahme SOEBEN und habe DESHALB diesen Tread aufgesucht.

Ich hoffe Du bist nicht enttäuscht - Mit Bruckner - wie man ihn sich vorstellt hat das GAR NIX zu tun......

Es erinnert eher an Joplin :baeh01:

Ich geniesse es und muss viel lachen

mfg

aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Thomas Pape

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7

Dienstag, 24. Juli 2007, 00:54

Fein, lieber Alfred , umso besser. Natürlich hat diese CD mit dem klassischen Bruckner-Bild nichts zu tun, das macht ja ihren Charme aus. Ich selbst besitze sie seit zehn Jahren und bin tatsächlich einmal in die Bedrouille geraten, sie verschenken zu wollen und konnte sie bei cpo nicht finden.

Was mich besonders freut: offensichtlich haben wir zeitgleich dieselbe CD gehört. Die Erheiterung teilen wir gewiss bei den Nr. 1-11. Danach wird's eher besinnlich. An den Sinfonien und Messen messe ich die Stücke nicht, nehme sie eher als charmate Klavierplauderei beim Verlöschen des Tages. Mehr vermögen sie nicht. Aber auch nicht weniger.

Angenehme Nachtruh' wünscht

der Thomas :hello:
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Thomas Pape

Moderator

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Registrierungsdatum: 30. August 2006

8

Mittwoch, 25. Juli 2007, 09:47

Ein kurzer Nachtrag: Alfred hat recht, daß dieses CD gegenwärtig bei jpc für kleines Geld zu bekommen ist. Allerdings liegt sie da in der Resteecke. Ein neuerliches Verschwinden ist also zu befürchten.

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
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Uranus

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9

Montag, 23. Oktober 2017, 15:03

Der Vollständigkeit sei auf diese alternative Einspielung hingewiesen, zu der ich etwas von einer sehr positiven Rezension in der "Piano News" gelsen zu haben glaube:

Herzliche Grüße
Uranus

Maurice

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10

Montag, 23. Oktober 2017, 15:47

Der Vollständigkeit sei auf diese alternative Einspielung hingewiesen, zu der ich etwas von einer sehr positiven Rezension in der "Piano News" gelsen zu haben glaube:

Erlaube mir mal dreist ein verlinktes Bildchen: :pfeif:

Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

Uranus

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11

Dienstag, 24. Oktober 2017, 13:22

Der Vollständigkeit sei auf diese alternative Einspielung hingewiesen, zu der ich etwas von einer sehr positiven Rezension in der "Piano News" gelsen zu haben glaube:

Erlaube mir mal dreist ein verlinktes Bildchen: :pfeif:



??? Verstehe ich nicht...
Herzliche Grüße
Uranus

Maurice

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12

Dienstag, 24. Oktober 2017, 14:08

??? Verstehe ich nicht...

Muss nicht lange nach Anbieter suchen, sondern mit einem Klick auf die Abb. kann ich einfach ordern. Jetzt sicher besser verständlich … :hello:
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