Sie sind nicht angemeldet.


JPC Amazon

Free counters!

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Tamino Klassikforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

oper337

Prägender Forenuser

  • »oper337« ist männlich
  • »oper337« wurde gesperrt
  • »oper337« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2 474

Registrierungsdatum: 29. Februar 2008

1

Freitag, 29. August 2008, 21:05

Otto Wiener

[

Otto Wiener wurde am 13.2.1911 in Wien geboren, kam mit 6 Jahren zu den Wiener Sängerknaben, danach studierte er an der Wiener Akademie Kompositionstechnik, Gesang, Schauspiel.

Nach dem 2. Weltkrieg gab es im Heldenbaritonfach auch so etwas wie einen hoffnungsvollen Nachwuchs: Otto Wiener.

Diese Karriere war in ihrer Entwicklung völlig anders geartet als ansonsten üblich. Aus dem ehmaligen Sängerknaben sollte nämlich zunächst ein Dirigent werden, und anläßlich von ihm geleiteten Korrepetitionsstunden wurde man mehr per Zufall auf die damals schon charakteristische Stimme aufmerksam.

Nach der endgültiger Schulung wurde Otto Wiener jedoch vorerst zu einem Oratoriensänger, wobei er in der gängigen Literatur sämtliche Baßrollen kreierte.

Der 2. Weltkrieg unterbrach zwar diese "geistliche" Karriere,doch wurde diese nach Kriegsende mit gleicher Intensität fortgesetzt.



Dann war es das Opernhaus Graz, welches für sich in Anspruch nehmen darf, für den jungen Otto Wiener die Tore der Opernbühne aufgestossen zu haben.
Kurioserweise waren es zunächst italienische Partien wie Simone und Amonasro, mit denen er die ersten Erfolge erringen konnte.

Über die deutsche Provinz wurde auch die Wiener Oper auf ihn aufmerksam und engagierte ihn zunächst per Vorstellungsvertrag, wobei er am 22.1.1955 noch im Theater an der Wien als Don Giovanni debütierte.

Doch bereits ein Jahr davor hatte Otto Wiener in Graz die Partie gesungen, die für ihn das große Sprungbrett in eine internationale Karriere werden sollte: den Hans Sachs in Wagners "Meistersinger von Nürnberg". Diese Rolle führte ihn am Höhepunkt seiner Karriere um die ganze Welt und so auch nach dem 2. Weltkrieg anläßlich ihrer Eröffnung an die Bayrische Staatsoper München.

Was war nun das epochal Neue an dem frisch gebackenen Wiener Weltstar? Dies muss man vor allem unter zwei Aspekten sehen: beide waren gleich schwer, beide schienen zu Beginn völlig in der Ferne des Unerreichbaren - beide sollte Otto Wiener letztlich übertreffen:
da galt es einerseits nach Paul Schöffler (und auch Otto Edelmann) den Hans Sachs darzustellen und andererseits nach dem Jahrhundert-Wotan Hans Hotter auch in die Fußstapfen der Wagner-Helden zu treten.

Gewiß hatte Otto Wiener nicht die Souveränität eines Schöffler und auch nicht die überwältigende Erscheinung, verbunden mit bassal gefäbten Heldentönen eines Hotter, und doch akzeptierte man ihn als beider Nachfolger auf seine ureigenste Weise.

Sein Hans Sachs war vor allem ein biederer Nürnberger Bürger, einer aus der Meisterzunft, der es durch Fleiß, Redlichkeit, aber auch künstlerisches Talent eben zum Anführer der Meistergilde gebracht hatte.
War ein Schöffler eher ein Poet, ein Edelmann oder Greindl eher ein Schuster, so stellte Otto Wiener, für meine Begriffe, die Inkarnation des Bürgertums schlechthin dar. Vielleicht ist diese Interpretation aus politischen Gründen nicht immer sehr geschätzt, doch bin ich der festen Meinung, dass Wagner diese Figur sicherlich in diese Sinn so gedacht hat, wobei er gewiss auch kokettierte, sich selbst so zu sehen.

Bei den Wagner-Helden Des "Ring des Nibelungen" war es vor allem die vorbildliche Diktion, die Otto Wieners Darstellung auszeichnete! Noch nie zuvor und auch nicht danach hat man etwa im 2. Walküren-Akt so deutlich verstanden, worum es eigentlich ging, und der Abschied des Göttervaters von seiner Lieblingstochter Brünnhilde berührte Wiener stets durch warme, zu Herzen gehende Töne!

Von seinen anderen Wagner-Partien muss vor allem sein fast brüderlich treuer Kurwenal in "Tristan und Isolde", sein fahler Holländer und sein qualvoll leidender Amfortas im "Parsifal" genannt werden.

In seiner bis zum Jahre 1976 währenden Karriere, wobei er über 600 Vorstellungen sang, beherrschte er neben dem gängigen deutschen Fach (Don Pizzaro, Barak, La Roche, Faninal etc.) auch das französische (vier Baritonpartien in "Hoffmanns Erzählungen"), aber auch Dank seiner ungeheuren Musikalität das absolut Moderne, was vor allem sein Mathis, Cardillac und Herzog Blaubart bewiesen haben.

Otto Wiener war von 1957 - 1976 Mitglied der Wiener Staatsoper und auch von 1960 - 1976 Mitglied der Bayrischen Staatsoper München.

Am Ende seiner Karriere widmete er sich mit Hilde Güden (bis zu deren schweren Erkrankung) an der Spitze des Wiener Opernnachwuchsstudios.

Seine letzte Partie, an der Wiener Staatsoper war am 25.6.1976, als Sprecher in der "Zauberflöte".

Otto Wiener verstarb am 5.8.2000 in Wien und liegt in einem Ehrengrab der Stadt Wien am Wiener Zentralfriedhof.

Harald Kral

Erleuchteter

  • »Harald Kral« ist männlich

Beiträge: 14 983

Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

2

Freitag, 29. August 2008, 21:36

Otto Wiener singt Operette

Man sollte auch die heitere Seite des Otto Wiener nicht vergessen:



Franz Schubert / Heinrich Berte (1858-1924)
Das Dreimäderlhaus (Ausz.)

Baron Schober: Franz Borsos
Franz Schubert: Hugo Meyer-Welfing
Haiderl: Hilde Laengauer
Hederl: Herta Seidl
Leopold: Otto Wiener
Moritz: Georg Oeggl

Wien SO, Dirigent Karl von Pauspertl
Label: Elite




Franz Lehar (1870-1948 )
Die lustige Witwe (Ausz.)

Lagrange, Steiner, Heesters, Fedorowa, Wiener,
Großes Wiener Rundfunkorchester, Schönherr
Label: ORF, AAD/m, 48

LG

:hello:
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

mucaxel

Prägender Forenuser

  • »mucaxel« ist männlich

Beiträge: 1 252

Registrierungsdatum: 31. Oktober 2005

3

Mittwoch, 13. Februar 2013, 14:48

Otto Wiener

Otto Wiener zum Gedenken heute wäre er
100 Jahre alt!
:hello:

mucaxel

Joseph II.

Prägender Forenuser

  • »Joseph II.« ist männlich

Beiträge: 10 996

Registrierungsdatum: 29. März 2005

4

Mittwoch, 13. Februar 2013, 21:57

Der große Wiener Otto Wiener

Gab es da nicht noch einen zweiten Thread?

Absolut unverständlich, wieso dieser große Sänger so totgeschwiegen wird!

»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

9079wolfgang

Prägender Forenuser

  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 6 916

Registrierungsdatum: 15. April 2010

5

Mittwoch, 13. Februar 2013, 23:20

Ich habe Otto Wiener auf einer LP als Dapertutto in einem Ausschnitt aus "Hoffmanns Erzählungen". Da gefällt er mir hervorragend, obwohl er nicht sehr dämonisch wirkt.
W.S.

wok

Prägender Forenuser

  • »wok« ist männlich

Beiträge: 863

Registrierungsdatum: 18. Juli 2011

6

Donnerstag, 14. Februar 2013, 02:16

Zitat

Joseph II.: Absolut unverständlich, wieso dieser große Sänger so totgeschwiegen wird!

Dieser Feststellung von Joseph II. zu OTTO WIENER kann ich mich nur anschließen! Manche Künstler - so Großartiges sie auch geleistet haben mögen - hatten einfach keine angemessene Lobby in ihrem Leben und ihrer Karriere, insbesondere bei der damaligen Schallplattenindustrie.

Dabei wirkte OTTO WIENER in sehr wichtigen Opernaufführungen mit, wie z. B. in "Die Frau ohne Schatten" 1953 im WIENER KONZERTHAUS unter KARL BÖHM mit Zelebritäten wie ELEANOR STEBER, CHRISTEL GOLTZ und ELISABETH HÖNGEN, am 14.06.1959 an der WIENER STAATSOPER in "Tristan und Isolde" unter HERBERT VON KARAJAN mit BIRGIT NILSSON, WOLFGANG WINDGASSEN, GOTTLOB FRICK und HILDE RÖSSL-MAJDAN, am 25.07.1964 bei den BAYREUTHER FESTSPIELEN in WAGNER's "Die Meistersinger von Nürnberg" unter THOMAS SCHIPPERS und mit JESS THOMAS, KURT BÖHME und ANJA SILJA, oder z. B. am 16.12.1964 in HANS PFITZNER's "Palestrina" an der WIENER STAATSOPER unter ROBERT HEGER und mit FRITZ WUNDERLICH, GOTTLOB FRICK, WALTER BERRY, GERHARD STOLZE, SENA JURINAC, und CHRISTA LUDWIG.

Umso mehr gebührt oper 337 Dank für seine damalige umfangreiche und so kenntnisreiche Würdigung des Lebenswerkes von OTTO WIENER.

Von mir besonders geschätzt, und für mich sehr wertvoll, ist seine Mitwirkung in der Live-Aufnahme von BEETHOVEN's 9. Sinfonie, mit dem ORCHESTRE NATIONAL DE L'ORTF unter dem fantastischen Dirigat von JASCHA HORENSTEIN und seinen hochkarätigen Sängerkolleginnen und Kollegen PILAR LORENGAR, MARGA HÖFFGEN und JOSEF TRAXEL. Ich besitze diese Aufnahme als DVD und habe mich jetzt nochmals davon überzeugen können, daß auch OTTO WIENER hier eine exzellente Leistung abliefert.
Übrigens sang OTTO WIENER auch einen großartigen Don Giovanni.

OTTO WIENER
ist deshalb ganz bestimmt nicht nur ein Bariton der 2. Reihe, und er würde deshalb auch heute noch etwas mehr Aufmerksamkeit verdienen.



Viele Grüße

wok

Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

Beiträge: 7 070

Registrierungsdatum: 11. August 2004

7

Donnerstag, 14. Februar 2013, 10:43

Apropos Beethovens 9.: Auch beim Erföffnungskonzert der Berliner Philharmonie wirkte er mit.

( )<<<----

Die weiteren Solisten waren Gundula Janowitz, Sieglinde Wagner und Luigi Alva.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Joseph II.

Prägender Forenuser

  • »Joseph II.« ist männlich

Beiträge: 10 996

Registrierungsdatum: 29. März 2005

8

Donnerstag, 14. Februar 2013, 11:14



Otto Wieners Geburtsdatum wird abwechselnd mit dem 13. Februar 1911 oder aber 1913 angegeben. Was stimmt jetzt? Eine kurze Recherche ergab mehr Treffer für 1911.

Wenn ich in meine Datenbank schaue, entdecke ich den Namen Otto Wiener vor allem bei Wagner, besonders oft als Sachs: Bayreuth 1958 unter Cluytens, Bayreuth 1959 unter Leinsdorf, Bayreuth 1963 unter Schippers, München 1963 und München 1968 unter Keilberth. Daneben findet man ihn als Gunther 1958 unter Knappertsbusch in Bayreuth und als Wotan bzw. Wanderer ebenda 1962 sowie 1963 unter Kempe. Ferner als Heerrufer in der berühmten Studioaufnahme des Lohengrin, wiederum unter Kempe, 1962/63. Die besagte Aufnahme der 9. Symphonie von Beethoven unter Horenstein ist auch für mich ein Glanzpunkt in der Gesamtdiskographie dieses Werkes, weil hier einfach alles stimmt und auf einem erstklassigen Niveau ist, eben auch die Solisten, besonders die männlichen, Traxel und eben Wiener.

Sein Timbre war unverwechselbar. Er war ein hoher, schlanker Heldenbariton, der teilweise fast schon tenoral klang. Sein Sachs war von beinahe einmaliger Wortdeutlichkeit. Eindeutig eher ein Poet als ein Schuster. Besonders in der offiziell veröffentlichten Aufnahme der Wiedereröffnung des Münchner Nationaltheaters 1963 weiß Wiener zu überzeugen. Für mich seine beste Interpretation des Hans Sachs. Keilberth ist hier sehr gut, aber es ist doch irgendwo schade, dass man dem GMD auf Lebenszeit Knappertsbusch nicht in Anerkennung seiner Verdienste die Ehre zuteil werden ließ, diese historische Vorstellung zu dirigieren. Er wurde, fast peinlich, nur zur Ouvertüre Die Weihe des Hauses herangezogen.

»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

wok

Prägender Forenuser

  • »wok« ist männlich

Beiträge: 863

Registrierungsdatum: 18. Juli 2011

9

Donnerstag, 14. Februar 2013, 11:36

Zitat

Norbert: Apropos Beethovens 9.: Auch beim Erföffnungskonzert der Berliner Philharmonie wirkte er mit. Die weiteren Solisten waren Gundula Janowitz, Sieglinde Wagner und Luigi Alva.
Hallo Norbert,

Auch da befand sich OTTO WIENER also garnicht in schlechter Solistengesellschaft! Vor allem LUIGI ALVA zählt neben JOSEF TRAXEL zu einem der von mir am höchsten geschätzten Tenöre.

Gruß

wok

mucaxel

Prägender Forenuser

  • »mucaxel« ist männlich

Beiträge: 1 252

Registrierungsdatum: 31. Oktober 2005

10

Donnerstag, 14. Februar 2013, 12:07

Otto Wiener

Er war auch Lehrer am damaligen Studio der Wiener Staatsoper, wo er neben Hilde GÜDEN und Hilde Konetzki unterrichtete.
Das mit großem Erfolg, wo er sein ungeheures Wissen den jungen Sängern weiter geben konnte!

:hello:
mucaxel

dr.pingel

Prägender Forenuser

  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 3 933

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

11

Donnerstag, 14. Februar 2013, 12:08

Ich habe ihn sehr oft in Wien und in Düsseldorf erlebt (er war mein erster Don Giovanni). Wenn Otto Wiener auf dem Programmzettel stand, konnte man sich schon mal erwartungsvoll zurücklehnen.
Was ist der Unterschied zwischen der Titanic und dem Regietheater? Das RT kann den Eisberg jetzt schon sehen! (Dr.Pingel´s musikalische Brosamen, Band 2, Nr. 666)

Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

Beiträge: 7 070

Registrierungsdatum: 11. August 2004

12

Donnerstag, 14. Februar 2013, 12:26

Zitat

Norbert: Apropos Beethovens 9.: Auch beim Erföffnungskonzert der Berliner Philharmonie wirkte er mit. Die weiteren Solisten waren Gundula Janowitz, Sieglinde Wagner und Luigi Alva.
Hallo Norbert,

Auch da befand sich OTTO WIENER also garnicht in schlechter Solistengesellschaft! Vor allem LUIGI ALVA zählt neben JOSEF TRAXEL zu einem der von mir am höchsten geschätzten Tenöre.

Gruß
wok

Hallo wok,

abgesehen davon, daß es so gut wie keine Aufnahme von Beethovens 9. Sinfonie gibt, in der alle Solisten perfekt aufeinander abgestimmt sind und komplett homogen und stimmlich attraktiv agieren, schlagen sich alle vier sehr achtbar.

Ich empfehle diese Live-Aufnahme vom 15.10.1963 gerne als die für mich beste Einspielung Karajans von der 9. Sinfonie.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

hami1799

Prägender Forenuser

  • »hami1799« ist männlich

Beiträge: 3 438

Registrierungsdatum: 6. Februar 2012

13

Donnerstag, 14. Februar 2013, 13:15

abgesehen davon, daß es so gut wie keine Aufnahme von Beethovens 9. Sinfonie gibt, in der alle Solisten perfekt aufeinander abgestimmt sind und komplett homogen und stimmlich attraktiv agieren, schlagen sich alle vier sehr achtbar.

Dazu kommt noch, dass manchem Musikfreund der Schlußsatz als weniger wichtig erscheint, als der Rest.
Persönlich wünsche ich mir, der 3. Satz hörte niemals auf.

WolfgangZ

Prägender Forenuser

  • »WolfgangZ« ist männlich

Beiträge: 2 223

Registrierungsdatum: 16. April 2007

14

Donnerstag, 14. Februar 2013, 13:50

Zitat

Persönlich wünsche ich mit, der 3. Satz hörte niemals auf.

Echt?

:D Wolfgang
Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

hami1799

Prägender Forenuser

  • »hami1799« ist männlich

Beiträge: 3 438

Registrierungsdatum: 6. Februar 2012

15

Donnerstag, 14. Februar 2013, 13:52

Echt?


Na ja, sagen wir, nach einer Woche.

Übrigens, Du hast falsch abgeschrieben! :thumbup:

dr.pingel

Prägender Forenuser

  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 3 933

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

16

Donnerstag, 14. Februar 2013, 18:34

abgesehen davon, daß es so gut wie keine Aufnahme von Beethovens 9. Sinfonie gibt, in der alle Solisten perfekt aufeinander abgestimmt sind und komplett homogen und stimmlich attraktiv agieren, schlagen sich alle vier sehr achtbar.
Dazu kommt noch, dass manchem Musikfreund der Schlußsatz als weniger wichtig erscheint, als der Rest.
Persönlich wünsche ich mir, der 3. Satz hörte niemals auf.

Ich kann dem nur voll zustimmen und bin ganz erstaunt, dass ich hier nicht der einzige bin. Allerdings würde ich den zweiten Satz statt des dritten nehmen.Das Problem ist ja kompositorisch wie aufführungstechnisch nicht das Orchester, sondern Chor und Solisten. Ich habe jetzt mal eine Herreweghe - Aufnahme gekauft und bin gespannt, wie die ausfällt. Allerdings hat Herreweghe einen Nichtsänger dabei, Endrik Wottrich. Auf den bin ich auch gespannt.
Nachtrag: ich weiß nicht mehr, wer es war, aber hier wurde vorgeschlagen, den vierten Satz wegzulassen und den 2. und 3. zu tauschen.
Was ist der Unterschied zwischen der Titanic und dem Regietheater? Das RT kann den Eisberg jetzt schon sehen! (Dr.Pingel´s musikalische Brosamen, Band 2, Nr. 666)

WolfgangZ

Prägender Forenuser

  • »WolfgangZ« ist männlich

Beiträge: 2 223

Registrierungsdatum: 16. April 2007

17

Donnerstag, 14. Februar 2013, 19:01

Echt?
Na ja, sagen wir, nach einer Woche.

Übrigens, Du hast falsch abgeschrieben! :thumbup:
:cursing: :love: ;( :D :P :thumbup: :?: :jubel: :!: :stumm: :hahahaha: :baeh01: :hello: Das war Emotikon, äh, offtopic. Wolfgang
Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

hami1799

Prägender Forenuser

  • »hami1799« ist männlich

Beiträge: 3 438

Registrierungsdatum: 6. Februar 2012

18

Donnerstag, 14. Februar 2013, 19:58

Allerdings würde ich den zweiten Satz statt des dritten nehmen.

"Ich ließe wohl mich rühren, glich ich euch,
doch ich bin standhaft wie des Morgens Stern"

Von Romantik wohl keine Spur?

Da kann ich nur meine warnende Stimme erheben: Beware the Ides of March.

Joseph II.

Prägender Forenuser

  • »Joseph II.« ist männlich

Beiträge: 10 996

Registrierungsdatum: 29. März 2005

19

Donnerstag, 14. Februar 2013, 20:02

Nur zur Information: Dieser Thread befasst sich mit Otto Wiener.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

Beiträge: 4 708

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

20

Donnerstag, 14. Februar 2013, 22:22

Otto Wiener war einer der ganz verlässlichen Sänger. Stimmlich immer solide, darstellerisch überzeugend. Wenn man ihn hörte, war man voll zufrieden. Erstaunlicher Weise aber auch nicht mehr. Fehlte das Besondere, das Individuelle, das Persönliche, um Otto Wiener in die Klasse der ganz Großen einordnen zu können? Übrigens ganz ähnlich ging es mir mit dem ebenfalls immer beste Ergebnisse garantierenden Hermann Uhde. Führt uns wieder in die Diskussion, was muss ein Sänger haben, um in den Sängerolymp aufzusteigen?

Herzlichst Operus

hami1799

Prägender Forenuser

  • »hami1799« ist männlich

Beiträge: 3 438

Registrierungsdatum: 6. Februar 2012

21

Donnerstag, 14. Februar 2013, 23:32

Wenn man ihn hörte, war man voll zufrieden. Erstaunlicher Weise aber auch nicht mehr.

Das scheint mir auch so. Wenn ich sein "Verachtet mir die Meister nicht" mit dem Thomas Stewarts vergleiche, dann ist jener sehr gut und dieser einfach großartig. Dazu muss ich allerdings sagen, dass mir Kubeliks majestätisches Tempo bei Stewart wesentlich besser gefällt, als das etwas gehetzte Keilberths, was möglicherweise in die Beurteilung mitschwingt.
Doch wie auch immer, die Autorität eines Sachs muss sich bemerkbar machen, das gelingt Stewart mit seinem dunkleren Timbre eben besser als Wiener.

La Gioconda

Prägender Forenuser

  • »La Gioconda« ist weiblich

Beiträge: 713

Registrierungsdatum: 26. Mai 2009

22

Mittwoch, 10. April 2013, 13:32

unveröffentlichte live Meistersinger

bei PREISER neu auf CD - nie veröffentlichter live-Mitschnitt

PR90814 (4 CDs)
Richard Wagner: DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG NEUEINSTUDIERUNG DER PRODUKTION VON 1955 IM RAHMEN DER WIENER FESTWOCHEN Hans Sachs: Otto Wiener Veit Pogner: Hans Hotter Kunz Vogelgesang: Karl FriedrichKonrad Nachtigall: Hans Strohbauer Sixtus Beckmesser: Karl Dönch Fritz Kothner: Heinz Imdahl Balthasar Zorn: Alfred Höbarth Ulrich Eißlinger: Fritz Sperlbauer Augustin Moser: Kurt Equiluz Hermann Ortel: Hans Schweiger Hans Schwarz: Franz Bierbach Hans Foltz: Ljubomir Pantscheff Walther von Stolzing: Wolfgang Windgassen David: Murray Dickie Eva: Lisa Della Casa Magdalena: Jean Madeira Ein Nachtwächter: Ludwig Welter conductor: Heinz Wallberg live, Wiener Staatsoper 27. Mai 1961
"Man muß nicht fliegen können um ein guter Ornithologe zu sein."

"Stimm´ brauchst kane, SINGEN muasst können!!" Julius Patzak

"WIRKLICH gut singt man vielleicht EIN MAL im Jahr." Fernando De Lucia

Norbert

Moderator

  • »Norbert« ist männlich

Beiträge: 7 070

Registrierungsdatum: 11. August 2004

23

Mittwoch, 10. April 2013, 15:00

Danke für den Hinweis auf die sehr prominent besetzte Neuveröffentlichung.

Da ich auf der Preiser Homepage nicht fündig wurde, frage ich hier einmal nach, ob es sich um eine Stereo- oder Mono-Aufnahme handelt.
Grüße aus der Nähe von Hamburg

Norbert

Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
Gustav Mahler

Joseph II.

Prägender Forenuser

  • »Joseph II.« ist männlich

Beiträge: 10 996

Registrierungsdatum: 29. März 2005

24

Mittwoch, 10. April 2013, 15:38

Das ist ja höchst interessant. Von der Aufnahme hörte ich auch noch nie.

Otto Wiener mag ich als Sachs sehr, und dass Wallberg diese Oper dirigieren kann, bewies er ja bei der Eröffnung des Essener Opernhauses 1988.

JPC listet die Aufnahme bereits: =>

Angegeben wird: Label: Preiser, ADD/LA, 1955

Das kann ja nicht ganz stimmen, weil sie von 1961 sein soll. Allerdings kein Hinweis auf Mono ... Wobei ja der Tannhäuser unter Karajan aus der Wiener Staatsoper aus demselben Jahr auch nur in Mono ist.

P.S.: Auch bei Amazon bereits eingetragen, aber ohne Preis: =>
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Rheingold1876

Prägender Forenuser

  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 084

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

25

Mittwoch, 10. April 2013, 17:27

Diese "Meistersinger" sind von 1961, geht aus der "Chronik der Wiener Staatsoper" zweifelsfrei hervor. Dass es diesen Mitschnitt gibt, davon höre ich auch erst jetzt. Wallberg hat diese Oper erstmals in diesem Jahr in Wien dirigiert, bis 1967 vierzehn Mal. Otto Wiener trat an der Staatsoper als Sachs bereits 1956 in Erscheinung, sein letzte Auftritt fand am 18. Juni 1970 statt. Karl Friedrich, einst selbst ein berühmter Stolzing in Wien, sang 1961 in sieben Meistersinger-Vorstellungen den Kunz Vogelgesang. Auch das ein Indiz für 1961.

Bei Preiser tippe ich mal auf Mono.

Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Joseph II.

Prägender Forenuser

  • »Joseph II.« ist männlich

Beiträge: 10 996

Registrierungsdatum: 29. März 2005

26

Mittwoch, 10. April 2013, 18:02

Wenn ich richtig gezählt habe, ist das jetzt dann die sechste Meistersinger-Aufnahme mit Otto Wiener als Hans Sachs. Daneben gibt es noch zwei Mitschnitte aus dem Münchner Nationaltheater von 1963 (offiziell erschienen) und 1968, jeweils unter Keilberth (beide in Stereo), sowie drei aus dem Festspielhaus Bayreuth von 1958 unter Cluytens, 1959 unter Leinsdorf und 1963 unter Schippers (alle in Mono). Damit dürfte Wiener einer der am besten dokumentierten Sachse überhaupt sein.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Rheingold1876

Prägender Forenuser

  • »Rheingold1876« ist männlich

Beiträge: 4 084

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

27

Mittwoch, 10. April 2013, 19:02

Damit dürfte Wiener einer der am besten dokumentierten Sachse überhaupt sein.


Sehr wohl, lieber Joseph II. Nur Schöffler ist häufiger überliefert. Er kommt auf mindestens acht Dokumente.

Gruß Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Theophilus

Administrator

  • »Theophilus« ist männlich

Beiträge: 10 823

Registrierungsdatum: 1. Dezember 2004

28

Donnerstag, 11. April 2013, 03:02

Bei Preiser tippe ich mal auf Mono.

Nun wird das nichts mit Preiser zu tun haben. Ein Mitschnitt von 1961 aus der WSO wird vermutlich eine Rundfunkaufzeichnung sein - und das heißt mono.

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

William B.A.

Prägender Forenuser

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 14 168

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

29

Freitag, 13. Februar 2015, 00:38


Mit dieser großartigen Lohengrin-Einspielung möchte ich daran erinnern, dass Otto Wiener am 13. Februar 1913 geboren wurde.

Er wäre heute 102 Jahre alt geworden.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

9079wolfgang

Prägender Forenuser

  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 6 916

Registrierungsdatum: 15. April 2010

30

Mittwoch, 18. Februar 2015, 14:22

Aufgrund der Erinnerung an Otto Wiener habe ich meine LP-Sammlung durchsucht und bin fündig geworden. Ich besitze ein Sängerportrait mit Wagner-Arien.
Er singt auf der LP aus DER FLIEGENDE HOLLÄNDER "Die Frist ist um"; DIE WALKÜRE "Leb´wohl, du kühnes, herrliches Kind"; DIE MEISTERSINGER "Was duftet doch der Flieder"; "Wahn, Wahn, überall Wahn!"; "Wach auf! Es nahet gen den Tag"; "Euch macht ihr´s leicht, mir macht ihr´s schwer"; "Verachtet mir die Meister nicht".

Ein hervorragendes Zeugnis seiner Stimme und Erinnerung an diesen großen Sänger!
W.S.