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Gregor

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241

Samstag, 8. Oktober 2011, 01:38

Erinnert sich noch jemand an die englische Fernsehserie POLDARK, die in den Jahren 1975 und 1977 von der BBC produziert wurde?

Ich habe die Serie in meiner Kindheit in den 80er bzw. frühen 90er Jahren gesehen. Wiederholungen gab es in den letzten Jahren offensichtlich keine. Umso erfreulicher ist es, dass dieser Klassiker der Fernsehgeschichte endlich auf DVD erschienen ist.
Die beiden Staffeln mit insgesamt 29 Folgen sind auf drei DVD-Boxen erhältlich.






Die Verfilmungen basieren auf den Romanen von Winston Graham und die historische Serie, die im englischen Cornwall in den Jahren 1783 bis 1800 spielt, war bei ihrer Erstausstrahlung ein absoluter Quotenhit.

Neben der sehr guten Geschichte mit ihren raffinierten Dialogen lebt die Serie auch von den wunderbaren Schauspielern. Allen voran der ideal besetzte Robin Ellis in der Hauptrolle des Ross Poldark ist großartig.
Hier wird generell von allen Darstellern auf einem enorm hohen Niveau gespielt und viele Szenen wirken als würde man sich ein Theaterstück ansehen.

Auch die deutsche Snychronfassung ist sehr gut und die Darsteller wurden von bekannten Schauspielern mit prägnanten Stimmen synchronisiert. So hat Erik Schumann seine herrliche Sprechstimme Robin Ellis geliehen. Angharad Rees, die die Demelza spielt, wurde von Inge Solbrig, Jill Townsend (Elizabeth Poldark) von Viktoria Brams, Judy Geeson (Caroline Penvenen) von Andrea L'Arronge oder Norma Streader (Verity Poldark) von Gardy Granass gesprochen.

Gibt es noch andere Fans dieser hochqualitativen und unterhaltsamen Serie, die ich gerade nach langer Zeit wieder gesehen habe?

Gregor

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Gregor« (8. Oktober 2011, 03:34)


farinelli

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242

Samstag, 15. Oktober 2011, 20:10

Gott, lieber Gregor,

ist das wieder lange her ... Ich bin mir nicht sicher, so eine Vorabendprogrammgeschichte, evt. auf dem Dritten, wo es ein ganz exorbitantes Styling für die Kleidung und die Frisuren gab? Irgendwie ein Über-Gainsborough-Effekt, die Damen wie mit Spinnweben überwuchert? Und auch recht britisch-humorig?

Die BBC hatte damals bereits ein ungeheuer hohes Niveau; unvergeßlich ist mir so ein Fünfteiler, eine Verfilmung von "David Copperfield", wie man dergleichen hierzulande nie und nimmer hinbekäme. (Und da oute ich mich nebenbei doch mal als Fan der werkgetreuen Umsetzung ...)

:hello:
Zerging in Dunst das heilge römsche Reich

- uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

Gregor

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243

Dienstag, 22. November 2011, 22:25

Die Tudors



Nach den ersten beiden Staffeln habe ich jetzt auch die Staffeln drei und vier gesehen und damit ist die ganze Serie zur Gänze auf DVD erschienen. Und auch die letzten beiden Staffeln waren großartig. Leben und Regierungszeit von König Heinrich VIII. waren so turbulent und ereignisreich, dass die Geschichte seines Lebens natürlich idealen Filmstoff bietet.






Die Serie lebt vom charismatischen Hauptdarsteller, dem aus Irland stammenden Jonathan Rhys Meyers in der Rolle des Heinrich. Für seine intensive Darstellung wurde er mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Kein Wunder, dass Hollywood sich um dieses Talent reißt.

Sehr gut auch Joely Richardson als Heinrich's letzte Ehefrau Catherine Parr und ganz bezaubernd auch Joss Stone in der Rolle der verschmähten Ehefrau Anna von Kleve. Mir war Stone bisher nur als Sängerin bekannt und die Tudors war ein erster Ausflug ins Schauspiel.
Die Ausstattung und Kostüme sind fantastisch. Da wurde ein enormer Aufwand betrieben. Auch die Filmmusik von Trevor Morris ist herrlich.

Besonders erfreulich ist, dass man sich ziemlich genau an die Geschehnisse am Hof des Heinrich gehalten hat. Alles was man in Geschichtsbüchern liest findet man auch bei den Tudors wieder.

Absolut sehenswert.

Gregor

Joseph II.

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244

Dienstag, 22. November 2011, 22:40

Hätte der gut aussehende Hauptdarsteller nur die entfernteste Ähnlichkeit mit speziell dem späten Heinrich VIII. ...

Aber freilich haben wir ein typisches heutiges Hollywood-Hochglanz-Produkt: Alles muß schön aussehen. Und natürlich viel Sex and Crime. Was Heinrich VIII. angeht, wurde viel übertrieben und ihm angedichtet.

Mir war die Serie viel zu oberflächlich. Natürlich ist es schön anzusehen, aber es hat irgendwie wenig Tiefe. Die aktuelle "Borgia"-Serie des ZDF (wohlgemerkt) hatte mehr Tiefgründiges. Europäische Produktionen sind mir da generell lieber.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Liebestraum

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Dienstag, 22. November 2011, 23:01

Lieber Joseph,

dir haben also die ZDF-Borgias auch besser gefallen als die von PRO7? Jeremy Irons, eigentlich ein sehr guter Schauspieler, ist hier viel zu blass...

:hello: LT
Arm bin ich auf die Welt gekommen,
alle meine Mitgift ist Haupt und Hand.
---
Beharrlichkeit führt zum Ziel!
---
Das wahre Genie wird bei Bewunderung des Fremden nicht dessen Nachahmer,
sondern erhält dadurch nur den schönen Anstoß, neue Bahnen zu finden.
---
... wenn ich keine Oper unter den Fäusten habe ist mir nicht wohl!
---
Soli deo gloria
(CMvW -- Carl Maria von Weber)

Joseph II.

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Dienstag, 22. November 2011, 23:06

Hallo Liebestraum,

ich habe die Pro7-Serie nur in der Vorschau gesehen. Ich kann mir irgendwie private Sender mit Werbeunterbrechungen nur mehr in sehr geringer Dosis antun. Besonders die "Volksverblödungssender" RTL, Sat1 und Pro7 sind die letzten zehn Jahre so grottig geworden, daß ich mich jedes Mal von neuem wundere und entnervt um- oder gleich abschalte. Jedenfalls scheint mein Vorgeschmack ja bestätigt zu werden. Das Gros der Leute wird die Serie natürlich trotzdem mögen. Aber gut, das Gros mag auch "DSDS", "Das Supertalent" und so Sachen ... Aber bevor ich vorschnell urteile, schau ich bei Gelegenheit mal rein. ;)

LG
:hello:
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m-mueller

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Mittwoch, 23. November 2011, 01:33

auch was britisches - Sherlock! Genial!!

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248

Donnerstag, 24. November 2011, 17:42

Es weihnachtet sehr:

"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" hat die aktuelle Saison bei uns eingeläutet. Gestern die alte DVD, morgen digital überarbeitet...

:hello: Jürgen
Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück...

Gregor

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Samstag, 26. November 2011, 23:52

Hätte der gut aussehende Hauptdarsteller nur die entfernteste Ähnlichkeit mit speziell dem späten Heinrich VIII. ...
Aber freilich haben wir ein typisches heutiges Hollywood-Hochglanz-Produkt: Alles muß schön aussehen. Und natürlich viel Sex and Crime. Was Heinrich VIII. angeht, wurde viel übertrieben und ihm angedichtet.

Mir war die Serie viel zu oberflächlich. Natürlich ist es schön anzusehen, aber es hat irgendwie wenig Tiefe. Die aktuelle "Borgia"-Serie des ZDF (wohlgemerkt) hatte mehr Tiefgründiges. Europäische Produktionen sind mir da generell lieber.

Oberflächlich??? Also das ist das letzte Wort das mir zu dieser Serie einfallen würde. Ich fand es im Gegenteil sehr tiefgründig. Durch die insgesamt 38 Folgen hatte man ja auch genügend Zeit, sich nicht nur mit den Geschehnissen um die einzelnen Figuren zu beschäftigen, sondern auch mit deren Innenleben und Konflikten. Gerade wie Heinrich dargestellt wurde, mit all seinen Emotionen, wurde der Figur sehr gerecht. In den meisten anderen Verfilmungen wird er ja leider recht eindimensional dargestellt. Wer sich ein bißchen mit dem echten Heinrich auskennt und sich mit dieser interessanten Persönlichkeit der Geschichte beschäftigt hat, weiß was gemeint ist.
Auch wie Katharina von Aragon gezeigt wurde in all ihrer Gutmütigkeit, in ihrem tiefen Glauben und in ihrer treuen Liebe zum König bis zum Schluß war sehr authentisch.
Man könnte hier noch viele andere Figuren aufzählen bis zum fragwürdigen Verhalten der Lady Rochefort, der Hofdame von Königin Catherine (Howard), das selbst Historiker bis heute Rätsel aufgibt. Die Serie gibt letztendlich auch keine Begründung warum sie das außereheliche Leben der Königin noch unterstützte und damit ihr Leben riskierte, dass sie natürlich letztendlich wirklich auf dem Richtblock - genau wie Königin Catherine - verloren hat.
Die Detailarbeit des Autors Michael Hirst ist hier wirklich zu loben. Da hat wirklich jemand geschrieben der eine besondere Liebe zur englischen Geschichte hat.

Dass Rhys-Meyers nicht wie Heinrich aussieht mag zwar im ersten Moment etwas befremdlich wirken, aber die optische Ähnlichkeit ist doch letztendlich gar nicht so wichtig. Viel mehr zählt, dass die Figur und deren Charakter eingefangen wird. Wobei anzumerken ist, dass der junge Heinrich ein attraktives Äußeres besessen haben soll und er als der schönste Prinz und Jung-König seiner Zeit gegolten hat. Seine körperlichen Ausmaße erweiterten sich ja erst, als er nach seinem Reitunfall und der schlimmen Verletzung seines Beines nicht mehr in der Lage war all seine sportlichen Aktivitäten auszuleben. Das hat mir auch gut gefallen, dass diese Verletzung, die ihn über viele Jahre gequält hat, auch in der Serie immer wieder thematisiert wurde.

Natürlich mußte man sich bei Die Tudors aber auch auf die Gefühlswelten von Heinrich und der vielen anderen Figuren einlassen. Wenn jemand nur Action und weniger Handlung sehen will, sollte er lieber die Finger von den Tudors lassen. Dass viele Szenen dialoggerecht aufgepeppt wurden, versteht sich aus dramaturgischen Gründen ja von selbst. Niemand war damals dabei und wir können heute nur erahnen, was sich verbal genau abgespielt hat. Ist aber letztendlich aufgrund der Geschehnisse wiederum nicht so schwer.

Vielleicht beziehst du dich ja auf die Fernsehaustrahlung. Da wurde die Serie leider unglaublich entstellt. Fürs TV hat man die zehn Folgen pro Staffel jeweils auf vier Episoden zusammengeschnippselt, was schlichtweg eine Frechheit war. Da wurden dann natürlich viele wichtige Szenen unter den Tisch gekehrt.
Vielleicht war man der Meinung man könne dem Publikum nicht so viel "Geschichte" zumuten.
Interessant auch die Figur des Komponisten Thomas Tallis, die fürs Fernsehen wohl auch zu langweilig waren und geschnitten wurden.
Nur auf DVD bekommt man die Serie in ihrer Vollständigkeit.

Zu den Borgias möchte ich jetzt wirklich nichts sagen, da diese Serie nur versucht hat, die Tudors zu kopieren - erfolglos, wie ich meine. Wobei ja da das gleiche Studio dahintersteckt. Sehr europäisch ist diese Produktion also wirklich nicht, auch wenn man den ein oder anderen deutschen Darsteller verpflichtet und einen deutschen Regisseur engagiert hat. Die Borgias waren mir jedenfalls zu oberflächlich und leider auch schlecht gespielt.

Gregor

SchallundWahn

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Dienstag, 7. August 2012, 19:18

Hallo Gregor,
der Eintrag ist zwar schon etwas her, aber ich mag die Serie "The Tudors" auch sehr gerne, habe mir alle Folgen im TV angesehen, auch wenn's manchmal recht spät wurde. Es war einfach zu spannend.
Letztlich muss man dazu sagen, dass natürlich klar ist, dass das eine Drama-Serie und keine Geschichtsdoku ist, insofern erwarte ich da ja nicht nur Faktisches, sondern auch viel Fiktives. Letztlich wurde sich aber doch recht gut orientiert (von der Optik des Hauptdarstellers mal abgesehen), auch die damaligen, politischen Verhältnisse wurden sehr gut beschrieben und nicht verflacht dargestellt (was sonst oft passiert) oder gar nur so nebenbei erwähnt, sonder richtig integriert.
Die Borgia-Serie (also die "Deutsche", nicht die Amerikanische) hat sich dagegen einige wirkliche Schnitzer in Sachen Historie geleistet, manches völlig falsch bzw. verdreht dargestellt und was am meisten wiegt und sie deswegen sehr von Tudors unterscheidet, sich zu sehr in erfundenen Nebensächlichkeiten verloren, anstatt die historischen Umstände besser auszuarbeiten...da war viel Soap ohne Fundament. Aber einige Teile waren wirklich gut gemacht, zB der Konklave.

Was ich zuzeit sehe ist dieses :



Games of Thrones
Erste Staffel
Eine absolut geniale Serie mit Top-Schauspielern, guten Dialogen (besonders in Englisch) und interessanten Charaktern
"Die Glücklichen sind neugierig."
(Friedrich Nietzsche)

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Dienstag, 7. August 2012, 20:29

Die Serie Game of Thrones habe ich mir auch die letzten 2 Monate Insgesammt 2 Mal auf Blu-Ray angesehen! Staffel 1 und Staffel 2 sind verdammt gut gewesen! Freue mich bereits auf die Dritte Staffel im April 2013


Lg

SchallundWahn

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Dienstag, 7. August 2012, 21:32

Na, da haben wir also schon wieder was gemeinsam :D
Hast du die 2.Staffel als US oder UK-Version...in D ist die doch noch gar nicht raus oder?
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Dienstag, 7. August 2012, 21:34

Deutsches Pay TV lief die 2.Staffel jetzt bis vor 2 Wochen das Staffel Finale war (; 1.Staffel auf Blu-Ray gibts aktuell noch bei Media Markt für rund 30 Euro, ein Schnäppchen! Über die Herkunft meiner Second Season in HD werde ich hier keine weitere Auskunft geben (;

SchallundWahn

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Dienstag, 7. August 2012, 21:40

Alles klar ;) ...da muss ich wohl noch etwas warten bis ich die 2.Staffel ins Regal zur anderen stellen kann.
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Dienstag, 7. August 2012, 21:42

Jo der US Release der 2. Staffel ist erst für 3/13 angesetzte, Deutschland wieder entsprechend Später! Es gab ja bereits bei Spiegel Online und Stern.de eine menge berichte Darüber das es Große Probleme gibt mit Illegalen Downloads der beiden Staffel, da HBO sich sehr lange Zeit lässt mit der Veröffentlichung und man nicht anders heran kommt!

SchallundWahn

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Dienstag, 7. August 2012, 21:48

Das ist sicherlich Strategie...HBO will die Spannung halten, was ich auch verstehen kann, aber dann muss man wohl auch mit solchen Sachen wie illegalen Downloads rechnen...ich bin gut im Warten.
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Dienstag, 7. August 2012, 22:00

Naja in vielerlei Hinsicht hasse ich aber das warten auf eine Full HD Veröffentlichung meiner Lieblingsserie! Z.b: jetzt auch mit der 6.Staffel von Supernatural, musste dafür extra bei meinem Onkel jede Woche auf Pay TV gucken, da ich sonst wieder ewig nicht in den Genuss der Fortsetzungen gekommen wäre! Und die 7. Season kann man ja in Deutsch auch erstmal noch eine ewigkeit warten und auf Englisch ist sie auch noch nicht erhältlich

Gregor

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Dienstag, 7. August 2012, 22:28

Hallo Gregor,
der Eintrag ist zwar schon etwas her, aber ich mag die Serie "The Tudors" auch sehr gerne, habe mir alle Folgen im TV angesehen, auch wenn's manchmal recht spät wurde. Es war einfach zu spannend.
Letztlich muss man dazu sagen, dass natürlich klar ist, dass das eine Drama-Serie und keine Geschichtsdoku ist, insofern erwarte ich da ja nicht nur Faktisches, sondern auch viel Fiktives. Letztlich wurde sich aber doch recht gut orientiert (von der Optik des Hauptdarstellers mal abgesehen), auch die damaligen, politischen Verhältnisse wurden sehr gut beschrieben und nicht verflacht dargestellt (was sonst oft passiert) oder gar nur so nebenbei erwähnt, sonder richtig integriert.
Die Borgia-Serie (also die "Deutsche", nicht die Amerikanische) hat sich dagegen einige wirkliche Schnitzer in Sachen Historie geleistet, manches völlig falsch bzw. verdreht dargestellt und was am meisten wiegt und sie deswegen sehr von Tudors unterscheidet, sich zu sehr in erfundenen Nebensächlichkeiten verloren, anstatt die historischen Umstände besser auszuarbeiten...da war viel Soap ohne Fundament. Aber einige Teile waren wirklich gut gemacht, zB der Konklave.

Hallo SchallundWahn, ich war ja schon als Kind fasziniert von Heinrich VIII., habe alles über seine Zeit und die Tudor-Ära überhaupt gelesen und habe vor einigen Jahren an der Universität sogar ein Referat über ihn gehalten - in englischer Sprache.
Mir gefällt an der Serie, dass man endlich mal eine detaillierte Biographie über ihn sehen kann, noch dazu mit so grandiosen Schauspielern wie Jonathan Rhys Meyers, Sam Neill oder Joely Richardson.
Wenn du sie allerdings bei Pro Sieben gesehen hast, dann hat man dir nur eine gekürzte Fassung vorgesetzt. Deshalb habe ich mir nach und nach die Staffeln auf DVD gekauft, da ich sie natürlich ungekürzt sehen wollte. Durch das Herausschneiden vieler Szenen vermittelt die Serie im TV letztendlich einen etwas anderen Eindruck als auf DVD.
Daher würde ich dir unbedingt empfehlen, dir die DVDs zuzulegen. Noch dazu ist die Serie ein Genuß wenn man die Schauspieler im englischen Original hört. Auch wenn die Synchronisation sehr gut ist. Alleine schon Peter O'Toole's Papst in der Originalfassung ist herrlich.
Noch dazu bieten die DVD-Boxen interessante Hintergrundberichte von den Dreharbeiten, Interviews mit den Schauspielern und auch Historiker kommen reichlich zu Wort.
Man erfährt zum Beispiel auch von Jonathan Ryhs Meyers selbst warum er als Heinrich ausgewählt wurde, und Peter O'Toole sagt in seinem Interview, dass er nur für das Auswendiglernen des Textes bezahlt wird, denn das Schauspielern mache er umsonst. :D

Gregor

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Dienstag, 7. August 2012, 22:44

Hallo Gregor,

ja ich hatte die Serie zuerst bei Pro7 gesehen, mir dann später aber die DVDs gekauft und war auch sehr überrascht, dass da so viel rausgeschnitten wurde...und auf Englisch ist das nochmal mehr spitze, das stimmt (gilt aber für viele englische/amerikanische Serien). Wie gesagt, ich fand gut, dass Heinrich nicht nur als der Mann mit den vielen Frauen gezeigt wurde (auch wenn das natürlich dazugehört), sondern auch als politischer Machtmensch oder als Vater. Besonders gefallen haben mir da die letzten Folgen in denen Heinrich über sein Leben nachdenkt bzw. über den Tod, das hat ihn nach all dem Gewäsch, was so über ihn verbreitet wird, wieder menschlich gemacht...wie die Serie überhaupt. Wie du erwähnt hast, fand ich auch die Darstellung von Katharina von Aragon sehr gut (ich beschäftige mich sehr mit ihrer Familie).
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Gregor

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Dienstag, 7. August 2012, 23:20

Ach, das finde ich toll, denn mit Katharina von Aragon habe ich mich auch schon beschäftigt. Das war doch wirklich ein armes Ding. Wurde verschachert an den englischen Hof, dann starb ihr kindlicher Bräutigam. König Heinrich VII. hat dann nicht recht gewußt, was er mit ihr machen soll. Finanziell hat er sie so kurz gehalten, dass sie eine Weile nur zwei Kleider (!!) besessen haben soll. Und dass war immerhin die Tochter von Königin Isabella von Spanien! Letztendlich hatte er dann die Idee, sie mit seinem zweiten Sohn, Heinrich, zu vermählen. Und die Jahre an dessen Seite waren ja auch nicht immer ein Honiglecken. Trotz allem blieb sie bis zuletzt der Stolz und die Anmut in Person.
Total interessante Biografie jedenfalls.

Die letzte Folge war wirklich ein Knaller. Vor allem als er die Erscheinungen seiner drei ersten verblichenen Königinnen hatte und zu erkennen war, dass er langsam sein irdisches Dasein beendet. Du hast recht, hier wurden ihm sehr menschliche Züge verliehen. Die Serie zeigte nicht nur sehr gut den Machtmenschen Heinrich, sondern auch sehr gut all die Kräfte, die da von außen auf ihn eingewirkt haben und sein Tun und Handeln beeinflußt haben.
Übrigens habe ich mich erst kürzlich etwas mit Kathryn Willoughby beschäftigt, der Ehefrau von Charles Brandon. In der vierten Staffel sieht man leider nicht mehr viel von ihr, da dass ja schon die Zeit war, in der sich die beiden getrennt haben. Sie gehörte übrigens auch dem Zirkel der letzten Königin Catherine Parr an, die genauso wie Brandon's Frau, eine heimliche Protestantin war. Ihr Leben nach Charles ist sehr turbulent und ereignisreich gewesen. Auch idealer Filmstoff.
Gerne hätte ich auch noch die Regierungsjahre der Mary Tudor gesehen, die von der jungen Schauspielerin Sarah Bolger auch ganz ausgezeichnet gespielt wurde.

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Mittwoch, 8. August 2012, 19:34

Die arme Katharina war ja Teil einer Geschwisterschar, die alle sehr viel Unglück erfahren mussten bzw. sehr früh starben. Ziemlich traurig, was besonders ihrer Schwester Johanna (die Wahnsinnige) geschah.
Über eine Serie über Maria Tudor würde ich mich auch freuen, sie wird ja oft genug auch sehr einseitig dargestellt.
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Agon

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Samstag, 13. Mai 2017, 12:41

Ich habe mich entschlossen, diesen vor über fünf Jahren verstummten Thread wieder zum Leben zu erwecken, indem ich hier in unregelmäßiger Folge einige Filme vorstelle, die ich mir angesehen habe. Natürlich ist Jeder willkommen, es mir gleichzutun.
Ich weiß zwar nicht, wie groß das Interesse bei Tamino am Thema Film ist, aber wir werden sehen.

Eine Box, die dem Filmemacher Roland Klick gewidmet ist, beschäftigt mich seit geraumer Zeit:



Roland Klick (*1939 in Hof, Bayern) - der große Unbekannte der deutschen Filmregisseure.

Vor zwei oder drei Jahren gab es auf 3sat oder arte eine kleine Reihe mit einigen seiner Filme und der neu entstandenen Dokumentation "Roland Klick - The Heart is a Hungry Hunter" von Sandra Prechtel aus dem Jahr 2013, die auch einzeln erhältlich ist:



Ich muß sagen, daß dieser Regisseur für mich eine absolute Entdeckung ist. Er hat in seinem Leben nicht viele Filme gedreht, aber jeder von ihnen ist besonders und eigenwillig geworden.
Er begann mit selbstfinanzierten Kurzfilmen wie "Ludwig" mit Otto Sander oder "Jimmy Orpheus", bevor er seinen ersten Spielfilm drehen konnte, der auch gleich ein Hit wurde: "Deadlock" mit Mario Adorf, Anthony Dawson, Marquard Bohm und Mascha Elm Rabben. Gedreht wurde 1970 am Toten Meer an der jordanisch-israelischen Grenze:



Es ist wohl eine Art "Western" geworden, ja, ein Film, der praktisch nur in einer weißen Wüste spielt, heiß, schmutzig, trocken. Kameramann Robert Van Ackeren fängt diese flirrend-surreale Atmosphäre kongenial ein. Die Musik der englischen Band "Can" trägt zum hypnotisch-halluzinatorischen Gesamteindruck entscheidend bei. Dieser Film fordert den Zuschauer, er erzwingt ein genaues Hinsehen und Konzentration.
Der Film sollte in Cannes im Wettbewerb laufen, aber Roland Klicks "Kollegen" des "neuen deutschen Films" verhinderten dies, intervenierten massiv bei den Verantwortlichen und erreichten die Absetzung. Ein Skandal, eine Schande. "Deadlock" wurde dennoch ein großer Publikumserfolg und eine Legende.


Roland Klick (rechts) mit Mario Adorf bei den Dreharbeiten zu "Deadlock"
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. (Theodor W. Adorno)

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Samstag, 13. Mai 2017, 14:39

Ich sah gerade im Kino Sieben Minuten nach Mitternacht. Endlich noch mal ein schöner Film. Kann ich nur empfehlen. Sigourney Weaver ist großartig.
Regietheater? Nein, danke!

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Samstag, 13. Mai 2017, 14:43

Der Film ist unglaublich poetisch und muss wegen der sonoren Stimme von Liam Neeson im englischen Original genossen werden!

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Samstag, 13. Mai 2017, 15:36

Das stimmt - und es wird Dich evtl. überraschen, dass ich Filme sehr oft im Original sehe, wo ich doch Oper so gerne in meiner Muttersprache höre. Doch geht mir bei den Synchros oft zu viel an Atmosphäre verloren. Obwohl, eigentlich nicht überraschend - an deutsch gesungener Oper schätze ich ja auch die Atmo. Es gibt auch Filme, die ich lieber auf deutsch sehe. Z. B. finde ich Tipi Hedrens Originalstimme grauenhaft, auch div. Disneyfilme, wie Cinderella mit Eva-Ingeborg Scholz und der großartigen Friedel Schuster oder Mulan mit Cosma-Shiva Hagen, Horst Buchholz und Hannes Jaenicke, sind runder auf deutsch als in der Originalfassung.
Regietheater? Nein, danke!

Agon

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Samstag, 13. Mai 2017, 19:20

Nachdem ich mir "Deadlock" nochmal angesehen habe, muß ich sagen: ein Film, der sicher von Sergio Leones Italowestern inspiriert ist, der aber niemals zu einem billigen Plagiat mutiert. Dafür ist die Machart und die visuelle Gestaltung zu eigenwillig und ausgefeilt.
Um was geht es: natürlich um Geld. Zwei Gangster (Bohm und Dawson) fliehen nach einem Bankraub mit einem Koffer voller Geld durch die Wüste und kommen in einem verlassenen Kaff an, wo nur ein armer Tölpel (Adorf) mit seiner Tochter (Rabben) lebt. Hier entspinnt sich nun ein Kampf ums Geld, Überleben und Frauen. Der skrupellosere der Gangster (Dawson) will alle töten und mit dem Geld alleine abhauen, der gutmütigere (Bohm) verliebt sich in das Mädchen und will mit ihr verschwinden. Der arme Tölpel will natürlich auch das Geld und versucht auch so einiges, schafft es aber nicht. Am Ende überlebt jedenfalls nur eine Person.
Das ist wirklich ein Film, der überhaupt nichts mit dem deutschen Kino seiner Zeit zu tun hat und genau deshalb von allen Seiten angefeindet wurde. Ich würde ihn eher im Bereich "New Hollywood" der 60er/70er-Jahre verorten. Er ist sehr naturalistisch bis realistisch gehalten und scheint die Natur des Menschen erforschen zu wollen. Hier wird nichts theoretisiert oder verkünstlicht, es findet keine Geschwätzigkeit statt - Kargheit dominiert alles. Bohm und Dawson als Kid und Sunshine wirken wie zwei Brüder, von denen der eine den anderen übers Ohr hauen will. Toll gespielt. Adorf als verzweifelter, aber herzensguter Tölpel zeigt seine starken Fähigkeiten als Charakterdarsteller, der hier um sein nacktes Überleben kämpfen muß. Ein Film, der auch die Härte und Brutalität der menschlichen Existenz und den Kampf ums Dasein thematisiert, aber ohne schulmeisterlich oder philosophisch zu werden. Und genau deshalb hat er so eine starke Wirkung - er vertraut vollkommen auf die Kraft der Bilder und der starken Schauspieler.
Ein Klassiker, der endlich auch als solcher gewürdigt werden sollte.
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. (Theodor W. Adorno)

Agon

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Samstag, 13. Mai 2017, 22:17

Nun aber zu einem anderen Film von Roland Klick, nämlich "White Star":



Gedreht im November/Dezember 1981 in Berlin/West mit den Schauspielern Dennis Hopper, Terrance Robay, Ramona Sweeney, David Hess und anderen. Die Kamera führte Jürgen Jürges.
Diesen Film muß man wohl als den extremsten von Klick betrachten, nicht zuletzt aufgrund seiner Produktionsbedingungen. Eigentlich sollte auch Jane Fonda mitspielen, doch dafür reichte das Geld nicht. Klick engagierte dann weitere Darsteller aus einem amerikanischen Armeetheater. Dennis Hopper war während der Dreharbeiten auf dem Höhepunkt seiner Kokainsucht und dementsprechend "drauf". Er fiel immer wieder für längere Zeit aus, demolierte das Hotelzimmer und verprügelte die Angestellten. Tja. Trotzdem wurde der Film schließlich fertiggestellt.
Ich gestehe freimütig, daß ich mir dieses Werk erst dreimal ansehen mußte, um bei der Geschichte durchzusteigen. Im Grunde geht es um den Rock'n Roll-Tourmanager Ken Barlow (Hopper), der seine Glanzzeiten bereits hinter sich hat, aber nochmal den großen Erfolg landen will. Deshalb promotet er den Synthie-Pop-Musiker Moody Mudinsky (Robay), für den er nun wahrhaft "alles" tut, um ihn bekannt und erfolgreich zu machen.
Dieser Film lebt zunächst einmal von der unverfälschten Atmosphäre des Berlins der frühen Achtziger Jahre, einer Zeit, in der diese Stadt noch interessant war. So steht am Anfang auch ein Konzert in einer Punkerkneipe, die mit übelster Randale endet. Die meisten Szenen spielen ohnehin nachts oder drinnen oder es gibt eben einen grauen, deprimierenden Himmel. Dennis Hopper ist eindeutig das treibende, manische Element. Seine Darbietung erinnert stark an die in dem nur wenig früher entstandenen Film "Apocalypse Now" (Coppola), in der er einen amerikanischen Fotografen spielt. Trotzdem kann man "White Star" nicht als "One-Man-Show" Hoppers bezeichnen, denn Roland Klick zeigt erneut seine große Regisseursbegabung. Hier gibt es exzellente Actionszenen zu sehen, Verfolgungsjagden, Schlägereien und Zerstörungsorgien. Die Dialoge zwischen Hopper und Robay sind aber die seelisch-emotionalen Höhepunkte. Hopper hat einfach eine ganz starke Ausstrahlung, und er kann in einer Rolle völlig aufgehen.


Terrance Robay und Dennis Hopper in "White Star"

Die Zusammenarbeit zwischen Klick und der New Hollywood-Legende Hopper (Easy Rider) muß hervorragend gewesen sein. Hier haben sich zwei gesucht und gefunden. Es ist wirklich irre und mitreißend, Dennis Hopper hier in einem deutschen Film zu erleben, der alle Konventionen sprengt und viel riskiert. Der Film wurde in Englisch gedreht und dann nachträglich synchronisiert. Zum Glück wird Hopper von Christian Brückner gesprochen, also der deutschen Stimme von Robert de Niro. Das funktioniert bestens.
Ich kann nur raten: angucken, auch immer wieder, man kann davon nur profitieren.
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Agon

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Dienstag, 27. Juni 2017, 20:31

Und mal wieder will ich diesen Thread beleben. Leider scheint außer mir hier niemand Filme zu gucken.

Heute soll es um den wohl wichtigsten und m.E. auch besten Film des letzten Jahres gehen, nämlich:



SNOWDEN

USA/BRD, 2016


Regie: Oliver Stone

Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Nicolas Cage, Scott Eastwood, Tom Wilkinson, Zachary Quinto, Melissa Leo u.a.

Länge: 135 Minuten

US-Regielegende Oliver Stone ("Platoon", "JFK", "Natural Born Killers", "Nixon" u.a.) setzt mit diesem Werk dem NSA-Whistleblower Edward Snowden ein filmisches Denkmal.
Ich habe den Film letzten Herbst im Kino gesehen und war tief beeindruckt und bewegt von der Geschichte und der Darstellung derselben. Seit seiner Flucht im Jahr 2013 hält sich Edward Snowden nun irgendwo in Russland auf.
Der Film setzt in Hongkong ein, seinem ersten Fluchtpunkt, wo er sich mit den Journalisten Laura Poitras (M. Leo) und Glenn Greenwald (Z. Quinto) an einem öffentlichen Ort trifft, um in ein abgeschottetes Hotelzimmer zu gehen. In der Folge rollt Stone Snowdens gesamte Geschichte von Anfang an bis zu diesem Punkt auf. Der Zuschauer erlebt Snowdens (J. Gordon-Levitt) Zeit in der Armee, die er aufgrund einer schweren Verletzung verlassen muss, seine Anfänge bei der CIA, als er noch gutgläubig und patriotisch eingestellt war, das Kennenlernen seiner kritisch denkenden Freundin (S. Woodley), seine immer weiter und tiefer gehenden Computertätigkeiten für CIA und NSA, die Spionageprogramme "Prism", "Tempora", "XKeyscore" und "Boundless Informant", seine zunehmende Verzweiflung über die offensichtliche Totalüberwachung des weltweiten Internetverkehrs, die Lügen der Geheimdienstchefs und Politiker und schließlich seine Flucht mit geheimen Dokumenten, die er auf abenteuerliche Weise aus einem NSA-Stützpunkt in Hawaii herausschleust.
Es wird sehr deutlich, wie Snowden zunehmend kritischer und erschütterter wird angesichts dessen, was er täglich bei seiner Arbeit erlebt. Seine Freundin lässt er lange Zeit darüber im Unklaren, was zu zahlreichen Streitereien führt. Seine angeschlagene Gesundheit (unter anderem epileptische Anfälle) tun ein Übriges.
Der Film hält sich sehr genau an die Fakten und tatsächlichen Begebenheiten. Und genau deshalb beschleicht einen als Zuschauer ein absolut unheimliches Gefühl. Denn das, was man da sieht, ist real. Gordon-Levitt sieht dem realen Snowden so täuschend ähnlich, daß er mit seiner Figur eins wird. Alle Nebenrollen sind ausgezeichnet besetzt, besonders seine Freundin und sein skrupelloser CIA-Ausbilder. Am Ende kommt übrigens der echte Edward Snowden zu Wort.
Seit April gibt es den Film nun auf DVD.
Oliver Stone fügt seinem beeindruckenden Schaffen ein weiteres Meisterwerk hinzu.


Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley und Oliver Stone am Set von Snowden
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Mittwoch, 28. Juni 2017, 12:45

Die ideale Ergänzung zu Oliver Stones Spielfilm ist übrigens der Dokumentarfilm "Citizenfour" von Laura Poitras, der sogar einen Oscar als "Bester Dokumentarfilm" erhalten hat:



Die in Berlin lebende Dokumentarfilmerin Laura Poitras war die Person, die Edward Snowden kurz vor seiner Flucht unter dem Pseudonym "Citizenfour" angeschrieben hat, um sich dann mit Ihr und Glenn Greenwald in Hongkong zu treffen. Zahlreiche Szenen dieses Films wurden dann eben auch im Hotelzimmer in Hongkong gedreht. Dieser Dokumentarfilm ist Zeitgeschichte live.
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Sonntag, 16. Juli 2017, 17:34



MAGNOLIA

USA 1999

Regie: Paul Thomas Anderson

Länge: 188 Minuten

Darsteller: Julianne Moore, Jason Robards, Philip Seymour Hoffman, Tom Cruise, Philip Baker Hall, William H. Macy, Jeremy Blackman, John C. Reilly, Melora Walters, Melinda Dillon, Alfred Molina, Luis Guzman u.a.

Man hat es hier mit einem dreistündigen Episodenfilm zu tun, der durch seine opernhaft-emotionalisierende Inszenierung sowohl faszinierend-intensive wie auch fragwürdig-seltsame Szenen beinhaltet. Ich habe ihn damals im Kino gesehen und bin bis heute hin- und hergerissen, ob ich den Film nun gut oder schlecht finden soll. Es hängt vermutlich stark von der Stimmung ab, in der man den Film sieht. Er kann furchtbar nervtötend wirken, aber eben auch in Bann schlagen und fesseln.
Auf die Handlung will ich hier nicht eingehen, denn durch die verschiedenen Handlungsstränge ist sie verworren und kompliziert. Aber auf wikipedia steht eine gute Inhaltsangabe:
https://de.wikipedia.org/wiki/Magnolia_(Film)
Die Darstellerriege liest sich beeindruckend - und sie ist es auch. Absolut herausragend finde ich Tom Cruise als frauenverachtenden Motivator und Trainer für frustrierte Männer. Eine Rolle, die leider nicht viel Beachtung gefunden hat, obwohl man Ihn eigentlich nie besser gesehen hat (außer in Kubricks Eyes Wide Shut natürlich).
Ebenfalls hervorragend ist William H. Macy als ehemaliges "Quiz Kid Donnie Smith", das nun gealtert, vereinsamt, verzweifelt und verarmt ist und sich in einen zahnspangetragenden jungen Barkeeper verliebt hat, der natürlich nichts von Ihm wissen will (liest sich skurril, ist es aber nur bedingt).
Weiterhin erwähnenswert: Jason Robards als im Sterben liegender reicher Fernsehproduzent, Philip Seymour Hoffman als dessen Pfleger, Philip Baker Hall als krebskranker und gealterter Quizmaster, der in jungen Jahren seine Tochter mißbraucht hat, die nun drogensüchtig und mit dem Leben am Ende ist. Jeremy Blackman als intelligentes Kind, das der Vater als Geldquelle in eine Quizshow namens "What Do Kids Know?" steckt, spielt sehr intensiv und glaubwürdig. Julianne Moore muß leider permanent overacten und John C. Reilly als sensibler und hilfsbereiter Polizist ist keine sonderlich interessante Figur.
Leider ist das Sounddesign des Films nicht gut gemacht, d.h. es werden oft Stimmen überdeckt. Die Musik ist zu melodramatisch und überbordend, zu dominant. Wenn die Schauspieler dann auch gegen Ende noch alle denselben Song mitsingen müssen, ist das Maß wirklich voll. Der schlechteste Teil des Films ist der Froschregen, der wohl eine Art kathartischer Moment sein soll.
Trotz der genannten Schwächen gibt es eindrucksvolle und faszinierende Szenen (in der Quizshow, am Sterbebett, in der Schwulenbar, Interviewszenen mit Tom Cruise Charakter).


Tom Cruise als Frank T. J. Mackey


Philip Baker Hall als Jimmy Gator


William H. Macy als "Quizkid" Donnie Smith


Tom Cruise mit Jason Robards (als Earl Partridge)
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