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Joseph II.

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Beiträge: 11 701

Registrierungsdatum: 29. März 2005

1

Sonntag, 6. Januar 2013, 22:07

Hubert Hofmann (1933—1988), Bassbariton



Hubert Hofmann, geb. am 3. Oktober 1933 in Wien, gest. am 26. Dezember 1988 in Hüttenberg im Allgäu, war ein österreichischer Bassbariton.

Hubert Hofmann, Schüler des berühmten Bassisten Ludwig Hofmann, nahm diesem zu Ehren dessen Namen an. 1957 debütierte er am Landestheater Salzburg als Monterone in Rigoletto. Dort blieb er bis 1959, ehe er ans Stadttheater Bielefeld wechselte (bis 1961), gefolgt vom Stadttheater Mainz (1961—1963). 1962—1966 war er Mitglied der Deutschen Oper Berlin, 1963—1966 gleichzeitig der Oper Graz. Zwischen 1967 und 1972 sang er an der Hamburger Staatsoper und am Opernhaus Zürich, gefolgt von der Staatsoper Stuttgart (1972—1982). 1964 wirkte er als Wanderer und Biterolf bei den Bayreuther Festspielen mit. Zahlreiche weitere Gastspiele führten ihn u. a. an die Wiener Staatsoper, an die Königliche Oper Kopenhagen (1967), an die Oper von San Francisco (1968), an das Royal Opera House Covent Garden in London (1969, 1971), ans Teatro Fenice in Venedig (1970, 1973), an die Grand Opéra Paris (1971—1972), an die Oper von Chicago (1971—1972) sowie an die Oper von Rom (1977). Zu seinen Glanzrollen gehörten Wotan, Sachs, Amfortas, der Holländer, Pater Guardian (La forza del destino), Amonasro (Aida), Pizarro (Fidelio), Kaspar (Freischütz), Orest (Elektra) sowie Fürst Igor.
1982 beendete er seine Gesangskarriere aufgrund einer schweren Erkrankung. Sechs Jahre später starb Hofmann, gerade 55 Jahre alt.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

mucaxel

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Beiträge: 1 252

Registrierungsdatum: 31. Oktober 2005

2

Montag, 7. Januar 2013, 10:26

Hab ihn sehr oft an der Deutschen Oper Berlin gehört und in sehr guten Erinnerung mit schöner markanter Stimme z.B. als Sachs.
Er war auch ein sehr guter Darsteller!!!

:hello:
mucaxel

3

Montag, 7. Januar 2013, 14:01

Abgesehen von einem im TV übertragenen "Rigoletto" (Paller, Curzi, Gutstein), bei dem er den Monterone sang, war meine erste Begegnung mit Hubert Hofmann sein Wanderer 1964 bei den Bayreuther Festspielen. Ich war in den Proben begeistert von der Schönheit und dem Resonanzreichtum seines Organs und wunderte mich nicht, dass er die Höhen seiner Partie nur markierte. In der Premiere wurde jedoch offenbar, dass der Sänger damit seine liebe Müh hatte - auf Grund seiner Technik, die ihn seine Stimme in der Mittellage sehr breit führen ließ. Die Höhen (und der Wanderer liegt im 3. Aufzug arg hoch) wurden sehr offen angegangen und klangen dadurch mehr erkämpft als bewältigt. Ursprünglich war Hofmann 1964 nur als Biterolf in der Wieland-Wagner-Inszenierung des "Tannhäuser" vorgesehen. Sein Einspringen als Wanderer in einer Wolfgang-Wagner-Produktion brachte ihm die süffisante Bemerkung Wielands ein, nun habe er sich gekonnt zwischen alle Stühle gesetzt. Soviel zum Verhältnis Wieland-Wolfgang Wagner!

Nachdem ich Hubert Hofmann danach als einen sehr beeindruckenden Hans Sachs an der Deutschen Oper erlebt hatte, war ich über sein Engagement an die Hamburgische Staatsoper sehr erfreut. Zwei Partien sind es, an die ich mich heute noch sehr gerne erinnere : Außer als Sachs war es seine Interpretation Mathis des Malers, wo Hofmann sich durch eine zutiefst menschliche, persönlichkeitsgeprägte Darstellung in meine Erinnerung einbrannte. Als Ensemblemitglied musste er natürlich auch Partien singen, die ihm weniger lagen. Ich denke da an den Zaren in "Zar und Zimmermann" sowie besonders an seine Titelfigur in "Ruslan und Ludmila".

Hofmann wechselte dann nach Stuttgart, wo es durch seine Höhenproblematik eine nur natürliche Entwicklung war, dass er dort mit dem Gurnmanz eine Basspartie sang. Er litt sehr darunter, dass er seine Karriere aufgeben musste. Ich erinnere mich noch, wie seine Frau Heidy erzählte (das Ehepaar war ins Allgäu umgezogen), wie er zu einer Rundfunkübertragung des "Parsifal" extra einen dunklen Anzug angezogen hatte.

Grüße aus Finnland,
Peter