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  • »pt_concours« ist männlich
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Beiträge: 438

Registrierungsdatum: 11. März 2008

1

Sonntag, 27. Juli 2008, 23:02

Trio für Klarinette, Viola und Klavier

Trio für Klarinette, Viola und Klavier- bei diesem Titel denken wohl die meisten zuerst an folgendes Werk ein:
W.A. MOZART Trio in Es-Dur K498 für Klavier, Klarinette und Viola "Kegelstatt"

Diese Werk wird auf CD gerne mit folgendem gekoppelt:
M. BRUCH 8 Stücke für Klarinette, Viola und Klavier op.83

Ich kenne die beiden Stücke durch folgende Aufnahmen:


MOZART mit Brymer, Ireland, Kovacevich (rec. 1969)
BRUCH mit Meyer, Caussé, Duchable (rec 1989)
Das Werk von BRUCH gefällt mir besonders in den langsamen Stücken, die bei ihm immer sehr elegischen Charakter haben. Daneben gibt es aber auch sehr muntere Stücke.

Kürzlich wurde ich auf weiter lohnende Stücke in dieser Besetzung aufmerksam:
J. FRANCAIX Trio für Klarinette, Viola und Klavier (1990)
G. KURTÁG Hommage à R. Sch. op.15d (1975)
S. MATTHUS Wasserspiele (2001)

Diese drei Werke finden sich auf der sehr gelungenen Kammermusik-CD des
Trio Apollon ( Matthias Glande, Klarinetter | Felix Schwartz, Viola | Wolfgang Kühnl, Klavier)



(Neben den drei oben genannten Werken enthält die CD noch das Konzertstück von G. ENESCU und eine wunderschöne Interpretation der Sonate für Klarinette und Klavier von F. POULENC)


Wer kennt weitere Werke für ein Trio mit Klarinette, Viola und Klavier?
Wer hat weitere CD-Empfehlungen für eines der hier erwähnten Werke?

Gruß pt_concours
Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

Fairy Queen

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Beiträge: 4 768

Registrierungsdatum: 27. April 2007

2

Sonntag, 27. Juli 2008, 23:47

Es muss ein Trio von Reinecke (oder eine Bearbeitung) geben.
Ein befreundeter Pianist hat das mal bei einem Salonkonzert mit Viola und Klarinette gespielt . Dazu auch das Kegelstatt-Trio und die Klarinettensonate von Poulenc sowie Brittens unglaublcihe "Lachrymae" für Viola und Klavier.
Ein phantastisches Programm für eine besonders schöne Kammermusik- Formation . :jubel:
Falls du mit Reinecke nicht fündig wirst, erkundige ich mich gerne bei ihm.
Evtl verwechsle ich ihn mit Weber. Ich muss aber auch noch irgendwo einen Mitschnitt davon haben.

Bonne nuit F.Q.
Leben zeugt Leben, Energie erschafft Energie. Man wird reich , indem man sich verschwendet. (Sarah Bernardt)

Milletre

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Beiträge: 1 388

Registrierungsdatum: 18. März 2008

3

Montag, 28. Juli 2008, 22:53

Wollte das Gassenhauertrio hier einbringen, aber dann fiel mir auf, dass es ja um die Viola geht.

Bedaure.
Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Milletre« (28. Juli 2008, 22:56)


  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 490

Registrierungsdatum: 12. August 2005

4

Montag, 28. Juli 2008, 22:59

Das Gassenhauer-Trio ist ebenso wie Brahms' Trio für Klarinette, Cello und Klavier.
Wobei es ja nicht so wahnsinnig viele Klarinettentrios gibt, so daß eigentlich nichts dagegen spräche, die hier auch mitzunehmen. Ulli hat aber das Gassenhauer schon in den Thread zu Beethovens Trios eingebracht und zu Brahms' Werk gibt es auch schon was.
Dann diskutiert man diese Stücke am besten dort weiter.

Ein weiteres recht bekanntes Stück für Klar., Viola, Klav. sind die "Märchenerzählungen" von Robert Schumann.

:hello:

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Uwe Schoof

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  • »Uwe Schoof« ist männlich

Beiträge: 1 571

Registrierungsdatum: 11. Dezember 2005

5

Montag, 28. Juli 2008, 23:55

Hallo,

Zitat

Original von Fairy Queen
Es muss ein Trio von Reinecke (oder eine Bearbeitung) geben.
Ein befreundeter Pianist hat das mal bei einem Salonkonzert mit Viola und Klarinette gespielt . Dazu auch das Kegelstatt-Trio und die Klarinettensonate von Poulenc sowie Brittens unglaublcihe "Lachrymae" für Viola und Klavier.
Ein phantastisches Programm für eine besonders schöne Kammermusik- Formation . :jubel:
Falls du mit Reinecke nicht fündig wirst, erkundige ich mich gerne bei ihm.


Brauchst Du nicht, liebe Fairy Queen, er ist schon lange tot. Aber Recht hast Du, Es gibt ein Trio von Reinecke. Ich habe es in meiner Jugend als erstes Stück mit meiner damals neu erworbenen A-Klarinette (das Stück ist in A-Dur geschrieben) gespielt.

Ich finde ebenfalls, dass die Formation im ersten Moment sehr verheißungsvoll klingt, sind doch Klarinette und Viola zwei wunderbar klingende Instrumente. Aber praktisch gesehen ist die Sache m.E. nicht so einfach. Die Klarinette und die Viola reiben sich in dieser Formation zu sehr. Sie begegnen sich notgedrungen allzu häufig auf ähnlicher Tonhöhe. Da ihre Klänge nicht homogen genug klingen, um zu verschmelzen (ist im Orchester wieder anders), aber auch nicht verschieden genug, um sich genügend voneinander abzusetzen, klingt es häufig zu schwammig. Natürlich könnte die Klarinette wegen ihres weiten Spektrums über längere Zeiten hoch spielen; das würde aber nerven die Aufmerksamkeit würde ausschließlich beim Blasinstrument liegen. Dies kann normalerweise auch das Klavier nicht ausgleichen.

Das Cello ist da geeigneter, da es unter der Klarinette liegt; die Violine liegt, ohne aufdringlich zu wirken, darüber, weil die Klarinette unaufdringliche und dennoch ausdrucksstarke mittlere und tiefe Töne spielen kann.

Ich denke, dass dies ein wesentlicher Grund ist, dass so wenige Trios in der Formation Klarinette, Viola und Klavier komponiert wurden bzw. bekannt sind. Ein Stück, mit dem es gelänge, die geschilderte Problematik zu umgehen, wäre natürlich toll; das würde mich sehr interessieren.

Gruß,

Uwe
Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

Fairy Queen

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Beiträge: 4 768

Registrierungsdatum: 27. April 2007

6

Dienstag, 29. Juli 2008, 07:19

Lieber Uwe.... ähhmmm... ich wollte den befreundeten Pianisten fragen, nicht den Geist des Herrn Reinecke :D
Aber gut , dass mein Gedächtnis noch funktioniert-wobei mir dieses Trio nicht besonders gefallen hatte.(im Gegensatz zum Kegelstatt -Trio!)
Deine Analyse liest sich überzeugend.
Es gibt ja auch im Gesang kaum Formationen Mezzosopran/Mezzosopran Klavier und Mezzo/Tenor/Klavier sondern viel mehr Sopran/Mezzo/Klavier oder Mezzo/(Bass)Bariton Klavier.
Das ist zwar nciht dasselbe wie im instrumentalen Bereich, aber zumindest im Hinblick auf die Reibung der Tonhöhe und Tessitur gibt es Parallelen zum Trio Klarinette/Viola/Klavier.

F.Q.
Leben zeugt Leben, Energie erschafft Energie. Man wird reich , indem man sich verschwendet. (Sarah Bernardt)

Ulli

Erleuchteter

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Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

7

Dienstag, 29. Juli 2008, 22:33

Zitat

Original von Uwe Schoof
Ich finde ebenfalls, dass die Formation im ersten Moment sehr verheißungsvoll klingt, sind doch Klarinette und Viola zwei wunderbar klingende Instrumente. Aber praktisch gesehen ist die Sache m.E. nicht so einfach. Die Klarinette und die Viola reiben sich in dieser Formation zu sehr.


Ja, findest Du? Mir ergeht es da ganz anders. Das Klangspektrum der Clarinette [beispielsweise bei Mozarts KV 498] ist doch weitaus breitgefächerter als das der Viola. Was reibt sich da denn?

Allein schon die Tatsache, daß in einem solchen Fall ein Blas-, ein Streich- und ein Tasteninstrument zusammenspielen reicht mir persönlich als gut erhörbare Abwechslung.

Zitat

Sie begegnen sich notgedrungen allzu häufig auf ähnlicher Tonhöhe. Da ihre Klänge nicht homogen genug klingen, um zu verschmelzen (ist im Orchester wieder anders), aber auch nicht verschieden genug, um sich genügend voneinander abzusetzen, klingt es häufig zu schwammig.


Dann kommt es wohl auf die Instrumentenwahl an. Ich finde schon, daß sich die Klänge der Instrumente deutlich unterscheiden [in so einem Klangbreiorchester natürlich nicht] - da ist nichts schwammig und homogen sollte es eigentlich auch nicht zuviel sein, denn sonst wäre die unterschiedliche Stimmenbelegung ja auch überflüssig.

Violine finde ich da als tägliches Brot eher laaaaaaaaaaaaaaaangweilig. 8)

Wer sich vom unterschiedlichen Klang Clarinette/Viola überzeugen möchte, kann dies hier tun:

resp.

Meines Erachtens eine der besten Einspielungen von KV 498 - und mir war lange Zeit nichtmal bewußt, wer da eigentlich spielt:

Gilles Thomé, Clarinette
Emilio Moreno, Viola
Arthur Schoonderwoerd, Hammerflügel

:]

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

  • »pt_concours« ist männlich
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Beiträge: 438

Registrierungsdatum: 11. März 2008

8

Dienstag, 29. Juli 2008, 22:38

RE: Trio für Klarinette, Viola und Klavier

Hallo,
zuerst vielen Dank allen Antwortern!

Doch der Reihe nach:
Der erste Tipp -von Fairy Queen- nimmt ja langsam Gestalt an:

C. REINICKE Trio für Klarinette, Viola und Klavier op.264 (zum Glück eine Originalkomposition)

es scheinen auch einige CD-Einspielungen verfügbar zu sein
(und ich zeige hier mal stellvertretend eine mit zugänglichem Bild)



Ein weiteres Werk auf dieser CD ist übrigends für Klarinette, Horn und Klavier geschrieben. Klarinettentrios sind also- wie auch Triosbesetzungen allgemein- ein spannendes Thema.

Was die klanglichen Besonderheiten der Formation Trio für Klarinette, Viola und Klavier betrifft finde ich die Anmerkungen hier sehr interessant, ...und werde wohl darauf beim nächsten Hören genauer achten.

Gruß pt_concours
Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
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Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)