Die Opern des Herrn Vivaldi

  • Lieber Barockfreunde, Liebe Opernliebhaber


    Vor etlichen Jahren war Vivaldi der breiten Öffentlichkeit lediglich durch seine "Vier Jahreszeiten" und allenfalss durch ein paar Weitere Instrumentalwerke bekannt. Seither hat sich viel getan, mehr oder weniger das gesamte orchestrale Schaffen Vivaldis wurde inzwischen gesammelt (aber es wird immer wieder Verschollenes zutage gefördert), katalogisiert, und zum Großteil auf Tonträger eingespielt.
    Eine Ausnahme machte bisher das Opernschaffen des Komponisten - ein Grober Fehler wie ich meine. Vivaldi fehlt sogar in den meisten Opernführern. Auch in der Erstauflage des "Harenberg" (1995) ist Vivaldi nicht angeführt.
    Hier hat, man muß es an dieser Stelle sagen, die Tonträgerindustrie Pionierarbeit geleistet. Selbst in diesen mageren Zeiten (oder vielleicht gerade deshalb) gibt es Ersteinspielungen von Vivaldi-Opern.


    So hat etwa Fabio Biondi die Oper "BAJAZET" im Jahre 2004 zum ersten mal für die CD eingespielt. Heuer ist sie auf dem Label Virgin erschienen.
    Diese "Tragedia Musica" mit orientalischer Handlung, musikalisch teilweise schon auf Boccherini hinweisend, wurde 1735 uraufgeführt.
    Das Thema Tamerlan vs. Bajazet ist in der Opernwelt mehrfach aufgegriffen und vertont worden, so unter anderm von Händel.



    EMI VIRGIN ist vom unseligen Kopierschutz scheinbar wieder abgerückt, weshalb ich die Aufnahme vorbehaltlos empfehlen kann, notabene da es sie zu einführung zum befristeten Sonderpreis gibt (sogar in Österreich !)


    Ein anderes Werk Vivaldis ist FARNACE
    Ich kenne es vom Sampler, der sehr überzeugend war. Auch hier wird ein Sonderpreis (32 Teuro für 3 CDs) geboten, bis 15.5. danach soll die Ausgabe dann um 42 Teuro zu haben sein. In Österreich ist man wie immer der Zeit voraus und verlangt bereits jetzt 50.-- !! Das Label ist ALTA VOX. Derm Samper lag ein 3sprachiges Informationsheft bei:
    Französisch-Italienisch-Englisch



    Farnace die Hauptperson des Dramas, ist Sohn und Nachfolger des Mitridate, den Mozart zum Titelhelden einer seiner Opern machte.


    Wie auch immer, ich werde kaum widerstehen können. Jordi Savall leitet sein "Le Concert des Nations" mit gewohnter Verve.
    Es handelt sich um eine Live-Aufnahme aus dem Tetro de la Zarzuele, Madrid vom 26.-28. Oktober 2001


    Vielleicht kann jemand weiter Opern Vivaldis empfehlen, bzw weitere Informationen bereitstelen, die Quellen sind eher spärlich.


    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Farnace die Hauptperson des Dramas, ist Sohn und Nachfolger des Mitridate, den Mozart zum Titelhelden einer seiner Opern machte.


    Diese Aufnahme habe ich mir schon viele Male angehört, einfach unglaublich schön.

    Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die Menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher.
    - Albert Einstein (1879-1955)

  • Hallo!!


    Hab endlich die Zeit und die Liste gefunden!! Hoffe sie is vollständig!!


    Hier also die Opern
    Ottone in Villa
    Mai 1713, Vicenza
    Orlando finto pazzo
    Herbst 1714, Venedig
    Nerone fatto Cesare
    Karneval 1715, Venedig
    La costanza trionfante (Artabano, Re d´ Parti, L´ Artabano, Doriclea)
    Karneval 1716, Venedig
    Arsilda, Regina di Ponto
    Herbst 1716, Venedig
    L´ incoronazione di Dario
    Karneval 1717, Venedig
    Tieteberga
    Herbst 1717, Venedig
    Scanderbeg
    22.6.1718, Firenza
    Armida al campo d´ Egitto (Gl´ inganni per vendetta)
    Karneval 1718, Venedig
    Teuzzone
    Karneval 1719, Mantua
    Die über Hass und Liebe siegende Beständigkeit
    (Nachbearbeitung von La costanza trionfante)
    1719, Hamburg
    Tito Manlio
    Karneval 1720, Mantua
    La candace ossia Li veri amici
    Karneval 1720, Mantua
    La verita in cimento
    Herbst 1720, Venedig
    Tito Manlio (zweite Fassung)
    1720, Rom
    Filippo Re di Macedonia
    Karneval 1721, Venedig
    La Silvia
    26.8.1721, Mailand
    Ercole su´l Termodonte
    23.1.1723, Rom
    Giustino
    Karneval 1724, Rom
    Il Tigrane (Mitridate, La virtu trionfante in amore)
    Karneval 1724, Rom
    L´ inganno trionfante in amore
    Herbst 1725, Venedig
    Cunegonda
    Karneval 1726, Venedig
    La Fede tradita e vendicata
    Karneval 1726, Venedig


    La Tirannia gastigata (Nachbearbeitung von La costanza trionfante)
    1726, Prag
    Dorilla in Tempe
    Herbst 1726, Venedig
    Ipermestra
    Karneval 1727, Firenza
    Siroe, Re di Persia
    Mai 1727, Reggio
    Farnace
    Herbst 1727, Venedig
    Orlando furioso
    Herbst 1727, Venedig
    Rosilena ed Oronte
    17.1.1728, Venedig
    L´Atenaide ossia Gli affeti generosi
    29.12.1728, Firenza
    Argippo
    Herbst 1730, Prag
    Alvida, Regina de´ Goti
    Frühling 1730, Prag
    L´ odio vinto dalla costanza
    (Nachbearbeitung von La costanza trionfante)
    Karneval 1731, Venedig
    La fida ninfa
    6.1.1732, Verona
    Semiramide
    Karneval 1732, Mantua
    Montezuma
    Herbst 1733, Venedig
    L´ Olimpiade
    Karneval 1734, Venedig
    L´ Adelaide
    Karneval 1735, Verona
    Griselda
    Mai 1735, Venedig
    Aristide
    Mai 1735, Venedig
    Bajazet/Tamerlano
    Karneval 1735, Verona
    Ginevra, Principessa di Scozia
    Jänner 1736, Firenza
    Didone
    April 1737, London
    Catone in Utica
    Mai 1737, Verona
    Il giorno felice (Nachbearbeitung von La fida ninfa)
    1737, Wien
    Rosmira (fedele)
    Karneval 1738, Venedig
    L´ oracolo in Messenia
    Karneval 1738, Venedig
    Feraspe
    Herbst 1739, Venedig
    Ernelinda (Nachbearbeitung von La Fede trafita e vendicate)
    Sommer 1750, Venedig


    Naja das wär sie.


    Mfg Joschi

  • mir fällt sponatn die iudita triumphans ein, die ich sehr schätze. sehr abwechslungsreich instrumentierte arien. oder - ich weiß es vor lauter büroarbeit grad nicht - handelt es sich hier um ein oratorium?

  • hallo, joschi, na, dann sag ich mal asche über mein haupt :(
    ich habs mir schon gedacht, aber vivaldi - bis auf einzelne werke - zählt nun mal nicht zu meinen stärken :stumm:

  • Hallo "Vivaldianer",


    im Frühjahr 2002 habe ich im Aalto-Theater in Essen (in der Spielzeit 2001/02 gab es hier die deutsche Erstaufführung) eine sehr schöne Inszenierung von Vivaldis Opern-Erstling sehen und hören können.
    Engagierte Musiker und Sänger, tolle Kulissen und barocke Kostüme (das ist heutzutage ja nicht unbedingt selbstverständlich!!) sorgten für einen gelungenen Barock-Opernabend!
    Die musikalische Leitung der Barocksolisten der Essener Philharmoniker hatte Andreas Spering, Solisten waren: Marcela de Loa (Cleonilla), Gritt Gnauck (Ottone), Elisabeth Scholl (Caio), Christina Clark (Tullia) und Herbert Hechenberger (Decio).


    In der Folge habe ich mir dann einige Aufnahmen von Vivaldi-Opern zugelegt (bis dato war ich opernmäßig etwas einseitig "Händel-fixiert", was den Spätbarock anging :]), darunter auch den von Alfred bereits empfohlenen "Farnace", den "Orlando furioso" mit Marilyn Horne in der Titelrolle, sowie die meines Wissens derzeit einzige Aufnahme von "Ottone in Villa" (bei "Chandos" erschienen?).
    Alles sehr schöne Werke, die es wirklich verdient hätten, häufiger auf eine Bühne zu gelangen!


    In diesem Zusammenhang gibt es in Düsseldorf aktuell einen handfesten Urheberrechtsstreit über die Aufführung der Vivaldi-Oper "Montezuma":


    Zitat aus dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom 13.07.05:


    "Streit um Vivaldi-Oper geht weiter
    Der Streit um eine Aufführung der rund 250 Jahre lang verschollenen Oper „Mo(n)tezuma“ von Antonio Vivaldi (1678-1741) wird weiter die Justiz beschäftigen. Das Düsseldorfer Kulturfest „Altstadtherbst“ will gegen eine Entscheidung des Düsseldorfer Landgerichts Berufung einlegen, wonach die Oper nicht wie geplant in Deutschland und Italien aufgeführt werden darf. Das kündigte eine Sprecherin des Festivals „Altstadtherbst“ am Dienstag in Düsseldorf an.
    Die 12. Zivilkammer des Düsseldorfer Landgerichtes hatte die Inszenierung der 1733 erstmals aufgeführten Oper am Montag per einstweiliger Verfügung untersagt. Die Berliner Sing-Akademie, die das historische Werk nach Erlöschen des Urheberrechtes in seinem Archiv entdeckt und im Internet erstmals öffentlich gemacht hatte, bekam die Urheberrechte an der Oper zugesprochen. Die Akademie hatte verlangt, die Uraufführung solle - der Bedeutung des Werkes angemessen - von einem international renommierten Opernhaus vorbereitet werden. (dpa)"


    Wer hätte gedacht, dass eine fast 300 Jahre alte Oper vom "roten Priester" heutzutage noch einen derartigen Wirbel verursachen würde?


    Was ich nicht verstehe: Meines Wissens gibt es bereits seit Jahren eine CD-Aufnahme der Oper unter der Leitung von Jean-Claude Malgoire - was ist denn das dann für eine Version, die man damals aufgenommen hat, wenn die "neue Version" der Oper jetzt plötzlich urheberrechtlich geschützt ist? Sehr verwirrend!

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Hallo,


    Also ich kenne keine solche Aufnahme. Vielleicht meinst Do "Montezuma" von Carl Heinrich Graun ? Die Aufnahme wurde von Johannes Goritzky (nicht Magloire) für Capriccio vor eingen Jahren gemacht.


    Der Prozess wird ja sehr interressant werden.
    Auch ich habe über diese Farce gelesen.
    Wenn ich richtig verstanden have, so gibt es ein Gesetz, welches dem Entdecker eines alrten Werkes, das bislang noch nicht aufgeführt wurde, das Copyrigth zuspricht.
    Nun wurde Montezuma aber (so meine Information) bereits aufgeführt, allerdings vor ca 250 Jahren. Hier wird gestritten , ob dies eine "gültige" Aufführung im Sinne des heutigen Gesetzes war. Es wird argumentiert, daß es damals noch kein Copyright gab und somit eine solche Aufführung bezogen auf das heutige Gesetz "ungültig " sei.
    Ich muß allerdings sagen, ich kann nicht sagen ob das stimmt - inm den Zeitungen und im Internest steht so manches - wenn der Tag lang ist.


    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred

  • Hallo Alfred,


    nein, die "Montezuma"-Aufnahme der Oper von Graun meinte ich nicht. Die hab ich zwar auch (schöne Aufnahme!) aber ich habe vor Jahren bei Saturn mal die erwähnte Aufnahme von Vivaldis "Montezuma" gesehen, aber damals leider nicht sofort "zugeschlagen" - sowas rächt sich dann immer, denn jetzt scheint sie zumindest in Deutschland nicht mehr "available" zu sein - im Moment jedenfalls nicht, denn gesehen habe ich sie schon länger nicht mehr :(


    Aber dank Internet habe ich sie in den USA im Angebot gefunden, so dass ich zumindest einige "technische Daten" zu dieser Aufnahme nachliefern kann:
    Erschienen ist die Aufnahme beim Label "Astrée", es handelt sich um einen Live-Mitschnitt aus Monte Carlo aus dem Mai 1992, unter der Leitung von Jean-Claude Malgoire spielt seine "Grande Ecurie et la Chambre du Roy", es singen u. a. Dominique Visse, Danielle Borst und Isabelle Poulenard.



    Von Herrn Malgoire ist ja bekannt, dass er gerne "rekonstruiert" (z. B. den ersten Akt von Vivaldis "Catone in Utica") - trotzdem frage ich mich, um was die Herrschaften sich dann derzeit gerichtlich streiten, wenn der "Montezuma" ja anscheinend bereits vor 13 Jahren in einer aufführbaren Version vorlag. Die tun derzeit ja so, als ob diese Oper seit dem 18. Jahrhundert nie wieder aufgeführt worden wäre - was ja anscheinend nicht stimmt. Oder handelt es sich am Ende um eine weitere, 2. Vertonung des "Montezuma" von Vivaldi, die erst kürzlich wieder aus Archiven ausgegraben wurde? Das sollte mich aber sehr wundern....

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)

  • Halb so wild - das Werk ist nämlich ausgesprochen "opernhaft". Diesbezüglich sollte man bei Barockmusik ohnehin etwas Toleranz walten lassen.
    Und ich wage zu bezweifeln ob sehr viele Leute den Unterschied ohne Zusatzinformationen heraushören könnten.


    Bei Händel beispielsweise gibt es jede Menge Oratorien die ohne Probleme szenisch wie Opern aufgeführt werden können - und teilweise auch werden (Theodora, Saul).

  • Hallo MarcCologne,
    Dein Zitat:
    Oder handelt es sich am Ende um eine weitere, 2. Vertonung des "Montezuma" von Vivaldi, die erst kürzlich wieder aus Archiven ausgegraben wurde? Das sollte mich aber sehr wundern....
    -------------------------------------------------------------------


    Wie bereits seit Tagen in den Gazetten nachzulesen ist, kam mittlerweile das Werk in stark veränderter
    Form in Barga auf die Bühne. So wurde der Text rezitiert und das Libretto mit Musik aus fünf verschiedenen
    Werken des Komponisten unterlegt. Gegen die Endscheidung des Düsseldofer Landgerichts legten die
    Veranstalter in Barga und das als Kooperationspartner involvierte Düsseldorfer Kulturfestival "Altstadtherbst"
    inzwischen Berufung ein.


    Nachzulesen in der Opernwelt: das internationale Opernmagazin.


    Wahrscheinlich wird es sich bei der amerikanischen CD auch um ein zusammengestückeltes Werk handeln,
    wo ein Original des Werkes ihnen nicht zur Verfügung stand.


    Grüsse
    reklov29

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Da kann ich etwas aushelfen, ich besitze diese Montezuma Aufnahme nähmlich.
    Und in der Tat ist das ein Pasticcio.
    Allerdings muß man Malgoire, den ich sowieso sehr schätze, zugute halten, dass er eine sehr gute Auswahl getroffen hat.
    Es ist nicht eine einzige originale Opernarie dabei, auch keine Ensemblenummern.


    So ist die Sinfonia aus der "Bajazet / Tamerlano" übernommen worden.
    Für die Arien hat man hier Kantaten hinzugezogen und Arien aus Candace, Griselda, der Serenata a tre, Incoronazione di Dario, Fida Ninfa, Orlando, Catone in Utica, Tito, Farnace und Dorilla.


    Man könnte fast behaupten es ist ein Best-of-Vivaldi Opernerlebnis.
    Die Interpretation ist gut, aber manchmal merkt man eben, dass es eine live Aufnahme ist.


    Übrigens auf der Packung ist es auch vermerkt, dass es sich um ein Pasticcio von Malgoire handelt- allein die Rezitative, bzw. deren Basslinie scheint damals zur Verfügung gestanden und verwendet worden zu sein und natürlich das Libretto, das Malgoire auf die Arien übertragen hat.


    Für mich eine besondere Aufnahme, die ich sehr schätze, allein wegen des Arragements von Jean Claude Malgoire.

  • Hallo!!


    Auch ich habe inzwischen eine Vivaldioper zuhause:

    Schultze, Meeuwsen, Magnus, Sluis, Lesne,
    Clemencic Consort, Clemencic


    Gar keine schlechte Aufnahme, allerdings fast typisch Nuova Era ist die Klangqualität nicht besonders!
    Aber die Musik und die Interpreten sind ganz in Ordnung. Aber das geht sicher besser, hier?


    Aber Vivaldi-Opern gibt es schon einige am Markt, leider der Großteil sehr teuer!




    Die Cover sind zwar nicht das Wahre, aber die Interpretation dürfte ganz Ok sein!





    Gottseidank auch was für Leute mit kleinerer Börse, wie mich!


    Und diese CD ist sowieso grandios: :jubel: :jubel:


    Das als kleiner Aufnahmenführer durch die Welt der Vivaldiopern!


    LG joschi

  • also nach meiner Erfahrung - macht es wirklich JEDER besser als Clemencic - alle Aufnahmen sind eine Ansammlung von Grausamkeiten, vielleicht ist da auch der Klang mitschuld - denn der ist ebenso barbarisch.


    Ich mache um Clemencic jedenfalls einen großen Bogen.


    Die Vivaldi Edition bei Opus 111 ist größtenteils sehr gut - Spinosi ist allerdings auch etwas umstritten:


    wie fast alle Italienischen Barockensembles geht der die Musik arg ruppig an - aber bei Vivaldi kommt das irgendwie ganz gut - bei Corelli ist soetwas eher fatal ( Einspielung von Biondi)


    Was hast Du denn gegen die Cover ?
    Das sind doch saugute Photographien.
    Ich finde es gut, das man mal von dem eweigen Einerlei abkommt und was neues modernes wagt.
    Schließlich sind das ja auch moderne Interpretationsansätze, die zwar auf historischen Quellen beruhen - aber trotzdem in unserer Zeit verwurzelt sind.
    Also mir gefällt's :yes:

  • Zitat

    also nach meiner Erfahrung - macht es wirklich JEDER besser als Clemencic - alle Aufnahmen sind eine Ansammlung von Grausamkeiten, vielleicht ist da auch der Klang mitschuld - denn der ist ebenso barbarisch


    So schlecht ist Clemencic auch wieder nicht, obwohl mir meist die Vergleichsmöglichkeiten fehlen, stell ich mal diese These auf. Das meiste das ich von Clemencic kenne, wurde von Brilliant nachbearbeitet, da hört es sich doch schon recht gut an!



    Zitat

    Was hast Du denn gegen die Cover ?
    Das sind doch saugute Photographien.


    Die Photographien gefallen mir, sie passen nur nicht so ganz zu Vivaldi, aber die Bilder an sich sind wirklich sehr schön!


    LG joschi

  • Also ich habe seit kurzem ja den Tito Manlio von cpo und finde ihn prima!



    (Vivaldi war ja auch meine Initialzündung, die mich vor 8-9 Jahren endgültig zur klassischen Musik brachte und trotz meiner Schwerpunktverschiebung weg von der Barockmusik finde ich ihn immer noch sehr gut.)


    Habe mal die teurere Aufnahme in den angebotenen Schnipseln gehört und fand sie wesentlich schwächer



    Zu den Cover: Ich finde sie schrecklich, sie gehören in den Sex Sells- oder den skurrile Cover-Thread...



    die linke schaut sehr schnepfig, die rechte, als hätte sie was geraucht :stumm: :D



    was soll das denn sein? :no:



    :rolleyes::no: :wacky:



    die würde mir nicht mal ein Eis verkaufen dürfen - eine CD erst recht nicht und ein Portrait der Dame muss auch nicht in meinem Schrank stehen... :faint:



    der Gute hat sicherlich auch was Falsches verschrieben gekriegt... :pfeif:


    Wenn Ihr so weiter schreibt, dann bringen die am Ende noch mehr so Zeug auf den Markt... :boese2: ;)


    :hello:
    Stefan

  • Zitat

    Original von Barezzi
    Also ich habe seit kurzem ja den Tito Manlio von cpo und finde ihn prima!




    Salut!


    Komisch, ja. Ich habe die Aufnahme ebenfalls und finde immer wieder - das beste ist noch das Cover daran. Mich langweilt das, obschon auch bei mir Vivaldi ziemliche Freudenspuren hinterlassen hat. Warum der Funke bei dieser Einspielung bei mir nicht überspringen will, habe ich noch nicht ergründet. Ich glaube, ich lasse es auch... schließlich bin ich kein Prophet, sondern ein Berg.


    :hello:


    Ulli


  • Salut mont Ulli,


    dann hör doch mal in die andere Einspielung rein und teil uns dann mit, ob Dich die mehr vom Hocker haut - ich finde das Gehörte sehr viel ennuyierender...


    :hello:
    Stefan

  • Wie das Leben so spielt:


    Die Gesamtaufnahme von "Farnace" hab ich immer noch nicht, dafür liegt einiges andere schon in meinen Archiven.


    Seit längerem höre ich schon DIESE Aufnahme - und ich muß sage, ich bin begeistert. Raffiniert instrumentiert, abwechslungsreich, innig und bombastisch. Leute die Angst vor Barockopern haben, sei diese Oper zum Einstierg empfohlen.
    Auch das finanzielle Risiko ist gering:


    3 CDS für 7.99 Euro !!!



    Ich hatte eine Aufahmequalität aus der Steinzeit erwartet - Im Gegenteil: Naturgetreu und räumlich.....


    Unverständlich, daß der Opernkomponist Vivaldi so lange fast vergessen war....


    Da ich ja die Funktion "JPC" benutze kann man duch Anklicken des Covers zu den Hörbeispielen gelangen



    mfg


    aus Wien


    Alfred

  • Hallo!


    Ganze Vivaldi-Opern fehlen mir (bis auf die Olimpiade) immer noch, aber ich höre schon seit längerem diese Ouvertüren-CD und bin immer wieder begeistert:

    Dorilla in Tempe
    Farnace
    Giustino
    Ottone in Villa
    L'Incoronazione di Dario
    Griselda
    La verita in cimento
    Armida al campo d'Egitto
    Bajazet (Tamerlano)
    L'Olimpiade
    Arsilda Regina di Ponto (Orlando Furioso)


    I Solisti Veneti, Scimone


    :jubel: :jubel:


    Geplant ist die Anschaffung vom sehr günstigen Teuzzone. Alfred hat mich in meinem Entschluss bestärkt!
    Dann die beiden Cpo-Scheiben: Arsilda und der Tito Manlio


    Ebendo steht der Il Complesso Barocco (mit Alan Curtis)- Giustino auf der Liste. Ich kenne von dem Ensemble und dem Dirigenten Händels Admeto und bin begeistert, daher ist klar, dass ich mehr will.


    Und auch was mit den etwas ähm. gewöhnungsbedürftigen Covern: (schon langsam is es mit wurscht, was eine Oper kostet, ich lege also meinen Geiz ein bissl ab)

    Orlando furioso


    Und diese Arien-CD interessiert mich auch sehr!


    LG joschi


  • Zitat

    Original von der Lullist
    also nach meiner Erfahrung - macht es wirklich JEDER besser als Clemencic - alle Aufnahmen sind eine Ansammlung von Grausamkeiten, vielleicht ist da auch der Klang mitschuld - denn der ist ebenso barbarisch.


    Ich mache um Clemencic jedenfalls einen großen Bogen.


    Ich habe sowohl die Clemencic Aufnahme von Nuova Era als auch die opus111 Geschichte von Allessandrini.


    Ich hörte zunächst op111 - wundervoll musiziert! Danach legte ich mir die (zugegebenermaßen klangqualitativ grauenvolle) Aufnahme mit Clemencic (bei dem Preis? - wieso nicht!?) zu. Was soll ich sagen...einiges gefällt mir exorbitant besser als bei op111 (einiges sicher auch weniger).
    Die Allessandrini Aufnahme würde ich gegenüber der von Clemecic als extrem glatt, rauschfrei und fein bezeichnen. Clemecic ist (wie schon angedeutet) ein Barbar - das muss man sagen! :D
    Aber bei z.B. "È troppo spietato"...einfach wunderbar...durchhörbar bis aufs einzelne Element, der Instrumentalklag, der Gesang: Alles wunderbar "erdig" so darf Vivaldi sein, vor allem in so einer Arie, die offenbar aufgrund der Stimmführung und der Instrumentation ganz genau so klingen sollte!


    Man weiss von VIvaldi, dass er ein faible für Altstimmen hatte. Lucia Meeuwsen singt die Partie der Ariesta trotz ihres Mezzo mit unglaublich tiefem, dunklen timbre - wundervoll - so ursprünglich und durchaus auch erheiternd - es macht mir einfach einen Riesenspass!!! :D


    Sonia Prina singt die Rolle der Ariesta auf der op111 Aufnahme. Mit ihrem schmalem Sopran kommt sie leichtfüssig und tänzerisch daher - auch das Orchester spielt komplett entgegengesetzt Clemencic...Beide Aufnahmen haben absolut was für sich! Müsste ich mich jedoch für eine entscheiden, so würde es trotz des immensen Preis-/Aufmachungs-/Kalngunterschieds wohl die aufnahme von Nuovo Era - einfach ein Original! :D


    LG
    Raphael


    PS: Ich bin mir bewusst, dass es Luete gibt, die diese "barbarische", ruppig-derbe herangehensweise nicht mögen...ich denke aber, Vivaldi kann das ab - und braucht es sogar!

  • Hallo!


    Danke Raphaell, dass du meine Ängste (mir könnte Schrott gefallen) widerlegt hast. Ich höre diese Aufnahme sehr gerne, auch wenn die KQ schlecht ist.


    Zur anderen Aufnahme hab ich mich noch nicht hinreissen können, da sie doch ziemlich teuer ist.


    Aber mir gefällt das "ruppige", aber auch das "feine", also bin ich zufrieden und kann mich weiteren Vivaldi Opern zuwenden. (s.O.)


    LG joschi

  • Guten Tag





    Diese beiden Aufnahmen kann ich dir voll und ganz empfehlen :jubel:


    Einen Querschnitt über Vivaldis Opernschaffen gibt auch diese



    CD.


    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt


    Farnace die Hauptperson des Dramas, ist Sohn und Nachfolger des Mitridate, den Mozart zum Titelhelden einer seiner Opern machte.


    Wie auch immer, ich werde kaum widerstehen können. Jordi Savall leitet sein "Le Concert des Nations" mit gewohnter Verve.
    Es handelt sich um eine Live-Aufnahme aus dem Tetro de la Zarzuele, Madrid vom 26.-28. Oktober 2001


    Salut,


    ich habe mir heute die Katalog-CD dieser Einspielung mitgenommen. Diese Werbeeditionen sind äußerst preiswert [c8-10 €] und geben einen wunderbaren akustischen Überblick über die Highlights der Produktion.


    [jpc]1580354 [/jpc]


    Furio Zanasi, Farnace
    Adriana Fernández, Berenice
    Sara Mingardo, Tamiri
    Gloria Banditelli, Selinda
    Sonja Prina, Pompeo
    Cinzia Forte, Gilade
    Fulvio Bettini, Auilio


    Coro del teatro de la Zarzuela
    Le Concert des Nations
    Jordi Savall


    Ich könnte mich in den Allerwertesten beißen, daß ich nicht gleich die Gesamteinspielung gekauft habe. Denn zumindest in diesem Zusammenschnitt ist in keiner Weise hörbar, dass es sich um einen Livemitschnitt handelt. Die Interpreten sind wirklich alle große klasse, wie man das von Savall & Co. gewohnt ist.


    Neben der Sinfonia, die bei FARNACE nicht so besonders vivaldisch ist, werden Arien, Chöre und Ensembles aus allen drei Akten präsentiert. Faszinierend ist immer wieder die Arie Gelido in ogni vena, die mir bereits in Bartolis Vivaldi-Album ans Herz gewachsen ist. In dieser Produktion wird sie allerdings von dem Bariton Furio Zanasi gesungen; anscheinend gibt es zwei Fassungen dieser Oper [daher vielleicht auch der Vermerk Venezia. 1727 auf dem Cover?]. Beeindruckt hat mich auch das Quartetto [Berenice, Pompeo, Tamiri, Farnace] Io crudel? - soetwas findet man bei Opere Serie eher selten. Und der Schlußchor Coronata di gigli e di rose ist sehr volkstümlich und erinnert mich an irgendetwas...!?


    Ich empfehle die Katalog-CD all jenen, die an einem preiswerten Vivaldiopernschnupperkurs interessiert sind! Wer da nicht Feuer fängt, sollte die Ohren von Vivaldi lassen.


    :hello:


    Ulli

  • Hallo Ulli!


    Du machst mir richtig Lust auf die GA, die ich bei einem meiner letzten Besuche des Da Caruso leider nicht bekommen konnte.


    Stattdessen hab ich mir die

    mitgenommen.[Sogar inkl. DVD)
    Fabio Biondi Europa Galante Ildebrando d´Arcangelo, David Daniels, Patrizia Ciofi, Vivica Genaux, Marijana Miljanovic, Elina Garanca


    Diese Aufnahme kann ich auch nur uneingeschränkt empfehlen. Großartige Musik, vielleicht etwas zache Rezitative, aber die großartige Musik und die sehr guten Sänger trösten darüber locker hinweg. Vor allem die Sinfonia gehört zu einem der schönsten Stücke, die ich von Vivaldi bisher gehört habe. :jubel: :jubel:


    @Ich hatte die Highlights-CD auch schon in Händen, dachte mir aber, dass ich die nicht wirklich brauche. [Und ich lass mir nicht gerne von jemanden anders vorschreiben, was an einer Oper ein Highlight ist :] )


    Aber wenn du sagst, dass das eine Spitzen-CD ist [der Name Savall ist ja schon fast eine Garantie dafür], werde ich sie mir wohl doch anschaffen müssen, wenn der Da Caruso den Rest nicht hat.


  • Mir geht es prinzipiell genau so - ich unterlag aber einem Irrtum: Auf dem aufgeklebten Label stand "2 CDs" - es war aber nur eine drin. Dennoch ist der Preis gerechtfertigt. Und Gelido in ogni vena wird ein Highlight der Oper sein und bleiben, ob im Querschnitt oder in der Gesamteinspielung - da bin ich sicher!


    Zitat

    Aber wenn du sagst, dass das eine Spitzen-CD ist [der Name Savall ist ja schon fast eine Garantie dafür], werde ich sie mir wohl doch anschaffen müssen, wenn der Da Caruso den Rest nicht hat.


    Für mich ist dieser Querschnitt jedenfalls sehr kurzweilig mit ein paar kleinen Oasen der Erholung. Das rechtfertigt aber nicht, daß ich künftig nur noch Querschnitte kaufe... :no: wie gesagt: ich könnte mich... :motz:


    Ulli

  • Zitat

    Mir geht es prinzipiell genau so - ich unterlag aber einem Irrtum: Auf dem aufgeklebten Label stand "2 CDs" - es war aber nur eine drin. Dennoch ist der Preis gerechtfertigt.


    Geh dich beschweren. Ich hab das mal gemacht und der Händler gab mir statt dem Querschnitt, wo auch Gesamtaufnahme draufstand die GA, ohne Aufpreis! [Ich glaub es war eine Don Giovanni Áufnahme) :jubel: :jubel: :D


    LG joschi