Wie verschlanke ich eine CD-Sammlung? Die Qualen eines Sammlers

  • Hallo!


    Ich hab da mal ne Frage: Da sich in letzter Zeit die CDs bei mir doch wieder vermehrt einfinden und damit das Ende des CD-Schrankes naht (des 6.), und ich keinen neuen Schrank kaufen möchte, würde ich gerne auf diese Folientaschen umrüsten. Allerdings nicht auf diese normalen Hüllen, sondern es gibt auch welche, die aufklappbar sind und wo man Booklet und Backcover unterbringen kann. Ich hab mir auch schon mal so eins zur Probe bestellt, es damals aber verworfen. Nun weiß ich keine Bezugsquelle mehr. :angry:


    Bevor ich das lange Suchen im Netz beginne: Weiß jemand von euch, wo ich die bekomme? Gibts die auch in Deutschland? Mein Exemplar kam damals aus den USA.


    Danke im voraus!
    Tobias

  • Diese praktischen Folientaschen gibt es von Zeit zu Zeit bei ALDI, doch das eigentliche Problem lösen diese auch nicht.


    Wenn der häusliche Platz zur Neige geht, dann hilft nur die operative Entfernung der Sammelwut. :D

  • Zitat

    Original von Siegfried


    Wenn der häusliche Platz zur Neige geht, dann hilft nur die operative Entfernung der Sammelwut. :D


    Lieber Siegfried,


    Das hast Du sehr schön gesagt, aber die Krankenkassen bezahlen den Eingriff nicht.


    In der Tat, die menschliche Gier kennt keine Grenzen!


    LG.
    :angel:
    Engelbert

  • Zitat

    Original von Siegfried
    Diese praktischen Folientaschen gibt es von Zeit zu Zeit bei ALDI, doch das eigentliche Problem lösen diese auch nicht.


    Wenn der häusliche Platz zur Neige geht, dann hilft nur die operative Entfernung der Sammelwut. :D



    Doch, diese Folientaschen lösen das Problem! Da mein "Hörgebiet" stark begrenzt ist, bin ich mit meinen jetzigen Schränken und den Folientaschen für die nächsten Jahre fein raus.
    Der Hinweis auf die operative Entfernung der Sammelwut war dagegen wenig hilfreich ;)

  • Zitat

    Original von van Rossum


    Der Hinweis auf die operative Entfernung der Sammelwut war dagegen wenig hilfreich ;)


    Damit hab ich schon gerechnet und wieder etwas gesammelt: eine Erfahrung (ohne zusätzlichen Platzbedarf)


    :hello:

  • Es ist alles nur eine Frage des Geldes.
    Die von mir präferierten CD Regale ( siehe den entsprechenden Thread)sind an sich - gemessen an dem was sie an CDs unterbringen (ich meine hier Stück und auch den Geldaufwand) eher preiswert, bei gleichzeitig sehr effizienter Raumnutzung. - so meinte ich jedenfalls, als ich sie plante. Die einzelnen Fächer sind nicht höher als unbedingt nötig, die Tiefe des Schranks liegt bei 18 cm.


    Eine bessere, wenn auch wesentlich aufwändigere Lösung wäre , ZWEI Schränke von jeweils 18 cm Tiefe HINTEREINANDER zu stellen, wobei der vordere auf Schienen läuft, bzw die einzelenen Elemente das tun.
    Der vordere Schrank wäre in diesem Falle genau EIN Element schmäler als der hintere, es bliebe immer ein hinteres Element frei, sodaß man auf seinen Inhalt zugreifen kann....


    mfg aus Wien


    Alfred

  • Hallo,


    es ist nicht nur eine Frage des Geldes sondern auch eine psychologische. Vom Material erdrückt zu werden, das nervt.


    Die CDs auf Festplatte kopieren (FLAC-Format. Das ist offen, verlustfrei und Track-Wechsel sind ohne Ruckler), Hüllen wegwerfen, CDs in Folientaschen einlagern und glücklich sein.


    Die Anlage muß ggf. um eine digitale Zuspeisung ergänzt werden, z.B. mittels AQVOX DA-Wandler via USB. Das Gerät wird von Windows als Sound-Device eingebunden und hat einen Klang, der viele (nicht alle) CD-Spieler alt aussehen lässt.


    Viele Grüße,
    Olli

  • Genau, all das habe ich schon gemacht: CDs gerippt, auf Festplatte archiviert, in Multimediaplayer gespeist. Jetzt muss ich nur noch die Folientaschen für die CDs haben. Das amerikanische Modell (welches im Preis akzeptabel ist) habe ich inzwischen gefunden: http://www.jazzloft.com
    Aber gibts sowas auch in Deutschland, oder zumindest in Europa zu kaufen?


    Gruß,
    Tobias

  • Ich bin auch dabei alle CDs auf Festplatte zu bannen, und wenn alles gerippt und getaggt ist, können die CDs endgültig in den Keller.


    Ich weiss gar nicht mehr, wann ich das letzte mal eine CD auf einem CD-Player gehört habe, das ist viele Jahre her.


    Im Moment ist die Ordnung meiner CDs denkbar einfach: Es gibt nur zwei Gruppen:


    1. bereits gerippt


    2. noch zu rippen



    Da ich ja nicht mehr an eine einzelne CD ran muss, habe ich die CDs in Tiefe und Höhe zweireihig gestapelt, das wird dann ziemlich kompakt.

  • Zitat

    Original von Oliver
    es ist nicht nur eine Frage des Geldes sondern auch eine psychologische. Vom Material erdrückt zu werden, das nervt.


    Ja. Aber die CDs im Keller sind ja immer noch da und man braucht eben einen Keller.
    Für mich besteht die "Frage des Geldes" nicht in einigen hundert Euro für Regale, sondern darin, eine entsprechend große Wohnung bezahlen zu können und nicht umziehen zu müssen. Besonders letzteres kann man sich nicht immer aussuchen (es sei denn, man ist finanziell völlig unabhängig) und dann müssen eben Kisten gepackt werden, egal ob die CDs im Keller sind oder nicht.


    Zitat


    Die CDs auf Festplatte kopieren (FLAC-Format. Das ist offen, verlustfrei und Track-Wechsel sind ohne Ruckler), Hüllen wegwerfen, CDs in Folientaschen einlagern und glücklich sein.


    Die Arbeit, die CDs alle kopieren zu müssen und eben doch noch als Backup im Keller zu haben, würde mich nicht gerade glücklicher machen.... :rolleyes:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Wenn ich die letzten Postings lese, habe ich das Gefühl, Ihr betrachtet Eure (vielen) CDs als eine Last, derer es sich irgendwie zu entledigen gilt. Die Digitalisierung auf Festplatte wird dann als Lösung begriffen, endlich diese CDs nicht mehr sehen zu müssen.


    Ich habe da eine ganz andere Haltung. Meine CD-Sammlung ist mein allergrößter Schatz, zusammen mit meiner LP- und Buch-Sammlung geradezu mein Leben. Wenn ich bei einem Umzug eine Sorge habe, dann ist es die, dass meinen CDs oder LPs irgendetwas passieren könnte. Die neue Wohnung ist erst dann meine Wohnung, wenn meine ca. 8.000 CDs wieder perfekt sortiert im dafür gezimmerten Regal aufgebaut sind.


    Das bedeutet natürlich nicht, dass meine CD-Sammlung etwas Statisches ist. Im Gegenteil: sie ist etwas Dynamisches, da sie permanent Zu- und Abgänge verzeichnet. Fehlkäufe werden gleich wieder rausgeschmissen; CDs, die ich früher mal mochte, heute aber definitiv nicht mehr, müssen auch raus, denn ich will keine Karteileichen in meiner Sammlung haben. Sie muss immer das abbilden, wohinter ich musikalisch gerade stehe. Gepflegt sein. Also fliegt oft mal was raus und wird bei momox bequem und ohne viel Arbeitsaufwand an den Mann gebracht.


    Noch ein Wort zu momox: diese sofortige Verkaufsmöglichkeit ohne die ganzen Probleme wie bei eBay (Gebühren schon für das Angebot) oder im Amazon Marketplace (man muss dort u.U. Jahre warten, bis der Verkauf zustandekommt und dann hohe Abzüge hinnehmen) ermöglicht mir auch gelegentliche Experimente ohne viel Risiko. So habe ich mir heute im Zweitausendeins-Laden eine Walter Gieseking-Doppel-CD von Archipel Records zum Preis von 4,99 € einfach mal gekauft. Und ich vertiefe mich gerade in sie. Der Ankaufpreis von momox für diese Doppel-CD beträgt, was ich gerade mal gecheckt habe, 4,93 €. Gefällt mir Giesekings Mozart-Spiel nicht, hat mich der Spaß also nur 0,06 € gekostet. Gefällt es mir (wonach es zur Zeit aussieht), bleibt der 2 CD-Set in meiner Sammlung und wird mich vielleicht noch Jahrzehnte erfreuen.

  • Zitat

    Wenn ich die letzten Postings lese, habe ich das Gefühl, Ihr betrachtet Eure (vielen) CDs als eine Last, derer es sich irgendwie zu entledigen gilt. Die Digitalisierung auf Festplatte wird dann als Lösung begriffen, endlich diese CDs nicht mehr sehen zu müssen.


    In diesem Fall bin ich ein Aussenseiter:
    Ich betrachte meine CDs nicht als Last sondern als Lust.
    Was gibt es schöneres wenn ganze Räume nichts enthalten als Meine geliebten Bücher und meine geliebten CDs. Ich kann sie Anfassen, durchstöbern, und weiß : Das ist MEINES.
    Keine Freude hätte ich, wenn alle Daten auf der Festplatte gespeichert wären - virtuell und nicht haptisch.....
    Ich habe einen leichten Hang zur Gigantomanie: Ein Tonarchiv mit einigen zigtausend Aufnahmen, Saal an Saal gereht - ja das könnte mich begeistern...


    mfg aus Wien


    Alfred

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Ich betrachte meine CDs nicht als Last sondern als Lust.
    Was gibt es schöneres wenn ganze Räume nichts enthalten als Meine geliebten Bücher und meine geliebten CDs. Ich kann sie Anfassen, durchstöbern, und weiß : Das ist MEINES.
    Keine Freude hätte ich, wenn alle Daten auf der Festplatte gespeichert wären - virtuell und nicht haptisch.....


    Du sprichst mir aus der Seele, Alfred. Diese ganzen iPod-, MP3- und Festplattengeschichten kann ich ja als Sicherungsmechanismen begreifen. Wenn mir eine CD mal abhanden kommt (z.B. weil ich sie verliehen habe und nicht wiederbekomme), wenn in meine Wohnung eingebrochen werden sollte oder wenn mir eine LP zerbrechen sollte, wäre ich froh, wenn die "Datei" (welch schreckliches Wort für die Aufnahme eines Händel-Oratoriums, eines Bach-Klavierstücks, einer Bruckner-Sinfonie oder einer Miles Davis-Improvisation) noch irgendwo vorhanden wäre. Aber das kann doch niemals das Dasitzen mit dem Booklet in der Hand und dem Genießen der aus den Boxen strömenden Klänge meines Tonträgers ersetzen. Und ich habe einfach ein anderes Gefühl, vor meinem CD-Regal zu stehen und mir die Schätze anzusehen. Als wenn ich im Vergleich dazu meinen Laptop hochfahre und irgendeine "Datei" lade.

  • Mir geht's da genauso wie Alfred und Swjatoslaw, obwohl ich zur jüngeren Generation gehöre.


    Meine CD-Sammlung könnte ich wohl kaum je "verschlanken". Mir wäre ohnehin keine einzige Aufnahme bekannt, die so daneben wäre, daß ich sie wieder loswerden wollte. Und irgendwo fände sich doch immer Platz. Lieber würde ich sonst irgendwas entbehren, aber gewiß keine CDs.

  • Ich sehe mich gewiß nicht auf der Seite der "Festplattenripper", aber eben die ganz praktischen Probleme einer großen Sammlung. Zumal ich dummerweise selbst wenn ich Platz habe mit dem Regalplatz immer einen Schritt hinter der CD-Menge hinterher bin (Eigentlich sollte man immer ca. 20% mehr Platz haben, um besser sortieren zu können usw.; ich sorge erst für ein neues Regal, wenn 20% der CDs sich nebenher stapeln ;))


    Und angesichts doch einer ganzen Anzahl ungehörter CDs kommen mir Zweifel, ob man es nicht übertrieben hat. Das betrifft sowohl Alternativaufnahmen bekannter Werke als auch "Geheimtipps" und weniger bekannte Stücke...


    :hello:


    JR

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  • Joseph, Alfred, Swetlanow u.v.a. kann ich mich anschließen.
    Ich gehöre auch zu den Klassikliebhabern, die sich fragen, was meine CD-Software auf der PC-Festplatte soll. Dazu hatten wir auch schon einen anderen Thread.
    :]Ich habe an der CD als Medium ebenfalls großen Spass und verbinde rein intuitiv, gedanklich die Musik mit der CD optisch. Auf FP würde mir etwas fehlen. Das merke ich auch, bei einigen runtergeladenen Werken.
    Zudem ist mein PC nicht im Haupt-Hörraum installiert; schon wegen den störenden Lüftergeräuschen.


    8) Auf der anderen Seite sind für mich CD´s, bei denen sich im Laufe der Zeit herausgestellt hat, dass ich diese ohnehin nicht höre, totes Kapital.
    Diese werden dann verkauft.
    :hello: Dankend habe ich die Reklame für MOMOX in diesem Therad auch wiedermal aufgenommen und ein Packen CD´s verkauft ( :D für die sich bei EBAY keine Socke interessiert hatte).


    Ich hänge nur an den CD´s die auch wirklich eine Bedeutung für mich haben. Davon kann ich dann gut loslassen.

  • Für den Tipp mit Momox bin ich auch dankbar.



    Ansonsten gibt es wohl zwei Gruppen von CD-Erwerbern. Nämlich jene, die CDs sammeln und solche die CDs hören wollen.


    Nehmen wir die 8.000 CDs von Swjatoslaw, unterstellen wir eine durchschnittliche CD Dauer 60 Minuten und und 3 Stunden Musik hören pro Tag an jedem Tag des Jahres. Dann braucht Swjatoslaw über 7 Jahre um jede CD einmal zu hören. Neuerwerbe und Wiederholungen sind ausgeschlossen, sonst werden es schnell 14 Jahre.


    Kurzum ist ein grosser CD Bestand lässt sich gar nicht mehr anhören. Er dient dann anderen Bedürfnissen als dem Musik hören.


    Für mich sind CDs jedoch nur Mittel zum Zweck des Musikhörens, ansonsten sind es eher häßliche, technisch antiquierte Staubfänger.


    Mir erlaubt die Festplatte und die Datenbank einen ganz neuen Zugang zu meinem Musikbestand. Fragen wie "Was besitze ich eigentlich für Werke von Byrd, Tallis oder Gibbons auf irgendwelchen Compilations-CDs kann ich extrem schnell beantworten.


    Ebenso, was habe ich im letzten Jahr gehört, was habe ich noch gar nicht gehört und so weiter.


    Und ich besitze nur ungefähr 1.200 CDs, wovon ich noch 200 auf Festplatte bannen muss.

  • Zitat

    Original von Mawal
    Kurzum ist ein grosser CD Bestand lässt sich gar nicht mehr anhören. Er dient dann anderen Bedürfnissen als dem Musik hören.


    Für mich sind CDs jedoch nur Mittel zum Zweck des Musikhörens, ansonsten sind es eher häßliche, technisch antiquierte Staubfänger.
    [...]
    Und ich besitze nur ungefähr 1.200 CDs, wovon ich noch 200 auf Festplatte bannen muss.


    Naja, 1.200 sind auch nicht wenige. Da ist man auch nicht mit allem wirklich vertraut. Und kaufst Du noch weitere? Dann werden es ohnehin bald 5.000 sein ...


    Ich bin auch irgendwo zwischen 1.000 und 2.000 und weiß sehr viel, was ich als Lücke empfinde. Bislang wirken sich die meisten Ergänzungen als für mein Gefühl sehr positiv aus, wenn ich vor dem Regal stehe und anschaue, was da so herumsteht - die ziemlich Unbedeutenden, die sich mit mehreren CDs breit machen, tun das schon seit Jahren und ich bin da inzwischen zurückhaltender.


    Aussortiert sind ca. 20-50 CDs, die ich wo anders untergebracht habe, und die nicht stören, ich weiß nicht, ob ich die jemals verkaufen will.

  • Zitat

    Original von Mawal
    Ansonsten gibt es wohl zwei Gruppen von CD-Erwerbern. Nämlich jene, die CDs sammeln und solche die CDs hören wollen.


    Nehmen wir die 8.000 CDs von Swjatoslaw, unterstellen wir eine durchschnittliche CD Dauer 60 Minuten und und 3 Stunden Musik hören pro Tag an jedem Tag des Jahres. Dann braucht Swjatoslaw über 7 Jahre um jede CD einmal zu hören. Neuerwerbe und Wiederholungen sind ausgeschlossen, sonst werden es schnell 14 Jahre.


    Kurzum ist ein grosser CD Bestand lässt sich gar nicht mehr anhören. Er dient dann anderen Bedürfnissen als dem Musik hören.


    Das scheint mir zu kurz gedacht. Diese Anzahl von CDs fällt ja nicht vom Himmel, sondern wurde über vielleicht 20 Jahre hinweg gesammelt (bei mir sind es in gut 21 Jahren schätzungsweise 3000-4000 CDs geworden). Gewiß würde man 7 Jahre benötigen, um den Bestand durchzuhören. Aber man hat ja vieles davon häufig wiederholt zu Zeiten gehört, als man noch nicht so viel hatte. Aber es ist wohl richtig, dass solch eine Sammlung auch anderen Zwecken dient, z.B. als eine Art Nachschlagewerk. Dennoch muss es kein reines Sammeln um der Vollständigkeit oder des Besitzes seltener CDs gehen usw. Schließlich sind CDs ja heute billiger als Konzertkarten, daher ist auch eine nur ein oder zweimal gehörte CD ihr Geld wert.


    Zitat


    Mir erlaubt die Festplatte und die Datenbank einen ganz neuen Zugang zu meinem Musikbestand. Fragen wie "Was besitze ich eigentlich für Werke von Byrd, Tallis oder Gibbons auf irgendwelchen Compilations-CDs kann ich extrem schnell beantworten.


    Wofür muss man wissen, wieviele Werke von X man besitzt? Abgesehen davon, dass man das mit einer ordentlich sortierten Sammlung auch anders recht schnell rauskriegt, ist das doch eher so ein Geek-Spielzeug, das mit dem Hören auch nicht viel zu tun hat. Diese Aspekte des Sammeltriebs lassen sich mithin bei Festplattenspeicherung viel leichter umsetzen als bei den "Tonträgerfetischisten". Insofern scheint mir diese Einteilung quer zu der, wonach Sammeln oder Hören im Vordergrund stehen.


    Zitat


    Ebenso, was habe ich im letzten Jahr gehört, was habe ich noch gar nicht gehört und so weiter.


    So etwas geht nun wiederum für mich in Richtung zwangsneurotischer Selbstkontrolle. Warum muss ich wissen, was ich im letzten Jahr gehört habe???


    Ergänzung: Ich merke mir gewöhnlich recht gut, was ich gehört habe. Im letzten Jahr z.B. massenhaft Haydn, aber sehr viel weniger Händel und Mendelssohn als geplant. Weitere Details interessieren mich nicht unbedingt. Ich sehe aber das Argument, dass man dann ableiten könnten, dass wenig gehörte CDs aussortiert werden könnte u.ä. (wobei man nach dem Festplattenrip andererseits nicht mehr aussortieren muss...)


    :hello:


    JR

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    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl


    So etwas geht nun wiederum für mich in Richtung zwangsneurotischer Selbstkontrolle. Warum muss ich wissen, was ich im letzten Jahr gehört habe???


    :hahahaha:
    Ich bin vor 7 Jahren umgezogen und habe seither eine gute Anlage.
    Immer mal wieder kommt es vor, dass ich mir denke, dass dieses Stück, das gerade im CD-Player rotiert, noch gar nicht hier gelaufen ist.
    Was mich dann aber gar nicht stört, warum auch?
    ?(

  • Zwangsneurotiker in diesem Forum, das wär ja schockierend. :pfeif:



    Ernsthaft, ich schätze die schnelle Vefügbarkeit meiner Musik und den Komfort im Umgang mit ihr. Aber jeder hat hier sicher seinen eigenen Zugang.


    Ich mag es, in Sekundenschnelle auf jedes Werk eines bestimmten Komponisten zu greifen zu können.


    Und ich finde es ganz anregend, in dem Bestand zu wühlen, der mir offensichtlich ganz gut gefiel, den ich aber lage nicht mehr gehört habe.


    Ich finde Musik auf CDs oft schlecht geordnet. Beispiel Beethoven Klavierkonzerte werden gerne mit Beeethoven Sonaten kombiniert. Auf der Datenbank kann ich das neu ordnen. Die Klavierkonzerte zu den Klavierkonzerten, und die Sonanten zu den Sonaten.


    Und ich bin völlig unfähig in einem Regal eine vernünftige Ordnung zu etablieren. Deshalb ist für mich die Server-Lösung ideal.


    Nochmal zurück zum eigentlichen Thema: Ich entsorge CDs eigentlich nur aus zwei Gründen. Ich mag die Interpretation nicht, oder die CD ist klanglich schlecht aufgenommen, und die Interpretation ist nix besonderes.

  • Zitat

    Original von Mawal
    Zwangsneurotiker in diesem Forum, das wär ja schockierend. :pfeif:


    In 5 Jahren hast du dich daran gewöhnt :D


    Aber im Ernst: Wie viele CDs sind einem schon als Geschenk aufs Auge gedrückt worden, bei denen schon "danke" sagen schwergefallen ist? Zuallererst kann hier Platz geschaffen werden.


    Dann die Fehlkäufe, bei denen sich im Nachhinein herausstellt, daß die Qualität scheußlich ist. Oder Kauf von "Schnäppchen", die man schon besitzt, aber einfach vergessen hat, weil sie keinen angestammten Platz haben, sondern zwischen Gartenhaus und Handschuhfach ihr Eigenleben fristen.


    Bei längerem Nachdenken fallen einem bestimmt noch weitere Verschlankungsansätze ein, die für wirkliche Schätze wieder Platz im Regal schaffen.


    :hello:

  • Zitat

    Mawal: Ich finde Musik auf CDs oft schlecht geordnet. Beispiel Beethoven Klavierkonzerte werden gerne mit Beeethoven Sonaten kombiniert. Auf der Datenbank kann ich das neu ordnen. Die Klavierkonzerte zu den Klavierkonzerten, und die Sonanten zu den Sonaten.


    Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Mir ging es nur darum, darauf hinzuweisen, dass hier Gimmicks im Spiel sind, die mit dem tasächlichen Musikhören auch nichts zu tun haben.
    Ich finde auch nicht problematisch, eine Klaviersonate als Füller zu dem Konzert. Außerdem weiß ich aus dem Gedächtnis, dass ich (Von Sammelboxen abgesehen) nur zwei CDs dieser Art besitze (Rubinstein mit dem 3. unter Toscanini und den Sonaten op.31,3 und 57 und Fischer/Furtwängler im 5. mit op.10,3; sonst sind höchstens die Chorfantasie oder sowas mit drauf).


    Sicher habe ich das weiter oben schonmal geschrieben: Das Problem ist nicht, 20 oder 30 CDs auszusortieren. Das gelingt mir schon ab und zu, etwa bei ziemlich offensichtlich überflüssigen Repertoirevervielfachungen oder grausiger Klangqualität. Sondern dass, um eine Reduktion der Sammlung, die man auch spürt, sagen wir 20%, zu erreichen, mehrere hundert CDs aussortiert werden müssten. Naheliegend wäre wieder das bei vielfach vertretenen Werken zu tun. Dann müsste man aber fairerweise die unterschiedlichen Einspielungen im Vergleich hören und das kann wieder in Arbeit ausarten. :faint:


    Ich bin jemand, der tatsächlich versucht hat, herauszuhören, ob zwischen Schumanns 4. unter Furtwängler bei einer Einzel-CD und einer Sammelbox signifikante Unterschiede bestehen, die rechtfertigen könnten, die Einzel-CD zu behalten. Ich meinte, Unterschiede zu hören, konnte aber nicht entscheiden, was besser sei; beides war gut genug, daher wanderte die Einzel-CD dann endlich zu Momox oder so.


    Was ich demnächst z.B. machen müsste, wäre, die Brucknersinfonien auf je nach Werk 2-4 Einspielungen zu reduzieren. Aber da werde ich nicht weit kommen, weil ich mit Mühe die Konzentration aufbringe, überhaupt eine Aufnahme wirklich aufmerksam zu hören und auf satzweise Vergleiche auch keine Lust habe. Soll ich die Urfassung der 4. (die ich meiner Erinnerung nach schrecklich finde) behalten, um diese Fassung überhaupt einmal zu haben, oder nicht?
    Wenn ich von den potientiellen 10 CDs, die hier rausfliegen könnten, am Ende 3 oder 4 weggebe, ist das schon gut. Und dann muss man sie auch noch loswerden, für mehr als Porto....


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
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    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von van Rossum
    Genau, all das habe ich schon gemacht: CDs gerippt, auf Festplatte archiviert, in Multimediaplayer gespeist. Jetzt muss ich nur noch die Folientaschen für die CDs haben. Das amerikanische Modell (welches im Preis akzeptabel ist) habe ich inzwischen gefunden: http://www.jazzloft.com
    Aber gibts sowas auch in Deutschland, oder zumindest in Europa zu kaufen?


    Gruß,
    Tobias


    Vielleicht gibt es hier was Passendes ...

  • Was bin ich froh, dass ich keine Interpretationsvergleiche sammle!
    Ich versuche nur, Harnoncourt durch Alternativaufnahmen zu verschlanken ...
    (Hommage an zwei frische Leichen)
    und nicht-HIP durch HIP ...
    und meinen 50er-Jahre-Marteau durch einen frischeren ...
    Vielleicht verkaufe ich die Ersetzten dann auch einmal.

  • Zitat

    Original von Kurzstueckmeister
    Was bin ich froh, dass ich keine Interpretationsvergleiche sammle!


    Hallo KSM,


    dann kannst Du aber ganz ordentlich etwas verpassen. Du weist ja nie,ob ein von Dir geschätztes Werk nicht doch in einer anderen Aufnahme doch noch besser wäre !?!
    :yes: Diese Vergleichsmöglichkeiten möchte ich bei von mit ganz besonders geschätzten Werken und Komponisten nie missen.


    :D Mit Harnoncourt hast du sicher Recht, da gibt es so einiges, das man "verschl-anken/-eudern" müßte.

  • Zitat

    Original von teleton
    Du weist ja nie,ob ein von Dir geschätztes Werk nicht doch in einer anderen Aufnahme doch noch besser wäre !?!


    Stimmt schon.
    Aber Aufwand und Gewinn wären für mich in suboptimalem Verhältnis.
    Wenn ich unbegrenzt Zeit, Geld und Platz hätte, ließe ich mit mir reden.
    ;)
    Das Hauptproblem ist hierbei aber die Zeit.
    memento mori!
    (Ich bin mit "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" noch lange nicht fertig.)


    Und ich finde die Unterschiede der Aufnahmen meistens nicht so krass.
    :hello:

  • Wie schon mal irgendwo gesagt, fahre ich da einen Mischkurs. Es gibt Werke, bei denen mich Interpretationsgeschichte und -alternativen stark interessieren, bei anderen weniger oder kaum.
    Bei Bruckner habe ich irgendwann (zu einer Zeit, als ich noch nicht so viele CDs, vielleicht auch engere Interessen hatte und stolz auf eine große Sammlung war) mal den Fehler gemacht, für einige Sinfonien zu schnell zu viele (es sind aber im Falle der 7. u. 8 gerade mal 7 oder so) Alternativen zu kaufen, weil es preiswerte Angebote waren, ohne dass ich mit dem Hören nachgekommen bin. Zumal ich kein so hartgesottener Fan dieses Komponisten bin wie einige andere hier.


    Außerdem ist die Urfassung der 4. wirklich ein ziemlich anderes Stück; ein Satz (das Scherzo) ist komplett ausgetauscht.


    Für mich ist daher schon eine berechtigte Frage, ob mir drei oder vier maßgebliche (u. evtl. unterschiedliche Aspekte betonende) Interpretationen von Bruckners 7. vielleicht doch wichtiger sind (sein sollten?) als einige CDs mit Sinfonien von Michael Haydn, Krommer oder Kalliwoda (nur als Beispiele für "Kleinmeister", ich will die nicht konkret aussortieren). Dennoch gehe ich beim Aussortieren ganz klar zuerst an die Alternativen eines Werks als an CDs mit Werken, die ich vermute, nie mehr hören zu wollen.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
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    The morning breeze like a bugle blew
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    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Kurzstueckmeister
    Und ich finde die Unterschiede der Aufnahmen meistens nicht so krass.


    Ja, wenn Du Harnoncourt aussortierst und zB Hogwood und Pinnock behältst, ist das mit den geringen Unterschieden auch kein Wunder :D


    :hello:


    JR

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