Puccini oder Wagner? - oder beides: Der Tenor SANDOR KONYA

  • Aber der Stolzing gibt als seine Lehrmeister Walther von der Vogelweide, den Lenz und die singenden Vögel an. Er ist Musensohn nicht Held! Gerade kein Siegfried!

    Wobei Siegfried ja zumindest von einem Vogel auch das eine oder andere gelernt hat. :D

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)


  • Sein Hoffmann, José, Enzo Grimaldo, Riccardo (Nicht der Typ in der faden Kostümklamotte, die im Fernsehen gezeigt wurde, sondern der junge König in Carl Eberts genialer Inszenierung!), Dick Johnson, Michele (Die Heilige von der Bleekerstreet), Laca, Hüon , Alfred (Fledermaus), Fra Diavolo und so weiter hätten Dich gewiss für ihn eingenommen!


    Vielleicht hätte das "Stimmenliebhaber" auch für das wunderbare Werk, in dem der Enzo auftritt, eingenommen. Wo hast du ihn denn mit der Partie erlebt? In der 1974 herausgekommenen DOB-Inszenierung (Premierenbesetzung: Franco Tagliavini) wird er es ja nicht mehr gesungen haben oder irre ich mich da?

  • Donnerwetter! Konya hat die Partie des "Hüon" gesungen? Gibt es davon evtl. eine Aufnahme, diese hätte mich sehr interessier


    Ja, lieber Wolfgang, Konya hat mehrere Spielzeiten hindurch immer den Hüon in Webers Oberon an der Städtischen Oper Berlin (Kantstraße) gesungen. Rezia war Leonie Rysanek, Oberon war Horst Wilhelm. Die Premiere ist damals im RIAS übertragen worden. Ich fürchte, die haben die Bänder gelöscht. Genau wie die Bänder mit der Carmen, der Jenufa und der Heiligen von der Bleeker-Street! Der RIAS war da sehr rigoros. Nur wenige Premierenmitschnitte sind aus der Zeit überliefert: Ich glaube, dass nur Von Schillings Mona Lisa, Cherubinis Medea und Strauss Rosenkavalier auf CD herausgekommen sind.


    Vielleicht hätte das "Stimmenliebhaber" auch für das wunderbare Werk, in dem der Enzo auftritt, eingenommen. Wo hast du ihn denn mit der Partie erlebt?


    Nein, lieber Melomane, in der Berliner Sanjust-Inszenierung der "Gioconda" hat Konya nicht gesungen. Ich habe ihn in der Partie in Houston gehört. Er sang zusammen mit Eileen Farrell und Rosalind Elias. Wer die übrigen Partien sang, habe ich nicht mehr im Kopf. Das müsste ich raussuchen. Große Namen ware es nicht!


    Beste Grüße


    Caruso41

  • Zitat

    Caruso41: Ich fürchte, die haben die Bänder gelöscht. Genau wie die Bänder mit der Carmen, der Jenufa und der Heiligen von der Bleeker-Street! Der RIAS war da sehr rigoros.


    Traurig, traurig! Warum nur? Bänder fressen kein Brot. ;(

  • Wenn man eine Liste erstellen würde, was von den einzelnen Anstalten alles gelöscht wurde, würden einem die Tränen kommen.
    (Oder man bekommt einen Wutanfall!)

  • Der RIAS war da sehr rigoros. Nur wenige Premierenmitschnitte sind aus der Zeit überliefert: Ich glaube, dass nur Von Schillings Mona Lisa, Cherubinis Medea und Strauss Rosenkavalier auf CD herausgekommen sind.


    Lieber Caruso, zunächst müsste mal geklärt werden, ob es diese Bänder tatsächlich gab oder ob die Vorstellungen mit dem Ü-Wagen auf Sendung kamen. Ich bin sehr gespannt, auf Deine näheren Ausführungen zu dem Thema. Wer sollte sich da auskennen, wenn nicht Du? In eigen Fällen gelangten nach meinen Informationen solche Dokumente nur auf Tonträger, weil Privatpersonen am Radio mitgeschnitten haben. Bandmaterial war auch im Westen ziemlich teuer und mussten ständig gepflegt und durchlüftet werden. Das entschuldigt nichts, liefert aber mögliche Erklärungen. Hinzu kamen die rechtlichen Fragen. Noch heute scheitern Veröffentlichungen an diesen Hürden. Denken wir nur an das rasante "Mahagonny" aus Stuttgart mit Anja Silja, Martha Mödl und Gerhard Stolze als Farbfilm. Wer den Katalog von audite genau verfolgt, wird feststellen, dass mit den Jahren dann doch eine große Menge an Aufnahmen bzw. Mitschnitten aus dem einstigen Rias-Archiv auf CD gelangten. Ich will nur mal an die Kirsten-Flagstad-Konzerte im Berliner Titaniapalast erinnern und an die entsprechenden Boxen bzw. Alben mit Fricsay, Furtwängler, Knappertsbusch und Celibidache - oder Peter Anders. Da kommt sehr, sehr vieles zusammen. Und es muss auch gekauft werden. Schließlich gibt es immer wieder Titel, die der eine oder andere stark vermisst, und die dann herhalten müssen für das Versagen der Rundfunkanstalten, nicht sorgsam genug mit dem Erbe umgegangen zu sein.


    Ich kann nur dazu raten, bei den Sendern selbst zu recherchieren und nach Überspielungen zu fragen. Zuletzt fand ich auf diese Weise beim SWR die - wenn ich mich nicht irre - einzige Aufnahme von "L’Enfance du Christ" (Die Kindheit Christi) von Berlioz in der deutschen Übersetzung von Peter Cornelius. Ich war völlig aus dem Häuschen. :jubel: Dafür muss man natürlich bezahlen. Das erhöht die Wertschätzung. Niemand kann erwarten, dass die Anstalten ihre Bänder herausrücken, damit sie anschließend bei Billiglabels verramscht werden - was oft genug passierte. :(

  • Lieber Rheingold!


    ...zunächst müsste mal geklärt werden, ob es diese Bänder tatsächlich gab oder ob die Vorstellungen mit dem Ü-Wagen auf Sendung kamen. Ich bin sehr gespannt, auf Deine näheren Ausführungen zu dem Thema.


    Um ehrlich zu sein, dazu kann ich wirklich nichts sagen. Ich war damals Schüler und für mich gab es eigentlich Oper nur im Opernhaus. Schallplatten habe ich mir kaum leisten können. Aufnahmen selber zu machen, hatte ich nicht mal in Sinn.


    Inzwischen habe ich auch ein großes Interesse an Aufnahmen entwickelt. Aber viel Zeit in Nachforschungen mag ich nicht investieren! Ich weiss nicht mal, wo das einstige RIAS-Archiv heute liegt und wer dafür zuständig ist.


    .....dass mit den Jahren dann doch eine große Menge an Aufnahmen bzw. Mitschnitten aus dem einstigen Rias-Archiv auf CD gelangten.


    Für mich waren vor allem die Cassette von Pilar Lorengar und und das 2-CD-Portrait von Martha Mödl ein unerwartetes Geschenk!


    Beste Grüße
    Caruso41

  • Liebe Diskutanten, das ist ein richtig schönes Gespräch geworden: Unterschiedliche Standpunkte, aber heiter und ohne Schärfe. Mir bereitet das großes Vergnügen. Es grüßt Hans

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Liebe Diskutanten, das ist ein richtig schönes Gespräch geworden: Unterschiedliche Standpunkte, aber heiter und ohne Schärfe. Mir bereitet das großes Vergnügen. Es grüßt Hans


    Ja, lieber Hans,
    so geht das auch - und so machtes eigentlich nur richtig Spaß!
    Beste Grüße


    Caruso41