Hans Knappertsbusch – Meine liebsten Aufnahmen

  • Nun ist der große Dirigent Hans Knappertsbusch an der Reihe in unserer Serie der "liebsten Aufnahmen".


    Seine vielleicht berühmteste Aufnahme nenne ich zugleich als eine meiner liebsten:



    PARSIFAL, Knappertsbusch 1951.

  • Zu meine liebsten Knappertsbusch-Aufnahmen gehört unbedingt diese Einspielung von Bruckners 7. Sinfonie aus dem Jahre 1949.



    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.


  • Bei mir ist es dieser Holländer und der oben schon


    von JosephII erwähnte Parsifal. Die hervorragenden Sänger


    tragen in beiden Produktionen wesentlich zu der Qualität dieser


    Aufnahmen bei.



    :hello:Herbert.

  • Kennt jemand auch einen der übrigen Knappertsbusch-"Parsifals"?


    1952, 1954, 1956, 1957, 1958, 1959, 1960, 1961, 1962, 1963 und 1964.


    Inbesondere der 52er würde mich interessieren, da nahezu dieselbe Besetzung wie 1951.

  • Komzak: Bad'ner Mad'ln - Walzer
    War sein Lieblingswalzer, den er gerne als Zugabe spielen ließ.


    J. Strauß jr.: Tritsch-Tratsch-Polka
    Diese gedehnten Tempi sind einfach köstlich und sind natürlicher als die durchgepeitschte Interpretations-Schwatzerei seiner "Mitbewerber".


    *) Copyright Knappertsbusch

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Für mich ist der 63er Parsifal (erschienen bei Golden Melodram) unübertroffen. Wie haben hier in erster Linie den gereiften Windgassen, der nun auch den künftigen Gralskönig glaubhaft macht, Hotters Gurnemanz noch eindrücklicher als 1962, dazu als besonderes "Schmankerl" Neidlinger als Klingsor. Die einzige Einschränkung muss man vielleicht bei Irene Dalis als Kundry machen, die aber die Partie glaubhaft machen kann, auch wenn sie nimmer die Gestaltungskraft von Mödl 1951 erbringt. Kna souverän wie immer. Die Tonqualität der Mono-Aufnahme lässt keine Wünsche offen.

  • Lieber Wagner - Experten !



    Wenn ich jetzt hier in den letzten Wochen sooft den Namen von Wolfgang Windgassen lese , dann scheint Anja Silja in ihrem sehr umfassenden Gespräch 2202 im Westdeutschen Rundfunk , Köln , doch Recht gehabt zu haben , dass Bayreuth ohne diesen Ausnahmekünstler in sängerischer wie darstelellerischer Bedeutung eigentlich hätte zumachen können . Ich werde diesen Satz von Frau Silja nie vergessen .


    Hatte sie aus Eurer Erfahrung Recht ?


    Viele Grüsse ,



    Frank

  • Zitat

    Original von Joseph II.
    Kennt jemand auch einen der übrigen Knappertsbusch-"Parsifals"?


    Parsifal 1958 nenne ich noch mein eigen (neben der obligaten Philips-stereo-Aufnahme und dem legendären von 1951). Ich bin -was diese Aufnahme betrifft- sehr befangen: die Box war mein Wagner-Einstieg. Zuvor hatte ich diesen Komponisten abgelehnt. Die Box war ein Geburtstagsgeschenk. Danach war ich Wagner verfallen. Für eine genauere Beschreibung müsste ich die Aufnahme allerdings nachhören. Aus meiner Erinnerung heraus empfehle ich sie allerdings unbedingt.


    Vier Jahre später (Bayreuth 1962; die Philips-stereo-Aufnahme) fasziniert Kna durch seine Fähigkeit, die Zeit anzuhalten (ähnlich wie bei seiner "Fidelio"-Einspielung). Es gilt das Gesetz Knappertsbusch, und das muss man erst einmal hinbekommen: das Werk derart langsam zu dirigieren und dabei keinerlei Spannung zu verlieren und den Zusammenhang zu wahren. Da fällt nichts auseinander.


    Man muss sich aber darauf einlassen können. Somit meine Bevorzugung von Parsifal 1958.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Lieber Thomas ,



    auch wenn dieser Thread Knappertsbusch gewidmet ist .


    Mich würde , angeregt durch Josphs II. Hinweise , doch auch interessieren , wie Du die Leistungen der Sänger beurteilst .


    Und eine Frage noch , die in Zusammenhang mit Aufnahmen aus Bayreuth fast gar nicht diskutiert wird : wie sind die Orchesterleistungen ?


    Danke im voraus .


    Beste Grüsse ,


    Frank

  • Zu den von mir seit Jahren gerne gehörten und zum Vergleich herangezogenen Aufnahmen mit Knappertsbusch gehören :


    Brahms : 2. Klavierkonzert ( ORFEO )


    Beethoven : Klavierkonzerte 4 & 5 ( Decca ) .


    Es mag sein , dass Clifford Curzon kein "Tastenlöwe" im herkömmliochen Sinn gewesen ist . Was er aber an Deatails spielt , das ist beeindruckend .


    S e h r empfehlenswerte Interpretationen .


    Viele Grüsse ,



    Frank

  • Lieber Frank,
    Dieser Satz von Anja Silja trifft absolut zu. Eigentlich machte er Wielands Neubayreuth, was die Tenorpartien betrifft erst möglich; diese Erfassung der Partien wurde bis heute nicht annähernd mehr erreicht. Man kann es nur bedauern, dass Wieland keine Filmaufnahmen zuliess, damit diese Behauptung auch durch visuelle Dokumente nachvollziehbar würde. Weitere Fragen beantworte ich gerne im Windgassen-Thread.

  • ich besitze den 64er parsifal, ein mittschnitt von knappertsbuschs letztem auftritt in bayreuth (steht zumindest auf meiner cd). hier die besetzung:



    ich mag die aufnahme sehr gern, was vor allerm an den sängern liegt. jon vickers ist ganz grandios, ebenso hans hotter und gustav neidlinger. die mir sonst unbekannte barbra ericson singt eine sehr ungestüme kundry. sie muss zwar dort und da kämpfen, gestaltet die rolle aber richtig intensiv. kappertsbuschs dirigat ist gewohn souverän, mit breiten tempi aber doch spannungsreich. den zweiten akt kenne ich auf keiner anderen aufnahme besser.


    greetings, uhlmann

  • Danke für Deine Anmerkung !


    Weil Windgassen zu früh verstorben ist , ist es leider auch unverständlich schnell ruhig um diesen sicherlich einzigartigen Wagnerinterpreten geworden .


    Werde im Waindgassen-Thread schauen .


    Beste Grüsse ,


    Frank


  • na ja, ob man ihn neben dem 51er noch braucht, muss jeder für sich entscheiden. bei knappertsbuschs dirigat ist nicht der große unterschied. mir persönlich gefallen hotter und vickers besser als weber und windgassen, zwischen der mödl und ericson sehe ich ein unentschieden, london ist imo besser als stewart, obwohl ich den auch sehr mag (london ist überhaupt der beste amfortas, den ich kenne).


    vielleicht bin ich etwas befangen, denn ich habe seinerzeit den parsifal mit kna's 64er aufnahme kennen gelernt. jedenfalls höre ich ihn öfter als den 51er. derzeit gibts ihn wohl nur recht teuer bei orfeo, aber er kommt sicher irgendwann wieder bei einem der super-budgets.


    hilft dir das weiter?


    greetings, uhlmann


  • Eine Aufnahme, die nicht unerwähnt bleiben darf, ist seine (zweite) Bayreuther "Meistersinger"-Einspielung von 1960.
    Greindl überzeugt als Sachs (für manch einen überraschend) vollkommen, und auch der Rest der Sänger ist durchgängig auf höchstem Niveau.


    Kennt jemand auch seine Bayreuther 52er "Meistersinger"? Daneben gibt es ja noch welche aus Wien (1950/51) und München (1955).

  • Zu den Meisterleistungen des großen Wagner-Dirigenten Kna gehört sicherlich die Liveaufnahme der "Götterdämmerung" vom 1. September 1955 aus dem Prinzregententheater München. Trotz breiter pathetischer Auslegung der Partitur wird intensivste Spannung erreicht. Dazu ein Traumensemble mit Nilsson, Rysanek, Aldenhoff, Frick und Uhde.
    Der berühmte Kritiker Karl Schumann sprach damals in der SZ von einer Sternstunde der Wagner-Zelebration. Die Aufnahme ist auch unter
    TMOO "Götterdämmerung" und "Götterdämmerung" allgemein im Forum besprochen und als Alternative zu der legendären Solti Aufnahme dargestellt. Erschienen bei ORFEO C35944
    Herzlichst
    Operus

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