Tonträger-Rituale - was hört Ihr zu welchem Anlass?

  • Hallo zusammen,


    gibt es wiederkehrende Anlässe, zu denen Ihr Euch ein ganz bestimmtes Werk, eine ganz bestimmte Aufnahme immer wieder anhört? Quasi als Ritual?


    Am Pfingstsonntag gibt es zum Frühstück bei mir den ersten Satz von Mahlers 8. Sinfonie. Solti, Bernstein (CBS) oder Horenstein.


    Am 1. Weihnachtstag natürlich J. S. Bach, Weihnachtsoratorium. Entweder mit Ralf Otto (Capriccio) oder Karl Richter (wegen Wunderlich, Janowitz, Crass und Maurice André).


    Nach Umzügen - und es gab einige in den letzten 12 Jahren - habe ich, sobald die Anlage installiert war (was nie sehr lange dauerte), immer zuerst das Gloria aus der h-moll-Messe Bachs gehört, und zwar mit Gardiner.


    Zum Geburtstag ist beim Frühstück die erste Sinfonie von Robert Schumann dran, meistens mit L. Bernstein und den Wiener Philharmonikern.


    Was sind Eure Hörrituale, auf die Ihr Euch freut?

  • Ich versuche, meistens vergeblich, wenigstens ein paar liturgische Daten mit entsprechender Musik zu begehen. Also mindestens eine Bach-Passion und/oder andere Passionsmusik in Karwoche/Wochenende.
    Ebenso natürlich in der Weihnachtszeit (wobei meine hauptsächliche Baumschmück-etc. CD die weitgehend säkulare Bing Crosby Scheibe ist :jubel: :untertauch: )
    Aber Christi Himmelfahrt und Pfingsten? Eher sporadisch, und nicht Mahler 8, sondern höchstens Bach.
    Auch das Kantatenprojekt habe ich nur teilweise verfolgt, obwohl ich es eigentlich immer noch mal gerne ein Jahr lang machen würde.


    Zu meinem Geburtstag: nichts bestimmtes, auch nicht zu den Jahreszeiten.


    Da fällt mir gerade ein, daß die Papisten heute ja einen Feiertag haben... nun, den werde ich wohl nicht begehen, da er mir eherr fremd ist.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)


  • Morgen, lieber Johannes, morgen ist der Feiertag. Mariae Himmelfahrt. Diesen Feiertag kommentiere ich allerdings auch nicht....


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Zitat

    Original von Travinius
    Und bei meiner Beerdigung möchte ich das Streichersextett aus Strauss' Capriccio.


    Ich möchte, daß dann u.a. von Lortzing die dritte Strophe vom Lied von Veith aus Undine gehört wird (Version Wunderlich):


    Hab' schon öfter sagen hören,
    Dass man dort sich wiedersieht.
    Aber niemand kann's beschwören,
    Keiner weiss, was dort geschieht.
    Wenn es fest und sicher stände,
    Dass man da sich wiederfände,
    Wär' in jenen lichten Höh'n
    Wohl das schönste Wiedersehn!


    LG, Paul

  • Liebe Taminos !


    Ich habe nicht viele musikalische Fixpunkte, außer der üblichen Weihnachtsmusik.


    Aber am 25. 12. gibt es zum Frühstück immer "Boheme" und zum Ostersonntags - Brunch "na was wohl ?" von Mascagni.


    Liebe Grüße -


    vom Operngernhörer :hello:

  • Früher hatten wir eine Art Rituale: bei einem feierlichen Essen haben wir "Tafelmusik" gehört, aus dem 18. Jahrhundert etwa. Aber neulich bin ich recht froh, wenn beim Essen und nach dem Essen so richtig geplaudert wird... Ohne Musik...


    Eine absolut fixe Gewohnheit will ich aber weiterhin aufbewahren. Von einer schon verstorbenen Freundin aus Brünn habe ich vor vielen-vielen Jahren die Ceská Mse Vánocni, (Hej Mistre!) von Jakub Jan Ryba geschenkt bekommen. Diese herrliche böhmische Hirtenmesse höre ich immer wieder in der Weihnachtszeit.


    S. dazu auch diese Konversationsfäden - Tamino kennt alles...
    Weihnachtskantaten und Oratorien mal nicht von Bach
    und
    http://tamino-klassikforum.at/thread.php?threadid=10842


    :hello: KP

  • Bereits ab dem 1. Advent packt meine Frau das Weihnachtsoratorium aus und dann gibt es regelmäßig Jauchzet, frohlocket (die zweite CD soll nicht zu kurz kommen und ist dann nach Hl. Abend fällig, auf mein Betreiben hin).
    Ich höre zusätzlich die Kantaten Bachs zu den Feiertagen (auch Silvester/Neujahr).


    Früher schrieb meine Frau ihre Doktorarbeit zum Messias. Seit sie fertig ist, schläft der leider im Regal :(.


    Am Osterwochenende höre ich mich in Form eines Gewaltmarsches durch sämtliche Passionen, Oratorien und Kantaten Bachs, die anläßlich dieser Feiertage geschrieben wurden.
    Pfingsten die Kantaten.


    Ansonsten nutze ich den Sonntagvormittag für die Sakralwerke, auch wenn ich nicht gläubig bin. Ich finde, am Sonntag hat man Muße und Ruhe, sich diesen Werken zu widmen. Einerseits muss ich die regelmäßig erworbenen SDG-Produktionen mit Gardiner ja auch mal hören und der Sonntagsrhythmus verleiht dem Hörgenuss zudem Struktur, außerdem sind ja auch so viele wunderbare andere Kirchenwerke so immer wieder "fällig".

  • Auch bei meinen Eltern ist zu Weihnachten das Bachsche WO (Richter) üblich. Die Kantaten "Lasst uns sorgen, lasst uns wachen" und "Tönet, ihr Pauken" kann man natürlich das ganze Jahr hören ;)


    Zum neuen Jahr wird nach dem "Abzählen" so gegen 0.30-1.00 Uhr Beethovens Neunte fällig. Ich habe die Bassstimme des Chors auch noch ein bisschen drauf...

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Original musicophil:

    Zitat

    Ich möchte, daß dann u.a. von Lortzing die dritte Strophe vom Lied von Veith aus Undine gehört wird (Version Wunderlich): Hab' schon öfter sagen hören, Dass man dort sich wiedersieht. Aber niemand kann's beschwören, Keiner weiss, was dort geschieht. Wenn es fest und sicher stände, Dass man da sich wiederfände, Wär' in jenen lichten Höh'n Wohl das schönste Wiedersehn!


    Lieber musicophil,
    der Glaube kann Berge versetzen, lassen wir uns überraschen, wer weiss.....? :angel:
    Liebe Grüße,
    Diotima.

  • Zitat

    Original von Travinius
    Die habe ich manchmal schon an Silvester.



    Ich muß präzisieren: Feuerwerksmusik gibt es ab 10 Minuten nach Mitternacht, wenn das Feuerwerk noch anhält. Und - zu meiner Schande: auch nur die Ouvertüre. Und die auch nur in einer ganz bestimmten Interpretation.


    Wenn wir irgendwo eingeladen sind, ist Walkman mit Kopfhören dabei. In Zukunft vermutlich mp3-Player, man muß ja mit der Zeit gehen...

  • Zitat

    Original von m-mueller
    Ich muß präzisieren: Feuerwerksmusik gibt es ab 10 Minuten nach Mitternacht, wenn das Feuerwerk noch anhält. Und - zu meiner Schande: auch nur die Ouvertüre. Und die auch nur in einer ganz bestimmten Interpretation.


    Genau: bei mir - wenn möglich - ist's die Aufnahme mit Eduard van Beinum, eine alte Telefunken-LP.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.