Ein Porträt der Gesamtaufnahmen der Haydn-Sinfonien

  • Liebe Forianer,


    wer in der Welt der klassischen Musik unterwegs ist, der weiss, dass Gesamtaufnahmen nie das unbedingte Nonplusultra für jeden einzelnen Bestandteil der Einspielung bieten können. Das müssen sie auch nicht und wir haben den antagonistischen Gegensatz zwischen Boxen- Schaffern und Einzelscheibensammlern auch hinreichend beleuchtet.


    Trotzdem sind ja erfreulicherweise nun doch ein paar Gesamtaufnahmen auf dem Markt, die den enzyklopädischen Anpruch mancher Sammler und den Wunsch nach Überblick für manchen Anfänger preiswert und mit wenig Mühe zu befriedigen suchen.


    Ich würde mich freuen, wenn die Kenner der einzelnen Gesamtaufnahmen diese hier porträtieren würden: Was ist der besondere Charakter der Aufnahme, besondere Stärken und Schwächen, besonders ge- oder misslungene Teile etc.
    Ausdrücklich ZUGELASSEN sind Beschreibungen von Teilzyklen ( also abgebrochene Gesamteinspielungen, Pariser, Londoner u.s.w.)
    Einige sind zu wichtig, um hier ignoriert zu werden.


    Ich bin gespannt!


    Gruß
    Stefan

  • Dazu steht schon einiges in dem etwas unübersichtlich gewordenen "Projektidee"-Thread. Ich werde das bei Gelegenheit mal extrahieren, eingangs mal ein Überblick:



    Einzelne Einspielungen der Sinfonien können in den entsprechenden threads genannt und verglichen werden, auch wenn natürlich die Musik im Vordergrund stehen sollte. Hier möchte ich aber, ohne Wertung, Reihen von Einspielungen nennen, die größere Teile der Sinfonien oder gar alle abdecken, um denjenigen, die vielleicht noch Lücken schließen müssen, einen Überblick zu geben. Die "Londoner" und auch die "Pariser" Sinfonien, sowie einige Einzelwerke (88, 92, 44, 45 u.a.) wurden natürlich von vielen berühmten Dirigenten eingespielt: Scherchen (44, 45, 48, 49, 55, 80, 88, 92-104), Bernstein (82-88, 92-104), Karajan (82-87, 93-104), Jochum (93-104, sowie einige weitere) u.ä. Die folgenden helfen aber, wenn einige der weniger bekannten Stücke gesucht werden.


    Antal Dorati, Philharmonia Hungarica (Decca)



    erste Gesamtaufnahme (ca. 1970-74; etliche Projekte in den 60er Jahren, unter mir nur dem Namen nach bekannten Dirigenten wie Märzendorfer, Goberman, Blum wurden vorzeitig abgebrochen)
    Von einigen Ausnahmen abgesehen nur komplett erhältlich; mit etwas Mühe findet man zum Lückenfüllen vielleicht noch die erste CD-Ausgabe (4-CD-Boxen)



    Adam Fischer, Austro-Hungarian Haydn-Orchestra (zuerst Nimbus, jetzt Brilliant)



    zweite komplettierte Gesamtaufnahme (ca. 1987-2001), zuerst einzeln, dann in separaten Boxen bei Nimbus erschienen, dann von Brilliant übernommen (die zuletzt aufgenommenen Werke erschienen nicht mehr einzeln)
    Fischer hat überdies inzwischen begonnen, einige der späten Sinfonien erneut aufzunehmen (MDG)




    Naxos (verschiedene Dirigenten und Orchester: Wordsworth, Ward, Drahos, Müller-Brühl), inzwischen komplett




    Einige Sinfonien liegen einzeln sogar in unterschiedlichen Interpretationen vor. Einzeln erhältlich.


    HIP


    Derek Solomons, L'estro Armonico (CBS, einige bei Sony wiederveröffentlicht, 70er-80er Jahre): Abgebrochene Gesamtaufnahme (erster "HIP"-Versuch): ca. 30 Sinfonien dürften eingespielt worden sein, die meisten der "Sturm & Drang", sowie einige frühe und einige aus den 60er Nummern.
    Nur zwei oder drei CDs problemlos einzeln erhältlich.


    Roy Goodman, The Hanover Band (hyperion/helios)



    Abgebrochene Gesamtaufnahme: mindestens Sinfonien 1-5, 6-8, 9-12, 13-16, 17-21, 22- 25, 42-44, 45-47, 48-50; 70-72, 73-75, 76-78, 82-84, 85-87, 90-92, 93-95, 101+102 eingespielt, dann anscheinend vorher für Nimbus 94, 95, 100, 104.
    Zum großen Teil einzeln erhältlich.



    Christopher Hogwood, Academy of Ancient Music (L'oiseau Lyre/Decca)
    (noch?) unvollendete Gesamteinspielung; es liegen Sinfonien 1-75, sowie 107 u. 108 und einige Alternativfassungen in 10 3-CD-sets vor



    Bruno Weil, Tafelmusik
    Abgebrochene GA (?) Nr. 41-47, 50-52, 64, 65, 82-90



    Sigiswald Kujken, La Petite Bande (Virgin, harmonia mundi), 26, 52, 53, 82-104, Concertante,




    Frans Brüggen, 18th Century Orchestra (Philips) ca. 40 Sinfonien: 26, 35, 38, 39, 41-52, 58, 59, 65 "Sturm&Drang", 82-104, Concertante
    teils nur komplett, teils auch einzeln erhältlich




    Nikolaus Harnoncourt: 93-104, 68 (Concertgebouw), 6-8, 30, 31, 45, 53, 59, 60, 69, 73, Concertante (Teldec), 82-87 (HMD) alle mit dem Concentus musicus.




    Trevor Pinnock, The English Concert (DG Archiv): 6-8 "Tageszeiten" und 26, 35, 38, 39, 41-52, 58, 59, 65 (Sturm&Drang)



    Die besten "Lückenfüller" dürften wegen der separaten Erhältlichkeit die Aufnahmen von Goodman, Hogwood und Naxos sein.


    Dazu kommt nun seit kurzem noch der Klotz von Russell Davies (Kammerorchester mit modernen Instrumenten)



    und die Reihe von Thomas Fey (moderne Instrumente, evtl. Naturtrompeten, jedenfalls stark HIP-beeinflußt in der Spielweise) bei Hänssler (teils aber schon wieder selten oder vergriffen), bisher erschienen:
    104, 94; 45, 64; 88, 92, 95; 83, 84, 85; 34, 39, 40, 50; 69, 86, 87;
    41,44,47; 49, 52, 58; 60, 61; 70, 73, 75; 57, 59, 65




    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • ,


    Die oben erwähnte Gesamtaufnahme mit Dorati gibt es zu unterschiedlichen Preisen.
    Während erstere ca. 160 Euro kostet,ist die folgende Edition 2009 limitiert zum Sonderpreis für 50 Euro erhältlich.
    Der musikalische Inhalt ist gleich.

  • Der 1936 geborene Dirigent Berhard Klee war 10 Jahre (1977 - 1987) GMD in Düsseldorf, wo er für die EMI auch diverse Plattenaufnahmen machte. Damals erzählte er von Plänen, den kompletten Haydn für die DGG aufzunehmen.
    Irgendwann bekam ich dann einige LPs mit (frühen) Sinfonien mit dem Prager Kammerorchester (müßte ich evtl noch im Keller haben). Habe die Geschichte aus den Augen verloren. Wahrscheinlich ist das Ganze irgendwann gestorben, denn auf CD habe ich nichts gefunden außer dieser Aufnahme:


    Weiß jemand mehr?


    LG


    :hello:

  • Zitat

    Original von Harald Kral
    Der 1936 geborene Dirigent Berhard Klee war 10 Jahre (1977 - 1987) GMD in Düsseldorf, wo er für die EMI auch diverse Plattenaufnahmen machte. Damals erzählte er von Plänen, den kompletten Haydn für die DGG aufzunehmen.
    Irgendwann bekam ich dann einige LPs mit (frühen) Sinfonien mit dem Prager Kammerorchester (müßte ich evtl noch im Keller haben). Habe die Geschichte aus den Augen verloren. Wahrscheinlich ist das Ganze irgendwann gestorben, denn auf CD habe ich nichts gefunden außer dieser Aufnahme:


    Weiß jemand mehr?


    Nein; die Geschichte kannte ich auch noch nicht. Sehr interessant! Die wenigen Aufnahmen, die entstanden sind, waren offenbar auch nicht verbreitet; sie sind mir noch nie begegnet.
    Wie oben angedeutet, ist die Anzahl der geplanten und früher oder später abgebrochenen Gesamtaufnahmen lang. Es gab schon vor oder parallel zu Dorati mindestens zwei oder drei weitere. Laut wikipedia und den Nachrufen unterschiedlicher östereichischer Zeitungen hat der Dirigent Ernst Märzendorfer tatsächlich 1971 kurz vor Dorati eine Gesamtaufnahme vorgelegt, die aber nie auf CD zu haben war; ich weiß auch nicht, wo die LPs erschienen sind. (Habe die noch nie gesehen) Seltsamerweise wird immer und überall von Dorati als erster und bis Fischer einziger kompletter Aufnahme gesprochen. Daher dachte ich, daß Märzendorfers nicht vollständig gewesen sei.
    :hello:


    JR


    Bei Dir erscheinen die Cover oft sehr groß oder mit Rand. Wenn man entweder die Verlinkung mit den am bzw. jpc-Kürzeln in eckigen Klammern nutzt oder beim Bilder kopieren manuell die Größe auf 300 setzt (die Zahl vor "_.jpg" im Bilderlink) wird es m.E. schöner.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Wer einige Aufnahmen der Roy Goodman Serie kennt, oder zumindest hineingehört har, der müsste eigentlich laut zu wehklagen beginnen, weil ihm dann bewusst wird welche Jahrhunderteinspielung hier unterbrochen, bzw nicht vollendet wurde.


    An sich bin ich Anhänger der Londoner Jochum Aufnahmen, von denen es 5 CDs gibt. Ich ziehe sie bei weitem den Dorati-Einspielungen vor, die auf mich - trotz alle eingeheimsten Preise - eher dröge und langweilig wirken. Schon als die Aufnahmen noch hochaktuell waren , merkte ein Kritiker an, daß die Philharmonia Hungarica kein wirkliches Spitzenorchester sei. Gelobt wurde damals der Mut und die Ausdauer dieses Mammutprojekt zu Ende zu bringen . Seis drum


    Zurück zu Jochums Einspielung der späten Sinfonien darunter alle Londoner: An sich meine Lieblingsaufnahmen - aber Roy Godmans Aufnahmen kann sie nicht das Wasser reichen. Ich empfehle hier eintelne Tracks vergleichend zu hören - ich habe mir hiefür "Die Uhr" ausgesucht...


    Die Aufnahmen zeichnen sich durch Feuer, Temperament und betörenden, silbrig klaren, gut durchhörbaren Klang gleichermaßen aus - an sich ein Widerspruch, der hier aber ad absurdum geführt wird. Es stellt sich hier nicht die Frage ob Karl Böhm oder Eugen Jochum das "besser" dirigiert hätten - die Aufnahmen sind in sich stimmig und halten jeglichem Vergleich stand.


    Ich besitze 12 CD dieses Torsos einer Gesamtaufnahmen, und dachte bislang, dies wäre alles, was es am Markt gibt. Es dürften aber in Wahrheit 16 oder 18 CDs sein - was wiederum ein Loch in meine Brieftasche reißen dürfte.



    Die CDs dieses Torsos sind einzeln erhältlich und noch dazu um Midprice-Bereich angesiedelt...


    mfg aus Wien


    Alfred

  • Liebe Forianer,


    Hatte wer von Euch bereits Gelegenheit diesen Würfel durchzuhören?




    Insbesondere würde mich Eure Meinung interessieren, wie Ihr diese Aufnahme im Vergleich zu der von Adam Fischer findet?


    Liebe Grüsse,
    Christoph


    :hello:


  • In der englischsprachigen Usenet-Gruppe (über Google einsehbar) behauptet jemand, daß bei einer erheblichen Anzahl der CDs in der Box die Stereokanäle vertauscht seien. Scheint zwar ziemlich unglaublich, ist aber wohl schon mehrfach vorgekommen. Außerdem spielten in einigen C-Dur-Sinfonien dir Hörner nicht in der höheren Oktave. Das mag eine Subtilität scheinen, ändert aber das Klangbild erheblich, man nehmen #48 als Beispiel.
    Ich habe nur die wenigen Schnipsel online gehört, aufgrund deren kann ich nicht beurteilen, ob das stimmt. Aber ich werde erstmal weiten Abstand von der Box nehmen...


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Mr. P. D. Humphreys (Swindon, UK) schrieb am 05.11.2009 zur Haydn - Box von Sony:


    Avid readers of my reviews will know that I'm a bit of a Haydn enthusiast, but here I'll try to explain what's good, and what's bad, about this set for any music lover, as opposed to the Haydn anorak.


    GOOD: the performances (recorded live, at a guess) are in very nice sound, with lovely playing. The conductor is generous with repeats, and with such gorgeous music, not a movement is too long.


    BAD: the conductor transposes down all the C alto horn parts, making several symphonies sound far less exciting, and far thicker in texture, than they should. And no, he doesn't separate the violins to left and right.


    VERY BAD: Almost unbelievably, about half the recordings have the left and right channels reversed! This is not only shocking in terms of quality control (how did no-one notice?), but it makes it difficult to hear the music correctly, unless you always use headphones, when you can switch them round.


    Verdict: This is a cheap set, and there's a lot of fine music here, some of it in fine performances (even better when you wear headphones). But unless you're a Haydn completist, go for Adam Fischer (some odd bits, but a lot better than this) or Dorati (wearing well).


    Quelle: amazon.uk


    Wenn das stimmt,kann man auf eine Rückrufaktion von Sony hoffen.
    Ich habe die Box nicht und kann zur Qualitätsfrage nichts beitragen.

  • Das ist derselbe Typ, der sich auch in rec.music.classical.recordings geäußert hat. Wäre nicht schlecht, eine unabhängige Bestätigung zu haben. Rolo hat die Box anscheinend, der ist aber wohl in Urlaub. Die lechts-rinks-Vertauschung sollte sich ja relativ leicht nachweisen lassen.


    Es scheint jedenfalls, daß für die Anhänger von Komplett-Boxen Dorati und Fischer noch immer relevante Optionen bleiben. Leider kann ich mich zu Doratis nur aufgrund einer sehr schmalen Datenbasis äußern. Ich besitze ein dutzend auf CD und habe in ein paar beim Haydn107-Sinfonienprojekt online hineingehört; das war stellenweise wenig überzeugend. Ein Problem scheinen einige sehr breite Tempi, besonders in den Menuetten und besonders in einigen frühen Sinfonien zu sein. Daher würde ich wohl nicht zu der Komplettbox raten.
    Andererseits rangieren die, die ich auf CD habe (84-95) in einem teils stark umkämpften Feld von wenigstens solide (z.B. 84, 85) über sehr gut (88, 89, 91, 92, 93) bis zur besten Aufnahme, die mir von dem Stück bekannt ist (was nicht so viel heißen will, da ich nur drei oder vier kenne) bei Nr. 90.


    Man findet die meisten dieser alten 4-CD-Boxen der Dorati-Aufnahmen jedenfalls zu oft akzeptablen (knapp 20), teils auch etwas hohen Preisen beim Marketplace gebraucht.


    Zum Reinhören sind auch die Pariser und einige andere populäre Sinfonien einzeln erhältlich.


    Wem es aufs Geld nicht ankommt, der kann sich eine GA zusammenstückeln, zur Not eben mit Naxos als Lückenfüller.
    Man schafft, soweit ich sehe, sogar eine beinahe vollständige HIP-Kollektion; es fehlen nur 79 und 81.
    1-75 mit Hogwood, 76-78 Goodman, 80 mit Von der Goltz/Freiburger Barockorchester und ab #82 gibt es Kuijken, Brüggen, Weil u.a. Mit EUR 50 wird man da freilich nicht hinkommen.


    Ansonsten halte ich Fischers Box für eine erwägenswerte Option. Die berühmten späten Sinfonien ab Nr. 82 sind hier zwar nicht so berauschend. Aber die kann man leicht, ohne viel zu suchen oder auszugeben ergänzen. Die ersten 30 sind zwar auch durchwachsen, aber die kann man, sofern einem diese Werke viel bedeuten, dann mit Goodman oder Hogwood ergänzen. (Ich verweise auf die threads zu den Einzelsinfonien; etliche der früheren, z.B. 21 oder 26 gelingen Fischer sehr gut.) Ebenso die bekannteren Sturm&Drang-Werke (wo es noch mehr Alternativen gibt). In den oft übersehenen Werken zwischen ca. Nr. 50 und Nr. 81 schlägt sich Fischer allerdings erstaunlich gut; ich verweise wieder auf die Einzelthreads.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Die Dorati- Aufnahmen wurden bei ihrem Erscheinen von der Kritik zwiespältig aufgenommen, die einen lobten sie, de anderen beanstandeten das eher mittelmäßige Orchester.


    Ich persönlich fand die Aufnahmen schon in meiner Jugend eher langweilig, und rechnete das fälschlicherweise den Haydn-Sinfonien an.


    Es war nicht Harnoncourt, der mich aus dieser Meinung löste, sondern Eugen Jochum. Harnoncourt verschreckte mich eher.


    Aber in der Zwischenzeit sind doch einge passable Auifnahme von Haydn Sinfonien erschienen - Wie schon weiter oben beschrieben gehört die Goodmans Einspielung zu meinen Favoriten....


    mfg aus Wien


    Alfred

  • guten Nachmittag allerseits. Hiermit melde ich mich aus meinem Urlaub zurück, er war sehr schön und erholsam, und wenn mir nicht nach 10 Tagen eine Hexe in den Rücken geschossen wäre, würde ich ohne zu zögern von einem Traumurlaub sprechen. Aber Bali ist wirklich sehr sehr schön, Land, Leute, Kultur, eben alles.


    Natürlich habe ich auch dort über meinen iPod Musik gehört, und ich habe es mir dort zur Gewohnheit gemacht, abends nach dem Duschen mich noch ein bisschen hinzulegen und eine Stunde Haydn-Symphonien zu hören, eben die aus oben angesprochenem Würfel, und so habe ich mir die ersten 50 Symphonien aus dieser GA angehört. Ob da jetzt mal die Kanäle vertauscht waren oder die Hörner eine falsche Oktave spielten - ich trau mich kaum es zu sagen, aber da achte ich nicht drauf. Schön soll die Musik sein, und das war sie ... wenn da nur nicht immer dieser Applaus nach jeder Symphonie wäre - ich habe ihn zwar beim Überspielen auf den iPod abgeschnitten, aber das hört man dann doch manchmal. Naja, jedenfalls, mir hat's gefallen.


    Nur, was mir auffiel, das war die erste CD (Nr 21) aus dem Klotz, die ich hörte, Symphonie Nr 60, da erscheint mir in Track 3 bei 3:49 ein kurzer Abschnitt, der da nicht hingehört; wohl ein Schnittfehler.


    Ich habe jetzt im Urlaub so viel Musik gehört, da kann es sein, dass ich jetzt erst mal ein bisschen kürzer trete, damit ich wieder richtig Lust drauf kriege.

    Der Mutter die mich nie geboren, habe ich heute Nacht geschworen,
    ich werde ihr eine Krankheit schenken, und sie danach im Fluss versenken.
    Rammstein

  • Um auch ein wenig mitreden zu können, habe ich mir neulich diese Box zugelegt:



    Joseph Haydn (1732–1809)
    Symphonien Nr. 1–104
    Sinfonia concertante · Symphonien "A" & "B"
    Alternativversionen von Nr. 22, 53, 63 & 103
    Philharmonia Hungarica
    Antal Dorati
    1969–72


    Es ist vermutlich nach wie vor neben der Fischer-Box die für Einsteiger empfehlenswerteste und preisgünstigste Art, sämtliche Haydn-Symphonien kennenzulernen. Ich wollte damit Lücken, was die Wiener Klassik (und Vorklassik? Haydns frühe Werke sind ja vor 1770 entstanden) angeht, füllen, und zugleich zu einem Klassiker greifen (wie Böhm bei Mozart oder Karajan bei Beethoven).


    Ich will einigermaßen chronologisch vorgehen, der Einfachkeit halber eben von 1–104, wobei mir bewußt ist, daß diese Reihenfolge ohnehin nicht zeitlich korrekt ist. Mittlerweile bin ich bei Nr. 37 angelangt. Daß die Aufnahmen "eher langweilig" wären, konnte ich bislang persönlich nicht feststellen. Da ich nebenbei eine Liste führe mit den "Highlights", könnte ich bisher schon die Nrn. 5, 13, 15, 22 und 28 nennen. Besonders die 13. und 22. gefallen mir ausnehmend gut. Etliche Symphonien hinterlassen dagegen wenig Eindruck, was bei der enormen Fülle wohl gar kein Wunder ist.


    Ich kannte bislang nur einige Pariser und Londoner sowie dazwischen liegende Symphonien, und bisher war die 88. mein TOP-Favorit (Bernstein!).


    Mal sehen, wie ich dies am Ende meiner "Haydn-Tour" sehe. Pro Tag 3–4 CDs, mehr wäre übersättigend.


    :hello:


  • Stelle ich Direktvergleiche zwischen Dorati und den späten Bernstein-Aufnahmen der 88., 92. und 94. (DG, 1983–85) an, so fällt doch auf, daß die Wiener Philharmoniker in einer anderen Liga spielen als die Philharmonica Hungarica. Bernstein wirkt auch ungleich packender.


    Spielzeiten:


    88. Dorati 1971 – Bernstein 1983


    I. 6'229'16
    II. 5'387'20
    III. 4'36 – 4'23
    IV. 3'42 – 3'30
    Gesamt 20'18 – 24'29


    92. Dorati 1971 – Bernstein 1984


    I. 7'45 – 8'00
    II. 6'427'59
    III. 6'08 – 6'16
    IV. 5'35 – 5'43
    Gesamt 26'10 – 27'58


    94. Dorati 1972 – Bernstein 1985


    I. 8'29 – 9'07
    II. 5'50 – 6'32
    III. 4'055'29
    IV. 3'47 – 3'47
    Gesamt 22'11 – 24'55


    Was auffällt, ist, daß Bernstein z. T. erheblicher langsamer ist als Dorati, daß die Darbietung deswegen aber keineswegs langweiliger klingen, eher im Gegenteil. Besonders extrem sind die Tempounterschiede in der 88., wo Bernstein im 1. Satz nahezu 3 Minuten länger braucht als Dorati.


    Daß die sicher nicht schlechte Philharmonia Hungarica den Wiener Philharmonikern das Wasser nicht reichen kann, stand fast schon vorher fest. Besonders das Schlagwerk ist bei den Wienern einfach überlegen. Der berühmte Paukenschlag in der 94. ist bei Dorati unbeeindruckend, bei Bernstein hingegen eine echte Wucht. Und der tänzerische Finalsatz der 88. kann kaum besser dargeboten werden. Bei Dorati wirkt dieser schwerfällig.


    Der Klang der analogen Decca-Aufnahmen ist z. T. nicht optimal. Es klingt oft recht dumpf. Die digitalen DG-Aufnahmen kommen viel lebendiger herüber, was freilich auch daran liegen kann, weil es sich um Konzertmitschnitte handelt. Störende Nebengeräusche gibt's keine.


    Mein Sieger ist eindeutig und heißt Bernstein. :jubel:


    P.S.: Wermutstropfen bleibt, daß Bernstein nicht mehr alle Londoner Symphonien mit den Wiener aufgenommen hat.

  • Zitat

    Original von Joseph II.
    Daß die sicher nicht schlechte Philharmonia Hungarica den Wiener Philharmonikern das Wasser nicht reichen kann, stand fast schon vorher fest. Besonders das Schlagwerk ist bei den Wienern einfach überlegen. Der berühmte Paukenschlag in der 94. ist bei Dorati unbeeindruckend, bei Bernstein hingegen eine echte Wucht.


    Interessant, dass Du bei Haydn das Schlagwerk als so essentiell wahrnehmen kannst. Insbesondere die Wirkung des berühmten Paukenschlags hat mit der Qualität des Schlagwerkers kaum zu tun.

  • Lieber Kurzstueckmeister,


    sagen wir es so: Bei der Symphonie "Mit dem Paukenschlag" erwarte ich schon, daß derselbe effektvoll daherkommt. Ich wollte damit aber nicht sagen, daß mir nur diese Stelle gefallen würde. Tendenziell gefallen mir aber die Haydn-Symphonien mit Pauken besser (gibt ja auch einige frühere, wie 13). In den letzen Symphonien kommt's ja verstärkt vor. Das sind für mich dann "große Symphonien", die mich schon an Beethoven erinnern.


    :hello:

  • Ich habe die Bernstein-CD mit 88, 92 und 94 leider vor Jahren verkauft, daher kann ich nicht mehr direkt vergleichen. Meiner Erinnerung nach sind es schön klingende, aber ziemlich zahme "philharmonische" Aufnahmen, in noch stärkerem Maße als sein Beethoven mit den Wienern. Die lange Spieldauer in 88, i rührt von einer selten observierten Wiederholung, die Bernstein hier befolgt.


    Dorati finde ich, wie gesagt, ohne direkten Vergleich, besser! Der Klang ist nicht so streicherlastig, einige Finali und Menuette einen Tick zu langsam (allerdings bei Bernstein zB in 92 auch, in 94 macht er vermutlich ebenfalls eine Wdh. im Menuett, die Dorati überspringt). Der vielleicht unfreiwillig mitunter etwas rauhe Klang der Philharmonia Hungarica passt besser zu Haydn als der gesättigte Luxus-Sound der Wiener.
    Allerdings gehören die angeführten Sinfonien, obgleich solide weder zu Doratis besten, noch zu den besten Aufnahmen dieser Werke. Hör ggf. mal in 90 (m.E. nach wie vor die beste Einspielung des Werks), 93 und 95 hinein, letztere klingen auch besser und haben sehr präsente Pauken.


    Die superlativen #92 sind m.E. Rosbaud (DG mono) und Jacobs (harmonia mundi HIP). Bei 88 kann man abgesehen von Scherchens außergewöhnlicher (aber sicher nicht unproblematischer) historischer Einspielung Hugh Wolf oder Th. Fey in Erwägung ziehen.


    In den entsprechenden threads müssten bei diesen bekannten Sinfonien eigentlich auch ein paar Einspielungen diskutiert sein.


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Dorati hat seinen Haydn-Zyklus Ende der 60er, Anfang der 70er vorigen Jahrhunderts auf Höhe der damaligen Zeit eingespielt:
    großorchestral, mit modernen Instrumenten, retroperspektiv, idealisierend oder kurz gesagt groß und schön. Er verfällt dabei weder einer gepflegten Langeweile, noch interpretiert er Sachen rein, die so nicht enthalten sind, sondern zeichnet sich viel mehr durch eine große Spielfreude aus, die jede der 33 Scheiben hörenswert macht.
    Eine weitere Besonderheit an diesem Zyklus ist, dass Dorati immer die von der Besetzung her erweiterten späteren Fassungen - sofern denn solche vorhanden waren - eingespielt und ein ganz ein besonderes Augenmerk auf die konzertanten Elemente dieser Sinfonien gerichtet hat. Mir persönlich liegt jetzt keine Aufnahme vor, bei der die solistischen Einlagen ähnlich deutlich herausgearbeitet werden.


    Aber wo viel Licht ist, ist auch Schatten:


    Der großorchestral idealisierende Ansatz steht meiner Meinung nach zwar jeder einzelnen der 107 eingespielten Haydn-Sinfonien sehr gut zu Gesicht, wobei das Kleine groß wird, das Große jedoch nicht unbedingt größer, die Proportionen der einzelnen Sinfonien untereinander sind nicht mehr stimmig und die Entwicklung der Haydnschen Sinfonik ist durch diesen stark idealisierten Interpretationsansatz natürlich auch nicht mehr so deutlich zu erkennen. Desweiteren wirkt sich dieser Ansatz auch nicht unbedingt vorteilhaft auf die ein oder andere Sturm und Drang - Sinfonie aus, bzw. auf solche Sinfonien, die einen Effekt, einen "Gag" beinhalten, da wäre ein etwas derberer Zugriff vielleicht angebracht gewesen.


    Nichtsdestotrotz ist dieser Haydn-Zyklus aber sehr gut und ist eigentlich viel zu schade für einen bloßen Lückenfüller. Ich persönlich würde ihn eher als Basis hernehmen, die von Fall zu Fall um andere Aufnahmen ergänzt werden kann, bzw. soll.


    Viele Grüße
    John Doe

  • Über einen Zeitraum von 14 Jahren (1987 - 2001) hinweg, spielte Adam Fischer mit dem österreichisch - ungarischen Haydnorchester im Schloss Esterhazy in Eisenstadt sämtliche Haydn - Sinfonien ein. Neben einem Wechsel der Plattenfirma und des politischen Systems aus gleichen Gründen, nämlich der Pleite, zeichnet sich dieser Zyklus auch durch einen Wechsel des Interpretationsansatzes aus: 1996 wechselten Fischer und seine Mannschaft vom großorchestralen zum HIP-inspirierten kammerorchestralen über; schade nur, dass die Aufnahmen nicht in der chronologischen Reihenfolge erfolgten, so dass jetzt die ganz frühen, ein Teil der Sturm und Drang-Sinfonien und die Pariser und Londoner in großer Besetzung vorliegen, derweil der Rest kammerorchestral daherkommt.


    Für diesen Zyklus spricht, dass er vollständig und preisgünstig ist!
    Mehr aber leider nicht.
    Mich persönlich stört sein inhomogenes Erscheinungsbild und mehr noch das Fehlen eines roten Fadens. Wenn Doratis Zyklus aus einem Guss ist, gleich was man nun von diesem Guss hält, dann ist mir dieser Zyklus zu unverbindlich, zu weich, zu neutral. Ich empfinde ihn als wenig spannend und noch weniger aufregend, meines Erachtens ist er eher dazu angetan, gepflegte Langeweile zu verbreiten, als anregende Unterhaltung. Man kann schon hin und wieder eine Scheibe daraus hören, aber es fesselt einem nicht.
    Als Ergänzung für die diversen abgebrochenen Zyklen ist er gut geeignet, besonders für Hogwood, da er dort kleinbesetzt weitermacht, wo jener aufhört.


    Diese Kritik mag jetzt etwas hart erscheinen, aber nach wie vor ist es überhaupt schon ein großer Verdienst, alle Haydn-Sinfonien eingespielt zu haben, ist doch bis dato so manch besserer Dirigent daran kläglich gescheitert oder hat´s gar nicht erst probiert.


    Durchaus ernsthaft
    John Doe

  • Gibt man per Suchfunktion den Namen Leslie Jones ein, so liefert diese keinen einzigen Treffer. Wie kann das sein, frage ich mich?


    Jones hat bereits in den 60er Jahren, vor Dorati, zahlreiche Haydn-Symphonien mit dem Little Orchestra of London eingespielt, nämlich zumindest folgende:


    Nr. 3, 6, 12, 13, 19, 26, 29, 31, 34, 35, 39, 43-45, 49, 54, 61, 64, 73, 75, 77, 80, sämtliche Pariser (82-87), 90, 91 sowie alle Londoner (93-104).


    Offenbar sind diese offiziell nie auf CD, nur auf LP erschienen, wie ich mutmaße, sehe ich mich bei Amazon um. Das sah dann so aus:



    Eine etwas genauere Recherche ergab, daß ein Großteil davon mittlerweile doch digitalisiert wurde und auf CD vorliegt, bei HaydnHouse.com bestellbar.


    Nun könnte man sich natürlich fragen, was uns solche alten Aufnahmen heute noch sagen wollen, in Zeiten von HIP, von Goodman, Hogwood und Minkowski. Aber wer einmal eine Aufnahme von Leslie Jones angehört hat, wird verstehen, daß diese Interpretationen noch heute nichts von ihrer Wirkung verloren haben. Sie wirken geradezu revolutionär und lassen manche moderne Aufnahme alt aussehen. Sogar mein Freund, der bei alten Aufnahmen skeptisch ist (Klemperers Haydn etwa :D), war begeistert.


    Bei YouTube wurde mittlerweile auch einiges raufgeladen, so daß man sich etliche Symphonien ganz anhören kann (größtenteils Londoner).


    Ich will nur mal drei Beispiele präsentieren:


    Nr. 94, 2. Satz: "http://www.youtube.com/watch?v=mNwMXj0Y1_Y"


    Nr. 97, 4. Satz: "http://www.youtube.com/watch?v=-_WBUsqGTRY"


    Nr. 100, 2. Satz: "http://www.youtube.com/watch?v=Y1B2oxTfefo"


    "In the 1960s, conductor Leslie Jones formed The Little Orchestra of London, with which he recorded the “Paris” and “London” symphonies. Jones was an early advocate of period performance practice (although that designation did not yet exist) and, because he was not fanatical about it, one of the best." (Quelle)


    Über Jones und das Orchester fand ich sonst kaum etwas. Wer weiß mehr?


    LG
    Joseph
    :hello:

  • Für diesen Zyklus spricht, dass er vollständig und preisgünstig ist!
    Mehr aber leider nicht.

    Aber das ist doch auch schon etwas. Es gibt wunderbare Einzeleinspielungen, Szell, Harnoncourt, Pinnock, Goodman, Kuijken, Weil, Herbig, Wolff, Davis, Tate, Sawallisch, Monteux, Lopez-Cobos, Böhm, Klemperer, das COE mit Abbado, die Londoner und Pariser mit Bernstein, HvK, Harnoncourt, Solti, und, wer nicht alle besitzt, mit Dorati. Herz, was willst du mehr.
    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Ich würde Fischers Zyklus wohl immer noch als günstige Basis vor allen anderen empfehlen.


    "Unverbindlich" finde ich keine angemessene Charakterisierung für die offensichtliche und von Fischer auch eingeräumte Stiländerung im Laufe der Aufnahmen. Die anfangs eingespielten Stücke leiden unter etwas verwaschenem Klang und sind auch sonst ziemlich durchschnittlich. Hier gibt es aber meistens problemlos hervorragende Alternativaufnahmen. Die später eingespielten Stücke, darunter einige der Sturm&Drang (seine 39 und 26 gehören zu den überzeugendsten Aufnahmen dieser Werke), besonders aber die discographisch insgesamt eher unbefriedigend abgedeckten Nummern von ca. 50 bis 80 (grob zwischen Sturm&Drang und Parisern) sind m.E. bei Fischer überdurchschnittlich gelungen. Anders als vielleicht seine "Londoner" ist Fischer bei diesen Werken jedenfalls alles andere als "gepflegt" oder "neutral".
    Selbst wenn Hogwood oder Goodman die entsprechende Werke eingespielt haben, waren die am Haydn-Marathon vor 2-3 Jahren beteiligten Hörer bei diesen Stücken sich meistens einig, dass Fischer gut mithalten kann oder sogar vorzuziehen ist.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ich selbst habe mir direkt zu Beginn meiner Haydn-Symphonien reise die oben genannte GA von Dorati gekauft:



    Als ich dort nach mehr als 1 Jahr mit dem hören aller Symphonien durch war, hatte ich selbstverständlich auch einige Lieblinge, neben den Londoner und Pariser Symphonien welche mir ausnahmslos sehr gut gefielen fand ich großes gefallen an den Einspielungen der 22, 29, 39, 43, 44, 45!

    Habe mich dann auch noch für 2 weitere aufnahmen entschieden von denen oben beide genannt wurden aber nur eine auch verlinkt, das ist die Aufnahme von Simon Rattle und meine liebste CD ist wie so oft von HvK :D




    Was die späteren Symphonien angeht liebe ich besonders die 82 und die 104 :)


    Lg und gute nacht

  • Lieber Eric, du musst wissen, dass deine Haydn - CDs alle von großen Sinfonieorchestern mit großer Besetzung gespielt werden, dirigiert von "großen" Dirigenten, die von Beethoven herkommen. Um es noch deutlicher zu sagen: das ist ein verfälschter, romantischer Haydn. Ich rate dir daher eher zu den Aufnahmen, die auf Originalinstrumenten mit kleineren Orchestern gespielt werden. Diese Aufnahmen sind in diesem thread aller erwähnt. Der beste Zyklus für mich ist der von Hogwood, der aber nach Sinf. 75 abgebrochen wurde. Danach habe ich mir dann die anderen Sinfonien zusammengesucht. Folgende Dirigenten bürgen hier für Qualität: Frans Brüggen, Jos van Immerseel, Roy Goodman, Bruno Weil.

    Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

  • Hallo Eric,


    schön, dass du den Haydn auch so magst! Mit dem haben ja viele "Anfänger" oft Probleme. Beachtlich, dass du dich durch alle seine über hundert Symphonien durchgehört hast — ich kam seinerzeit nur bis zur 60. oder so.


    Da dir die 104. besonders gefällt (auch eine meiner Favoriten), kann ich dir noch eine Aufnahme empfehlen:



    Das ist ziemlich sicher die beste 104. unter Karajan. Dazu bekommt man eine fabelhafte 7. von Beethoven. Beides mit den Wiener Philharmonikern, mit denen HvK ansonsten leider kaum was von Haydn und Beethoven vorlegte. Entstanden 1959, aber in bestem Decca-Stereo.


    LG :)

  • Lieber dr.pingel und Joseph II. ,


    ich habe mir einmal die Zeit genommen mich mit HIP aufnahmen von Haydn zu beschäftigen und bin relativ schnell wieder zu meinem erwarteten Entschluss gekommen, dass ich keine HIP aufnahmen mag :D Mag ja auch die Mozart Symphonien unter Karajan lieber als die Böhmsche GA ! :D


    @Joseph II: Danke für diese 104 unter Karajan, gefällt mir sehr gut :)