Lyrischer Sopran aus dem Bergischen Land: ANJA HARTEROS

  • Jetzt soll sie endlich hier einen eigenen Thread bekommen:


    ANJA HARTEROS, Tochter eines griechischen Vaters und einer deutschen Mutter aus dem Bergischen, hochbegabte lyrische Sopranistin!


    Dazu als erstes ein Hinweis auf einen Liederabend, den der Kölner Sender DLF Deutschlandfunk im Vorjahr in seinem Kammermusiksaal aufgezeichnet hat und der heute abend gesendet wird:


    Deutschlandfunk, Köln, 17. November 2009
    21:05 Uhr - Musikforum (bis 22.50 Uhr)


    Von ewiger Liebe -
    Lieder von
    Joseph Haydn,
    Ludwig van Beethoven,
    Franz Schubert,
    Robert Schumann,
    Richard Strauss und
    Johannes Brahms


    Anja Harteros, Sopran
    Wolfram Rieger, Klavier


    Aufnahme vom Dezember 2008
    aus dem Deutschlandfunk
    Kammermusiksaal


    Hier stellt sich die bekannte Operndiva als Liedsängerin vor:

    Zitat

    Neben ihren zahlreichen Opernengagements gibt Anja Harteros regelmässig Konzert- und Liederabende in ganz Deutschland sowie in Städten wie London, Edinburgh, Boston, Florenz, Vicenza und Tel Aviv.


    LG


    :hello:

  • Vermutlich entspricht dieses Konzert dieser CD??



    Meine Bekanntschaft mit Anja Harteros dauert noch nicht sehr lange. Zum ersten Mal hörte ich sie in einem Weihnachtskonzert aus Dresden, das letztes Jahr gesendet wurde (Es wird übrigens mehrmals auf dem ZDF Theaterkanal im Dezember wiederholt).


    Außerdem kenne ich sie als hervorragende Elsa von den diesjährigen Festspielen aus München. Sie wurde dafür mit dem Kritikerpreis "Beste Sängerin des Jahres 2009" ausgezeichnet.


    Sie ist eine Sopranistin, die man sicher weiterhin beobachten muss.


    :hello: :hello:


    Jolanthe

  • International bekannt wurde die am 23. Juli 1972 in Bergneustadt (im Bergischen Land) geborene Anja Harteros durch ihren Sieg beim Internationalen Sängerwettbewerb der BBC in Cardiff/Wales vor 10 Jahren.


    Dabei hatte sie schon sehr früh mit dem Singen begonnen. Schon in ihrer Jugend wurde sie von ihren Eltern an die klassische Musik und den Gesang herangeführt. Schließlich entdeckte ihr Musiklehrer am Gymnasium in Bergneustadt ihr großes Talent und riet zu einer professionellen Ausbildung ihrer Stimme. Ab 1986, mit 14 Jahren erhielt sie neben der Schule Gesangsunterricht bei Frau Huber-Aulmann in Gummersbach.
    Nach dem Abitur erhielt sie ihre Ausbildung zur Sängerin an der Musikhochschule Köln, hauptsächlich durch Lieselotte Hammes.
    Bereits während ihres Studiums wurde sie als lyrischer Sopran an das Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen verpflichtet. Seit der Spielzeit 1998-99 gehörte sie dem Opernhaus der Stadt Bonn an.


    Nach dem Sieg in Cardiff standen ihr alle Türen offen - seither gastiert sie an vielen renommierten Opernhäusern der Welt. Zu ihren Wirkungsorten zählen die Opern von Frankfurt/M, Lyon, Amsterdam, Dresden, Paris, Hamburg (Staatsoper), Wien (Staatsoper), New York (Metropolitan Opera), München (Staatsoper) und Berlin (Deutsche Oper und Staatsoper) sowie die Salzburger Festspiele.


    Zahlreiche Opernaufnahmen auf CD und DVD zeugen von ihrem Können und ihrer Vielseitigkeit.


    Hier meine Lieblings-Recitalplatte: LA BELLA VOCE



    Anja Harteros - Bella Voce
    Mozart: Arien aus Cosi fan tutte, Idomeneo, Figaro;
    Konzertarien KV 272, 369, 583
    +Haydn: Scena di Berenice


    Anja Harteros,
    Wien SO,
    Pinchas Steinberg


    LG


    :hello:

  • Danke, liebe Jolanthe, damit ist schon fast alles über die Sängerin gesagt.
    Meine erste persönliche Begegnung mit ihr war diese Oper - da war sie eigentlich nicht vorgesehen, sondern ist kurzfristig eingesprungen:



    Giuseppe Verdi (1813-1901)
    La Traviata

    Anja Harteros, Piotr Beczala, Paolo Gavanelli,
    Bayerisches Staatsorchester & Chor,
    Dirigent: Zubin Mehta
    Label: Farao , DDD/LA, 2006
    2 Super Audio CDs
    Sound: stereo & multichannel (Hybrid)


    Nicht die schlechteste meiner über 100 Traviatas.


    Anja Harteros hat(te) auch eine eigene website, die jedoch von BMG, ihrer Plattenfirma, gepflegt wurde. Nach dem Verkauf von BMG an Sony wurde die Seite allerdings nicht mehr aktualisiert.


    LG


    :hello:

  • Der Kölner Opernpreis geht an die Sopranistin Anja Harteros. Die Auszeichnung wird erstmals verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Anja Harteros studierte an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Die 37-Jährige zählt inzwischen zu den gefragtesten Sängerinnen ihres Faches. Das Fachmagazin "Opernwelt" kürte sie zur "Sängerin des Jahres 2009". An der Kölner Oper konnte das Publikum Anja Harteros Anfang Januar in Puccinis "La Bohème" erleben. Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters wird ihr die Auszeichnung am Samstag im Rathaus überreichen.


    [Quelle: WDR]


    LG


    :hello:

  • Zitat

    Original von Siegfried
    Zu diesem Preis möchte ich der Künstlerin herzlich gratulieren! :jubel: :jubel: :jubel:


    Da vergesse ich glatt die Latzhosen-Elsa :pfeif:


    Für Dich als Schwabe müsste doch der "Häuslebauer"-Lohengrin ein wahres Fest gewesen sein!!


    Schaffe!... Schaffe!...


    :pfeif:

  • Zitat

    Original von Jolanthe
    Heute morgen wurde auf dem SWR 3 (TV) ein Konzert übertragen.
    Anja Harteros interpretierte "Vier letzte Lieder" von Strauss mehr als eindrucksvoll.


    :hello:
    Jolanthe


    Das macht sie übrigens auch auf dieser sehr empfehlenswerten CD:


    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler

  • Im Kölner Rathaus hat heute Oberbürgermeister Jürgen Roters zum ersten Mal den Kölner Opernpreis verliehen. Er geht an Anja Harteros, die manchen Kennern als „Jahrhundertsopran“ oder die „Stradivari unter den Stimmen“ gilt.
    Die Verleihung des Preises findet erst jetzt statt, da am ursprünglichen Termin, dem 17. April 2010 durch den Vulkanausbruch in Island der europäische Luftverkehr eingeschränkt war. Die Ehrung ist nun nachgeholt worden.


    Ausgezeichnet worden ist mit dem mit 10'000 Euro dotierten Preis die Sopranistin Anja Harteros, die an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Prof. Liselotte Hammes studiert hat. Bereits während des Studiums hatte sie erste Engagements am Musiktheater Gelsenkirchen und an der Oper Bonn, bevor sie 1999 ihre internationale Karriere mit dem Gewinn des «Cardiff Singer of the World»-Wettbewerbs gestartet hat.


    Der Kölner Opernpreis wird vom Verein der Freunde und Förderer Kölner Kultur gestiftet. Von 2011 an soll er alle zwei Jahre im Rahmen des dann stattfindenden Kölner Opernballs verliehen werden.


    Die nächsten Termine von Anja Harteros im Rheinland:
    Die Kölner Opernfreunde können Anja Harteros vorraussichtlich im Februar 2011 wiedersehen. Dann wird sie in der Oper Il Trovatore die Leonore singen.
    Oder im Juli 2011 an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf als Mimi in der Gala-Vorstellung von La Boheme.


    LG


    :hello:

  • Zitat

    Original von Harald Kral


    Die nächsten Termine von Anja Harteros im Rheinland:
    Die Kölner Opernfreunde können Anja Harteros vorraussichtlich im Februar 2011 wiedersehen. Dann wird sie in der Oper Il Trovatore die Leonore singen.
    Oder im Juli 2011 an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf als Mimi in der Gala-Vorstellung von La Boheme.


    Beide Veranstaltungen sind für mich sehr interessant. Danke für den Hinweis.


    Anja Harteros habe ich letztens im Fernsehn in der Boccanegra-Aufführung aus der Scala als Maria /Amelia gesehen, und ich war sehr begeistert.

  • Festspielhaus Baden-Baden, 31. Dezembert 2010, 17.00 Uhr


    Große Silvester/Neujahrs-Gala mit dem Sinfonieorchester des SWR Baden-Baden und Freiburg - Solisten: Jonas Kaufmann und Anja Harteros, Leitung: Asher Fish, Arien, Ouvertüren und Ballettmusik von Verdi, Cilea, Catalani, Ponchielli und Puccini.
    Moderation: Alfred Marquart
    (Direktübertragung aus dem Festspielhaus Baden-Baden)


    Nachdem Jonas Kaufmann im letzten Augeblick abgesagt hatte (wegen einer angeblichen Erkältung) hatte sich Anja Harteros - ein gleichwertiger Tenor-Ersatz war in der kurzen Zeit nicht aufzutreiben - bereit erklärt, den Abend allein zu bestreiten.


    Eine grandiose Leistung der Sängerin. Die Zuschauer, die den Kaufmann für teures Geld sehen wollten, wurden so etwas versöhnt.


    Für Anja Harteros ein weiterer Schritt zur Weltkarriere!


    LG


    :hello:

  • Ich habe mir das Konzert angeschaut und bin von der Leistung Anja Harteros' beeindruckt. Insbesondere die Arien aus "Troubadour", "La Wally" und "Tosca" gelangen ihr phänomenal. Sie hat ein dunkles, glutvolles Timbre, ideal für die Opern des mittleren Verdi, auch für die Tosca und die Arien Catalanis und Cileas. Ihre Stimme liegt perfekt auf dem Atem, sie verströmt die Töne nur so. Grandiose Leistung!


    Gruß
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Ich habe das Konzert ebenfalls gesehen und bin auch begeistert. Das erste mal habe ich Anja Harteros in Verdis Simon Boccanegra gesehen mit Domingo und Furlanetto in einer Aufführung aus der Scala in Mailand gesehen. Da war sie auch sehr überzeugend.

  • Anja Harteros gehört für mich zur Spitzengruppe der weltbesten Sopranistinnen. Die Stimme ist in allen Lagen klangschön und ausdrucksstark.
    Sie ist gleichbedeutend im Liedgesang, im italienischen, wie auch im deutschen Opernfach.


    :hello: Herbert

  • Das Bayerische Fernsehen bringt am kommenden Sonntag ein Gala-Konzert mit der Sopranistin:


    Sonntag, 05. Juni 2011 - 12:55 Uhr
    BR-KLASSIK: Galakonzert mit Anja Harteros


    Mit einem Arienprogramm aus italienischen Opern - u.a. von Giuseppe Verdi, Francesco Cilea und Giacomo Puccini - demonstriert die Weltklasse-Sopranistin Anja Harteros ihre stimmliche und stilistische Vielfalt.


    BR 12:55 Uhr, 60 Min.



    LG


    :hello:

  • Sonntag, 1. Juli 2012 in 3sat:


    21:30 h
    Galakonzert mit Anja Harteros
    Festspielhaus Baden-Baden, Dezember 2010
    Orchester: SWR Sinfonieorchester Baden-Baden, Freiburg
    Musikalische Leitung: Asher Fisch


    Zitat

    Traditionsgemäß findet im Festspielhaus Baden-Baden jedes Jahr ein festliches Silvesterkonzert statt. Nach Rolando Villazón, Elina Garanèa und Joyce DiDonato wurde das Jahr 2011 gleich von zwei Weltstars mit berühmten Arien und Duetten begrüßt: Anja Harteros und Jonas Kaufmann mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. Spätestens seit ihrem Sieg als "Cardiff Singer of the World" der BBC und der Welsh National Opera im Jahr 1999 zählt die Sopranistin Anja Harteros zur internationalen Weltspitze. Seither gastiert sie an vielen renommierten Opernhäusern der Welt. Ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen gab Anja Harteros im Jahr 2000, wo sie im August 2006 in der Rolle der Elettra in der Oper "Idomeneo" von der Kritik begeistert gefeiert wurde. Der Tenor Jonas Kaufmann ist auch ein Opernstar von Weltformat. Spätestens seit seinem Sensationsdebüt an der Metropolitan Opera New York nennt man den Münchner in einem Atemzug mit Rolando Villazón, Placido Domingo und Fritz Wunderlich.
    3sat zeigt in der Reihe "Primadonnensommer" eine Aufzeichnung des Galakonzerts 2010 aus dem Festspielhaus Baden-Baden. Auf dem Programm stehen Arien, Duette und Ouvertüren italienischer Opern von Giuseppe Verdi, Francesco Cilea, Giacomo Puccini und Alfredo Catalani

  • Habe sie als Elsa gehört und gestern im TROVATORE in München, wo sie einfach grandios gesungen hat, bin noch immer unter dem Eindruck,wie sie ihre Stimme führen kann.
    TOLL!!! :jubel:EINE GLANZLEISTUNG!!!



    :jubel:

  • Ich mag diese Sängerin auch sehr...werde die den grandiosen "Boccanegra" mit ihr in der Rolle der Maria/Amelia in Berlin vergessen...eine Stimme, die tief berührt....und ungeheuer sicher und gut geführt! :yes:


    LG
    Fides :hello:

  • Stets auf der Suche nach Stimmen, die bereits des öfteren auch Tonträger verewigt sind und denen man einen eigenen Thread widmen kann, stoße ich immer wieder auf bereits bestehende Threads, die aber irgendwann zum Erliegen kamen, hauptsächlich deshalb, weil derzeit die Tonträgerindustrie in Punkto Opernaufnahmen und Stimmportraits - sagen wir mal euphemistisch "zurückhaltend" agiert.


    So müssen wir eben das Internet durchforsten, wo dann oft "neue" Clips zu fnden sind - die vor 15 und mehr Jahren aufgenommen worden sind....
    NWnyFU-yCBM
    Immerhin bleiben auf diese Weise die Sängerinnen und Sänger im Gedächtnis.....


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Wie hätten wir´s denn gern: lyrisch? dramatisch? verinnerlicht? strahlend? liedhaft? theatralisch? à la Schwarzkopf oder Grümmer? etwas mehr Freni oder Cotroubas?


    Anja Harteros hat das alles auf ihrer reichen Palette. Aber wenn es gar Mozart oder Strauss sein darf, dann gehe ich auch mit meinen Arthrose-Gelenken auf die Knie.


    Es gibt nicht viele Sängerinnen (und noch weniger Sänger!), die nicht nur mehrere Fächer abdecken, sondern in jeder ihrer Partien das Herz der Figur treffen - und das das Zuhörers rühren.


    Diese Künstlerin ist ein Geschenk für jeden, der sie erleben darf - meint nicht nur, aber auch
    Sixtus

  • Die Überschrift "Lyrischer Sopran" stimmt eigentlich nicht mehr, sie ist inzwischen viel eher ein Spinto-Sopran, singt Verdi inklusive Aida, Wagner inklusive Sieglinde, Puccinis Tosca und manches mehr.
    Ich habe ihre erlebten Live-Auftritte (Desdemona, Elsa, Lenora im "Troubadour", mehrfach Elisabetta in "Don Carlos", Konzerte u.a. mit Schlusszene aus "Capriccio", Tosca, 1. Akt Sieglinde u.a.) fast immer sehr genossen (na gut, die Tosca war noch nicht ideal, die wächst sicher noch).
    Dass sie nun gerade von der Tonträgerindustrie vernachlässgt sei, kann ich überhaupt nicht sagen, nicht nur wegen der Studio-Aida. Im Fernsehen war sie als Müncher Elsa präsent, auch sonst ist die durchaus "im Gespräch", in Fachkreisen sowieso, sie hat halt nicht den Star-Nimbus zu Kaufmann oder Netrebko, aber das tut ihrer künstlerischen Qualität keinen Abbreuch, ganz im Gegenteil!

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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