Polnische Komponisten des 20. Jahrhunderts

  • [timg]http://upload.wikimedia.org/wi…d.jpg;l;170;249;*;Tadeusz Baird[/timg]
    Tadeusz Baird (* 26. Juli 1928 in Grodzisk Mazowiecki; † 2. September 1981 in Warschau) war ein polnischer Komponist. Er lernte privat 1934 und von 1940 bis 1944 Klavier in Warschau. Nach dem Warschauer Aufstand 1944 wurde er von den Nazis verhaftet und in der Nähe von Münster inhaftiert. 1945 befreiten ihn die Briten, die ihn in ein Militärkrankenhaus bei Hagen brachten.
    Im Jahr 1946 kehrte er zurück nach Polen, wo er Musikwissenschaften und Komposition studierte. Seit 1974 unterrichtete er an der staatlichen Hochschule für Musik und wurde 1977 Professor für Komposition.



    Zitat von wiki

    Die persönliche Sprache des Komponisten zeichnet sich durch Intensität im Lyrischen aus. In Werken seit etwa 1956 erprobte Baird musikalische Mikrostrukturen nach dem Vorbild Anton Weberns. Sie sind aber immer von sehr starker Expressivität geprägt, da er sich vor allem dem Vorbild Alban Bergs zuwandte.


    LG


  • Wojciech Kilar (* 17. Juli 1932 in Lwów, Ukraine; † 29. Dezember 2013 in Katovice, Polen) war ein polnischer Komponist von Klassischer und Filmmusik.


    R. I. P.

  • Alexandre Tansman (1897-1986) war ein jüdisch-polnisch-französischer Komponist, der wie alle Komponisten seiner Generation durch die Zeitläufte des 20. Jahrhunderts geprägt wurde. In Lodz geboren studierte er dort und Warschau Musik und gewann 1919 zwei Preise für Kompositionen. 1920 ging er nach Frankreich und floh nach dem Einmarsch der Nazis erst nach Südfrankreich und später in die USA. Dort war er in Hollywood vor allem als Komponist für Filmmusik tätig und erhielt auch eine Oscar-Nominierung.
    1946 kehrte Tansman nach Paris zurück. Hier schrieb er u.a. eine Biografie über Igor Strawinsky, den er in den Jahren des Exils gut kennengelernt hatte. Verheiratet war er seit 1937 mit der Pianistin Colette Cras , der Tochter des französischen Komponisten Jean Cras.


    Sein Werkkatalog ist umfangreich und umfasst u.a. 9 Symphonien.


    Das Ballett Bric-a-Brac entstand 1937 in Berlin. Der Begriff bedeutet Nippes, Trödelkram, Ramschladen. Das fast 40-minütige Werk ist eine freche, muntere Mischung aus Petroushka, Rhapsody in Blue, und was sonst so im Paris der Zeit zwischen den Kriegen an Musikstilen populär war. Recht kurzweilig, nicht sehr tiefschürfend und vielleicht ein Tick zu lang. Die Bamberger unter Israel Yinon haben offenkundig Spaß daran.


  • Witold Maliszewski war ein polnischer Komponist und Musikpädagoge. Er hat in Sankt Petersburg bei Nikolai Rimski-Korsakow studiert. Maliszewski gründete und leitete von 1908 bis 1921 das Konservatorium von Odessa. Außerdem leitete er später die Leitung der Musikschule »Fryderyk Chopin« für ca. 3 Jahre. Einer seiner bekannten Schüler war Witold Lutosławski.


    Es gibt von ihm einiges auf Tonträger:


    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • diese CD habe ich auch und bin begeistert.


    Aber mal eine Frage: müsste eigentlich Karol Szymanowsky auch längst genannt werden sollen, gerade unter uns Pianophilen ?

    Lieber Siamak,


    für mich war G. Bacewicz eine wirkliche Entdeckung! Mit Szymanowsky hast Du natürlich völlig Recht - und außerdem fehlt auch noch Krzyztof Penderecki, der bei einem Konzert in der Bielefelder Oetkerhalle, das ich erleben konnte, sogar selber anwesend war, als eine Symphonie von ihm aufgeführt wurde.


    Rafal Blechacz setzt sich zum Glück für Szymanowsky sehr ein. Von Arthur Rubinstein hätte man gerne sehr viel mehr, denn Rubinstein war mit Szymanowsky Zeit seines Lebens sehr eng befreundet und hat ihn sehr häufig gespielt. Das ist aber wohl auf Platte kaum dokumentiert.




    Penderecki habe ich auf CD leider gar nicht - das muss sich ändern.


    Dafür aber von Lutoslawski manches wie das hier:



    Schöne Grüße
    Holger


    Schöne Grüße
    Holger

  • Hallo,


    bei einem Gastkonzert der Krakauer Philharmoniker (hervorragende Bläser) in der Meistersingerhalle Nürnberg hörte ich neben Szymanowski, Konzert-Ouvertüre op.12 (Die Hörer im Parkett 1. Reihe taten mir akustisch leid, ich saß am Ende des Konzertsaales im 1. Rang), Chopin, Fantasie op. 13, Penderecki, Sinfonie. Nr. 2, Lutoslawski, Variationen über ein Thema von Paganini; seine 1. Fassung für Soloklavier, dann 2 Klaviere, dann Orchesterfassung, die mich begeisterte und nun kurz vorstelle.
    https://www.youtube.com/watch?v=kJrcObgcl_Y Bitte auf "mehr anzeigen" klicken.



    Sofort bei der Themavorstellung wird die Paganini-Harmonik von Lutoslawski in den Beginn des 21. Jh. verschoben, dabei bleibt aber Chopin durchgehend hörbar. Die Rhythmik bleibt weitgehend erhalten, bekommt aber zu“hörends“ mit Rhythmusverschiebungen, -erweiterungen, Synkopen einen Hauch von Jazz (langanhaltender Beifall, 3 Zugaben!).


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler