Günther Groissböck - ein Senkrechtstarter

  • Der am 24. September 1976 in Waidhofen/Ybbs / Österreich geborene Günther Groissböck gehört heute zu den international gefragtesten Bässen der jungen Generaiton.Er erhielt seine Ausbildung an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien unter anderem als Student in der Liedklasse von Robert Holl. Seit 2005 arbeitet, der sich ständig noch weiterbildende Sänger, regelmäßig mit José van Dam zusammen.
    Als Gewinner von Gesangswettbewerben und Stipendiat des Herbert von Karajan-Zentrums war er in der Saison 2002/2003 Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper. Danach folgte ein Engagement in Klagenfurt. Von 2003 - 2007 war er am Opernhaus in Zürich als 1. Bassist engagiert. Heute ist Groissböck freischaffend weltweit tätig.
    Im Zentrum seines Repertoires stehen Partien wie Sarastro (Zauberflöte), seine bekannteste Rolle, Fafner (im Ring), Commendadore (Don Giovanni), Gremin (Eugen Onegin). Landgraf Hermann (Tannhäuser). König Heinrich (Loherngrin), Eremit (Freischütz), Sparafucile (Rigoletto). Colline (La Bohème) usw.
    Der junge Sänger sang bereits an den Opernhäusern von Berlin, Wien, München, Zürich, Rom, Turin, Paris, Barcelona, Madrid, Washington, Houston, Tokyo sowie bei den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen und dem Festival d`Aix en Provence. 2010/2011 sind Auftritte an der Mailänder Scala, der MET New York und den Bayreuther Festspielen bereits fest vereinbart. Auch im Konzert und Oratorienbereich ist der junge Bassist erfolgreich tätig. Sein Terminkalender umfasst bereits zahlreiche Engagements in den Jahren 2011-2014.
    Der erst 33 jährige Sänger berechtigt - nein erfüllt bereits - die größten Hoffnungen. Als Senkrechtstarter erobert er die Opernzentren. Es ist sicherlich nicht übertrieben, wenn Groissböck eine Weltkarriere prognostiziert wird. Eine Einschätzung, der ich micht gerne mit Überzeugung und allen guten Wünschen anschließe.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Günther Groissböck ist mir auch sofort sehr positiv aufgefallen, als ich ihn zum ersten Mal gehört habe und zwar in der Rolle des Ministers auf dieser DVD



    Meine nächste Begegnung mit ihm war auf dieser DVD als Publio



    Ich denke auch, dass er zu den größten Hoffnungen berechtigt.


    :hello:
    Jolanthe

  • Nachdem ich den Thread über Günther Groissböck mit seiner Vita gestartet habe, nun noch Ausführungen zu dem Sänger.
    2006 veranstalteten wir zum 100. Geburtstag von Gottlob Frick ein Festkonzert "Bassissimo". Dafür ließen wir uns von Sängerlegenden, bekannten Gesangspädagogen und Kritikern drei junge hervorragende Bässe empfehlen. Einer der Kandidaten war Günther Groissböck. Alle drei - besonders aber er - erfüllten unsere Erwartungen und überzeugten beim Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft das zum großen Teil fachkundige, kritische Publikum.
    Am 9. Dezember 2009 durfte ich mit dem jungen Sänger, der gerade in München eine Serie von Sarastros in Mozarts "Zauberflöte" singt, beim Opernclub ein Künstlergespräch mit ihm moderieren. Dabei begeisterte Groissböck mit jugerndlichem Temperament, Natürlichkeit, Offenheit und Umkompliziertheit, so dass alle Besucher von ihm begeistert waren. Ein "Schwiegermutter-Typ"! In seinen Kommentaren gab es keinerlei Selbstdarstellung oder Überheblichkeit. Eine Passage, die dafür typisch ist, blieb mir im Gedächtnis. Auf die in solchen Interviews häufige Frage: " Hören Sie sich beim Einstudieren neuer Partien Interpretationen anderer Bassisten an"? kommt meistens die Antwort: " Nein, ich will meinen eigenen Stil finden und verwirklichen." Nicht so bei Groissböck. Er antwortete ganz offen und ungeniert:
    " Selbstverständlich höre ich mir Aufnahmen der großen Bassisten an. Davon kann ich doch nur profitieren. Allerdings heißt die Forderung an mich dann: Kapieren und nicht kopieren". In dieser herzerfrischenden Art ging es dann weiter. So ein Gesprächsstil war für mich als Moderator ein Vergnügen. Einzige kleine Schwierigkeit war, den sprudelnden Redefluß zu kanalisieren und das "Rennpferd" in die richtige Bahn der Diskussion zurück zu führen.
    Am 10. Dezember durften meine Frau und ich Günther Groissböck dann in der "Zauberflöte" auf der Bühne des Münchner Nationaltheaters erleben. Gespielt wurde noch die "alte" leicht überarbeitete Inszenierung von August Everding, die nichts von ihrem Zauber und ihrer Frische verloren hat. Ein fantastisches Märchenspiel mit stimmigem Bühnenbild und Kostümen. Ausgezeichnete Personenregie, Chor- und Ensembleführung und herrliche Regieeinfälle. Der Dirigent ,Asher Fisch, konnte mit dem Bayerischen Staatsorchester federnden Mozartstil realisieren. Die überwiegend jungen Sänger begeisterten mit frischen, unverbrauchten Stimmen. Der Star des Abends war: Günther Groissböck. Was dieser Sänger seit 2006 an Niveau gewonnen hat, wie sich die Stimme weiter entwickelte, ist fabelhaft, für mich geradezu sensationell. Aufhorchen ließ bereits die gefürchtete Auftrittszene des Sarastro "Steh auf, erheitere dich, o Liebe" mit dem ganz schwierigen Sprung von der hohen Lage in die tiefe Bassregion bei:"Zur Liebe will dich nicht zwingen, doch geb' ich dir die Freiheit nicht". Die beiden großen Arien "O Isis und Osiris" und "In diesen heil'gen Hallen" wurden voluminös und tonschön zelebriert. Die größte Wirkung erreichte Groissböck allerdings mit seinem fulminant gesungenen und überlegen gestalteten Schluss:"Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht". Prachtvolle stimmliche Entfaltung und größte Bühnenwirkung. Gerechterweise wurde Groissböck vom begeisterten Publikum auch am lautstärksten gefeiert und das will bei einem sympathischen,vorbildlich singenden und spielenden Papageno etwas heißen.
    Günther Groissböck ist also ein Bassist mit einer edel klingenden, warmen Stimme, die in allen Lagen volltönend trägt. Weiter überzeugen ausgezeichnetes Legato, fließend strömende Phrasen und eine ausgezeichnete Wortverständlichkeit. Als Darsteller verfügt der junge Sänger bereits heute über selbstverständliche Autorität und hohe Bühnenausstrahlung. Vom Stimmklang her erinnert mich Groissböck an Franz Crass und Kurt Moll. In der Art des Singens und der Intensität der Tonproduktikon wiederum an Gottlob Frick, dem er übrigens im Profil frappierend gleicht. Was sollen aber diese Vergleiche: Mit Günther Groissböck ist ein neuer Stern am Opernhimmel aufgegangen, der im Laufe der Jahre noch an Glanz (Schwärze und Tiefe) gewinnen wird.
    Herzlichst
    Operus
    :jubel: :jubel: :jubel:

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  • Lieber Operus!
    Einer geht (Moll), ein anderer kommt. Ich fand deine Einführung sehr interessant und habe mich gleich bei youtube umgeschauen:


    http://www.youtube.com/results…sted_categories=10&page=2


    Hier sind Ausschnitte aus dem Tannhäuser aus Barcelona zu sehen.
    Das Material ist in der Tat sehr schön, nur habe ich das Gefühl, er betont den Belcanto noch zu sehr und geht sehr vorsichtig an die Partie heran. So wirkt er nicht wie ein Landgraf, eher wie der etwas verklemmte Bruder Elisabeths. Aber vielleicht ist das auch die richtige Strategie. Er ist ja noch sehr jung und baut wohl die Stimme langsam und vernünftig auf. Interessant wäre es, ihn in italienischen Opern zu höre. Jedenfalls eine Entdeckung, die man verfolgen sollte.


    :hello: Gustav

  • Lieber Gustav,


    wenn ein junger Sänger wie Günther Groissböck Könige, Priester, Philosophen, Teufel, Seebären, Bürgermeister, alte Plumpsäcke, also überwiegend ältere Charaktere darstellen muss, dann ist dies eine große Herausforderung, besonders dann,wenn dieser Sänger oft der Jüngste im ganzen Ensemble ist.
    Werden die Karrieren von großen Bässen anlysiert, dann waren viele in jungen Jahren eher Bassbaritone. Die Tiefe ist im Laufe der Jahre zugewachsen. Gerade Bässe sollten reifen wie edler Rotwein.
    Übrigens singt Groissböck auch italienische Partien, z. B. den Collin in "La Bohéme. Hier paßt natürlich die Stimme und der jugendliche Typ hervorragend.
    Herzlichst
    Operus

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  • Lieber Operus!


    Vielen Dank für die näheren Erläuterungen. Wollen wir hoffen, dass es ihm gelingt, seine Karriere ruhig mit Intelligenz und der Fähigkeit, auch einmal "Nein!" sagen zu können, aufzubauen. Ich bin sehr gespannt.


    :hello: Gustav

  • Am 31. 12. überträgt der MDR die 9. Sinfonie von Beethoven. Günther Groissböck ist für die Bassstimme vorgesehen. Die Übertragung beginnt um 17.00 Uhr.


    Zu erleben sind das Gewandhausorchester, der Chor der Oper Leipzig, der GewandhausChor und der GewandhausKinderchor unter der Leitung von Riccardo Chailly. Solisten: Maria Bengtsson, Sopran; Janina Baechle, Alt; Pavol Breslik, Tenor und Günther Groissböck, Bass.


    :hello: :hello:
    Jolanthe

  • Zitat

    Original von Jolanthe
    Am 31. 12. überträgt der MDR die 9. Sinfonie von Beethoven. Günther Groissböck ist für die Bassstimme vorgesehen. Die Übertragung beginnt um 17.00 Uhr.


    Zu erleben sind das Gewandhausorchester, der Chor der Oper Leipzig, der GewandhausChor und der GewandhausKinderchor unter der Leitung von Riccardo Chailly. Solisten: Maria Bengtsson, Sopran; Janina Baechle, Alt; Pavol Breslik, Tenor und Günther Groissböck, Bass.


    :hello: :hello:
    Jolanthe


    Dann wollen wir mal hoffen, dass er diesmal singen wird.
    Im letzten Jahr stand er auch auf dem Plan, hat aber im letzten Augenblick abgesagt und mußte kurzfristig durch Friedemann Röhlig (kommt aus dem Düsseldorfer Opernstudio, ist aber in Leipzig zuhause und ist in Bayreuth Katharina Wagners "Nachtwächter" in den Meistersingern) ersetzt werden.


    LG


    :pfeif: :pfeif:

  • Da ich in meinem Künstlergespräch mit Günther Groissböck auch eine DVD mit der Aufnahme von Beethovens 9. Sinfonie präsentierte, habe ich mich bei ihm erkundigt, wie alles mit seiner hier im Forum geschilderten Absage usw. gelaufen sei.
    Seine Auskunft:
    Im letzten Jahr war Groissböck für diese Aufführung nicht angesetzt. Er war zu dieser Zeit putzmunter in Los Angeles. Es sang auch nicht F. Röhlig sondern Hanno Müller-Brachmann.
    Der Vorgang auf den Harald hinweist spielte sich 2006 ab. Nur genau umgekehrt. Chailly suspendiete Röhlig am Tag der Generalprobe und Groissböck ist dann für ihn ganz kurzfristig eingesprungen. Von dieser Aufführung gibt es dann die oben angeführte DVD.
    Freuen wir uns also auf die kommende Aufführung der 9. Sinfonie von Beethoven auf die Jolanthe und Harald hinweisen : MDR 31.12.09 um 17.00 Uhr.
    Übrigens habe ich die gefürchteten Anfangstöne des Rezitativs
    "O, Freunde nicht diese Töne" kaum je sicherer und strahlender gehört als von Groissböck.
    Herzlichst
    Operus

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  • Liebe Jolanthe,


    danke für den interessanten Hinweis. Zauberflöte in Mailand, Donnerwetter das ist doch etwas für so einen jungen Sänger. Übrigens ein Vorteil unseres globalen, schnelllebigen Sängertheaters. Sänger müssen nicht mehr sehr reif werden bis sie an den wirklich großen Häusern engagiert werden.


    Herzlichst
    Operus

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  • Grade habe ich mir die Zauberflöte aus Mailand bestellt, da ich vor einigen Wochen im Radio die LIveübertragung gehört habe und mir die Sänger und vor allem der Dirigent sehr gut gefallen haben. Zum Schluss gab es für Mailänder Verhältnisse sehr starken und langen Schlussbeifall.

  • Gestern am 23.3.2014 hörte ich nach längerer Zeit den von mir hoch geschätzten Bassisten Groissböck in einer Festvorstellung von "Elektra" am Nationaltheater Mannheim. Das Wiederhören war erfreulich und im Urteil nachhaltig bestätigend. Der trotz eingesetzter internationaler Karriere immer noch junge Bassist sang den Orest. Häufig sind Ausflüge von Bassisten ins heldenbaritonale Fach problematisch. Bei der sicheren Bombenhöhe von Groissböck gab es keinerlei Schwierigkeiten.
    Die jugendliche Stimme besitzt immer noch das warme Timbre, den samtigen Schmelz, den mühelosen Fluß, das hervorragende Ansprechen in allen Lagen = also tadelloses Passagio, Strahlkraft und cantable Schönheit. Darüber hinaus ist die Artikulation vorbildlich, der Sänger singt daher äußerst wortverständlich. Zu dem was ich in den ersten Jahren durchweg schön empfand ist jetzt reifend dazugekommen, dass Groissböck viel variabler und nuancenreicher gestaltet. Als Orest lieferte er rollengerecht auch markante, härtere Töne ab. Schauspielerisch erfüllte er die Rolle des rächenden Sohnes ebenfalls ideal.
    Das was Hoffnung war, ist weitgehend Erfüllung geworden. Über seinen Wassermann in Dvoráks "Rusalka" in Wien ist aktuell zu lesen: "Einen Bombenerfolg konnte singend und spielend Günther Groissböck als Wassermann bei seinem ersten Wiener Premierenauftritt verbuchen. Er bewegt sich so sportlich, wie er problemlos seinen ergiebigen Bass zum belkantesken Einsatz bringt. Die Sympathien des Publikums und der Bühnenpartner sind ihm damit sicher..." Die großen Opernzentren wie Mailand, die New Yorker Met, London, Rom, Bayreuth usw. hat sich Groissböck ebenfalls bereits erschlossen. Als nächste Herausforderungen stehen König Heinrich in Wagners "Lohengrin" in Wien und dann eine Traumrolle jedes Bassisten
    - besonders wenn er Österreicher ist - der Ochs von Lerchenau im "Rosenkavalier" von Richard Strauss an und das, wie könnte es bei dem Senkrechtstarter Günther Groissböck auch anders sein, in der Neuinszenierung bei den Salzburger Festspielen. Ein Höhenflug? Ja und einer, der noch lange nicht den Zenit erreicht hat. Abheben wird der Groissböck dennoch nicht, dazu ist er viel zu gefestigt und solide: Einfach ein ganz natürlicher, gerader, in sich gefestigter, lieber junger Mann, der das Herz auf dem rechten Fleck hat und der durch ungewöhnliche Sympathieausstrahlung sofort ankommt und gewinnt. Er wird aus den reichen Gaben, die ihm die Natur schenkte, das machen, was meine Frau und ich ihm von Herzen wünschen: Eine glanzvolle, große und vor allem langanhaltende Sängerlaufbahn in der Tradition eines Georg Hann, Ludwig Weber, Gottlob Frick, Otto Edelmann, Kurt Moll, Franz Crass usw., deren Leistungen und Karrieren unvergesslich und unvergänglich geworden sind.


    Herzlichst
    Operus

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  • Lieber Günther Groissböck,


    2009 habe ich im Tamino-Klassik-Forum einen Thread mit dem Titel "Günther Groissböck ein Senkrechtstarter" gestartet. Mit Deinem triumphalen Erfolg bei der Neuinszenierung des "Rosenkavalier" bei den diesjährigen Salzburger Festspielen hast Du meine Prognosen erfüllt, ja übertroffen. Die Presse jubelt. Ich habe Dir ja bereits gratuliert, möchte diese Gratulation jedoch an dieser Stelle mit allen guten Wünschen sicherlich auch im Namen vieler Taminos wiederholen. Bitte weiter so!
    Für unsere Diskussion über Regiearbeiten könnte diese Inszenierung von Harry Kupfer ein Musterbeispiel sein. Soweit aus der Presse zu entnehmen ist: durchaus modern, mitreißend, ästhetisch, authentisch, im besten Sinne wienerisch und einfach schön. So muss Oper sein!
    Lieber Günther, ich weiß, dass Du trotz aller Erfolge nicht abhebst und die natürliche, sympathische, menschlich gewinnende Persönlichkeit bleiben wirst, die Ingrid und ich kennenlernen durften und vom ersten Kontakt an ins Herz geschlossen haben.


    Herzlichst
    in Verbundenheit
    Deine
    Ingrid und Hans (alias Operus)

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  • ARD alpha (ehemals BR alpha) sendet am 13. August von 22.00 bis 22.45 Uhr ein Interview mit Günther Groissböck. Wiederholung am 14. August um 10.00 Uhr.


    Barbara Rett im Gespräch mit Günther Groissböck - Gut, besser, Groissböck!


    " Der junge österreichische Bass Günther Groisböck ist auf der Überholspur! Nicht nur bei seinem Hobby Rennradfahren, sondern auch in der internationalen Opernwelt! In kürzester Zeit hat der sympathische Sänger aus Waidhofen die größten Opernhäuser der Welt erobert und wurde an der Met in New York ebenso gefeiert wie an der Scala in Mailand oder bei den Bayreuther Festspielen! Nun wird er endlich auch in Österreich "entdeckt"."


    :hello:
    Jolanthe

  • " Der junge österreichische Bass Günther Groisböck ist auf der Überholspur! Nicht nur bei seinem Hobby Rennradfahren, sondern auch in der internationalen Opernwelt! In kürzester Zeit hat der sympathische Sänger aus Waidhofen die größten Opernhäuser der Welt erobert und wurde an der Met in New York ebenso gefeiert wie an der Scala in Mailand oder bei den Bayreuther Festspielen! Nun wird er endlich auch in Österreich "entdeckt"."


    Liebe Jolanthe,


    Du kennst ja den bekannten Ausspruch vom "Prophet im eigenen Lande" - aber besser spät als zu spät. Und bei diesem jungen Sänger ist es Gott sei Dank noch nicht spät. Wir werden auch durch seine frische, natürlich gebliebene Persönlichkeit noch viel Großartiges mit ihm und von ihm erleben.


    Herzlichst
    Operus

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  • Dann würde ich dir raten, lieber Hans, sofort den österreichischen Kulturkanal ORF III einzuschalten. Denn da gibt es ab 20.15 Uhr ein 45-minütiges Interview, das Barbara Rett kürzlich mit Herrn Groissböck geführt hat.


    Gregor


  • Plötzlich ist er da. Raumgreifend. Bedeutend. "Selbstverständlich empfängt mich Ihre Gnaden." Mit dem Auftauchen des stilvoll gewandeten Baron Ochs auf Lerchenau im "Rosenkavalier" gewinnt Harry Kupfers Inszenierung bei den Salzburger Festspielen 2014 - operus hat schon darauf verwiesen, an anderer Stelle ist das Thema auch behandelt worden - Fahrt. Seine Präsenz wird zum Ereignis. Das Stück lebt mit ihm durch sich selbst. Schwierigkeiten, eine opulente Theateraufführung auf TV-Format einzudampfen, betreffen diese Figur nach meinem Eindruck weniger als die anderen. Dafür dürfte es mehrere Gründe geben. Zunächst einmal ist der Ochs mit dem 38-jährigen Günther Groissböck absolut glaubhaft besetzt. Singen kann er, spielen auch. Manchmal zieht er einen Mundwinkel nach unten wie einst Josef Greindl. Offenbar ist dadurch mehr Tiefe zu erlangen, an der es etwas gebricht. Es stört nicht, es fällt nur auf. Groissböck ist der geborene Bühnensänger. Der alte Theaterfuchs Kupfer hat das sofort erkannt und hatte leichtes Spiel, ihn ins Zentrum zu rücken. Ochs wird zur Hauptperson. Er ist von allen vertretenen Figuren am besten und genauesten gearbeitet durch die Regie, wozu es natürlich auch des Talents des Sängers bedarf.


    Und es wurde mir so klar wie nie zuvor, warum Strauss noch während der Drucklegung der Partitur auf Ochs als Titelgeber seiner Oper beharrte. Recht hatte er, wenngleich Der Rosenkavalier viel schöner und poetischer klingt. Strauss hat sich mehrfach dazu geäußert, wie er sich den Ochs vorstellt. In einem Brief an den Musikwissenschaftler Willi Schuh schreibt er noch 1943, dass "Ochs kein widerlicher, hässlicher alter Geisbock, sondern, wenn auch ländlich angehaucht und mit unsympathischen Charaktereigenschaften eines wahllosen Schürzenjägers und geizigen Landedelmanns behaftet, doch immerhin ein ansehnlicher, sogar hübscher Don Juan von 35 Jahren sein soll …". Genau so einen hat Kupfer in Groissböck gefunden. Und noch etwas: Es werden endlich die Striche in der Partie aufgemacht. Das wurde aber auch Zeit. Um diese Striche ranken sich Geschichten und Legenden. Ochs nämlich gibt sich im Boudoir der gleichaltrigen Marschallin in Wirklichkeit noch erheblich freizügiger. Er ist gar nicht zimperlich bei der Schilderung des deftigen Landliebens. Verbreitet Stallgeruch mit Worten, nicht als Duftmarke. Alles erinnert ein bisschen an Leporellos Register. Ochs aber wird noch deutlicher in der Aufzählung „gar vielerlei Arten“, wie das Frauenzimmer "will genommen sein". Mehr neugierig und amüsiert als empört hört die Marschallin zu und kommentiert lakonisch: "Er weiß mehr als das A-B-C."


    In dieser Vollständig hat es den "Rosenkavalier" nach meiner Übersicht offizielle bisher nur bei der Decca gegeben. Die mehrfach preisgekrönte Aufnahme entstand schon 1954 mit den Wiener Philharmonikern unter Erich Kleiber. Der Ochs ist behäbigere Ludwig Weber. Warum es keine neuen Versuche gab, die pikanten Striche aufzumachen, ist nicht nachzuvollziehen. Ich bin froh, dass dies mit Groissböck nun so gut gelungen ist. Ich bin gespannt auf den Fortgang seiner Karriere.


  • Lieber Rüdiger,


    danke für Deine ausführliche, wie immer kompetente Besprechung des Salzburger "Rosenkavaliers" und Deine Analyse der Partie des Ochs und der Leistung von Günther Groißböck. Wie fast immer haben wir in unseren Beurteilungen weitgehende Übereinstimmung. Deshalb erspare ich es mir, Dir und den Lesern noch eins draufzusetzen. Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr Karten für den Salzburger Rosenkavalier bekommen, um unseren Freund Günther - der jetzt ja fast schon ein Weltstar ist - persönlich zu hören und einige schöne Stunden mit ihm zu verbringen.


    Herzlichst
    Operus

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  • Heute abend ist Günther Groissböck Gast von Barbara Rett in der TV-Sendung "Salzburger Festspielgespräche":


    Mittwoch, 05. August 2015
    19.35 Uhr ORF III
    Salzburger Festspielgespräche
    Barbara Rett im Gespräch mit Günther Groissböck


    Seine tiefe Bassstimme kann mächtig laut werden, aber Günther Groissböck selbst neigt zur persönlichen Bescheidenheit. Mit Fug und Recht könnte er sich als einen der interessantesten jungen Bässe unserer Zeit verkaufen, doch der Niederösterreicher stapelt lieber tief als hoch. Und hält sich ans konsequente Arbeiten statt an Seitenblicke und Boulevardstories, Partylife und Selbstvermarktung. Im Gespräch mit Barbara Rett erinnert sich der junge Künstler an sein Debüt bei den Salzburger Festspielen, wo er 2002 in Die Liebe der Danae auftrat und 2007 als Eremit im Freischütz zu sehen war und mittlerweile ein gefeierter Publikumsliebling ist.


    Quelle: ORF



    Gregor

  • Der Jüngste heute zum Schluss:


    Günter Groissböck hat heute Geburtstag. Er war jüngst im Forum im Salzburger Rosenkavalier so gelobt worden:





    Heute feiert Günther Groissböck seinen 39. Geburtstag.


    Herzlichen Glückwunsch!


    Willi :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Für einen Bassisten noch jung und noch nicht im Zenit. Sicherlich dürfen wir von dem so bodenständig und realistisch gebliebenen Künstler noch viel erwarten. Ich habe ihm selbstverständlich persönlich und im Namen der Gottlob-Frick-Gesellschaft gratuliert.


    Herzlichst
    Operus

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  • Der im Tamino-Klassikforum oft erwähnte und gelobte Bassist Günther Groissböck ist am Montag 6. Februar um 21.05 Uhr mit der Wiedergabe eines Liederabends mit interessantem Programm im Deutschlandfunk zu hören. Spannend, den Shooting-Star unter den jungen Bassisten als Liedersänger zu erleben.
    Herzlichst
    Operus

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  • Ich habe Günther Groissböck das erstemal Live im letzten Jahr als Sarastro gehört und war total begeistert!
    Allerdings kannte ich schon von der Lohengrin Aufnahme her, die ich damals lediglich wegen Groschowskis Telramund kaufte.
    Dann hörte und sah ich ihn im Rosenkavalier als fulminanten Ochs! :thumbsup:


    Gestern dann war ich ihn Stuttgart im CD Laden und erstand diese Aufnahme.....


    AD D911 Nov.2015 D957 Sept.2016


    ....und was man hier zu hören bekommt ist schlichtweg überwältigend! Eine jugendliche Bassstimme die voll und ganz überzeugen kann. Das Timbre ist wunderschön, und das Gefühl für den durch Eis und Schnee ohne Perspektive wandernden jungen Mann, hat mich im tiefsten inneren dermaßen überwältigt! :hail:
    Wie Groissböck es schafft die Lieder zwischen Resignation und latenter Hoffnung bis zum tragischen Schluss so überzeugend darzustellen ist ganz große Kunst in meinen Ohren!


    Eine sehr empfehlenswerte Winterreise in einer überzeugenden Interpretation!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Fiesco, ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Du von dieser "Winterreise" sehr ergiffen bist. Sie ist wirklich wunderbar gesungen, stilitisch für mich ohne jeden Tadel. Es ist ja nicht einfach, sich gegen die unzähligen Mitbewerber zu behaupten. Groissböck tut und kann es. Er wählt eine verglkeichsweise schlichte Vortragsweise, manchmal etwas zu zelebriert für meinen Geschmack. So jung wie Du finde ich ihn allerdings nicht. Er wirkt auf mich schon ziemlich gestanden und sehr erwachsen.


    Gekoppelt mit der "Winterreise" ist bekanntlich der "Schwanengesang", den Groissböck - wie auch in anderen Aufnahmen anzutreffen - um den "Herbst" erweitert. Hier muss ich einschränkend sagen, dass mir etwas mehr Leichtigkeit im Vortrag bei einigen Liedern wie der "Liebesbotschaft" oder beim "Ständchen" besser gefallen hätte.

  • Lieber Rheingold1876, ich kann den Vortrag keineswegs als schlicht empfinden, er hat soviele Schattierungen, Differenzierungen und Empfindungen da muss man nicht unbedingt auf die Tube drücken. Wenn ich an FiDi denke dann würde ich das als zelebriert empfinden.



    Ich bin auch sehr mit dem Schwanengesang einverstanden, man muss bedenken das ist ein Bass, ein richtiger Bass, und dennoch verströmt er wunderschöne sanfte Töne fast schwebend, gerade bei Ständchen! ;)
    Und nicht zuvergessen, Gerald Huber ein begnadeter Liedbegleiter!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Sowohl bei der Winterreise als auch dem Schwanengesang überzeugt Günther Groissböck vor allem stimmlich und ausdrucksmäßig mit Schöngesang und differenzierender Gestaltung.
    Vor allem ist es eine Stimme, die einen hohen Wiedererkennungsgrad hat. Mit Fiesco liege ich auf einer Linie. Im direkten Vergleich mit Fischer-Dieskau und auch Hans Hotter wird deutlich wieviel frischer und sängerisch zupackender Groissböck singt. Was sich bereits bei anderen Liedersängern der jüngeren Generation abzeichnete: Stehen wir vor dem Wechsel
    von der Überbetonung des Textes und des Deklamatorischen hin zur wieder stärkeren Gewichtung des Musikalischen und des Sängerischen im Liedgesang?
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Lieber Operus, ich möchte mich bei Dir bedanken, weil Du viel besser ausdrückst, was auch ich meinte mit schlichtem Vorgragsstil. Das sollte nicht heißen, dass schlicht gesungen würde.

  • Lieber Operus, ich möchte mich bei Dir bedanken, weil Du viel besser ausdrückst, was auch ich meinte mit schlichtem Vorgragsstil. Das sollte nicht heißen, dass schlicht gesungen würde.

    Lieber Rüdiger,
    das ist ein Kompliment eines Berufenen! Danke. :hello: Im Moment kann ich Rückenstärkung brauchen. Ich habe ein Drama, jetzt hoffentlich endgültig hinter mir, wie ich es in 50 Jahren Konzertdesign noch nie erlebte. Wochenlanges Hin und Her mit einem Gesangssolisten und jetzt kurz vor Probenbeginn die endgültige Absage. Das alles bei einem Programm, das eine effekvolle, anspruchsvolle Reise durch das Baritonfach enthält. Beginnend mit Papageno über Don Giovanni, Torerolied bis hin zu Telramund und Pizarro. Ein Bariton, der das alles an einem Abend singt ist kaum zu finden. Ich habe das Juwel gefunden; hervorragend und noch bezahlbar. Hat schlaflose Nächte gekostet. Ich will es nicht beschreien: Wenn es am Samstag und Sonntag so läuft wie ich es erwarte, dann hat sich Nervenkrieg und Mühe gelohnt. Allerdings selber schuld1 Warum muss man in meinem Alter auch so etwas noch machen?
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Ich habe ein Drama, jetzt hoffentlich endgültig hinter mir, wie ich es in 50 Jahren Konzertdesign noch nie erlebte. Wochenlanges Hin und Her mit einem Gesangssolisten und jetzt kurz vor Probenbeginn die endgültige Absage.

    Herr Holecek hat abgesagt?

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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