Mozarts Symphonien: Gesamtaufnahmen

  • Ob HIP oder nicht HIP, wie es hier in manchen Postings angesprochen wird, ist doch m.E. nicht so entscheidend, sondern, wie der Dirigent die Intenitonen des Komponisten getroffen hat, oder, wie Günter Wand es mal nannte: "Das, was hinter den Noten steht."


    Und aus dem Grund steht bei mir Karl Böhm ganz oben an bei den Gesamtaufnahmen, gefolgt von Neville Marriner, weiter habe ich noch in meiner Sammlung die Gesamtaufnahmen von Hans Graf mit dem Mozarteum Orchester Salzburg und Jaap ter Linden mit der Mozart Akademie Amsterdam, die etwas abfällt, die aber Bestandteil der Mozart-Gesamtaufnahme ist.


    Wenn ich hier lese, dass Harnoncourt jetzt seinen Mozart komplett hat, werde ich mal um die noch fehlenden Scheiben bemühen, womit er sich dann wahrscheinlich zwischen Böhm und Marriner (bei mir) drängen wird. Mackerras ist auch noch eine Überlegung wert.


    Liebe Grüße


    Willi ^^

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).


  • Übrigens gibt es von Klemperer auch die 34. Symphonie, was ich auch bis vor kurzem nicht wußte. Erst als ich kürzlich günstig an die Box mit den späten Symphonien (1956–1965) kam, sah ich, daß auch diese drauf ist. Überhaupt eine meiner liebsten Mozart-Symphonien, die viel seltener gespielt wird als die Nrn. 25, 29 und ab 35. Klemperer empfand sie offenbar ebenfalls als wichtig (wie auch Nr. 31 und 33) und ließ sogar lieber die 37. weg.


    Ich höre gerade in die 33., 34. und 36. hinein. Ein sehr hörenswerter, strenger und monumentaler Mozart. Typisch Klemperer, könnte man auch sagen.


    LG
    Joseph
    :hello:

  • Hallo Joseph II.,


    diese Box habe ich auf LPs. Es war immer meine Leib- und Magenaufnahme der Sinfonien von Mozart. Ich zog sie sogar Karl Böhm vor, dessen Einspielung von Beethovens Neunter wir beide ja außerordentlich schätzen, wie wir schon öfter festgestellt haben ... :)


    Ein Indiz für die Qualität von Klemperers Mozarteinspielungen ist, dass ich sie auch neben Harnoncourt und Hogwood gern weiter gehört habe, und mit dem seit einiger Zeit wieder aufgebauten Plattenspieler gern auflege.


    Nun suche ich diese Box auf CD. Ich möchte nicht die Auswahl auf 2 CDs, die bei Emi unter den Great recordings angeboten wird, sondern alle 4. Woher hast Du die? Auch gebraucht bei Amazon habe ich sie nicht gefunden. An und zu ist mal eine bei Ebay, aber die Preise klettern in enorme Höhen.


    Für mich eine konzentrierte und wie Du schreibst "strenge" Einspielung, die in Mozarts Vitalität auch auch das Dunkle und Abgründige zur Geltung kommen lässt und die für mich trotz aller Unterschiedlichkeit auch gewisse Brücken zu Harnoncourts Mozart aufweist (Natürlich umgekehrt, Klemperer war ja früher).


    Freundliche Grüße von Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Hallo Andrew,


    du wirst bei Amazon.de fündig, aber würde ich zum US-Import raten (ungleich günstiger!). Für umgerechnet ca. 28 EUR (inkl. ca. 5 EUR Versand) bekommt man die 4-CD-Box. Wartezeit 1-2 Wochen.


    Ich würde sie auch Böhm noch vorziehen, soviel ich bisher hörte (25, 29, 31, 33, 34, 36, 40).


    Nebenbei: EMI täte mal gut dran, endlich diverse Klemperer-Aufnahmen neu aufzulegen. Das ist wirklich ein unhaltbarer Zustand, daß man etwa an die Boxen von Schumann oder die späten Bruckner-Aufnahmen kaum herankommt!


    LG
    Joseph
    :hello:

  • @ Agon und Joseph II. zu Information (und natürlich auch für andere Interssierte):


    In Mozarts Nachlaß fand sich die handschriftliche Partitur einer G-Dur Sinfonie mit einer langsamen Einleitung, dem folgenden Allegro und der Hälfte eines Andante; das restliche Andante, Menuett und Finale stammen von einer anderen Hand. Das Werk enthielt in KV 1 die Nummer 444 und in der Gesamtausgabe der Sinfonien die Nummer 37.


    Seit 1907 ist jedoch bekannt, daß es ein Werk von Michael Haydn ist, der es für die Amtseinführung eines Abtes im Kloster Michaelbeuren im Mai 1783 komponierte. Im Perger-Verzeichnis der Werke von Michael Haydn ist diese Sinfonie mit der Nummer 166 versehen worden. Von Mozart stammt allerdings die langsame Einleitung. Über den Grund dieser Hinzufügung von Mozart konnte ich nichts eruieren.


    Liebe Grüße vom

  • Die 2-CD-Auswahl ist besonders ärgerlich, weil die besten Aufnahmen fehlen. Nämlich die "kleine" g-moll, die schon erwähnte #34, die "Linzer" und auch die "Pariser". Es bleibt wohl nichts übrig, als die älteren CDs der "Klemperer Legacy" oder die oben gezeigte Box (die die Erstveröffentlichung auf CD gewesen sein dürfte) zu suchen (oder Download, gebraucht sind sie ziemlich teuer, leider)



    Die Pluspunkte Klemperers sind das Gewicht, das er den Werken beimisst, die wie meist bei ihm großartige Präsenz der Holzbläser, die Transparenz, nicht zuletzt aufgrund der Orchesteraufstellung. Einiges ist vorhersehbar zu langsam, aber viele Sätze überhaupt nicht, im Gegenteil. Wie schon gesagt, gehören Kopfsatz und Andante der #25 zu den schnellsten Lesarten. Auch die "Linzer" ist wuchtig, ohne zu schleppen. (Weniger überzeugt bin ich heute von der #40 (obwohl das auf MC meine erste Bekanntschaft mit dem Werk war) und ich glaube, 38 und 39 kenne ich gar nicht mit Klemperer).


    Die Gemeinsamkeit mit Harnoncourt besteht in dem Ernstnehmen, den recht wuchtigen Lesarten (auch mit hörbar großer Besetzung) bei oft (nicht immer) eher mäßigen Tempi und weitgehender Abwesenheit von Eleganz oder Verspieltheit, womit auch die, je nach Sichtweise, Defizite benannt wären.


    Betreffs #34 sind gute Alternativen Harnoncourt, Markevitch (allerdings mit dem unpassenden Menuett) und Szell (Concertgebouw, nicht Cleveland, vermutlich schwer zu finden, habe ich auch nur auf LP).

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Bei Testament gibt es zwei CDs mit den frühen PO Einspielungen Klemps,

    sie umfassen 29, 38, 39, 41, die kleine Nachmusik und die Serenate Notturna.
    Da die 40igste meist in der 1956-Version wieder aufgelegt wurde, fehlt sie hier.
    In der von Joseph gezeigten Box sind 29, 38, 39 und 41 in den 196x-er Versionen publiziert worden.


    Doch die alten Versionen sind erheblich frischer. Bei der Jupiter-Sinfonie ist es sogar extrem.
    Daher gilt diesen meine Empfehlung.
    Legge hatte sie übrigens zunächst auf dem billigerem "Lila Label" herausgebracht.


    Ach ja, und wer noch nen Plattenspieler hat. 2001 hat mal auf 30 LPs Mozart von Klemp publiziert:
    Sinfonien, vier Opern, Hornkonzerte, ein paar Klavierkonzerte mit Barenboim und ein paar Serenaden und Ouvertüren. Alles was er mit dem PO oder NPO von Mozart gemacht hat, aber keine Duplikate. Daher fehlen die alten Aufnahmen.


    Mit diesen Ausgaben (es gab noch Beethoven, Bach, Brahms, Bruckner, Wagner und Mahler) zum ca. Preis von 5DM/Platte begann meine Klemperistis.


    Gruß S.

  • Eine Frage hätte ich da: Es gibt die 40. von 1956 und 1962 im Studio und von 1970 live (klemperer.org). In der Box ist die von 1956, aber wie kriegt man die anderen?


    LG
    :hello:

  • In den letzten Wochen gab es bei mir nur Mozart-Sinfonien zu hören. Das werden viele sicherlich als eine Art „Monokultur“ empfinden; ich kann mich allerdings an der Musik meines musikalischen „Hausgottes“ Mozart nicht satt hören.
    Die nebenstehende Box hat vor wenigen Wochen meine alten Platten-Kopien abgelöst - endlich kein Knacken und Rauschen mehr im Kopfhörer. Hier sind die Werke in der Form zu hören, mit der ich groß geworden bin. Und das hat Spuren hinterlassen. Man nenne es ruhig Nostalgie, aber allen heutigen Einsprüchen zum Trotz ist diese Interpretation für mich noch immer gültig.





    Marriners Einspielung habe ich im Rahmen der Philips-Mozart-Edition, die anläßlich seines 200. Todestages erschien, erworben. Die Aufmachung der damaligen Veröffentlichung ist allerdings eine andere, als die hier gepostete.


    Das war gegenüber der Böhms-Aufnahme eine Klang-Verschlankung, die mir ebenso gut gefiel. Daß hier außerdem noch einige Sinfonien eingespielt wurden, die bei Böhm fehlen, ist ein Plus, unterstreicht aber auch die in Teilen noch immer unklare Situation bei der Zuschreibung von Mozarts sinfonischem Oeuvre.


    Die hervorragenden Kommentare mit den - damals - neuesten Forschungsergebnissen kann als ein ebenso großer Gewinn bezeichnet werden.




    Diese neueste Erwerbung in meinem CD-Regal ist der historischen Aufführungspraxis verpflichtet und bietet abermals eine andere, durchaus spannende Sicht auf Mozarts Sinfonien. Zumal Jaap ter Linden auch weitgehend auf die oftmals bei HIP-Aufnahmen festzustellenden „Mätzchen“ wie Temporückungen verzichtet. Und weil auch die Aufnahmequalität gut ist, empfinde ich diese Anschaffung als einen Gewinn.

  • Lieber Musikwanderer,


    die drei Gesamtaufnahmen habe ich auch in meiner Sammlung, eine gute Wahl. Dazu kommt bei mir noch Hans Graf mit dem Mozarteum-Orchester.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Zitat


    Original von Joseph II
    und ließ sogar lieber die 37. weg......


    ..und das mit Gutem Grund....
    Die Sinfonie Nr 37 KV 444 wird oft weggelassen - weil sie nicht von Mozart ist.


    Es handelt sich um die Sinfonie Nr 25 von Michael Haydn, welche Mozart mit einer eigenen Einleitung versehen und teilweise umorchestriert hat...


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

  • Bei mir stehen 5 GA im Regal, neben Böhm auch Mackerras mit dem Prager Chamber, Gardiner mit dem Baroque Soloists, Tate mit dem English Chamber und Pinnok mit dem English Concert.


    LBG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Bei mir stehen 5 GA im Regal, neben Böhm auch Mackerras mit dem Prager Chamber, Gardiner mit dem Baroque Soloists, Tate mit dem English Chamber und Pinnok mit dem English Concert.


    LBG, Bernward


    Lieber Bernward,


    da würde mich sehr interessieren, wie Du die Mackerras-Einspielung im Vergleich zu den anderen einordnen würdest.

  • Lieber Bernward,


    was machst Du denn mit 5 Mozart-Sinfonien - GA ? Verstauben die nicht im Regal ?
    Alleine die Vorstellung: Mozart Sinfonien Nr.1 - 30 fünf mal auf CD zu haben. Ich würde mich zu ....


    ... ich glaube ich beende den Beitrag jetzt lieber ...



    Uranus Frage ist interessant und ich formuliere es für mich so:
    Mich würde interessieren, wie Du Mackerras Mozart Sinfonien Nr.31 - 41 im Vergleich zu anderen Aufnahmen siehst ???

  • Ich habe momentan 3 GA:


    - Hogwood, Pinnock, ter Linden


    Dazu kommen Auswahl-Boxen:


    - Krips, Suitner, Mackerras (SCO)


    Hogwood halte ich für unabdingbar, schon wegen der hervorragende Edition mit sämtlichen Sinfonien mit teilweise unterschiedlichen Besetzungen´!



    :hello: LT

  • Hogwood halte ich für unabdingbar, schon wegen der hervorragende Edition mit sämtlichen Sinfonien mit teilweise unterschiedlichen Besetzungen´!


    Da würde mich schon interessieren, warum Hogwood "unterschiedliche Besetzungen" wählt - die lassen sich doch aus den Partituren nicht ableiten. Da sind Mozarts, respektive Leopolds, Handschriften doch klar...


    Liebe Grüße vom

  • Hallo uranus, hallo teleton,


    die Mackerras Aufnahmen von Telarc sind Spitze (Prager) die neueren 29 - 41 vier SACD mit dem Scottish Chamber ebenfalls sehr zu empfehlen. Im Übrigen habe ich neben den GA auch noch 45 Einzelaufnahmen mit Mozart-Sinfonien. Ist nun mal so und verstauben tut nichts, denn wenn ich eine Aufnahme aus einer Box gehört habe, lege ich mir zum Vergleich auch noch die aus einer anderen Box auf. Die späten Böhm-Aufnahmen mit den Wienern gefallen mir übrigens besser als die mit den Berlinern.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • In der Tat bietet Hogwood mitunter unterschiedliche Versionen und Anhänge von den Mozart-Sinfonien. Am besten kannst du dich informieren, wenn du in ein Klassik-Geschäft gehst und dort das Booklet studierst. Das hier im einzelnen auszuführen, würde zu weit führen.



    :hello: LT

  • Tate mit dem English Chamber


    Hallo Bernward,


    wie ist denn Tate mit dem ECO? Ich habe mit ihm einige Haydn-Sinfonien aus der Niedrig-Preis-Reihe "Nipper" von der EMI. Da finde ich ihn nicht schlecht, aber andere machen's auch besser. Mozart mit Tate kenne ich gar nicht, könnte mir vorstellen, dass es sich dort ähnlich verhält wie beim Haydn. was meinst Du?


    Grüße,


    Garaguly

  • Ein von mir hoch geschätzter Rezensent hat in fono-forum dazu gemeint:


    A.Beaujean. Das Ergebnis kann sich hören lassen, jedes Stück erscheint individuell und plastisch durchgeformt., keinen Augenblich lang hat man den Eindruck einer Fließband-Produktion, wie er sich bei solchen Unternehmungen häufig einschleicht. Tate vermeidet ein pfhilharmonisches Mischklang-Bild zugunsten klanglicher Aufrauhung, die durch Deutlichkeit der Bläserstimmen erreicht wird, auch dann, wenn eine Flöte oder Oboe mit den Violinen parallet geht. Interpretation und Klangqualität hervorragend.


    Vielleicht hilft das weiter.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • In der Tat bietet Hogwood mitunter unterschiedliche Versionen und Anhänge von den Mozart-Sinfonien. Am besten kannst du dich informieren, wenn du in ein Klassik-Geschäft gehst und dort das Booklet studierst. Das hier im einzelnen auszuführen, würde zu weit führen.


    Ein kleines Beispiel, bitte, bitte, hätte ja genügt, um mein Informationsbedürfnis zu befriedigen.


    Ein Schallpllatengeschäft aufsuchen? Hier? Auf dem etwas größeren Dorfe namens Mülheim an der Ruhr? Also manchmal träume ich davon, aber ich kenne diese Geschäfte nur als Anbieter von Pop und Rock und Mainstream (oder wie das heißt).


    Klassik? "Das tun wir uns nicht an..." hörte ich mal. Und um sofort Fragen auszuschließen, durch die Gegend fahre ich nicht als Unmotorisierter, ich habe halt mein jpc und Amazon, für preiswertere Angebote auch Rhenania...


    Liebe Grüße vom

  • Hier im Thread habe ich gesehen, dass die UNIVERSAL in der "Eloquence"-Reihe die Marriner-Mozart-GA zu Ende September für freundliche ca. 40 Euro herausgebracht hat. Ich war spontan interessiert, da ich selbst in Marriners Interpretation von Mozart-Sinfonien nur die Nummern 24, 25, 26, 27 und 32 in einer Auskoppelung in der EMI-"Nipper"-Reihe besitze. Hat Marriner mit seiner Academy of St-Martin-in-the-fields zwei Mozart-GAs vorgelegt? Denn bei der neuen UNIVERSAL-Veröffentlichung steht als konkrete Label-Bezeichnung DECCA auf dem Cover, was wohl ehemals PHILIPS bedeutet, da anscheinend das alte PHILIPS-Label bei Wiederveröffentlichungen der UNIVERSAL nicht mehr benutzt wird (die alten PHILIPS-Aufnahmen erscheinen nun immer unter DECCA). Es gibt also EMI-Mozart-Marriner und DECCA-(Ex-PHILIPS)-Mozart-Marriner? Oder wie?


    Meine EMI-Mozart-Marriner-Aufnahme der Symphonie Nr. 25 g-moll KV 183 jedenfalls habe ich in der letzten Stunde einem Satz-für-Satz-Vergleich mit der TEALARC-Aufnahme von Mackerras mit dem Prager Kammerorchester von 1987 unterzogen. Und da bleibt nur eines festzuhalten: Mackerras verfügt über viel mehr Biss, Schärfe, packenderes Tempo, das Klangbild ist bei TELARC tiefenschärfer konturiert. Einzig im langsamen Satz - Andante - ist Marriner mit Mackerras auf Augenhöhe.


    Kurz: Wenn die oben angesprochene UNIVERSAL-Mozart-Box identisch ist mit Marriners EMI-Mozart, dann nehme ich vielleicht von deren Erwerb doch Abstand. Es ist vielleicht 'gemein' eine Mozart-GA anhand eines Symphonie-Beispiels zu beurteilen, aber wenn man, wie ich, die Mackerras-GA bereits besitzt und dann so einen Vergleichs-Flop erlebt, dann.... hm???... sollte man es vielleicht lieber lassen.


    Grüße,


    Garaguly

  • Das berühmteste Beispiel sind die beiden Versionen der großen g-moll-Sinfonie mit bzw. ohne Klarinetten.
    Außerdem inkludiert Hogwood anscheinend sämtliche zweifelhaften Werke und "Sinfonieversionen" (d.h. Kürzungen auf vier Sätze) einiger Serenaden KV 250 und 320 (und noch weiterer). Interessiert mich aber, ehrlich gesagt, auch nicht genügend, dass ich den Hogwood-Klotz haben müsste (besitze sogar eine Einzel-CD mit drei verkürzten Serenaden unter Bruno Weil). Wenn schon, bevorzuge ich von den Serenaden die Vollversionen.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
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    (Bob Dylan)

  • Marriner hat meines Wissens zunächst die frühen Sinfonien 1-20 für Philips eingespielt, die wurden dann mit Krips' Aufnahme von 21-41 mitunter in einer Box angeboten. Spätestens zum Mozart-Jahr hat er jedoch für dieses Label auch noch mal die restlichen aufgenommen, jedenfalls war dann in der 1991er Edition ein Klotz mit allen Sinfonien unter Marriner. Vorher muss es in den 1970er einige Einzelaufnahmen für London/Decca gegeben haben.
    Und anscheinend in den 1980ern oder 1990ern ebenfalls einige Aufnahmen für EMI. Hier bin ich unsicher, da EMI und Polygram damals nichts miteinander zu tun hatten, können letztere nicht in der Complete Mozart Edition dringewesen sein. Meine Vermutung ist, dass es eine vollständige Aufnahme (Philips, heute dann Decca/Eloquence) und von einigen Sinfonien noch ein bis zwei weitere Aufnahmen, einmal Decca/London und spätere bei EMI.
    Ob die sich groß unterscheiden, wage ich zu bezweifeln, das werden eher Nuancen sein.

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