mark-und-bein-erschütternd ....

  • ... so empfinde ich die wirkung meines dritten musikalischen 'fetischs': des tam-tams bzw. gongs.
    unvergleichliche eindrücke von mythischen stimmungen (z.b. dem beginn von könig roger (szymanowsky) oder mark-und bein-erschütternde 'vereinnahmungen' (berlioz-requiem, div. mahler-symphonien, tschaikowsky-symphonien und symphon. dichtungen) dem tam-tam habe ich viele musikalische hochstimmungen zu verdanken. ... geht euch das ähnlich? welche werke kennt ihr?


    und stimmt es, daß das tam-tam im gossec-requiem tatsächlich seinen ersten musikalischen auftritt hatte? wer weiß genaueres?


    doch, unabhängig davon: wenn dann in manchen werken alle meine fetische zusammenkommen, d.h. vogelimitationen/glockenklänge und tam-tam-schläge,
    dann :D :D :D ...
    wer kennt solche? :lips:

  • Salut,


    Zitat

    from Colombia Encyclopedia
    [...] Gong - it has also been called the tam-tam. First used in Western music in the funeral march of Gossec's Mirabeau (1791), the gong has since been a regular member of the European-type orchestra, but it is used sparingly. [...]


    LG
    Ulli

  • Tam-tam
    [arabisch], bongoähnliches (Bongos) arabisches Perkussionsinstrument aus Nordafrika; zylindrisches Tonkorpus von etwa 15 cm Höhe, einseitige Fellbespannung; mit Händen oder Schlegeln gespielt; gehört zum Standardinstrumentarium der marokkanischen Chaabi-Bands (Chaabi).


    (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2001



    Es scheint da irgendwie verschiedene Sorten von Tam-Tams zu geben.


    Laut dem Handbuch der Instrumentenkunde von Erich Valentin ist Tam-Tam ein malaiisches Instrument, eine Sonderform des Gongs, das "mit einem weichen Klöppel angeschlagen oder gewirbelt eine dämonische-unwirkliche Klangatmoshphäre verbreitet (Meyerbeer, Mahler, Puccini, Strauss, Varese)"

  • Salut,


    ich sollte noch anmerken, dass in der „Wiener Klassik“ die verschiedenartigsten Schlaginstrumente eingeführt wurden, so z.B. piatti, tamburino, grand tamburo u.ä., verwendet u.a. in Mozarts Entführung aus dem Serail, Schlittenfahrt wie auch bei Joseph Haydns Militär-Sinfonie und Joseph Martin Kraus’ Ouvertrure zu Soliman II.. Die Musikwissenschaft, Fachbereich Instrumentenforschung, ist sich allerdings in manchen Fällen nicht ganz sicher, welche Instrumente im heutigen Sinne damals gemeint waren, da die Vielfalt sehr groß war. Ein „Tam-Tam“ im heutigen Sinne ist meines Wissens chinesischer Herkunft.


    Sans, souci
    Ulli

  • Hallo Jörg,


    so etwas in der Art hatte ich schon erwartet. Eine sehr klare Übersicht über Schlaginstrumente fand ich hier:


    Schlaginstrumente



    Am meisten bietet wirklich Mahler. Dort wirst Du auch alles zusammen finden. Einen sehr schönen Überblick gibt:


    Mahler


    Bei der Gelegenheit möchte ich die Einspielung der 2. Sinfonie von Mahler durch Scherchen erwähnen. Im 3. Satz kommt das Tam-Tam wunderbar zur Geltung. Und wo am Beginn des letzten Satzes bei manchen Aufnahmen nur eine diffuse Geräuschkulisse zu hören ist (selbst bei der zurecht vielgelobten Klemperer-Einspielung), ist hier jedes Schlagwerk für sich zu hören.


    Viele Grüße,


    Walter

  • hallo, walter, und danke für den scherchen-tipp.... :] den werd ich mir mal zur gemüte führen. und du hast recht, meist artet das finale der zweiten zu einem regelrechten klangbrei aus...leider ... denn da ist ansonsten eine ungeheure klanglichkeit zu erleben. ... :] beste grüße


    ps: wieso hast du denn diesen fetisch schon erwartet ??? :D

  • Hallo Jörg,


    ... jetzt muss ich mir also etwas einfallen lassen ... Ja, was hatte ich erwartet ... Welches Instrument konnte noch kommen? Sicher weder Streicher noch Oboe, Klarinette, Trompete oder Posaune. Mit Glockenklängen waren auch schon sehr viele Schlaginstrumente abgedeckt. Also hatte ich so etwas erwartet wie Harfe, Fagott oder Horn. Aber ein Fetisch?


    Nun hätte ja auch die Linie „Vogelimitationen“ fortgesetzt werden können. Wetter war schon vergeben und damit Blitz und Donner, Schall und Rauch, Feuer und Wasser. Also hätte ich für möglich gehalten: Knistern im Gebälk und andere Vorboten, oder: Mischwesen (wie Nixen, Trolle, Kobolde, Wasserungeheuer), oder: Heilige Orte wie Gral, Höhenzüge, Wasserscheiden, weite Flächen.


    Zu allem fallen mir viele Beispiele aus der Musik ein und dir sicher auch.


    Viele Grüße,


    Walter

  • :Dhallo, walter, gar nicht so schlecht die assoziationen ....


    und mit der harfe, tja, da liegst du gar nicht soooo verkehrt :D das ist eigentlich mein vierter fetisch .... aber, wir wollens mal nicht übertreiben .... aber einen eigenen thread werde ich ihr bald dennoch widmen ... deir einen schönen abend jörg :]

  • Hallo klingsor,


    schon heute morgen beim Lesen fiel mir eines spontan ein, ich wollte es aber verifizieren. Mein Gedächtnis trügte mich nicht:


    Zitat

    Original von klingsor
    wenn dann in manchen werken alle meine fetische zusammenkommen, d.h. vogelimitationen/glockenklänge und tam-tam-schläge,
    dann :D :D :D ...
    wer kennt solche? :lips:


    Ich ;) In Olivier Messiaens "Des canyons aux étoiles" kommen nicht nur (wie in so gut wie allen seinen Werken) reihenweise Vogelstimmen vor, nein, außerdem sind solistisch besetzt Glockenspiel und Xylorimba. Und im Schlagwerkpart des Instrumentalensembles ist ein Spieler allein mit den Röhrenglocken beschäftigt, während ein anderer neben dem Tam-Tam vor allem eine Windmaschine zu bedienen hat. Da dürfte alles drin sein, oder: Vogel, Glocken, Tam-Tam....


    Ob es freilich Deinen musikalischen Erwartungen entspricht, das muss ich Dir überlassen ;) Wie immer gilt: Mehrfach hören macht vieles klarer. Gute Einspielungen gibt es unter Chung und besonders unter de Leeuw.


    Beste Grüsse,


    C.


    P.S.: Wenn mich nicht alles täuscht, ist doch der signifikanteste Unterschied zwischen Gong und Tam-Tam im Orchester der, dass das Tam-Tam im Gegensatz zu den Gongs keine bestimmte Tonhöhe hat. Oder?

    Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

  • ja, mit den gongs hast du m.e. nach recht, da gibt es ja unterschiedliche größen, aber genau festdefinierte tonhöhen auch hier nicht ... laß mich aber gerne bekehren bzw. belehren
    und vielen dank für den messiaen, an ihn muß ich mich erst langsam heranarbeiten, wenns nicht klavier oder orgel ist ... aber gespannt bin ich jetzt schon ...
    die einen schönen abend ! :hello: