Peter Herbolzheimer gestorben

  • Am vergangen Samstag ist in seiner Heimatstadt Köln der Bandleader und Posaunist Peter Herbolzheimer im Alter von 74 Jahren gestorben.


    Peter Herbolzheimer, * 31. Dezember 1935 in Bukarest, kam 1951 nach Deutschland, lernte Gitarre, verbrachte dann vier Jahre in den USA. Nach einem Musikstudium in Nürnberg spielte er als Posaunist in verschiedenen Jazz-Formationen. Als Posaunist spielte er lange Jahre in der Band von Bert Kaempfert zusammen mit Größen des Jazz wie Jiggs Whigham und Herb Geller, die er in seine Big Band, die 1969 gegründete Rhythm Combination & Brass, holte.


    Seit seiner Gründung im Jahr 1987 leitete Peter Herbolzheimer auch das BuJazzO (Bundesjazzorchester) mit großem Engagement bis Ende des Jahres 2006.


    R.I.P.



    LG

  • Mit knapp 74 zu sterben, ist heutzutage wahrlich etwas früh.
    Die Verdienste von Peter Herbolzheimer um den deutschen Jazz und vor allem um die Wiederauferstehung des Big-Band Jazzes Anfang der 70iger können gar nicht hoch genug gelobt werden.


    Volker Kriegel hat ihm in dem köstlichen Buch "Der Rockn Roll König" ein kleines Denkmal gesetzt, ich zitiere (S.15)

    Zitat

    Ferner eine kleine Bläsergruppe unter der Leitung des Herrn Bolzheimer, seines Zeichens königlicher Herold. Herr Bolzheimer hatte die undankbare Aufgabe übernommen, aus drei mäßig talentierten Herren eine halbwegs gescheite Brass-Section zu machen....... Herr Bolzheimer selbst blies Fanfare, und zwar astrein. Seine eigentlich Berufung aber lag im pädagogischen Bereich. Mit Leib und 'Seele hatte er sich dem ehrgeizigen Ziel verschrieben, die drei begriffsstutzigen Tölpel zu einer soliden Bläsermannschaft "zusammenzuschmieden" um sein Lieblingswort zu zitieren.


    Gruß S.

  • Jetzt sind es schon 3 Jahre, seitdem er von uns gegangen ist:


    Peter Herbolzheimer (* 31. Dezember 1935 in Bukarest, Rumänien; † 27. März 2010 in Köln) war ein deutscher Posaunist, Arrangeur und Bandleader.



    Herbolzheimer wurde für seine Arrangements zur Einmarschmusik der Olympischen Spiele 1972 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
    1974 gewann er den vom Fürstentum Monaco ausgeschriebenen Wettbewerb für Jazzkomponisten.
    Für sein Lebenswerk erhielt er 1998 den Frankfurter Musikpreis und 2001 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

    LG