Streichquartett-Ensembles : Vol 2 - Die Etablierten

  • Das ist die zweite Folge einer in drei Folgen konzipierten Threadserie
    In diesem Teil geht es um die Etablierten Streichquartettensembles, die sozusagen seit Jahren oder Jahrzehnten die Szene prägen, die sich einen Namen gemacht haben und derzeit noch aktiv sind, soll heißen sie sollen noch bestehen UND gelegentlich Neuaufnahmen machen.


    Die Neueinisteiger sollen dann demnächst in Folge 3 zum Zug kommen.


    Wie schon in Folge 1 wäre es angenehm ein wenig zur Geschichte und zur Besetzung des Quartetts zu erfahren, nebst einer CD Empfehlung und -wenn möglich - noch mit persönlichen Bemerkungen angereichert (Ich weiß- ich bin unbescheiden :D )


    mfg aus Wien


    Alfred

  • Wie definiere ich "etabliert".
    Ist ein Quartett nach 5 oder 10 Jahren Marktpräsenz "etabliert" - oder erst nach 20 Jahren ?
    Wenn ich "Marktpräsenz" schreibe, dann meine ich jene am Tonträgermarkt. Denn volle Kammermusiksäle sind sicher was Feines - aber weltberühmt wird man dabei nur in den seltensten Fällen, die Tonträgerindustrie ist hier mit Sicherheit wichtiger.


    Was aber, wenn ein Quartett schon jahrelang erfolgreich aktiv ist, und den Sprung zum Großlabel mit entsprechender PR nicht ganz geschafft hat. ? Sind die "etabliert " Wohl kaum.


    Daher werde ich vermutlich eine weitere Sparte für Streichquartett-Ensembles einführen. Der ursprünglich angedachtet Titel "Die Unbekannten" gefällt mir nicht- den habe ich verworfen. Vermutlich nenne ich ihn "Die Geheimtipps" - aber das hat noch Zeit...


    Aber HIER ind DIESEM Threads soll es um Ensembles gehen, die jeder Kammermusikfreund kennt - zumindest namentlich.


    Anhand solcher Einstufungen kann man sehen wie man altert. Ich erinnere mich noch - als ob es gestern gewesen wäre, als man ein neu gegründetes Quartett aus Salzburg als "Nachwuchs" bezeichnete.


    Wie lange ist das schon her ? Oh Schreck es war in den siebziger Jahren und ihre Interpretation aller Mozart-Streichquartette gilt heute als eine der Referenzaufnahmen am Markt. Ein exaktes Gründungsjahr war keiner meiner diversen Quellen zu entnehmen. Jedenfalls machten sie den erstenPreis beim Nachwuchswettbewerb des Kammermusikfets Lockenhaus 1981, sowohl den der Künstlerjury als auch den Publikumspreis, Dies führte dazu, daß Gideon Kremer das Ensemble fördert.


    Hier die HEUTIGE Besetzung, es hat einige Wechsel gegeben.


    Mitglieder
    Lukas Hagen (Violine)
    Rainer Schmidt (Violine), seit 1987
    Veronika Hagen (Viola)
    Clemens Hagen (Violoncello




    Hier die Gesamtausgabe aller Mozart Streichquartette (die ich derzeit noch nicht besitze)


    Was in aller Welt hat mich veranlasst einen Thread über ein Ensemble zu starten von dem Ich lediglich EINE CD (Schubert "Der Tod und das Mädchen") besitze ? (die ich übrigens derzeit nicht finde)
    Welcher Teufel hat mich ferner geritten, in die Mozart- Streichquartette hineinzuhören und mit denen des Eder Quartetts zu vergleichen ?


    Fragen über Fragen.


    Eines ist schon jetzt sicher: Das wird für mich ein teurer Spaß !!


    mfg aus Wien


    Alfred

  • Das Buchberger Quartett


    besteht aus


    Hubert Buchberger, Violine
    Julia Greve, Violine
    Joachim Etzel, Viola
    Helmut Sohler, Violoncello


    Gegründet wurde es 1974 von Studenten der Musikhochschule in Frankfurt am Main.
    Seit 1984 gibt es in Frankfurt am Main eine eigene Konzertreihe mit einführenden Workshops zum jeweiligen Programm..
    Das Quartett hat gleichermaßen klassisches, wie auch Zeitgenössisches Repertoir im Programm,
    Als Internetforum interessiert uns natürlich vorzugsweise die Discographie, denn diese Veröffentlichungen sind ja quasi für jedes Mitglied zugängig, unabhängig vom Wohnort.
    Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle den Zyklus aller Haydn Streichquartette, der meiner Meinung nach äusserst empfehlenswert ist- und zwar nicht nur in Anbetracht des günstigen Preises .- sondern absolut..- ohne wenn und aber.


    .
    Und hier „die andere Seite" des Buchberger Quartetts


    .


    Erwähnen möchte ich auch noch die Hindemith Aufnahmen für Wergo....



    mfg aus Wien


    Alfred


    Nachtrag von 2014: Das Buchberger Quartett wurde inzwischen aufgelöst. Da es zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags noch existierte, bleibt der Artikel in diesem Thread.....

  • Hier möchte ich eine Lanze brechen für meine beiden favorisierten Streichquartette, das ABQ mit nebenstehender Aufnahme:

    und die gleiche Aufnahme von Juilliard String Quartett, das ich vor einigen Jahren mit der Aufführung aller Streichquartette Beethovens live in der Düsseldorfer Tonhalle erleben konnte.


    Großartig.


    Liebe Grüße


    Willi :thumbsup:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Eines meiner favorisierten und wohl auch im allgemeinen etablierten Quartette ist das EMERSON String Quartet.


    Eugen Drucker, Violine
    Philip Setzer, Violine
    Lawrence Dutton, Viola
    David Finckel, Cello


    Wobei sich Drucker und Setzer in der ersten Violine abwechseln.


    Unbedingt zu nennen ist die Einspielung aller Beethoven Quartette :



    Von den frisch gespielten op.18 über die wunderbar eindringlich gespielten mittleren bis hin zu den "stählern" und in den Spitzen extrem gespielten späten Quartetten des Meisters aus Bonn.
    Für mich war das Emerson der "Türöffner" für die späten Quartette.



    ... von Franz Schubert :



    Hieraus unbedingt das Quartett N.14 d-moll "Der Tod und das Mädchen".
    Funkelnder und wilder kan mann den vierten Satz ( Presto ) nicht spielen.


    ... als Exoten von Sibelius das selten gespielte "Voces intimae"



    ... und so könnte es weiter gehen :yes:


    :jubel:


    Gruss
    Holger

    "Es ist nicht schwer zu komponieren.
    Aber es ist fabelhaft schwer, die überflüssigen Noten unter den Tisch fallen zu lassen"
    Johannes Brahms

  • Natalia Prishepenko – Violine
    Gregor Sigl – Violine
    Friedemann Weigle – Viola
    Eckart Runge – Violoncello


    Das Artemis-Quartett fand im Jahr 1989 an der Lübecker Musikhochschule zusammen. Künstlerisch gefördert wurde es von Walter Levin (Primarius des LaSalle-Quartetts) sowie dem Emerson-, dem Juillard- und dem Alban-Berg-Quartett.


    Seit 1994 spielte man professionell als Streichquartett. Der Gewinn des 1. Preises beim ARD-Wettbewerb im Jahr 1996 war zusammen mit dem „Premio Borciani“ der Durchbruch. Auf eine schnelle Karriere wurde jedoch zugunsten weiterer Studien verzichtet: Zunächst wurde in 1998 ein Jahr mit dem Alban-Berg-Quartett in Wien eingelegt. So mag man ihr Debüt in der Berliner Philharmonie im Jahre 1999 als den eigentlichen Karrierestart betrachten.


    Neben ihrer Konzerttätigkeit rund um den Globus sind die Quartettmitglieder engagierte Lehrer, z. B. an der Universität der Künste Berlin.


    Im Jahre 2007 ergab sich ein Besetzungswechsel. Seitdem sind die Mittelstimmen neu mit Gregor Sigl und Friedemann Weigle (vorher beim Petersen Quartett) besetzt. In der neuen Besetzung sind sie z. B. auf dieser – wie ich meine: herausragenden - CD zu hören.



    Der bisher hochgelobte Beethoven-Zyklus, mit dem man sie auch an mehreren Orten live hören kann, ist bereits abgeschlossen:


  • Eines der dienstältesten Quartette, das noch konzertiert, ist das Kronos-Quartett. Die Besetzung hat sich mehrfach geändert, Fixpunkt im Ensemble ist Primarius David Harrington, der seit der Gründung im Jahre 1973 bis heute dabei ist. In der aktuellen Besetzung finden sich ferner John Sherba (Violine), Hank Dutt (Viola) und Jeffrey Ziegler (Violoncello).


    Die Domäne dieses Ensembles ist die zeitgenössische Musik. Werke von Schnittke, Glass, Reich, Saariaho, Gorecki, Feldman, Adams und zahlreichen anderen, zum Teil kaum bekannten Komponisten führten sie auf und spielten sie ein. Auch Crossover-Produktionen gab es, bevor jemand das Wort Crossover in diesem Sinne benutzte: Ihr erstes Album hatte den Titel „Kronos Quartet plays music of Thelonious Monk“ (1985). Ob Musik von Astor Piazzolla, Bill Evans, Jimi Hendrix oder Filmmusik – sie hatten es im Repertoire.


    Von daher nimmt es nicht Wunder, dass dieses Ensemble mehr Preise und Auszeichnungen erhielt als die meisten bekannten, konventionellen Streichquartette. Sie haben sich sehr verdient darum gemacht, dass diese zentrale Gattung der abendländischen Musik nicht zum Schau- und Pflegeobjekt von Museumsbediensteten verkommt, sondern frisch und lebendig bleibt und die besten Komponisten unserer Zeit weiter zu Höchstleistungen herausfordert – heute genauso wie zu den Zeiten von Haydn, Boccherini und Mozart.


    Ich kenne ihre Einspielung von Steve Reichs „Different trains“ (dieses Werk wurde hier beschrieben), ferner die Aufnahmen der Streichquartette Schnittkes (ich empfehle Nr.3 für den Einstieg) und der Quartette 2 bis 5 von Philip Glass. Reinhören!




    „Kronos“ stammt NICHT vom griechischen Wort „chronos“ = „Zeit“. Kronos ist in der griechischen Mythologie der Sohn von Uranos, dem Himmelsgott, und Gaia, der Erdgöttin. – Uranos verbannte seine Kinder in den Tartaros. Daher brachte Gaia ihre weiteren Kinder heimlich zur Welt und wies Kronos an, seinen Vater zu entmannen.


    Kronos wiederum heiratete seine Schwester Rheia und setzte die Tradition seine Vaters fort: Er fraß seine Kinder auf. Den jüngsten Sohn, Zeus, konnte Rheia jedoch verstecken. Zeus überwand später seinen Vater und wurde so zum Obersten der Götter.

  • Auch das Arditti-Quartett ist vor allem im zeitgenössischen Repertoire beheimatet. Diesem Ensemble wurden mehrere hundert Streichquartette gewidmet, viele davon sind fester Bestandteil des Repertoires geworden. Uraufgeführt wurden u. a. Werke von: Thomas Adès, Louis Andriessen, Georges Aperghis, Harrison Birtwistle, Benjamin Britten, John Cage, Elliott Carter, Edisson Wassiljewitsch Denissow, James Dillon, Hugues Dufourt, Pascal Dusapin, Ivan Fedele, Brian Ferneyhough, Luca Francesconi, Sofia Gubaidulina, Francisco Guerrero, Jonathan Harvey, Toshio Hosokawa, Mauricio Kagel, Davorin Kempf, György Kurtág, Helmut Lachenmann, György Ligeti, Bruno Maderna, Conlon Nancarrow, Roger Reynolds, Wolfgang Rihm, Giacinto Scelsi, Salvatore Sciarrino, Karlheinz Stockhausen.


    Gegründet wurde das Quartett im Jahre 1974 von Irvine Arditti, der seitdem auch Primarius des Quartettes ist. An den anderen Pulten wechselte die Besetzung mehrmals, zur Zeit spielen Ashot Sarkissjan (2. Violine), Ralf Ehlers (Viola) und Lucas Fels (Violoncello).


    Spektakulär ist nicht nur die Anzahl der vom Arditti Quartett uraufgeführten Werke, sondern auch die Zahl der eingespielten: Zur Zeit liegen 170 CDs vor. In vielen Fällen wurde dabei eng mit dem Komponisten zusammen gearbeitet, so dass man diese Einspielungen als authentisch bezeichnen darf.


    In Meisterkursen und Workshops war und ist das Ensemble auch pädagogisch aktiv.


    Zahlreiche CDs wurden mit Schallplattenpreisen aller Art ausgezeichnet. Leider habe ich nur zwei Einspielungen im Regal, finde aber beide außerordentlich gelungen. Zum einen die Gesamteinspielung der Streichquartette Arnold Schönbergs (zur Zeit leider nicht verfügbar) und zum anderen die Streichquartette Ligetis:



    Während ich die Schönberg-Einspielung radikaler, härter, ruppiger fand (insbes. Nr. 3 und 4) als in meiner Vergleichseinspielung mit dem Leipziger Streichquartett, klingt Ligeti beim Arditti-Quartett sehr natürlich und organisch.


    Ich bin sehr dankbar, dass es solche Ensembles gibt, die sich dieser Musik annehmen, denn schneller Ruhm ist so nicht zu erwarten. Dass das Arditti Quartett trotzdem sehr bekannt wurde, ist um so erstaunlicher.

  • Ich habe eine Zeit lang überlegt, ob das französische Quatuor Ebène (ebène [frz.] = Ebenholz) eher schon zu den Etablierten oder noch zu den Newcomern gehört. Gegründet im Jahr 1999, gewann das Ensemble im Jahr 2004 beim ARD-Musikwettbewerb den 1. Preis. Im Jahr 2006 folgte die live aufgenommene Debüt-CD mit Werken von Joseph Haydn. In der Saison 2007/2008 waren sie in großen Konzertsälen der Welt zu hören: Wiener Musikverein, Concertgebouw Amsterdam, Berliner Philharmonie, Carnegie Hall New York. Nein, mit diesen Referenzen ist man kein Newcomer mehr.


    Bekannt wurden vor allem die beiden folgenden CDs, eine mit den ersten drei Streichquartetten Bartoks, eine mit den Gattungsbeiträgen von Débussy, Ravel und Fauré:



    Ferner gibt es eine CD mit Werken von Johannes Brahms.


    Das Quartett spielt in folgender Besetzung:


    Pierre Colombet – Violine
    Gabriel Le Magadure – Violine
    Mathieu Herzog – Viola
    Raphael Merlin – Violoncello


    Ihr öffentliches Musizieren ist nicht auf klassische Musik beschränkt. Es gab Improvisationen (!) über die Filmmusik von „Pulp Fiction“ und den Klassiker „Spain“ von Chick Corea.

  • Von der beeindruckenden Qualität des Quatuor Ebène zeugen zwei hervorragende Radiomitschnitte:


    1. Haydn: Streichquartett Nr. 74-3 und 76 - 2 aus Hitzacker von 2009


    2. Beethoven: St.-Qu. Nr. 14 cis-moll op.131 aus East Neuk (irland) vom 30.06.11


    Beide rechnen zu den unverzichtbaren Aufnahmen. Der Beethovenwiedergabe gebe ich momentan sogar den Vorzug vor Emerson.
    Ich halte spätestens seit diesem Beethoven-Mitschnitt Quatuor Ebène für eines der ganz bedeutenden Streichquartette.


    Etablieren werden sich vermutlich auch das JACK Quartet (Czernowin) und das Quatuor Diotima (Boulez, Webern, Lachenmann) , wenn diese sich inzwischen nicht bereits etabliert haben.


    :hello:


  • Spottbillig - und neben dem Artemis-Quartett gleichrangig - ist die Einpielung der Lyrischen Suite durch das Schoenberg Quartett.



    während ich mit der Einspielung der Schönbergschen Quartette durch das gleiche Streich-Quartett mich nicht so anfreunden vermag.
    In Sachen Schönnberg bietet das Aron Quartett die sehr viel gelungenere Alternative, auch was Arditti und La Salle betrifft.


    Zu unrecht kaum bekannt ist die gleichfalls vorzügliche Einspielung durch das Wihan Quartett von Schönbergs meisterhaften 4. Quartett gepaar mit Pfitzners hervoragendem Streichquartett op. 36.


    Kaum zu übertreffen ist die Einspielung von Weberns Quartetten mit dem Emerson Quartett, vor allem gereicht das den späten Werken Weberns zum Vorteil, die seiner serielllen Phase entsprangen.

    :hello:

  • Das 1993 gegründete Jerusalem Quartet hat noch nicht allzuviele Aufnahmen gemacht - aber die wenigen haben es in sich.
    Man muß diese Formation bereits zu den Etablierten zählen, und was noch wichtiger ist, - zu den klangschönsten Quarteten, die ich je gehört habe. Bei der weiter unten vorgestellten Aufnahme von 3 Mozart Streichquartetten besticht sofort der warme harzige Ton - ohne daß der Klang "dick" wäre - im Gegenteil - die Durchhörbarkeit ist geradezu exemplarisch.
    Diese Aufnahme wurde übrigens - Etiketten zeugen davon - von folgenden Klassikuinstitutionen empfohlen:


    Radio Stephansdom
    hr 2 kultur
    fono Forum
    NDR Kultur
    mdr -figaro -kultur Radio
    BR-Klassik


    und - wenngleich ohne Aufkleber - TAMINO KLASSIKFORUM Wien




    Der Name des Quartetts leitet sich von der Stadt her, wo sie sich befreundeten.


    Die Besetzung:
    Alexander PAVLOVSKY -1.Violine
    Sergei BRESLER - 2. Violine
    Amichai GROSZ - Viola
    Kyril ZLOTNIKOV - Violoncello



    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Das 1993 gegründete Jerusalem Quartet hat noch nicht allzuviele Aufnahmen gemacht - aber die wenigen haben es in sich.
    Man muß diese Formation bereits zu den Etablierten zählen, und was noch wichtiger ist, - zu den klangschönsten Quarteten, die ich je gehört habe. Bei der weiter unten vorgestellten Aufnahme von 3 Mozart Streichquartetten besticht sofort der warme harzige Ton - ohne daß der Klang "dick" wäre - im Gegenteil - die Durchhörbarkeit ist geradezu exemplarisch.




    Absolute Zustimmung. Ich selbst habe obige Mozart-CD seit einigen Monaten und schätze sie sehr. Das gleiche gilt für die Haydn-Quartett-Aufnahmen, die mir auch außerordentlich zusagen. So ein Quartettspiel macht Lust auf mehr von dieser Truppe...


    Grüße,


    Garaguly

  • Zu den Veteranen heutiger Streichquartettformationen zählt ohne Zweifel das Kodaly Quartett.


    Das Kodaly Quartett hat eine bewegte Geschichte und existiert unter diesem Namen seit 1970, jedoch gab es schon einen Vorgänger, das 1966 gegründete Sebestyen Quartett. Von den Gründungsmitglieder ist heute keines mehr in der Formation.


    Besonders die Aufnahme sämtlicher Haydn Quartette für Naxos - ich habe sie mal eher kritisch erwähnt - was nach ausgiebigem Hören -durchaus einer Korrektur bedarf - stieß auf allgemeinen Beifall und Interesse und wurde mit einigen Preisen ausgezeichnet.



    Den Einspielungen der Haydn-Quartette folgten jene von Beethoven



    und ab Ende der neunziger Jahre Schubert......




    Die heutige Besetzung:


    Attila Falvay - 1. Violine
    Erika Tóth - 2.Violine
    János Fejérvári- Viola
    György Éder - Cello


    Weitere Statements sind gerne gelesen


    mfg aus Wien


    Alfred

  • Zitat

    Ja, das Kodály Quartett ist hier im Forum nie gut weggekommen.


    Es ist - wie zumeist - eine Frage des "point of view", bzw welche Maßstäbe man bei der Beurteilung anlegt.
    Wer ein analytisches, Strukturen sichtbar machendes Spiel erwartet, wer es liebt, wenn "Brüche" betont werden, wer "Temperament" als Grundvoraussetzung sieht, der wird vermutlich mit dem Kodaly Quartett - ich beziehe mich jetzt vor allem auf die Haydn Aufnahmen - nicht glücklich werden. Auf Extreme in Sachen Dynamik wird weitgehend verzichtet, desgleichen auf extreme Tempi etc.
    Hingegen wird ein ausgewogenes Zusammenspiel und das geboten, was man gemeinhin als "klangschön" bezeichnet.
    Mir war einst der Klang ein wenig zu "vermischt", zu wenig trocken. Mit meiner neuen Raumakustik jedoch kann ich dieses Urteil nicht aufrecht erhalten.
    Es ist - dessen muss man sich bewusst sein - immer sehr verallgemeinernd, wenn man über eine Formation urteilt, und nicht über eine Einzelaufnahme - und es wird in Einzelfällen auch nicht zutreffend sein, was man in einem Satz pauschalisierend drüber schreibt. Dennoch ist es eine nützliche Krücke, wenn man ein Ensemble einordnen will.


    Vielleicht will aber noch jemand anderer seine persönlichen Eindrücke über das Kodaly Quartett schreiben, vorzugsweise BEVOR wir uns dem nächsten Quartett zuwenden...


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Ich bin wahrlich kein Kenner der Szene, aber es gibt eine Aufnahme, wo ich so überwältigt war, dass sie mir den Weg in die Kammermusik eröffnet hat. Empfohlen wurde sie mir seinerseits von unserem russischen Saturnmitarbeiter, der ein unheimliches Wissen hat.

    Was diese 4 da an Dynamik entwickeln bleibt für mich ein Mirakel. Es ist atemberaubend - und das meine ich nicht im übertragenen Sinne.
    LG
    Klaus

  • m.E. wird niemand, der einen auch nur einigermaßen repräsentativen Teil der Quartett-Diskographie kennt, die Aufnahmen des Kodaly-Quartett besonders hoch bewerten. Natürlich sind das solide Interpretationen, für Einsteiger mitunter geeignet, aber meiner Erfahrung nach eben nicht mehr.
    Und die Konkurrenz ist (außer vielleicht bei einigen Haydn-Quartetten) eben erdrückend. Das hat auch wenig mit "analytisch" oder "schroff" zu tun (wobei bei den Naxos-CDs allerdings allein das relativ entfernte, etwas hallige Klang diesen Eindruck unwahrscheinlich macht.) Auch wer klangschöne, homogene Ensembles wie zB Quartetto italiano oder Weller Quartett (oder heute evtl. Auryn) bevorzugt, wird hören, dass die dem Kodaly Q. in der Regel überlegen sind.
    Ich besitze allerdings kaum noch eine Kodaly-Aufnahme (nur eine CD mit nicht von Haydn stammenden Stücken "op.3")


    Wie gesagt, nichts gegen das Ensemble, katastrophales habe ich nicht von ihnen gehört. Aber mein Eindruck ist hier, dass, seit der Penguin Guide Mitte der 1990er deren Aufnahmen mit Sternen und Rosetten bedachte, sie bei Haydn zu einer Art Standardempfehlung geworden sind. Da typische Hörer das Geld eben eher in den 5. Mahler- oder Beethovenzyklus oder die 8. Traviata stecken, so dass für Haydn-Quartette halt kein höherer Preis als Naxos drin ist, was die Attraktivität dieser Aufnahmen steigerte... (Hörer, die die meisten Haydn-Quartette für mindestens ebenso wichtige Musik wie Mahler oder Verdi halten und Alternativen kennen, sehen das i.d.R. anders.)
    Trotz einiger Balance-Probleme und einer mitunter dominierenden "Spritzigkeit" war der von Philips herausgebrachte Zyklus des Angeles Quartets den Kodalys an Spielfreude klar überlegen.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Lieber Johannes,
    Ich bin sehr dankbar dafür, daß Du dich hier mit einer eigenen Meinung zum Kodaly Quartett meldest, denn der Kammermusikbereich von Tamino ist entgegen zahlreicher Beteuerungen von Mitglieder doch ein wenig aus dem Focus des Interesses geraten.
    Und natürlich achte ich Deine Meinung zum Kodaly Quartett, die über einen gewissen Zeitraum sogar deckungsgleich mit der meinen war. Indes sieht man das europaweit doch anders. Wikipedia schreibt beispielsweise zum Thema Qualität (bzw Akzeptanz)


    Zitat

    Sowohl unter dem alten als auch dem neuen Namen erhielt das Quartett über Jahrzehnte hinweg renommierte Auszeichnungen und hervorragende Kritiken, so wurde die Einspielung von Haydns Op. 64 von der Zeitschrift Classic CD als beste kammermusikalische Aufnahme von 1993 und der sechste Teil der kompletten Einspielung der Beethoven-Streichquartette von dem BBC-Musikmagazin im April 2000 als Empfehlung des Monats bewertet.


    Das Kodaly Quartet hat ja in den letzten Jahren die Besetzung gewechselt, wie der Normalbürger seine Hemden - aber die Preise und Belobigungen stammen ja gewissermaßen aus der "goldenen Zeit" dieses Quartetts.


    Zitat

    Trotz einiger Balance-Probleme und einer mitunter dominierenden "Spritzigkeit" war der von Philips herausgebrachte Zyklus des Angeles Quartets den Kodalys an Spielfreude klar überlegen.


    Ich habe mich oft gefragt, ob "Spielfreude" von Musikfreunden vergangener Generationen nicht als "Unernst" interpretiert worden wäre....


    Ich würde sagen, daß das Kodaly Quartet - in den mir bekannten Aufnahmen - generell zu einer gewissen "akademischen" Sichtweise der Werke tendiert, ausbalanciert und kultiviert, aber ohne jeden Überschwang und "emotionales Beiwerk"....
    Das mag man - je nach persönlicher Auffassung - als Manko - oder aber als Tugend bewerten.....
    In gewisser Weise - das Werk "pur"


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

  • Seit 1981 ist das Auryn-Quartett nun schon in unveränderter Besetzung existent


    Matthias Lingenfelder - Violine
    Jens Oppermann - Violine
    Stewart Eaton - Viola
    Andreas Arndt – Cello


    Den Namen gab sich das Quartett nach einem in der „Unendlichen Geschichte“ von Michael Endres vorkommenden magischen Amulett, welches in der Lage sein soll Wünsche zu erfüllen.
    Geprägt wurde das Auryn Quartett zunächst durch das Amadeus-Quartett, wo man Perfektionskurse unternahm. Weitere Vervollkommnung erwartete man durch Studien beim Guarneri-Quartett, welches aber andere Schwerpunkte hatte. Entscheiden war aber, was letzlich dabei herauskam. In Kürze entwickelte sich das Auryn Quartett zu einem der führenden Quartette unserer Zeit, (ich kenne DERZEIT kein besseres) welches zudem noch über ein breit gefächertes Repertoire verfügt. Krönung dürfte jedoch die Gesamtaufnahme aller Haydn Streichquartette sein (op 3 wurde weggelassen, da nicht von Haydn) welche das Quartett vor kurzem für das audiophile Label TACET eingespielt hat, und welche mit mehreren Schallplattenpreisen ausgezeichnet wurden


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

  • Der Name des 1975 in Mannheim gegründeten Streichquartetts entstand zum einen, weil das heute in Essen ansässige Quartett ursprünglich in Mannheim gegründet wurde, aber auch als Anspielung an die „Mannheimer Schule“. Schon 1977 erhielt es den „Mozart Preis“ der Stadt Mannheim. Studien beim Amadeus-, La Salle- und Melos Quartett in den ersten Jahren des Bestehens dienten der Perfektionierung.


    BESETZUNG
    1.Violine
    Alfred Oppelcz (1975-1993)
    Andreas Krecher
    2.Violine
    Claudia Hohorst (1975 – 2001
    Shinkyung Kim (seit 2001)
    Viola
    Ulrich Knörzer (1975-1990)
    Niklas Schwarz Viola (seit 1990)
    Cello
    Armin Fromm (seit 1975)


    Das Quartett hat im Rahmen seiner Konzerttätigkeit in ganz Europa sowohl Klassisches Repertoire als auch Uraufführungen zeitgenössischer Komponisten aufgeführt, darunter einige Uraufführungen.
    Zudem hat es - das ist für uns CD-Sammler interessant - zahlreiche Tonträger-Aufnahmen gemacht....



    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred


    clc 1590

  • Sehr positiv aufgefallen ist mir diese Formation aus 4 Damen, das Klenke-Quartett. Gemäß den Angaben auf ihrer Webpage, begegneten sich Annegret Klenke (Violine), Beate Hartmann (Violine), Yvonne Uhlemann (Viola) und Ruth Kaltenhäuser (Cello) zum ersten Mal in 1991. Sie sind also - mir sei diese Indiskretion erlaubt - älter als sie aussehen. Die Diskographie ist noch verhältnismäßig schmal aber ihre Mozartaufnahmen bei PROFIL finde ich so exzellent, dass die Klenkes hier erwähnt werden sollten. Tatsächlich haben mir die vier Damen Mozarts Preussischen Quartette erst so richtig nahe gebracht:



    Es liegen auch noch eine Gesamteinspielung der Tschaikowskiquartette (habe ich nicht), Haydns sieben Worten (mir persönlich zu langsam...), und jeweils einem Quartett Mendelssohns (Op. 13) und Goldmarks (Op. 8) vor.

  • Sicher zu den inzwischen Etablierten gehört auch das Henschel Quartett, dass nächstes Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. 1994 taten sich die Geschwister Monika, Christoph und Marcus mit dem Cellisten Mathias Beyer-Karslhoj zusammen und räumten in den folgenden Jahr gleich reihenweise Preise bei Wettbewerben ab. Seit 2011 sitzt David Bell - ehemals Petersen Quartett - an der 2. Violine.



    Highlights der Discographie sind die Gesamtaufnahme der Streichquartette von Mendelssohn, ...



    ... die Ersteinspielung des wunderbaren Streichquintetts von Max Bruch, ...



    ... sowie die Aufnahme der Streichquartette von Manfred Trojahn.


    Monika Henschel ist seit 2012 Präsidentin des von ihr initiierten Verbands Deutscher Streichquartette.


    http://www.vdsq.de/home/

  • Fitzwilliam-Quartett


    Nach allem, was ich weiß, kann man wohl auch dieses Ensemble unter die Etablierten fassen. Gegründet in Cambridge, England sind sie seit mittlerweile stolzen 55 Jahren aktiv. Für diese lange Zeit ist ihre Diskographie trotz Plattenvertrags bei der Decca relativ schmal geblieben, ihre Einspielungen werden allem Anschein nach aber allgemein hochgeschätzt.


    Was die bisher einzige Einspielung angeht, die ich vom Fitzwilliam-Quartett kenne, kann ich mich dieser Einordnung auch voll und ganz anschließen. Zwar habe ich sie noch nicht komplett gehört, aber was ich bisher von ihrer Gesamteinspielung der Streichquartette Schostakowitschs geniessen durfte, ist ziemlich eindeutig allererste Liga:




    Daneben gibt es von ihnen auf Platte noch ein ziemliches Sammelsurium von Bach bis Blake. Eine Diskographie findet sicha auf der Homepage des Ensebles: www.fitzwilliamquartet.org/.

  • Gegründet in Cambridge, England sind sie seit mittlerweile stolzen 55 Jahren aktiv.


    Meiner Rechnung nach sind es 45 Jahre und nach dem Bild auf ihrer Homepage ist bestenfalls noch ein Gründungsmitglied aktiv. Das Quartett ist also wohl schon mehrmals umbesetzt worden.


    Das ändert jedoch nichts an ihrer historischen Bedeutung, da sie die erste Formation waren, die alle Schostakowitsch-Qartette im Westen spielten und somit bekannt gemacht haben. Die drei letzten Quartette führten sie überhaupt als erste im Westen auf, sie lieferten den ersten vollständigen Quartettzyklus auf Schallplatte und spielten auch vollständige Zyklen im Konzert.


    :hello:

  • Das Amar Quartett, Zürich ist ein wenig schwer zu beschreiben. Gegründet wurde es 1987 von Maja Weber und Anna Brunner, allerdings ist mir nicht ganz klas undter welchem Nsmrn ds Quartett damals auftrat, denn erst 1995 wurde der Formation vom Hindemith Institut der Name Amar Quartett übertragen. Dies geschah anlässlich des 100 Geburtstages von Paul Hindemith. Ein Amar Quartett hatte es nämlich in Frankfurt am Main beereits gegeben, Es wurde 1922 von Paul Hindemith begründet und nach dem ersten Geiger Licco Amar benannt. Bereits 1929 wurde dieses erste Amar Quartett aber wieder aufgelöst.


    Mit dem Weggang von Maja Weber , 2007 – sie gründete das Stradivari Quartett – verliessen auch zwei Stadivaris, die als Leihgaben zur Verfügung gestellt wurden, das Ensemble in Richtung Stradivari Quartett


    Ungeachtet dessen konnte das Amar-Quartett auch in seiner derzeitigen Besetzung seinen bereits legendären Ruf halten


    Die derzeitige mir bekannte Zusammenstzung des Quartetts lautet:
    Anna Brunner, Violine
    Igor Keller, Violine
    Hannes Bärtschi, Viola
    Christopher Jepson, Violoncello


    Scheinbar wechseld das Quartett relativ of die Besetzung, denn der Cellist ist erst seit Mitte 2012 mit dabei.


    Das Ensemble weist auf seiner Internetseite darauf hin, dass sie sowohl klassisches als auch modernes Repertoire spielen. Ich glaube aber, dass ich richtig liege, wenn ich behaupte, dass die große Liebe des Ensembles doch mehr der Moderne gilt – und hier im besonderen Hindemith….
    Ich habe das Amar Quartett auf einer ihrer neuesten Aufnahmen (2009/2010)
    für Naxos gehört und war stark beeindruckt. Stradivari hin – Stradivari her…..


    mt freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred


    clck 1814

  • Das belgische Quatuor Danel wurde 1991 von 4 französischen Musikern in Brüssel gegründet. Während seiner Ausbildung gab es eine Cooperation mit dem Amadeus Quartett, sowie mit Mitgliedern des Borodin Quartetts und Walter Levin vom LaSalle Quartett, sowie Feodor Drushinin vom Beethoven Quartett.
    Das Quartett spielt seit seiner Gründung – mit Ausnahme der Viola - in unveränderter Besetzung


    • Marc Danel - Violine (seit 1991)
    • Gilles Milet - Violine (seit 1991)
    • Vlad Bogdanas - Viola (seit 2005)
    • Guy Danel - Violoncello (seit 1991)


    Schwerpunkte des Qartetts sind zeitgenössische frankophone und russische Werke, aber auch generell Musik des 20 Jahrhunderts.
    Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Gesamtaufnahmen der Streichquartette von Schostakowitsch und Weinberg.



    Die offizielle Website ist nur in französischer Sprache existent.
    http://www.quatuordanel.eu/



    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Mehr als 7 Monate sind seit dem letzten Eintrag vergangen. Aber, wie sagt schon das Sprichwort ? "Gut Ding braucht Weile


    Heute möchte ich ein weiteres Streichquartett vorstellen:
    Das englische Maggini Quartett wurde 1988 gegründet. Es ist nach dem italienischen Geigenbauer Giovanni Paolo Maggini (1580 - 1632) benannt. Es ist sozusagen die Wunderwaffe von Naxos in Sachen: "Britische Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts" Wie die weiter unten gezeigten Cover - sie stellen nur eine Auswahl dar - zeigen decken sie diesen Bereich fast zur Gänze ab. Aber die Magginis spielen auch übliches Standardrepertoire. Für das Label "Meridian" nehmen sie derzeit sämliche Strichquartette von Felix Mendelssohn-Bartholdy auf. Folge 1 ist bereits veröffentlicht.


    Die derzeitige Besetzung ist wie folgt:


    Julian Leaper - 1. Violine
    David Angel - 2. Violine
    Martin Outram - Viola
    Michal Kaznowski - Cello


    Ob dies dieselbe Besetzung ist, welch bei Gründung des Quartetts bestand konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen



    http://maggini.net/


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Als bisheriger Kammermusik-Verweigerer (genauer muss ich die Formationen Streichquartett- und -quintett nennen, denn Kammermusik, an denen ein Klavier beteiligt ist, mag ich schon), sind mir von den hier aufgezählten Formationen nur Hagen-, Emerson-, Buchberger-, abq, Kronos-, Arditi- und Kodály-Quartett dem Namen nach bekannt. Die übrigen Genannten sagen mir nichts - was man dem Verweigerer dieses Genres nachsehen wird.


    Ich führe hier mal das Aeolian-Quartett an, mir bis dato ebenfalls unbekannt, deren für die Decca aufgenommene Haydn-Streichquartette ich (fast geschenkt) erwerben konnte. Diese Wiederveröffentlichung erschien allerdings, bei gleichem Farbschema wie bei der Decca, unter dem Namen London, wie das nebenstehende Cover zeigt. Die Kenner der Materie können das bestimmt erklären, denke ich.


    Die Frage ist, ob Aeolian zu den etablierten Quartetten gehört - ich weiß aus Stöbern hier im Forum, dass es ältere Threads mit durchaus negativen Beurteilungen der Aufnahmen dieser Musiker gibt. Also habe ich mir gedacht, dass dieses Aeolian-Quartett schon zu den Etablieten gehören muss - es könnte aber auch sein, dass sie zu den bereits "Verblichenen" gehören, mit der Konsequenz, dass sie dort einzureihen wären.


    Nachdem ich nun die Aufnahme gehört habe, stelle ich fest, dass mir das Aeolian-Quartett die Scheu vor diesen kleinen Streicherformationen genommen hat; insofern vermag ich die älteren Einschätzungen von Taminos nicht zu teilen. Hier wird für mein Empfinden durchaus engagiert gespielt und - ich wiederhole mich da - dass m i r die Scheu, die Angst oder auch Ablehnung dieses Genres genommen wurde, ist in meinen Augen ein gewaltiges Plus.


    :hello: