Prokofiev: Peter und der Wolf, Op.67

  • Hallo, Richard!
    Diese Aufnahme ist ein Klassiker. Der Text ist von Loriot mit einer Prise feinem Humor. Ich kenne nur zwei Aufnahmen, würde diese aber vorziehen.



    Ob Böhm ein guter Prokofiew-Interpret ist, kann ich wahrlich nicht beurteilen. Aber ich glaube, bei diesem Werk kommt es nicht so sehr darauf an.
    Viele Grüße,
    Pius.

  • Hallo Richard,


    ich besitze Bernsteins Aufnahme. Eine Kaufempfehlung kann ich nicht ausspreche, da ich keine Vergleichsmöglichkeit habe und mich Peter und der Wolf auch nicht übermässig interessiert.
    Bernstein spricht den Erzählertext selbst. (naturgemäß in englisch)
    Musikalisch / sprecherisch vermutlich mindestens gutes Mittelfeld, aber das war mir beim Kauf egal, eine Aufnahme davon reicht mir.

    Leider spricht bei dem Brittenstück ein altkluger Knabe, was mich nicht recht begeistern will.


    New York Philharmonic, 1962


  • Hallo Prokofieff-Freunde,


    die Bernstein - Aufnahme mag ohne Zweifel sehr gut sein, aber für Peter und der Wolf brauchen wir (D und A) einen deutschsprachigen Sprecher !
    Die Loriot-Aufnahme scheint eine der Beliebtesten überhaupt zu sein, aber es gibt noch eine, die in der Beliebtheitsscala an 2.Stelle steht und mir vom Orchesterspiel noch besser gefällt:


    Diese gesamte DG-CD ein hervorragendes Beispiel dafür ist, wie man seine Kinder an die Klassik heranbringen kann.
    Bei meinen Töchtern war es jedenfalls ein voller Erfolg:


    :) Der Sprecher ist Mathias Wiemann, das äußerst Präzise und mit dem nötigen Feuer und Einfühlungsvermögen spielede Orchestre de Paris unter Lorin Maazel, liefern hier einen sehr schönen Peter und der Wolf ab.


    ;) Die CD enthält zudem meine Lieblingsaufnahme der Ung.Tänze Nr.1,3,5,6 von Brahms und Mozarts Kleine Nachtmusik (Karajan/Berliner PH).
    Die DG-CD ist für 4,99€ zu haben.

  • Bei "Peter und der Wolf" gibt's für mich nur eine Aufnahme (ich besitze auch nur eine und bin erstaunt, daß teleton sie noch nciht genannt hat ;) ):



    Dürftige Spielzeit (knapp 50 Minuten) aus frühen Stereotagen (1957, aber sehr akzeptable Klangqualität), aber die damals 18-jährige Romy Schneider spricht mit einer solchen Begeisterung, daß ich ihr zu Ehren keine weitere(n) gekauft habe... ;)

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler


  • Ich würde auch die als Referrenz-Aufnahme sehen - noch vor der Loriot-Version, weil hier der Sprecher fast besser ist - Loriot möge mir verzeihen... :jubel:

  • Zitat

    Original von Norbert
    Dürftige Spielzeit (knapp 50 Minuten) aus frühen Stereotagen (1957, aber sehr akzeptable Klangqualität), aber die damals 18-jährige Romy Schneider spricht mit einer solchen Begeisterung, daß ich ihr zu Ehren keine weitere(n) gekauft habe... ;)


    Stimmt - Romy Schneider hat soviel jugendlichen Charme und zudem eine so schöne Stimme, dass auch ich seinerzeit zu dieser Aufnahme gegriffen habe.
    Ganz allerliebst! =)


    Gruß, Cosima

  • Zitat

    Bei "Peter und der Wolf" gibt's für mich nur eine Aufnahme (ich besitze auch nur eine und bin erstaunt, daß teleton sie noch nciht genannt hat ):



    Dürftige Spielzeit (knapp 50 Minuten) aus frühen Stereotagen (1957, aber sehr akzeptable Klangqualität), aber die damals 18-jährige Romy Schneider spricht mit einer solchen Begeisterung, daß ich ihr zu Ehren keine weitere(n) gekauft habe...


    Hallo Norbert,


    ich habe nun seit einigen Tagen den Entschluss gefasst: "Maik, du musst dir unbedingt Peter und der Wolf holen!"
    Natürlich will ich nicht irgendeine, sondern was feines...nun gibt es hier ja ein paar Empfehlungen und ich denke, ich habe mich für die deinige entschieden.
    Und da auch Cosima begeistert ist, hoffe ich, dass sie mich dann auch begeistern tut!!!


    Vielen Dank :jubel:
    Gruß, Maik

  • Könnt ihr auch ein schön illustriertes Buch empfehlen (Ich bin mit derAusgabe von Frans Haacken aufgewachsen)?
    Vielen Dank!

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Hab mich nun durch folgende Aufnahmen durchgehört:


    Sprecher: Hermann Prey, Karlheinz Böhm, Mathias Wiemann, Romy Schneider.


    Für junge Kinder halte ich die Wiemann-Aufnahme für unübertroffen; für ältere Kinder die höchst dramatische Fassung Böhms, die einem jüngeren Kind gehört Angst einjagen kann: Wiemann spricht darstellerisch; Böhm dramatischst miterlebend. Scheider finde ich lolitahaft etwas kindlich-manieriert. Prey einfach mit zu wenig Pepp (wie auch beim Singen).


    Das Dirigat von Karl Böhm ist phantastisch! So einen Prokofieff hätte ich ihm nicht zugetraut: da schleicht der Wolf wirklich beängstigend heran! Außerdem sind wunderbare Feinheiten herausgearbeitet. Diese Böhm/Böhm Aufnahme hat auch den Vorteil, mit dem Karnaval der Tiere gekoppelt zu sein, den KH Böhm wesentlich besser als Loriot spricht (so mich die Erinnerung nicht trügt)!


    Das Dirigat Maazels entspricht genau der erzählerischen Klasse Wiemanns!


    Mein Fazit: Wiemann für jüngere, Böhm für ältere Kinder! (Karajan/Scheider für Erwachsene? Prey/Haitink für alternde Nostalgiker?)

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • ... hier die Aufnahme mit Ustinov:



    (das Bild wurde verlinkt)


    Preislich sehr verlockend, auch interpretatorisch?


    =========================
    Grüße aus dem Ländle.
    Milosz.

  • Op. 67 scheint auch so eine magische Zahl zu sein... :rolleyes:



    Mir hats sehr gut gefallen, dem Sohnemann auch: Staunen, Lachen, Weinen - alles dabei.


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Wirklich schön gemacht!


    Etwas irritiert war ich allerdings zu der Vorankündigung "Original mit deutschen Untertiteln" - das hätten sie sich sparen können [es wurde überhaupt nicht gesprochen - nur "markiert"]. Und UT gabs auch keine, was auch zum Glück garnicht notwendig war.


    Wer hat's noch gesehen?


    :hello:


    Ulli

  • Ich habe erst vor einer Viertelstunde den Hinweis von Kulturvermittler gelesen und dann eingeschaltet.


    Meine doofe Frage: War das jetzt das making of? Oder erst der Film und danach das making of?


    Für den Film würde ich mir das glatt notieren und dann aufnehmen. :yes:


    Danke für eine Antwort, Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Zitat

    Original von Andrew
    Meine doofe Frage: War das jetzt das making of? Oder erst der Film und danach das making of?


    Zuerst kam der Film - ca. 30+ Minuten, dann das making of, welches ich nicht so interessiert verfolgt habe. Aber ich habe aufgezeichnet.


    Mein Sohn hat die Frage, ob er's nochmal sehen will bejaht, so habe ich also gleich betitelt, geschnitten und gesichert.


    Etwas unpassend fand ich Garfield... rein formal. Obschon dieser "Inszenierung" einige echt urkomische [allerdings auch irgendwie platte] Gags innewohnten, war die Grundstimmung sehr spannend und traurig. Köstlich amüsiert habe ich mich, als der Krähe [oder was das war... :rolleyes: ] der Ballon platzte und sie quer - mit entsprechendem Pupsgeräusch durch die Wallachei flog... :D - Aber sogleich wurde man wieder in den Bann dieser besonderen Mimik und Gestik gezogen. Eigentlich liegt ein ziemlich schwerer Schleier der Trauer über dieser Performance. Bis einschließlich heute habe ich eigentlich die "Handlung" nicht logisch nachvollziehen können. Vielleicht muß man dafür jenseites des Ural wohnen, um ein Feeling dafür zu bekommen. Na, wurscht - insgesamt ein gelungenes Projekt und meine erste Begegnung mit einem Animationsfilm.


    :hello:


    Ulli

  • Ich muss nun meine Ansicht zu Matthias Wieman revidieren: Nicht die Aufnahme bei der DG mit Maazel ist es, die so großartig ist, sondern folgende:


    Serge S. Prokofiew
    Peter und der Wolf
    Sprecher: Matthias Wiemann
    Berliner Philharmonisches Orchester
    Dirigent: Fritz Lehmann
    Eterna VEB Deutsche Schallplatten Berlin 720009


    Bei Maazel spricht Wiemann entsprechend kühl (das macht wohl seine Größe als Schauspieler aus, auch sich der Musik anpassen zu können)! Wie herzlich, erzählerisch und kindgerecht hingegen dirigiert Lehmann!
    :jubel:


    Dieselbe Wärme entwickelt auch hier Wiemann! Höchste Zeit, dass dieses einzigartige Aufnahme wieder bei BerlinClassics veröffentlich werden wird!

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

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  • Na ja, auch Bilder ohne Text ist quasi "mit Erzählung"...


    anyway. Es gibt eine Aufnahme mit Lina Prokofieff als Erzählerin, wohl auf Russisch, wie ich annehme. Da muss man den Text nicht verstehen und kann sich ganz auf die Musik konzentrieren. Aber warum willst Du denn das ganze ohne Text? (Wagner ohne Worte könnte ich ja noch verstehen...) Der Text dieses russischen Märchens ist doch integraler Bestandteil des Werks.

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

    Einmal editiert, zuletzt von a.b. ()

  • Lieber Richard,


    Von "Peter und der Wolf" gibt es sehr viele gute und sehr gute Aufnahmen, sodaß einem eher schwer fällt, sich zu entscheiden oder sie in der Erinnerung auseinanderzuhalten (einfacher wäre es, Sammlerehrgeiz zu entwickeln und gleich ein Dutzend zu kaufen). Geht man rein vom Preis/Leistungs-Verhältnis aus, dann ist die mehrfach empfohlene Version Maazel/Wiemann meiner Ansicht nach unbedingt in der engsten Wahl. Ich habe diesen Kauf jedenfalls noch nie bereut.


    LG


    Waldi


  • Ich habe nun vom Label edel erfahren, dass diese einstige Eterna-Veröffentlichung eine Linzenzausgabe der DGG gewesen ist. Offensichtlich hat das Gelblabel innerhalb weniger Jahre - wohl wegen des Wechels von Mono auf Stereo - gleich zwei Aufnhamen mit Wiemann produziert. Schade nur, dass die mit Lehmann nicht die spätere war!


    Fazit: Höchste Zeit, dass dieses einzigartige Aufnahme wieder bei der DGG veröffentlich werden wird!


    Mein Ranking:
    1. Matthias Wiemann/Fritz Lehmann
    2. Matthias Wiemann/Lorin Maazel
    3. Karlheinz Böhm/Karl Böhm

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

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  • Auch ich empfehle diese Aufnahme:



    Und zwar wegen der hinreißend kindlich-begeisterten Stimme von Romy Schneider und des ganz hervorragenden Dirigats und Orchesterspiels. Die Charaktere der Tiere sind wunderbar nachgezeichnet (man achte auf den schleichenden, samtpfotenen Gang der Katze!). Der abschließende Triumpfmarsch ist großartig gestaltet. Die Klangqualität - wenn sie denn als so entscheidend erachtet wird - ist jedenfalls gut.


    Loge

  • Zitat

    Und zwar wegen der hinreißend kindlich-begeisterten Stimme von Romy Schneider


    Seltsam. Genau deshalb ist diese Aufnahme für mich noch unerträglicher als durch Karajan allein. Die Schneider erzählt völlig exaltiert im überzuckerten Sisi-Tonfall ein Märchen, dazu gibt's Hintergrundmusik mit wenigen Momenten (wie eben der Katze), die aufhorchen lassen.


    Ich mag sehr gern diese Aufnahme, in der der Vater glänzend dirigiert und der Sohn zeigt, daß ein bißchen weniger Vokalakrobatik unendlich viel mehr sein kann:


    Wem es vor allem um die Musik geht, der sollte versuchen, die Roschdestwenskij-Aufnahme mit dem Symphonieorchester der UdSSR zu bekommen. Roschdestwenskij, der ja immer ein engagierter Anwalt Prokofjews war, nimmt die Musik ernst, wodurch sie ihre elegant ironische Seite sehr stark offenbart. Und wenn die Hörner losbelfern, geht's richtig zur Sache!
    Leider ist die Aufnahme für den Westen meines Wissens nach nur auf französisch erschienen. Aber wer's in dieser Sprache (in der hier von Gérard Philipe sehr schön erzählt wird) versuchen will - unbedingt zugreifen!


    :hello: