KOZELUCH, Leopold Anton [1747-1818]

  • Bekannte Namen umgeben einen Unbekannten…


    Leopold Anton Kozeluch wurde am 26. Juni 1747 in Welwarn als eines von 16 Kindern des fleißigen Schusters Anton Bartholomäus Kozeluch [1708-1794] geboren. Offenbar stellten seine Eltern ob der großen Kinderschar keine allzu großen Überlegungen mehr an und tauften den Knaben auf den Namen Johann Anton [Ioannes Antonius]. Sie konnten ja auch nicht wissen, dass ihr Sprössling es seinem etwas älteren namensgleichen Cousin [1738-1814] gleichtun und Komponist werden würde. Die beiden „Namensvettern“ und deren Schöpfungen auseinander zu halten, hat der Musikforschung bis heute große Freude bereitet. Das konnte auch Kozeluchs später selbst vorgenommene Vornamensänderung nicht wirklich verhindern.



    Nachdem Kozeluch ersten Klavierunterricht bei Antonín Kubík erhalten hatte, widmete er sich dem Studium der Humaniora in Prag und besuchte fleißig philosophische und mathematische Lehrcurse, was ihn offenbar anregte, an der Prager Universität Jurisprudenz zu studieren. Anregte…, aber nicht fesselte: Er verabschiedete sich von seinem Studium nach Absolvenz des Naturrechtes zu Gunsten seiner Komponistenlaufbahn, die gar nicht mal so übel war:


    Bereits als Elfjähriger hatte er mit ersten Klavierkompositionen aufgetrumpft, so war es ihm ein Leichtes, 1771 – als 24jähriger – als Auftragskomposition für das Prager Nationaltheater ein Ballett zu komponieren – von durchschlagendem Erfolg: es folgten 23 weitere Ballettkompositionen im Auftrage des Nationaltheaters innerhalb von 7 Jahren. Leider sind diese Werke heute allesamt nicht auffindbar und gelten als verloren [tut mir echt Leid, Lullist]. Kozeluch etablierte sich schnell zum geschätzten Pianisten und so verschlug es ihn 1778 nach Wien, wo er vermutlich auf Johann Georg Albrechtsberger traf. In Wien unterrichtete er Bekanntheiten wie Josepha [von] Aurnhammer, Maria Theresia Paradis [die übrigens selbst komponierte] und Simon Sechter. Aurnhammer und Paradis waren bekanntlich auch Schülerinnen Mozarts und Salieris. Kozeluch kursierte offenbar in besten Kreisen und war später auch mit Mozart, Vanhal und Dittersdorf bekannt.



    Als ihm 1781 die Nachfolge Mozarts als Hoforganist in Salburg angeboten wurde, konnte er bereits gelassen darauf Pfeifen – er schlug die Stelle aus. Viel passender für seinen Geldbeutel kam ihm daher, dass er nach Mozarts Tode [05.12.1791] die bis Ende Februar 1793 unbesetzte Stelle als k.k. Kammerkompositeur vorläufig bereits seit Juni 1792 besetzte und ab dem 1. März 1793 dann offiziell. Er erhielt weitaus mehr als das doppelte Gehalt Mozarts und strich 1.500 Gulden Jahresgehalt ein. Das entspricht heutigem Geldwert von etwa 27.000 € - nicht die Welt, aber immerhin. Allerdings waren ihm auch ein paar Kleinigkeiten auferlegt, so hatte er beispielsweise jährlich eine Oper oder ein Oratorium, im Bedarfsfalle auch zwei weitere Opern zu komponieren. Dadurch erweiterte sich die Position und er konnte sich k.k. Kammer- und Hofkompositeur nennen. Diese Stelle behielt er bis zu seinem Tode.


    Kozeluch heiratete Maria von Allstern, konnte aber dem Vorbild des Vaters nicht ganz gerecht werden: Aus der Ehe gingen eine Tochter Katharina und ein Sohn Anton hervor. Weiterhin wird vermutet, dass es sich bei Baptist Kozeluch um einen weiteren Sohn Kozeluchs handelt. Er starb am 7. Mai 1818 in Wien an zurückgetrettener Gicht, wie es heißt. Ja, man war erfinderisch damals…


    Kozeluch war übrigens Freimaurer und gehörte den Logen Zum Palmbaum sowie seit 1782 Zu den Drei Adlern an. Seinen dienstlichen Pflichten wurde er gerecht, hielt sich aber bei sakralen Werken deutlich zurück:


    Oratorien
    Moisè in Egitto, azione sacra [Wien, 1787]
    La Giuditta


    Opern
    Mazet, Oper 2 Akte [Wien, 1780]
    Debora e Sisara, Seria 2 Akte [Wien, 1789]
    Didone abbandonata, dramma serio 3 Akte [Wien, vor 1790]
    Telemach auf der Insel der Kalypso [Prag, 1798]
    Judith und Holofernes, Oper 2 Akte [Wien, 1799]


    Ballette
    La principessa Adelasia ritrovata, 1782
    La tempestà di Telemacco, 1798
    Die Maskerade, 1799
    La morte di Ottone II imperatore,
    1791 zur Krönung Leopolds II. In Prag [vgl. La clemenza di Tito, Mozart]


    Sein Werk umfasst weiterhin Kantaten, Chöre, mehrstimmige Gesänge [Notturni], eine Vokalsinfonie Dum ti dum, französische und italienische Arien, mehr als 20 Sinfonien, darunter drei Concertante [eine davon mit Mandoline und Trompete], über 80 Klaviertrios, 2 Klarinettenkonzerte, 3 Konzerte für Klavier vierhändig, etliche Klavierkonzert [nur zweihändig], Divertimenti, Serenaden, Quartette, Tänze, Duos, Sonaten . . .


    Kozeluch publizierte oft im Eigenverlag, auch Werke anderer zeitgenössischer Komponisten wurden verlegt.


    Seine Schöpfungen sind generell ausgezeichnet und mit gediegener Beschaffenheit, gutem Geschmack und korrekter Harmonik im Überfluß augestattet; und die Imitationen Haydns sind weniger häufig als bei jedem anderen Meister dieser Schule… – so Charles Burney in dem 1789 veröffentlichten letzten Band seiner General History of Music. Kurz an Mozarts Haydn-Quartette erinnert, liegt der Grund für Mozarts Rage doch ziemlich nahe…


    Noch besitze ich nur zwei CD’s mit Werken Kozeluchs:



    SINFONIEN C-Dur, A-Dur „à la française“, D-Dur „Periodique“ und B-Dur „L’irresoluto“


    CONCERTO KÖLN


    Die C-Dur-Sinfonie ist einmalig, Haydn’s „Maria Theresia“ könnte einpacken dagegen…



    Kaufzwang wegen des Klavierkonzertes D-Dur, dankeswerter Weise von Karl-Andreas Kolly eingespielt. Ihm fehlt etwas der Sinn für Humor, sonst ganz ordentlich, elegant und spritzig. Kozeluch zitiert böshaft im ersten Satz Mozart’s D-Dur-Violinkonzert thematisch eisenhart, der dritte ein Variationssatz – bezaubernd. Es git sogar eine Variation, in der das Klavier schweigt, dafür fehlt die bei Mozart obligat gewordene moll-Variation. Da haben wir nicht aufgepasst, gell, Herr Kozeluch…


    Hinweisen möchte ich noch auf diese Besonderheit:



    Einige CD’s mit Seltenheitswert findet man übrigens hier:

  • Hallo Ulli,


    per Zufall stoße ich eben auf diesen Thread und habe ihn mit Interesse gelesen.


    Als du auf seine Ballatte zu sprechen kamst, hatte ich im Kopf gerade die Frage formuliert, ob du auch Aufnahmen kennst. Die Ernüchterung folgte sofort - sie sind verschollen.


    Fast alle seine Kompositionen, die er am Wiener Kaiserhof tätigte, sind im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen.
    Das erschwert einen Vergleich Kozeluchs mit Mozart oder anderen, was sehr schade ist. Denn man vermutet, dass sein Schaffen auch andere Wiener Komponisten beeinflusste. Besonders sollen wohl seine Klaviertrios und Sonaten einen gewissen Ludwig van Beethoven deutlich beeinflusst haben.



    Zitat

    Kozeluch kursierte offenbar in besten Kreisen und war später auch mit Mozart, Vanhal und Dittersdorf bekannt.


    Ja, das kann man so sagen.
    Kozeluch veranstaltete in seinem Haus private Konzerte, bei denen Carl von Dittersdorf und Johann Vanhal als Musizierende mitwirkten. Beide waren angesehene Wiener Musiker.


    Bei einer Aufführung eines Haydn Werkes sprach Mozart Kozeluch an: Herr, und wenn man uns Beide zusammenschmilzt, wird doch noch lange kein Haydn daraus.
    Kozeluch machte dann eine Bemerkung, dass er eine bestimmt Stelle bei dem Werk nicht so komponiert hätte, wie es Haydn tat, woraufhin Mozart entgegnete: Ich auch nicht, und wissen Sie warum? Weil weder Sie noch ich auf diesen Einfall gekommen wären.




    Prinzipiell besitze ich die gleiche CD der vier Symphonien (C-Dur, A-Dur, D-Dur, B-Dur) wie du, nur eben von Elatus und somit deutlich billiger. Zudem war sie zum Zeitpunkt meines Einkaufs auch nur zu einem vergünstigten Preis zu haben :yes:




    Ganz klar überzeugt mich die C-Dur Symphonie am meisten. Der erste Satz ist IMO so prachtvoll und majestätisch und das gesamte Werk so festlich, dass es einen ansteckend feierlichen Charakter hat.


    Die anderen drei Symphonien gehen durch diesen prachtvollen Start etwas unter. Aber das konnte ich vorher ja nicht wissen...
    Die Symphonie B-Dur 'L'irresolut' ('der Unentschlossene') sagt mir von den anderen dreien am meisten zu.
    Wobei diese auch nicht schlecht sind, nur ein ganz anderen Charakter haben!



    Gruß, Maik

  • Salut Maik,


    schön, dass Du Gefallen an Kozeluchs Werken gefunden hast.


    Die Nähe zu Mozart, die Du ansprachst, kann indirekt bestätigt werden dadurch, dass einige Werke Kozeluchs Mozart untergeschoben wurden; davon sind zu nennen:


    Menuett mit Trio in C-Dur für 2 Violinen, Baß, 2 Oboen 2 Flöten, 2 Clarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner und Pauken KV Anh. C 13.01


    Klaviertrio in D-Dur [Klavier, Violine und Violoncello] KV Anh. C 22.01


    Gavotte, Allegro und Marcia lugubre für Klavier zu vier Händen KV Anh. C 24.01 - das Werk wurde auch mal Ludwig van Beethoven zugeschrieben.


    Rondo B-Dur für Klavier solo KV Anh. C 25.02 - auch dieses Rondo wurde zeitweise durch G. de St.-Foix Ludwig van Beethoben zugeschrieben


    Im Köchelverzeichnis Anh. C sind die eindeutig Mozart unterschobenen Werke verzeichnet. Kozeluch hatte einen eigenen Musikverlag in Wien und übte dadurch - wenn auch keinen all zu großen - Einfluß auf das Musikgeschehen aus. Mozart spielte mit dem Gedanken, seine Preußischen Quartette beim Verlag Kozeluchs stechen zu lassen, dazu ist es offenbar nie gekommen. Überhaupt spricht die Familie Mozart recht selten von Kozeluch, ich mag fast bezweifeln, dass er persönlich bekannt war:


    Jedenfalls 1780 war er bei den Mozarts noch nicht so überaus bekannt, Leopold Mozart schreibt am 15. Dezember 1780 an seinen Sohn, der gerade in München weilt:


    H: Kuzelow /: oder wie das Ding heist :/ ist schon lange nicht mehr in Prag, sondern itzt in Wienn.


    Weiters wird später einiger Klatsch über Kotzeluch in den Briefen ganz nebenbei erwähnt - es geht um Geld und Geldgeber. Hier hatte Kozeluch offenbar - was Mozart irgendwie störte - das As im Ärmel.


    Die C-Dur Sinfonie stellt lt. Booklet Kozeluchs Schaffenshöhepunkt dar. Die Sinfonie wurde 1786/87 komponiert und 1787 im eigenen Verlag Kozeluchs herausgegeben. "Schaffenshöhepunkt" ist natürlich sehr relativ - Kozeluch komponierte populär; verglichen jedoch mit Mozarts Prager Sinfonie, die ebenfalls Ende 1786 entstand, kann das Werk "innerlich" nicht mithalten. Auch in Bezug auf Gossecs Grande messe des morts, komponiert 1760, ist Kozeluchs Sinfonie eher ein "technischer Rückschritt". Dennoch ist Kozeluchs Musik sehr dankbar. Es ist ja egal, wann das Werk komponiert wurde...


    Auf meiner Wwunschliste steht jetzt noch:



    Drei Klaviertrios P. IX: Nr. 14, 15, 18
    Trio 1790 (auf Orginalinstrumenten)



    Liebe Grüße
    Ulli

  • Hallo ich schätze Kozeluchs Musik sehr, auch Mozart wusste um die Qualität dieser Musik. Trotzdem, oder gerade deswegen mochte er Kozeluch nicht besonders. Das kollegiele, aber unterschwellig feindselige Gespräch in Bezug auf ein Werk Haydns (Siehe weiter oben im Thread)
    dürfte die Stimmung zwischen den Beiden Komponisten ziemlich gut wiedergeben....


    Leopold Mozart warnte seinen Sohn ausdrücklich vor diesm Kozeluch, Kozeluh, oder wie das Ding heißt.....


    Erzbischof Colloredo machte Kozeluch ein Angebot, Nachfolger Mozarts (dieser war gerade erst entlassen worden) in Seinen Diensten zu werden - und zwar zum doppelten Gehalt. Kozeluch lehnte weltmännisch elegant ab, er konnte sich das laeisten. Es ist aber auch ein Brief erhalten, wo erschreibt, er währe niccht wahhnsinnig, in die Dienste eines Mannes zu treten, der sogar einen Mozart schlecht behandelt habe.............


    Auch Kozeluch war also Mozarts Stellenwert bekannt.


    Zur Aufnahme von Kozeluch-Sinfonien für die Serie: Das alte Werk, gab es auch eine Fortsetzung, leider nicht mehr im Angebot....



    Ferner besitze ich das Oratorium:


    Moisé in Egitto


    Es wurd zwar schon von Ulli erwähnt, aller dings ohne Bild...


    Freundliche Grüße aus Wien


    Alfred

  • Salut,


    Zitat

    Erzbischof Colloredo machte Kozeluch ein Angebot, Nachfolger Mozarts (dieser war gerade erst entlassen worden) in Seinen Diensten zu werden - und zwar zum doppelten Gehalt. Kozeluch lehnte weltmännisch elegant ab, er konnte sich das laeisten. Es ist aber auch ein Brief erhalten, wo erschreibt, er währe niccht wahhnsinnig, in die Dienste eines Mannes zu treten, der sogar einen Mozart schlecht behandelt habe...


    Mozart schreibt dies aus Wien am 4. Juli 1781 an den Vater:


    [...] der Erzbischof hat unter der hand dem kozeluch 1000 fl: antragen lassen - - dieser hat sich aber bedanken lassen, mit dem Zusatz; da´er hier besser stünde, und wenn er es nicht verbessern könnte, würde er niemalen weg=gehen. zu seinen freunden sagte er aber; - die affaire mit dem Mozart schreckt mich aber am meisten ab - wenn er so einen Mann von sich lässt, wie würde ers erst mir machen. - Nun sehen sie wie er micht kennt und meine talente schätzt! [...]


    Vergleichsweise erhielt Mozart in Wien als Kammermusikus ein jährliches Gehalt von 800 Gulden, das war etwa vergleichbar mit dem Gehalt eines Oberwundarztes ca. 1785. Der Oberdirektor des Allgemeinen Krankhenhauses verdiente jährlich 3.000 Gulden, die Gage der Nancy Storace betrug 1783 = 3.248 fl., 1784 = 4.061 fl., 1785 = 4.071 fl. und 1786 = 4.500 fl. !!


    :hello:


    Ulli

  • Auch ich besitze die CD mit dem Concerto Köln - und auch ich war von der ersten Symphonie am meisten angetan.


    Aber es gibt noch eine sehr interessante CD der London Mozart Players von der ich einen Auszug habe der sehr vielversprechend ist:





    Kozeluch Symphonies
    London Mozart Players / Bamert


    sie beinhaltet 3 Symphonien:


    Symphonie in F- Dur
    Symphonie in D-Dur
    Symphonie in g-moll


    sowohl von der F-Dur Symphonie und der g-moll Symphonie habe ich Auszüge die wirklich mitreisend waren.
    Nächstes Jahr wird diese wohl auch in meinen Bestand wandern.

  • Hallo!!!


    Was mir hier nach groben Überlesen aufgefallen ist ist, dass sein Fagottkonzert hier noch nicht genannt wurde.
    Es ist eines meiner absolut liebsten Fagottkonzerte, neben (natürlich) Mozarts und den Fagottkonzerten Vivaldis.
    Was haltet ihr von diesem Werk?????


    Kennen gelernt habe ich es auf einer Eloquence-CD, die da heißt "Virtuose Fagottkonzerte" (nau no na), wo sich auch Mozart (Böhm), Carl Maria von Weber dazugesellen. Eine absolut empfehlenswerte CD.


    Mose in Egitto ist auf meiner Wunschlist im oberen Bereich vertreten, werde vielleicht bald zuschlagen.


    LG Joschi

  • Salut,


    ich habe die CD der Serien eloquence bisher nicht angeschafft, weil da zuviel enthalten ist, was ich entweder schon habe oder nicht benötige. Ich werde aber um eine Anschaffung wohl kaum drum herum kommen: Wegen des Fagottkonzertes von Kozeluch. Fünf Sesterzen werde ich schon irgendwann zusammenkratzen können... Ich gehe fast davon aus, dass es mir besser als Mozarts gefällt.


    Das ist diese CD:



    Und auch diese CD wird bald mein Eigen sein:



    Sinfonia concertante Es-Dur für Mandoline, Trompete, Kontrabaß,
    Klavier und Orchester


    Sehr interessante Kombination. Zudem steht das Konzert für Klavier vierhändig auf dem Merkzettel:





    Liebe Grüße
    Ulli

  • Zitat

    Original von Ulli


    Auf meiner Wunschliste steht jetzt noch:



    Hallu Ulli,


    und, bereits im Regal, die CD? Ich finde sie ganz hervorragend und kann die überschwengliche Kritik der Fanfare nachvollziehen:


    "Fanfare (USA) 12 / 96: "Drei Juwelen in einer Interpretation der Superlative. Die Trios sind nicht schlechter als die Mozarts und fast so gut wie die späten Trios von Haydn."


    Was denkst Du?


    LG
    Wulf.

  • Zitat

    Original von Ulli


    Aber diese Kritik finde ich ja schon wieder... :rolleyes:


    Ulli


    Aber Ulli, die geht doch noch :D


    Auf jeden Fall solltest Du (gerade Du, lieber Ulli ;) ) diesen Mißstand schleunigst aufholen. :yes:


    LG
    Wulf.

  • Zitat

    Die Trios sind nicht schlechter als die Mozarts ...


    Eben drum steht ja das Trio in D-Dur in Köchelverzeichnis unter Anh. C 22.01 - als ehemals Mozart zugeschrieben! :P


    Zitat

    ...und fast so gut wie die späten Trios von Haydn.


    Das heißt, die späten Haydn-Trios sind besser, als jene von Mozart.


    Sponsoren helft!


    :hello:


    Ulli

  • Lieber Ulli,


    Vielleicht kommt es, weil ich nur eine LP von ihm hatte, aber ich fand Kozeluch - verglichen mit Vanhall, Albrechtsberger, usw - nur ein mäßigen Komponist.



    Es tut mir Leid, aber ich kann dafür nichts. Dann müßte ich erst mehr von ihm kennen.


    LG, Paul

  • Salut,


    Du kennst nicht die C-Dur-Sinfonie? Nicht das D-Dur-Klavierkonzert?


    ;( ;( ;(


    Sehr schade.. wirklich. Du würdest einige andere CDs und LPs dafür schreddern...


    :rolleyes:


    LG
    Ulli


    P.S. sieht so aus, als hättest Du die LP mal gefaltet? :D

  • Hallo Paul,


    Du solltest - als Liebhaber der "klassischen Periode" - dem Hr. Kozeluch unbedingt noch eine zweite Chance einräumen.


    Besonders eignen würden sich die bereits erwähnten Piano Trios.
    Bei dem Preis - fast ein Muß.


    Ebenfalls sehr hervorhebenswert ist IMO die von Ulli bereits vogestellte CD des Labels Novalis. Vielleicht sogar meine Lieblings Kozeluch-CD. Leider hochpreisig.


    Concerto Köln ist natürlich erste Wahl für alle CK-Fans. Das Problem, was ich nur mit den Aufnahmen der CKs mit Mozarts Zeitgenossen habe, ist die Auswahl der Werke. Hier finde ich die Bamert-Einspielungen bei Chandos deutlich besser. Das Problem dieser Einspielungen ist, daß manche sie als zu glatt und zu harmlos interpretiert erachten. Aber was die Auswahl anbelangt, meistens gelungener.


    LG
    Wulf.

  • Hallo Wulf,


    Ich kenne das Bild (habs öfters gesehen), aber erkenne es nicht sofort.
    Erst dachte ich dachte "so ein Russe", danach "nein eine Amerikaner".
    Dann noch "ein Franzose".


    Ich kann ihm nicht identifizieren.


    LG, Paul


  • Schon erledigt...



    Sie läuft bereits wieder.


    TRIO 1790 - nicht nur der Name ist einfach genial. Rate, welches Trio mir am besten gefällt? Das Anfgangsthema ist identisch mit dem Quasianfangsthema aus dem Allegroteil von Mozarts Violinsonate KV 379... :D


    Ich danke zutiefst für die Empfehlung [die CD stand zwar eh auf meiner Wunschliste, ich hatte sie als nicht so wichtig eingestuft /: Das Cover war Schuld :/ - ein Fehler!].


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Ulli

  • Das Trio ist erstklassig; ich kenne zwar diese CD noch nicht, aber Haydn, CPE Bach und Dussek, ebenfalls alles bei cpo und inzwischen ca. EUR 5/CD. Alles sehr gut, wobei es bei Haydn inzwischen eingie Konkurrenz gibt, so dass sie dort vielleicht nicht mehr die allererste Wahl sind, aber gewiß auch keine schlechte!


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Salut,


    das m. E. vorteilhafte ist, dass hier ein nachgebautes Fortepiano von Derek Adlam [1979] nach Michael Rosenberger [~1795] verwendet wird. Es klingt genau so, wie ich mir vorstelle, dass es geklungen hat. Die Originalinstrumente in allen Ehren [als unbezahlbarer Schatz], aber im Vergleich klingen diese Ogiginalinstrumente [ich meine Tasteninstrumente] grauenhaft [womöglich noch mit Saiten A.D. 1685... :rolleyes: ]. Die Angabe "on period instruments" ist insofern irreführend. Und Matthias Fischer hat ein ziemlich gutes Vibrato :P


    Diese Einspielung ist wirklich phänomenal!


    :hello:


    Ulli

  • Hallo Ulli!!


    Ich wollte nur wissen, ob die Eloquence CD mit dem Fagottkonzert inzwischen in deinen Besitz gekommen ist!! Wenn ja, bin ich sehr gespannt auf deine Meinung zu Kozeluchs Fagottkonzert, mir gefällt es überaus gut, für mich DAS Highlight der CD!!!


    LG Joschi

  • Salut,


    ich denke, das kann man empfehlen:



    Leopold Antonín Kozeluh [1747-1818]
    Moisè in Egitto
    Oratorio, 1787


    Simone Kermes, Sopran [Merime]
    Linda Perillo, Sopran [Aaronne]
    Markus Schäfer, Tenor [Moisè]
    Tom Sol, Baß [Faraone]


    Rheinische Kantorei
    Das Kleine Konzert


    Hermann Max


    Ein typischer Fall von opera proibita, wie ich meine: Eine Oper für die Kirche - das bezieht sich überwiegend auf den Stil der Arien, welche [obwohl das Werk 1787 komponiert wurde] noch sehr stark an z.B. Mozarts Lucio Silla erinnern. Dem Werk kommen aber nach der für Kozeluch typischen Sinfonia, die etwas an seine C-Dur-Sinfonie erinnert, sehr beeindruckende Tremor-Chöre zu gute [was muß der Moses da angestellt haben? :rolleyes: ], das Blech des kleinen Konzerts ist sehr exponiert und sorgt für entsprechende Wirkung. Mir persönlich ist es etwas zu viel, aber das ist sicherlich Geschmacksache. Besonderen Eindruck hinterlassen hat bei mir die Arie der Merime Cedi, o figlia, al mio dolore - eine Arie, die sehr viele Elemente aus entsprechenden Wut-/Schmerzarien aus Mozarts Idomeneo enthält. Ich finde auch, hier kommt Simone Kermes als Dramatikern noch eine Idee besser zum Zuge, als in der Rolle von Händels Rodelinda. Beeindruckend ist auch die Arie Colpo di vento alpresto, in der Simone Kermes die Höhen der Königin der Nacht mit Leichtigkeit und Brillanz übertrifft, ein 8o kann ich mir jedesmal nicht verkneifen.


    Markus Schäfer hat einige hörbare Schwierigkeiten bei Koloraturen in den höheren Lagen: Ich meine, die Stimme klingt manchmal etwas "belegt"!? Er singt aber ansonsten vortrefflich, so wie man es von ihm gewohnt ist. Eine besonders schöne, etwas lyrische und gedrungene Stimme hat auch Linda Perillo als Aaronne, vermutlich eher eine Mezzorolle.


    Gesamturteil: Ich bin begeistert!


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Ulli

  • Bei allen Werken von Kozeluch die ich habe (KK; Sonaten; Konzert für Mandoline, Kontrabas, Trompete + Klavier; noch einiges auf LP), fand ich den Komponist nur ganz mäßig.
    Von dieses Werk bin ich aber entzückt. Und die Sopran Simone Kermes ist ja eine STAR. So unglaublich schön wie sie piano singen kann, mit einem sehr rührenden Timbre.
    Nicht umsonst habe ich dieses Werk bereits einige Male hintereinander gedreht.


    Ich teile völlig Ullis Meinung: :jubel: :jubel: :jubel:


    LG, Paul

  • Ulli , deine Serie , Mozart und seine Zeitgenossen , finde ich hervorragend. Leider fehlt mir im Moment ein wenig die Zeit, alle Beiträge, gründlich zu studieren, denn ich habe hier noch drei Mozartbücher liegen, die ich unbedingt lesen muss. Das eine, bereits schon mehrfach erwähnte Buch von Erich Valentin, Mozart, Eine Biographie, Focus Edition und zwei Bücher, die ich vor kurzem in einem Antiquariat in Passau erworben habe.Und zwar erneut Valentin, Wege zu Mozart aus dem Jahre 1940 und Friedrich Doldinger, Mozart.
    Man kann deine Arbeit nicht genug würdigen. Deshalb , bleibe gesung!
    Padre