Wilhelm Strienz

  • Hallo!


    Wilhelm Strienz, deutscher Baß; geb. 2.9.1899 in Stuttgart, gest. 10.5.1987 in Frankfurt a.M.. Studierte u.A. bei Theodor Scheidl und Luise Reuss-Belce und gab 1922 als Eremit sein Debut am Deutschen Opernhaus in Berlin. Wirkte in Wiesbaden, Bremen, sowie 1926 bis 1933 am WDR in Köln. Obwohl er auch an den Staatsopern in Berlin, Hamburg, Wien, sowie am Govent Garden auftrat, widmete er sich primär dem Konzertgesang und der Rundfunktätigkeit. Zu seinen bedeutendsten Rollen gehörte der Sarastro.


    Ich habe viele Aufnahmen von Wilhelm Strienz und mir gefällt seine unverwechselbare, samtweiche Baßstimme, die kaum vermuten läßt, daß es auch bei ihm bis in des "Basses Grundtiefen" geht. Wunderbar von ihm gesungen "Im tiefen Keller sitz´ich hier".







    Hier mit eindrucksvoll gesungenen Opernarien.






    Gruß Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    ich besitze auch viele Aufnahmen von Wilhelm Strienz. Meine Mutter hat den Sänger persönlich gekannt. Eine meiner Lieblingsaufnahmen von ihm ist "In der Waldschenke" (1934). Er singt das Stück hinreißend, eine historische "Alternative" zu der grandiosen Aufnahme von Gottlob Frick.


    Gruß
    Manfred

    "Menschen, die nichts im Leben empfunden haben, können nicht singen."
    Enrico Caruso


    "Non datemi consigli che so sbagliare da solo".
    ("Gebt mir keine Ratschläge, Fehler kann ich auch allein machen".)
    Giuseppe di Stefano

  • Wilhelm Strienz hat auch Kunstlieder gesungen, es gibt zum Beispiel Aufnahmen von Schubert, Strauss und Loewe. Das Lied "Das Erkennen", von Carl Loewe vertont, ist vielleicht etwas sentimental, wird aber von Wilhelm Strienz wirklich schön gesungen.

  • Auch in Tosca, Troubadour, Entführung und Zar und Zimmermann zu erleben. Er wirkt beim Zigeunerbaron mit und hat eine Vielzahl von Recitals aufgenommen. Er war der Rundfunktenor in den Kriegsjahren schlechthin. Heimat deine Sterne war sein Markenzeichnen. Um so verwunderlicher, dass er nach Kriegsende nicht wieder richtig Fuß gefasst hat.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Hallo, Bernward!


    Ich möchte mich vorsichtig ausdrücken. Es war vielleicht seine politische Gesinnung. Er war bekannt geworden mit dem Lied "In England wohnt ein böser Mann (Churchil)". Aber solche Sachen interessieren mich nicht. Für mich zählt nur das Musikalische, die Stimme.



    Gruß Wolfgang

  • Peinlich! Vielen Dank Herbert, ich wollte natürlich schreiben "Rundfunksänger". Muss dabei wohl an Herbert-Ernst Groh gedacht haben. Sorry.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • .... auch nach dem Krieg hatte Wilhelm Strienz seine Karriere noch fortgesetzt. Er nahm 1945 seinen Wohnsitz in Frankfurt and entwickelte bis Anfang der 60er Jahre noch eine rege Tätigkeit in Rundfunk-, Plattenstudio und Konzertsaal. Seine letzten Schallplattenaufnahmen entstanden 1959 (Sagrestano in "Tosca", "Don Pasquale"). Gestorben ist er 1987.




    LG


    :hello:

  • Hallo, Harald!


    Ich vergaß, daß er ja kein Bühnensänger mehr war und doch noch Plattenaufnahmen machte. Nur wie lange seine Karriere nach dem Kriege noch dauerte, wußte ich nicht. Diese Aufnahmen besitze ich im Übrigen auch. Die wunderschöne "Don Pasquale" mit Köth, Traxel, Cordes und Strienz habe ich erst vor Kurzem gehört.



    Gruß Wolfgang

  • Tatsächlich ist die Auswahl der Stücke auf dem Electrola-Querschnitt etwas seltsam, die großen Pasquale-Szenen fehlen fast völlig.
    Im Begleitheft zur CD fragt der Autor Thomas Voigt, ob Wilhelm Striez als Sänger der Titelpartie für den Rest der Aufnahmesitzungen etwa wegen Krankheit ausgefallen war? Immerhin ist das Quartett und das Finale des 2. Aktes aufgenommen worden, die Szene Norina-Pasquale und das Duett mit Malatesta aus dem 3. Akt fehlen jedoch.


    Ob Strienz damals schon krank war ist mir nicht bekannt, er war zu der Zeit noch keine 60 und hat immerhin nach dieser Aufnahme noch rund 30 Jahre gelebt.


    LG


    :hello:

  • Heute vor 25 Jahren ist er gestorben:




    Strienz, Wilhelm,
    deutscher Bass, * 2.9.1899 Stuttgart, † 10.5.1987 Frankfurt a.M.
    Er studierte u.a. bei Theodor Scheidl und Luise Reuss-Belce und gab 1922 als Eremit sein Debüt am Dt. Opernhaus Berlin.
    Wirkte in Wiesbaden, Bremen sowie 1926–33 am WDR in Köln. Obwohl er auch an den Staatsopern in Berlin, Hamburg, Wien sowie am Londoner Covent Garden auftrat, widmete er sich primär dem Konzertgesang und der Rundfunktätigkeit.
    Zu seinen bedeutendsten Rollen gehörte der Sarastro.


    LG

  • Um so verwunderlicher, dass er nach Kriegsende nicht wieder richtig Fuß gefasst hat.


    Der Grund dafür werden wohl die sehr dunklen Seiten seiner Biographie sein. Die waren 1945 nicht vergessen. Einzelheiten dürfen in diesem unpolitischen Forum ja nicht ausgebreitet werden. Deshalb ergehe ich mich mal nur in vorsichtigen Andeutungen. Genaues findet sich aber zuhauf im Netz und in einschlägiger Literatur. Nur dieses: Es gab mal eine sehr bewegende TV-Dokumentation über die Deportationen von Juden im großbürgerlichen Mainz. Ein Nachbar hatte heimlich gefilmt, wie Familien am frühen Morgen aus ihren Häusern gezerrt und auf Lastwagen geworfen wurden. Im Hintergrund war ein riesiges Plakat zu sehen, auf dem in ebenso gewaltigen Lettern ein Auftritt von Wilhelm Strienz angekündigt wurde. Zufall? Jedenfalls werde ich dieses Bild nicht mehr los, wenn es mich mal zu Strienz, der ohne Zweifel ein bedeutender Sänger war, verschlägt.


    Gruß Rheingold

  • Wilhelm Strienz, der am 2. September 1900 geboren wurde, starb am 10. Mai 1987. Zu seinem Todestag habe ich "Die lustigen Weiber von Windsor" ausgesucht:



    Heute ist Wilhelm Strienz' 28. Todestag.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Die wunderschöne "Don Pasquale" mit Köth, Traxel, Cordes und Strienz habe ich erst vor Kurzem gehört.

    Hallo Wolfgang,


    Da sind wir uns ja wieder einmal einig! Auch ich schätze diese Aufnahme mit den BERLINER SYMPHONIKERN unter der Leitung von WERNER SCHMIDT-BOELCKE sehr. Mit KÖTH, TRAXEL, CORDES, STRIENZ eine erstklassige Besetzung, und deren Gesangsleistung kann sich wirklich hören lassen! Nur eben schade, daß es sich hier nur um einen sehr stark gekürzten Querschnitt handelt.


    Sehr gerne höre ich WILHELM STRIENZ auch mit der Arie "Als Büblein klein..." aus den Lustige Weiber von Windsor", die man meines Erachstens kaum besser singen kann. Hier kommt auch seine weiche, dunkel timbrierte Baßstimme voll zur Geltung. Auch einige von ihm aufgenommene CARL LOEWE-Balladen sind absolut hörenswert.


    Vor allem wohl durch seine Mitwirkung im "Volkskonzert" des Deutschen Rundfunks machte sich damals WILHELM STRIENZ bei einem breiteren Publikum mit seiner imposanten Baßstimme einen Namen, z. B. mit der Zauberflöte, dem Waffenschmied und dem Lohengrin. Seine kleine Schwachstelle waren wohl seine Artikulation und gelegentliche Ungenauigkeiten im Vortrag.


    wok

  • Der Grund dafür werden wohl die sehr dunklen Seiten seiner Biographie sein.


    Als ich im November 2013 an einem nebligem Herbsttag in Stuttgart vor seinem Grab stand, wusste ich einigermaßen Bescheid. Wer sich für das Leben von Wilhelm Strienz interessiert, kann das in Rheingolds Thread »Der Musiker Gräber« unter dem Datum des 26. Dezember 2013 - Beitrag 132 - nachlesen.

  • Zu seinem heutigen Geburtstag habe ich die Box von Michael Raucheisen ausgewählt, in der er verschiedentlich beteiligt ist:



    Heute ist sein 115. Geburtstag.


    Im folgenden Thread habe ich etwas zu seiner Interpretation der Ballade "Edward" op. 1 Nr. 1 von Carl Loewe (Dein Schwert, wie ist's von Blut so rot) gesagt: Michael Raucheisen


    Ich habe auf Y outube diese Ballade in einer Einzelauskopplung gefunden und es noch einmal gehört. Ich finde es es schlicht grandios:


    PuhJV4D-esg


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Auch in Tosca, Troubadour, Entführung und Zar und Zimmermann zu erleben. Er wirkt beim Zigeunerbaron mit und hat eine Vielzahl von Recitals aufgenommen. Er war der Rundfunktenor in den Kriegsjahren schlechthin. Heimat deine Sterne war sein Markenzeichnen. Um so verwunderlicher, dass er nach Kriegsende nicht wieder richtig Fuß gefasst hat.
    LG, Bernward


    Kleine Anmerkung von mir: Wilhelm Strienz war Baß/Bariton

  • Zitat

    Kleine Anmerkung von mir: Wilhelm Strienz war Baß/Bariton


    Hallo, Günther!


    Wilhelm Strienz war ein Baß. So wird er auch in allen Fachbüchern bezeichnet. Natürlich hatte seine Stimmfärbung etwas Baritonales, aber er sang m. E. keine Partien des Zwischenfachs, wie etwa Franz Crass. Einen Dapertutto z. Bsp. hätte er nie singen können.



    Gruß Wolfgang

  • Wenig geliebt wegen seiner Vergangenheit. Trotzdem höre ich seine samtige Stimme immer wieder gerne. Folgende Preiser-CD gehört zu den besten Tondokumenten seiner Stimme. Sein BORIS kann sich auf dieser CD unter den deutsch-gesungenen Aufnahmen wirklich hören lassen.