• Hallo!


    Nach Kenneth Spencer noch ein dunkelhäutiger Baß von Weltklasse!


    Simon Estes wurde 1940 in Jowa geboren. Er studierte in New York an der Juilliard-School. Er hatte eine rasche Karriere als Konzert- und Opernsänger. 1973 kam er an die MET, dann Mailänder Scala, Moskau (Bolschoi), dann Engagements und Gastspiele an vielen europäischen und überseeischen Bühnen. Bayreuth-Debut als HOLLÄNDER 1978. Er besizt ein umfangreiches Repertoire, u. A. Wotan, Boris und Philipp. Lebt heute in Zürich.


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    Gibt es auch als CD. Leider bei den Werbepartnern nicht gefunden.




    Gruß Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    1994 habe ich Simon Estes als beeindruckenden Holländer an der DOB erlebt. Von ihm besitze ich folgende Tonträger:



    Nach meinen Informationen lebt er seit seiner Scheidung allerdings nicht mehr in Zürich sondern wieder in der USA, besucht aber häufig seine drei Töchter, die in der Schweiz leben.


    :hello:


    Jolanthe

  • Hallo, Jolanthe!


    Vielen Dank für Deine Information! Er besaß eine wunderbare Stimme, die eigentlich ein Baß-Bariton war. Aber er hatte, wie etwa Franz Crass einen enormen Stimmumfang, der es ihm ermöglichte Baß und Bariton-Partien zu singen. Wie etwa den ZACHARIAS oder den NABUCCO in der gleichnamigen Oper.



    Gruß Wolfgang

  • Schade, dass es so ruhig um in geworden ist - zumindest hier im Forum. Für mich immer noch der Holländer schlechthin - manch einer mochte sich an seiner Diktion stoßen - aber was für eine gigantische, gewaltige, kompakte, wuchtige Stimme voller Expressivität und viriler, starker Schönheit. Simon Estes ist mittlerweile 76- aber wie sonor und gewaltig seine Stimme nach wie vor ist, lässt sich immer noch anhand youtube nachvollziehen - man höre den Mann allein nur reden, wie in diesem Interview:



    In diesem Ausschnitt hört man ihn auch singen - es lässt sich ohne Probleme erkennen, wie volltönend und machtvoll seine Stimme immer noch ist.



    Er widmet sich mittlerweile dem Unterrichten und v.a. wohltätiger Arbeit in Afrika, er hat einen eigene Stiftung.


    http://www.simonestesfoundation.org/


    Eine seiner Paraderollen:


  • Hallo, Don Gaiferos!


    Es freut mich, daß Du hier an diesen großen, sympathischen Sänger erinnerst. Die oben von mir eingestellte CD höre ich auch in kleineren Abständen. Dort kann man sich bei Verdi-Arien von seiner machtvollen Stimme zu seiner Glanzzeit ein gutes Bild machen.




    Gruß Wolfgang

  • Simon Estes, den ich wie auch Hartmut in dieser Aufnahme:


    in meiner Sammlung habe, und das seit vielen Jahren, wurde am 2. März 1938 geboren.


    Er feiert heute seinen 77. Geburtstag.


    Happy Birthday!


    Willi :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Seit Jahren ist nichts mehr in diesem Thread gepostet worden.
    Ich denke, dass der 80. Geburtstag von Simon Estes ein guter Anlass ist, wieder an den großen Sängerdarsteller mit der wunderbar mächtigen und farbenreichen Stimme zu erinnern.


    Ich habe die Laufbahn von Simon Estes von seinem Debut an der Deutschen Oper Berlin an verfolgt. Zunächst hat er vorwiegend kleine Partien singen müssen wie den 5. Flandrischen Gesandten. Als er zunehmend die großen Partien seines Faches eroberte, hat er schnell Statur und Profil gewonnen. Seine Stärke waren die heldischen Partien, denen er Grandeur und Glanz gab - aber immer konnte er auch etwas von ihrem Schmerz und ihren Leiden vermitteln. Dafür standen geradezu ideal der Holländer und der Amfortas. Aber auch den Orest und den Philipp, den Macbeth und den Marke gestaltet er so als ausgesprochen komplexe Charaktere.


    Am stärksten ist mir sein Wotan in Erinnerung geblieben. Er war ja von Bayreuth für den Ring unter Solti verpflichtet worden, wurde aber auf Einspruch des Regisseurs Peter Hall wieder ausgeladen. Der wollte nicht mit einem schwarzen Wotan zusammen arbeiten. Ich weiß nicht, woher er wusste, welche Hautfarbe Wotan hatte. Gleichwohl: An seine den traditionellen Klischees folgende Inszenierung dürfte sich kaum jemand erinnern.


    Aber der Wotan von Simon Estes war und ist ganz sicher für viele Opernaficionados unvergesslich. Für mich auf jeden Fall. Er gab der Figur die Grandeur und die Pracht seiner ausladenden Stimme, fand aber auch leise und bebrochene Tone für ihr Sorge, Verzweiflung und innere Zerrissenheit. Nie wieder habe ich einen Sänger erlebt, der Wotans Leiden an der eigenen Ohnmacht stimmlich und gesanglich so ergreifend ausdrücken konnte.



    Ich habe ihn in Berlin öfter unter Jesus Lopez Cobos an der Seite von Catarina Ligendza, Julia Varady, Peter Hofmann und Matti Salminen gehört! 1986 auch in New York aber nur in der Walküre (neben Hildegard Behrens, Jeannine Altmeyer, Brigitte Fassbaender, Peter Hofmann und Aage Haugland unter James Levine).


    Zu seinem Geburtag sende ich die herzlichsten Glückwünsche. Ich hoffe, dass er ihn bei bester Gesundheit erleben kann.


    Caruso41

  • Aber der Wotan von Simon Estes war ganz sicher für viele Opernaficionados unvergesslich. Für mich auf jeden Fall. Er gab der Figur die Grandeur und die Pracht seiner ausladenden Stimme, fand aber auch leise und bebrochene Tone für ihr Sorge, Verzweiflung und innere Zerrissenheit. Nie wieder habe ich einen Sänger erlebt, der Wotans Leiden an der eigenen Ohnmacht stimmlich und gesanglich so ergreifend ausdrücken konnte. Ich habe ihn in Berlin öfter unter Jesus Lopez Cobos an der Seite von Catarina Ligendza, Julia Varady, Peter Hofmann und Matti Salminen gehört!


    Lieber Caruso,


    danke, dass Du an Simon Estes erinnerst und mir damit wieder in Erinnerung rufst, dass ich ihn tatsächlich auch zweimal an der Deutschen Oper Berlin in "Rheingold" und "Walküre" als Wotan erlebt habe, das muss die Inszenierung von Götz Friedrich gewesen sein. Auch an Peter Hofmann erinnere ich mich noch dunkel. Das gehörte zu meinen allerersten Opern-Besuchen überhaupt. Simon Estes hat mich damals nachhaltig beeindruckt und meine Wagner-Begeisterung weiter angefacht.


    Dass er von Peter Hall aufgrund seiner Hautfarbe aus Bayreuth ausgeladen wurde, wusste ich nicht, das ist ja wirklich beschämend. :no: Dabei hatte er doch dort vorher schon den "Holländer" gesungen in der tollen Kupfer-Produktion.

  • Auch ich habe noch nie einen "Holländer" gesehen, der mich so gepackt hat, wie Simon Estes in der Kupfer-Inszenierung. Für mich ist diese Bayreuther Inszenierung ohnehin ein Beispiel, wie man eine Oper inszenieren und deuten kann, ohne die Handlung wesentlich zu verändern.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Dass er von Peter Hall aufgrund seiner Hautfarbe aus Bayreuth ausgeladen wurde, wusste ich nicht, das ist ja wirklich beschämend.


    Lieber Bertarido!


    Das ist allerdings beschämend. Aber seinerzeit gab darauf nicht mal ein Sturm der Entrüstung.


    Übrigens ist das sehr schöne Wagner Album unter der Leitung von Heinz Fricke noch nicht eingestellt.
    Das will ich jetzt schnell nachholen!



    Ich habe es mir zur Feier seines Geburtstages gerade in aller Ruhe angehört - und war wieder tief beeindruckt!


    Beste Grüße


    Caruso41

  • Am stärksten ist mir sein Wotan in Erinnerung geblieben. Er war ja von Bayreuth für den Ring unter Solti verpflichtet worden, wurde aber auf Einspruch des Regisseurs Peter Hall wieder ausgeladen. Der wollte nicht mit einem schwarzen Wotan zusammen arbeiten. Ich weiß nicht, woher er wusste, welche Hautfarbe Wotan hatte. Gleichwohl: An seine den traditionellen Klischees folgende Inszenierung dürfte sich kaum jemand erinnern.


    Lieber Caruso, darf ich aus Deinen Äußergungen schließen, dass Peter Hall Rassist gewesen ist? Das würde mich in der Tat tief erschüttern.


    Was nun diesen Bayreuther "Ring" anbelangt, stand der nach meinen Informationen nicht nur wegen des Streits um Simon Estes, den doch Wolfgang Wagner haben wollte, unter einem ungüstigen Stern. Diese Prodzktion hatte - wenn ich es richtig deute - nicht die geringste Chance. Dabei ist die musikalische Qualiät des Premieremitschnitts so übel nicht. Ich wäre froh, würde heutzutage noch so gesungen wie damals. Ich füge mal - auch wenn es diesen Thread sprengt - die Besetzung an:


    Richard Wagner


    DER RING DES NIBELUNGEN


    Bayreuther Festspiele 1983
    Inszenierung PETER HALL
    Dirigent GEORG SOLTI


    DAS RHEINGOLD
    26 JULY 1983


    WOTAN – SIEGMUND NIMSGERN
    DONNER – HANS-JURGEN DREWITZ
    FROH – MALDWYN DAVIES
    LOGE – MANFRED JUNG
    MIME – PETER HAAGE
    ALBERICH – HERMANN BECHT
    FASOLT – DIETER SCHWEIKHARDT
    FAFNER – MANFRED SCHENK
    FRICKA – DORIS SOFFEL
    FREIA – ANITA SOLDH
    ERDA – ANNE GYEVANG
    WOGLINDE – AGNES-ADELE HABEREDER
    WELLGUNDE- DIANA MONTAGUE
    FLOSSHILDE – BRIGITTA SVENDEN



    DIE WALKÜRE
    27 JULY 1983


    BRUNNHILDE – HILDEGARD BEHRENS
    WOTAN – SIEGMUND NIMSGERN
    SIEGLINDE – JEANNINE ALTMEYER
    SIEGMUND – SIEGFRIED JERUSALEM
    HUNDING – MATTHIAS HOLLE
    FRICKA – DORIS SOFFEL
    GERHILDE – ANITA SOLDH
    ORTLINDE – ANNE EVANS
    WALTRAUTE – INGRID KARASCH
    SCHWERTLEITE – ANNE WILKENS
    HELMWIGE – AGNES-ADELE HABEREDER
    SIEGRUNE – DIANA MONTAGUE
    GRIMGERDE – RUTH ENGERT-ELY
    ROSSWEISSE – ANNE GYEVANG



    SIEGFRIED
    28 JULY 1983


    Siegfried - Manfred Jung
    Brünnhilde - Hildegard Behrens
    Wanderer - Bengt Norup
    Alberich - Hermann Becht
    Mime - Manfred Schenk
    Fafner - Dieter Schweikhardt
    Erda - Anne Gjevang
    Waldvogel - Sylvia Greenberg



    GÖTTERDAMMERUNG
    30 JULY 1983


    SIEGFRIED – MANFRED JUNG
    BRUNNHILDE – HILDEGARD BEHRENS
    HAGEN – AAGE HAUGLAND
    GUNTHER – BENGT NORUP
    ALBERICH - HERMANN BECHT
    WALTRAUTE – BRIGITTE FASSBANDER
    GUTRUNE – JOSEPHINE BARSTOW
    1. NORN – ANNE GYEVANG
    2. NORN – ANNE WILKENS
    3. NORN – ANNE EVANS
    WOGLINDE – AGNES ABELE-HABEREDER
    WELLGUNDE – DIANA MONTAGUE
    FLOSSHILDE – BRIGITTA SVENDEN

  • Diese Aufnahme gab es auch als LP in der Endphase der DDR, ich habe sie oft gehört und genossen (Eva-Maria Bundschuh sang die kurzen Einwürfe der Brünnhilde im Wotan-Monolog des 2. Aktes "Walküre".
    Leider hat Estes live in den neunziger Jahren diesen Eindruck bei mir nie erreichen können, am ehesten als Amonasro, am wenigsten als Escamillo.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

  • In Beitrag 7 hatte ich noch am 2. März 2015 zu seinem 77. Geburtstag gratuliert, und das war bis heute der letzte Eintrag hier. Der Threadgründer hatte seinen Geburtstag gar im Jahr 1940 verortet.
    Doch heute konnte ich ihm doch rechtzeitig zum 80. Geburtstag gratulieren, und zwar hier:


    http://tamino-klassikforum.de/…hreadID=18470&pageNo=217&


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber Stimmenliebhaber!


    Diese Aufnahme gab es auch als LP in der Endphase der DDR, ich habe sie oft gehört und genossen (Eva-Maria Bundschuh sang die kurzen Einwürfe der Brünnhilde im Wotan-Monolog des 2. Aktes "Walküre".


    Ich hätte mir sehr gewünscht, der dritte Akt der "Walküre" wäre ab dem "War es so schmählich...?" aufgenommen worden, wie etwa bei der berühnten Nilsson/Hotter-Aufnahme, damit Frau Bundschuh etwas mehr Gelegenheit gehabt hätte, sich zu profilieren! Aber die Spieldauer einer LP hätte das natürlich überschritten.

    Leider hat Estes live in den neunziger Jahren diesen Eindruck bei mir nie erreichen können,......., am wenigsten als Escamillo.


    Das war ja nun auch wirklich nicht seine Partie! Da braucht es Sänger, die andere Qualitäten haben: etwa ein Bass wie Paul Plancon oder ein Bariton wie Michel Dens. Estes fehlte für den Escamillo die rhythmische Elastizität, Geschmeidigkeit und vor allem die Eleganz.


    Beste Grüße
    Caruso41

  • Das war ja nun auch wirklich nicht seine Partie!

    Das stimmt! Aber man hat sie ihm trotzdem angeboten und er hat sie trotzdem gesungen. ;)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Simon Estes in Aktion: Jochanaan in der "Salome" an der Deutschen Oper Berlin 1990:



    https://www.youtube.com/watch?v=Ktmvi3JZkxc


    Das ist schon beeindruckend, wenn man denn eine ehr konservative Inszenierung noch zu schätzen weiß. Einschränkend muss ich anmerken, dass mir dieses Sänger immer zuviel Stimme war und zuwenig Gestaltung. Gesehen macht er auf mich wesentlich mehr Eindruck als nur gehört.

  • Simon Estes hatte nicht nur eine große, sonore Stimme. Ihn zeichnete ein ganz besonderer nahezu sinnlicher Stimmklang aus. Am stärksten wirkte dieses Phänomen in "Porgy und Bess" Die Rolle des Porgy war ihm auf den Leib geschrieben. Auch meiner Frau und mir ist sein großartiger Holländer in Bayreuth in bester, fast unvergesslicher Erinnerung. Warum es um bestimmte große Sänger so ruhig wird kann ich mir eigentlich rational nicht erklären. Estes hätte mehr Aufmerkkeit verdient. Vielleicht hilft unsere Diskussion hier im Tamino-Klassik-Forum, ihn wieder stärker in unser Bewußtsein zu rücken. Gerade sehe ich im Internet, dass es in Iowa eine Simon Estes-Foundation gibt, die wie dem Internetauftritt zu entnehmen ist, Beachtliches zum Gedenken an den Sänger und christlichen Humanisten leistet.


    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Zitat

    Zitat von Rheingold: Einschränkend muss ich anmerken, dass mir dieses Sänger immer zuviel Stimme war und zuwenig Gestaltung.

    Lieber Rheingold,


    wenn ich an den schon erwähnten "Holländer" denke, dann fand ich gerade ihn in der Gestaltung der Rolle sehr beeindruckend. Mich hat noch kein "Holländer" so gefesselt wie dieser.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Lieber Gerhard, ich präzisiere indem ich mich selbst aus meinem Beitrag mit der Nummer 17 zitiere: "Gesehen macht er auf mich wesentlich mehr Eindruck als nur gehört." Tatsächlich kenne ich filmisch auch keinen besseren Holländer als Estes, rein akustisch aber schon. In der Kupfer'schen Inszenierung aus Bayreuth ist er bereits auf DVD gut, wie anders, wie besser muss es live gewesen sein. Da kam natürlich vieles zusammen. Ein schwarzer Holländer ist für sich schon eine ziemlich geniale Idee. Das war auch genau so kalkuliert und kein Zufall.

  • Lieber Rheingold, hab herzlichen Dank, dass Du die Salome mit Simon Estes als Jochanaan eingestellt hast. Ich kannte den Mitschnitt nicht und habe ihn in der Partie auch nicht gehört. Ich habe mir die Szenen des Jochanaan gleich angehört.

    Das ist schon beeindruckend, wenn man denn eine ehr konservative Inszenierung noch zu schätzen weiß. Einschränkend muss ich anmerken, dass mir dieses Sänger immer zuviel Stimme war und zuwenig Gestaltung. Gesehen macht er auf mich wesentlich mehr Eindruck als nur gehört.


    Eindrucksvoll ist das ohne Frage, aber dass er in die Partie eindränge, wie er in den Amfortas, Holländer oder Wotan eingedrungen ist, kann ich nicht hören! Vielleicht hast Du recht, dass er zu viel auf seine volltönende Stimme setzt. Da war mir ein Sänger wie William Dooley ungleich dichter an der Partie!
    Ich habe verschiedentlich auf das Bild, das ich von dem Jochanaan habe, und auf die Verkörperung durch William Dooley hingeweisen. Vielleicht darf ich daraus kurz zitieren:

    Zitat

    .....Die Behauptung war, er würde eigentlich in dem Stück keine Entwicklung durchmachen.
    Ja irgendwie ist das eine Gestalt wie von einem nazarenischen Bildhauer. Er steht gleichsam in einer Aureole von C-Dur in seiner ganzen marmornen Schönheit! In Berlin konnte man in den 60er Jahren in der Wieland-Wagner-Inszenierung einen Sänger erleben, der das geradezu ideal verkörperte: William Dooley! Ein Bariton mit einer charismatischen Ausstrahlung und einer erzenen Stimme, in der immer Obertöne des Lichtes aufklangen! Aber wenn er endlich Salomes Begehren mit dem "niemals...niemals" abwies, dann war er für einen wahnsinnig intensiven Augenblick der bis in Mark erschütterte und zutiefst versuchte Mann! Unvergesslich!!! Ich habe andereSänger gehört, die entschieden besser gesungen haben, aber keiner ist dem, wie ich den Jochanaan sehe, auch nur annähernd so nah gekommen wie William Dooley!


    Bei Estes vermisse ich das Charisma des Asketen und Propheten, und ich höre auch nicht, dass Salome an ihn ran kommt! Damit fehlt etwas Essentielles für die Figur aber letztlich auch für das ganze Drama!


    Dass mein Beritrag zu seinem 80. Geburtstag einen Austausch über Simon Estes in Gang gebracht hat, freut mich sehr. Ich will gelengentlich noch was über seinen Macbeth berichten, weil das für mich ein Rollenportrait war, das nicht weniger eindrücklinch war als sein Amfortas, Holländer oder Wotan!


    Jetzt aber erst mal Schluss für Heute
    Liebe Grüße


    Caruso41

  • Ja, ist denn Simon Estes nun am 2. Februar (laut englischer Wikipedia) oder doch erst am 2. März (laut englischer Wikipedia), also gestern 80 geworden?
    Eine Quellenangabe für ihr Datum nennt weder die eine noch die andere Wikipedia.


    Laut Großem Sängerlexikom von Kutsch-Riemens hat Estes am 02.03. Geburtstag, während sich Seegers Opernlexikon über den genauen Tag ausschweigt und nur das Geburtsjahr 1938 nennt.


    Warum "Caruso41" ihm nun schon am 2.2. zum 80. gratuliert hat und du, lieber Willi, daraufhin bedenkenlos vom 2.3. zum 2.2. umgeschwenkt bist (obwohl du noch beide divergierenden Daten in deinem zitierten Beitrag erwähnst,) kann ich nicht ganz nachvollziehen - oder habe ich noch irgendetwas überlesen?


    Der Mann kann doch unmöglich innhalb von 4 Wochen zwei Mal geboren sein! :D


    Der RBB behauptet übrigens auch, dass Simon Estes erst gestern 80 wurde:


    https://www.kulturradio.de/pro…archiv/20180226_2004.html

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

  • Lieber Stimmenliebhaber!


    Da Dir ja immer biografische Daten so wichtig sind, sollst Du nicht weiter im Unklaren bleiben, warum ich ihm am 2. Februar gratuliert habe:


    Bei Chroniknet, die in der Regel verläßliche Abgaben haben, steht


    Auch bei Operabase gibt die Information, dass der Geburtstag am 2. Februar 1938 ist!


    Ich habe zwar einige Gespräche mit Simon Estes gehabt, ihn aber nicht nach seinem Geburtsdatum gefragt!
    Mea culpa!


    Beste Grüße


    Caruso41

  • Lieber "Caruso41",


    vielen Dank für deine Quellen-Nennung. Allerdings fällt es mir schwer zu glauben, dass ein seriöser öffentlich-rechtlicher Sender wie der RBB eine Sendung zum 80. Geburtstag eines Opernsängers macht und sich dabei um einen Monat irrt. Ich hoffe und denke doch, die werden das recherchiert haben, bevor sie den Sendetermin festgelegt haben.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)