La luna - der Mond in der Musik


  • Der Mond am Karfreitag 2003, morgens 5:30



    Perdono, mio amico clingsore –


    Ich musste jetzt den Anfang machen:


    Schon immer fasziniert von der sich plötzlich bewegenden Statue des Komtur aus Mozart Don Giovanni oder von der Märchenoper Die Zauberflöte, war ich stets auf der Suche nach Märchen- und Geisteropern des 18. Jahrhunderts – und bin fündig geworden:


    Johann Abraham Peter Schulz [31.03.1747-10.06.1800] komponierte 1782 [parallel zur Mozarts Entfürung aus dem Serail] seine Oper Die Fee Urgéle, die übrigens auch von Ignaz Pleyel nach derselben Libretto-Vorlage von Charles Simon Favart komponiert wurde.


    Überlebt von der Oper Schulzes hat ein Lied, das wir alle kennen: „Der Mond ist aufgegangen“ nach dem wohlbekannten Text von Matthias Claudius, mit dem die Oper beginnt. Schulz haben wir noch weitere Lieder zu verdanken, wie z.B. „Ihr Kinderlein kommet“ und „Alle Jahre wieder…“.


    Ich bitte um Vergebung, Teuerster!


    Ulli

  • Danke, Ulli.
    Dieses Thema hat einen der kleinen Schalter in meinem Gehirn umgelegt und folgendes zu Tage gefördert:


    Musikuntericht am Gymnasium (bei uns: Erweiterte Oberschule) - 1971 - köstlich amüsiert: Der Mond ist weg, der Mond ist weg! - Carl Orff: Der Mond.


    Aber: nie eine Schallplatte oder gar CD davon besessen. Dies muß sich ändern. Habt Ihr Empfehlungen?


    Ansonsten natürlich - zum Träumen schön - Rusalkas Lied an den Mond.


    Liebe Grüße
    Reinhard

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Salut Reinhard,


    warum nicht eine Aufnahme von 1980, wo Orff noch lebte. Hier ist seine Tochter Godela Sprecherin:



    [RSO Leipzig, Kegel]


    Ich kenne die Aufnahme nicht, würde sie aber selbst wählen.


    Liebe Grüße
    Ulli

  • böser ulli , :baeh01: , das werd ich dir nie verzeihen .... mir schon wieder das angekündigte thema zu stehlen ...jaja, die jugend .... kein respekt vor dem alter
    und ich wollte gleich noch die sterne dazunehmen ... ;( ;( ;( ;( ;( ;( ;( ;( ;(
    na, ob ich mich jetzt an diesem thread beteiliegn werde ...
    wie willst du das wieder gutmachen???????? :D :lips:

  • Lieber Ulli,


    vielen Dank für das wunderbare Thema 'Der Mond in der Musik'.
    Habe bei meiner Recherche zwar festgestellt, daß doch einiges an Werken existiert, das sich mit 'La Luna' beschäftigt, allerdings gibt es wohl so gut wie keine Einspielungen dieser Stücke, oder doch?:



    Claude Debussy (1862-1918):
    Claire de Lune für Singstimme und Klavier 1882


    Rutland Boughton (1878-1960):
    The Moon Maiden - Kammeroper in 1 Akt 1918


    Sir Edward Elgar (1857-1934):
    In Moonlight - Canto Popolare für Kammerorchester / für Singstimme und Klavier 1904


    Joseph Marx (1882-1964):
    - aus: Natur-Trilogie für Orchester 1922/25: 1. Symphonische Nachtmusik (Mondnacht) für Orchester 1922
    - Der Mond - Lied für Singstimme und Klavier (19??)


    Hans Pfitzner (1869-1949):
    An den Mond - Lied für Singstimme und Klavier / Orchester, opus 18 1906


    Väinö Raitio (1891-1945):
    Kuutamo Jupiterissa (Mondschein auf Jupiter) - Symphonische Dichtung für Orchester, opus 24 1922


    Nikolaj Roslawetz (1880-1944):
    In den Stunden des Neumonds - Symphonische Dichtung für Orchester 1910


    Erwin Schulhoff (1894-1942):
    La Somnambule (Die Mondsüchtige) - Tanzgroteske in 1 Akt, opus 54 1925


    Jean Sibelius (1865-1957):
    Kuutamolla (Im Mondenschein) für Männerchor a capella 1916



    Ciao
    Johannes

  • Salut,


    Pionier in der szenischen Monddarstellung: Joseph Haydn – eine der ersten Sience-fiction-Opern:


    Il mondo de la luna :D
    “Die Welt auf dem Monde”


    Einspielungsempfehlungen? CD/DVD


    Liebe Grüße
    Ulli

  • na gut, ich beteilige mich doch .... :D


    bellini, la sonnambula
    schubert, an den mond
    paul lincke, frau luna ...


    der haydn wurde ja schon genannt ...ich fonde die dorati einspielung bei philips recht gut gelungen ...


    uind dann wären noch die ganzen barcarollen, die die nacht und den mond besingen
    angefangen bei offenbach ...

  • Hallo,


    Schuberts Lied "An den Mond" wurde hier ja schon genannt, er schireg aber auch "Der Wanderer an den Mond", ei Lied nach einem Text von Jahann Gabriel Seidl, das ich in einer alten Aufnahme mit Karl Erb kennenlernte. Bis heute hat mich keine Interpretation stärker beeindruckt....




    Der Wanderer an den Mond


    Ich auf der Erd, am Himmel du,
    wir wandern beide rüstig zu:
    ich ernst und trüb, du mild und rein,
    was mag der Unterschied wohl sein?


    Ich wandre fremd von Land zu Land
    so heimatlos, so unbekannt;
    bergauf, bergab, waldein, waldaus
    doch bin ich nirgend, ach! zu Haus.


    Du aber wanderst auf und ab
    aus Westens Wieg' in Ostens Grab,
    wallst länderein und länderaus,
    und bist doch, wo du bist, zu Haus.


    Der Himmel, endlos ausgespannt,
    ist Dein geliebtes Heimatland:
    O glücklich, wer, wohin er geht,
    auf der Heimat Boden steht.



    mit mondsüchtigem Gruß


    Alfred

  • stimmt ... und auch otto nicolai, die lustigen weiber von windsor hat einen solchen ..die oper hätte sowieso mal einen eigen thread versient...ist nämlich m.m. ein meisterwerk ...


    und: selbstverständlich die nachtszene im


    falstaff von verdi und bei


    vaughan williams (sir john in love...)

  • Und dann hätten wir noch den Mond als abgegriffenen Penny in der Dreigroschenoper und die Meuchelszene in Wozzeck :)


    Und nicht zu vergessen: Der Mond spielt in Pierrot Lunaire eine wichtige Rolle !

  • Na gut...ich nenne sie dann doch:


    Sicherlich am bekanntesten ist doch Beethovens Mondscheinsonate - Sonata quasi una Fantasia Op. 27 Nr. 2 -




    Anton Plate mit Moon a Pale Imitation.
    Wie ich finde, ein wunderbares Cover ;)


    Gruß, Maik

  • Lieber Ulli ,
    w a s ist los mit Dir ?
    Du schwelgst ja in einer riesigen Gefühlswelt wie einst Robert Schumann ( Bis auf seine Endenicher Zeit ) !
    Und dann Matthias Claudius !
    IOm Ernst : Schreibst Du eigenen Lyrik und komponierst dazu die Musik ?
    Herzliche grüsse
    Frank

  • Zitat

    Im Ernst : Schreibst Du eigene Lyrik und komponierst dazu die Musik ?


    Salut Frank,


    diese Gnade hat mir Gott nicht gegeben... ich habe allerdings einmal drei kleine Essays Das Gelingen einer Metamorphose in eine andere Form des Seins geschrieben. - Sind aber streng geheim...


    Liebe Grüße
    Ulli

  • Hallo Reinhard,


    bei Orffs Mond empfehle ich unbedingt die Sawallisch-Aufnahme. Sie dürfte jetzt nur mehr zusammen mit der anderen Referenz "Die Kluge" zu bekommen sein (auf EMI). Diese Aufnahmen werden künstlerisch kaum zu toppen sein, neuere Alternativen können nur mit der besseren Aufnahmetechnik punkten.

  • Salut,


    aktuell zum heutigen Vollmond:


    Der Wanderer an den Mond Lied von Franz Schubert D 870, Text von Johann Gabriel Seidl


    Mondenschein Quintett mit Klavier von Franz Schubert D 875, Text von Franz Schober


    Aus Rosamunde, Fürstin von Zypern D 797, Nr. 3b
    Romanze: Der Vollmond strahlt auf Bergeshöhn…


    Liebe Grüße
    Ulli

  • Salut,


    weiß zufällig gemand von Euch, ob das m. E. rötlich funkelnde Etwas, welches sich seit einigen Tagen unterhalb des Mondes präsentiert, der Mars ist? Mars ist doch nach meinem lückenhaften Kenntnisstand eher Anfang/Mitte Mai zu sehen?


    LG
    Ulli

  • Hallo Ulli,


    wenn ich davon ausgehe, dass Du etwa die Tage um den 20. September letzten Jahres ein rötlich funkelndes Etwas am sehr späten Abend, vielleich nach Mitternacht, nahe dem Mond (etwas unterhalb) gesehen hast, war es der Mars.


    Was hast Du denn an diesen Nächten so spät noch da draußen gemacht? Die Taministen kriegen alles raus.


    Gruß,


    Uwe

  • Hallo Zusammen


    Der Vollmond - ein göttliches Bild hast Du da GEschossen lieber Ulli. Was soll ich sagen - ich bin in den Vollmond VERschossen und kann meine Augen nicht von ihm lassen.


    Aus diesem Grund muß ich hier auch was schreiben und wundere mich, daß ich das Thema nicht bereits im Juni entdeckt hatte.


    Für mich die absolute Symbiose aus Musik und Bild (Vollmond):


    Die Arie aus der Märchenoper Rusalka (Dvorák) "Silberner Mond" oder auch "Rusalkas Lied an den Mond" genannt. Es wäre auch passend im "Gänsehaut-Thread". Wenn ich in einer Vollmondnacht am Fenster stehe und hinaufsehe, höre ich tief in mir dieses wunderschöne, flehende Lied - es ist absolut vollkommen.


    Natürlich findet man unter den Schubert-Liedern viele, die den Mond als Thema haben, darunter ein besonders schöner Text von Klopstock:


    Willkommen, o silberner Mond,
    Schöner, stiller Gefährt' der Nacht!
    Du entfliehst? Eile nicht, bleib', Gedankenfreund!
    Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin.
    Des Maies Erwachen ist nur
    Schöner noch, wie die Sommernacht,
    Wenn ihm Tau, hell wie Licht, aus der Locke träuft,
    Und zu dem Hügel herauf rötlich er kömmt.
    Ihr Edleren, ach, es bewächst
    Eure Male schon ernstes Moos!
    O, wie war glücklich ich, als ich noch mit euch
    Sah sich röten den Tag, schimmern die Nacht!


    Ein Erlebnis zum Thema Mond und Musik muß ich noch loswerden. Im Juni 2001 gab es an einem warmen, klaren Sommerabend eine beeindruckende Aufführung der Oper Carmen an der Ostseite des Doms zu Speyer. Und just in dem Moment als Don José seine herzzerreißende Arie "La fleur que tu m'avais jetée" sang, schob sich der Vollmond über den Dom. Im ersten Moment konnte man glauben, dahinter stecke eine raffinierte Licht- oder Kameratechnik - aber es war einfach nur die Natur, die uns sowieso viel schönere Bilder schenkt als Technik und Menschenhand es vermag.


    Mimi

  • Carl ORFF: Der Mond


    Da mir zu diesem Werk leider nichts Gescheites einfällt, außer, daß es mir sehr gut gefällt, zitiere ich aus dem Begleitheft zur EMI-Aufnahme mit Sawallisch.
    "Die Gattungsbezeichnung "Oper" wird dem Werk nicht ganz gerecht. Zahlreiche Elemente des Singspiels, des "Lehrstücks" Brecht'scher Prägung und des Chansons werden verarbeitet.
    "Der Mond" erweist sich oft als Parodie auf dei Oper des 19. Jahrhunderts.
    Die Nähe zur Vagantenlyrik des Mittelalters, zu den Texten der
    "Carmina burana" ist unverkennbar.........."


    Weiters verweise ich auf die bekannte Konzertarie
    Lady sunshin und Mr. moon - unvergleichlich interpretiert von Conny Froboess

    Otto Rehhagel: "Mal verliert man und mal gewinnen die anderen".
    (aus "Sprechen Sie Fußball?")

  • Die Welt auf dem Mond / Il mondo della luna – das ist der Titel von Joseph Haydns Mondoper. Das Libretto ist von keinem Geringeren als Goldoni. Ecclitico und Ernesto lieben die Töchter des Buonafede und spielen ihm mit einer List eine Mondlandung vor. Dort wird er vom Mond-Kaiser persönlich empfangen. Schließlich lässt er sich erweichen, und es kommt zum happy end.


    Pssst: Vielleicht ist diese Oper der Vorläufer für die Verschwörungstheorie, nach der die erste Mondlandung in einem Fernsehstudio gedreht worden sei …


    Na, iss ja auch egal. Ich empfehle die Einspielung mit Frederica von Stade, Arleen Auger, Edith Mathis, Lucia Valentini-Terrani, Domenico Trimarchi, Luigi Alva und Anthony Rolfe-Johnson, Orchester: Orchestre de Chambre de Lausanne, Leitung: Antal Dorati.



    Grüße aus dem Norden von Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Seltsamerweise hat noch niemand das vielleicht berühmteste Gedicht (Lied) der deutschen Romantik erwähnt:
    Eichendorffs (Schumanns) "Mondnacht" (Es war als hätt' der Himmel die Erde still geküßt...) :jubel:


    Der Passage "Sieh! Wie eine Silberbarke..." aus Mahlers LvdE wurde ja schon in einem anderen thread gedacht.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Janácek/Jenufa, 2. Akt:


    JENUFA
    Nun ist es Nacht,
    und ich kann die Fensterläden öffnen.
    Überall ist es finster,
    nur der Mond scheint auf die armen Menschen herab,
    und zahllose Sterne...


    Janácek schreibt dazu eine wunderbar mondige Musik, wie eben ein Vollmond klingt, der durch ein Fenster ins Zimmer scheint.

  • Sir John Blackwood McEwen: A Solway Symphony


    daraus


    II: Moonlight Molto tranquillo


    Ein Motiv äußerster Einfachheit ist die Keimzelle dieses bezaubernden Satzes, der sehnsuchtsvolle Stimmung zu erwecken mag. Einfach nur schön.


    LG
    Wulf

  • Richard Strauss: Salomé: offensichtlich wird der Mond in dieser Oper kräftig als Metapher herangezogen.


    ....


    Page der Herodias:


    Sieh´ die Mondscheibe, wie sie seltsam aussieht. Wie eine Frau, die aufsteigt aus dem Grab.


    ....


    Salomé:


    Wie süss ist hier die Luft, hier kann ich atmen... Wie gut ist´s in den Mond zu sehen. Er ist wie eine silberne Blume, kühl und keusch. Ja, wie die Schönheit einer Jungfrau, die rein geblieben ist.


    ..


    Seine Augen sind von allem das Schrecklichste... sie sind wie schwarze Seen, aus denen irres Mondlicht flackert....


    Wie abgezehrt er ist. Er ist wie ein Bildnis aus Elfenbein. Gewiss ist er keusch wie der Mond. Sein Fleisch muß sehr kühl sein, kühl wie Elfenbein...


    ....


    Herodes:


    Wie der Mond heute nacht aussieht! Ist es nicht ein seltsames Bild? Es sieht aus, wie ein wahnwitziges Weib, das überall nach Buhlen sucht.. wie ein betrunkenes Weib, das durch die Wolken taumelt.


    Herodias:


    Nein, der Mond ist wie der Mond, das ist alles. Wir wollen hineingehen.


    ....


    Jokanaan:


    Es kommt der Tag, da wird die Sonne finster werden wie ein schwarzes Tuch. Un der Mond wird werden wie Blut und die Sterne des Himmels werden zur Erde fallen wie unreife Feigen vom Feigenbaum...

  • Strahlender Mond, der am Himmelszelt thront,
    Nachts zu dir steigen auf meine Lieder.


    Strahlender Mond, der am Himmelszelt thront,
    Tön', o töne dem Liebsten sie wieder!


    Nimm meine Küsse, Trauter, du;
    Trag sie dem fernen Liebsten zu.


    Strahlender Mond, der am Himmelszelt thront,
    Sei mein Bote du!


    ...


    Valse boston aus der genialen Operette Der Vetter aus Dingsda (UA 1921 in Berlin) von Eduard Künneke (1885-1953)

    "Es ist mit dem Witz wie mit der Musick, je mehr man hört, desto feinere Verhältnisse verlangt man."
    (Georg Christoph Lichtenberg, 1773)