Die Opernzerstörer und deren Wirkung

  • Im Thread "Mein Weg zur Kammermusik" hat Milletre jenes Statement abgegeben, welches im 2. Beitrag DIESES Threads zu lesen ist. Wie nicht anders zu erwarten wurde prompt gekontert. Die Moderation (J.Roehl) hat zu Recht eingegriffen ung darauf hingewiesen, daß das Thema "Kammermusik" wäre. Das Mitglied Amfortas hat daraufhin vorgeschlagen, den Thread nicht teilweise zu löschen, sondern den entsprechenden Tei beispilesweise in den Thread "Ist das Regietheater am Ende" du verschieben. Dies würde jedoch diesen Thread im Fluss stören, daher habe ich davon Abstand genommen. und mit eingen Kunstniffen diesen neuen zusammengestoppelt. Ich bin kein Freund der Improvisation, denn das wirkt alles stets ein wenig dilettantisch, sondern ein Anhänger von strategisch geplanten Threads. Aber immer geht es halt nicht so wie man möchte....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

  • Ein nicht zu unterschätzender Grund, warum ich zur Kammermusik, sinfonischer Musik und Solistenkonzerten "auswich", war der Umstand, dass ich von den grauslichen Ergüssen diverser Mainstream-Regisseure in der Oper einfach die Nase voll hatte und mich hierorts ausschließlich auf die Musik konzentrieren kann - den Opernvernichtern sei Dank!

  • Zitat

    den Opernvernichtern sei Dank!

    wurden etwa irgendwo in Berlin, London, Wien, Mailand zu Hauf Opern-Parituren verbrannt bzw. durch inferiorer Verwertung entsorgt ?( oder Opernhäuser abgerissen ?(
    es war bisher davon nichts in den Zeitungen zu lesen..
    :hello:

  • Opernvernichter sind Personen, die Werke der musikalischen Weltliteratur dermaßen entstellen, dass damit ein signifikanter Niedergang dieser Kunstform einhergeht. Wenn diese Dilettanten ständig jammern, die Oper wäre tot, dann haben sie ganze Arbeit geleistet - die Opernvernichter.


    Dass diese Entwicklung an Dir scheinbar vorbeiging, ist wieder ein anderes Kapitel.

  • also "Entstellung" sollte im entsprechendem Opernthread (z.B. "...Ende des Regietheaters") eingehender erläutert werden, um die Plausibilität des schlichten Stammtisch-Wortprügels "Opervernichter" zu erweisen...
    Was ist denn enstellt ?
    Welche Dilettanten sind denn gemeint ?
    ... und ein signifikanter Niedergang in dieser Gattung ist momentan nicht feststellbar.. sehr viele Premieren sind ausverkauft...
    aber dazu mehr - wie gesagt - im Opernthread wäre fruchtbar und nicht im Kammermusikthread ..

    Zitat

    Bitte beim Thema bleiben, die Opernschlammschlachten bitte nicht ins Kammermusikforum tragen. ggf. lösche ich sonst themenfremde Beiträge!

    Vorschlag an die Moderation: die letzten Beiträge also ab Nr. 18 in den entsprechenden Opernthread kopieren, statt löschen...


    :hello:

  • Zitat

    also "Entstellung" sollte im entsprechendem Opernthread (z.B. "...Ende des Regietheaters") eingehender erläutert werden, um die Plausibilität des schlichten Stammtisch-Wortprügels "Opervernichter" zu erweisen...


    "Ende des Regiethearers ist ein derart ausgelasteter und nun schon ein wenig unübersichtlicher Thread, daß ich gerne einen neuen hier eröffne. Der andere Thread, nimmt man ihn wörtlich befasst sich ja mit dem Phänomen des Regietheaters, und daß der Widerstand dagegen allmählich aber unaufhaltbar zunimmt.


    DIESER Thread hingegen befaast sich - wie defineiert mit dder Definition des Begriffes "Opernzerstörer" Ich bitte von Namensnennunge so weit wie möglich abzusehen - wir alle wissen wer da gemeint sein könnte.


    Wohl aber kann man argumentieren worin denn das zerstörerische Potential liegt, das erwähnt wurde - und Milletre hat schon eine schöne Definition gegeben

    Zitat


    Opernvernichter sind Personen, die Werke der musikalischen Weltliteratur dermaßen entstellen, dass damit ein signifikanter Niedergang dieser Kunstform einhergeht.


    Und Amfortas konterte:


    Zitat


    ... und ein signifikanter Niedergang in dieser Gattung ist momentan nicht feststellbar.. sehr viele Premieren sind ausverkauft...


    Hiezu ist zu sagen, daß letzteres kein Argument ist - die Frage ist nur WER die Oper frequentiert.


    Wenn ich eine Oper - (als radikales Beispiel !!) pornographisch inszeniere - ist mir ein volles Haus ebenso sicher, wie wenn ich anderswie provoziere. Das ist kein Argument für eine gesunde Opernszene.


    Ob aber das Werk hiebei unbeschädigt blieb - das ist eine andere Sache.


    Tatsache ist, daß viele was heute über die Opernbühnen läuft, so verunstaltet wurde, daß beim Heben des Vorhangs anhand der Aufmachung gar nicht mehr klar ist, werlches Werk denn hier eigentlich am Spielplan steht.
    Ich glaube persönlich auch nicht, daß die Opernmacher von heute lediglich "Dillettanten" sind, sondern ich würde hier den Begriff "Opernhasser" einsetzen, wobei mir noch unklar ist, ob sich der Hass (oder wer so will "die Abneigung") gegen das Medium Oper im Allgemeinen richtet - oder gegen das etablierte Opernpublikum.
    Hat Hänschen X sich vor Jahrzehnten immer in der Oper gelangweeilt, als er sie zwangsweise besuchen musste, und übt nun Rache an ihr - oder war ihm die elitäre Gesellschaft, die ihn stets ein wenig von oben herab behandelte zuwider ?
    Oder ist Hänschen X in seiner Jugend vielleicht gar nicht in die Oper gegangen und sein erster Kontakt mit ihr war der Regieauftrag eines Freundes an ihn ??


    Zitat

    Was ist denn enstellt ?


    Diese Frage ist eine Verhöhnung an sich, denn wir alle, auf beiden Seiten wissen "was entstellt ist"
    Wenn ich auf eine Vase der Ming Dynastie das Logo eines weltweit bekannten Frissconters schmiere,
    so daß die eigentliche Malerei verdeckt wird - dann ist das eine Entstellung.


    Ähnliches passiert (derzeit noch) im Falle der Oper.


    Und desto mehr Leute sich dagegen auflehnen - und desto mehr die Subventionen dafür gestrichen werden - desto schneller wird der Spuk ein Ende haben...


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Zitat

    Und desto mehr Leute sich dagegen auflehnen - und desto mehr die Suventionen dafür gestrichen werden - desto schneller wird der Spuk ein Ende haben...


    Hallo, Alfred!


    Ich habe mich auch schon mehrfach zu diesem Thema geäußert und aufgeregt. Entweder stieß ich auf taube Ohren oder die Empfänger waren nicht in der Lage zu verstehen. Aus lauter Neugier gehen Leute (keine echten Opernliebhaber) in die Oper, um sich Klamauk oder Porno-Szenen anzusehen. Einige meiner Bekannten und wirkliche Opernfreunde bleiben wie ich diesem Schwachsinn fern, oder lesen sich Opernkritiken vorher durch, es könnte ja mal (selten, aber es gibt es noch) etwas dem originalen Libretto und nicht Sinnentstellendes Opernvergnügen geboten werden. Wohlgemerkt: Diese waren alle viele Jahre Dauerkartenbesitzer wie ich! Waren!




    Gruß Wolfgang

  • Zitat

    Aus lauter Neugier gehen Leute (keine echten Opernliebhaber) in die Oper, um sich Klamauk oder Porno-Szenen anzusehen.

    schon wieder die unselige Gleichsetzung von Neugierigen die keine echten Opernliebhaber sind...


    Zitat

    Diese waren alle viele Jahre Dauerkartenbesitzer wie ich! Waren!

    woher wird dann die Behauptung so zahlreicher Pornoszenen in der Oper entnommen ?


    Ich habe eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Aufführungen des sog. "Regietheaters" erlebt, aber da waren keinerlei Pornoszenen dabei. Nacktszenen bilden eher die Ausnahme in der Oper.


    Leute die sich gerne Pornos reinziehn möchten, besuchen - nach meiner Vermutung - entweder entsprechende Lokale/Clubs/Peepshows und dergleichen oder eine Videothek, gehen zu diesem Zweck aber bestimmt nicht in die Oper...
    :hello:

  • Zitat

    Was ist denn enstellt ?

    Im Thema "Widerstand gegen das Regietheater wächst unaufhörlich" wurde einmal die Mona Lisa als Vergleich herangezogen. Wenn nun diese mit einem ganz anderen Bild (z.B. einem Stilleben) übermalt wird, aber weiterhin als Mona Lisa deklariert wird, nenne ich das entstellt. So nenne ich es auch, wenn eine Oper nicht mehr in der Zeit, in der das dort geschilderte Geschehen angesiedelt ist, spielt oder gar noch eine völlig neue Handlung unterlegt ist (siehe mein Beispiel mit der Rusalka in München als Inzestdrama), sie aber immer noch unter dem ursprünglichen Namen beworben wird.


    Gerhard :evil:

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Der Vergleich mit der Übermahlung der Mona-Lisa hinkt. Denn das Gemälde ist bereits ein abgeschlossenes Artefakt. Während die Arbeit an einer Oper, die szenisch umzusetzen ist bis zur Fertigstelllung der Regie, einen Prozeß bildet, der unabgeschlossen ist und nach einer längeren Zeit in der Regel Neuinszenierungen zu erwarten sind.

    Zitat

    (siehe mein Beispiel mit der Rusalka in München als Inzestdrama),

    mit der Rusalka bin ich nicht genug vertraut. Falls aber inzestiöse Beziehungen eine Art Subtext in dieser Oper bilden (weiß es aber nicht), dann wäre diese Regie nicht unbedingt eine Entstellung.
    Das bedeutet natürlich nicht, dass sie damit gelungen wäre bzw. jedem gefallen muss oder ausschließlich so zu inszenieren wäre ...
    :hello:

  • Zitat

    Während die Arbeit an einer Oper, die szenisch umzusetzen ist bis zur Fertigstelllung der Regie, einen Prozeß bildet.


    Das ist eine eigenmächtige Auslegung der Regisseure.


    Deren Aufgabe ist lediglich die Regieanweisungen des Libretto BESTÖGLICH umzusetzen.
    Deren eigne Ideen sind weder gefragt noch erwünscht.
    Wenn im Libetto steht : "Grosser Festsaal Palazzo Farnese , spätes 16. Jahrhundert, der Adel tanz und amisiert sich"
    Dann will ich nicht (als Beispiel) eine Fabrikshalle sehen wo ein paar zerlumpte Proleten herumlunger und ein Bezug zur eiogentlichen Handlung gar nicht mehr stattfindet.


    Wie gesagt, Das Libretto ist das Kochrezept.
    Ein Wiener Saftgulasch wird nach einem ganz bestimmten Rezept zubereitet. WINZIGE Abweichungen sind gestattet.
    Wer aber dieses Gericht durch Beigabe von Curry oder Basilikum zu verbessern sich, wer Pommes Frittes als Beigabe reicht, der ist - positiv ausgedrückt - ein Banause - negativ ausgedrückt - ein Verbrecher.


    Genauso ist die bei der Inszenierung einer Oper.


    Wenn Hampe eine Oper inszeniert, dann ist das Ergebnis nicht mit jenem von Schenk identisch - aber beide sind erstklassik und weitgehend librettogetreu.


    Alles andere ist Anmaßung, und mich wundert immer wieder daß man die Opernzerstörer nicht steinigt, wenn sie sich höhnisch grinsend vor dem buhenden Publikum verbeugen - Aber ich glaube das ist nur noch eine Frage der Zeit......


    mit freundlichen Grüßen


    Alfred

  • Zitat

    woher wird dann die Behauptung so zahlreicher Pornoszenen in der Oper entnommen ?


    Hallo!


    Entweder bist Du wirklich so begriffsstutzig oder es mangelt Dir einfach an logischem Denken. Erstmal haben meine Bekannten da schon einige Erfahrungen gemacht und es schon erlebt, z. Bsp. in Bonn in "Hoffmanns Erzählungen". (Da habe ich an anderer Stelle schon drüber geschrieben). Viele Besucher haben fluchtartig die Oper verlassen und auch schriftlich protestiert. Das hat uns allen gereicht. Dann kann man einschlägige Opernkritiken auch lesen, sofern man diese miesen Kritiken auch lesen möchte. Oder man sieht sich einige Minuten Neuproduktionen im TV an, wo gleich entnervt der Blick zum Ausschaltknopf geht. Aber Du gehörst mit Sicherheit zu der Kategorie der "Verschlimmbesseren", die Sensationslüsterne Zuschauern den wahren Opernliebhabern vorziehen.





    Gruß Wolfgang

  • Zitat

    Wenn Hampe eine Oper inszeniert, dann ist das Ergebnis nicht mit jenem von Schenk identisch - aber beide sind erstklassik und weitgehend librettogetreu.

    dass der Schenk-Ring (NYC) alles andere als librettotreu ist, darauf wurde bereits in einen anderen Thread hingewiesen.


    Zitat

    Deren eigne Ideen sind weder gefragt noch erwünscht.

    es geht um die Ideen des Werkes, wobei konzediert werden muss, dass das Subjekt des Regiesseurs (egal ob modern oder konservativ) nie ganz auszuschalten ist..


    Zitat

    Wie gesagt, Das Libretto ist das Kochrezept.

    nur schlechte, also z.B. gedankenarme Libretti bzw. schlechte bzw. banale Opern sind reine Kochrezepte, die in nur einer bestimmten oder begrenzten Form auslegbar sind ..


    Zitat

    Alles andere ist Anmaßung, und mich wundert immer wieder daß man die Opernzerstörer nicht steinigt, wenn sie sich höhnisch grinsend vor dem buhenden Publikum verbeugen - Aber ich glaube das ist nur noch eine Frage der Zeit......

    merkwürdig dass ich es recht häufig erlebte - nicht immer, es gibt auch leider mißlungene Regiearbeiten- , dass sog. "Opernzerstörer" vom größten Teil Publikum bejubelt wurden...
    :hello:

  • Zitat

    Entweder bist Du wirklich so begriffsstutzig oder es mangelt Dir einfach an logischem Denken. Erstmal haben meine Bekannten da schon einige Erfahrungen gemacht und es schon erlebt, z. Bsp. in Bonn in "Hoffmanns Erzählungen". (Da habe ich an anderer Stelle schon drüber geschrieben). Viele Besucher haben fluchtartig die Oper verlassen und auch schriftlich protestiert. Das hat uns allen gereicht. Dann kann man einschlägige Opernkritiken auch lesen, sofern man diese miesen Kritiken auch lesen möchte. Oder man sieht sich einige Minuten Neuproduktionen im TV an, wo gleich entnervt der Blick zum Ausschaltknopf geht. Aber Du gehörst mit Sicherheit zu der Kategorie der "Verschlimmbesseren", die
    Sensationslüsterne Zuschauern den wahren Opernliebhabern vorziehen.

    also diese angebliche Pornoszene müsste genauer beschrieben werden, um sie als solche überhaupt auszuweisen..


    Ich verlasse mich auch nicht auf Opernkritiken, sondern versuche mir selbst einen Eindruck zu verschaffen...


    nebenbei: in deinem Beitrag vermisse ich die Beherzigung von Alfreds Apell "Vornehme Zurückhaltung" ..ts. ts. ts. ts ... :thumbsup:
    mit Beschimpfungen wie "begriffstutzig" oder anderen haltlosen Unterstellungen "Verschlimmbesseren", werdet ihr sehr schwer Verbündete rekrutieren können, um den entgültigen Untergang des sog. "Regietheaters" zu beschleunigen, denn was werden wohl andere Leser über euch denken... ?
    und das wäre doch sehr schade für eurer Anliegen :no: :no:
    :hello:

  • Hallo, Amfortas!


    Ja, Du hast Recht. Mir sind leider etwas die Pferde durchgegangen. Aber in meiner knapp bemessenen Freizeit als Hausmann mit kleiner Tochter bringe ich nicht immer die Geduld zu solchen Endlos-Diskussionen auf. Aber zurück zu "Hoffmanns Erzählungen". Darüber ist ausführlich diskutiert worden. Im GIULIETTA-AKT wurde fleißig onaniert. Eine ältere Dame mit Enkel war den Tränen nahe und es herrschte lautstarker Protest! Mehr möchte ich dazu nicht mehr Stellung nehmen, obwohl dies auf der Opernbühne kein Einzelfall war. Darum bleiben wahre Opernliebhaber lieber zu Hause und sehen sich "konservative" DVD´s an!



    Gruß Wolfgang

  • Im Kosky-Rheingold gab es auch eine kollektive Masturbationsszene . Kaum einer der Besucher empfand das aber als Pornographie. Die Darstellung von sexuellen Handlungen ist nicht automatisch mit Pornographie gleichzusetzen. Ich besuchte mit 2 sog. "Staubis" diese Premiere und diese empfanden das auch nicht als anstößig.
    Ebenso wenig anstößig, geschweige denn pornographisch wirken die Nacktszenen (Orgie) der Bochumer Moses + Aron- Aufführung.
    Ansonsten bilden Szenen mit eindeutigen sexuellen Handlungen eher die Ausnahme innerhalb zeitgenössischer Opern-Regie..

    Zitat

    Darum bleiben wahre Opernliebhaber lieber zu Hause und sehen sich "konservative" DVD´s an!

    sind denn Besucher, die sich erneut eine Vorstellung des Kosky-Rheingoldes reinziehn "falsche" oder "unwahre" Opernliebhaber ?
    (Nebenbei: in aller großer Kunst geht es nicht immer piekfein, erlesen oder gepfegt zu, spätestens seit Shakespeare)
    :hello:

  • Im Kosky-Rheingold gab es auch eine kollektive Masturbationsszene . Kaum einer der Besucher empfand das aber als Pornographie. Die Darstellung von sexuellen Handlungen ist nicht automatisch mit Pornographie gleichzusetzen. Ich besuchte mit 2 sog. "Staubis" diese Premiere und diese empfanden das auch nicht als anstößig.


    Aber Hallo! Das ist eine in meinen Augen sehr gewagte Behauptung! Eine "kollektive Masturbation" nicht als Porno anzusehen, mag für Dich und Deine "Staubis" (was muß ich mir darunter vorstellen?) normal sein, ich kann das nur als Porno bezeichnen. Und es zeigt, wie weit die sexuelle Abstumpfung der Gesellschaft schon gediehen ist. Es tut mir auch nicht leid, wenn ich solcherlei Handlung als das bezeichne, was es ist: Pornografie, die nicht in eine Opernvorstellung gehört.

  • Im Kosky-Rheingold gab es auch eine kollektive Masturbationsszene . Kaum einer der Besucher empfand das aber als Pornographie. Die Darstellung von sexuellen Handlungen ist nicht automatisch mit Pornographie gleichzusetzen. Ich besuchte mit 2 sog. "Staubis" diese Premiere und diese empfanden das auch nicht als anstößig.


    Mit einem Wort: ekelhaft! :thumbdown:
    Das hat nichts mit prüde, ultrakonservativ, verstaubt oder intellektuell minderbemittelt zu tun – Schlagworte, die oder ähnliche ich als Reaktion erwarte.
    Sowas will ich in einem Opernhaus einfach nicht sehen.
    Herr Kosky sollte seine perversen Phantasien lieber privat ausleben und nicht die Öffentlichkeit gleichsam zwingen, an ihnen teilzuhaben. Und solche Leute inszenieren munter an renomierten Opernhäusern.
    Bei aller Kritik, die man Chereau 1976 vorwerfen mag, aber solch einen Stumpfsinn hätte es nicht mal bei dem gegeben.
    Vielleicht machte diese "Szene" die meisten Besucher ja auch einfach nur sprachlos.

  • Zitat

    wie weit die sexuelle Abstumpfung der Gesellschaft schon gediehen ist.

    Diese Aussage ist überhaupt nicht belegbar. Im Gegentum. In der BRD wurde seit ca. den letzten 15 Jahren wesentlich – in den Medien und z.Tl. in der Gesetzgebung - empfindlicher auf den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs reagiert, als Jahre davor. Die Diskussionen in Frankreich über den Fall Strauss-Kahn widerlegen ebenfalls diese Behauptung.


    Außerdem müssten einige Shakespearschen Stücke auch unter dem Verdikt der Abstumpfung fallen, da sie mit zahlreichen sexuellen Anspielungen gespickt sind, die sich überwiegend auf den heterosexuellen Begattungsakt beziehen, weniger auf Masturbation. Oder ist eine Darstellung von Masturbation von vorne herein Pornographie, aber nicht die von heterosexueller bzw. gleichgeschlechtlicher Organlust ?

    Zitat

    Herr Kosky sollte seine perversen Phantasien lieber privat ausleben und nicht die Öffentlichkeit gleichsam zwingen, an ihnen teilzuhaben.

    Woher speist sich denn die Unterstellung, dass Kosky irgendwelche perversen Phantasien auslebt. Oder wird Masturbation mit Perversion gleichgesetzt ?
    In keinen von Koskys Regiearbeiten wurden z.B. Pädophilie oder Sex in Besitz nehmende Gewalt propagiert bzw. dafür geworben.
    :hello:

  • Öffentlich zur Schau gestellte Masturbation ist für meine Begriffe pervers, ja.
    Sowas möchte ich weder in noch außerhalb eines Theaters in der Öffentlichkeit sehen.

  • Außerdem müssten einige Shakespearschen Stücke auch unter dem Verdikt der Abstumpfung fallen, da sie mit zahlreichen sexuellen Anspielungen gespickt sind...


    Ich erkenne durchaus Unterschiede zwischen "Anspielungen" und "Ausführung". Selbstverständlich sind Opern und Operetten wie auch Stücke des Sprechtheaters aller Zeiten voll von sexuellen Anspielungen, weil es nunmal um eine zutiefst menschliche Grundhaltung geht. Aber man muß keinesfalls, wie in der von Dir, lieber Amfortas, zitierten "Rheingold"-Szenerie vorgehen. Das ist für mich inakzeptabel. Ich kann Joseph II. nur zustimmen.

  • Zitat

    Im Kosky-Rheingold gab es auch eine kollektive Masturbationsszene . Kaum einer der Besucher empfand das aber als Pornographie.


    Das will ich gerne glauben :D
    Man sieht an diesem Beispiel genau welch Abschaum heute unsere Opernhäuser durch seinen Besuch besudelt.


    Nichts gegen Pornographie, sie wird von der Gesellschaft gebraucht - aber bitte nicht im Theater und in der Oper.
    Besonders köstlich finde ich die "individuelle Auslegung" was denn als Pornographie zu betrachten ist - und was nicht.


    Als Gustav Mahler "Salome" von Richard Strauß aufführen wollte, schreib ihm der österreichische Hofzensor Dr. Emil Jettel von Ettenbach:
    "Die vom Kaiser unterhaltenen Bühnen sollen keine Werke aufführen, die umstürzlerische oder laszive Gedanken verbreiteten, vor allem aber durften keine Worten fallen, die das religiöse Gefühl der Zuschauer beleidigten.......
    Die Darstellung von Vorgängen, die in das Gebiet der Sexualpathologie gehören, eignet sich nicht für unsere Hofopernbühne"


    Man mag dies als ein wenig zu streng erachten - aber es ist andrerseits ein Indikator für die Verwahrlosung der Sitten.


    Wie gesagt - alles zu seiner Zeit - am richtigen Platz.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

  • Der Vergleich mit der Übermahlung der Mona-Lisa hinkt. Denn das Gemälde ist bereits ein abgeschlossenes Artefakt. Während die Arbeit an einer Oper, die szenisch umzusetzen ist bis zur Fertigstelllung der Regie, einen Prozeß bildet, der unabgeschlossen ist und nach einer längeren Zeit in der Regel Neuinszenierungen zu erwarten sind.

    mit der Rusalka bin ich nicht genug vertraut. Falls aber inzestiöse Beziehungen eine Art Subtext in dieser Oper bilden (weiß es aber nicht), dann wäre diese Regie nicht unbedingt eine Entstellung.
    Das bedeutet natürlich nicht, dass sie damit gelungen wäre bzw. jedem gefallen muss oder ausschließlich so zu inszenieren wäre ...
    :hello:


    Hallo Amfortas!


    Sicherlich ist das Inszenieren einer Oper ein Prozess. Dieser hat sich aber in erster Linie an der Musik zu orientieren und was diese "hergibt" oder auch nicht, sonst kann man sie ja auch gleich weglassen und ein Theaterstück inszenieren. Gelegentlich habe ich den Eindruck, dass dies auch einigen Opernregisseuren lieber wäre. Die ist nämlich in den seltensten Fällen so überdeutlich, wie es die Herren gerne hätten. Dann erst folgt der Text und die szenischen Vorgaben, die dazu gemacht werden - und zwar der Originaltext und nicht irgendwelche "Subtexte", die häufig nur in der Phantasie der Regisseure existieren. Ich habe mir heute die Szenen zwischen Wassermann und Rusalka angehört und auch sorgfältig durchgelesen - in der Übersetzung, versteht sich, ich kann kein Tschechisch, und keinerlei Hinweise auf irgendwelchen Inzest gefunden. Aber: Inzest und Missbrauch sind ja derzeit aktuelle Themen, und da kommen doch tatsächlich ein älterer Mann und ein junges Mädchen vor - hurra, schon haben wir den "aktuellen Bezug". Ob das Werk das wirklich "hergibt", egal. Haben wir wiedermal eine Oper für die heutige Zeit aktualisiert.


    Ein weiteres Beispiel für einen neuentdeckten "Subtext". Vor mehreren Jahren gab es am hiesigen Opernhaus eine Neuinszenierung von Mozarts Figaro und die Regisseurin (wer das damals war, weiß ich nicht mehr) war laut Interview sehr stolz auf ihre "Erkenntnis", dass Susanna in Wirklichkeit den Grafen liebt. Ja, worum geht es denn dann eigentlich vier Akte lang?? Schlafen die beiden eben miteinander, na und? Soviel zu "Subtexten".


    Aber zurück zum Hauptthema: Ausgangspunkt für jede Inszenierung muss die Musik sein. Und die ist bzw. war zumindestens bis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts zu 99% weder ordinär noch abstoßend noch unappetitlich. Warum so viele Regisseure aber gerade in diese Richtung inszenieren (ich beziehe mich hier auf die Beispiele meiner Vorredner und viele Berichte in der einschlägigen Fachpresse), weiß ich nicht.


    Viele Grüße


    Mme. Cortese

  • Zitat

    Aber zurück zu "Hoffmanns Erzählungen". Darüber ist ausführlich diskutiert worden. Im GIULIETTA-AKT wurde fleißig onaniert.

    Zitat

    m Kosky-Rheingold gab es auch eine kollektive Masturbationsszene . Kaum einer der Besucher empfand das aber als Pornographie. Die Darstellung von sexuellen Handlungen ist nicht automatisch mit Pornographie gleichzusetzen.

    Da wundert mich eigentlich die Verrohung unserer Gesellschaft nicht mehr. Wenn so inszeniert wird und dies auch noch gutgeheißen wird, dann dürfen wir uns wohl in absehbarer Zeit ansehen, wie auf der Straße masturbiert oder gar - wie das Vieh - öffentlich kopuliert wird und das auch noch beklatscht wird. Diese Argumente des zweiten Zitats spotten jeder Beschreibung, und wenn wir sie widerlegen, finden sich sicher noch fadenscheinigere Argumente, mit denen verbissen gekämpft wird. Jeder Leser wird - auch ohne zu antworten - seine Schlüsse aus dieser Art der Argumentation ziehen können,


    Gerhard :pfeif:

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Die Diskussion versucht die Grenzen auszuloten. Was ist dem Regisseur in einer Inszenierung erlaubt und ab wann fängt die vom klugen, erfahrenen Milletrè provozierend eingebrachte Opernvernichtung an. Oper darf auf der einen Seite nicht museal verstauben, sie muss lebendig sein und zeitgerecht neu gedeutet werden, wenn sie leben und überleben soll. Wagner mit Fellkostümen, Stierhörnern und wilden Mähnen geht zumindest seit Wieland und Wolfgang Wagners Neubayreuth nicht mehr. Ich habe miterlebt, welcher Sturm der Entrüstung über die Wagner-Enkel und die Festspiele hereinbrach, als die Bühne radikal entrümpelt wurde. Heute sind manche dieser damals umstrittenen Inszenierungen anerkannte Musterfälle gelungener Regiearbeit. Wo ist also die Grenze für den Regisseur und wo fängt Opernvernichtung an? Meines Erachtens dann, wenn gegen den Sinn des Werkes inszeniert wird, dieses auf den Kopf gestellt oder gar ins Gegenteil umgedeutet wird. Ein Beispiel: Wenn in einer "Götterdämmerung" z. B. am Ende des Dramas der Ring nicht bei den Rheintöchtern landet, der Weltenkreis sich also nicht schließt, sondern der Ring in Großformat und grellster Ausleuchtung bei den Göttern in Walhall landet. Hier hat der Regisseur das Weltendrama verfälschend entstellt und dadurch gegen den gewollten Willen des Komponisten und Textdichters in grober Weise verstoßen. Zumindest Sinnvernichtung.
    Ich habe ein ganz frisches Erlebnis einer meines Erachtens geglückten modernen Inszenierung. Gestern Abend war ich hier in Heilbronn in einer Aufführung der Oper "Faust" mit einem Gastspiel des Theaters Oldenburg. Vor und während der Ouvertüre vor dem Vorhang ein Riesenbett, in dem Faust und eine stumme Dame lagen. Mein Gott dachte ich ,geht der Blödsinn dieser "Vorerklärungen" schon wieder an, statt die herrliche Musik Gounods wirken zu lassen. Was dann aber kam ,war durchweg ein lebendiger, turbulenter Ablauf, der aber immer konform zur Handlung lief. Musikalisch und vor allem sängerisch mit lauter jungen unverbrauchten Stimmen und Protagonisten, die auch noch gut spielten, kam eine hervorragende, sinngerechte Aufführung zustande.
    Insgesamt ein moderner aber starker Theaterabend.
    Noch ein Wort zu Sexszenen in der Oper. Hier gilt auch wieder, wenn diese ästhetisch, dezent sind und zur Handlung passen. Warum denn nicht? Zum Venusberg im Tannhäuser fast zwingend erforderlich. Oder ich erlebte im "Rigoletto" in der Spelunke von Sparafucile, dass jeweils ganz kurz Zimmertüren geöffnet wurden und der Zuschauer sehen und ahnen konnte, dass sich darin nackte Paare vergnügen. Prägnant, die Stimmung illustrierend. Wenn allerdings plötzlich im "Siegfried" Mime grundlos vorne an der Rampe zu onanieren beginnt, dann ist dies ein blöder, aufgesetzter, plumper Gag. Abzulehnen! Wobei manchen Regisseuren das Paradoxon gelingt, erotisch angelegte Szenen schrecklich fad zu gestalten und in anderen Passagen, wo es nicht passt, das Publikum mit dümmlichen Sexattacken zu schockieren.
    Meines Erachtens geht es im Kern nicht um die Frage traditionell oder modern, sondern werkgetreu und sinnvoll erklärend oder sinnentstellend. provozierend, die Oper vernichtend.
    Ich gehöre zu den Opernfreunden, die eher traditionell empfinden. Ich bedauere es sehr, dass die Jugend heute keine prächtigen "Meistersinger" mit Aufzug der Zünfte und allem Prunk, wie dies z. B. in den leider verschwundenen Inszenierungen von August Everding und Wolfgang Wagner noch zu sehen war, mehr erleben können. Statt dessen wird ihnen Multi-Kulti in rasendem Tempo und Farbschmierereien geboten. Nur wo fängt hier nostalgische Verklärung eines alt gewordenen Opernnarren an? Wie ist die Empfindung der jungen Generation?
    Wir haben hier wieder eine interessante, echte Tamino-Diskussion. Nur bitte überlagert diese nicht mit persönlichen Konflikten. Jede Meinung zählt und ist wichtig.
    Vielleicht gelingt es uns mit Diskussionsdisziplin wenigstens teilweise einen gemeinsamen Nenner und Übereinstimmung zu schaffen. Das wäre ein Idealergebnis. Lasst es uns versuchen!
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Auch von mir ein paar Gedanken zu dieser spannenden Diskussion.


    Ersten einmal liebe Mdme. Cortese lässt sich diese Frage (prima la musica?) keineswegs so eindeutig beantworten. Zumindest bei den grossen Opernkomponisten seit dem 19. Jahrhundert (Wagner, Verdi und Puccini) wissen wir, wie wichtig ihnen die Texte waren, auf welche sie ihre Musik komponiert haben, wie Verdi und Puccini in die Gestaltung ihrer Librettisten eingegriffen haben.


    Aber nun zum grundsätzlichen Problem:


    Wie schon meine Vorredner betont haben, ist doch das Wichtigste, inwiefern gemäss (oder gegen die Vorgaben!) inszeniert wird.


    Beschränken wir uns mal auf den vom Regietheater am meisten gescheuten (warum wohl?) Puccini. Puccini kann man wohl als durchaus bewussten Manipulator des Publikums bezeichnen (übrigens kann man hier sehr viele Parallelen auch bei Wagner finden). Er wollte das Publikum beim Tode von Mimi, Madame Butterfly und Liu zu Tränen gerührt sehen (dies wird aus den Briefen mit seinen Librettisten, genauso wie aus Tagebuchaufzeichnungen absolut deutlich). Ebenso hat er auch seine Werke musikalisch gestaltet. Die Bosheit Scarpias usw. wird durch die orchestrale Gestaltung verdoppelt, genau so die Zerbrechlichkeit Mimis usw.. Wenn ich nun als Besucher um dieser Manipulation willen in die jeweilige Aufführung gehe, warum muss sie mir von den intellektuellen Regisseuren der heutigen Zeit bewusst genommen werden?


    Warum wird von ihnen die "brechtsche Formel" des Verfremdungstheaters gegen den Willen der Mehrheit des Publikums nach vielen Jahrzehnten immer noch nachgebetet? Die Oper wird dadurch nicht zerstört, aber sie wird mir vermiest. Man versteht dadurch Leute, wie den Musical-Komponisten Llloyd-Webber, der durch exakte bildnerische Gestaltungsvorgaben bewusst verhindert, dass seine Werke zur Beute der Regisseure werden. Leider konnten die früheren, ernster zu nehmenden Komponisten keine solche Bedingungen an die Aufführungen ihrer Werke knüpfen. Ich habe gerade vor drei Tagen eine Bohème-Aufführung in Zürich gesehen, mit einem stimmlich hervorragenden Jonas Kaufmann. Der Regisseur Philippe Sireuil ist genauso wenig einer Erwähnung wert, wie sein Bühnenbildner: Das Werk wurde in die Moderne transferiert, Rudolfo schreibt auf der Schreibmaschine, keine Spur vom Café Momus in Paris, das dritte Bild spielt in einem Bahnhof mit stillgestandener Uhr(?) usw.. Meine bescheidene Frage; Was ist dadurch gewonnen? Wem gefällt das besser, wer hat etwas davon, dass das Spiel aller Beteiligter eher "cool" wirkt? Auch die Mehzahl der heutigen Frauen und Männer haben an Märchen wie "Pretty woman" mehr Freude, als an realistischeren Kunstprodukten. Warum ihnen diese Gefühlsüberhöhung im Theater und in der Oper nehmen? Warum nicht endlich erkennen, dass Brechts Ideen überholt sind und endlich wieder "ad fontes" gehen? Aber so lange das Feuilleton auf der Seite der "Verfremdungsregisseure" ist, bzw. die Subventionen sprudeln, kann man nur auf Sänger hoffen, die sie ihern Forderungen verweigern.

  • Danke, lieber m. joho, Du hast mir aus dem Herzen gesprochen. Besonders gut und interessant Deine Beschreibung Deines Besuches der Boheme.

    vor drei Tagen eine Bohème-Aufführung in Zürich gesehen,... Das Werk wurde in die Moderne transferiert,

    Ich hoffe, das bleibt mir erspart. Ich sehe meine Lieblingsoper nächsten Sonnabend in Dresden in der Semperoper. Es soll immer noch die Aufführung von 1985 sein, die ich seinerzeit dort gesehen habe. Ich werde darüber berichten.
    Herzliche Grüße und weiterhin ein frohes Pfingstfest
    CHRISSY

  • Zitat

    Leider konnten die früheren, ernster zu nehmenden Komponisten keine solche Bedingungen an die Aufführungen ihrer Werke knüpfen.

    Da wurde aber wohl auch nicht soviel an ihren Werken herummanipuliert und nicht alles Mögliche, was nicht hineingehörte, hineingedeutet.


    Liebe Pfingstgrüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Gerade ist auf NDR Kultur die Übertragung der "Götterdämmerung" in der Regie von Kosky zu Ende gegangen. Viel Beifall für die Sänger, ein Buh-Sturm für das Regieteam, den selbst die Kommentatorin der Sendung nicht mehr kleinreden konnte. Ich frage mich nur immer, warum die Leute sich das antun. Man wusste doch nach den verhergehenden Teilen des "Rings", wie die Inszenierung ausfallen würde.


    Viele Grüße
    Mme. Cortese