Giacomo PUCCINI: TOSCA (New York, 1978)

  • Libretto: Guiseppe Giacosa & Luigi Illica



    Tosca - Shirley VERRETT


    Cavaradossi - Luciano PAVAROTTI :yes:


    Scarpia - Cornell MACNEIL :yes:


    Il Sagrestano - Fernando CORENA


    Spoletta - Andrea VELIS


    Angelotti - John CHEEK



    The Metropolitan Opera Orchestra and Chorus


    Musikalische Leitung: James CONLON


    Chorleitung: David STIVENDER


    Regie: Tito GOBBI



    Spieldauer: 127 Min.


    Gesamturteil: Sehr gut




    Dies ist nun eine der Aufnahmen, bei deren Genuss man sich am liebsten in seine beste Abendgarderobe kleiden und ein Glas Champagner zur Hand nehmen möchte. Gala-Feeling pur!


    In einer soliden, werktreuen Inszenierung des Sängers und Regisseurs Tito Gobbi (seinerzeit ein gefeierter Scarpia), die für den Kenner des Werkes keinerlei Überraschungen bietet, liefern vor allem Pavarotti und MacNeil eine grandiose Leistung. Die Tatsache, daß Pavarotti nicht gerade der begnadetste Darsteller vor dem Herrn war, stört bei seiner Jahrhundertstimme kaum. MacNeil jedoch wirkt optisch und darstellerisch wie Oscarpreisträger Rod Steiger, was ein enormes Kompliment ist. Zu dem Bonusmaterial dieser DVD zählt übrigens auch ein interessantes Gespräch zwischen Gobbi und MacNeil, in dem sich beide über die Rolle des Scarpia austauschen und Gobbi eine Anekdote aus seiner Bühnenlaufbahn erzählt, die davon berichtet, wie er beinahe während einer Tosca-Vorstellung von seiner Partnerin erdolcht worden wäre…


    Mit Shirley Verrett als Tosca habe ich jedoch leichte Probleme: Sie wirkt mir auf der Bühne zu damenhaft (Tosca hat ja durchaus auch andere Züge) und gewinnt stimmlich – obwohl sie tadellos singt – kein eigenes Profil. Eine unverkennbare Stimme mit individuellen Zügen hat sie irgendwie nicht. (Dieser Einwand klingt bei ihrer Leistung zwar fast zu kleinlich, aber so empfinde ich das eben.) Fernando Corenas Sagrestano klingt mir zu ältlich, der Rest des Ensembles und der Chor sind jedoch sehr gut. Die Aufführung ist musikalisch bei James Conlon in den besten Händen.


    Kleines Manko am Rande für Hightech-Freaks: Bild- und klangtechnisch merkt man der Aufnahme ihr Alter an. Allerdings muss man hier keine allzu großen Abstriche machen.



    Fazit: Eine „klassische“ Tosca-Inszenierung, die ein wenig mehr Spannung vertragen könnte, musikalisch aber durchaus zu überzeugen weiß.

  • Danke, lieber Cartman, für die ausführliche Beschreibung und diesen Tip. Als überzeugter Pavarotti- Fan wird diese DVD bei nächster Gelegenheit auf meinem Wunschzettel stehen.
    Luciano Pavarotti = Il grande tenore, Il tenore assoluto
    Herzlichst
    CHRISSY