Beethovens Klavierkonzerte

  • Hallo s.bummer,


    die Fleisher/Szell-GA der KK ist für mich seit einigen Jahren der Maßstab für die Beethoven-KK geworden. Wenn ich diese vergleiche, dann mit diesen Aufnahmen.

    Zitat

    Ich finde sie eigentlich sehr schön und leider gibt es sie meines Wissens aktuell nicht mehr als CDs.


    :yes: Und selbstverständlich sind diese auf CD immer verfügbar gewesen. Einmal in der abgebildeten GA und dann so wie ich diese habe auf 3 Einzel-CD mit der guten Einspielung des Tripelkonzertes unter Ormandy gekoppelt (ich stelle hier ein Bild mit dem KK 5 ein; das war die letzte Ausgabe bei SONY mit einer modern wirkenden Covergestaltung, dei allgemein nicht sehr gut angekommen ist).


    ..
    SONY, 60er, ADD


    :angel: Orchestral eine der besten Aufnahmen der Beethoben-KK, die ich kenne. Pianistisch auch perfekt; aber seitdem ich Gilels/Masur (Brillant) kenne und schätze, sehe ich Gilels noch im Vorteil. (Leider sind die Aufnahmen mit Gilels/Szell (EMI)klangtechnisch auch nicht das, was man sich wünscht und interpretatorisch sollen diese sehr zahm sein !)
    Von der Tempogestalltung sind Fleisher/Szell ebenfalls ganz auf meiner Geschmackslinie.




    Zitat

    Zitat von Swetlanow:
    Wenn Du eine andere Edition dieser Gilels/Masur-Aufnahmen hast als ich - die Aufnahmen sind ja nicht nur bei Brilliant in offenbar verschiedenen Ausgaben, sondern auch bei anderen Labels wie z.B. Revelation Records veröffentlicht worden


    Hallo Swetlanow,


    nochmal ganz kurz zurück zu Gilels/Masur (Brillant, 1976, ADD): Nein, ich habe keine andere Edition als Du. Es sind die grünen CD-Cover. Bei mir sind die 6 Brillis halt in anständigen Jewel-Cases, wie bei Johannes Roehl.

  • Meine Auseinandersetzung mit Aufnahmen der Beethoven- KK geht weiter.


    Nach Durchsicht aller Beethoven-Kk-Thraeds muste ich feststellen, das die Zimerman/Bernstein-Aufnahmen der Beethoven - KK bisher nur wenig Erwähnung fand (nur bei gregorius und glockenton mit sehr positiven Worten). Die Aufnahmen scheinen bei Tamino nicht so bekannt zu sein.


    Die Klavierkonzerte Nr.1 - 3 wurden mit den Wiener PH und Leonard im September 1989 aufgezeichnet. Sie gehören zu den drei letzten von Bernstein gemachten Live-Konzerten.
    Der Zyklus konnte auch leider mit Bernstein nicht beendet werden und daher sind die KK Nr.1 und 2 Studioaufnahmen, die von Zimerman vom Klavier aus dirigiert werden.



    DG, DVD DTS 5.1, 9/1989 KK 1-3, 12/1991 KK 1-2


    Nicht nur aus Preisgründen habe ich mich für die DVD-Ausgabe entschieden, die für die Hälfte des CD-Preises zu haben ist (nur ca.24Euro).
    Das man die Konzerte nun mit Bild und im ganz exqusiten DTS-5.1-Sound geniessen kann macht die Sache umso erfreulicher und die Beethoven-Klavierkonzerte zu eine der klangbesten Aufnahmen auf dem gesamten Musikmarktmarkt. Man sitzt qausi klanglich total natürlich eingebettet im Großen Musikveinssaal Wien !
    :jubel: Bernstein mit Zimrman in einem seiner letzten Konzerte zu erleben - eine Wucht !


    Aber nicht nur der Klang überzeugt.
    :yes: Das Bernstein dem Pianisten kein flaches Orchester (wie Stein mit gleichem Orchester) zur Seite stellt, das ist fast selbstverständlich und davon hatte ich mich ja schon bei den Gould/Bernstein-Aufnahmen (KK 2-4) überzeugen können. Bernstein liefert einen zupackenden großvolumigen und trotzdem durchsichtigen sinfonischen Beethoven-Orchestersatz.
    Bei aller Unterschiede die beide Künstler ausmacht sind sie sich in den Interpretationsfragen einig und Zimerman erweist sich als ausgezeichneter Beethoven Interpret mit einem sehr klaren pedalarmen aber furiosen Zugriff. Besonders das KK Nr.3 empfinde ich als äußerst gelungen.
    :angel: Zimermans kraftvoller Anschlag und bernsteins dramatischer Zugriff sind absolute Spitzenklasse.


    In den langsamen Sätzen haben Beide eine sehr romantische Auffassung und liegen auch zeitlich über den von mir favorisierten Tempi ... aber angesichts der fabelhaften einfühlsamen wie gleichsam emotionalen Interpretationen stört mich das hier mal nicht.


    Die KK Nr.1 -2 ohne Bernstein habe ich noch nicht genossen. Folgt in Kürze mit großer Erwartung nach den bisher gebotenen TOP-Aufführungen.


    :hello: Ich würde mich freuen, wenn es Taminos gibt, die diese "Megaaufnahmen" kennen und etwas zu ihren Eindrücken beisteuern könnten.
    Es gibt im Prinzip wenig über diese Aufnahmen zu lesen.

  • teleton Bernstein mit Zimrman in einem seiner letzten Konzerte zu erleben - eine Wucht !


    Besitze die Aufnahmen seit Erscheinen. Die mit Bernstein gefallen mir noch besser als die ohne ihn, die aber auch hervorragend sind.


    Habe aber auch die DVD mit Pollini und Böhm/Jochum, da Pollini zu meinen Lieblingssolisten zählt sowie die DVD - Aufnahmen des ganz jungen Ashkenazy mit Haitink. Interessante Alternative.



    Liebe Grüße, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)



  • Werte Leser,


    das hätte ich schreiben können.


    Mein erster Kontakt mit den KK Beethoven`s war das Fünfte mit Gould/Stokowsky. Ich habe die Aufnahme einen ganzen Nachmittag gehört und war regelrecht besoffen von der Musik. Ich habe mir dann nach und nach 1-4 mit Gould besorgt und war eigentlich zufrieden. Zwischendurch habe ich mir die GA mit Schiff/Haitink geladen, sie war günstig und ich wollte eine aufnahmetechnisch bessere Einspielung. Übrigens ist auf dieser GA auch Op.57 zu hören, um Klassen besser als die Klavierkonzerte. Doch dann bin ich über die Symphonien der Academy of Ancient Music zu den obigen Aufnahmen gestoßen, total unabhängig von diesem Thread.
    Zum ersten Mal mag ich Beethovens Klavierkonzerte als Ganzes hören. Und das ist für mich doch sehr wichtig. Ich brauche einen festen Stamm, eine durchgehende Interpretationsart, um mich, von ihr ausgehend, mit anderen Interpretaionen beschäftigen zu können.


    Die Klavierkonzerte sind im Aufbau sehr ähnlich, aber im Wesen doch äußerst unterschiedlich. Manchem mag diese Erkenntnis banal erscheinen. Ich möchte das aber für mich "erhöhren", nachvollziehen, lernen. Doch dabei darf der Genuß nicht zu kurz kommen!
    Und zum Genuß gehört für mich das Audiophile dazu.


    Viele Grüße Thomas

  • Leider besitze ich keine Aufnahme mit Gilels, der für dieses Konzert, das einen Virtuosen mit festem Zugriff erfodert, ebenfalls prädestiniert war, wenn ich etwa an den Klang des Eröffnungsakkords aus seiner Pathétique denke. Kennt jemand eine Einspielung unter Gilels? Welche wäre zu empfehlen?


    Liebe Beethoven-Freunde,


    ich habe jetzt erst einmal einen Beethoven-KK-Thread gesucht in dem keine Gerede von HIP vorhanden ist. Dieser ist dazu bestens geeignet !


    :!: Ich wollte es jetzt endlich wissen !
    Nachdem ich einerseits die hochfavorisierte Gilels/Masur-GA (Brillant) der KK, andererseits die hochgeschätze Fleisher/Szell-GA (SONY) ins Herz geschlossen hatte, war es mir eigendlich immer schon ein Anliegen endlich die GA mit beiden Größen (Gilels und Szell) auf EMI von 1968/69 zu hören.
    Bisher habe ich wegen der Klangkritik immer Abstand genommen. Die EMI-Aufnahmen sollen klanglich nicht so nicht besonders sein. Auch der bisherige Preis hatte mich abgehalten. Bisher waren die beiden EMI-Doppel-CD (mit Nr.1-4) und (Nr. 5 mit Dvorak8) immer sehr teuer in Megapreisregionen.


    Ende letzten Jahres 2010 hat EMI die abgebildete Gilels-9CD-Box, für knapp über einen Zwanni zu haben ist, rausgebracht, in der alle 5KK mit Gilels / Szell und als weiterer herausragender Leckerbissen auch die 3KK von Tschaikowsky enthalten sind.
    Leider finde ich wenige, die diese EMI-Aufnahmen kennen - Farnk georg bechyna und Thomas pPape habe ich bei Tamino gefunden. Alexis weissenberg hatte mal gesagt: Die Aufnahme des KK Nr.5 mit Gilels / Szell sei die beste aller Zeiten.


    :angel: Mein Erstkauf 2011 mit dieser Box schlägt damit ein wie eine Bombe:
    Gilels zeigt sich genau wie in der Brillant-GA mit Masur als großartiger Beethoven-Interpret. Alleine die Kadenzen die Gilels abliefert, sind ein Traum und heben sich deutlich von dem zarten rumgeklimper so mancher neuer Aufnahmen deutlich ab. Gilels zeigt Pranke erster Güte !
    :thumbup: Die nächste Überraschung war Szell, der sein Cleveland Orchestra nur mit den besten und ausgewählten Orchestermusikern besetzte und dadurch eine Perfektion erlangt, wie diese selten zu hören ist. Damit steht er im Punkt der orchestralen Behandlung natürlich in einer ganz anderen Liga als später Masur mit Gilels. An den richtigen Stellen bietet er eine Dramatik und einen Zugriff, der traumhaft ist.
    Aus meiner Sicht würde ich die KK Nr.3 und 5 als die herausragenste dieser EMI-GA bezeichnen.


    Nun zum Klang:
    Die Aufnahmen wurden laut Textheft in zusammenarbeit mit CBS gemacht. Warscheinlich die CBS-Aufnahmegeräteverwendet. Schon dadurch hat die 1968-9er-Aufnahme das typische CBS-Rauschen (stört nicht auffallend). Aaber viel wichtiger - nicht den für diese ziet EMI-typischen spitzen Streicher- und Bläserklang. Sie ist etwas gedeckter, als Gould/Bernstein und nicht so brillant wie diese sogar ältere.
    :thumbup: Gilels Klavierkünste und Szells Traumorchesterbegleitung lassen die fast unbedeutenden technischen Einschränkungen dieser GA aber schnell vergessen.
    Das A/D-Remastering von EMI ist von 1995 klingt ganz ordentlich. Es steht C 2010 auf der Box. Für die CD-Neuübernahme wurde offenbar nicht neu remastert.


    Ich stelle diese GA deutlich vor Szells früherer GA mit Fleisher, da Gilels im Vergleich einen viel packenderen Beethoven interpretiert, als der manchmal vergleichsweise sanfte Fleisher. Orchestral sehr ähnlich, aber da wo man es gar nicht erwartet (beim KK Nr.4) bringt Szell eine ungehörte Dramatik zum Ausdruck. Packend ohne Ende !



    EMI, Beethoven mit Szell 1968/69, ADD

  • Noch nicht erschienen, aber schon vorbestellbar: die Klavierkonzerte Nr. 1 und 3 mit Emil Gilels und Sir Adrian Boult

    Da dies Live-Aufnahmen der BBC von 1967 sind, während die in der EMI-Box enthaltenen Beethoven-Klavierkonzerte (zwei Einspielungen pro Konzert: 5 x mit Szell, 2 x mit Vandernoot, 2 x mit Ludwig, 1 x mit Cluytens) im Studio entstanden, empfinde ich diese BBC-CD als fast noch interessantere Alternative zu Gilels/Masur. Zumal man beim Erwerb der 9 CD-Box natürlich mal wieder jede Menge Doubletten mitkauft (zumindest die atemberaubend guten Gilels-Aufnahmen mit Cluytens [Rachmaninow Nr. 3 und Saint-Saens Nr. 2] dürften wohl sehr viele Klavierliebhaber längst besitzen. Das Beethoven-Klavierkonzert Nr. 4 mit Ludwig war im Übrigen in der "Great Pianists"-Reihe in einer der drei Gilels-Doppel-CDs mit dabei, so dass diese Aufnahme ebenfalls schon recht verbreitet sein dürfte).


    Sehr zu empfehlen ist im Übrigen folgende Gilels-CD mit dem Klavierkonzert Nr. 5, dirigiert von Günter Wand - richtig klasse!

  • Halo Swjatoslaw,


    ich hatte von den Gilels-Aufnahmen in der 9CD-EMI-Box bisher nichts, sodass der Kauf für mich wirklich eine wunderbare Erweiterung ist (ohne jede Doublette). Die von Dir angesprochenen Konzerte von Rach3, Saint2 und Beethoven mit anderen Dirigenten habe ich noch gar nicht gehört.


    Mir kam es bei diesem günstigen Kauf zunächst auf die fabelhafte Gilels/Szell-Aufnahmen der Beethoven - KK (und die Tschaikowslky - KK 1-3 mit Maazel (auch Wahnssinnsaufnahmen)) an.
    Das mich noch weitere positive Überraschungen in der EMI-Box erwarten, glaube ich bei Gilels gerne ( ;):D warscheinlich nur klanglich nicht, weil einiges aus den 50ern noch in Mono ist). Du machst mich richtig neugierig auf die weiteren Gilels-Aufnahmen.


    Eine Alternative zu Gilels/Masur mag Deine empfohlene Gilels/Boult-Aufnahme der KK Nr.1 und 3 ja sicher sein.
    :!: Aber das musst Du hören - eine zu Gilels/Szell in der EMI-Box wohl kaum. Diese ist von einer frapierenden Perfektion auf beiden Seiten gekennzeichnet.


    8) Es ist schade das nur 2-3 Taminos (Thomas Pape und Bechyna konnte ich finden) diese Szell-Einspielungen kennen.
    Die Aufnahmen sind sehr zu Recht seinerzeit mit dem begehrten Grand Prix du Disque ausgezeichnet worden und auch mit dem Deutschen Schallplattenpreis.


    Szell ist mit ja schon bestens und absolut positiv bei den Beethoven-KK mit Fleisher, Brahms - KK mit Fleisher und Serkin, Schumann und Grieg - KK mit Fleisher, Prokofieff mit Graffmann u.a. vertraut. Sein perfektes Mitmusizieren, bei dem er sich ganz auf den Solisten einstellt, begeistert mich immer wieder aufs Neue.

  • Aber nicht alles!
    Sondern kk5 auf LP mit dem schönen Bild von Szell/Gilels. 3 und 4 gabs mal als EinzelCD.
    Es sind in der Tat tolle Aufnahmen. Ich feiere sie aber nicht mehr so ab wie Wolfgang. Bei mir "regiert" seltsamerweise Rubinstein.
    Im Übrigen habe ich in einem anderen Forum einmal folgendes geschrieben:

    Zitat

    Wenn man schon Beethovens 5 Klavierkonzerte mit Fleisher toppen will, was im 3. meines Erachtens gar nicht möglich ist, dann gibt es nur Szell/Gilels als Alternative.

    Rach 3 und Saint Saens gab es mal für kleines Geld im Testament Ausverkauf beim 2001 Versand (Jahre her, da gab es auch Solomon in großen Mengen)


    Tschaikowsky 1 habe ich mit Reiner. Da geht so leicht nix drüber!
    Und Brahms 2 ebenfalls mit Reiner ist auch der Hammer.
    Daher werde ich mir diese Box nicht zulegen müssen.


    Wolfgang . Du bist doch ein Solti Kenner! Aber wenn ich mich nicht irre, hast Du bisher so gut wie nichts über Beethoven und Solti/Ashkenazy geschrieben. Warum eigentlich? Dein Urteil täte mich sehr interessieren.


    Gruß S.

  • Ich bin nicht Wolfgang, aber Konzerte 3+4 mit Solti/Ashkenazy war meine erste CD überhaupt! Die anderen drei Konzerte kenne ich allerdings nicht. Das dritte Konzert hat den wuchtigsten Orchesterbeitrag von allen mir bekannten Aufnahmen (was wahrscheinlich nicht so viele sind wie bei manch anderem hier); ich mag das immer noch sehr gern (leider ungeachtet der sonst guten Klangqualität ein bißchen viel Rauschen im Mittelsatz). Das lyrischere 4. Konzert ist sicher auch nicht schlecht, aber hier ist Solti oft ein wenig zu wuchtig und es gibt sicher auch poetischere Pianisten als Ashkenazy.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Wolfgang . Du bist doch ein Solti Kenner! Aber wenn ich mich nicht irre, hast Du bisher so gut wie nichts über Beethoven und Solti/Ashkenazy geschrieben. Warum eigentlich? Dein Urteil täte mich sehr interessieren.


    Hallo Hans und JR,


    die Antwort ist einfach. Ich war und bin bin mit den Beethoven-KK so positiv ausgelastet, dass ich mir die Aufnahme mit Ashkenazy/Solti, die oftmals in der Kritik (und auch hier bei Tamino) als Routine bezeichnet wurde, verkneifen konnte. Allerdings finde ich schon interessant was JR scheibt: das da orchestral entsprechend was abgeht.
    Poesie bei Beethoven ? Bis auf die zweiten Sätze sehe ich da keinen wirklichen Bedarf !
    Ich habe übrigens die Beethoven-Sonaten auch mit Ashkenazy - mein Favorit als GA - sonst bei Einzelaufnahmen Gilels !


    OT: Das Brahms KK Nr.2 mit Rubinstein / Reiner gehörte zu meinen ersten LP´s. Zustimmung, dass das eine ganz famose Aufnahme war.

  • Ich habe in der Kombination Vladimir Ashkenazy/Chicago SO/Georg Solti auch nur die Decca-Aufnahme mit den Klavierkonzerten Nr. 3 und 4, nicht die übrigen. Aber ich kann die Meinung von Johannes unterstützen: nicht von schlechten Eltern, zumal im orchestralen Bereich!

  • Allein 30 GA der Konzerte stehen im Regal, davon drei Gesamteinspielungen mit Ashkenazy, Solti/CSO, Cleveland/Ashkenazy auch Dirigat und Wiener Philharmoniker mit Mehta. Mir gefällt eigentlich vom orchestralen her die mit den Wienern am besten.


    LG, Bernward


    "Nicht weinen, dass es vorüber ist
    sondern lächeln, dass es gewesen ist"

    Waldemar Kmentt (1929-2015)


  • Solomon Cutner war ein herausragender Pianist, bis ihn Ende 1956 ein Schlaganfall so zerlegte, dass er zwar noch fast 32 Jahre weiter leben konnte, aber an ernsthaftes Klavierspiel nicht zu denken war. Der Schlaganfall kündigte sich schon im Sommer 1956 an, er hielt die Koordinationsstörungen des kleinen Fingers der rechten Hand aber für "Überarbeitung." In der Tat hat er seit Sommer 1956 wie ein Berserker aufgenommen.


    So hat er alle 5 Klavierkonzerte Beethovens noch herausbringen können, die Dirigenten waren Cluytens 2 und 4, sowie der bei uns kaum bekannte Herbert Menges (Solomons Lieblingsdirigent).
    Die Aufnahme stammen vom September 1956 (1 und 3), November 1952 (2 und 4) , sowie Mai 1955 (5).
    Sie sind im deutschsprachigen Raum so gut wie vergessen, stellen aber unbedingt eine sehr gelungene Alternative bzw. Ergänzung zum Beispiel zu Kempff dar.
    Hier die Cover (von unserem Werbepartner)


    Gruß S.

  • Ich kann nun eine weitere sehr gute Gesamtaufnahme empfehlen:



    Diese Aufnahmen sind allesamt Ende der 50er Jahre in London entstanden, mit Alceo Galliera am Pult, und Claudio Arrau war damals wohl auf dem absoluten Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit.


    Liebe Grüße


    Willi ^^

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Heute möchte ich bei dem derzeitiegen "Beethoven-Sinfonien-Fieber" bei Tamino auch wiedereinmal auf die Klavierkonzerte zu sprechen kommen.


    Wolfgang . Du bist doch ein Solti Kenner! Aber wenn ich mich nicht irre, hast Du bisher so gut wie nichts über Beethoven und Solti/Ashkenazy geschrieben. Warum eigentlich? Dein Urteil täte mich sehr interessieren.


    In den Beiträgen 158 - 161 wurden mit von Hans, Swjatoslaw und Johannes die Aufnahmen der Klavierkonzerte mit Ashkenazy und Solti schmackhaft gemacht. Es wurde auf die kraftvolle Orchesterbegleitung unter Solti und den guten Decca-Gesamtklang hingewiesen.
    Da ich diese GA im Oktober sehr günstig bestellen konnte, wollte ich mir das nicht entgehen lassen. :thumbup: Inzwischen hab ich alle 5 Klavierkonzerte gehört und kann das einhellige Lob des wirklich fulminanten Orchesterspiels unter Solti mit Freude bestätigen. Auch Ashkenazy, mit dessen Beethoven-Sonaten-GA ich ebenfalls sehr zufrieden bin hat mich auch bei den KK überzeugt. Das ist keine Routine, sondern beseetes fulminantes Musizieren. Ich bin rundum zufrieden mit dem gebotenen Hörspass. Besonders die KK Nr.3 und 5 sind für meinen Geschmack die herausragensten Aufnahmen in dieser GA.



    Decca, 1972, ADD


    :D Aber irgendwie kam diese GA für mich dennoch zu spät um den ganz großen Durchbruch bei mir zu erreichen.
    :!: Warum ? Ich sage nur Emil Gilels !
    Denn Monate/Jahre zuvor habe ich, wie in diesem Thread berichtet, die Gilels-GA mit Masur (Brillant) auf höchste schätzen gelernt. Auch wenn diese Orchestral durch die Aufnahmetechnik und das etwas derbe russische Orchester ganz klar bei weitem nicht diesen Perfektionissmus wie bei Solti aufweist, so ist Gilels Klavierspiel das Fastzinierende daran, sodass die nicht ganz so perfekte Orchesterbegleitung sogar mal hinten ansteht.

    :thumbsup: Danach kam dann als Steigerung die KK-GA mit Gilels/Szell (EMI) bei der dann auch Orchestral alles in bestem Lot ist. Als Überraschung stelle ich heute fest, das diese auch klanglich gar nicht so übel ist, wie oft geschrieben wurde. In meiner Gilels-9D-EMI-Box wurde gegenüber den EMI-Einzelausgaben auch ein neues Remastering verwendet. Die klingen gut, das sind fantastische Interpretationen von beiden Künstlern - :angel: das ist mein Favorit !

  • Arthur Rubinstein wurde noch nicht erwähnt.
    Beethovens komplette Klavierkonzerte mit Rubinstein liegen auf CD in jeweils 3 Einspielungen vor, mit Krips, Leinsdorf und Barenboim.
    Die komplette Krips-Box von RCA ist vergriffen, die komplette Barenboim-Box erschien m.W. nur in Japan und von den Leinsdorf-Aufnahmen gab es keine Komplettbox.
    Von Sony wünsche ich mir eine Box mit den Barenboim-Aufnahmen.

  • Vor allem bei Brendel (links unten) würde mich interessieren, welche Sonateneinspielung das ist. Wenn es die von Phillips/ Decca ist, wäre das ja ein echtes Schnäppchen.



    Gibt es eigentlich Buchbinder nur auf DVD?


  • Bei den o.a. Klaviersonaten mit Brendel handelt es sich um die Einspielung aus den 70er-Jahren,die auf dem Philips-Label herausgekommen waren.Das Philips-Label existiert nicht mehr und deshalb erscheint die Box nun als Decca-Box.
    Die Beethoven-Klavierkonzerte mit Buchbinder und den Wiener Philharmonikern gibt es nicht als CDs..Es gibt sie aber mit den Wiener Symphonikern in einer älteren Einspielung.

  • Tausend Dank! :)

    Bei den o.a. Klaviersonaten mit Brendel handelt es sich um die Einspielung aus den 70er-Jahren,die auf dem Philips-Label herausgekommen waren.Das Philips-Label existiert nicht mehr und deshalb erscheint die Box nun als Decca-Box.

    Also die hier ...



    und nicht die ...




    Die Beethoven-Klavierkonzerte mit Buchbinder und den Wiener Philharmonikern gibt es nicht als CDs..Es gibt sie aber mit den Wiener Symphonikern in einer älteren Einspielung.

    Leider nicht bezahlbar!


  • Die o.a. Decca-Box enthält die Live-Aufnahmen aus den 90er-Jahren.
    Die o.a. Brilliant-Box enthält die alten Vox-Aufnahmen.

    Das sind die (analogen) Aufnahmen aus den 70er-Jahren,die es auch in der preiswerten Box der Eloquence-Serie gibt.
    In der Eloquence-Box kommen diese analogen Aufnahmen der 70er-Jahre neu-remastered unter Verwendung des AMSI-Verfahren heraus.

  • Ich muss gestehen, dass ich die Klavierkonzerte nur in den Aufnahmen von Gulda kenne.



    Ich komme einfach nicht auf die Idee, mir andere zu kaufen. Frag mich wieso! ?(


    Trotzdem frage ich mich immer wiéder: Was höre ich hier eigentlich? Beethoven oder Gulda?


    Ich kann mir eigentlich gar nicht vorstellen, dass Beethoven das so modern gemeint hat.


    Tja.
    Tschö
    Klaus

  • Durch die Sendung "Titel-Thesen-Themperamente" bin ich auf die GA von Leif Ove Andsnes mit dem Mahler Chamber Orchestra gestoßen.
    Es ist ein Zyklus von drei CDs, 1+3, 2+4 und das 5. mit der Chorfantasie, die im September erscheint.
    Als erstes habe ich mir 1+3 zugelegt, im Download von i-Tunes.
    Der Klang der Aufnahme ist ein Hammer, super aufgelöst in allen Instrumenten, sauber eingebettet das Klavier, Orchester und Solist bilden eine harmonische Einheit.
    Die herausragende Technik Andsnes kommt voll zum Tragen, er spielt gerade und Schnörkel los, auch die langsamen Sätze passen in das Gesamtbild, ohne an Ausdruck zu verlieren.
    Man muss aber schon genau hinhören, da solche "Klangopulenten" zum flüchtigen Hören verleiten.
    Herrlich bei Klavier und Orchester ist das "Laut und Leise" Spiel, selten so ein nuanciertes Klangbild gehört. Hier öffnet sich ein neues Hörerlebnis:
    Die Suche nach dem Anderssein der Interpretation, nach Unterscheidungsmerkmalen zu anderen Interpreten wird durch ein "Ausloten" des Klangspektrums ersetzt.
    Musik in bester Form!