Krzysztof Urbanski - Verbreiter von polnischer Musik

  • Krzysztof Urbański (* 1982 in Pabianice, Polen) ist ein polnischer Dirigent.


    Im Jahre 2007 schloss er mit Auszeichnung die Frederic Chopin Musikuniversität in Warschau ab.
    In demselben Jahr gewann er einstimmig den ersten Preis beim Internationalen Dirigenten-Wettbewerb im Rahmen des Prager Frühlings.
    In den Jahren 2007-2009 war er stellvertretender Dirigent beim Warschauer Philharmonischen Orchester.
    Seit 2011 ist er außerordentlicher Professor der Jacobs School of Music Indiana University.


    In seinem Repertoire spielen die Werke solcher Komponisten wie Lutosławski, Szymanowski, Penderecki, Kilar eine wichtige Rolle.


    Im Juli 2010 hat er das Konzert zur Eröffnung des polnischen Teils vom Schleswig-Holstein Musik Festival geführt.


    Die Saison 2010/11 schloss er mit einer triumphalen Rückkehr an das Pult des Tokyo Symphony Orchestra und einem ungewöhnlich erfolgreichen Debüt beim Pacific Music Festival, wo er das Eröffnungskonzert führte, ab.


    Im September 2011 begann Krzysztof Urbański die Zusammenarbeit mit dem Indianapolis Symphony Orchestra als Musikdirektor.
    Seit 2010 Chef-Dirigent des Sinfonieorchesters Trondheim.


    In der Saison 2011/12 arbeitet er wieder mit dem NDR-Sinfonieorchester, dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin, den Bamberger Symphonikern, dem MDR Sinfonieorchester Leipzig zusammen. Darüber hinaus hat er wieder eine Einladung zum Gothenburg Symphony Orchestra, dem Residentie Orchestra (mit dem er bereits zum zweiten Mal im Concertgebouw in Amsterdam auftreten wird) und dem Gulbenkian Orchestra erhalten. In der nächsten Zeit wird er mit solchen Orchestern wie das WDR Sinfonieorchester Köln, das Oslo Philharmonic Orchestra, die Wiener Symphoniker, das Finnish Radio Symphony Orchestra, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, das National Symphony Orchestra Washington, die Los Angeles Philharmonic, das Orquesta y Coro Nacionales de Espana debütieren.


    Er wird auch das europäische Tournee des Czech Philharmonic Orchestra im Frühjahr 2013 führen.

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Der Klassik-Newsletter des BR berichtet:


    Krzysztof Urbanski erhält Bernstein Award!



    Der polnische Dirigent Krzysztof Urbanski (33) hat am Freitag, 17. Juli, den mit 10.000 Euro dotierten Leonard Bernstein Award des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals erhalten.


    Urbanski wurde 2010 Chefdirigent des Trondheim Symfoniorkester und ein Jahr später Musikdirektor beim Indianapolis Symphony Orchestra. Mittlerweile gastiert er regelmäßig bei den großen Orchestern. Im Mai 2014 gab er sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern.

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Alle paar Jahre scheint sich quasi "turnunsmäßig" das Dirigentenkarussell zu drehen, Verträge laufen aus, Posten sind neu zu besetzen, man trennt sich mehr oder weniger einvernehmlich. Beispiele bedeutender Neuverpflichtigen, die in den letzten Monaten bekannt wurden: Chailly an die Scala, Nelsons ins Gewandhaus, Petrenko nach Berlin, van Zweden zum NYPO. Und so stellt sich auch die Frage, was danach kommen wird. Welche jungen Dirigenten können in fünf oder zehn Jahren als Aspiranten auf solche Posten angesehen? - Für mich gehört der junge Pole Krzysztof Urbański ganz klar zu den Dirigenten, die man da "auf dem Zettel" haben muss. Erst vor wenigen Tagen feierte er mit dem NDR-Sinfonieorchester, dessen erster Gastdirigent er ist, große Erfolge in seinem Heimatland (https://www.ndr.de/kultur/musi…,ndrsoinkattowitz100.html). Kurz zuvor legte er mit dem selben Orchester ein vielbeachtete Einspielung des Konzert für Orchester und der 4ten Symphonie seines Landsmannes Witold Lutosławski vor (http://www.spiegel.de/kultur/m…f-urbanski-a-1080517.html).


    Vor der Polen-Tournee gab es das Strauss/Mahler/Schostakowitsch-Programm natürlich auch in der Hamburger Musikhalle zu hören und auch hier konnte Urbański überzeugen: Das erste- und auch letztemal hörte ich Strauss Symphonische Dichtung "Till Eulenspiegels lustige Streiche" in den späten 80er Jahren ebenfalls mit dem NDR-SO; damals stand kein geringerer, als der vor zwei Jahren verstorbene Lorin Maazel am Pult (im zweiten Teil gab es damals Mahlers "Titan". Die Erinnerung an dieses Konzert mag inzwischen schon ziemlich verschwommen sein, aber von der Frische und durchaus bösen Ironie, die Urbański dem Werk zu entlocken vermochte, war Maazel meilenweit entfernt.
    Überhaupt könnte die Ironie in musikalischen Werken als Thema des Abends gegolten haben. Denn auch die folgenden Lieder aus des Knaben Wunderhorn (u.a. Des Antonius von Padua Fischpredigt, Lied des Verfolgten im Turm und Revelge) entbehren wahrlich nicht der Ironie, aber auch der Boshaftigkeit. So konnte es als absoluter Glücksfall gelten, dass mit Thomas Hampson gewissermaßen die Referenz des Mahlerschen Liedes engagiert werden konnte. Mit einem Timbre, dass auch "im Dunkeln" sofort zu identifizieren ist, verlieh Hampson den Liedern ein zum Teil unvermittelte Schärfe und Rohheit die nicht einer stimmlichen Abgenutzheit, sondern einfach der Interpretation geschuldet war. Der Jubel am Ende ar groß und forderte zwei Zugaben (u.a. Lob des hohen Verstandes). - Amüsant zu beobachten, wie der ältere Hampson den anscheinend doch sehr schüchternen Dirigenten väterlich, aber doch bestimmt zum Applaus tragen musste.
    Was Krzysztof Urbański und das NDR-SO dann allerdings mit ihrer Interpretation der Symphonie Nr.10 e-moll op.93 Dmitrij Schostakowitschs ablieferte, muss ich schlicht als grandios bezeichnen. Auch hier wieder Ironie z.B. im "Stalin-Porträt" des zweiten Satzes, die über einfache Boshaftigkeit weit hinaus ging und zu äußerster Brutalität wurde. Dagegen gestellt das berühmte D-Es-C-H-Motiv, welches im Finale schließlich triumphal siegt. Ganz ausgezeichnet die solistischen Orchesterleistungen etwa des ersten Hornisten Jens Plücker, der bereits bei Strauss "alles richtig" machte, und auch meines Lieblings-Paukisten Stephan Cürlis, der im zweiten Teil wieder auswendig(!) "paukte".


    Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auf der Seite des NDR-Sinfonieorchester hörend selber überzeugen (https://www.ndr.de/orchester_c…skonzert,audio277056.html).


    Schließlich noch zwei Zeitungs-Kritiken, die letztendlich aber nur zeigen, wie wenig verläßlich der Eindruck fremder Menschen für die eigene Wahrnehmung ist:


    Schwacher Strauss, überragender Schostakowitsch


    Kühle Präzision & freche Lust


    (alle Links zuletzt aufgerufen am 25.03.2016)

  • Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auf der Seite des NDR-Sinfonieorchester hörend selber überzeugen …


    … oder kann gleich zum Kauf schreiten und geniessen: :baeh01:



    Seit 2015 ist der 1982 in Polen geborene Krzysztof Urbanski erster Gastdirigent des NDR Sinfonieorchesters in Hamburg, eines der führenden deutschen Orchester. Der junge, energische Dirigent, der auf drei Kontinenten aktiv ist, erhielt für seine verwegenen musikalischen Instinkte und die energiegeladene Art, seine Ideen in wohlgeformten und bedeutsamen Orchesterklang zu übersetzen allgemeines Kritikerlob und u. a. 2015 den Leonard Bernstein Award. Seinen Einstand bei ALPHA widmet Urbanski seinem Landsmann Witold Lutoslawski (1913-1994), einem der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, der die Klangmöglichkeiten des Orchesters mit schier unerschöpflicher Kreativität auskostete.

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Es ist jetzt schon 6 Jahre her, dass ich erstmals Krzysztof Urbanski begegnet bin.
    Es war beim NDR Sinfonieorchester und ich war eigentlich hingegangen, weil ich Dagmar Peckova mit den Biblischen Liedern von Dvorak hören wollte. Das hat sich natürlich auch gelohnt.
    Aber: das Ereignis des Abends war für mich dieser herrlich frisch und mit bestechender Klarheit dirigierende junge Mann aus Polen.
    Das Programm war bestimmt nicht einfach:


    Barber: Adagio für Streichorchester op. 11
    Dvorak: Biblische Lieder op. 99
    Smetana: Aus dem Zyklus Má vlast (Vyšehrad; Vltava; Šárka)


    Urbanski näherte sich jedem dieser Werke nicht nur mit handwerklicher Souveränität und einer frappierenden Fähigkeit, seine Klangvorstellungen dem Orchester mitzuteilen. Er bewies zudem eine überraschende Begabung, für jedes Werke den eigenen Ton zu treffen und sie gleichsam von innen her zu erleuchten. Das mag bei Smetanas Tondichtungen noch vergleichsweise einfach sein, aber bei den ja doch so unterschiedlichen biblischen Liedern jeweils genau zum Kern und tieferen Sinn vorzudringen, schien mir für einen so jungen Musiker total überraschend.


    Seit diesem Konzert habe ich noch einige weitere von ihm gehört, die alle bestätigt haben, dass der Pole ein wirkliches Ausnahmetalent ist.


    Ich bin froh, dass dem NDR gelungen ist, ihn doch ziemlich fest zu binden und er auch im kommenden Jahr einige Auftritte in der Elbphilharmonie haben und weiter intensiv mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester zusammenarbeiten wird.


    Und sehr schön finde ich auch, dass er nun beginnt, CD-Aufnahmen vorzulegen. Wie temperamentvoll und zugleich klug strukturiert und weiträumig disponiert er Lutoslawski dirigieren kann, habe ich von ihm schon in der Laeizhalle hören können. Dabei hat mich seine Klangfarbenraffinesse ebenso begeistert wie seine rythmische Energie und sein Vermögen, diese Energie auch in feine, fast luftig klingende Verspieltheit zu transformieren! Atemberaubend war natürlich die Schlußsteigerung im Finale des Konzertes für Orchester!


    Mal hören, ob die Aufnahme das bestätigt!
    Auf jeden Fall werde ich sie mir besorgen!


    Caruso41

  • Es gibt nun neue Einspielungen von Krzysztof Urbański mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester.




    Interessant vor allem wegen Dvoraks "Píseň bohatýrská", Op. 111. (Ein Heldenlied). Die letzte Sinfonische Dichtung von Dvorak, die er farbiger und differentierter interpretiert als Neeme Järvi oder Andris Nelsons. Im Vergleich zu Jiri Belohlavek hat er einfach das bessere Orchester. Die meisten Dirigenten aber bringen ja nur die vier bekannteren Sinfonischen Dichtungen und verzichten auf das Heldenlied. Vielleicht weil es nicht so eingängig und wirkungssicher ist?
    Urbanskis Interpretation ist jedenfalls eine vorzügliche Aufnahme für alle, die nicht zu Vaclav Talich oder Zdenek Chalabala greifen wollen, weil sie gern eine Aufnahme in up-to-date-sound wollen.


    Noch nicht genannt:




    Caruso41

  • neue Einspielungen von Krzysztof Urbański mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester …


    Seit Ende August 2017 gibt's wiederum Neues:


    Gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Krzystof Urbański hat Anna Vinnitskaya nach Schostakowitsch und Brahms nun Rachmaninovs zweites Klavierkonzert und seine »Rhapsodie über ein Thema von Paganini« eingespielt.

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Vor knapp zwei Wochen eröffnete Krzysztof Urbański mit der Opening Night in der Elbphilharmonie die neue Thomas "nicht mehr da" Hengelbrock - Alan "noch nicht da" Gilbert - Saison des NDR Elbphilharmonie Orchesters. Leider habe ich diesesmal keine Karten mehr bekommen können, aber das Konzert läßt sich hier noch einige Zeit nachschauen. Besonders beeindruckend die Interpretation des Ravelschen Boléro ab 1h56min! - Unbedingt ansehen :jubel: