Endlich wollen wir es wissen - Klarheit und Wahrheit zum Regietheater! - Trailer

  • In den verschiedensten Threads diskutieren wir engagiert, ja leidenschaftlich über traditionelle Inszenierungen versus Regietheater. Wir sollten die Potentiale und die Meinungsvielfalt, die bei uns im Tamino-Forum gebündelt ist dafür nutzen, um zu versuchen, der Klarheit und Wahrheit in dieser unenendlichen Diskussion näher zu kommen.
    Ich schlage deshalb eine Meinungsumfrage zu diesem Thema vor:


    1. Frage: Ich bin für traditionelle Inszenierungen, bei denen die Oper in ihrer Zeit, in ihrem Umfeld, in zeitgemäßen Kostümen, im Geist der Ideen, Konzeptionen und Anweisungen des Komponisten und Librettisten unverfälscht gespielt wird.


    2. Frage: Ich bin durchaus für Neudeutungen von Opern und Einsatz moderner Technik, Mittel und Medien. Die
    Inszenierung sollte jedoch werkgetreu sein und Handlung und Komposition nicht umdeuten und verändern.


    3. Frage: Ich bin für das Regietheater. Der Regisseur sollte bei seiner Inszenierung uneingeschränkte künstlerische Freiheiten haben. Umdeutungen und Neudeutungen sind erlaubt, ja erwünscht.


    Dabei schlage ich ganz einfache Spielregeln vor, z. B: Jedes Taminomitglied muss sich entscheiden und darf nur eine Frage ankreuzen.


    So und nun hört mein Können auf. Falls wir diese Umfrage wollen, sind jetzt unsere Internet erfahrenen Mitglieder aufgerufen, ein System zu installieren, mit dem die Abstimmung durchgeführt werden kann. Es sollte dabei auch die Dauer der Befragung und die Auswertung geregelt werden.
    Selbstverständlich können auch alle von mir vorgeschlagenen Fragestellungen noch verändert, ergänzt oder verfeinert werden.
    Ich wollte nur die Initialzündung geben, um die Trends der Standpunkte und Meinungen zu klären und zu erfassen.
    Hat es gezündet? -na, dann los!Herzlichst
    Operus


    Je nach dem ob und was bei der Befragung herauskommt können wir das Ergebnis publizistisch verwerten und dafür sorgen, dass unser Tamino-Klassik-Forum seinen Anspruch Meinungsführer zu sein, wieder einmal unter Beweis stellt.

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Sehr gute Idee!


    Die Forensoftware bietet die Möglichkeit, eine Umfrage zu erstellen. Allerdings müsste dies durch die Administration/Moderation erfolgen.

  • Welch tolle Idee, lieber Operus! .... Sehr gute Idee!
    ... dafür sorgen, dass unser Tamino-Klassik-Forum seinen Anspruch Meinungsführer zu sein
    , wieder einmal unter Beweis stellt.

    Diesen Zitaten schließe ich mich gerne an. (Ergänzung zu 1.: ... und Bühnenbilder)
    CHRISSY

  • Ich fände das Ergebnis einerseits sehr interessant, aaaber. Ich würde eigentlich gern alle 3 ankreuzen, weil ich genau für alle 3 bin. Ich liebe traditionelle Aufführungen am meisten, manchmal finde ich kleine, feine Änderungen richtig klasse und erlaubt sein sollte auch die totale Neudeutung. Auf dass sie in 100 Jahren klassisch und allgemeingülitig sei und unsere Urenkel sich darüber aufregen, dass man es auf einmal anders machen will.


    Tschuldigung
    Klaus

  • Wir werden das machen - Leider habe ich seit Jahren keine Umfrage mehr gestartet, so daß ich erst längere Zeit werde nachlesen müssen wie das funktioniert... also in den nächsten Tagen - oder Theophilus kümmert sich drum...


    Lg
    Alfred

  • Hallo miteinander,


    Opern schätze ich persönlich sehr, aber ich schau mir keine an, von dem her ist mir die Art der Inszenierung, sofern nicht gerade in die Musik eingegriffen wird. also ziemlich egal.
    Deshalb möchte ich den Vorschlag machen. auch, diese Position bei der Fragestellung zu berücksichtigen, denn ich vermute, dass ich damit nicht ganz alleine da stehe. Außerdem könnte man dadurch ganz nebenbei feststellen, ob es sich bei der Auseinandersetzung Traditionelle Aufführung contra Regietheater um einen Sturm im Wasserglas handelt oder nicht oder anders ausgedrückt die wirklichen Mehrheitsverhältnisse feststellen.


    Viele Grüße
    John Doe

  • Jetzt bin ich gespannt auf den ersten, der gegen diese Umfrage ist, und aus welchem Lager er kommt. Ich persönlich bin für die Umfrage und gregen das in Rede stehende Regietheater.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber Operus,


    über die zweite Frage bin ich mir nicht ganz klar. Ich habe nichts gegen den Einsatz moderner Bühnentechnik, die die Darstellung im Sinne der Komponisten und Librettisten erleichtern. Verstehst du unter werkgetreu, dass weder Ort, Zeit oder Handlung verändert werden, wenn diese vom Werk her eindeutig vorgegeben sind, und keine zusätzlichen Verdrehungen und Albernheiten eingebaut werden? Kannst du das bitte noch präzisieren?


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Ich finde diese Idee äußerst begrüßenswert. Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, sollte sich möglichst jeder in einer Antwortvorgabe wiederfinden. Das sehe ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gewährleistet. Entscheidend wäre für mich das Verhältnis: Ich lehne gutes Regietheater nicht ab, würde mich aber über mehrheitlich traditionelle Inszenierungen freuen. Die derzeitigen Antwortmöglichkeiten sind mir zu ausschließlich.

    "Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)

  • So wie Gerhard wäre ich auch dafür die Frage 2 noch etwas zu präzisieren. Außerdem noch eine vierte Frage in Richtung des Vorschlags von John Doe dazuzunehmen.
    Bin ansonsten dafür, würde allerdings einwenden, dass so eine Umfrage nur Sinn macht und somit repräsentativ wäre, wenn auch wirklich ALLE aktiven Mitglieder mitmachen würden und falls es diese Umfrage gibt, alle bitten sich auch daran zu beteiligen, denn was hätten wir sonst davon?...Mal davon abgesehen, was wir sowieso davon hätten, ja was eigentlich?

  • Lieber Operus,


    ich bin schon jetzt, uneingeschränkt, für Nr. 3 und mach mein Kreuzchen. Denn die künstlerische Freiheit ist mir das oberste Gesetz und umfaßt, richtig verstanden, auch die Möglichkeit zur Werktreue.


    :hello:

  • Von mir ganz großes Lob für diese drei Vorschläge. Ich würde aber Punkt Zwei noch etwas präzisieren. Zum Beispiel der neue Ring an der Met verwendet kein Bühnenbild im klassischen Sinne, sondern wie allseits bekannt ist, die bereits jetzt legendäre Maschine. Allerdings findet hier keinerlei neue Deutung oder Umdeutung statt. Die Kostüme entsprechen wie von Wagner gedacht einer mythologischen Zeit. Ich habe die Aufführung in den Kinos gesehen und war sehr angetan. Deshalb würde ich sagen, dass in diesem Fall Geschichte sehr traditionell, aber mit dem Einsatz modernster Technik erzählt wurde. Ich würde vorschlagen, dass man den zweiten Vorschlag deshalb in zwei Punkte aufsplittert. Einen für völlig traditionelle Erzählweise unter Einsatz moderner Technik, und einen für den Fall, das dass äußere Erscheinungsbild bereits nicht mehr dem Libretto entspricht, aber zumindest Handlungsstränge und Personenkonstellation unangetastet bleiben. (vgl. den neuen Münchner Ring)

  • Die Idee der Umfrage halte ich für sehr gut!


    Nur meine ich, dass die angebotenen drei Alternativen nicht das ganze Meinungsspektrum abdecken.


    Des Öfteren wurde hier schon darüber gesprochen, dass ein Anteil von 10%-20% für Regietheaterinszenierungen für einige Taminos akzeptabel wäre. (Sogar Alfred konnte sich damit arrangieren.)


    Dafür scheinen mir weder 1), 2) noch 3) zu passen.


    :hello:


    Es kommt mir ein wenig so vor, als ob man Weinkäufer fragen würde, ob bei einem Qualitätswein b. A.


    1) der Geschmack der Rebsorte und Herkunft entsprechen soll und die Flasche eine traditionelle Ausstattung haben soll (z. B. Schlegelflasche für Rheingauer Riesling, Bocksbeutel für Frankenwein, ...)


    2) der Geschmack der Rebsorte und Herkunft entsprechen soll , aber Flasche und Etikett beliebig fantasievoll ausgestattet sein dürfen


    3) der Winzer beliebig experimentell darf und soll (Riesling ins Barrique, weiß gekelterter Merlot, Trockenbeerenauslesen vom Cabernet Sauvignon, Versektung von Sauternes usw. usw.)


    Ich könnte mit 1) und 2) gut leben und meine, dass die sich in der Praxis einander nicht wehtun. Wenn es (sagen wir) 10% Weine aus 3) gäbe - nun gut, ich würde sie probieren und dann entscheiden, ob ich kaufe. Vielleicht findet sich ja ein Genie der Vinifizierung, das wie der selige Benediktinermönch Dom Pérignon eine neue Methode zur Erzeugung wohlschmeckender Getränke aus vergorenem Traubenmost erdenkt.


    Ansonsten stimme ich Farinelli zu, dass über künstlerische Freiheit nicht sinnvoll abgestimmt werden kann.


    :hello:

  • Zitat

    Farinelli: Lieber operus,
    ich bin schon jetzt, uneingeschränkt für Nr. 3 und mach mein Kreuzchen. Das umfasst, richtig verstanden, auch die Möglichkeit zur Werktreue.

    Das war mir schon klar, lieber Farinelli, dass du die Nr. 3 wählst, und das ist kein Vorwurf, sondern ich entnehme das allem, was ich bisher von dir gelesen habe.
    Wenn ich dich richtig verstanden habe, räumst du ein, dass ein Regisseur heutiger Tage ja auch werktreu sein könnte, wenn er sein Handwerk richtig versteht. Aber du nimmst auch in Kauf, dass der Regisseur nicht werktreu ist, was ja heute überwiegend der Fall ist und so vielen Taminos auf der Seele
    brennt.
    Ich stelle mir gerade vor, wenn diese künstlerische Freiheit auf den von dir so geliebten Liedgesang übertragen würde. Könntest du akzeptieren, dass ein René Kollo das Eingangslied "Gute Nacht" in 3:45 Minuten "herunterrappelt", von der gesanglichen und interpretatorischen Qualität ganz zu schweigen, während die wirklich großen Liedsänger unserer Zeit, mit Dietrich Fischer-Dieskau an der Spitze, sich für dieses Lied alle mehr als fünf Minuten Zeit nehmen?
    oder gilt für die die künstlerische Freiheit nur für Opernregisseure?


    Liebe Grüße


    Willi ?(

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Während ich mein Posting formulierte, war deines schon hereingekommen, lieber Wolfram. Und ich muss sagen, es hat mich doch etwas überrascht. Ich hatte dich doch eher für einen Anhänger des Regietheaters gehalten.
    Um auf deine originellen Wein-Vergleiche zu sprechen zu kommen:
    Zumindest Punkt 1 und 2 entsprächen einer tradtionellen Opernregie bzw. einer Regie, die den Kern der Oper, Musik und Libretto nicht anrührt und nur die Ausstattung und die Kostüme modernisiert.
    Wenn ich dich richtig verstanden habe, bist du also auch der Meinung, dass es zu viel von Nr. 3 gibt, oder?


    Liebe Grüße


    Willi ?(

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Wenn ich dich richtig verstanden habe, bist du also auch der Meinung, dass es zu viel von Nr. 3 gibt, oder?


    Ja, natürlich! Das habe ich mehrmals gesagt, auch wenn es nicht in den hier beliebten Schwarz-Weiß-Stil passt.


    Meine Wahrnehmung ist: Wer das Regietheater nicht völlig ablehnt, wird zum Verfechter des Regietheaters und zum Gegner traditioneller Inszenierungen gestempelt. Ich will nicht schreiben, welche Schlüsse man aus dieser Weltvereinfachung und dem Freund-Feind-Denken ziehen könnte.


    :hello:

  • Auf dass sie in 100 Jahren klassisch und allgemeingülitig sei und unsere Urenkel sich darüber aufregen, dass man es auf einmal anders machen will.
    Tschuldigung

    Nun, lieber Klaus 2, dann habe ich jetzt schon aufrichtiges Mitleid mit meinen Urenkeln, wenn Machwerke von Bieito und Co in 100 Jahren als "klassisch und allgemeingültig" betrachtet werden sollen. An der Realität wird diese Horrorvision voher glücklicherweise jedoch schon längst gescheitert sein.


    Die Idee der Abstimmung finde ich klasse und werde mich selbstverständlich daran beteiligen. Zu Punkt 1 hätte ich eine geringfügige Verbesserung bzw. Ergänzung:


    1. Frage: Ich bin für traditionelle Inszenierungen, bei denen die Oper in ihrer Zeit, in ihrem Umfeld, in zeitgemäßen
    Kostümen, im Geist der Ideen, Konzeptionen und Anweisungen des Komponisten und Librettisten unverfälscht
    gespielt wird. Neueste Technik darf dabei gern zum Einsatz kommen, und es ist für mich auch kein Problem, wenn ich ein stilisiertes Bühnenbild sowie ebensolche Kostüme zu sehen bekomme. Oberste Maxime ist jedoch der Respekt vor Komponist und Librettist.

    "Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände." (Oliver Wendell Holmes, 1809-94)

  • 100 Prozent d'accord, liebe Strana! Ich hoffe ja, trotz meines Alters noch eine gewisse Flexibilität zu besitzen, jedoch in der Umsetzung eines Opernwerks in die Aufführung hat stets an erster Stelle der Komponist und sein Textdichter zu stehen. Und da kenne ich keine Kompromisse!

  • Ich kann mich sehr gut mit beiden Seiten anfreunden, sowohl mit den tratiodionellen Inszenierungen als auch mit gut gemachten Regietheater. Das Essener Aalto Theater meide ich schon lange, weil man dort nur auf Provokation aus ist. Selbst in der zweiten Vorstellung nach der Premiere waren dort manchmal die Reihen so gelichtet, das wir vom zweiten Balkon ins Parkett wechseln konnten. Ein Beschäftiger der Rheinoper aüßerte sich zu mir auch sehr kritisch zum Thema Regietheater. Er sagte das die Opernhäuser unbekanntere Stücke wie z.B. den Britten Zyklus an der Rheinoper moderen Inszenieren lassen wollen, ums so das jüngere ( zahlungskräftigere) Publikum anzulocken, wiel die ältern sich für solche Werken nicht interessieren. Nur hätte man sich da leider verrechnet.

  • Ich kann mich sehr gut mit beiden Seiten anfreunden, sowohl mit den tratiodionellen Inszenierungen als auch mit gut gemachten Regietheater. Das Essener Aalto Theater meide ich schon lange, weil man dort nur auf Provokation aus ist.


    Lieber Rodolfo,


    meiner Meinung nach triffst Du da genau den wesentlichen Punkt - Regietheater kann gut gemacht sein und Aspekte eines Werkes hervorheben, die in einer "klassischen" Inszenierung untergehen mögen.


    Natürlich kenne ich das Argument unserer Opernexperten, die sagen, dass sie diese Aspekte alle selbst herausfinden wollen. Ich will die dazu notwendige Expertise dieser Forianer nicht weiter besprechen, möchte aber erwähnen, dass ich mich bei einer Wiedergabe einer Beethoven-Sonate oder einer Mahler-Sinfonie immer sehr freue, wenn ich in einer intelligenten Interpretation dem Werk neue Aspekte ablauschen darf und darin selbstverständlich eine Aufgabe des Pianisten bzw. des Dirigenten sehe, die über das bloße Referieren des Notentextes hinaus geht.


    Der andere wesentliche Punkt ist, dass sich Provokation um der Provokation willen eben abnutzt. Ich stimme mit Dir darin überein, dass solche Produktionen vermutlich überwiegend überflüssig sind.


    :hello:

  • Lieber Operus,


    ich bin schon jetzt, uneingeschränkt, für Nr. 3 und mach mein Kreuzchen. Denn die künstlerische Freiheit ist mir das oberste Gesetz und umfaßt, richtig verstanden, auch die Möglichkeit zur Werktreue.


    :hello:

    "Richtig verstanden" hast Du völlig recht. Leider sehen wir aber immer wieder, dass jede werktreue Inszenierung mit Kübeln der Häme und des Spotts übergossen wird. Ab und an schreibt ein Rezensent mal verschämt: "So kann man es natürlich auch machen und es ist völlig legitim, ABER dann bitte nicht so langweilig."


    In allem anderen schließe ich mich Stranas Beitrag Nr. 19 an, wobei ich stilisierte, reduzierte Aussttattung akzeptiere, aber bei weitem nicht so liebe wie Opulenz auf der Bühne.

  • Hallo, Ihr Lieben,
    Ich bin begeistert! Einmal davon, wie die Idee gezündet hat und darüber. dass so viele Spontanäußerungen kommen. :jubel: Beleg dafür, dass die Zeit für eine solche Umfrage im Tamino-Forum reif ist und Bedarf für eine Klärung besteht.


    Besonders glücklich bin ich, dass Alfred sich mit der Initiative identifiziert. Wenn er und sein Moderatorenteam die Umfrage in die Hand nehmen, gestalten und steuern, dann wird es was!


    Selbstverständlich war es mir klar, dass die von mir vorgeschlagenen Fragestellungen diskutiert, ergänzt und noch präziser formuliert werden müssen. Ich bin gespannt, zu welchen Ergebnissen hier das Expertenteam kommt.
    (Wenn die Fragen beantwortungsreif vorliegen kann ich anbieten, dass meine Tochter diese mal anschaut und prüft. Als promovierte Psychologin hat sie
    bei zahlreichen Umfragen mitgewirkt und Fragebögen entwickelt. Es ist immer schwierig, die Fragen so zu formulieren, dass sie eindeutig sind und repräsentative Schlussfolgerungen ermöglichen.)



    So sehr wir uns alle über das Interesse am Projekt freuen dürfen habe ich dennoch die Bitte: Meines Erachtens sollten wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt in unseren Beiträgen unsere Meinung zu den Inhalten der Fragestellungen noch nicht äußern und damit das Abstimmungergebnis vorwegnehmen. Das könnte die Umfrage verwässern. Alle Beiträge zur Konkretisierung und Verbesserung sind sehr erwünscht, auch alle Stellungnahmen, die zur Durchführung ermuntern und damit zur Realisierung beitragen.
    Verzeihung, dass ich jetzt apodiktisch formuliere: Äußerungen im Sinne" Ich bin für 1, 2, oder 3" sollten bis zum Zeitpunkt an dem die Befragung steht tabu sein. Können wir uns darauf verständigen und einigen?

    Im Zuge der Befragung sollte es dann auch eine Gelegenheit geben, dass die Antwortenden ihre Entscheidung und damit ihren Standpunkt begründen können.


    Man soll das Eisen schmieden sollange es warm ist. Das Thema ist heiß -"Fanget an und rührt die Hände". (Zar und Zimmermann.)
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Zitat

    Zitat von Farinelli: ich bin schon jetzt, uneingeschränkt, für Nr. 3 und mach mein Kreuzchen. Denn die künstlerische Freiheit ist mir das oberste Gesetz und umfaßt, richtig verstanden, auch die Möglichkeit zur Werktreue

    Lieber farinelli,


    wenn deine Auffassung von "künstlerischer Freiheit" die ist, dass man ein Werk eine anderen einfach übertünchen (sprich missbrauchen) und dann auch noch als das Originalwerk deklarieren darf, dann kannst du natürlich nicht anders, als dich für die 3 entscheiden. Ich - und ich denke auch viele andere hier - haben aber eine ganz andere Meinung von künstlerischer Freiheit.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)

  • Verzeihung, dass ich jetzt apodiktisch formuliere: Äußerungen im Sinne" Ich bin für 1, 2, oder 3" sollten bis zum Zeitpunkt an dem die Befragung steht tabu sein. Können wir uns daruf verständigen und einigen?


    Absolut dafür. Wartet doch mal bitte ab, bis die Umfrage steht!

  • Zitat

    Jedes Taminomitglied muss sich entscheiden und darf nur eine Frage ankreuzen.


    Mir ist schon bewusst, dass ich eigentlich nicht berechtigt bin, in diesem Thread überhaupt Laut zu geben, nachdem ich mich bisher in keiner Weise in Euere Grabenkriege eingemischt hatte.


    Aber seht Ihr nicht auch die Gefahr, dass Ihr mit der Vorschrift "Nur ein einziges Kreuz" die Mehrzahl der TaminotInnen von der Abstimmung ausschließen könntet? Ich zum Beispiel könnte keine Stimme abgeben, weil ich mich bemühe, jede Aufführung (arg konzentriert ausgedrückt) aufgrund und im Kontext der ihr eigenen Gegebenheiten zu beurteilen. Von daher wären für mich zwingend alle drei Kreuze zu setzen.


    Aber "künstlerische Freiheit" wird ja bei ausführenden Künstlern in diesen heiligen Hallen nicht besonders hoch geschätzt, so viel habe ich im Zusammenhang mit Operndiskussionen immerhin doch schon mitgekriegt. Möglicherweise ist eine möglichst breite Beteiligung ja auch gar nicht gewünscht ...