"Rufmord" an unbekannten Komponisten ?

  • Werter Musikfreund und Klassiksammler, :hello:


    wie der geneigte Leser (hoffentlich) sieht, wurde das Wort "Rufmord" unter Apostroph gestellt, ist also nicht hundertprozentig ernst gemeint.
    Aber in hinter jedem Scherz oder jeder Andeutung steckt (angeblich) ein Körnchen Wahrheit, und so stelle ich die Frage in den Raum ob meine Betrachtungen auch ein Körnchen Wahrheit beinhalten:
    Irgendwo wird ein Komponist, dessen Namen bis dato etwa 33 Personen kannten. "wiederentdeckt" - seine Werke werden "ausgegraben".
    Verhaltener Jubel brandet auf - Wie konnte man nur so lange auf diesen Komponisten vergessen?
    Allgemeines Lob - und sofort muß der "Neuling" mit seinen Zeitgenossen, alten Schlachtrössern aus der Musikgeschichte verglichen werden, notfalls auch mit solchen, mit denen der Kandidat gar nicht gemeinsam hat. (Der Autor gesteht, daß auch er oft dieser Versuchung erliegt.)
    Es wird ihm gelegentlich auch nachgesagt, sich an Werken von Berühmtheiten orientiert zu haben , die erst 20 oder mehr Jahre nach den seinen komponiert wurden. Solch ein Lapsus, wenn er aus einer anerkannten Quelle stammt, wird nun jahrelang immer wieder abgeschrieben - bis er allmählich zur anerkannten Wahrheit mutiert.
    Unabhängig davon werden nun Stimmen laut, welche nun meinen, es sei in letzter Konsequenz doch zu hören, daß es sich bei der "Neuentdeckung" lediglich um einen geschickten "Handwerker" gehandelt habe - im Gegensatz zu den bekannten "Genies" seiner Zeit.
    Solche Statements werden gerne aufgegriffen, vorzugsweise von jenen die selber wenig Ahnung haben - weil ein leichter süßsaurer Tadel wird immer gern gehört - und verleiht dem Tadelnden das Flair der "Kennerschaft".
    Der "passive" Klassikfreund ist dankbar, dass solche Warnungen ausgesprochen werden - man will schliesslich nichts zweit- oder drittklassiges in der Sammlung haben. Schließlich wird es schon einen Grund gehabt haben wenn dieser hier "wiederentdeckte" Komponist so lange in Vergessenheit war.
    Hier eine goldene Faustregel als privater Tip am Rande: Besonders Werke, die einem auf Anhieb gefallen sind mit allergrösster Skepsis zu betrachten - sie tragen oft das Stigma der Minderwertigkeit und Volksdümmlichkeit (sicc!) in sich!! :hahahaha:
    Wer sich hier nicht sicher ist, der - siehe oben - verlasse sich im Zweifelsfall auf einen Kritiker oder Musikhistoriker.
    Wer auf Nummer sicher gehen will - der warte 5 Jahre ab. Wenn die Aufnahme mit der "Ausgrabung" dann noch immer im Handel verfügbar ist, dann kann man getrost zugreifen. Qualität hat sich durchgesetzt. Aber ich wage die Prognose, dass in 80% aller Fälle der Komponist wieder der Vergessenheit anheim gefallen ist - und seine Aufnahmen gestrichen. Hier kann man erkennen, dass sich Vorsicht stets bezahlt macht


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

  • Hier eine goldene Faustregel als privater Tip am Rande: Besonders Werke, die einem auf Anhieb gefallen, sind mit allergrösster Skepsis zu betrachten - sie tragen oft das Stigma der Minderwertigkeit und Volksdümmlichkeit (sicc!) in sich!! :hahahaha:
    Wer sich hier nicht sicher ist, der - siehe oben - verlasse sich im Zweifelsfall auf einen Kritiker oder Musikhistoriker.


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred


    Ich bin mir nicht sicher, ob diese Feststellung ironisch gemeint ist. Denn wenn mir ein zuvor unbekanntes Werk gefällt, ist es mir doch völlig schnurz, ob die Kulturkritik dies genauso sieht oder gar niedermacht. Mir muß es zusagen - oder nicht, das ist meine Herangehensweise.