Sigrid Onegin - eine der größten Alt-Stimmen des Jahrhunderts

  • Sigrid Onegin, Schwedischer Alt. Geb. 1.6.1889 in Stockholm, gest. 16.6.1943 in Magliaso. Sie war Tochter eines deutschen Malers und einer französischen Mutter. Sie heiratete zuerst einen russischen Pianisten und Komponisten namens Eugen Onegin. Sie studierte in Frankfurt (Main), München und Mailand. Ihr Debüt gab sie 1912 in Stuttgart als Carmen. Dort sang sie auch die Dryade in der Urauff. der Ariadne of Naxos. Ihr London-Debüt gab sie 1913 als Lilli Hoffmann-Onegin. Dann Engagements 1919-1922 München; 1926-1933 Berlin; 1922-1924 MET; 1927 Govent Garden. Sie war berühmt als Lady Macbeth, Eboli, Orfeo, Fricka und Brangäne. Sie war die letzte große Interpretin der Fidés in Der Prophet. In der Nachfolge der Schumann-Heink besaß sie eine der schönsten und technisch brillantesten Alt-Stimmen des Jahrhunderts.


    Hier kann man ihre Stimme bewundern:


  • Noch eine interessante CD dieser großen Sängerin:


    1 Ach, ich habe sie verloren Start
    2 Um stets heiter und glücklich zu leben Start
    3 Lodernde Flammen Start
    4 Die Hände in schweren Ketten Start
    5 König des Abgrunds Start
    6 Schon sind die Priester all' vereint Start
    7 Weiche, Wotan, weiche Start
    8 Seit er von dir geschieden Start
    9 Einsam wachend Start
    10 O schöne Jugendtage Start
    11 Ja, die Lilebe hat bunte Flügel Start
    12 Wenn dir die Karten einmal bitt'res Unheil künden Start
    13 Die Sonne, sie lachte Start
    14 Sieh', mein Herz erschlieset sich Start
    15 Erbarme dich, mein Gott Start
    16 "Denn es gehet dem Menschen" Start
    17 "Ich wandte mich, und sahe an alle" Start
    18 "O Tod, o Tod, wie bitter bist du" Start
    19 "Wenn ich mit Menschen-und mit Engelszungen redete"

  • Man lasse sich vom beinahe identischen Cover nicht täuschen. Dies ist eine weitere CD - nämlich die Nr 2 jener Serie wo Nr 1 und Nr 3 bereits vorgestellt wurden: Hier werden Lieder und Balladen vorgetragen. Die wichtigsten Komponisten auf dieser CD sind : Mozart, Schubert, Loewe, Brahms, Liszt, Chopin, Arditi und Mendelssohn.
    Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1922 - 1930

    mfg aus Wien
    Alfred

  • Vor längerer Zeit tauchten in diversen Antiquariaten Bücher mit dem Exlibris von Sigrid Onègin auf.


    Eine interessante Parallele zu ihrem Leben (und Sterben) gibt der Roman „Die heilige Lüge“ ihres zweiten Ehemannes, Dr. Fritz Penzoldt. Der fiktive Arzt des Romans verschweigt seiner Gattin, einer Schauspielerin, ihren schlechten Gesundheitszustand, der bei weiterer Berufsaufübung zum Tod führen würde.


    Weiß jemand, ob das Museum, das Petzoldt nach Onègins Tod in Magliaso (Schweiz) eingerichtet hat, noch existiert?

  • Sigrid Onegin ist eine der meines Wissens ganz wenigen, die sich nicht positive über die Metropolitan Opera in New York geäußert hatte.
    Zudem stand sie dem amerikanischen Konzertwesen sehr kritisch gegenüber.
    Die Met bezeichnete sie sinngemäß als Intrigantenstadl.
    Und das Konzertwesen in Amerika:


    1. Mußte sie sich dort einen neuen Agenten suchen, weil ausländische Agenten nicht zugelassen waren.
    2. Sie hatte ein Liederabend Tournee geplant, vor Ort erfuhr sie dann aber, das kein einziger Termin festgebucht war.
    Die Tournee stand und fiel mit ihrem ersten Liederabend in New York ( ich hoffe mich da jetzt nicht zu irren ), wenn dieser Abend von der Kritik verrissen worden wäre, wäre ihre Tournee gelaufen gewesen.
    Derartige Praktiken war sie in Europa nicht gewohnt gewesen.

  • Ist Onégin nicht an der Met nach wenigen Vorstellungen als Brangäne und Amneris von Fach-Kolleginnen (Matzenauer?) ausgeboten worden?


    Bezüglich ihrer Liederabende meine ich mich zu erinnern, dass Hubert Giessen in seiner Biographie schrieb, dass sie menschlich schwierig war und ihre Begleiter als ungleichwertige Partner ansah.


    Interessant sind auch die inhaltlichen Unterschiede in den beiden Ausgaben von Onégins Memoiren. In der ersten Auflage „Sigrid Onégin ─ Leben und Werk“ von 1939 schreibt sie (bzw. wohl eher ihr Gatte Petzoldt), dass sie ein berühmter italienischer Dirigent auf die Partie der Lady Macbeth aufmerksam gemacht habe und welche Schwierigkeiten sie dann in Berlin hatte, weil sie Kürzungen machen, einige hohe Töne punktieren und exponierte Ensemble-Passagen mit der Kammerfrau tauschen wollte. Natürlich hatte sie am Ende einen riesigen Erfolg. In der posthumen Version von 1953 („Alt-Rhapsodie“) ist der Dirigent plötzlich Toscanini. Und als Fritz Busch, der Berliner „Macbeth“-Dirigent, Jahre später für Glyndebourne eine Lady suchte, bestand er auf einer Sopranistin (es wurde dann Vera Schwarz), weil er sich an die scheußlichen Transpositionen der Onégin erinnerte.

  • . Und als Fritz Busch, der Berliner „Macbeth“-Dirigent, Jahre später für Glyndebourne eine Lady suchte, bestand er auf einer Sopranistin (es wurde dann Vera Schwarz), weil er sich an die scheußlichen Transpositionen der Onégin erinnerte.

    Das wär was, wenn es davon Aufnahmen gibt - egal ob Vera Schwarz oder Margherita Grandi - ich nehm beide und Busch sowieso!!!

  • Vielleicht taucht ja irgendwann aus Onégins Nachlass ein „Macbeth“-Klavierauszug auf, der belegt, wer Recht hatte - die Diva oder Busch… Ich vermute, dass es eine ähnliche vereinfachte Version war wie die von Elisabeth Höngen unter Böhm.

  • Onegin, Sigrid (d.i. Elisabeth Elfriede Sigrid Hoffmann), deutsche Altistin, * 1.6.1889 Stockholm, † 16.6.1943 Magliaso.
    Tochter einer Französin und eines Deutschen; sie studierte in München und Mailand und erhielt auch Unterricht bei Lilli Lehmann und Margarethe Siems.
    Sie begann als Konzertsängerin und wurde 1912 an die Stuttgarter Oper verpflichtet, wo sie kurz darauf die Dryade in der Uraufführung der Ariadne auf Naxos sang.
    1913 heiratete sie den russischen Pianisten Eugen Onegin und benutzte seither den Namen ihres Gatten als Künstlernamen, nachdem sie zuvor als Lilly Hoffmann aufgetreten war.
    Nach dem Tod ihres Mannes wurde sie 1919 Mitglied der Münchner Oper und debütierte 1922 gemeinsam mit der Rethberg in Aida an der New Yorker Metropolitan Opera.



    Heute vor 125 Jahren wurde sie in der schwedischen Hauptstadt geboren. In der Nachfolge der Schumann-Heink besaß sie eine der schönsten und technisch brillantesten Altstimmen des Jahrhunderts.


    LG

  • Zitat

    In der Nachfolge der Schumann-Heink besaß sie eine der schönsten und technisch brillantesten Altstimmen des Jahrhunderts.


    Diese Aussage kann ich nur bestätigen. Beim Griff in meine große Preiser-Sammlung kam folgende LP zum Vorschein. Eine Stimme, die mich immer noch fasziniert: