Grigory Sokolov - Einer der letzten 'Titanen'?

  • Hier also der angedachte Thraead über Sokolov, so oft, wie er genannt wurde, verdient er wohl einen eigenen.




    Viele der Fakten und biographischen Daten werden wohl bekannt sein, dennoch gehe ich kurz daraf ein:


    Grigory Sokolov wurde 1950 in St. Petersburg geboren. Er gewann 1966 sechzehnjährig den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau, nachdem er unter anderem von Emil Gilels unterrichtet wurde. Dennoch dauerte es noch etliche Jahre, bis er die Konzertsäle im Westen als gefeierter Virtuose eroberte.


    Immer wieder wird ihm ein ganz eigener Klang und ein riesiges Farbspektrum attestiert, die ihm die völlige Durchdringung der Werke (laut eigener Aussage spielt er nur Musik, die er 'liebt') ermöglichen, seine Konzerte werden von Anhängern wie Kritikern gefeiert.


    Da Sokolov bekanntermassen Live-Auftritte Studioaufnahmen vorzieht, wird der Markt nicht gerade mit Aufnahmen von ihm überflutet. Die Konzertmitschnitte sind meiner Meinung nach z.T allerdings wirklich aussergewöhnlich.


    Manches von ihm wurde an anderer Stelle bereits genannt, dennoch:


    Was sind Eure Lieblingsaufnahmen, ws haltet ihr von seiner Studio-Abneigung, habt ihr ihn evtl. schon live erlebt....
    Viele Fragen, bin gespannt auf Eure Antworten... (meine Favoriten später..)


    APUT

  • Moritz ,


    aufmerksam wurde ich auf Sokolov erst hier im Forum. Genauer gesagt durch Uwe.
    Zu "unauffällig" ist er um zunächst aufzufallen. Hat man ihn aber für sich "gewonnen" kann man sich zahlreicher Aufnahmen der absoluten spitzenklasse erfreuen.


    Als Freund der Kompositionen von J.S. Bach muß ich an dieser Stelle natürlich seine Aufnahme der KDF nennen.



    Mich begeistern seine Live-Mitschnitte, da sie die Spannung durch die spezielle Situation wunderbar wiedergeben.


    In einem Interview (nachzulesen bei K L A S S I K - H E U T E . D E) hat er sich zu seiner Vorliebe zu den Live-Aufnahmen geäußert!


    Wie ich finde ein insgesamt hoch interessanten Pianist!
    Man sollte alle seine Aufnahmen kennen / besitzen. :D

  • Hallo Moritz,


    danke für den Thread, er war wahrlich überfällig. Danke auch für die Wahl des Titels, denn wirklich ist Sokolov so etwas wie ein letzter Titan des Klaviers. Seine Individualität, seine stets spannende, neue, oft unkonventionelle Auffassung des gängigen Repertoires heben ihn weit über nahezu alle anderen, technisch sicher nicht minder begabten, aber oft langweilig und lediglich korrekt spielenden Pianisten unserer Tage.


    Um nicht anderen die Chance zu nehmen Aufnahmen zu empfehlen, halte ich mich zurück und rate dafür mit umso mehr Nachdruck zu seiner schlichtweg sensationellen Brahms-Platte:



    Hört man die f-moll Sonate von ihm, meint man das Werk noch nie vorher gehört zu haben. Sein Zugriff ist so kühn, so ausdrucksstark, jenseits jeden holen Schönklangstrebens. Die Balladen wirken unter seinen Händen erstmals wie wirklich erzählende, tiefsinnige Musik.


    Es bleibt zu hoffen, daß Sokolov, der kein Freund von Studioaufnahmen ist, die Klavierwelt noch lange begeistern und mit dem einen oder anderen Livemitschnitt beschenken wird. Wofür braucht man aufgebaute und vermarktete Stars wie Lang Lang, wenn man Sokolov haben kann?


    Liebe Grüße


    Gino Poosch

    Im Verhältnis zur Musik ist alle Mitteilung durch Worte von schamloser Art.
    Friedrich Nietzsche

  • Es gibt bei 2001 momentan ein 5 CD-set um 30 oder so EUR; enthalten sind Chopin 2. Sonate und Etudes op. 25, Diabellis, Schubert D 894 & 960, sowie eine CD mit russischen Komponisten (Skrjabin u.ä.)
    Außer der letzen kenne ich die alle (habe sie einzeln) und kann sie wärmstens empfehlen. Die Etüden sind so weit von Virtuosenstückchen entfernt, ohne jedoch irgendwelche Zugeständnisse bzgl. virtuoser Brillanz zu machen, seit Jahren eine meiner Lieblingsplatten, die mich seinerzeit zu Chopin "bekehrt" hat. Der Schubert geht ein wenig in Richtung Richter, allerdings ohne die extrem gedehnten Tempi.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo allerseits,


    ich besitze zwei CDs von Sokolov – nämlich die bereits erwähnten: Bach, Kunst der Fuge und die Brahms-Aufnahme.


    Sein markantes und ästhetisches Klavierspiel gefällt mir schon sehr gut, ich habe allerdings bzgl. der KdF keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Brahms-Balladen kenne ich von Julius Katchen, hier fällt mir auf, dass Sokolov sie ganz anders, nämlich tiefgründiger interpretiert.


    Die Anschaffung seiner Chopin-Préludes ist geplant, um eine Alternative zu Pogorelich hören zu können.


    Gruß, Cosima

  • Also unter Sokolov fallen mir auf Anhieb die 3 Tschaikowsky Klavierkonzerte mit Roshdestwensky ein.


    Das war auch übrigens meine erste Begegnung mit dem zweiten.
    Ein Virtuosenstück welches in dem Spielfilm (habe ich noch auf Video):
    Ein Amerikaner in Paris kurz angespielt wird. Absolut

  • Hallo Moritz,


    natürlich muss ich mich hier auch zu Worte melden.


    Sokolov ist für mich wirklich der derzeit grösste lebende Pianist. Aufmerksam geworden bin ich auf ihn durch ein Interview - war's Fono Forum, war's Klassik heute (das von Richard erwähnte)? - ich weiß es nicht mehr. Ich kaufte mir die este CD - Chopin 24 Preludes - und schon war ich, wie Cosima sagen würde, verfallen :D. Noch größer ward die Freudes, als ich in meinem Plattenfundus die Tschaikowsky-Aufnahme entdeckte, mit der er damals (1966) den 1. Preis beim Tschaikowsky-Wettbewerb errang (Neeme Järvi als Begleitung). Das Konzert vibriert vor Spannung - wenn ihr es irgendwo entdeckt - kaufen! Gab es mittlerweile kurzfristig auf CD, zur Zeit aber extrem selten.


    Bisher habe ich noch keine schlechte oder mittelmässige Aufnahme gefunden: ob die erwähnte Brahms-CD, Bachs KdF, Diabelli-Variationen - alles sehr gute Aufnahmen. Und den Tip mit der 5er-Box bei 2**1 sollte wirklich jeder beherzigen, der Sinn für Klaviermusik hat.


    Und noch ein Tip für Vinylisten: es gibt eine alte Melodya DoLP mit den Goldbergvariationen (Leningrad 1982) - sehr empfehlenswert.


    Gruß
    Uwe




    Zitat

    Original von Daskalos
    Also unter Sokolov fallen mir auf Anhieb die 3 Tschaikowsky Klavierkonzerte mit Roshdestwensky ein.


    Daskalos : Wo gibt's denn die? Habe ich noch in keiner Liste gefunden.


    Gruß
    Uwe

  • Zitat

    Original von Uwe
    Ich kaufte mir die este CD - Chopin 24 Preludes - und schon war ich, wie Cosima sagen würde, verfallen :D.


    Nur so am Rande, lieber Uwe:


    Wenn ich (als Frau) sage, dass ich Sviatoslav Richter verfallen bin, klingt das irgendwie hübscher, als wenn Du (als Mann) sagst, dass Du Sokolov verfallen bist. :baeh01:


    Aber ist schon recht… :angel:


    Gruß, Cosima

  • Die DVD ist die Live aufnahme in Paris, Regie führet Bruno Monsaingeon.
    Die Kritiken sind durchweg vorzüglich...



    Hab sie schon bestellt :D :D


    Darauf u.a.: Beethoven Klaviersonaten 9, 10 und 15, Prokofiev Klaviersonate No.7

  • Hallo!


    Vor ein paar Tagen habe ich in der Alten Oper ein Konzert mit Grigori Sokolov erleben können. Er spielte Schuberts A-dur-Sonate D 959 und Schumanns fis-moll-Sonate op. 11, und danach gab er noch fünf (!) Zugaben.


    Ihn spielen zu hören (und zu sehen) war wirklich ein Erlebnis. Die Überschrift dieses threads ist wirklich angebracht: Er spielt mit titanischer Wucht, setzt aufs Extreme. So interpretiert waren die gehörten Sonaten wie neu für mich.


    @TB: Wie er D 959, diesen erratischen Block der Sonatenliteratur, spielte, sichert ihm einen oberen Platz in der Unverwechselbarkeitsskala der Schubert-Interpreten. :baeh01:


    Im ernst: Wenn er in Eurer Nähe mal ein Konzert gibt - hingehen!


    Allerdings auf CD muß ich seine Interpretationen nicht unbedingt besitzen, vielleicht als Drittaufnahme, denn seine Deutung des Werks ist nichts für alle Tage und wohl sehr weit weg von dem eigentlichen Gestus, das dem Komponisten vorschwebte (?).


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Liebe Forianer,


    ich muss jetzt etwas beichten: Der Name "Sokolov" ist mir seit etlichen Namen ein Begriff- und des öfteren hatte ich eine seiner Aufnahmen in der Hand nur um dann eine andere CD zu kaufen, die mir zu der Zeit mehr am Herzen lag, um so merkwürdiger weil Sokolov Repertoire spielt was mich immer besonders interessiert: Bach und Chopin. Seltsam werdet Ihr sagen, aber so war´s .....


    Vor einigen Wochen war es dann soweit: Angeregt durch das Forum und getrieben von meiner Neugier erwarb ich meine erste Sokolov-CD: Chopin´s Sonate No. 2 und die Etüden op. 25. Nun kenne ich von beiden Kompositionen einige Aufnahmen von Referenzcharakter (Pollini, Rubinstein etc.) und doch war ich beim Hören regelrecht elektrisiert- die Sonate No. 2 hatte ich so noch nie gehört .... Eine makellose Technik, eine eruptive Kraftentfaltung gepaart mit einem außerordentlichen Klangsinn. Fazit: Die Meriten Sokolovs sind wohlverdient und es wird sicher nicht die letzte CD von ihm sein, die ich gekauft habe. Im Auge habe ich schon die eine oder andere. Ganz oben steht jetzt seine Interpretation der "Kunst der Fuge"!




    :jubel: :jubel: :jubel:



    Herzliche Grüße,:hello:


    Christian

  • Ich habe vor gut 2 Wochen den Mitschnitt eines Konzerts gehört, das Sokolov am 12. Mai. 2002 beim Braunschweig Clasix Festival gegeben hat. Auf dem Programm standen im ersten Teil drei Haydn-Sonaten. Es ist alleine schon toll, dass sich ein Künstler dazu entscheidet, einen kompletten Konzertblock nur mit Haydn zu bestreiten - Haydn satt kommt ja nicht eben oft vor.
    Das was ich zu hören bekam, hat mich restlos überzeugt (obwohl ich bis dato eigentlich kein S.-Fan war). Derartig verspielt, originell und von einer solchen Anschlagsvielfalt - wahnsinn! Da kann man sich hinterher nur ärgern, nicht dabei gewesen zu sein...


    :hello:
    Daniel

  • Aus der Vielzahl der guten und der sehr guten Interpreten ragen immer noch einige heraus - Sokolov gehört zu ihnen. Es ist die Überwältigung, die einen bei ihnen überkommt - wenn der Augenblick zum Ereignis wird.


    Bei Sokolovs Helsinki-Konzert von 1992 mit Schuberts 894 und 960 kann man es fühlen, auch wenn man nicht dabei war. Die Live-Geräusche der Aufnahmen tun in dem Fall ein Übriges.

  • Hallo,


    auch ich hatte das Glück Sokolov's A-Dur Sonate von Schubert, die oben schon genannt wurde, live zu erleben. Bemerkenswert ausgeleuchtet und sensibelst abgestuft, jede Sekunde Spannung! Bemerkenswert auch die Pausen, in der die Musik im letzten Satz stockt, um dann zu ihrem Ende zu finden.


    Weitere Programmpunkt war z.B. Chopin. Auch sehr hörenswert, jedoch bleibt sein Schubert mein Favorit.


    Gut gewählt sind auch immer seine Zugaben, um die er sich nicht lange bitten läßt, sondern sich energisch hinsetzt und gleich wieder losspielt. Bei diesem Konzert waren es, glaube ich, 5 Zugaben. Und seine Zugaben sind exquisit. Oft Barockwerke wie seine legendär gespielten Rameau-Stücke.


    Deshalb werde ich auch wieder zu seinem nächsten Konzert gehen. Auf dem Program stehen:
    Bach, 3. Französische Suite h-moll BWV 814
    Beethoven, Sonate Nr. 17 d-moll op.31/2
    Schumann, Sonate Nr. 1 fis-moll op.11


    Ich bin gespannt! :yes:


    Grüße,
    Daniel

  • Hallo liebe TaminoanerInnen


    Auch wir wollen uns dem Lob von Daniel und Helmut der Schubertsonateneinspielung durch Sokolov aus dem Jahre 1992 anschliessen.
    Die Sonate D.894 ist ungemein beseelt, warm gespielt, schöne Akzentuierung, live Eingespielt, zweiter Satz wiederum beseelt und differenziert. Der dritte Satz ausgeglichen und doch spannungsreich, der vierte Satz schön singend, spannend und kontrastreich. Wunderschöne Aufnahme mit farblichen Varianten, versunken mit polyphoner Duftigkeit.




    Herzliche Grüsse


    romeo&julia

  • Ein Klavierabend mit Sokolov - gestern Abend wieder im Wiener Konzerthaus erlebt - ist ein Atem beraubendes Erlebnis und ein musikalischer Hochgenuss der etwas anderen Art; nämlich der Art, dass man die eigenen Lieblingsstücke kaum wiedererkennt. Fantastisch!


    Wenn er wieder mal in eurer Nähe ist: unbedingt Karten kaufen!

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • aus einem anderen Thread:




    Sokolov am 6. Dezember im Wiener Konzerthaus mit
    Schubert: Sonate c-Moll D958
    Chopin: 24 Préludes


    Ich sehe gerade, dass es noch einige freie Plätze gibt.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Zitat

    Original von Melot1967
    Sokolov am 6. Dezember im Wiener Konzerthaus mit
    Schubert: Sonate c-Moll D958
    Chopin: 24 Préludes


    Ich sehe gerade, dass es noch einige freie Plätze gibt.



    Und am 3. März 2008 in der Bamberger Konzerthalle. "Programm wird noch bekanntgegeben". Vermutlich das gleiche, mit dem er jetzt durch die Gegend tourt.



    Ich freu mich schon.



    Viele Grüße


    Bernd

  • Zitat

    Original von Zwielicht



    Und am 3. März 2008 in der Bamberger Konzerthalle. "Programm wird noch bekanntgegeben". Vermutlich das gleiche, mit dem er jetzt durch die Gegend tourt.


    Das Konzert in Ludwigshafen im Feierabendhaus der BASF ist am 1. März- Karten gibt es dem Vernehmen nach noch. Nur leider ist bisher nichts über das Programm bekannt- aber wahrscheinlich wird es dann das oben genannte sein. Ich freue mich jedenfalls schon sehr. Die Preludes? Und Schubert? Das verspricht ein Erlebnis zu werden :D


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

  • Liebe Klavierfreunde,


    inzwischen liegt das Programm für das Konzert von Grigory Sokolov in Ludwigshafen vor. Am ersten März wird er voraussichtlich spielen:




    Ich freue mich schon! Es wird das erste Mal sein, dass ich den Pianisten live hören kann!



    Herzliche Grüße,:hello::hello:


    Christian


  • Lieber Khampan,


    ich werde über das Konzert berrichten- das ist zwar nur ein schwacher Trost, aber ich gebe mir Mühe! ;)


    Besonders auf die Preludes bin ich sehr sehr gespannt! Danke für Deine Korrektur. Eigentlich peinlich, wenn man als Veranstalter so etwas ins Netz stellt.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian


  • Ich kenne Sokolov in erster Linie von Einspielungen auf youtube. Ich verstehe jetzt, warum er mir so zusagt. (Ich bin ein echter Fan von ihm)
    Er spielt nur Musik, die er 'liebt'. Das kann ich bei ihm sehr deutlich spüren. Ich bezeichne es als "er musiziert".


    Ich werde mich freuen, ihn einmal in Wien zu hören.


    danke für den Thread
    Hans

  • Viel Freude, es ist zum Hören und auch Sehen schon etwas Extras, wirklich Uriges.
    Hoffentlich kommt er nochmal nach Bonn, für ihn wollte ich zum Concertgebouw fahren.


    L :hello:ieben Gruß aus Bonn

  • Mit seinem neuen Programm stellt sich Grigory Sokolov der schwierigen Frage, ob Chopins 24 Préludes mit ihrem sehr pessimistischen Schlussstück als Ende eines Konzertprogrammes geeignet sind. Wie auch immer diese Frage beantwortet werden kann: Pianistisch und musikalisch überzeugt er wahrscheinlich immer und ohne Einschränkungen. Ich konnte ihn in Bielefeld begeisternd mit folgendem Programm hören:


    Schubert, Sonate A-Dur D 959


    Chopin: Vier Impromptus, zwei Nocturnes Opus 62, Polonaise-Fantaisie Opus 61.

  • Zitat

    Original von Kulturvermittler
    Mit seinem neuen Programm stellt sich Grigory Sokolov der schwierigen Frage, ob Chopins 24 Préludes mit ihrem sehr pessimistischen Schlussstück als Ende eines Konzertprogrammes geeignet sind.


    pessimistisch? Inwiefern eher als z.B. die jeweils letzten Etüden aus op.10 und 25 oder das Finale von Beethovens Sturmsonate oder Appassionata? Kann ich eigentlich nicht nachvollziehen.
    Ludwigshafen ist mir aber eh zu weit und zu aufwendig...


    Zitat


    Wie auch immer diese Frage beantwortet werden kann: Pianistisch und musikalisch überzeugt er wahrscheinlich immer und ohne Einschränkungen. Ich konnte ihn in Bielefeld begeisternd mit folgendem Programm hören:


    Schubert, Sonate A-Dur D 959


    Chopin: Vier Impromptus, zwei Nocturnes Opus 62, Polonaise-Fantaisie Opus 61.


    Weiß jemand, ob es Funkmitschnitte gibt oder sonst was im Netz kursiert?
    (beim hr gibt es z.B. einen Mitschnitt des 1. Brahms-Konzerts...)
    Das Programm klingt nämlich wirklich sehr vielversprechend!


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Weiß jemand, ob es Funkmitschnitte gibt oder sonst was im Netz kursiert?
    (beim hr gibt es z.B. einen Mitschnitt des 1. Brahms-Konzerts...)
    Das Programm klingt nämlich wirklich sehr vielversprechend!


    anläßlich eines Abends im SWR, der aus zwei Konzerten bei Schwetzinger Festspielen zusammengestellt wurde (Scriabin / Schubert A-Dur), wurde den Hörern erklärt, daß Sokolov auch bei der Freigabe solcher Konzertmitschnitte äußerst pinglig ist. Also Konzertmitschnitte gibt es sicher zuhauf, aber sie dürfen nicht gesendet werden.
    Das HR-Konzert mit Brahms 1 (ca 1998?) hat ein Freund von mir gehört, er sagt es war ziemlich viel daneben. Wär kein Wunder wenn es bis in alle Ewigkeit im Archiv verstaubt.


    Gruß,
    Khampan