Musik für zwei Klaviere

  • hmm - das Thema das Reger gewählt hat stammt aus aus Mozarts A-Dur-Sonate, ich war richtig überrascht, als ich gestern die Reger-Variationen das erste mal auflegte.


    Zugegeben, ich habe während dessen dann Brecht-Stücke gelesen, war also abgelenkt, habe die musik nicht durchgehend verfolgt - aber mich erinnteren die letzten Variationen ein wenig an Schuberts Variationen über Trockne Blumen. Die f-moll Fantasie habe ich auch schon selbst gespielt, komisch, dass mir da keine Ähnlichkeiten aufgefallen sind. Es wirkt auf mich doch als grade sehr persönliches Werk.

  • Zm Thema 2 Klaviere fällt mir als 'Minimal Music'-Liebhaber natürlich sofort das Piano Phase von Steve Reich ein.


    Ein zugegeben ungewöhnliches Werk, zumal Reich die Technik des 'phasing' erst so richtig entwickelt hat, aber der Vollständigkeit halber sollte es hier ebenfalls genannt werden :)



    Grüße, der Thomas.

  • Zitat

    Original von Moritz
    Ansonsten besitze ich noch eine Cd mit Suiten für zwei Klaviere von Rachmaninov mit Ashkenazy und Previn, aber die haut mich nicht um..


    Lieber Moritz,


    da wüsste ich eine Alternative:



    Inzwischen liegen die Suiten von Rachmaninov in einer historisch informierten Einspielung bei Zig-Zag-Territoires vor. Jos van Immerseel und Claire Chevallier spielen auf zwei Erard-Flügeln aus den Jahren 1897 respektive 1905. Ist man den ordinären Steinway gewohnt ist das Klangbild der Erard-Flügel mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig, weniger wuchtig, stählern. Dunkler im Ton und weicher. Apropros "umhauen": Dreht man die Anlage entsprechend auf ist man überrascht zu welcher Klangfülle die Erards in der Lage sind. Dabei wirkt der Klang niemals massiv. Sicher sind die Suiten vergleichsweise frühe Werke Rachmaninovs aber die Suiten sind alles andere als langweilig. Neben den Suiten finden sich auf der CD noch die sechs Morceaux op. 11 für vier Hände von 1894.


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

  • Zitat

    Original von ThomasBernhard
    Die im Einführungsbeitrag angesprochene Mozartkooperation von Britten und Richter ist auf CD gebannt:



    eine meiner allerliebsten CDs und ein Wunder an Musikalität und Zusammenspiel



    Was ich voll und ganz unterstützen kann!! Eine herrliche CD, die Stücke sind wunderschön und das Zusammenspiel- ein Gipfeltreffen!
    Und trotzdem, es finden sich auf dieser CD zwei Werke, die ich noch in anderen Einspielungen kenne, welche diese hier- man glaubt es kaum- übertreffen.


    Mozarts Klaviersonate D-Dur mit Josef und Rosina Lhevinne (rec. 1937)
    Debussy En blanc et noir mit Robert et Gaby Casadesus (rec.1963)



    Im Klavierduett von Britten und Richter gibt es noch eine (?) weitere CD mit Schubert, die mich allerdings nie so restlos überzeugte:



    FRANZ SCHUBERT
    Fantasie für Klavier zu 4 Händen D 940 f-moll
    Variationen für Klavier zu 4 Händen D 813 As-dur (über ein eigenes Thema)
    Grand Duo C-dur D 812


    Benjamin Britten, Svjatoslav Richter


    ...aber das ist alles zu vier Händen, und das sollte ja ein Thread nur für Werke mit 2 Klavieren sein. Diese Trennung besteht meiner Meinung durchaus zurecht. Trotzdem ein Thread ganz nach meinem Geschmack, dem wohl noch einige Beiträge von mir folgen sollen!

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Hallo in die Runde,


    könnte man das Thema nicht erweitern auf: 2 Klaviere und 4 Hände


    Dann kämen dazu von mir
    ,
    dazu.


    Die Mozart-CD enthält Musik au einem Instrument, aber doch 2 Instrumenten gespielt - da die Musik für 4 Hände komponiert wurede, sozusagen das Bindeglied!



    Lieben Gruß aus Bonn :hello:

  • Zitat

    Original von Stabia


    Hallo!


    jpc erläutert dazu:


    Die Klavierbaufirma Bösendorfer hat vor kurzem einen computergestützten Konzertflügel entwickelt, auf dem das Spiel eines Pianisten gespeichert und anschließend automatisch wiederholt werden kann. Somit kann der Pianist sich anschließend selbst "begleiten".


    Weißt Du - oder Dein Booklet - wer diese Bearbeitung der Großen Fuge zu vier Händen arrangiert hat? Handelt es sich mehr oder weniger um eine zeitgenössische Bearbeitung oder um eine zeitgenössische Bearbeitung? Oder gar um eine Bearbeitung Beethovens selbst?


    ?(


    Ulli


  • Ich habe die zwar noch nie gehört, aber nach allem was ich weiß Beethoven selbst: op.134! (für ein Klavier 4händig)
    Ob er damit hoffte, die marokkanisch-chinesische Fuge schmackhafter zu machen oder was das Ziel war, weiß ich allerdings nicht.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    Ich habe die zwar noch nie gehört, aber nach allem was ich weiß Beethoven selbst: op.134! (für ein Klavier 4händig)
    Ob er damit hoffte, die marokkanisch-chinesische Fuge schmackhafter zu machen oder was das Ziel war, weiß ich allerdings nicht.


    Die eigenhändige Bearbeitung Beethovens als Opus 134 gibt es in einer relativ neuen Aufnahme:



    Das Manuskript wurde übrigens erst 2005 entdeckt. Die Aufnahme kann ich übrigens auch wegen des Messiaen empfehlen. Und in der Fassung für Klavier gewinnt die "Große Fuge" auch nochmal an Transparenz.


    Herzliche Grüße,:hello::hello:


    Christian

  • Zitat

    Original von Caesar73
    Die eigenhändige Bearbeitung Beethovens als Opus 134


    Irgendwie scheint mir, Beethoven habe es hier genau umgekehrt gehandhabt als wie Mozart mit seinem KV 426/546...


    Ulli

  • Zitat

    Original von Stabia
    Hallo in die Runde,


    könnte man das Thema nicht erweitern auf: 2 Klaviere und 4 Hände


    Lieben Gruß aus Bonn :hello:


    Könnte man sicher, allerdings emfinde ich schon einen deutlichen Unterschied zwischen beiden Genres, insofern fand ich Trennung auch sehr subtil und überzeugend. Aber da auch öfters Werke beider Genres auf einer CD gemischt werden, läge eine Zusammenfürung in einem Thread schon nahe. Vielleicht könnte es ja auch eine Gegenüberstellung sein: 4 Hände oder 2 Klaviere, zumindest sollte das immer genau angegeben werden.


    Gruß pt_concours

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Hallo Ulli


    Op. 134 ist nach allem, was ich habe, eigenhändig als Reaktion auf eine andere Bearbeitung ( durch Anton Halm) und Beethoven dem Verleger ( Mathias Artaria) angeboten mit der Bemerkung, er könne sich selbst aussuchen, welche er nehmen will. (siehe Platen in Bährenreiter Werkeinführungen, LvB Die Streichquartette, S. 33 )


    Ich habe die Fuge aus Op. 130 erst einmal "erlernt" duch die oben vorgestellte Klavierbearbeitung, d. h. bestimmt 20 und mehr Male im Autoradio gehört, dann war sie mir klar. Die Streichquartettversion, danach gehört, war im Verhältnis dazu geradezu lukulliusch.


    Nun ist Op. 133 für mich überhaupt kein Problem mehr, im Gegenteil. Ich kann sie konzentriert - und mit Genuß - hören.

  • Das beste Stück, das ich in diesem Bereich kenne, ist das von Schumann für Orgel komponierte op. 56, Nummer 1, das erste der "Sechs Stücke in kanonischer Form", das Debussy zu einem Klavierstück für 4 Hände umgearbeitet hat.


    Leichte, schwebende, filigrane Musik, wie gemacht für Barock-Ohren.


  • Eine ausgezeichnete Gesamtaufnahme der Klavierstücke Franz Schuberts für 4 Hände (wobei ich nicht weiß, ob sie auf zwei Klavieren gespielt werden), gibt es von Christoph Eschenbach und Justus Frantz, den "Vielgescholtenen".


    Liebe Grüße


    Willi :D

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Heute gehört: Konzert für 2 Klaviere, Schlagzeug und Orchester



    Leider ist die Aufnahme total enttäuschend: Nicht nur ist das schlecht aufgenommen - die Balance zwischen Klavieren und Schlagzeug stimmt einfach nicht, die Klaviere gehen unter - sondern gerade auch die Solisten spielen völlig inspirationslos und langweilig. Kein Vergleich mit den Ashkenazys! Dagegen ist das 1. Violinkonzert mit Gidon Kremer Klasse!


    Schöne Grüße
    Holger

  • Ich habe eine Radio-Aufnahme der Walzer von Brahms (op.39) mit den Brüdern Kontarsky. Ich glaube, diese Stück gibt es auch für Klavier solo.

    Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)