STERLING - The Label of Discovery

  • Den Threadtitel habe ich diesmal direkt vom Namensgeber dieses Themas übernommen - weil er exakt das beschreibt, was dieses Label ausmacht. 1980 gegründet bringt das schwedische Label stets mehr oder weniger unbekanntes romantisches Repertoire auf den Markt, das meiste davon sind Ersteinspielungen. Significant - sozusagen ein verstecktes Markenzeichen ist, daß jede Veröffentlichung mit der Landesflagge des jeweiligen Komponisten versehen ist....



    Das ist fürs erste nur ein Appetithäppchen - Ihr werdet hier vermutlich (auch deutsche !!) Namen von Komponisten finden, von denen ihr noch nie etwas gehört habt.......


    mit freundlichen Grüßen aus Wien


    Alfred

  • Ihr werdet hier vermutlich (auch deutsche !!) Namen von Komponisten finden, von denen ihr noch nie etwas gehört habt


    Bis auf Schnyder und Sillén sind alle Komponisten bei Tamino schon oft erwähnt worden. Und die Platte von Sillén hast du selbst schon einmal vorgestellt...

  • Ich kannte ihn nicht, habe aber Deine Anregung aufgegriffen. Meine Bestellung ist nun ungefähr 3 Monate alt - und bei jeder Lieferung wird sie als - "Wird nachgeliefert" bezeichnet. Ich habe da ein schlechtes Gefühl, da in letzter Zeit zahlreiche meiner Bestellungen gecancelled wurden.
    Ungeachtet dessen werde ich demnächst einige weitere Erstaufnahmen dieses Labels hier vorstellen. Klughards "Auf der Wanderschaft" wurde mir - nach monatelanger Wartezeit vor einigen Tagen geliefert, sobald ich die Aufnahme gehört habe, stelle ich sie in einem passenden Thread vor. Derzeit befindet sich das Forum zu meiner Überraschung im "Mondscheinsonaten- Fieber.......


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Trotzallem wäre dieser Thread ein passendes Schaufenster, die jeweiligen Neuerscheinungen dieses Labels im Sinne einer "Beschreibung der Labelpolitik" darzustellen. Super interessant!!!


    Ich glaube, dass dieser Art Labels auf dem richtigen Weg sind, indem sie immer tiefer in die Musikhistorie eintauchen und für uns Neues zutage schaffen. Wie viele Zauberflöten oder Eroica braucht man so?
    Es wird hier wie in allen Bereichen der kommerziellen Veröffentlichungspolitik sein, es zählt nicht nur die Qualität, sondern "zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein", Charisma (optische Bühnentauglichkeit) und Beziehungen zu den "richtigen" Leuten. Das wird damals wie heute gewesen sein, und so sind völlig "unberechtigt" einige Komponisten in der Versenkung verschwunden. Manchmal fragt man sich, wieso dieser Musiker oder dieses Stück eingängiger, melodischer, ideenreicher als so einiges von den üblichen Verdächtigen, was wir in 20 Versionen 100mal gehört haben.

  • Bei unserem Werbepartner gibt es die bisher erschienenen CDs des Labels Sterling zum Sonderpreis:


    Leider … gibt es lediglich 13 CDs zum Sonderpreis – erschienen sind bis dato 424 Silberscheiben …


    Manche davon sind schon etwas älter … :hello:

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • In der Tat waren es einige CDs mehr als 13, die ursprünglich zum Sonderpreis con 8.99 angeboten wurden. Etliche davon habe ich bestellt - und auch einige Vollpreis CDs. Manches ist eingelangt, anderes ist bis heute noch ausständig - 2-3 Monate nach der Bestellung. Ich habe das Gefühl, daß ich einige davon nie bekommen werde, weil bereits abverkauft und gestrichen. Aber ich will nicht jammern - Zahlreiche mir bisher unbekannte Werke sind auf diese Weise doch in meine Sammlung gelangt. Ich werde einige davon kurz vorstellen, nachdem ich sie gehört habe. Und natürlich werden wir auch über interessante Neuerscheinungen berichten..
    Bedauerlicherweise werden die Aufnahmen solcher Label zwar oft gelobt, aber eher selten gekauft. Das Tamino-Klassikforum macht da leider keine Ausnahme.
    Man darf sich dann aber auch nicht wundern, wenn nach angemessener Frist die Initiatoren solcher Projekte eines Tages das Handtuch werfen und sich für immer zurückziehen, denn die Tonträgerindustrie ist weder ein Wohltätigkeitsverein noch eine uneigennützige Kultureinrichtung, sondern ein auf Gewinn ausgerichtetes Marktsegment, das nichts zu verschenken hat und auch nichts verschenken will....


    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • Auf der hier abgebildeten CD sind zwei schwedische Komponisten miteinander gekoppelt, die einige Gemeinsamkeiten haben: Zum einen findet man kein nordisches Lokalkolorit, zum anderen sind sie auch gemessen an der Zeit in der sie gelebt haben eher konservativ. Und ihre Thermen sind eingängig und leicht volktümlich


    Adolf Fredrik Lindblad (1801-1878)
    wurde seiner 215 Lieder wegen laut Booklet auch der „schwedische Schubert“ genannt. Ferner wurde behauptet, daß diese Lieder es seien, die den Komponisten berühmt gemacht hätten. Hier muß ich schamvoll gestehen, daß ich das nicht gewusst hatte, bzw, daß ich von diesem Komponisten bis vor kurzem noch nie etwas gehört hatte..Das kann aber durchaus auch ein Fehler sein, wie ich nach Abhören der Sinfonie feststellen musste


    Leider ist die Anzahl seiner Kompositionen nicht besonders groß. Hier geht es um die spätere seiner 2 Sinfonien, jener in D-dur, welche 1855 komponiert wurde.
    Der erste Satz (majestoso-allegro molto) beginnt zwar majestätisch – aber doch irgendwie lyrisch verhalten. Ich war mir vorerst nicht klar ob irgendein Komponist als Vergleich herhalten kann. Sicher nicht Schubert – eher schon ein introviertierter Beethoven. Wie auch immer Lindblads Tonsprache ist äußerst klangschön und effektvoll, seine Themen eingängig – Alles ist irgendwie in ein mildes Licht getaucht, wie das „Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande“ in Beethovens „Pastorale“
    Die einzelnen Sätze unterscheiden sich in ihrem Ausdruck nicht stark voneinander. Klangschönheit geht hier vor Dramatik. Lindblads Instrumentierung ist sehr auf schöne Klangfarben ausgelegt . Nordische Schroffheit fehlt gänzlich und trotz Verzicht auf Dramatik ist die Sinfonie nicht langweilig – ich jedenfalls habe sie ohne Unterbrechung bis zum Ende durchgehört. Sie ist ein Meisterwerk der feinen Zwischentöne.
    Sie wurde von der Kritik stets positiv bewertet, jedoch waren zwischen ihren Aufführungen oft Jahrzehntelange Pausen.


    Der zweite auf dieser CD enthaltene Komponist ist
    Per August Ölander (1824-1886)


    Seine Sinfonie ist etwas dynamischer als jene von Lindblad (kein Wunder, er setzt ja sogar Trompeten ein) jedoch in den lyrischen Stellen – deren gibt es viele – ist er seinem älteren Landsmann nicht unähnlich. Sein Stil ist konservativ – strikte an der Klassik orientiert, was so gar die zeitgenössische Kritik zu der Bemerkung veranlasste, der Komponist habe nichts von den Neuerungen der Musik seit Haydn mitbekommen. Das ist aus meiner Sicht eher erfreulich als bedauerlich – und zudem maßlos überzogen, wir finden hier schon einiges was nach allem anderen klingt als nach Haydn. Die Koppelung mit der Sinfonie von Lindblad ist durchaus eine geglückte, auch wenn das Temperament der Komponisten unterschiedlich ist, so gibt es doch zahlreiche Gemeinsamkeiten, wie beispielsweise eingängige effektvolle Themen durch effektvolle Orchestrierung noch aufgewertet. Ich finde den Komponisten auch sehr eigenständig – siehe – nein - höre – beispielsweise den 3. und 4. Satz.


    Auf jeden Fall ist STERLING mit BEIDEN Ausgrabungen meiner Meinung nach ein „Großer Wurf“ gelungen – eine erfreuliche Bereicherung für all jene, denen „schöne Musik“ wichtiger ist als irgendwelche Verdienste um Neuerungen in der Musikgeschichte…….


    Die CD wird derzeit zum halben Preis abverkauft....


    Mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred Schmidt


  • Von Hans Huber, einem schweizer Komponisten (1852-1921) gibt es sämtliche Sinfonien auf "STERLING" - Zumindest theorethisch. Ich musste monatelang warten und ein zweites Mal bestellen bis ich welche bekam. Inzwischen sind sie einzeln nicht mehr komplett erhältlich - man muß eine Komplettbox kaufen (auch sie wird derzeit verbilligt abgegeben) Ich bin mir nicht sicher ob das eine notwendige Anschaffung ist. Die Werke sind tonal und wesentlich konservativer als beispielsweise die Sinfonien von Gustav Mahler obwohl Huber Mahler um zehn Jahre überlebt hat. Bei Hubers Tod, 1921 wurde er in einem Nachruf als der "bedeutendste Schweizer Komponist" seiner Zeit gewürdigt.....


    mfg aus Wien
    Alfred

  • Im Gegensatz zu dem meisten Forianern, denen gleichgültig ist, welche Aufnahme auf welchem Label erschienen ist, bin ich ein ausgesprochener "Label-Fetischist" (aber das ist ja zumindesr hier im Forum weitgehend bekannt), weil ich der Auffassung bin, daß hinter (fast) jedem Label ein Programm steht, meist von einer prägenden Person geformt. Fällt ein Label aus, dann verschwinden oft zahlreiche Komponisten aus den Katalogen, und vor allem zahlreiche Interpreten.
    Daher widme ich mich hier in diesem Forenbereich in unregelmäßigen Abständen einigen Labeln die mir besonders ans Herz gewachsen sind.
    Dazu gehört unter anderem das Label "STERLING", welches meist Musik weitgehend unbekannter Komponisten am Programm hat, und noch dazu überschneiden sich nur sehr selten die Programme mit jenen anderer "Raritiäten -Sammler"
    In der Vergangenheit war die Beschaffung nicht ganz unproblematisch, die Bestellngen dauerten gelegentlich einige Monate.
    Seit einigen Jahren gibt es eine neue Generalvertretung, und alles läuft schneller ab.


    Hier nun - ziemlich willkürlich - einige CDs aus dem Programm, zumeist Sinfonienaus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts,
    Interessanterweise dürfte der 29. 3. 2012 ein Stichtag gewesen sein, denn zahlreiche Platten sind angeblich an diesem Tag veröffentlicht worden. vermutlich der Tag der Markteinführung bei jpc.
    Was mir aber auffällt, ist, daß seither offensichtlich kaum Neuaufnahmen gemacht wurden, eigentlich schade.......




  • Heute war ich wirklich baff !! Eine Neuerscheinung ist für Ende Mai angekündigt. Ganz überblicke ich den Bereich "STERLING" indes nicht. Ich habe zumindset weitere 2 CDs aus 2013 und 2014 gefunden, die ich bei früheren Recherchen nicht gesehen habe. Zudem fand ich weiter CDs, welch zwar auch angeblich 2012 ins Programm aufgenommen worden sind -die ich aber heute erstmals sehe. Irgendwie bin ich verwirrt und erfreut zugleich, denn bei Sterling gabe es immer was interessantes.


    mfg aus Wien
    Alfred

  • ALs ich die Abverkäufe bei STERLING um 7.99 Euro sa, tat ich das mit gemischten Gefühlen. Einerseits kommen so etliche unbekannte Komponisten unter die Leute. Andrerseits ist es kein gutes Zeichenm wenn beinahe das gesamte Programm zum Budgetpreis angeboten wird.
    Überrascht hat mich, daß es scheinbar dennoch noch Ressourcen gibt, denn es wurden und werden in 2017 und 2018 doch einige "Neuerscheinungen" angekündigt, teilweise mit Material aus den 80er Jahren, teilweise aber auch erst in letzter Zeit aufgenommen






    Wie immer: Ein sehr exotisches Programm.....


    mfg aus Wien
    Alfred