Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 2 B-dur op. 19

  • Ich möchte an dieser Stelle Beethovens 2. Klavierkonzert näher vorstellen, da es bisher noch keinen eigenen Thread hatte, und ich werde , je nach verfügbarer Zeit, in den nächsten Wochen verschiedene Interpretationen durchhören und meine Eindrücke schildern. Ich lade aber auch alle interessierten Taminos ein, in ihrer Sammlung befindliche Interpretationen vorzustellen bzw. ihre Eindrücke zu schildern oder hier geschilderte Eindrücke zu kommentieren.


    Zunächst möchte ich die Ausführungen von Misha Donut über die Entstehungsgeschichte dieses Konzerts zitieren, die der GA von Mitsuko Uchida/Kurt Sanderling (DECCA) beiliegen und die mir sehr übersichtlich und ausreichenderscheinen, auch wenn sie hier und da zur Kommentierung reizen:
    Zitat von Misha Donut: „Die Genese von Beethovens 2. Klavierkonzert war länger, und seine Überarbeitungen waren zahlreicher, als bei fast allen seinen anderen Werken, was durch neuere Forschungen deutlich geworden ist. Ein Fragment der Partitur von ca. 1787 zeigt, dass der Kopfsatz bereits in Bonn entworfen wurde; ein langsamer Satz und ein Finale waren damals wohl schon geschrieben. Während seiner ersten Jahre in Wien scheint Beethoven sich vor allem mit Überarbeitungen älterer Werke beschäftigt zu haben, und dabei entstand offenbar auch eine ganz neue Reinschrift dieses Konzerts. Ende 1794 revidierte er das Werk jedoch noch einmal und skizzierte den langsamen Satz und das Finale neu (nur letzteres ist in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten geblieben. Weitere Entwürfe stammen aus den Jahren 1795 und 1796, und man kann annehmen, dass er das Konzert in dieser Zeit mehrfach spielte, wobei die öffentliche Premiere allerdings erst für 1798 bezeugt ist, damals schrieb er für ein Prager Konzert eine neue Reinschrift der Partitur. Drei Jahre später, kurz vor der Veröffentlichung, nahm er im Kopfsatz noch einige Modifikationen vor, die aber für die Erstausgabe (weitgehend identisch mit der 1798 gespielten Fassung) nicht berücksichtigt wurden. Da das Konzert einige Monate nach Nr. 1 herauskam, erhielt es die nächste Opusziffer, obwohl es eigentlich schon früher entstanden war. Somit ist die Nr. 2 auch das am wenigsten komplexe und fortschrittliche (und am wenigsten populäre) der fünf Konzerte, das überdies rein technisch am leichtesten zu bewältigen ist.“
    [align=start]

    Zum

    musikalischen Ablauf möchte ich die Ausführungen von

    William Mann

    zitieren, die der GA von Daniel Barenboim/Otto

    Klemperer entnommen sind:


    [align=start]

    Zitat von William Mann: „Die doppelte

    Exposition, in der sich zunächst das Orchester, dann das Klavier vorstellt, ist s

    ehr reich an Melodien oder Themen. Wieder setzt das Klavier mit einem neuen

    Gedanken ein – doch dieser wird später wiederholt, wie praktisch alle Themen in

    diesem äußerst überzeugenden Satz, der – ganz in Beethovens typischen Frühstil

    – von Wildheit, Spaß und rhythmischen Überraschungen gefüllt ist. 1809, im Jahr

    des fünften Klavierkonzerts, schrieb Beethoven Kadenzen für die ersten vier

    Konzerte, die Kadenz zum Zweiten beginnt mit einem Fugato und klingt allzu

    avanciert im Verhältnis zum Gesamtwerk, doch sie ist so großartig, dass nur

    wenige Pianisten von heuteb ereit sind, ihre eigene Alternative anzubieten.

    [/align]

    [align=start]Das Adagio ist würdevoll, beinahe [i]hymnisch, und findet zu opernhaftem Überschwang. Gegen Ende wird der Satz von

    einem quasi-rezitativischen, von weichen Streicherklängen getragenen Solo

    gekrönt, das mit con gran espressione

    bezeichnet ist.

    [/align]

    [align=start]Das Finale ist ein brillantes Jagdrondo in mozartischem Stil; vermutlich hat Beethoven den Satz nach seiner Ankunft in

    Wien komponiert, wo er Mozarts Konzerte erstmals hatte hören können.

    Durchgehend sind die bis zum Schluss stets neckischen, gegen den Schlag

    laufenden Rhythmen eingesetzt.“

    [/align]

    Ich finde, dass dieses Konzert, obwohl es, wie es woanders so schön heißt "im Schatten der Anderen" steht, einen eigenen Thread verdient hat.


    Liebe Grüße Willi :)


    [align=justify]P.S. Ich habe mit diesem Text größte Formatierungsschwierigkeiten erlebt, wie man sehen kann. So etwas ist mir noch nie passiert. Aber alle Versuche, das zu ändern, haben es nur noch schlimmer gemacht.[/align]

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ich finde, dass dieses Konzert, obwohl es, wie es woanders so schön heißt "im Schatten der Anderen" steht, einen eigenen Thread verdient hat.


    Da hast Du völlig Recht, lieber Willi. Komischer Weise ist auch bei mir das 2. Konzert, was ich von allen Beethoven-Konzerten am wenigsten "im Ohr" habe. Zu hören habe ich noch die Weissenberg-Aufnahme mit Karajan! :hello:


    Schöne Grüße
    Holger


  • Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 2 B-dur op. 19


    Arthur Rubinstein, Klavier
    London Philharmonic Orchestra
    Dirigent: Daniel Barenboim


    London, 9. – 11. April 1975


    Satzzeiten: 14:54-9:43-6:25 – 31:02 min.;


    Barenboim nimmt den ersten Satz sehr schwungvoll, aber nicht zu schnell. In der Expostion wird reichlich an Themenmaterial vorgestellt, so als ob Beethoven, dessen erstes Klavierkonzert dies ja in Wirklichkeit war und dessen Grundlagen er ja schon als Siebzehnjähriger in Bonn gelegt hatte, wo ja schon der erste Satz in der Urform fertig war, es aller Welt zeigen wollte, was er aus so einer einfachen melodischen Keinzelle alles machen konnte. Und das war reichlich. Und wie federleicht steigt Rubinstein hier (2:49) in das Geschehen ein, und es entfaltet sich ein munteres Miteinander, das in der Druchführung auch schon einmal in Mollabgründe steigt, um aber gleich wieder zum Dur zurück zu kommen. Der Höhepunkt des ganzen Satzes, quasi noch eine Steigerung zur Durchführung, ist die großartige, mit einer kunstvollen Fuge eingeleitete Kadenz, die Beethoven allerdings erst 1809 komponierte und de hier über 2 ½ Minuten lang ist. Obwohl Beethoven da schon wieder auf einem anderen Level war, fügt sie sich jedoch hervorragend in den ganzen Satz ein.
    Der Beginn des Adagios, mit großem Orchester, dirigiert von dem damals erst 33jährigen Barenboim, jagte mir die ersten Schauer über den Rücken. Was für ein großartiges Adagio, in dem die Orchestereinleitung nicht so lang ist wie im Kopfsatz und das Klavier den Orchestersatz variiert. Dieses Adagio hat majestätische, hymnische und elysische Züge und kann sich mit vielen anderen langsamen Sätzen aus vielen Klavierkonzerten messen. Rubinstein erweist sich auch hier wieder als absoluter Meister seines Fachs. Er weiß diese eigentümliche Stimmung genau so gekonnt einzufangen mit dmr ihm eigenen Einfühlungsvermögen und Rhythmusgefühl sowie seinr auch im Alter noch überlegenen Anschlag, dass der Satz feast noch zu einer Steigerung gegenüber dem Kopfsatz wird.
    Der quirlige Finalsatz in Rondoform fördert noch einmal Beethovens humorvolle Seite zu Tage und zeigt, wie Rubinstein auch diesen extrem rhythmischen Satz mit großem Vergnügen und Können spielt. In diesem Satz wird der große Meister der Synkopen schon deutlich.
    Ich meine, dass Beethoven vielleicht dieses sein eigenes Werk unterschätzt hat, und dass es ihm sehr wichtig war, zeigt ja die Tatsache, dass er es nicht einfach beiseite gelgt hat sondern immer wieder dran gefeilt hat, bis es seine heutige Form erreicht hat. Vielleicht steht es im Schatten seiner anderen vier Konzerte, ragt aber sicherlich aus den Klavierkonzerten eventueller Zeitgenossen heraus.
    Hier noch einmal die Satzzeiten im Vergleich zu den Satzzeiten 19 Jahre zuvor:
    Rubinstein 1956: 13:34-9:26-5:49 -- 28:49 min.;
    Rubinstein 1975: 14:54-9:43-6:25 -- 31:02 min.:


    Liebe Grüße


    Willi :thumbsup:


    Ich habe es noch einmal versucht, den Beitrag hier am Laptop zu posten, und hier hat es funktioniert. Ich bitte darum, die beiden Postings von 23.43 Uhr und 23.49 Uhr zu löschen.


    LG Willi

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber Willi,


    ich habe die Rubinstein-RCA-Aufnahme mit Leinsdorf und dem Boston SO vom Dezember 1967 - alle 5 Beethoven-Konzerte! Am Freitag komme ich wieder zum hören.


    Ansonsten habe ich: Gilels (mehrfach), Arrau, Pollini, Weissenberg (noch nicht gehört), Kempff (2 mal), M. Argerich, G. Gould (live in Leningrad 1957). Ich hoffe, ich habe keine vergressen!


    (Wie ich sehe hast Du auch die Probleme mit dieser Foren-Software, die mir jedesmal viel Zeit kosten. Wenn ich etwas kopiere, was ich in Word geschrieben habe, paßt sie das Format nicht an und ich muß hinterher mühevoll jede einzelne Zeile bearbeiten, damit der Text hier lesbar ist. Eigentlich völlig unverständlich. In anderen Foren kann man so etwas problemlos kopieren ohne zusätzliche Arbeit zu haben!)


    Schöne Grüße
    Holger

  • Lieber Holger,


    wenn ich keinen vergessen habe, dann habe ich folgende Einspielungen des 2. Klavierkonzertes:


    Pierre Laurent Aimard - Nikolaus Harnoncourt
    Claudio Arrau - Alceo Galliera
    Claudio Arrau - Bernard Haitink
    Daniel Barenboim - Otto Klemperer
    Daniel Barenboim - Daniel Barenboim
    Alfred Brendel - Heinz Wallberg
    Alfred Brendel - Bernard Haitink
    Alfred Brednel - James Levine
    Alfred Brendel - Sir Simon Rattle
    Yefim Bronfman - David Zinman
    Emil Gilels - Kurt Masur
    Emil Gilels - George Szell
    Emil Gilels - André Vandernoot
    Glenn Gould - Leonard Bernstein
    Friedrich Gulda - Horst Stein
    Wilhelm Kempff - Ferdinand Leitner
    Evgeny Kissin - James Levine
    Robert Levin - Sir John Eliot Gardiner
    Radu Lupu - Zubin Mehta
    Peter Rösel - Claus Peter Flor
    Arthur Rubinstein - Josef Krips
    Artur Rubinstein - Daniel Barenboim
    Shoko Shugitani - Bart Oskamp
    Mitsuko Uchida - Kurt Sanderling
    Alexis Weissenberg - Herbert von Karajan
    Krystian Zimerman - Krystian Zimerman;


    Bei dieser Aufstellung handelt es sich um Gesamtaufnahmen bis auf Robert Levin, wo mir (wegen des Soloinstruments) das 3. KK fehlt und Alexis Weissenberg, wo mir das erste KK fehlt, das Karajan mit dem jungen Christoph Eschenbach eingespielt hat. Insofern würde sich bei einer Aufstellung der anderen KK's ein etwas anderes Bild ergeben, zumal Swjatoslaw Richter nicht alle Konzerte eingespielt hat und ich von Arrau noch das 5. KK auf CD und DVD mit Sir Colin Davis habe, außerdem noch das 3. KK von ABM und und ..


    Was übrigens den Umgang mit der Forensoftware betrifft, so kann es möglich sein, dass ich
    1. aus Versehen von Quellcode auf Editor umgeschaltet habe und
    2. in Word schon die Schrift "Tahoma" verwendt habe bzw. Zitate in Kursivschrift erstellt habe, was dann zu diesen kuriosen Ergebnissen geführt haben mag. All dies werde ich jedenfalls in Zukunft vermeiden.


    Ich werde in nächster Zeit successive das zweite KK in diesem Thema von meinen Einspielungen vorstellen. Mal schaun, vielleicht finde ich ja Nachahmer, so dass dass Zweite die Beachtung findet, die ihm gebührt.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Mal schaun, vielleicht finde ich ja Nachahmer, so dass dass Zweite die Beachtung findet, die ihm gebührt.


    Na, mal sehen ob ich das hinkriege - fachlich und zeitlich. Dann könnte ich, obwohl ich insgesamt nur 5 Einspielungen besitze, noch drei beisteuern:


    Ax - Previn
    Ashkenazy - Solti
    Zechlin - Kleinert

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Zitat

    Lieber Willi, ich habe die Rubinstein-RCA-Aufnahme mit Leinsdorf und dem Boston SO vom Dezember 1967, alle 5 Beethoven-Konzerte.

    Lieber Holger, danke für den Tipp. Ich habe die Leinsdorf-Rbinstein-Einspielungen mit den Nr. 1+3 sowie 4+5 bestellt. Die Nr. 2 (The Rubisntein Collection Nr. 59 in Kombination mit Brahms Nr. 1 )ist im Moment kaum zu haben, außer zu Mondpreisen. Da muss man doch noch etwas warten.


    Lieber Reinhard,


    ich würde mich freuen, wenn du mitrmachst.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • (Wie ich sehe hast Du auch die Probleme mit dieser Foren-Software, die mir jedesmal viel Zeit kosten. Wenn ich etwas kopiere, was ich in Word geschrieben habe, paßt sie das Format nicht an und ich muß hinterher mühevoll jede einzelne Zeile bearbeiten, damit der Text hier lesbar ist. Eigentlich völlig unverständlich. In anderen Foren kann man so etwas problemlos kopieren ohne zusätzliche Arbeit zu haben!)


    Lieber Holger,


    wenn Du im Quellcode und nicht im Editor (bei "neue Antwort erstellen") arbeitest, sollte es normalerweise keine Schwierigkeiten geben. Falls doch, hilft sicherlich Cheffe Theophilus konkret weiter.


    Viele Grüße


    Norbert als Moderator

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler


  • Das wäre bett, lieber Norbert. Ich bin nämlich technischer Analphabet! :)


    Schöne Grüße
    Holger


    Lieber Holger,


    wie ich gerade gesehen hat, hat sich Theophilus bereits hier zu dem Thema geäußert. ich hoffe, der Tipp hilft weiter. Falls nicht, ist das Unterforum das richtige, um nach anderen Tipps zu stöbern bzw. Fragen zu stellen.


    Viele Grüße


    Norbert als Moderator


    PS.: Die off-topic-Beiträge werden demnächst wieder entfernt.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler

  • (Wie ich sehe hast Du auch die Probleme mit dieser Foren-Software, die mir jedesmal viel Zeit kosten. Wenn ich etwas kopiere, was ich in Word geschrieben habe, paßt sie das Format nicht an und ich muß hinterher mühevoll jede einzelne Zeile bearbeiten, damit der Text hier lesbar ist. Eigentlich völlig unverständlich. In anderen Foren kann man so etwas problemlos kopieren ohne zusätzliche Arbeit zu haben!)


    Ich bin bei dieser Behauptung wie gehabt etwas skeptisch. Man möge mir doch bitte so ein Word-Dokument theophilus.at@gmail.com, damit ich das prüfen kann.

  • INGRID HAEBLER hat das Klavierkonzert Nr.2 von Beethoven mit dem NEW PHILHARMONIA ORCHESTRA unter ALCEO GALLIERA 1970 für Philips eingespielt. Diese Studioaufnahme findet man bei Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=a1lYskH-8wY&pxtry=1
    Video mal wieder für Deutschland gesperrt. Aber mit Mozilla Firefox und ProxTube auch in Deutschland anzuhören, mit DownloadHelper gehts auf die Festplatte.

  • Op. 19 ist ein eher leichtfüßiges, heiteres KK. Der erste Satz startet gleich mit vollem Orchestereinsatz, Höhepunkt ist sicher das Klaviersolo ziemlich am Ende des Satzes.


    Der langsame Satz erreicht sicher auch seinen Höhepunkt ziemlich am Ende, hier lässt Beethoven die Musik fast zum Stillstand kommen, auch hier spielt das Klavier eine "tragende" Rolle.


    Das Rondo wird getragen durch eine tänzerische Figur, die schon in sich eine komplexe "Schrittfolge" enthält.


    Zu meiner Überraschung habe ich das KK gleich viermal, einen schönen Nachmittag gestern vergleichsgehört.


    Zuerst Hermann Scherchen / Paul Badura- Skoda
    Ein sehr packender Zugriff, "wagnerianischer" Zugriff des Orchester, der Klang ist aber schlicht miserabel, Klavier dumpf, Frequenzen deutlich gekappt, Knacken und Rumpeln, nicht zu Ende gehört.


    Dann Stein/Gulda
    Klang so mittelprächtig, Orchester ist nicht so spritzig wie bei Scherchen, das Klavier klingt zurückgenommen, auch dumpf. Im zweiten Satz spielt Gulda hölzern, kein Fluss, schafft kaum Übergänge, das Orchester "schleicht" durch den Satz und Gulda fällt von einen Ton in den anderen, nicht zu Ende gehört.


    Hogwood/Lublin
    Spitzen Klang, Orchester spiel mit einer wunderbaren Feinheit, filigran, elegant. Ganz zart kommt das Hammerklavier, wie fein und präzise die Anschläge kommen, es perlen die Töne, schnell, trocken, trillernd. Das Ganze klingt leicht und luftig, wunderbarer Einsatz der Bläser im zweiten Satz. Orchester und Klavier sind zusammen im Fluss, das Rondo ist Parade für beide. Topp!


    Haitink/Schiff
    Wieder großer Orchesterklang, gepresst, das Klavier klingt leichter und luftiger als bei Badura und Gulda, sehr rund, ohne langsam zu werden, gute Harmonie! Die Bläser gehen etwas unter, Versuch, eines dramatisierenden Soloparts, leider etwas wenig Ausdruck. Schöner Einsatz der Bläser im zweiten Satz, sehr harmonisch, steht aber auf der Kippe zum "Schleicher". Leider ist der Streicherhöhepunkt vor dem leisen Solopart etwas breiig im Klang, undifferenziert. IM Rondo verlieren sich Orchester und Klavier etwas im übereilten, flüchtigen. Gutes KK, etwas wenig Charakter!


    Bernstein/Gould
    Klang wieder bescheiden, viel Ausdruck, das Orchester spielt mit Betonungen, große Klasse. Und Gould? Trocken wie ein guter Champagner, spritzig, perlend, unglaubliche Präzision, ein Traum. Diese Zielsicherheit, Geschwindigkeit, dabei nichts übereiltes, sagenhaft. Der zweite Satz ist sehr mutig langsam, habe die Erwartung, das es ein Schleicher wird?!! Aber da ist ja noch Gould; durch sein präzises Spiel hält er auch das Orchester! Er spielt eigentlich schlicht, aber mit einer fast schon geheimnisvollen Präzision... im fast Stillstand das Ergründen eines Tones ohne besondere Betonung... Im Rondo geht Glenn Gould dann etwas das Tänzerische ab, aber so wird er doch wieder menschlich!


    Grüße Thomas

  • Hallo Thomas,


    auch wenn es zwischen uns in der Vergangenheit gelegentlich athmosphärische Störungen gab, kann ich nicht umhin, deine Empfindungen zu Glenn Gould zu bestätigen. Auch ich empfinde Goulds Spiel in den Klavierkonzerten als herausragend. Dabei ging es mir mit ihm nicht immer so. Gerade, was das Tempo betraf, hat er mich im Kopfsatz von Mozarts A-dur-Sonate schwer enttäuscht, ebenso wie in einer der drei letzten Beethoven-Sonaten. Aber dann hörte ich andere Mozart- und Beethoven-Sonaten von ihm und war wieder versöhnt.


    Viele Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Hallo Willi,


    ja. Gould ist in allen 5 KK super. Und auch in schlechten Aufnahmen kommt sein Spiel klar und sauber rüber.


    Vielleicht nochmal zum Vergleich Hammerklavier-Konzertflügel: Vom Klangtechnischen her ist für mich eigentlich immer der moderne Flügel überlegen. Aber wenn die Aufnahmequalität des modernen Instrumentes nicht stimmt, nähern sich beide Instrumente auch hier an.


    Lublin schafft es sogar, eine eigenständige Tonleiter sauber in seinen Solopart einzubauen, geht beim Flügel unter!


    Grüße Thomas

  • Lieber Theophilus,


    so sieht es aus - bei der Eingabe völlig normal - Willi hatte oben dasselbe Problem, wie man sieht! Die Software nutzt nicht die volle Breite aus und zaubert zwischen den Absätzen zusätzliche Leerzeilen:




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    Schöne Grüße
    Holger

  • Gould/Bernstein ist eine der (und seiner) besten, leider als einziges seiner Beethoven-Konzerte nur mono. Eine andere zügig bis aggressive (Mono-)Aufnahme gibt es mit dem jung verstorbenen William Kapell, interessanterweise begleitet von Golschmann, der Gould beim 1. KK begleitet hat. (Diese Aufnahmen werden in der Diskographie des legendären Musik-Konzepte-Hefts zu Beethovens Metronomziffern empfohlen.) Ich muss zugeben, dass das bei mir auch nicht das am häufigsten gehörte Konzert ist, aber an Stereo-Aufnahmen möchte ich wieder mal Kovacevich/Davis nennen, eine hervorragende Gesamtaufnahme, die leider relativ wenig bekannt ist.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Lieber Theophilus,


    so sieht es aus - bei der Eingabe völlig normal - Willi hatte oben dasselbe Problem, wie man sieht! Die Software nutzt nicht die volle Breite aus und zaubert zwischen den Absätzen zusätzliche Leerzeilen:


    Dein Beispiel ist aber mit Willis Kauderwelsch nicht zu vergleichen. Außerdem kann ich aus dem Endergebnis nicht nachvollziehen, wie und wo etwas schiefgegangen ist. Solange man mir nicht ein Word-Original theophilus.at@gmail.com, mit dem ich ein Problem identifizieren kann, ist es für mich weiterhin einfach gekonnte Fehlbedienung...


    :hello:

  • Ich glaubte für mich den Fehler schon ausgemacht zu haben und hatte das auch schon erwähnt: aus irgend einem kühlen Grunde hatte ich den Editor-Modus geschaltet, als ich den Word-Text per Drag and Drop zu Tamino rüberzog. Daher mein "Kauderwelsch". In Posting Nr. 3 hatte ich wieder in Quellcode zurückgeschaltet, und schon stand der Beitrag wieder anstandsfrei da.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • aus irgend einem kühlen Grunde hatte ich den Editor-Modus geschaltet, als ich den Word-Text per Drag and Drop zu Tamino rüberzog. Daher mein "Kauderwelsch". In Posting Nr. 3 hatte ich wieder in Quellcode zurückgeschaltet, und schon stand der Beitrag wieder anstandsfrei da.


    Das ist allerdings eine heiße Spur. Es ist nun einmal so, das MS Word und Webbrowser völlig unterschiedliche und nicht kompatible Textformate verwenden. Daher ist Drag and Drop eine gefährliche Sache, da die Formatierungen mit übertragen werden. Das Kopieren über die Zwischenablage funktioniert vielleicht besser. Allerdings muss das noch nicht Holgers Probleme vollständig erklären.


    :hello:

  • Dann hat es wahrscheinlich beim Webbrowser zusätzliche Verwirrung gestiftet, dass ich den Zitattext zur besseren Kennzeichnung vorher in Word noch in "kursiv" umformatiert habe?


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Dann hat es wahrscheinlich beim Webbrowser zusätzliche Verwirrung gestiftet, dass ich den Zitattext zur besseren Kennzeichnung vorher in Word noch in "kursiv" umformatiert habe?

    Definitiv. Ich predige schon seit Jahren, dass man den Word-Text von Absätzen abgesehen nicht formatieren soll. Die Formatierung soll ausschließlich im Beitragseditor erfolgen.


    :hello:

  • Rubinstein und Leinsdorf (1967): wunderbar!



    Rubinstein mit Sinn für die melodische Linie, immer organisch rund, zugleich klassisch und Rubinstein-typisch herb und vital-frisch, dabei empfindsam ohne jemals zu verzärteln. Leinsdorf dirigiert sehr frisch und präzise, mit einem schön klingenden Boston SO. Diese Aufnahme hört man sich immer wieder gerne an!

    Schöne Grüße
    Holger


  • Spielzeiten: 13:55-9:06-6:02 -- 29:03 min.;


    Das, was ich schon in Posting Nr. 3 über Rubinsteins späte Einspielung unter Barenboim (1975) gesagt hatte, gilt um so mehr für seine mittlere, mir nun vorliegende Einspielung von 1967 unter Leinsdorf mit dem Boston Symphony Orchestra. Zwar bleiben die temporalen Binnenverhältnisse der einzelnen Sätze erhalten, doch geht es hier alles etwas schneller von der Hand. Kein Wunder, ist Rubinstein zum Zeitpunkt der Aufnahme erst 80!
    Darüberhinaus scheint mir sein Spel noch leichter, mozartinischer, und der Klang noch lucider als in der späteren Aufnahme. Wenn Beethoven bei der Überarbeitung seines Konzertes, als er schon in Wien weilte, Mozart im Ohr gehabt hatte, der ja gleich vier tonartgleiche Konzerte KV 238, KV 450, KV 456 und KV 595) komponiert hatte, so kann man dies bei dem Vortrag Rubinsteins deutlich hören, obwohl dies natürlich echter Beethoven ist, wie spätestens in der Kadenz zu hören ist:

    Zitat

    H. C. Robbins Landon: Im Konzert Nr. 2 spielt Arthur Rubinstein eine von Beethoven in seiner letzten Phase geschriebene Kadenz, die dem Stil der Hammerklaviersonate und anderen späten Klavierwerken verpflichtet ist. Es ist ein bewegendes Zeugnis von Beethovens Lieb zu seinen früheren Werken, dass er im Alter zu diesem Werk zurückkehrte und uns dafür diese brilliante Kadenz gab, typisch für seine Spätzeit in ihrer harmonischen und kontrapunktischen Komplexizität. Es ist zugleich bezeichnende für die kompromisslose Haltung des Komponisten, dass er keine Kadenz in seinem frühreren Stil schrieb, sondern seine reife Manier anwendete.
    Im Konzert Nr. 2 spielt Rubinstein die Kadenz nach der Busoni-Ausgabe, mit den folgenden Änderungen: In Takt 15 ist der einzelnen Note der linken hand ein Akkord unterlegt. In Takt 19 des Presto-Satzes ist die Stimme der linken Hand akkordisch ausgefüllt; in Takt 20 ist die Chromatik der rechten Hand in Terzen umgewandelt, mit zusätzlichen chromatischen Figuren in der linken Hand; bei der Wiederkehr von Tmpo I sind die ersten beiden Noten des Themas hinzugefügt. Im letzten Taskt der Triller setzte Rubinstein seine eigene Vorbereitung der Paukenfigur hinzu, die das Wiedereinsetzen des Orchesters signalisiert.


    Das sich anschließende Adagio spielt Rubinstein im Verein mit den großartigen, klanglich dunkel timbrierten Bostonern unter der vorzüglichen Stabführung von Erich Leisndorf ebenso brückend wie in seiner dritten Aufnahme, und das abschließende Rondo ist noch eine Spur schneller und leichter als in der späteren Aufnahme.
    Zum Abschluss auch hier die Spielzeitenvergleichen aller drei Aufnahmen:


    Rubinstein 1956: 13:34-9:26-5:49 -- 28:49 min.;
    Rubinstein 1967: 13:55-9:06-6:02 -- 29:03 min.;
    Rubinstein 1975: 14:54-9:43-6:25 -- 31:02 min.;


    Liebe Grüße


    Willi :thumbsup:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber Beethoven-Freunde,


    das 2. KK Beethovens lernte ich damals mit der Aufnahme William Kapells kennen und es begeisterte mich sofort. Ich empfinde es als kühnen frühen Wurf. Es vereint Eleganz, Energie und Lebensfreude.


    Folgende Aufnahmen besitze ich und habe sie nun hintereinander gehört:


    Artur Rubinstein, p
    Erich Leinsdorf, cond
    Boston Symphony Orchestra
    (RCA, ADD, 1967)


    Bernd Glemser, p
    Bruno Weil, cond
    Duisburger Philharmoniker
    (MDG, DDD, live, Duisburg, 2003)


    Boris Berezovsky, p
    Thomas Dausgaard, cond
    Swedish Chamber Orchestra
    (Simax, DDD, 1999)


    Claudio Arrau, p
    Alceo Galliera, cond
    Philharmonia Orchestra
    (EMI, AAD, 1958)


    Krystian Zimerman, p/cond
    Wiener Philharmoniker
    (DG, DDD, 1992)


    Martha Argerich, p
    Guiseppe Sinopoli, cond
    Philharmonia Orchestra
    (DG, DDD, 1985)


    Martin Stadtfeld, p
    Sebastian Weigle, cond
    Staatskapelle Dresden
    (Sony, DDD, 2008)


    Rudolf Buchbinder, p/cond
    Wiener Philharmoniker
    (Sony, DDD, live, Wien, 2013)


    Francois-René Duchable, p
    Yehudi Menuhin, cond
    Sinfonia Varsovia
    (EMI, DDD, 1999)


    William Kapell, p
    Vladimir Golschman, cond
    NBC Symphony Orchestra
    (RCA, AAD, 1946)


    IMO fällt eine Aufnahme deutlich im negativen Sinne heraus. Obwohl aufnahmetechnisch sehr gut, spielt Martin Stadtfeld mit viel Pedal und verwischt erheblich Figurationen. Akzente werden nicht gesetzt, was im Rondo sehr nachteilig ist ! IMO ist Stadtfeld ein solider Pianist, gehört aber nicht zur absoluten Weltklasse. Das interessanteste an dieser Einspielung ist die Verwendung einer eigenen Kadenz im ersten Satz, was sonst nur Duchable praktiziert. Daher bin ich durchaus froh, diese Aufnahme zu haben.


    Herausragend sind für mich die Aufnahmen mit Kapell, Rubinstein, Argerich, Duchable, Berezovsky und Glemser. Dabei verfolgen die Orchester HIP-Ansätze in der Glemser- und Berezovsky-Aufnahme. Duchable spielt eine eigene Kadenz im ersten Satz.


    LG, Siamak

  • Das 2. Beethoven-Klavierkonzert habe ich nur in wenigen Einspielungen, weil es mich ehrlich gesagt im Vergleich zu allen anderen nicht vom Hocker reißt. Es ist ja eigentich sein erstes und da bleibt er noch sehr in den mozartschen Traditionen verhaftet, wenngleich sicher auch schon etwas vom späteren Beethoven zu ahnen ist. Leider fehlt die Pauke. Am beachtlichsten ist wohl die große Kadenz am Ende des ersten Satzes. Ich habe nur Gulda/Stein, Till Fellner/Marriner und Buchbinder. Interessant ist, dass Buchbinder hier niemals bei den Favoriten genannt wird. Ich hab heute zum Vergleich Fellner und Buchbinder gehört, da kommt ersterer deutlich besser bei weg. Buchbinder fängt schon recht kraftlos an (Orchester), schließlich kommen alle in die Spur, aber im Ausdruck ist mir das insgesamt zu behäbig. Gulda ist hier schon genannt worden, habe ich aber lange nicht gehört. Und ich bin dankbar für Anregungen, was weitere Aufnahmen betrifft. Da werde ich noch mal zuschlagen.
    :hello:

  • Am beachtlichsten ist wohl die große Kadenz am Ende des ersten Satzes.

    Hallo timmiju,


    das liegt vermutlich daran, daß Beethoven die heutige gebräuchliche Kadenz erst 10 Jahre nach dem Konzert, nämlich 1808, nachkomponiert hat. Ein recht faszinierender "Stilbruch". Manche Pianisten, vornehmlich der Vergangenheit (z.B. Backhaus, Kempff), fügen eigene Kadenzen bei, die aber IMO nicht der Weisheit letzter Schluß sind.


    Natürlich ist gerade das 2. Konzert noch kein "echter Beethoven" im landläufigen Sinn, und trotzdem sollte man es nicht unterschätzen. "Es ist eines der am ungerechtesten beurteilten Werke Beethovens" (Glenn Gould).
    Deiner Aufforderung folgend, würde ich Dir vor allem folgende Versionen empfehlen:

    Leon Fleisher (Klavier), Cleveland Orchestra, Dirigent: George Szell (Aufnahme: CBS 1961, Stereo).

    Vladimir Aszkenazy (Klavier), Chicago Symphony Orchester, Dirigent: Georg Solti (Aufnahme: DECCA 1972).
    oder hier:
    Emil Gilels (Klavier), Cleveland Orchestra, Dirigent: George Szell (Aufnahme: EMI 1968).
    Alle drei Versionen sind bestens geeignet, Deine etwas despektierliche Meinung über das Konzert zu revidieren, zumindest infrage zu stellen.
    Die Fleisher/Szell-Aufnahme, das sei ausdrücklich gesagt, rauscht merklich, entschädigt aber voll durch die künstlerische Leistung, vor allem des Pianisten, obwohl Szells Anteil nicht unterschätzt werden sollte. Am meisten "querständig" scheinen mir Ashkenazy/Solti zu sein, die das Werk ganz aus der Sicht des späten Beethoven interpretieren und es dadurch gehörig aufwerten.


    LG, Nemorino

  • :hello: Ist ja wiedereinmal interessant, lieber nemorino, dass Du genau die 3 Aufnahmen als Empfehlung benennst, die ich auch gewählt hätte.
    :thumbup: Orchestral richtig Super und klangtechnisch Spitze ist die Ashkenazy/Solti-Aufnahme (Decca) - höre ich auch sehr gerne. Das ist die so ziemlich die KK-GA, die als Letzte den Weg in meine Sammlung gefunden hatte. Das kam bei Tamino daher, dass sich alle wunderten, dass ich diese als Solti-FAN noch nicht hatte/kannte !


    :!: Ich möchte aber noch als Vierte die Gilels-GA mit Masur hinzufügen, bei der die Orchesterbegleitung nicht "der Weissheit ketzter Schluss" ist, aber Emil Gilels macht das wieder wett - ganz tolle Kadenz zudem. Ich schätze allerdings den etwas "härteren" russischen Orchestersound. Dafür ist der brillante Klang aber besser als bei den Szell-Aufnahmen.


    Diese Klavierkonzerte und Sonaten mit Gilels wurden früher bei Brillant in einem :thumbup: Schuber aus 6 Einzel-CD´s ausgeliefert (so habe ich diese); heute offenbar preissparend als CD-Box:



    Emil Gilels / Staatliches SO der UDSSR Moskau / Kurt Masur
    Brillant, LIVE 1976, ADD



    :angel: Ich habe gerade das KK Nr.2 mit Gilels/Masur auf dem KH ... und bin wieder fastziniert :angel: .

  • s.o. Gould/Bernstein (leider klanglich nicht taufrisch), dito Kapell. In gutem Klang Kovacevich/Davis. Ich stimme übrigens nicht zu, dass das Stück kein "echter Beethoven" sei.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)