Mainstream verboten - Die alternativen Lieblings-Konzerte der Taminoaner 2014

  • Nach dem großen Erfolg unserer beiden bereits bestehenden Threads dieser Serie


    Mainstream verboten - Die alternativen Lieblings-Sinfonien der Taminoaner 2011
    und
    Mainstream verboten - Die alternativen Lieblings-Opern


    setzen wir das Thema mit ALTERNATIVEN Lieblings-Solo- Konzerten fort


    Lieblings-Konzerte, welche NICHT von den ganz großen TOP Ten, der klassischen Musik geschrieben wurden


    Versuchen wir zunächst alle Komponisten auszuschliessen, die im Sinne dieses Themas als "Mainstream" zu werten sind.
    Werke dieser Komponisten - sie würden alles andere erdrücken - sind hier von der Teilnahme ausgeschlossen.


    W.A. Mozart
    Ludwig van Beethoven
    Joseph Haydn
    Peter I. Tschaikowsky
    Felix Mendelssohn Bartholdy
    Robert Schumann
    Antonio Vivaldi


    Es wurde sicher der eine oder andere vergessen - aber die Grenzen sind ja fliessend


    Es sollen hier also jene Lieblingkonzerte genannt werden, welche ansonst von den "TITANEN" erdrückt oder verdrängt würden.
    Erlaubt sind 12 Solokonzerte - sie müssen NICHT in EINEM Beitrag nominiert werden , sondern dürfen auf mehrere Beiträge verteilt werden, wobei es zwar nicht Pflicht ist, aber gern gesehen würde, wenn eine kurze Vorstellung des Werke stattfünde - ein Link auf eine Referenzaufnahme wäre - so sie nicht schon ein anderes Mitglied gepostet hat - ebenfalls eine Bereicherung (ist aber nicht bindend vorgeschrieben)


    Auch wir setzen ein Limit. Pro Komponist dürfen HÖCHSTENS 4 Konzerte von einem Mitspieler nominiert werden - damit auch andere Komponisten zum Zug kommen.


    Viel Spaß wünscht Alfred
    Alfred

  • Ich denke, die Teilnehmer sollten da ihr eigenes Augenmaß walten lassen. Das zweite Klavierkonzert Tschaikowskys ist sicher kein Mainstream, die Violinkonzerte Haydns oder Mendelssohns für zwei Klaviere auch nicht, aber ich würde zB die Konzerte von Liszt, Chopin, Rachmaninoff, Brahms, Sibelius, Prokofieff alle "Mainstream" nennen.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Bevor es der Forenbetreiber tut, nenne ich schon mal das Violinkonzert von Franz Clement, das eine vollgültige Alternative zu dem deutlich überbeanspruchten von Beethoven darstellt und kürzlich von Rachel Barton Pine aus einem fast 200 Jahre dauernden Dornröschenschlaf erweckt wurde.


  • Das zweite Klavierkonzert Tschaikowskys ist sicher kein Mainstream


    Dann darf ich mir vorab schonmal erlauben dieses als eines meiner Nichtmainstream-Lieblings-KK zu nennen, denn ich stelle es für meinen Geschmack deutlich über den Reisser Nr.1:


    In der Aufnahme mit Gilels/Maazel (EMI) halte ich es für das Hammer-Konzert:



    EMI, ADD


    Man kann es auch als Einzel-Aufnahme bei EMI haben.

  • Ich nominiere gleich zwei Werke desselben Komponisten:



    Die Klavierkonzerte Nr. 2 und Nr. 3 von Franz Xaver Scharwenka sind zwar vom Bekanntheitsgrad her keine Schlachtrösser, aber sie sind komponierte 'Schlachtrösser'.Um im Bilde zu bleiben: Wer auf eine in Töne gesetzte Attacke der schweren Kavallerie steht, sollte hier zugreifen. Orchester und Klavier wogen und toben, schmelzen dann aber auch in zartesten Lyrismen dahin. Die Werke entstanden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, Scharwenka war ein im wilhelminischen Berlin hochgeehrter Mann, der aus dem in der damals preußischen Provinz Posen gelegenen Städtchen Samter stammte (OT: irgendwie gab's da mal so einen Spruch, der die absolute Provinzialität dieses Ortes auf's Korn nahm, irgend etwas mit 'Samter ... Verdammter'; Hab' ich's mal in einer Fontane-Verfilmung gehört? Ich weiß nicht mehr!).
    Es gibt insgesamt 4 Klavierkonzerte von ihm, die alle gehört zu werden verdienen, aber für mich nehmen die beiden hier aufgeführten Werke die Spitzenposition ein.


    Wenn jemand zum Kauf schreiten möchte :yes: , dann bitte nur zu der HYPERION-Aufnahme mit Seta Tanyel am Klavier (oben abgebildetes Cover) greifen. Vor Kurzem ist bei CHANDOS eine Neuaufnahme aller vier Konzerte unter Neeme Järvi erschienen - was hab' ich mich gefreut. Ich erwartete eine qualitativ mindestens ebenso hochwertige 'Ergänzungs-Interpretation'. Und wie bin ich enttäuscht worden. Der Pianist Alexander Markovich spielt, als sei er nicht mehr bei Sinnen gewesen. Er verhunzt mit seinem Gehämmer und Gedresche einfach alles. Ja, es sind wuchtige Werke, aber das heißt noch lange nicht, dass man einen grobschlächtigen sardischen Eisenbieger auf's Klavier loslassen darf. Aber auch Neeme Järvi, der sonst so viel Gespür dafür besitzt, gerade solches Randrepertoire wunderbar zum Klingen zu bringen, versagt hier; er lässt sein Litauisches Nationalorchester drauflos holzen, dass es einfach keinen Spaß mehr macht - um wievieles besser spielt da die NDR Radiophilharmonie aus Hannover in der HYPERION-Aufnahme.
    Die missratene CHANDOS-Einspielung poste ich hier nicht, damit nicht noch jemand diese aus Versehen bestellt!!


    Grüße
    Garaguly

  • :thumbup: Mein absolutes Lieblings-KK (egal ob Mainstream oder nicht), von dem ich ebenfalls zahlreiche Vergleichsaufnahmen habe, ist das Khachaturian - Klavierkonzert (1936).


    Meine erste Aufnahme auf CBS-LP hatte ich später für einen geschätzen Menschen als Geschenk gebraucht. Ich war der Meinung, dass ich diese Aufnahme dann auf CD erwerben könnte. Zu meiner Überraschung musste ich darauf ca zwei Jahrzehnte warten, denn SONY-Japan hat diese Aufnahme zu meiner grossen Freude dann erst 2012 mit gleichem Cover erst wieder auf CD herausgebracht:


    Entremont/Ozawa New Philharmonia Orchestra

    SONY-Japan, CBS 1971, ADD

  • Hier nun meine erste Nominierung: Ich möchte Euch mit seinem Klavierkonzert in C- Dur, welches er 1789 ursprünglich als Cellokonzert komponiert und später für das Pianoforte umgearbeitet hat, Ignaz Pleyel näherbringen. Das dreisätzige Werk ist klangschön und eingängig. in den Sätzen 1 und 3 perlend. stilistisch eher Haydn als Mozart nahestehend - und wenn ich ehrlich sein soll, erinnert es mich persönlich stellenweise eher an Clementi.....vor allem im quirligen Finalsatz (Rondo. Allegro)
    Für alle jene, die eine leichtes unterhaltendes Werk ohne tiefschürfenden Untergrund zu schätzen wissen.....
    Das Konzert befindet sich auf der abgebildeten CD auf den Tracks 4 -6.....

    mit freundlichen Grüßen aus Wien
    Alfred

  • :thumbup: Mein absolutes Lieblings-KK (egal ob Mainstream oder nicht), von dem ich ebenfalls zahlreiche Vergleichsaufnahmen habe, ist das Khachaturian - Klavierkonzert (1936).
    Entremont/Ozawa New Philharmonia Orchestra

    SONY-Japan, CBS 1971, ADD


    Diese Aufnahme gibt es mittlerweile auch in der gerade neu herausgebrachten Entremont-Box von SONY:




    Grüße
    Garaguly

  • Ein weiteres total unbekanntes KK stammt von Andrei Eshpai - Klavierkonzert Nr.2 (1972) hat es mir von Anfang an angetan. Ich wünsche solches Repertoire wäre in klanglich noch besseren Aufnahmen verfgügbar. Packende Rhythmen, voll geniessbares 20.Jhd - ein Hammerkonzert !


    Jewgenij Swetlanow hat es mit dem Komponisten am Klavier und dem Grossen SO der UDSSR Moskau am 18.September 1972 als Erster aus der taufe gehoben. Das KK Nr.2 findet sich auf dieser :hail: genialen CD mit dem Concerto Grosso - Concerto for Orchestra mit Solotrompete, Klavier, Vibraphon & Kontrabass (1966), dass ebenfalls zu den ganz grossen Würfen von Eshpai gehört:



    ALBANY, 1972, ADD


    :!: Eine weitere sehr gute Aufnahme des KK NR.2 liegt mit Krainew / Moskauer PH / Kitaenko (Russisan Disc, 1976, ADD) vor. Klar, dass sich die auch in meinem Bestand befindet, denn die oben gezeigte Aufnahme (nur das KK 2) mit dem Komponisten ist trotz 1972 in :pinch: Mono.




    Es schwirren schon weitere Konzerte in meinem Kopf rum, die demnächst folgen werden ...

  • Ich habe bereits an anderer Stelle auf zwei Klavierkonzerte hingewiesen, die nicht so bekannt sein dürften


    Zum einen das hochvirtuose Klavierkonzert f-moll op. 5 von Sigismund Thalberg.


    Zum anderen das Klavierkonzert Klavierkonzert a-moll "Highland" von Arthur Somervell (1863-1937)


    Über beide Werke habe ich versucht mich im Hyperion thread zu äußern: sie gehören mittlerweile zu meinem festen "Hörrepertoire".
    Mit bestem Gruß
    JLang

  • Das ist vielleicht ein guter Ort, um auf eine neue CD-Reihe bei Hyperion aufmerksam zu machen, von welcher im August die erste Folge erscheint:


    The Classical Piano Concerto


    http://www.hyperion-records.co.uk/dc.asp?dc=D_CDA68027&vw=dc


    Die erste Folge ist Jan Ladislav Dusík (auch bekannt als "Ladislaus Dussek") gewidmet. Für Alfred brechen glänzende, wenn auch teure, Zeiten an ;)


    Ich werde allerdings auch einiges aus der Reihe erwerben.

  • Ich denke, Alfreds Liste der gesperrten Komponisten ist nur so etwas wie die Spitze des Eisbergs. Zu den von Johannes genannten Komponisten würde ich noch Bartók und Ravel hinzufügen. Definitiv eher selten aufgenommen, und erst recht aufgeführt, sind die Klavierkonzerte von Martinu, wobei mir besonders das vierte, "Incantation" H. 358, sehr gut gefällt.


    Vom 4. KK habe ich zwei Aufnahmen, welche mir beide gut gefallen:



    Martinu zeichnet sich durch geschmeidigen melodischen Fluss und brilliante Instrumentierung aus. Ich sehe ihn sozusagen als Fortsetzer des Stils seines Lehrers Roussel.

  • Ich beginne aus Faulheit mal mit einem alten Favoriten, obwohl das Stück nicht allzu unbekannt ist, in der Tat vermutlich eines der drei oder vier bekanntesten Konzerte des Komponisten. Besonders das Finale ist außerordentlich mitreißend, vermutlich inspiriert von Volksmusik, die Telemann während seiner Stelle in Sorau (heute Zary, in der Lausitz) kenngelernt hatte.


    G. Ph. Telemann: Konzert f. Traversflöte, Blockflöte, Streicher und b.c.


    enthalten auf vielen Kompilationen mit Telemann-Konzerten, u.a. auch auf dieser tollen CD


    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Da Antonin Dvorak nicht ausgenommen ist (obwohl seine Konzerte schon Allgemeingut sind) würde ich gern in den Ring werfen:

    Klavierkonzert in g, Op. 33

    Hier hat es mir (komischerweise mal nicht tschechisch) Antoni Wit mit Jenö Jandó angetan



    Konzert für Cello und Orchester no2 in b, Op.104
    Klarer Favorite ist Vaclav Neumann mit Milos Sadló

    sowie, einfach weils schönes Cello-Spiel ist …



    Konzert für Violine und Orchester in a
    Hier geht bei mir nix ohne Joseph Suk und seine beiden Vaclavs, Ancerl und Neumann
    sowie

  • Das meinte ich mit Augenmaß. ;)


    Dvoraks Cellokonzert ist das beliebteste und bekannteste Konzert für dieses Instrument. Mehr Mainstream geht nicht.


    Aber sein Klavierkonzert kann man gelten lassen, denke ich. (Das Violinkonzert wäre für mich an der Grenze, aber eher auch zu mainstreamig.)

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hier nun meine Nr 2 dieses Threads:
    Von dieser abgebildeten CD möchte ich insbesondere auf jenes Klavierkonzert von Carolus Antonius Fodor (* 12. April 1768 in Venlo; † 22. Februar 1846 in Amsterdam) hinweisen, welches die Opuszahl 12 aufweist und eines von 8 Klavierkonzerten aus der Feder dieses Komponisten ist. Besonders gefällt mir hier der Finalsatz, ein Rondo alla turque, welches einerseits dem Geschmack der damaligen Zeit entspricht und andrerseits den Vergleich mit ähnlichen Kompositionen dieser Epoche ermöglicht....
    Leider habe ich wenig Hoffnung in diesem Leben noch weitere Klavierkonzerte dieses Komponisten zu hören - aber vielleicht geschieht ja ein Wunder.....
    Arthur Schoonderwoerd am historischen Flügel und sein Ensemble Christofori beigeistern mit einem Interpretationsansatz, der schon bei den Einspielungen der Beethoven Klavierkonzerte für Furore gesorgt hat....

    mit freundlichen Grüßen
    aus Wien
    Alfred

  • Eigentliche Konzerte hat Janacek nicht geschrieben, obwohl in allen Opern sehr ausgeprägte Violinsoli vorkommen. Das Violinkonzert wurde rekonstruiert, vor allem aus dem Material der Oper "Aus einem Totenhaus". Es ist mein liebstes Violinkonzert, weil es die größte emotionale Kraft aufweist. Allerdings liegt das auch daran, dass ich es immer mit dem Totenhaus verbinde.


    Ihr absolviert diese Stelle wie ein Intercity auf einer schwer zu nehmenden Weiche (mein verstorbener Chordirigent Johannes Glauber aus Essen)

  • Eines der virtuosesten, fetzigsten und überbordensten Klavierkonzertaufnahmen findet sich auf dieser SONY-CD mit Barbers Klavierkonzert op.38.


    1. Allegro appassionato
    2. Canzone: Moderato
    3. Allegro molto


    Das KK ist dem Pianisten John Browning gewidtmet, der es im September 1962 mit dem Boston SO unter Erich Leinsdorf uraufführte.
    Diese Aufnahme von Browning mit dem Cleveland Orchestra unter dem genialen George Szell ist an überbordender Wildheit (bes.im Finalsatz) nicht mehr zu übertreffen. :angel: Der Wahnsinn !


    Im hohen Alter hat Browning mit Slatkin (RCA) noch mal eine Aufnahme geliefert, die aber leider vollkommen uninteressant dagegen ist.



    SONY, 1964 (KK), ADD

  • Die von Felix in Beitrag 12 genannten Klavierkonzerte von Martinu sind natürlich auch höchst erwähneswert (wenn es denn Lieblings-KK sind).


    Mein Lieblingskonzert von Bohuslav Martinu ist das Doppelkonzert für 2Streichorchester, Klavier und Pauken (1938), dass für mich zu den besten Konzerten des 20.Jhd gehört. Packend von den ersten Takten an; tief athmophärisch, in keiner Passage auch nur der Ansatz von Langeweile.
    :hail: Ein grosses Konzert, das viel zu wenig gespielt wird und bekannt ist.


    Die Sätze: Spieldauer: 22-23Min.
    1. Poco Allegro
    2. Largo
    3. Allegro


    Meine Favoritrenaufnahme ist die Tschechische Herzblutaufnahme mit der Tschechischen PH unter Stanislav Macura (PANTON, 1979, AAD), die leider derzeit nicht verfügbar ist.


    Aber James Conlon mit dem Orchestre National de France macht auch "eine gute Figur":


    oder als Einzel-CD = -->
    ERATO, 1992, DDD

  • Sehr gern höre ich auch die beiden Klarinettenkonzert von C. M. von Weber

    Antoni Pay spielt das Soloinstrument und leitet das Orchestra of the Age of Enlightment.
    Das erste, in f-moll, wurde im Mai 1811 in München komponiert und ist sehr stark an Mozart orientiert (man meint förmlich, Mozarts Partitur war auf dem Arbeitstisch gelegen); das zweite, nur 3 Monate später geschrieben und in Es-Dur gesetzt, ist dagegen deutlich von Beethoven geprägt, ist aber schon ein echter Weber.


    Antony Pay spielt eine zeitgenössische Klarinette (Bassethorn?). Im Orchester spielen bekannte Namen wie Roy Goodman, Pavlo Beznoiuk, Catherine Weiss, Jan Schlapp, Liza Besnoiuk, Paul Goodwin und Timothy Brown.


    Herrliche Konzerte, herrliche Aufnahme ...
    :)

  • Dann will auch ich meine No 1 vorstellen:


    Louis Joseph Ferdinand Herold (1791-1833)
    Klavierkonzerte No 2-4


    Sinfonia Varsovia,
    Herve Niquet


    Jean-Frederic Neuburger, Piano


    Neben einer funkelnden Virtuosität zeigen die Werke echtes romantisches Gefühl – der Geist von Beet­hoven und Schubert ist nicht fern …

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Joaquin Rodrigo - Concierto para piano


    Da ich diese CD mal wieder laufen habe, möchte ich dies hier gern einbringen. Rodrigo komponierte 1942 sein Concierto Heroico für Klavier und Orchester, welches den römischen Ruinen in seiner Heimatstadt Sagunto gewidmet ist und die Zerstörung im Bürgerkrieg 1936 bis 1939 symbolisieren soll. Der Pianist der (späteren) Uraufführung Joaquin Achúcarro hat dieses Konzert überarbeitet, um ein besseres Gleichgewicht zwischen den Solostimmen und dem Orchester herzustellen. Seither heist es schlicht „Concierto para piano“. (Quelle: CD booklet)
    4 Sätze: Allegro con brio - Allegro molto ritmico - Largo - Allegro maestoso

    Bei Naxos* erschienen mit dem Pianisten Daniel Ligorio Ferrandiz und dem “Castile and Léon Symphony Orchestra“ unter Max Bragado Darman. Sicher kein epochemachendes Stück Klaviermusik und sicher kein Eliteorchester , aber dennoch spielen die m.E. ein mehr als ordentliches Konzert, welches beim Hören richtig Laune macht. Ein virtuoser Eingangssatz, ein mitreißendes Allegro molto ritmico (repeattastengefährdet), ein schmeichelndes Largo und ein launiger maestoso-Schlußsatz.
    Eine echte Empfehlung! Rodrigo ist mehr als Concierto de Aranjuez….


    *) alle Einspielungen von Rodrigo aus der Naxos Serie "spanish classics" sind durchaus empfehlenswert ... eigentlich die gesamte Serie.


    :)

  • Nachdem ich die Klavierkonzerte Nr. 2 und Nr. 3 von Scharwenka auf Platz 1 und 2 nominiert habe, folgt nun meine dritte Nennung:


    Das Klavierkonzert g-moll op. 49 von Jan Ladislav Dussek. Ein dramatisches, voran stürmendes Werk der Beethoven-Zeit (oder mehr historisch: der napoleonischen Ära), das stimmungsmäßig mit Beethovens drittem Klavierkonzert vergleichbar ist. Es handelt sich um ein Werk des Übergangs von der Klassik zur Romantik.


    Außer dieser nun über 20 Jahre alten Einspielung Andreas Staiers und des Concerto Köln ist mir keine weitere Aufnahme dieses Werkes geläufig, von daher kann ich nur diese eine hier empfehlen:


    So sah das Originalcover aus den frühen 90ern aus:


    So sieht die Neuausgabe unserer Tage aus:




    Grüße
    Garaguly

  • Rodrigo komponierte 1942 sein Concierto Heroico für Klavier und Orchester


    Hallo Thomas,
    Danke für den Hinweis. Der Thread soll ja andere Klassikhörer auf noch unbekannte und lohnende Konzerte aufmerksam machen.
    Hier voller Erfolg !
    Ich habe das Concierto heroico (1942) noch nie gehört, obwohl ich es in der Brillant - Rodrigo - Orchesterwerke - Box mit Jorge Federico Osorio / Royal PO / Batiz habe. Das liegt daran, dass die ganzen Gitarrenkonzerte (auch für mehrere Gitarren) in der Box doch nicht so interessant waren, wie ich es bei den Bekannten und Hörenswerteren empfunden habe. Zum Klavierkonzert in der Box bin ich dann seltsamerweise gar nicht mehr gekommen (oder habe gar nicht gelesen, dass das Soloinstrument Klavier ist).


    Ich war heute beim erstmaligen Hören auch positiv überrascht, dass Rodrigo doch deutlich über einige Langeweiler hinauskommt und ein wirklich solides KK mit positivem und fröhichem Grundcharakter KK komponiert hat. Die Bezeichnung "Heroico" finde ich etwas überzogen. Als Lieblingskonzert würde ich es jetzt nicht einstufen; aber es war eine wirklich lohnende Neuentdeckung für mich. Das RPO unter Batiz geben eine fetzige Vorstellung ab und werden von dem Pianisten brillant unterstützt (oder umgekehrt, wenn man es andersrum betrachten möchte).
    Ja, stimmt - Rodrigo ist mehr als Concierto de Aranjuez….


    Bei mir in dieser Brilli-4CD-Orchesterwerke-Box:

    RPO / Enrique Batiz
    Brillant, 1980-85, DDD

  • Guten Morgen Wolfgang,
    na das freut mich, dass ich Dir hier ein kleines Highlight aus Deiner Sammlung zugänglich machen konnte. Stimmt, dafür ist solch ein Thread (auch) da. Der Name Concerto Heroico ist sicher übertrieben (wennlgeich auch den Umständen seiner Entstehung zu verdanken) und vom Bearbeiter sinnvollerweise getilgt worden.


    Wie schon geschrieben, kann ich die (auf 8 CDs) angelegte Serie mit den Orchesterwerken Rodrigos aus der Naxos Serie "spanish classics" sehr empfehlen:
    1 Klavierkonzert
    2 Cellokonzerte
    1 Violinkonzert
    2 Flötenkonzerte
    2 Konzerte für Harfe und Orchester
    1 Konzert für Kastagnetten, Tamburin und Orchester sowie die "obligatorischen"
    5 Gitarrenkonzerte
    + ein paar größere und kleinere Orchesterwerke (8 - 40 Minuten)


    Es spielen rein spanische Orchester ...


    Orquestra de la Communidad de Madrid - José Ramón Encinar
    Orquestra Sinfónica de Castilla y Leon - Max Bragado Darman
    Orquestra Sinfónica del Principado de Asturias - Maximiano Valdés

    ... und die bieten - wengleich keine 'großen' Orchester - diese spanische Musik höchst entspannt, launig und so vollkommen frei von all den ausgereizten Ohrwurm-Auswüchsen dar - selbst die ausgelatschten Gitrarrenkonzerte sind goutierbar.


    Highly recommended!
    :)

  • Wieder mal eine interessante Umfrage, das dürfte doch nicht schwer fallen.
    Ich fange mal mit einem Konzert an, dann habe ich noch viel Zeit, mir weiteres zu überlegen und vor einer Veröffentlichung erstmal Probe zu hören.

    Ernst Wolfgang Korngold
    Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35

    Süffig im Ton, tiefromantisch in der Sache, mit Schmelz und Schimmer und sehr melodisch ist dieses Konzert, dessen Themen Korngold zum Teil seinen Filmmusiken entnahm. Vielleicht deswegen ist es nicht zum Standardwerk der großen Violinvirtuosen geworden, musikalisch jedenfalls hat Korngold hier was zu sagen. Und auch solistisch wird einiges abverlangt, besonders im Finale mit den raschen Triolen-Passagen.
    Mit besten Grüßen
    :hello:
    Manfred

  • Obwohl ich Probleme habe mit dem Thread-Thema, möchte ich mich auch beteiligen und zwar mit dem Klavierkonzert op. 39 von Ferruccio Busoni



    Obwohl es etliche Einspielungen gibt, bevorzuge ich die mit John Ogdon. Das Konzert sprengt alle Rahmen des Genres, allein durch seine Fünfsätzigkeit und den Männerchor am Schluss. Ich liebe den dunklen, schweren Klang in dem Stück, den Ogdon gut trifft. Wunderbar. :)


    Für mich ist das überhaupt kein alternatives Konzert abseits des "Mainstreams" sondern ein sehr zentrales Werk - wie übrigens die meisten der hier bisher genannten - das nur nicht genug bekannt geworden ist und selten aufgeführt wird. Ich weiß natürlich, was Alfred meint mit seiner Vorgabe. Er will abheben von dem, was er - in Anführungszeichen "Mainstream" nennt. Aber sind denn Mozart, Brahms oder Beethoven "Mainstream"? ?(


    Grüße zum Wochenende von Rheingold


    P.S. Ich werde wohl noch Jahre brauchen, um mich daran zu gewöhnen, dass da plötzlich Warner statt EMI auf dem Cover steht. :( Ich habe zum Glück noch die originale Ausgabe. :)