Schubert, Franz: Impromptus

  • Liebe Schubertianer,


    bevor sie ganz vergessen werden: Ein Thread über die Impromptus !


    Schubert komponierte zwei Zyklen à 4 Impromtus im Jahre 1827:


    I. Zyklus Opus 90 [D 899]


    Nr. 1 c-moll: Allegro molto moderato
    Nr. 2 Es-Dur: Allegro
    Nr. 3 Ges-Dur: Andante
    Nr. 4 As-Dur: Allegretto


    II. Zyklus Opus posth. 142 [D 935]


    Nr. 1 f-moll: Allegro moderato
    Nr. 2 As-Dur: Allegretto
    Nr. 3 B-Dur: Andante [Thema mit 5 Variationen]
    Nr. 4 f-moll: Allegro scherzando


    Aus Schuberts Nachlaß stammt ein weiterer, vermutlich unvollendeter Zyklus aus dem Jahre 1828. Schubert hat hier nur drei Impromptus fertiggestellt, ein viertes hatte er sicherlich in Planung gehabt:


    III. Zyklus D 946


    Nr. 1 Es-moll: Allegro assai
    Nr. 2 Es-Dur: Allegretto
    Nr. 3 C-Dur: Allegro


    Ein Impromptu hat grundsätzlich eine Feste musikalische Form, Schubert wählt die dreiteiligige verkürzte Rondoform: A - B - A. Nach dem Hauptteil (A) folgt ein Gegengewicht (B), darauf wieder der Hauptteil (A). Schubert weicht von dieser Form ein paar Mal ab:


    Zum einen im Impromptu aus dem zweiten Zyklus Nr. 3 in B-Dur, ein Thema mit 5 Variationen. Im III. Zyklus erweitert Schubert die einfache Form A-B-A in eine kleine Rondoform: Impromptus Nr. 1 aus dem III. Zyklus: Hier schiebt Schubert zwei Mittelteile ein, Form A-B-A-C-A, ebenso im 2. Werk dieser Reihe.


    Welches am Besten gefällt, ist schwer zu sagen.


    Für Einspielungsempfehlungen sind hier andere zuständig. In meinem Besitz finden sich jedoch die Interpretation der ersten beiden Zyklen durch Alfred Brendel:



    [mein Cover stammt noch aus der guten alten Zeit...]


    sowie Jenö Jando:



    Der III. Zyklus ist auf "Alfred Brendel spielt Schubert" bei mir in einer LP-Sammlung neben der Wanderer-Fantasie, den Moments musicaux und Einzelstücken enthalten.


    :hello:


    Ulli

  • ich habe von Brendel eine alte Platte (1969 VOX 3041) und von Perahia eine CD mit den ersten 2 Zyklen. Spiele aber einige auch gerne selbst.



    Von den beiden Aufnahmen gefällt mir Brendel deutlich besser (trotz eines unüberhörbaren Lagerfeuers während des Abspielens). Grade das schwerste Impromptu Op 142 (D 935) No.4 nimmt er in einem relativ fixen Tempo. Perahia spielt sie, finde ich zu zurückhaltend. Seine Aufnahme, die technisch sicherlich brilliant ist lässt die dynamischen Unterschiede ein wenig vermissen.


    Das Plattencover lässt sich leider nicht finden. Jedoch wurden sie wohl 1996 günstig auf CD veröffentlicht:



    Meine Lieblinge sind jeweils No.1 (grade Op. 90 (D 899)) u. No.4 wobei das Rosamunde-Impromptu (No.3 Op. 142 (D 935)) auch schön ist.


    Andere Interpreten:


  • Mein Favorit - tiefgründig und mit andächtigem Schönheitsempfinden: Radu Lupu (Decca / 1982)



    „Very rarely do the outstanding qualities of a pianist match perfectly the outstanding qualities of the compositions that pianist plays. When that does occur, the resulting performances seem to transform both the performer and the piece performed.
    The Romanian pianist Radu Lupu and the piano compositions of Franz Schubert share such a relationship, and nowhere is this more in evidence than in the Impromptus Op. 90 (D. 899) and Op. 142 (D. 935) that constitute this re-release of the 1982 recording. Lupu has long been a champion of this composer's works, and one need only listen to the Impromptu in G flat major one of the loveliest compositions in the piano literature to be won over to his cause. He spins out its otherworldly melody with a delicacy of touch and attention to tone that have no parallel in the many recordings of this piece.“ (ArkivMusic)


    Eine Kritik, der ich mich kommentarlos anschließe.


    Gruß, Cosima

  • Hallo!


    Ich höre die Impromptus von Schubert immer wieder gerne, selten aber im Zyklus, meist einzeln.
    Ganz hervorragend finde ich das feine, subtile Spiel von Andras Schiff:



    Mal überlegen... ein Lieblings-Impromptu... kann ich spontan gar nicht sagen, vielleicht Nr.1 aus D 935 oder Nr.2 aus D 946...


    Viele Grüße,
    Pius.


  • Diese VoxBox lohnt sich auf jeden Fall, wenn Ihr sie findet! (Brendel war oft besser auf diesen frühen Vox-Aufnahmen als später)
    Schätze die Impromptus höher als die meisten Sonaten, mag sie alle sehr gern.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Der erste Zyklus gefällt mir bislang besser als der zweite, vor allem D 899/3, welches in einem wunderschönen Film von Bertrand Blier vorkommt (Trop belle pour toi, kann ich wärmstens empfehlen).


    Ich habe als GA:
    Brendel auf Philips
    Fischer auf Pearl
    Kempff auf DG
    Zimerman auf DG
    Uchida auf Philips
    Schnabel auf EMI


    Dazu Rubinstein mit D 899/3 und 4, sowie Lipatti mit D 899/2 und 3.


    Mich beeindruckt vor allem Lipatti, der die der beiden Stücke hervorragend interpretiert (obwohl der Klang der EMI-Box zu wünschen übrig läßt). Schnabel und Brendel habe ich schon länger nicht mehr gehört, ich kann daher nicht viel sagen. Wem nicht nur an einer guten Interpretation , sondern auch an moderner Klangtechnik liegt, ist mit Zimerman sehr gut bedient.

  • Salut,


    also ich glaube mittlerweile, dass mir der III. - nicht fertiggestellte - Zyklus noch am besten gefällt. Vielleicht, weil sie nicht so "abgelutscht" und eher unbekannt sind... auch etwas geheimnisvoller, wie ich finde.


    Beste Grüße
    Ulli

  • Hallo ihr lieben Klassikerfahrenen,


    ich baue auf eure Hilfe. Ich bin sehr begeistert vom Impromptu in G interpretiert von Dinu Lipatti :jubel:. In Sachen Schubert bin ich noch ein totaler Noob ?( und würde daher gerne wissen, ob ihr noch weitere Schnittmengen zwischen Schuberts Klavierwerk und großartigen Pianisten kennt, die meinem Geschmack entsprechen könnten.

  • Zitat

    Original von SMOB
    Hallo ihr lieben Klassikerfahrenen,


    ich baue auf eure Hilfe. Ich bin sehr begeistert vom Impromptu in G interpretiert von Dinu Lipatti :jubel:. In Sachen Schubert bin ich noch ein totaler Noob ?( und würde daher gerne wissen, ob ihr noch weitere Schnittmengen zwischen Schubert's Klavierwerk und großartigen Pianisten kennt, die meinem Geschmack entsprechen könnten.


    Lieber SMOB,


    Deine Begeisterung für Lipatti kann ich sehr gut nachvollziehen- aber soweit ich weiß hat Lipatti sonst keine weitern Schubert Einspielungen gemacht.


    Herzliche Grüße,


    Christian

  • Ja, leider. Von Bach und Mozart hat er auch nur sehr sehr wenig eingespielt. Was würde ich für seine Goldbergvariationen geben oder die Kunst der Fuge :( :( :( :(. Den ersten Satz der a-moll Sonate von Mozart ist auch so gigantisch. Ich muss da immer mitsummen. Aber wahrscheinlich gibt es noch mehr gelungene Einspielungen von anderen Interpreten, die bestimmt Lipatti's Aufnahme nur wenig nachstehen, oder?

  • Zitat von 'SMOB#

    Aber wahrscheinlich gibt es noch mehr gelungene Einspielungen von anderen Interpreten, die bestimmt Lipatti's Aufnahme nur wenig nachstehen, oder?


    Mit Sicherheit, aber da können Dir unsere Schubertspezialisten sicher weiterhelfen. Probier´s doch mal mit Schiff oder Kempff.


    Herzliche Grüße,


    Christian

  • Schiffs Mozart und Bach finde ich eher langweilig. Aber vielleicht wird mir sein Schubert ja besser gefallen. Von Kempff kenn ich noch gar nichts :O

  • Zitat von SMOB

    Von Kempff kenn ich noch gar nichts :O


    Was für eine Bildungslücke .....:baeh01: (Ist natürlich nicht ganz ernst gemeint .....)



    Herzliche Grüße,


    Christian

  • Ist doch eigentlich schön. Also habe ich noch viel zu entdecken und kann also noch lange nicht sagen: Ich habe fertig. :D (So grammatikalisch falsch würde ich es aber sowieso erst mit 83 als Demenzkranker sagen/Aber ihr wisst ja was ich meine)

  • Hi SMOB,


    also bei Kempff kannst du ruhig auf Entdeckungsreise gehen. Das lohnt sich schon (sein Schubert ist aber mehr auf der hellen, romantischen Seite; ohne Wertung, nur zur Information).


    Wenn du Schiff bei Mozart und Bach eher langweilig findest, wird sich das, wie ich fürchte, bei Schubert nicht viel ändern. Also zuerst hineinhören, dann erst kaufen!

  • Zitat von SMOB

    Hallo ihr lieben Klassikerfahrenen,


    ich baue auf eure Hilfe. Ich bin sehr begeistert vom Impromptu in G interpretiert von Dinu Lipatti :jubel:.


    Salut,


    um Deine Begeisterung teilen zu können, interessiert mich, wo er das Impromptu ausgegraben hat? Handelt es sich um ein opus posthumus???


    Gerne verweise ich auf diesen Thread hier:


    --> Schubert, Franz: Impromptus


    Liebe Grüße
    Ulli

  • Ähm, wie peinlich. Lesen sollte man schon können :O. Ich meine das Ges-dur Impromptu D.899 No.3. Vielleicht sollte ich den Themennamen ändern. Danke Ulli. Schubert ist also nicht für mich aus dem Grab gestiegen :P.

  • Zitat von SMOB

    Ähm, wie peinlich. Lesen sollte man schon können :O. Ich meine das Ges-dur Impromptu D.899 No.3. Vielleicht sollte ich den Themennamen ändern. Danke Ulli. Schubert ist also nicht für mich aus dem Grab gestiegen :P.


    Salut,


    ich hab mir schon selbst auf die Schultern geklopft, Danke. Mich wundert nur, dass es sonst niemand von den fleissigen Tipgebern bemerkt hat... :stumm:


    Wobei ja gerade das Ges-Dur-Impromptu durchaus mal in G-Dur gespielt wird, weil es angeblich einfacher ist. Davon halte ich wenig.


    Ich plädiere für ein Zusammenlegen der Threads, oder? [so flott geht das also...]
    :hello:


    Ulli

  • Zitat von SMOB

    Hallo ihr lieben Klassikerfahrenen,


    ich baue auf eure Hilfe und würde daher gerne wissen, ob ihr noch weitere Schnittmengen zwischen Schuberts Klavierwerk und großartigen Pianisten kennt, die meinem Geschmack entsprechen könnten.


    das ist mir jetzt etwas zu allgemein. (schau mal in die anderen schubert-threads...)


    aber was die d899er betrifft, rate ich sehr zu gulda (friedrich).


    d946 haben mir unlängst von nikolaus lahusen ausgesprochen zugesagt (ich mag das zögern und innehalten...)


    für d935 habe ich für mich noch keine überzeugende interpretation gefunden.


    :hello: aus schuberttown

  • Hallo zusammen,


    ich bin auch ein großer Fan der Schubert Impromptus und welch ein Zufall ich spiele sie sogar selbst, besonders haben es mir D935 Nr.1 und Nr.4. Vor allem das letzte dieses Zyklus ist ein wunderbares Stück, das riesige Freude bereitet, es ist auch das Stück welches ich als nächstes üben werde.
    Ich besitze lediglich die Aufnahme mit Brendel der beiden Zyklen und den dritten Zyklus D946 auch mit ihm, herrliche Aufnahmen sehr differenziertes und leidenschaftliches Spiel, es macht wirklich Spaß ihm zuzuhören.

  • Seb Dann weiß ich ja schon ein schönes Weihnachtsgeschenk...
    Und es lässt ja auch hoffen, wenn du schreibst, dass es dir die NR. 1+4 so angetan haben, und ich 2+3 erst kenne, und diese schon (besonders Nr.2) so toll finde. :D


    ps: Wie schwer sind die Impromtus eigentlich zu spielen?

  • SMOB, du verunsicherst mich gerade ein wenig... das Ges-Dur Impromptus ist im ersten Zyklus und zwar No.3 (D899 - Opus finde ich bei Schubert häufig verwirrend)


    Die bekanntesten sind denke ich mal D899 No. 3 und 4 - das berühmte As-Dur-Impromptus (mir gefällt ja besonders der Mittelteil) und D 935 No. 3 das Rosamunde-Impromptus... mir gefallen ja D899 No. 1 & 4 und D935 No. 3 (Variationen 3-5) & 4


    Wirklich schwierig sind die Impromptus nicht (die ersten 2 Zyklen, die ich nur habe jedenfalls nicht). Meine Lieblinge sind ja jeweils No. 1 u. 4. Ein geübter Klavierspieler wird nicht lange daran üben brauchen. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass sie als Konzertliteratur für viele deutlich zu leicht ist... das stimmt nur zu einem gewissem Grad - so haben einige Pianisten ja bewiesen wie herrlich makellos man sie spielen kann.


    @obsi für D 935 könnte ich für fans von recht flotten Tempi Brendels Vox-Aufnahme empfehlen.


    Fans des Impromptus No. 4 D 935 sollten mal in das f-moll (No. 3 - es gibt 2 in f-moll) Moment Musicaux reinhören. Es ist auch das bekannteste Moment Musicaux - glaube ich.

  • Stimm die f-moll moment musicaux sind wirklich sehr schön, es war ja ein sehr beliebtes Zugabenstück von Horowitz. Und schwer sind die Impromptus wirklich nicht besonders, man kann sie in einigen Wochen einüben.

  • Hallo,


    beim geplanten Kauf von Schuberts Impromptus und Moments Musicaux schwanke ich zwischen diesen beiden Aufnahmen:



    Vorteil der Brendel-Aufnahme: Da habe ich alles zusammen.


    Vorteil der Lupu-Aufnahme: Ich brauche endlich mal eine von ihm.


    Beide scheinen gut zu sein.


    Wenn ich Lupu nehme (nur Impromptus), wie komme ich dann an die Moments Musicaux?


    Ich möchte, wenn's geht, nicht allzu viel doppelt haben, weil ich es eh nicht schaffe, meine bestehenden Aufnahmen auch nur innerhalb von 3 Jahren komplett zu hören. Die Schubert-Klaviersonaten habe ich bereits komplett (Kempff).


    Was haltet ihr von den beiden CDs? Welche Kombination würdet ihr ansonsten empfehlen?



    Thomas Deck

  • Thomas,


    von der Decca gibt diese schöne Doppel-CD mit Andras Schiff



    Eine gute Alternative zu Brendel (den ich auch habe). Lupu kenne ich nicht. Aber die Impromptu sind oft allein auf einer CD, zB von Uchida oder Zimerman. Die MM sind dagegen immer mit anderen Stücken gekoppelt, um die eine oder andere Doublette wirst Du da wohl nicht herumkommen.


    Vorschlag:



    oder





    Diese hier kann ich übrigens auch empfehlen:


  • Auf die Gefahr hin jetzt von den Schubert-Kennern gesteinigt zu werden- ich muss etwas beichten: Die drei Klavierstücke D 946 waren mir bis dato völlig entgangen, ich war zunächst auch reichlich erstaunt, hier im Klavierforum noch keinen Thread dazu vorzufinden- bis ich bei den Impromptus fündig geworden bin.


    Kennengelernt habe ich die Stücke eigentlich eher zufällig:


    Auf einer Aufnahme mit D 960 spielt der leider zu früh verstorbene Nikolas Lahusen D 946 auf einem Hammerflügel von Walther Graf aus dem Jahr 1835:



    Einige Tage später fiel mir dann Javier Perianes neue Aufnahme in die Hände. Hier ist D 946 mit den Impromptus D 899 kombiniert:



    Welche Aufnahme mich mehr überzeugt hat? Bei Lahusen kommt das Abgründige und Schroffe mehr heraus- man hört die Nähe zu den letzten drei Sonaten. Das reizt mich im Augenblick mehr. Auf dem modernen Flügel wirken die Stücke allesamt glatter - auch wenn Perianes keineswegs nur auf´s Schönspielen bedacht ist.


    Was mich an den drei Stücken so fasziniert? Vielleicht liegt es zum Teil daran; (Ulli hat das ja weiter oben erwähnt) Man kennt diese Stücke wohl einfach weniger, sie sind "unverbauchter" als die übrigen Impromptus?


    Herzliche Grüße,:hello::hello:


    Christian

  • Zitat

    Original von Caesar73
    (Ullui hat das ja weiter oben erwähnt)


    Ullui hört sie in dieser Einspielung [wenn er sich nicht gerade selbst die Finger verbiegt]:



    ...und will nix andres mehr.


    Mit dabei ist auch die "Reliquie" D 840 [2 Sätze]. Unbedingt Hörenswert!


    :hello:


    Ulli

  • Zitat von Maexl

    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass sie als Konzertliteratur für viele deutlich zu leicht ist... das stimmt nur zu einem gewissem Grad - so haben einige Pianisten ja bewiesen wie herrlich makellos man sie spielen kann.


    Das ist ein gewisses Manko des Konzertbetriebes. Manche Zuhörer gehen in dem Bedürfnis, vor lauter "oh" und "ah" ob einer technischen Virtuosität auf den Hintern fallen zu können, in ein Konzert. Dem wird dann auch teilweise durch die Programmwahl Rechnung getragen.
    Mit einer Liebe zur Musik hat das überhaupt nichts mehr zu tun. Aber natürlich gefällt mir auch der chinesische Nationalzirkus.


    Ich habe seit meinem 18. Lebensjahre nur ungefähr sechs Klavierstunden bekommen. Alle waren unbezahlt und quasi Freundschaftsdienste der entsprechenden Pianisten. In einer dieser sechs Stunden gingen 20 Minuten allein auf den ersten Akkord des g-moll Impromptus drauf. Es handelt sich da um leere Oktaven, links und rechts. Allein das Klangverhältnis der vier verschiedenen Töne richtig hinzubekommen, kann schon schwieriger sein als eine Seite Chopin-Etude. Die wirklich guten Pianisten stellen sich im Konzert auch auf die Klangverhältnisse und den Flügel ein. Dann beginnt der Flügel zu singen und die Künstler haben meine höchste Achtung.


    Einfach runterspielen ist tatsächlich leicht.


    Aber ich behaupte einmal: Schubert ist nirgendwo "leicht" zu spielen.



    liebe Grüße, Hans