Thielemann zerstört den romantischen Geist des "Freischütz"


  • Künstler: Adrian Eröd, Albert Dohmen, Christina Landshamer, Andreas Bauer, Georg Zeppenfeld, Sächsischer Staatsopernchor Dresden, Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann
    Label: CMajor, 2015


    Um es gleich vorwegzunehmen: Thielemann ist weit entfernt von der romantisch-stürmisch-drängerisch-aufwühlenden Deutung eines Carlos Kleiber, aber ebenso von der herrlich romantischen Prägung durch Joseph Keilberth. Selbst die Interpretation durch Daniel Harding hat mehr zu bieten als jeder Duktus Thielemannscher Eindimensionalität.


    Schon das Zusammenspiel von Dirigent und Orchester bei der Ouvertüre ist ein vorzügliches filmisches Dokument eines vorgeführten Missverständnisses: Thielemann lässt das Orchester wieder wenig Raum zum Atmen, die Ruhemomente als Stimmungsvorgaben Webers gehen völlig daneben. Man kann richtig spüren, wie einige Orchestermitglieder gegen die erdrückende Handhabe Thielemanns rebellierten. Und der ist am Ende der Ouvertüre völlig platt und entnervt. Thielemann-Claqueure können sich nicht entblöden, dies ganze noch zu beklatschen!


    Bezeichnend wie er im 1. Akt (Terzett mit Chor) beim "Lasst lustig die Hörner erschallen!" die Hörner fast völlig unhörbar wegretuschiert. Die herrliche Szene der Agathe im 2. Akt wird durch Thielemann jeglicher Stimmungsschwankungen beraubt und durch eine balladenartige Verfremdung ersetzt. Meines Wissens gehört der große Akkord nach Schlag 1 der Uhr in der Wolfsschlucht und nicht davor! Der Entre'akt wird an anderer Stelle gespielt! Der herrliche Jägerchor wird von Thielemann durchgepeitscht nach dem Motto: Lasst ihn schnell hinter uns bringen...


    Insgesamt kracht es im Orchestergraben, wilde Staksereien und Poltereien sind zu vernehmen - nur hat das mit der breit gefächerten Orchesterklangkultur in der Partitur eines Carl Maria von Weber nichts zu tun.


    Fazit: Thielemann hat den Freischütz um seine romantischen Züge beraubt!


    :hello: LT

  • Ich habe den Freischütz unter Kleiber, Keilberth, auch unter Jochum und Harnoncourt (mit dem porachtvollen Matti Salminen), und war jetzt sehr erstaunt über dein Urteil des Thielemannschen Freischütz. Kann es denn sein, dass der gleiche Dirigent die beiden romantischen Opern schlechthin (Freischütz und Hänsel und Gretel) so unterschiedlich dirigiert?
    Ich habe mal bei Amazon nachgeschaut, und die Rezensionen dort fielen etwas anders aus. Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mich selbst davon zu überzeugen, denn ich will deine Beurteilung vorher keineswegs in Abrede stellen. Du hast ja nichts von der Regie (Axel Köhler) gesagt. Wie hat dir denn der Aspekt gefallen?


    Liebe Grüße


    Willi

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • und war jetzt sehr erstaunt über dein Urteil des Thielemannschen Freischütz.


    Ich bin über dieses Urteil (samt reißerischem Rubrik-Titel) überhaupt nicht erstaunt: "Liebestraum" hasst Thielemann wie die Pest, das hat er hier in Dutzenden Beiträgen schon zum Ausdruck gebracht. Hast du unter diesen Umständen ernsthaft auch nur so etwas ähnliches wie ein auch nur annähernd objektives Urteil erwartet?
    Warum "Liebestraum" sich die Aufnahme, deren Dirigenten er so sehr hasst, trotzdem angehört hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben, vielleicht eine masochistische Ader...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

  • Zunächst bin ich ein Weber-Fan durch und durch. Damit musste dieser "Freischütz" auch sein. Dass ich als Weber-Enthusiast selbstverständlich den "Freischütz" im Ohr habe ist somit klar.


    Auch wenn ich insgesamt nicht so gut auf Thielemann zu sprechen bin, hängt das mit seinen Werkauffassungen zusammen. Dennoch gebe ich ihm auch immer wieder eine Chance - auf seinen "Freischütz" war ich sehr gespannt, gerade wegen der positiven Resonanz (obwohl es auch negative Kritiken hinsichtlich Thielemanns gab!).


    Mir ging es in meinem Beitrag vorrangig darum, die musikalische Umsetzung durch das Orchester samt Dirigenten in den Mittelpunkt zu stellen, weil ich darüber eben nicht sehr angetan bin.



    :hello: LT

  • Zunächst bin ich ein Weber-Fan durch und durch.

    Das mag ja sein,aber du bist auch Thielemann-Hasser durch und durch und widmest dich dieser Antipathie hier ebenso stark wie deiner Liebe zu Weber. Wenn ich hier im Forum bei erweiterter Suche "Weber" und Autor "Liebestraum" eingebe, komme ich auf 108 Suchergebnisse, wenn ich "Thielemann" und Autor "Liebestraum" eingebe, komme ich auf 106 Ergebnisse. Es ist zumindest ungewöhnlich, dass sich jemand öffentlich seinen negativen Leidenschaften genauso ausführlich widmet wie seinen positiven.



    Auch wenn ich insgesamt nicht so gut auf Thielemann zu sprechen bin, hängt das mit seinen Werkauffassungen zusammen. Dennoch gebe ich ihm auch immer wieder eine Chance

    Ehrlich gesagt glaube ich dir das nicht - und niemand, der deine Thielemann-Beiträge hier nochmal Revue passieren lässt, wird dir das ernsthaft glauben:


    http://www.tamino-klassikforum…8273&highlight=Thielemann


    Wenn jemand Thielemann als Künstler und Menschen so sehr hasst, wie aus deinen vielen Beiträgen so klar zum Ausdruck kommt, warum beschäftigt sich derjenige dann so intensiv mit diesem Künstler, anstatt ihn zu ignorieren und links liegen zu lassen?
    Nein, das MUSS mehr dahinter stecken...


    Ein besonders "schönes" Beispiel für deine "faire" Auseinandersetzung mit Thielemann ist übrigens dieses hier:


    SIMON RATTLE verläßt die Berliner Philharmoniker


    Leider ließen sich viele weitere ähnliche Beispiele verlinken.



    Mir ging es in meinem Beitrag vorrangig darum, die musikalische Umsetzung durch das Orchester samt Dirigenten in den Mittelpunkt zu stellen, weil ich darüber eben nicht sehr angetan bin.

    Wenn es dir wirklich "vorrangig" darum gegangen wäre, hättest du einen anderen, sachlicheren, differenzierteren Stil wählen sollen - der von dir gewählte Stil (beginnend mit der Überschrift dieser Rubrik und übrigens auch die Wortwahl deiner anderen Thielemann-Beiträge) verrät mir, dass es dir darum nicht "vorrangig" geht. :no:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Lieber Liebestraum,


    als erfahrenes Mobbingopfer kann ich Dir nur Eines raten: gib allen Recht und sage nie, was Du denkst. Oder besser, lass das Denken überhaupt sein.
    Wen interessiert schon das Tempo des Jägerchores, ehe wir wissen, was die Kritiker des Mainstreams darüber zu sagen haben?


    Gott sei Dank habe ich selbst nun eingesehen, wie töricht das eigenverliebte Beharren auf eine eigene Meinung ist und um wieviel besser es sich leben lässt, auf diese zu verzichten.


    Du hast noch viel zu lernen.

  • Bezeichnend wie er im 1. Akt (Terzett mit Chor) beim "Lasst lustig die Hörner erschallen!" die Hörner fast völlig unhörbar wegretuschiert. Die herrliche Szene der Agathe im 2. Akt wird durch Thielemann jeglicher Stimmungsschwankungen beraubt und durch eine balladenartige Verfremdung ersetzt. Meines Wissens gehört der große Akkord nach Schlag 1 der Uhr in der Wolfsschlucht und nicht davor! Der Entre'akt wird an anderer Stelle gespielt! Der herrliche Jägerchor wird von Thielemann durchgepeitscht nach dem Motto: Lasst ihn schnell hinter uns bringen...


    Insgesamt kracht es im Orchestergraben, wilde Staksereien und Poltereien sind zu vernehmen - nur hat das mit der breit gefächerten Orchesterklangkultur in der Partitur eines Carl Maria von Weber nichts zu tun.

    @ Liebestraum und Stimmenliebhaber :hello:


    Das ist für mich eine durchaus sachliche, argumentierende Kritik, die ich - ganz ohne Wertung - erst einmal nachvollziehen kann. Um das wirklich zu diskutieren, bräuchten wir aber eine gemeinsame Basis, sprich z.B. so etwas wie Youtube-Videos.


    Thielemann ist wie ich das sehe von der Musizierhaltung her durch und durch ein Wagnerianer (wobei Wagner natürlich auch "Romantik" ist ;) ), und es könnte natürlich sein, dass er Weber allzu sehr im Wagnerischen Geiste dirigiert, was durchaus mitreißend sein kann, aber ästhetisch dann doch problematisch. Das wäre aber eine komplizierte ästhetische Diskussion auf hohem Niveau, wozu man wie gesagt das entsprechende Diskussionsmaterial brauchte. Ohne das bleibt so eine Kritik eine Bewertung, die man letztlich nur zur Kenntnis nehmen aber nicht durch eigene Anschauung nachprüfen kann.


    Schöne Grüße
    Holger

  • Das ist für mich eine durchaus sachliche, argumentierende Kritik


    Schon die Überschrift ist so reißerisch, dass danach eigentlich nichts wirklich "Sachliches" mehr nachfolgen kann.


    "Thielemann zerstört den romantischen Geist des "Freischütz"


    In einer Regie-Theater-Diskussion hättest du dich gegenüber einer solchen Pauschalverurteilung verwahrt, weil ein Regisseur nicht den Geist eines Werkes zerstören könne, sondern ihm höchstens in seiner Aufführung(!) nicht gerecht werden.


    Hier aber hat "Thielemann", der für alle Übel unserer musikalischen Welt die alleine Schuld zu tragen scheint, mal wieder zerstört...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Gefunden habe ich erst einmal ein Interview hierzu:


    8Ozp__SYwXs


    Soll ich noch Worte über die Qualität des Fragers finden? Besser nicht.....nun ja, das Wort "unterirdisch" beschreibt es vielleicht dann doch kurz und prägnant.
    Ich staune über die Geduld des Dirigenten, finde aber gut, dass er sich nicht scheut, dem Herrn auch zu widersprechen.


    Hier noch ein Teaser, leider nicht besonders aussagekräftig:


    zfs-xyxKfPE


    Die grundsätzliche Meinung des TE zu Thielemann (übrigens auch in ähnlicher Form zu Harnoncourt) ist dem Forum mehr als hinreichend bekannt.
    Ich teile diese Auffassungen in beiden Fällen nicht und bin auch kein großer Freund eines solchen Stils, selbst wenn zwischendurch auch Argumente zu lesen sind.
    Wenn man sich heute auf Facebook die Kommentarfelder von großen Fernsehsendern oder Zeitungen ansieht, dann muss man ggf. zugeben, dass es hier eine gewisse Anlehnung an den aktuellen Debattenstil im Internet geben mag.


    Ob damit jedoch wirklich eine begrüßenswerte Entwicklung für unsere Art des Diskurses einhergeht, sei dahingestellt.


    Gruß
    Glockenton

  • Lieber Glockenton,


    das Interview habe ich nach 26 Sekunden abgegestellt :D , die Ouvertüre hätte ich gerne ganz gehört und gesehen, der "Teaser" hat allerdings schon ausgereicht, um die Einlassungen LT's zumindest mit dicken Fragezeichen zu versehen. Ich habe mir die Aufnahme nun bestellt..
    liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Soll ich noch Worte über die Qualität des Fragers finden? Besser nicht.....nun ja, das Wort "unterirdisch" beschreibt es vielleicht dann doch kurz und prägnant.
    Ich staune über die Geduld des Dirigenten, finde aber gut, dass er sich nicht scheut, dem Herrn auch zu widersprechen.


    Lieber Glockenton,


    ich fand das Gespräch eigentlich ganz humorvoll - und Thielemann hat das ja auch nicht bierernst genommen. Hinter dieser etwas kecken und jungburschenhaften Frage des Journalisten steckt natürlich, dass wir uns heute von der ganz naiven romantischen Volksliedbegeisterung doch etwas entfernt haben. Was - wenn wir wirklich ernst werden würden - auch eine Wirkung des Nationalsozialismus ist, wo das Volkslied zum Ausdruck des Völkischen mißbraucht wurde. Als literaturwissenschaftlich Gebildete wissen wir natürlich, das romantische Volkslied ist nur auf den ersten Blick einfach, auf den zweiten dagegen hoch artifiziell - es ging um die Schaffung eines Volksliedidioms zur nationalen Identifizierung. Dazu kommt noch die Wirkung von Rousseau - die ganze Kulturkritik, die Rückkehr zum Schlichten als dem Ungekünstelten. Das alles ist mit Schiller gesprochen sehr "sentimentalisch", Ausdruck von Sehnsucht, ein verlorenes Paradies wiederzugewinnen. Dass diese Sehnsucht nach dem Einfachen manchmal wirklich in Trivialität umschlägt, hat nun einer entdeckt, der diese Sehnsucht selber in sich hatte, nämlich Gustav Mahler, wenn er dieses Volksliedidiom bisweilen kräftig ironisiert: "Wer hat denn dies Liedlein erdacht, es haben die Gänslein... "Der Text ist im Grunde ziemlich albern und der Inhalt schlichter Nonsens. Da ist dann vom Volkslied nur noch das Volksliedidiom (der "Volksliedton") übrig und der Inhalt sozusagen ohne jede Relevanz. Das kann ich natürlich, wenn ich heute ein solches Weber-Stück höre, alles im Hinterkopf haben. Der sehr kurze Ausschnitt mit Thielemann hat mir eigentlich hervorragend gefallen - weil er das völlig unkitschig und unpompös dirigiert, die "symphonische Entwicklung" betont, soweit man das bei so einem flüchtigen Eindruck hören kann. Ich kann da allerdings auch nicht vernehmen, dass die Musiker das in der Art von Thielemann dirigiert nicht gerne musizieren. Ganz abgesehen davon: Diese Tradition der Gesangsvereine (auch von Betrieben z.B.) finde ich großartig und wirklich bewahrenswert - trotz des Spottes von manchen Modernisten wie Debussy ("aber bitte keinen Gesangsverein, dafür danke ich bestens").


    Herzlich grüßend
    Holger

  • Manuel Brug ("Die Welt"):


    "(...) Thielemann zieht das nicht durch, er deutet wenig in der so heimeligen wie doppeldeutig-visionären Partitur. Sein klanglicher Ansatz wird stetig weicher und breiter, er freut sich über weite Strecken am prächtigen, wenn auch nicht immer synchronen Orchesterspiel und an harmlos hüpfenden Spielopernrhythmen, nicht einmal die bösen Tremolovorahnungen im "Jungfernkranz"-Nachspiel mag er sonderlich ausstellen. Dafür wird er später gern bombastisch, C-Dur-stramm, auch einigermaßen wagnerpathetisch. Er, der das Werk bereits aus seiner Hannoveraner Kapellmeisterzeit kennt, findet nicht den richtigen Ton dafür. (...)"


    http://www.welt.de/kultur/bueh…ns-ewige-Gestrigkeit.html


    :hello: LT

  • @ William B.A.


    Das irrwitzige bei diesem Teaser ist, dass die Musik zur Ouvertüre zwar von der Staatskapelle Dresden jedoch nicht unter Thielemann sondern unter dem Dirigat von Carlos Kleiber (Dresdner Studioaufnahme) gespielt worden ist!



    :hello: LT

  • Wilhelm Sinkovic in "Die Presse":


    http://diepresse.com/home/kult…ielemanns-FreischutzDebut

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

  • @ Stimmenliebhaber


    Ist doch schön, wie schnell du zufrieden zu stellen bist - ich bin es indes nicht! -- Ich habe ein höheres Anspruchsniveau!


    :hello: LT


    Sorry, aber das ist doch lächerlich: Du hasst Thielemann wie die Pest, wie man in dutzenden Beiträgen dieses Forums nachlesen kannst, und dann kaufst du dir ernsthaft seinen "Freischütz", um ihn möglichst objektiv zu hören und zu bewerten? Man muss nach allem, was man von dir zu Thielemann in diesem Forum schon lesen konnte, ziemlich dumm sein, dir das ernsthaft zu glauben! Du hast dir diese Aufnahme einzig und allein deshalb zugelegt, um eine neue Gelegenheit zu haben, Thielemann hier öffentlich ans Bein zu pinkeln. Mir fällt zu diesem deinem Verhalten alles Mögliche ein, "höheres Anspruchsniveau" freilich am allerletzten...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

  • Die Diskussion zeigt doch, dass sehr gegensätzliche, wohlbegründete Sichtweisen auf eine Interpretation denkbar sind. Was dem "ihnen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall". Nicht gut ist es, dann persönlich zu werden und der jeweils anderen Seite Mangel an Geschmack oder ähnliches vorzuwerfen. Zugleich ist natürlich der Threadtitel sehr polemisch - müsste auch nicht sein. Konstruktiver: "Thielemanns Freischütz, kritisch gesehen".


    Beste Grüße


    Christian

  • Konstruktiver: "Thielemanns Freischütz, kritisch gesehen".


    Da hast du wohl Recht, aber hast du ernsthaft den Eindruck, dass es dem Thread-Eröffner hier ernsthaft um "Konstruktivität" ginge? Ich nicht... :no:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

  • Sorry, aber das ist doch lächerlich: Du hasst Thielemann wie die Pest, wie man in dutzenden Beiträgen dieses Forums nachlesen kannst, und dann kaufst du dir ernsthaft seinen "Freischütz", um ihn möglichst objektiv zu hören und zu bewerten? Man muss nach allem, was man von dir zu Thielemann in diesem Forum schon lesen konnte, ziemlich dumm sein, dir das ernsthaft zu glauben! Du hast dir diese Aufnahme einzig und allein deshlab zugelegt, um eine neue Gelegenheit zu haben, Thielemann hier öffentlich ans Bein zu pinkeln. Mir fällt zu diesem deinem Verhalten alles Mögliche ein, "höheres Anspruchsniveau" freilich am allerletzten...


    Lieber Stimmliebhaber, das klingt für mich sehr nach einer Unterstellung - und selbst wenn es zutreffen würde, wäre ein Argumentieren auf inhaltlicher Ebene besser als hier auf die "ad hominem"-Ebene zu gehen. Oder braucht dieses Forum als Schmiermittel den persönlichen Zwist...?


    Offtopic: Gerade bin ich in einem Forum für Konsolenspiele unterwegs (ja, "Egoshooter" und ähnliches "schlimmes Zeugs"), und da geht es interessanterweise meistens deutlich kooperativer und konstruktiver zu als manchmal hier - man sollte es nicht meinen...


    Beste Grüße


    Christian

  • Offtopic: Gerade bin ich in einem Forum für Konsolenspiele unterwegs (ja, Egoshooter und ähnliches schlimmes Zeugs), und da geht es interessanterweise meistens deutlich kooperativer und konstruktiver zu als manchmal hier - man sollte es nicht meinen...


    Das ist doch kein Wunder: die haben halt andere Möglichkeiten, ihre Aggressionen abzubauen :untertauch:

  • Das ist doch kein Wunder: die haben halt andere Möglichkeiten, ihre Aggressionen abzubauen


    Das auch - aber vor allem sind Gamer erstaunlich gut in Kooperation. Ich glaube, wenn die Teilnehmer von Tamino dieses Forum insgesamt, wie es ja Alfred eigentlich beabsichtigt, mehr als ein gemeinsames Werk sehen würden, eine Klassik-Wikipedia, an der sie gemeinsam arbeiten, dann würde auch hier mehr möglich sein. Aber diese Diskussion gehört eher in den "Rettung-Thread".


    Herzliche Grüße


    Christian

  • Manuel Brug ("Die Welt"):


    "(...) Thielemann zieht das nicht durch, er deutet wenig in der so heimeligen wie doppeldeutig-visionären Partitur. Sein klanglicher Ansatz wird stetig weicher und breiter, er freut sich über weite Strecken am prächtigen, wenn auch nicht immer synchronen Orchesterspiel und an harmlos hüpfenden Spielopernrhythmen, nicht einmal die bösen Tremolovorahnungen im "Jungfernkranz"-Nachspiel mag er sonderlich ausstellen. Dafür wird er später gern bombastisch, C-Dur-stramm, auch einigermaßen wagnerpathetisch. Er, der das Werk bereits aus seiner Hannoveraner Kapellmeisterzeit kennt, findet nicht den richtigen Ton dafür. (...)"


    http://www.welt.de/kultur/buehne-konzert…estrigkeit.html


    Der Titel der zuerst oben zitierten Kritik ist:


    Der Freischütz zeigt Dresdens ewrige Gestrigkeit



    und die "positive" Kritik:


    Am Pult der Staatskapelle statuierte der Dirigent ein Exempel: Wer deutsche Romantik ernst nimmt, scheitert auch nicht an ihr. Regisseur Axel Köhler hielt mit.


    Liebestraum hält Thielemann vor, er zerstöre den "romantischen Geist". Sein Urteil stützt sich aber auf eine Kritik, die gerade das Gegenteil sagt, nämlich Thielemann für seinen "ewrig gestrigen" romantischen Geist kritisiert.


    Und die positive Kritik attestiert Thielemann ebenfalls "romantischen Geist", den er Ernst nehme - worin beide also übereinstimmen, nur in der Wertung nicht.


    Keine der beiden Kritiken ist also der Meinung, dass Thielemann den "romantischen Geist" zerstört.


    Was nun? :D


    Schöne Grüße
    Holger

  • @ Stimmenliebhaber


    Du kannst denken, was du willst - das ist mir völlig egal!


    Ich habe meine Meinungen zu Aufführungen und Interpretationen. Und ich werde einen Teufel tun, damit hinter dem Berg zu halten. Denn nicht nur Thielemann, sondern auch Chailly, Barenboim, Rattle, P. Järvi, Harnoncourt u.a. wurden von mir stark kritisiert, wenn ich es für angebracht hielt. Davon werde ich mich auch künftig von niemandem abhalten lassen.


    U.a. dafür ist dieses Forum ja da.



    :hello: LT


  • Natürlich ist dieses Forum auch dazu da künstlerische Leistungen kritisch zu beurteilen und auch nicht nur positiv zu bewerten, aber der Ton macht die Musik! Und deine ganze reißerische Polemik nicht nur in dieser Rubrik diskreditiert nicht Herrn Thielemann, sondern nur deine Meinung und dich selbst! Und da es dir ja egal ist, was ich denke, wird es dir auch egal sein, wenn ich dir sage, dass ich dich und deine Meinung zu Herrn Thielemann spätestens nach solchen Beiträgen nicht wirklich ernst nehmen kann:


    SIMON RATTLE verläßt die Berliner Philharmoniker


    :no:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Keine der beiden Kritiken ist also der Meinung, dass Thielemann den "romantischen Geist" zerstört.


    Was nun? :D


    Nichts nun! Herr Brug hat Herrn Thielemann seit Jahren beinahe ebenso gefressen wie "Liebestraum", nur ist Brugs Polemik im Vergleich zu "Liebestraum" (und NUR im Vergleich dazu) ja geradezu sachlich und differenziert. :D


    Aber ist ist doch auch egal, ob der eine Thielemann ans Bein pinkelt, weil er die Romantik angeblich "zerstört" oder der andere, weil er angeblich zu sehr in Romantik schwelgt - wichtig ist denn Betreffenden doch nur, DASS sie Thielemann (mal wieder) ans Bein pinkeln können, wobei die Gründe gerne wechseln oder auch gegenteilig sein können...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Ist vielleicht wie in so mancher Beziehung: "Unromantisch" ist immer die andere Seite...


    ;)

    :thumbsup:



    P.S.: Mich hat diese Diskussion so neugierig gemacht, dass die angegebene Blu Ray von mir gerade gekauft wurde - auch ein kleiner Beitrag zur Rettung des Forums...


    Beste Grüße


    Christian

    :thumbup:


    Der eine gibt viel Geld dafür aus, um Futter zu haben, um Thielemann mal wieder verbal eins reinzuwürgen, zwei andere, weil sie interessiert sind - letztlich muss man (dem freilich auch polarisierenden Thielemann) wohl oder übel bescheinigen, dass er auf dem heutigen Klassikmarkt weit mehr bewegt als fast alle anderen. :jubel:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


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  • Zitat

    Zitat von Liebestraum: Ich habe meine Meinungen zu Aufführungen und Interpretationen.


    Lieber Liebestraum,


    da stimme ich dir völlig zu. Jeder sollte hier seine Meinung klar und deutlich sagen können, aber es gibt immer wieder einige, die das am liebsten verhindern möchten. Ich stehe auf demselben Standpunkt und werde mir - wie bisher - meine Meinung (die zwar mehr in die Richtung der Inszenierung geht, für eine ausreichende Begründung zum Interpretationsstil von Sängern und Dirigenten fühle ich mich selbst - wie schon häufiger gesagt - nicht kompetent genug) durch diese Einwände nicht nehmen auch weiterhin nicht nehmen lassen.
    Fachlich könnte ich dir also nichts entgegenhalten, würde es dann aber sachlich - ohne Angriff auf die Person - als meine persönliche Meinung entgegen stellen, womit ich deine persönliche Meinung nicht in Abrede stelle. Anders sehen darf es ja jeder - wenn er nur nicht persönlich wird.


    Liebe Grüße
    Gerhard

    Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuß verschafft.
    (Schiller: Die Braut von Messina, Kapitel 2)